China rettet ebm
Bei der Jahrespressekonferenz zeigt sich die ebm-papst-Gruppe optimistisch. Zwar war wegen der Corona-Pandemie insgesamt ein Umsatzrückgang zu verzeichnen, trotzdem zeigt sich Stefan Brandl, scheidender Vorsitzender der Geschäftsführung, recht zufrieden: „Hinter uns liegt ein sehr schwieriges Geschäftsjahr. Nach einem Umsatzrückgang von -28,6 % im April 2020 konnten wir durch verantwortungsbewusstes Vorgehen, hohen Einsatz und Flexibilität der gesamten Belegschaft Monat für Monat stetig aufholen und ein gutes Geschäftsjahr in der ebm-papst Gruppe erzielen.“ Thomas Wagner, sein designierter Nachfolger, spricht von einem hohen Auftragseingang seit September: „Der Anspannungsgrad ist hoch“. In einigen Bereichen derzeit sei man für 6 Monate ausverkauft.

Thomas Wagner, ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG, Portraits der Geschäftsführer am 03. Mai, 2021
Stärkster Umsatzrückgang im Automotive-Bereich
In Asien und Europa (ohne Deutschland) erreichten die Umsätze ungefähr Vorjahresniveau, in Deutschland und den USA sank der Umsatz um 6,4 Prozent und 7,1 Prozent. Am stärksten vom Umsatzrückgang betroffen ist das von St. Georgen geleitete Geschäftsfeld Automotive/Antriebstechnik mit -4.8 Prozent. Der Geschäftsbereich Hausgeräte/Heiztechnik, der vom Standort Landshut geführt wird, konnte seinen Umsatz nahezu stabil halten ( -1.0 Prozent) und die industrielle Lufttechnik, die von der Mulfinger Zentrale betreut wird, fiel um 2,4 Prozent.
Corona
Nicht nur der stabile Umsatz in China und Asien war für ebm-papst positiv. Auch der frühe Kontakt mit der Corona-Infektion in den chinesischen Werken half ebm-papst bei der Entwicklung der Hygienemaßnahmen und der coronabedingten Arbeitsorganisation in den anderen Standorten. In den deutschen Standorten verzeichnete man 320 positive Corona-Fälle unter den Mitarbeitern. Seit dem 10. Juni 2021 können sich Mitarbeiter impfen lassen, bereits über 1.000 Mitarbeiter haben dieses Angebot angenommen.
Große Ziele für das Geschäftsjahr 2021/22
Die Forschung und Entwicklung steht weiterhin im Mittelpunkt: Wurden im Geschäftsjahr 20/21 114,7 Mio Euro dafür aufgewendet, sollen diese Ausgaben um rund 10 Prozent auf 126.2 Mio Euro steigen.
Die Investitionen sollen eine Rekordhöhe erreichen von 182,7 Mio. Euro erreichen. Wichtigste Projekte sind ein Werkneubau in Johnson-City, USA, die Erweiterung des Standorts in Xian, China. sowie drei neue Forschungs- und Entwicklungs-Gebäude am Hauptsitz in Mulfingen. Hinter der Erweiterung der Auslandsstandorte steht die Internationalisierungsstrategie „local for local“, durch die unter anderem Lieferengpässe in den internationalen Lieferketten aufgefangen werden soll. Thomas Nürnberger, Vorstand für den weltweiten Vertrieb, berichtet, dass im Corona-Jahr durch diese Strategie die Effekte des Zusammenbruchs einiger Lieferketten, in Grenzen gelten werden konnten.
Auch nach Corona werden Systeme zur Regelung der Luftqualität ein wachsender Markt bleiben. Zusammen mit den Angeboten im Bereich aktiver Gebäudesteuerung sieht sich ebm-papst in diesem wie auch anderen Zukunftsmärkten gut aufgestellt. Bis zum Jahr 2026 ist im Rahmen einer Strategie „move26“ ein Umsatz von 2,6 Mrd. Euro als Ziel gesetzt. Ein großer Teil dieses Umsatzzuwachses wird in den Märkten außerhalb Europas erwartet.
Personal
Nach dem Verkauf der IKOR-Gruppe, deren Mitarbeiter in den Planzahlen für 2021/22 nicht mehr enthalten sind, plant Hans-Peter Fuchs, im Vorstand verantwortlich für Finanzen, mit einer leicht steigenden Belegschaft im Unternehmen.
Ausbildung
Besonders stolz ist man bei ebm-papst auf die interne Aus- und Weiterbildung, um den Fachkräftebedarf zu decken. Am 31. März 2021 waren 338 Auszubildende und DH-Studenten in der Gruppe beschäftigt.
Text: Matthias Lauterer
Fotos: bereitgestellt von ebm-papst
