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Diskussion um Niedernhalls Solebad

Sanierung, Neubau oder Schließung – das sind die drei Varianten, die es gibt für das Solebad Niedernhall, so Bürgermeister Achim Beck. alle Optionen seien noch offen. Mit einer Plakataktion in dem Salz- und Solestädtchen sollte das Thema Eingang in die Köpfe der Bürger finden. Überschriften wie: „Wird aus Niedernhall Niedern?“ ließen diverse Bürger spekulieren, ob das Aus des Solebades bereits beschlossene Sache sei. Dies sei definitiv nicht der Fall, so Beck. Geht man auf die hierfür eigens eingerichtete Internetseite http://www.niedern.de erklärt der Bürgermeister in einem offenen Brief:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Niedernhall und der Region,

was die angeblich geplante Umbenennung der Stadt Niedernhall angeht, hat sich buchstäblich eine Ente eingeschlichen. Natürlich denken wir nicht daran, den Namen unserer Stadt zu ändern! Die Aktion, von der Sie vielleicht aus der Presse oder von Plakaten erfahren haben, war eine von der Stadt Niedernhall unterstützte Aktion der Kreativagentur PLAN:KOOPERATIV, die von der Stadt zur Durchführung eines Bürger*innenbeteiligungsprozesses zur Zukunft des Solebades in Niedernhall beauftragt wurde.

PLAN:KOOPERATIV hat auch schon den Beteiligungsprozess zum Kelterareal erfolgreich durchgeführt. Ähnlich wie bei der Plakataktion damals, ging es auch dieses Mal darum, Ihren Blick auf den Gegenstand des Beteiligungsprozesses zu lenken. Als Bürgermeister hoffe ich natürlich sehr, dass Sie alle Verständnis für diese Aktion zeigen und sich nicht „veräppelt“ fühlen.
Unser Solebad ist sehr wichtig für unsere Stadt, denn es ist ein wichtiger Faktor, um uns in der Tourismusregion Hohenlohe zu positionieren. Gleichzeitig besteht ein großer Sanierungsbedarf, der mit relativ hohen Kosten verbunden ist.
Bevor wir diese Sanierung aber beauftragen, möchten wir wissen, wie Sie – die Bürgerinnen und Bürger Niedernhalls und der Region – über das Solebad denken.

Der angekündigte Termin für die Informationsveranstaltung am 07.12. um 19:00 Uhr in der Stadthalle Niedernhall bleibt bestehen. Allerdings geht es dort natürlich nicht um die Umbenennung Niedernhalls, sondern um den Beteiligungsprozess zum Solebad.

Herr Winter vom Büro Fritz Planung, welches die Konzeptstudie zur Sanierung des Solebades erstellt hat, wird über den Sanierungsbedarf des Bades, die unterschiedlichen Alternativen sowie die damit verbundenen Kosten informieren.
Herr Burgbacher von PLAN:KOOPERATIV wird über die unterschiedlichen Phasen des Beteiligungsprojektes sprechen.
Im Anschluss an diese Inputs werden Sie die Möglichkeit haben, mit uns und miteinander ins Gespräch zu kommen und erste Meinungen zur Zukunft des Solebads auszutauschen.“


Folgende Pressemitteilung, die lediglich Aufmerksamkeit erregen wollte, aber keinen Wahrheitsgehalt beanspruchte, sorgte zunächst für Irritationen:

Stadt Niedernhall beantragt Umbenennung in Stadt Niedern

Bürgermeister Achim Beck möchte offiziell bei den zuständigen Landesbehörden von Baden-Württemberg die Umbenennung der Stadt Niedernhall in Stadt Niedern beantragen.

Als Begründung nannte er das mangelnde Interesse der Bürgerinnen und Bürger des Hohenlohekreises am Niedernhaller Solebad und die damit verbundene, drohende Schließung des selbigen:

„Wie jedes Kind hier schon in der Grundschule lernt, steht die Silbe ‚hall‘ in unserem Stadtnamen für Salz. Neben dem Weinbau war Salz eine der wichtigsten Einnahmequellen für unsere Kommune. Nachdem die Salzgewinnung 1830 eingestellt wurde, brachte das erhebliche Einbußen für Niederhall mit sich, aber immerhin erinnert bis heute unser Solebad an die Tradition als Salzstadt“ so Bürgermeister Beck.

Nun aber droht dem Solebad das Ende, und damit die letzte Verbindung zur alten Tradition der Salzgewinnung zu verschwinden.

„Unser Solebad müsste in den nächsten Jahren mit 6 Mio. € dringend saniert oder für 8 Mio. € neu gebaut werden“, führt Bürgermeister Beck aus. „Der Gemeinderat und ich sprechen uns zwar klar dafür aus, wenn ich aber sehe, dass nur rund 7% der Gäste des Solebades aus Niedernhall kommen, scheint es einfach zu wenig Interesse am Solebad zu geben.“

Nachdem die Kelter bereits längst Ihren Betrieb eingestellt hat, wäre von der ursprünglichen „Salz- Wein- und Bäderstadt Niedernhall“ nicht mehr viel übrig. „Da wäre eine Umbenennung in Stadt Niedern doch nur konsequent“, meint Bürgermeister Beck: „Für mich fühlt sich das sonst nach Etikettenschwindel an.“

Bürgermeister Beck lässt gleichzeitig prüfen, ob die Stadt dann auch das 1356 auf Grund der Salzgewinnung erhaltene Stadtrecht verlieren würde. Wird aus der Stadt Niedernhall also bald die Gemeinde Niedern?

 Am kommenden Donnerstag, den 07. Dezember 2017, 19 Uhr, lädt er alle Bürger in die Stadthalle ein, um über die Zukunft des Solebades zu diskutieren. GSCHWÄTZ wird auch vor Ort sein.
Folgende Punkte stehen auf der Tagesordnung:
// Begrüßung und Einführung
// Grußwort von Bürgermeister Achim Beck
// Sanierungs- und Neubaukonzeptvorstellung durch Büro Fritz Planung GmbH
// Finanzierbarkeit Solebad Niedernhall – Bürgermeister Achim Beck
// Fragen und Diskussion