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„Deutschland wird seit vielen Jahren auf Verschleiß gefahren“ – Sahra Wagenknecht hat das TV-Duell mit Alice Weidel gewonnen

Es war ein TV-Duell, das sich viele Wähler:innen Deutschlands gewünscht hatten. Am 09. Oktober 2024 trafen Alice Weidel und Sahra Wagenknecht bei Welt-TV aufeinander. Weidel geht als AfD-Spitzenkandidatin ins Rennen um die Bundestagswahl, Wagenknecht als Spitzenkandidaten ihrer Partei, der BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht).

Erstaunlicherweise viele Gemeinsamkeiten

Beide Parteien waren die Gewinner der Landtagswahlen und Brandenburg und Thüringen und vereinen eine beachtliche Wählerschaft hinter sich. Gemeinsam kämen sie auf rund 45 Prozent der Stimmen. Während die BSW am linken politischen Rand steht, steht die AfD am rechten politischen Rand. Erstaunlicherweise gab es jedoch dennoch viele Themen, die beide ähnlich bewerten und betrachten.

Beide Frauen sind bekannt für ihre Eloquenz und ihr politisches Wissen. Daher wurde auch mit Spannung erwartet, wer als Sieger hervorgeht.

Widersprüche zwischen Worte und Taten

Letzten Endes waren es die Widersprüche, die sich an manchen Stellen auftaten zwischen Worten und Taten bei Alice Weidel, wodurch Sahra Wagenknecht an Glaubwürdigkeit deutlich mehr punkten konnte.

Die besten Zitate aus dem TV-Duell, Teil 1.

Hier lesen Sie nun besten Aussagen der Politikerinnen. Den Anfang macht Alice Weidel, als sie sich zur Begrüßung positiv gestimmt zeigt, wenn sie sagt:

„Ich freue mich und wünschte mir, dass es solche Gespräche öfter gäbe, denn ich glaube, dass man miteinander reden muss, anstatt übereinander.“ Sahra Wagenknecht entgegnet darauf knapp:

„Ich hoffe auf eine sachliche Auseinandersetzung“

„Ich hoffe auf eine sachliche Auseinandersetzung.“ Denn Weidel habe sie ja im Vorhinein unter anderem als „nützlichen Idioten der Altparteien“ bezeichnet. Weidel wiederum verteidigt ihre Wortwahl und erklärt:

„Der Wahlkampf lebt von der überspitzten Sprache.“ Weidel habe mit ihrer Aussage lediglich gemeint, dass die Wähler:innen einen politischen Wandel haben möchten. Mit Wagenknecht sei jedoch kein politischer Wandel möglich, da sie der „Steigbügelhalter der Altparteien“ sei.

„Woher wissen Sie das? Sie sind doch gar nicht bei den derzeitigen Verhandlungen nach den Landtagswahlen dabei“, kontert Wagenknecht.

Nach diesem kleinen Warming-up steckt  WELT TV-Chefredakteur Jan Philipp Burgard den ersten Themenkomplex ab.

Thema Wirtschaft.

Er möchte von beiden wissen, welche drei Dinge sie ändern würden, um Deutschlands derzeit lahmende Wirtschaft wieder in Schwung zu bekommen.

Alice Weidel: 1. „Wir haben eine nicht tragfähige Energiepolitik, wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig. Wir haben aber sehr viele stromintensive Unternehmen.“. Sprich: Die Energiepreise müssen ihrer Meinung nach runter. 2. Das Ausbildungsniveau seit mittlerweile deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. 3. Die Steuer- und Abgabenlast sei viel zu hoch. Die Einkommenssteuer und Sozialabgaben müssen ihrer Meinung nach gesenkt werden, damit „die Menschen von ihrer Arbeit leben können“.

Energiekosten müssen runter – da sind sich beide einig

Wagenknecht stimmt hier teilweise zu: „Wir brauchen preiswerte Energie.“ Dabei setzt sie unter anderem auf russisches Gas. „Hier haben wir uns selbst abgeschnitten und beziehen nun teures Gas aus Amerika. Das war ein Eigentor.“ Zudem habe Deutschland „negative Energiepreise“. „Wir haben keine Netze, um die derzeit bereits erzeugte Energie von Wind und Sonne zu transportieren.“ Die Bildungspolitik: „Die Schulschließungen in der Coronazeit, zu geringe Bildungsausgaben, zu große soziale Ungleichheit (wie sind die Eltern aufgestellt? Das entscheide in Deutschland noch immer oftmals über den Werdegang der Kinder) und das Problem von Schülern:innen, die kein Deutsch können. Der letzte Punkt: Die Infrastruktur. „Wir haben eine absolute marode Infrastruktur, viele marode Brücken. Ein Zugsystem, bei dem kaum noch ein Zug pünktlich fährt. Das ist auch für die Logistik vieler Unternehmen im Güterverkehr ein großes Problem.“

Weidel: „Diese Ausländer, die Bürgergeld-Bezieher sind“

Weidel: ergänzt: „Die Schuldenbremse muss in Deutschland wieder eingehalten werden.“ Ansonsten werde es unmöglich sein, diese neuen Schulen beziehungsweise lediglich die Zinsen zu tilgen. Daher müsse man sparen. Ein riesiger Kostenblock seien „diese Ausländer, die Bürgergeldbezieher sind, haben noch nie ins Sozialsystem eingezahlt. Das ist auf Dauer nicht finanzierbar.“

Wagenknecht hält die Ausgaben, die „etwa in der Coronapolitik“ getätigt worden seien, für „völlig unsinnig“. Das Thema Infrastruktur sieht sie ähnlich wie Alice Weidel und urteilt darüber:  „Deutschland wird seit vielen Jahren auf Verschleiß gefahren.“ Zum Thema Bürgergeld betont Wagenknecht: „Ich möchte die Welt nicht ins Bürgergeld einladen, aber ich bin für einen starken Sozialstaat und wenn man den möchte, muss man verhindern, dass jeder in den Sozialstaat einwandern kann.“ Dabei verweist sie auf die dänische Sozialpolitik als Vorbild. „Sie wollen ja das Bürgergeld für alle kürzen“, sagt sie abschließend zu Alice Weidel gewandt. „Das betrifft dann aber auch alleinerziehende Mütter, die keinen Kitaplatz finden und nicht nur Menschen, die nicht arbeiten wollen.“

Thema Krieg im Gaza-Streifen:

Wagenknecht verurteilt hier den „islamistischen Terrorismus“ auf der einen Seite, aber Israel mit seiner „schrecklichen Kriegsführung“ ebenfalls.

Weidelhat den Blick bei diesem Thema zunächst auf Deutschland gerichtet: „Es wurde nicht gehandelt. Auch die Ausschreitungen in Berlin und Frankfurt habe „ich mit Schrecken beobachtet“. Weidel betont: „Wenn wir in der regierung säßen, wären diese Krawallbrüder nicht mehr in unserem Land.“

Wagenknecht sieht sowohl Israel als auch die Hamas als Kriegsverbrecher

Wagenknecht kritisiert: „Die AfD stellt sich einseitig auf die Seite Israels. Es werden dort Kriegsverbrechen begangen. Das haben auch UN-Quellen bestätigt. Die Idee, zu glauben, Terror mit Terror bekämpfen zu wollen, ist absolut unrealistisch. Die Lösung wären Friedensverhandlungen und eine Zweistaatenlösung.“ Man mache es sich ihrer Meinung nach zu einfach, wenn man urteile: Israel, das seien die Guten und die anderen die Bösen.

Weidel sieht die Sache derzeit als zu verfahren an, um noch eine Zwei-Staaten-Lösung hinzubekommen. Aber auch sie sieht einzig den Weg der Diplomatie als sinnvoll an. „Auch in der Ukraine haben wir sehr früh Friedensverhandlungen gefordert.“

Hier bröckelt Weidels Logik etwas

Dabei bemerkt Wagenknecht jedoch: „Wir haben beantragt, dass keine weiteren Waffenexporte nach Israel geschickt werden. Sie haben leider dagegen gestimmt.“ Dem widerspricht Weidel auch nicht und entgegnet lediglich: „Jedes Land hat ein Recht auf Selbstverteidigung.“ An dieser Stelle bröckelt die Logik der Aussagen Weidels etwas. Denn auch wenn jedes Land das Recht auf Selbstverteidigung haben mag, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Deutschland diesem Land dann Waffen liefern muss.

Wagenknecht führt glaubhaft näher aus: „Die deutsche Regierung versagt völlig darin, ihren Anteil daran beizutragen, dass es einen gewissen Druck auf Israel gibt.“

Thema Ukraine

Sowohl Weidel als auch Wagenknecht lehnen weitere Waffenlieferungen ab und fordern mehr Diplomatie. Beide erinnern sie daran, dass es eine Vorgeschichte gab und man diese auch mit in die Betrachtung einbeziehen müsse, warum dieser Krieg von Russland begonnen wurde.

Wagenknecht: „Der Krieg ist ausgebrochen, weil die Russen kein US-Militär an ihren Grenzen haben wollen. Eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedeutet Krieg, das war 2019 schon klar. Gemeinsam mit China müssen wir nun eine Friedenslösung hinbekommen.“ Denn eines sei völlig klar: „Die Ukraine wird diesen Krieg nicht gewinnen können.“

Weidel sieht das genauso: „Das sind AfD-Positionen., dass wir einen Verhandlungsfrieden brauchen. Die Geschichte sitzt immer mit am Tisch bei einem Krieg. Die Nato-Ost-Erweitung hat stattgefunden entgegen mündlicher Zusagen nach der Wiedervereinigung. Man dürfe keine Schwarz-Malerei tätigen.“ Auch hier sind sich die Frauen völlig einig.

Hier geht’s direkt zum Video:

TV-Duell Wagenknecht vs. Weidel: Die Debatte in voller Länge in der Mediathek – Video – WELT

Im zweiten Teil des TV-Duells geht es unter anderem um Corona und Migration. Der zweite Teil erscheint morgen auf www.gschwaetz.de


 

 




TV-Duell von 2 rhetorischen Politik-Gigantinnen: Sahra Wagenkneckt trifft auf Alice Weidel

Sahra Wagenknecht vs. Alice Weidel: Fast keiner kann diesen beiden Fronfrauen der Politik verbal in den diversen Talk-Shows das Wasser reichen. Der TV-Sender der Zeitung DIE WELT har die beiden Ladies rund ein Jahr vor der Bundestagswahl in Deutschland zum TV-Duell gebeten.

„Brisante Debatten“

In der kommenden Woche überträgt WELT TV eine Debatte mit den Parteichefinnen von AfD und BSW. „Wir verstehen uns als Nachrichtensender für brisante Debatten“, sagt WELT-TV-Chefredakteur Jan Philipp Burgard. Nach dem Duell folgt eine Analyserunde mit WELT-Chefreporterin Anna Schneider und weiteren Journalistinnen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Beide Frauen haben mit ihren Parteien bei den letzten Landtagswahlen abgeräumt. Foto: GSCHWÄTZ

Alice Weidel bei einer AfD-Veranstaltung am 02. Februar 2019 in Niedernhall. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Ohne Wagenknecht gäbe es die BSW nicht, die bezeichnenderweise als unnatürliche Ausnahme den Namen ihrer Gründerin trägt (Bündnis Sahra Wagenknecht). Die BSW steht und fällt demnach auch mit der Parteichefin. Diese weiß sich seit Jahren exzellent in Szene zu setzen, ist sie denn rhetorisch den meisten Politik-Größen überlegen, was denn auch immer wieder in den diversen Polit-Talkshows auffällt. Sie ist nicht minder rhetorisch talentiert wie ihr Partner und Linke-Gründer Oskar Lafontaine.

Rhetorische Politik-Größen

Alice Weidel hat sich bei der eher männlich AfD dominierten als Sprachrohr und nun als Kanzlerkandidatin durchgesetzt. Jeder weiß, wie rhetorisch einzigartig sie auftritt.

Rhetorik ist gefährlich. Wenn Menschen rhetorisch brillant sind, muss man ganz besonders hinhören, was sie denn mit ihren Sätzen aussagen, was sie damit meinen – und ob sie auch wirklich danach handeln.

Welche Vision von Deutschland und Europa haben die Frauen?

Politiker:innen misst man am besten nach ihren Taten und nicht nach ihren Worten. Der Vorteil für die Wähler:innen ist, dass beide Frauen schon jahrzehntelang in der Politik aktiv tätig sind. Hier lohnt sich, am Mittwoch beim TV-Duell, dass der Online-Nachrichtenportal die WELT live auf www.welt.de und auf dem Welt-Kanal auf youtube überträgt, die Sätze, die sie in den Ring werfen, mit ihren Taten in der Vergangenheit abzugleichen. Darüber hinaus wird es darum gehen, welche Vision von Deutschland und Europa beide Frauen haben. Diese Version wird vermutlich  höchst verschieden aussehen.

Auch Björn Höcke stieg schon mal in den TV-Ring

Es ist eine Premiere: Am kommenden Mittwoch treffen die Parteivorsitzenden von AfD und BSW, Alice Weidel und Sahra Wagenknecht, zum ersten Mal live im deutschen Fernsehen aufeinander. Das WELT-TV-Duell um 18 Uhr wird von Chefredakteur Jan Philipp Burgard moderiert. Um 20.15 gibt es eine Wiederholung zu sehen.

Das Duell folgt auf die erfolgreiche Premiere des Formats im Frühjahr 2024, als sich die Thüringer Spitzenkandidaten Mario Voigt (CDU) und Björn Höcke (AfD) erstmals im WELT-TV-Studio begegneten.




Sahra Wagenknecht bei Markus Lanz: „Wir haben eine Regierung, die mit einer Überheblichkeit, einer Arroganz und Planlosigkeit die Menschen der AfD in die Arme treibt“

Bei der gestrigen Talkrunde bei Markus Lanz kritisiert die ehemalige Linken-Politikern Sahra Wagenknecht den Umgang mit der AfD im Rahmen der aktuellen „Re-Migrations“-Debatte und legt den Finger in die Wunde, was ihrer Meinung nach in Deutschland politisch alles falsch läuft und warum die AfD überhaupt so stark werden konnte: „Ich finde, wir müssen darüber diskutieren, warum eine Partei trotz Höcke, trotz solcher Positionen so stark. Diese Verbotsdebatte ist ein Geschenk an die AfD* und ein Armutszeugnis für die Demokratie. Denn wir haben in der Gesellschaft keinen Rechtsradikalismus, der sich ausgeweitet hat und wir haben erst recht nicht 20 Prozent der Bevölkerung, die das gut finden.“ (Das Video hierzu gibt es hier zu sehen).

Wagenknecht: „Diese Regierung hat alles dafür getan, die Menschen zu verprellen“

Sahra Wagenknecht sieht die Ursache der hohen AfD-Anhängerschaft in der aktuellen Politik, die viele unzufriedene Bürger:innen hinterlassen habe: „Wir haben ganz viele Menschen, die sich politisch völlig heimatlos fühlen. Wir haben eine Regierung, die mit einer Überheblichkeit, einer Arroganz und Planlosigkeit die Menschen der AfD in die Arme treibt.“ Und wenn jetzt diese Regierung, die alles dafür getan hat, diese Menschen zu verprellen, sagt: Jetzt sind wir sauer, weil die alle zur AfD gehen und jetzt versuchen wir, die zu verbieten, dann ist das kein demokratischer Diskurs.“

Bei aktuellen Umfragen räumt Sahra Wagenknechts Partei jetzt schon ab

Weil sie selbst ebenfalls unzufrieden mit der hiesigen Politik der Parteien war und ist, hat die 54-Jährige nun ihre eigene Partei gegründet. Das frisch gegründete BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) erhält bei aktuellen Umfragen bereits jetzt sehr hohe Zuspruchswerte, bis zu 17 Prozent plus. Damit liegt sie aktuell sogar vor der ehemaligen Volkspartei SPD.

Das zeigt wiederum: Sahra Wagenknecht scheint mit ihrer Einschätzung, was die aktuelle Politik betrifft, woran es hakt und mangelt, nicht ganz falsch zu liegen und vielen Bürger:innen aus der Seele zu sprechen. Unter anderem sieht man diese Unzufriedenheit an den aktullen Protesten von Bauern und anderen Branchen. Auch die Grünen-Chefin Ricarda Lang hat sich erst unlängst wieder in die Nesseln gesetzt mit einem mehr als fragwürdigen O-Ton. Ebenfalls in der Talkshow Markus Lanz, der die Grünen-Politikerin mehrmals dazu aufforderte, eine Zahl zu schätzen, wie hoch die Rente in Deutschland nach 45 Arbeitsjahren ist. Nach einigem Zögern antwortete Lang: „Ich würde davon ausgehen, dass wir ungefähr bei 2.000 Euro liegen.“ Lanz korrigierte sie sofort und erklärte, die Durchschnittsrente in Deutschland liege bei gerade einmal 1.543 Euro.

Ricarda Lang und die lange Pleiten-, Pech- und Pannenliste der aktuellen Regierung

Damit verschätzt sich Lang um 457 Euro oder 29,6 Prozent. Lanz wertete Langs Fehleinschätzung als Beweis dafür, dass die Grünen den Kontakt zur Bevölkerung verloren hätten. Allerdings ist Lang nicht die einzige Ampelpolitikerin, die sich bei Lanz schon massiv vertan hat.
Ricarda Lang blamiert sich im TV-Talk: Keine Ahnung, wie hoch die Rente ist #lang #rente #lanz (youtube.com)

* Die aktuelle Verbotsdebatte rund um die AfD erreichte nun einen weiteren Höhepunkt. Der Auslöser war die Berichterstattung von Correctiv hat über ein vermeintliches Geheimtreffen von AfD-Politikern, Rechtsextremen, CDU-Politikern und Menschen ohne Parteibuch am 25. November 2023 in Potsdam, die darüber gesprochen haben sollen, Millionen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aus Deutschland künftig leichter in ihre Heimatländer abschieben lassen zu wollen, in denen etwa kein Krieg mehr herrsche. Die AfD hat sich diesen Thema bereits seit vielen Jahren auf die Fahnen geschrieben. Alice Weidel distanzierte sich allerdings davon, dass ein „Geheimtreffen“ stattgefunden haben soll, wie es viele Medien suggerieren würden. Stattdessen sei es eine öffentliche Kampagne gegen die AfD (hier geht es direkt zum Video).

Martin Sellner selbst sieht sich nicht als rechtsextrem

Martin Sellner, ebenfalls ein Teilnehmer und Hauptredner dieses Treffens, wurde kürzlich wegen eben diesem Treffen von einem österreichischen Journalisten interviewt. Sellner gilt in der öffentlichen medialen Debatte als „rechtsextrem“. Er selbst distanziert sich ausdrücklich davon und erklärt, wie der öffentliche mediale Prozess funktioniert. Stichwort: „Kadaver-Gehorsam“.

Der Journalist Marcus Bensmann wiederum, der dieses Treffen and die Öffentlichkeit brachte, erklärt bei Markus Lanz, laut seinen Recherchen hat der Organisator dieses Treffens, Gernot Möhring, ein ehemaliger Zahnarzt aus Düsseldorf, schon seit den 1980er Jahren vor Überfremdung warnte und sich für einen „monoethnischen Staat“ stark gemacht habe, sprich: Ein Staat mit möglichst vielen Menschen gleicher Abstammung. Martin Sellner ist in seinen Augen ein „sehr professioneller, rechter Medienprofi“. „Re-Migration“ sei sein „Putzbegriff“ für die Vertreibung von so genannten „nicht-assimilierten“ Menschen aus diesem Land. Das Gefährliche daran sei, dass Sellner sich damit die Entscheidungshoheit darüber zuspreche, wer in diesem Land leben dürfe und wer nicht. Es wurde, so Bensmann weiter, in diesem Zusammenhang auch von einem „Musterstaat in Zentralafrika“ gesprochen, der hierfür geschaffen werden soll.