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Vom All nach Künzelsau: Space Seeds – Fünftklässler der Georg-Wagner-Schule lassen die Öffentlichkeit an ihrem Wildblumen-Projekt teilhaben

Für zwei fünfte Klassen der Georg-Wagner-Schule in Künzelsau beginnt die Schule nach den Pfingstferien und den eingeschränkten gemeinsamen Unterrichtszeiten mit einem besonderen Projekt: Die Schüler:innen am Montag, den 14. Juni 2021, gemeinsam mit ihrer Biologielehrerin Sabine Weiß zwei Beete mit Wildblumen angelegt und wollen den Sommer über beobachten, wie sie sich entwickeln. Das Besondere ist: Es werden Samen verwendet, die ESA-Astronaut Dr. Alexander Gerst während seiner Mission „Horizons“ mit an Bord der Internationalen Raumstation ISS hatte. „Aus der Erdumlaufbahn kann man die Eingriffe des Menschen in die Natur, zum Beispiel die Abholzung des Regenwalds deutlich sehen“, so Dr. Alexander Gerst. „Man begreift sofort, wie fragil und empfindlich unsere Biosphäre ist. Wir müssen die Erde auch für die nächsten Generationen in ihrer Vielfalt und Schönheit erhalten. Dabei kann jeder mithelfen, denn jeder Schritt und jede Aktion zum Erhalt unserer Natur ist wertvoll.“

Biodiversität – die Vielfalt des Lebens im Unterricht

Im Fach Biologie, Naturphänomene und Technik (BNT) nahmen die beiden Schulklassen Pflanzen durch und haben ein Herbarium für Wildblumen erstellt. „Gerade behandeln wir das Thema Biodiversität – die Vielfalt des Lebens“, sagt die Schülerin Marie. „Bald bearbeiten wir das Thema Insekten beziehungsweise Bienen. Das Wildblumen-Projekt passt also super gut zu unserem BNT-Unterricht. Außerdem finden wir es spannend, zu erforschen, ob sich die Blumensamen im Weltraum verändert haben.“ Von dem Nebeneffekt, dass die Schüler mit dem Projekt die Biodiversität fördern und die Stadt Künzelsau noch etwas schöner machen können, sind die Schulleitung, Rainer Süßmann und Antje Rother, ebenso begeistert wie Bürgermeister Stefan Neumann.

An Alexander Gersts Missionen anknüpfen – Stadt soll klimaneutral werden

„Mit der ESA und dem DLR konnten wir in Künzelsau die beiden Missionen von Dr. Alexander Gerst gemeinsam mit vielen Menschen begleiten“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Dass wir jetzt anknüpfen, die Begeisterung, die Neugierde und den Forscherdrang weitertragen und die Kinder beteiligen können, passt hervorragend zum Lehrplan der Klassen und zu unserem Ziel, weitere Grünflächen in der Stadt naturnah zu gestalten. Unser Bauhof-Team wandelt immer mehr Anlagen um, damit die für uns so wichtigen Insekten und Kleinlebewesen Nahrung und Unterschlupf finden können und wir damit langfristig positiv auf unser Klima einwirken.“ Künzelsau soll bis zum Jahr 2030 klimaneutral und im besten Fall klimapositiv sein. Das haben sich Gemeinderat und Stadtverwaltung ehrgeizig vorgenommen.

Schutz der Erde zentrale Botschaft des ESA-Astronauten / Wildblumen heute oft eine Seltenheit

Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat den Schülerinnen und Schülern ein paar Gramm des Wildblumensamens, die schon im All waren – Space Seeds – mitgebracht. Und mit den Samen brachte er herzliche Grüße von Alexander Gerst für die Schülerinnen und Schüler mit nach Künzelsau. „Heute sind Wildblumen, die früher überall zu finden waren und die jedes Kind kannte, oft eine Seltenheit“, so Volker Schmid. „Der Schutz unserer Erde, des Blue Dot, war bei beiden Missionen von Alexander Gerst eine zentrale Botschaft. So ist die Artenvielfalt, beispielsweise der Schutz von Insekten und ihre Bestäuber-Leistung bei Nutzpflanzen, für den Menschen lebensnotwendig. Denn ohne Bestäubung von Nutzpflanzen gibt es auch keine Nahrung. Viele Insekten benötigen intakte Ökosysteme und Wildblumen als Nahrungsangebot. Dabei kann jeder mithelfen – zum Beispiel im eigenen Garten. Dafür hatte Alexander Gerst zwei Kilogramm Wildblumensamen mit im Gepäck, um hier auf der Erde Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer für diesen Gedanken zu begeistern. Fantastisch, dass nun in Künzelsau gesät wird.“

Zum Vergleich hat Ernst Rieger eine identische nicht geflogene Samen-Mischung für das Schüler-Projekt gespendet. In seinem Betrieb in Blaufelden produziert er Samen von Wildblumen und Wildgräsern. Von dort stammen auch die Samen für Alexander Gersts Weltraummission.

Unterscheiden sich die zwei Arten von Blumensamen?

Bevor die Kinder zur Tat schreiten und säen, erzählen sie, was sie den Sommer über forschen, experimentieren, entdecken und beobachten wollen. Sie sind gespannt, wie sich die Samen entwickeln: „Wir erforschen nun, ob sich die zwei Arten von Blumensamen unterscheiden“, erklärt Vilius. „Sobald sie keimen, schreiben wir auf, welche Pflanzen zum Beispiel wie schnell wachsen und schreiben unsere Ergebnisse in Protokolle auf. Wie erwachsene Forscher eben.“ Im Lauf der nächsten Wochen erhoffen sich die Schülerinnen und Schüler Antworten auf verschiedene Fragen: Wie haben die Wildblumensamen die Reise ins All überstanden? Können daraus noch Blumen wachsen? Das ist wichtig, um zu erfahren, ob die Samen für längere Zeit im All überleben würden. Nur da, wo Pflanzen sind, kann auch Leben sein.

Eigentlich ist es etwas zu spät und zu warm für die Aussaat. Aber das Projekt sollte starten, wenn alle Schülerinnen und Schüler mitmachen können. Weil die Infektionszahlen erfreulicherweise gesunken sind, ist das jetzt im Präsenzunterricht mit den kompletten Klassen möglich. Mit Tipps vom Experten Ernst Rieger kommen die Samen in die Erde. „Jetzt braucht Ihr ganz viel Geduld und müsst beobachten – immer beobachten. Am besten Ihr sagt den Pflanzen gute Nacht und guten Morgen.“ Jochen Lutz, der stellvertretende Leiter des städtischen Bauhofes, wird gemeinsam mit den Kindern die Beete im Auge behalten und bei Bedarf mit seinem Team auch gießen.

Kleine Mitmachaktionen und Pflanzensteckbriefe am Beetrand

Im BNT-Unterricht bereitet Lehrerin Sabine Weiß mit den Klassen kleine Mitmachaktionen vor, die im Lauf des Sommers bei den Beeten auf einzelne Pflanzen aufmerksam machen und an den Schutz der Natur und Umwelt erinnern. „Damit auch Leute, die an unseren Beeten vorbeikommen, wissen, was wir erforschen, werden wir unsere Ergebnisse bei den Beeten ausstellen“, sagt der Schüler Vilius. „Auch andere Gegenstände oder Mitmachaktionen werden wir in den nächsten Wochen noch zeigen: Zum Beispiel Insektenhotels, Bilder oder Pflanzensteckbriefe.“ Es dürfte also nicht nur für die am Projekt beteiligten Kinder interessant sein, hin und wieder an den beiden Beeten mit den Space Seeds vorbeizuschauen. Es werden auch Ideen und Wildblumen dabei sein, die sich gut im eigenen Hausgarten machen und umsetzen lassen. Direkt neben dem Rad-/Fußweg entlang des Kochers sind die Aktionsbeete auf der Grünfläche zwischen der Halfpipe und dem Hallenbad TollKÜN zu finden.

Hintergrund / Infos:

Bei einem Spaziergang am 10. Juli 2021, um 14 Uhr, stellt Sebastian Frey die „Natur nah dran“-Flächen in Künzelsau vor. Der Diplom Landschaftsökologe aus Neckarsulm unterstützt den Künzelsauer Bauhof bei der Umsetzung dieser Flächen. Er gibt den Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch Tipps und Ideen, die sie in ihrem eigenen Garten umsetzen können. Eine Anmeldung bei er Stadtverwaltung Künzelsau ist erforderlich. Mehr Informationen dazu auf der städtischen Homepage

https://kuenzelsau.de/,Lde/spaziergang+biologische+vielfalt+und+_natur+nah+dran_-flaechen+_28_05_2021_

Pressemitteilung der Stadt Künzelsau

 

Schülerinnen und Schüler der Klassen 5a und 5c der Georg-Wagner-Schule Künzelsau säen mit ihrer Lehrerin Sabine Weis die Wildblumensamen aus. Ernst Rieger unterstützt und gibt Tipps.
Foto: Olivier Schniepp, Foto Linke GmbH

Schülerinnen und Schüler der Klassen 5a und 5c der Georg-Wagner-Schule Künzelsau säen mit ihrer Lehrerin Sabine Weis die Wildblumensamen aus. Ernst Rieger unterstützt und gibt Tipps.
Foto: Olivier Schniepp, Foto Linke GmbH

Schülerinnen und Schüler der Klassen 5a und 5c der Georg-Wagner-Schule Künzelsau säen mit ihrer Lehrerin Sabine Weis die Wildblumensamen aus. Ernst Rieger unterstützt und gibt Tipps.
Foto: Olivier Schniepp, Foto Linke GmbH

 

 




Pilotprojekt: 80 wohnpreisgebundene Wohnungen auf Taläcker

„Ein Pilotprojekt soll entstehen“, so drückt es Paul Pletsch, Projektentwicker der Weisenburger Projekt GmbH aus. Es klingt in der Tat spannend, was er errichten will: Ein ganzes Wohnquartier auf den Taläckern mit 80 barrierfreien Wohnungen, zu 100% sozial gefördert und auf 30 Jahre mietpreisgebunden, soll entstehen. Die 4 geplanten Gebäude sollen in einer ressourcenschonenden Holzmodulbauweise errichtet werden, was  die Bauzeit und die Belästigung der Anwohner durch die Bauarbeiten stark reduzieren soll. Bereits Ende 2022 könnten die Häuser fertiggestellt sein. Angestrebt ist ein Energieeffizienzstandard  KFW 40+.

Grundstücksverkauf beantragt

Zu diesem Zweck beantragt die Verwaltung den Verkauf des Grundstücks mit etwa 5.000 m² an die Projektentwickler, die Firma DQuadrat Real Estate GmbH aus Ludwigsburg und die Firma weisenburger projekt GmbH aus Karlsruhe zu einem Preis von 150€/m².

Künzelsau braucht sozialen Wohnungsbau

Seit langem wird in Künzelsau mehr sozialer Wohnungsbau gefordert, ein solches Projekt sei also dringend notwendig, sieht Hans-Jürgen Saknus (SPD/GRÜNE): „Es freut mich, wenn so ein Projekt zustandekommt“. Das Ziel Nachhaltigkeit sei durch die Bauweise und die langfristige Mietpreisbindung erreicht.

Kritische Punkte angesprochen

Trotz der auf den ersten Blick überzeugenden Präsentation durch die Entwickler wies der Gemeinderat auf verschiedene kritische Punkte hin: Verena Löhlein-Ehrler (Freie) und Dr. Andrea Grups (FfK) zweifelten an der 30-jährigen Sozialbindung, etwa bei einem Verkauf des Projekts. Pletsch wies darauf hin, dass die Mietpreisbindung durch Grundbucheintrag gesichert sei und dass beim Verkauf einer solchen Immobilie „ganz andere, langfristige Investoren“ kaufen würden.

Unstimmigkeiten im Entwurf

Erhard Demuth (SPD/GRÜNE) sieht formale Unstimmigkeiten im Entwurf: Die Geschoßflächenzahl von 1.2 sei überschritten, schließlich sei auf dem Grundstück von 5.000m² eine Wohnfläche von 7.500m² geplant. Außerdem erinnert er an die Gründungszeit der Taläcker und befürchtet eine erneute Ghettoisierung.

Städtischen Zuschuß absichern

In dieselbe Kerbe schlägt Boris d’Angelo (UBK), der zwar „mit einem Schlag einen großen Schritt“ erkennt, aber an einen Beschluß erinnert, der auf den Taläckern keinen weiteren Geschoßwohnungsbau vorsieht. „Ich hoffe nur, dass es dann nicht die Zustände gibt, die es damals gegeben hat“, spricht er auch den Gegensatz zwischen Eigenheim- und Sozialwohnungsbau auf engem Raum an.  Außerdem fordert er, den städtischen Zuschuß abzusichern und erinnert in diesem Zusammenhang an das „Beispiel Wolff&Müller in der Mainzer Straße“ – Wolff&Müller werden in der Projektpräsentation auch als Partner der Entwickler genannt.

Verkaufspreis in der Kritik – Neumann: „Darunter geht nichts“

Auch der Verkaufspreis von 150€/m² wird diskutiert: Robert Volpp (CDU) findet den Preis angemessen,  Gregor Thomas von DQuadrat ist er eher noch zu hoch: „Holzplattenbau ist derzeit noch nicht billiger als konventionelles Bauen“. Bügermeister Stefan Neumann betont aber, dass das Grundstück mit 150€/m² in den Büchern stehe, „darunter geht nichts“. Er weist außerdem darauf hin, dass man bisher von einem Verkaufspreis von 180€/m² ausgegangen sei, allerdings mit nur 30% sozial gefördertem Wohnraum, insofern sieht der die Reduzierung auf 150€/m² für vernünftig.

Auf Anfrage von Ernst-Friedrich Bürkert (CDU) erklärt Paul Pletsch, dass die Gebäude aus Nadelhölzern gefertigt werden, Hartholz sei viel teurer und man müßte wegen Brandschutzvorschriften bei Hartholz dasselbe Volumen verbauen. Eine Solaranlage auf dem Dach und zusätzlich an den Fassaden sei derzeit in Untersuchung – sie sei auch nötig, um den KFW-40+ Standard zu erfüllen.

Verkauf beschlossen

Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich wie beantragt den Verkauf des Grundstücks, drei Gemeinderät:innen stimmten dem Verkauf nicht zu. Die endgültige Planung wird den Gemeinderat sicherlich noch einmal beschäftigen.

Text: Matthias Lauterer

 

Dieses Grundstück soll bebaut werden. Quelle: Sitzungsunterlagen GR KÜN

 

4 Häuserblocks und eine Tiefgarage sollen entstehen. Quelle: Sitzungsunterlagen GR KÜN

 

Die Höhe der Gebäude soll ungefähr so hoch wie die umgebende Bebauung sein. Quelle: Sitzungsunterlagen GR KÜN

Vorstellung der Architekten. Quelle: Sitzungsunterlagen GR KÜN




Mehr Natur für Künzelsau

Seit Mitte Oktober werden die im Rahmen des Projekts „Natur nah dran“ ausgewählten Flächen in Künzelsau vorbereitet, um sie in blühende Blumenwiesen und Wildstaudenflächen umzuwandeln, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. So wurde das alte Erdreich von Rasen- und Beet-Flächen in den Wertwiesen ausgebaggert und mit einem Gemisch aus Schotter und Kompost wieder aufgefüllt. Dies sei nötig, damit die Wildblumen und Wildstauden dort gedeihen können – sie benötigen einen sehr mageren Boden um wachsen zu können. „Das neu eingebrachte Schotter-Kompost-Gemisch hat außerdem den Vorteil, dass es nahezu unkrautfrei ist“, so Sebastian Frey in der Mitteilung. „Durch den teilweisen Bodenaustausch werden die im Boden schlummernden Samen von weniger erwünschten und sich schnell ausbreitenden Pflanzen wie Melde, Knöterich oder Weißklee entfernt. Die Blumensamen und Stauden die nun ausgebracht werden, sind für relativ trockene Standorte geeignet und haben einen verhältnismäßig geringen Pflegeaufwand“, erklärt der Diplom Landschaftsökologe aus Neckarsulm. Er berät die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs im Auftrag des NABU bei der Neuanlage der naturnahen Grünflächen.

Ursprünglichen landschaftlichen Zustand kopieren

Sebastian Frey hat sich in der letzten Oktober-Woche mit dem stellvertretenden Bauhofleiter Jochen Lutz und zwei Gärtnern des städtischen Bauhofs in den Wertwiesen getroffen. Auf seinem Klemmbrett hat er eine lange Liste mit Pflanzen, die alle in den Boden kommen. Am Rand der Parkplätze werden die teils noch bestehenden Sträucher mit heimischen Wildsträuchern und Wildrosen zu einer gemischten blühenden Hecke ergänzt. Sie dient als Nistgehölz für Vögel und Insekten. Die Wildformen unter anderem von Königskerze, Steppensalbei, Natternkopf, Färberkamille oder Lein werden in den neuen Saumstreifen und den Blumenwiesen Nahrung und Unterschlupf für Insekten und Kleinlebewesen sein. „Wir möchten eine Kopie eines ursprünglichen landschaftlichen Zustandes erreichen“, sagt Sebastian Frey.

Wertvolle Lebensräume brauchen Zeit sich zu entwickeln

Schon ab dem nächsten Frühjahr erwarten das Bauhofteam und NABU-Projektleiter Martin Klatt eine reiche Blüte für Tiere wie Mauerbienen, Stieglitze oder Schachbrettfalter. „Es braucht jetzt etwas Geduld, aber in den nächsten ein bis zwei Jahren werden sich die Flächen zu wertvollen und langjährigen Lebensräumen entwickeln.“

Start in den Wertwiesen

Weitere naturnahe Flächen sollen im Stadtgebiet noch geschaffen werden. „Heute sind wir mit Sebastian Frey noch entlang des Kochers im Innenstadtbereich unterwegs, um zu schauen, wo wir noch Flächen naturnah umgestalten können“, so Jochen Lutz. „Der Rat des Fachmanns ist für uns in der praktischen Umsetzung sehr wertvoll und hilft uns auch weiter bei der richtigen Pflege der neuen naturnahen Grünflächen.“ Die ersten, in Künzelsau mit „Natur nah dran“ umgewandelte Flächen liegen in den Wertwiesen. An diesen Grünflächen werden vorübergehend Schilder aufgestellt, die kurz und knapp erklären, warum Baggerarbeiten stattgefunden haben und Substrat eingearbeitet wurde. Später werden diese durch feste Infotafeln ersetzt, die auf die wertvollen Lebensräume für die biologische Vielfalt hinweisen.

Landesweites Projekt

Künzelsau ist eine von 15 Städten und Gemeinden, die sich erfolgreich um eine Teilnahme am landesweiten Projekt „Natur nah dran“ für 2020 beworben hatten. Das Kooperationsprojekt des NABU und des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) unterstützt von 2016 bis 2020 jährlich bis zu 15 Kommunen bei der Anlage naturnaher Grünflächen. Jede teilnehmende Kommune erhält eine Zuwendung in Höhe von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal 15.000 Euro.

Weitere Informationen sowie kurze Videos zum Projekt gibt es unter http://www.Naturnahdran.de.

 

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Austausch unter Experten (v.l.): Gärtner des Baufhofs, der stellvertretende Bauhofleiter Jochen Lutz und der Landschaftsökologe Sebastian Frey. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

 

Die Grasnarbe wird abgetragen und ein Schottergemisch eingebracht. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

 

 




Kleine Biotope sollen in Künzelsau entstehen

Vielfältig, naturnah und insektenfreundlich: Am Dienstag, den 05. Mai 2020, nahmen rund 50 Vertreter der für 2020 ausgewählten „Natur nah dran“-Kommunen an einer Online-Schulung im Rahmen des NABU-Projektes teil. NABU steht für Naturschutzbund Deutschland – Landesverband Baden-Württemberg e. V.. Die Teilnehmer erhielten bei der Veranstaltung Anregungen und Tipps, wie im Siedlungsraum artenreiche Lebensräume für Wildbienen, Distelfinken und Schwalbenschwänze geschaffen werden können.

Grünflächen werden in Biotope umgewandelt

Bei einer gemeinsamen Begehung am Donnerstag, den 07. Mai 2020, an den Künzelsauer Wertwiesen erkundeten Marina Schukowski-Hust (Stadtbauamt Künzelsau), Jochen Lutz und Sascha Krämer (beide Bauhof Künzelsau), Brigitte Vogel und Heike Kutzner vom NABU, Kerstin Schlange (Planbar Güthler) und Sebastian Frey (Naturgartenplaner), wie sich die Maßnahmen vor Ort umsetzen lassen. Dabei nahmen sie Grünflächen in Augenschein, die in Künzelsau im Laufe des Projekts in kleine Biotope umgewandelt werden sollen. Die Fachleute begutachteten neben den Wertwiesen auch einen Standort in Gaisbach an der Waldenburger Straße und einen Standort am Goldberg und gaben erste Empfehlungen für die passenden Maßnahmen. Beispielsweise, ob eine Fläche grundlegend umgestaltet werden sollte, um einen dauerhaften Erfolg zu ermöglichen.

„Das Entscheidende dabei ist: Geduld, Geduld, Geduld.“

Die Begehung der Flächen bildet gemeinsam mit der Schulung die Grundlage für den nächsten Schritt: die Detailplanung für die ausgewählten Flächen. Anschließend geht es dann an die Umsetzung. „Das Entscheidende dabei ist: Geduld, Geduld, Geduld“, betonte NABU-Projektleiter Martin Klatt. Das bestätigten die Erfahrungen aus Kommunen, die bereits länger ihre Flächen umgestalten, so Klatt weiter: „Dabei kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz. Auf manchen Flächen funktioniert das oft auf Anhieb gut, andere brauchen vielleicht etwas länger.“

„Auf den Flächen entstehen wertvolle Wildpflanzenflächen.“

Warum sich das für die Natur und die teilnehmenden Kommunen lohnt, erläuterte Martin Klatt in der Online-Schulung: „Auf den Projektflächen entstehen wertvolle Wildpflanzenflächen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickeln werden. Für die Insekten zählt jeder Quadratmeter“. Bei der Anlage naturnaher Flächen gebe es aber einiges zu beachten. Zwar würden einjährige Blühmischungen im ersten Jahr toll aussehen, müssten aber jährlich neu eingesät werden und verursachen daher in der folgenden Zeit mehr Arbeit. Die Teilnehmer verschafften sich bei der Online-Schulung einen ersten Eindruck, wie dauerhafte und dem Standort angepasste mehrjährige Blumenwiesen und Wildstaudenbeete angelegt werden.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau