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Polizei entdeckt 139 Kilogramm Marihuana bei Kontrolle auf der A6

Bei einer Routinekontrolle auf der Autobahn A6 bei Crailsheim stellte die Polizei einen großen Marihuanafund sicher.

Eine Streife des Polizeipräsidiums Aalen kontrollierte am 07. Februar 2022 in der Nähe von Crailsheim ein Fahrzeug mit spanischem Kennzeichen.

Im Kofferraum des Autos entdeckten die Beamten sechs schwarze Taschen mit insgesamt 139 Kilogramm Marihuana, was zur unmittelbaren Festnahme des Fahrers führte.

Bei dem 22-Jährigen handelt es sich um einen russischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Spanien. Die gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und des Zolls übernahm umgehend die Ermittlungen und beschlagnahmte den Drogenfund.

Die Polizei schätzt den Straßenhandelspreis auf 1,4 Millionen Euro. Das Marihuana stammt vermutlich aus Spanien. Der Tatverdächte befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an.




A6: Alkoholisierter Rechtsanwalt schlägt zu

Großkontrolle an der A6 bei Kälte und Dauerregen

Es ist kurz vor Mittag auf dem Autobahnparkplatz Hohenlohe Nord. Das Wetter ist wenig einladend, zirka acht Grad, tiefhängende Wolken und Dauerregen. Auf einem Bereich des Parkplatzes stehen Kleinbusse von Polizei und Zoll. Zwei Zelte sind aufgebaut, überall Menschen in Uniform, dominierend nicht das Blau der Polizei oder das Grün des Zoll sondern das Gelb der Warnwesten und Regenjacken. Eine Kontrollstation für eine Großkontrolle ist gerade noch im Aufbau, das ein oder andere Fahrzeug bringt weiteres Material.

Schau mer mal, was drin ist. Foto: GSCHWÄTZ

Polizeioberkommissar Schulz, der heutige Einsatzleiter, erklärt: „Wir machen heute [Montag, den 18. Februar 2020] eine Großkontrolle im Bereich WED: Wohnungseinbruchsdiebstahl, und Drogenkonsum am Steuer.“ Etwa 60 Beamte aus der gesamten Region seien dafür eingesetzt. 16 Streifenwagen und Zivilfahrzeuge sind auf der Autobahn unterwegs, um verdächtige oder auffällige Fahrzeuge auszumachen und direkt an Ort und Stelle zu kontrollieren oder an den Kontrollpunkt zu leiten.

Aber was haben Verkehrskontrollen auf der A6 mit Wohnungseinbruchsdiebstahl zu tun? Carsten Diemer, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Polizeipräsidium Heilbronn, klärt auf: „Wir wissen aufgrund unserer Ermittlungen, dass die Straftäter die großen Verkehrswege benutzen. Die A6 ist prädestiniert dafür, hier sind so viele Fahrzeuge unterwegs. Wir schauen uns heute diesen Verkehr ganz genau an“.

Mobiles Röntgengerät. Foto: GSCHWÄTZ

Am Kontrollpunkt ist man auf fast alles vorbereitet: Der Zoll ist mit einem mobilen Röntgengerät vor Ort, mit dem Gepäckstücke durchleuchtet werden können, wie man es vom Flughafen kennt. In einem Fahrzeug, das etwas entfernt von der Kontrollstelle geparkt ist, wartet ein Hund auf seinen Einsatz. Eine Ärztin ist ebenfalls anwesend, vor allem, um an Ort und Stelle Blutentnahmen vornehmen zu können. Alles erscheint friedlich, trotzdem tragen die Beamten und Beamtinnen zur Eigensicherung Schutzwesten.

Auffallend lange untersucht

Polizei und Zoll arbeiten zusammen, um ein breites Spektrum von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten erkennen zu können. Der Zoll hat dabei ein besonderes Augenmerk auf internationale Warenverkehre, aber auch Themen Arbeitsschutz oder Schwarzarbeit können aktuell werden. Die ersten auffällig unauffälligen Zivilfahrzeuge der Polizei treffen ein und geleiten PKWs, Sprinter und LKWs zur Kontrollstelle. Ein LKW aus Litauen, wird sofort von den grünuniformierten Beamtinnen des Zolls empfangen. Die Papiere eines PKW aus Frankreich werden von der Polizei auffallend lange untersucht, die Fahrerin wird ins Zelt gebeten. Später steht das Fahrzeug abseits zwischen Polizeifahrzeugen auf einem Parkplatz. Ein älterer roter „Hippie-Bus“ aus der Pfalz darf nach kurzer Überprüfung weiterfahren – „Alles in Ordnung, gute Heimfahrt“. Auch die Polizeifahrzeuge verschwinden recht schnell wieder auf die Autobahn.

Groß angelegter Schmuggel

Überhaupt gehen die Kontrollen in einer ruhigen und freundlichen Atmosphäre vonstatten. Die Freundlichkeit verhilft manchmal zu unerwartetem Fahndungserfolg, wie Nicole Heyne, Polizeihauptkommissarin bei der Autobahnfahndung, berichtet: Einem kontrollierten Fahrer seien sie und ihr damaliger Kollege derart vertrauenswürdig erschienen, dass er ihnen unbedingt noch etwas anvertrauen wollte. „Mit diesen Informationen konnten wir einen großangelegten Zigarettenschmuggel aufklären“. Einer der Polizeibeamten hat einen blauen Stern auf der Schulter: „Ja, genau, ich bin noch in der Ausbildung“. Studienbegleitend sei er derzeit dem Polizeipräsidium Heilbronn zugeteilt. Wahrscheinlich wolle er nach der Ausbildung zur Schutzpolizei gehen. „Mich reizt der direkte Kontakt zu den Menschen“. Seinen Namen sollen wir nicht nennen. Eine junge Zollbeamtin macht Werbung für die Ausbildung beim Zoll: „Die Aufgabengebiete beim Zoll sind so vielseitig, da findet jeder etwas Interessantes.“

Transporter in der Kontrolle. Foto: GSCHWÄTZ

35 Kontrollen in einer Stunde

Den wärmsten Arbeitsplatz hat an diesem Tag Dr. Soltys, die eingesetzte Ärztin. Zwar ist es im Zelt zugig, doch sie hat immerhin ein Heizgerät in ihrer improvisierten Praxis: Bierbank und Biertisch müssen ihr als Arbeitsumgebung genügen. Ein Stethoskop, ein Blutdruckmeßgerät und ein Notfallrucksack liegen bereit. Zuständig ist sie für eventuell notwendige Blutentnahmen, falls Verdacht auf Alkohol- oder Drogenkonsum besteht. „Schöne Erlebnisse gibt es hier nicht“, meint sie und berichtet von ihrem unangenehmsten Erlebnis: „Einmal hat mich einer geschlagen, bei dem ich damit nicht gerechnet hätte“. Ausgerechnet ein alkoholisierter Rechtsanwalt, der sie vor der anstehenden Blutentnahme noch über seine Rechtsauffassung belehrt hatte, habe zugeschlagen, bevor sie die Entnahme durchführen konnte. Die höchste Alkoholkonzentration, die sie erlebt hat? „Das weiß ich gar nicht, ich bekomme die Ergebnisse nicht mitgeteilt.“ In der ersten Stunde hat sie nur einen nichtmedizinischen Einsatz: sie wird als Übersetzerin bei der französischen Autofahrerin benötigt.

Ärztin Dr. Soltys hat schon einiges erlebt bei Goßkontrollen. Foto: GSCHWÄTZ

Nicht versicherter Sportwagen

Nach einer Stunde sind bereits etwa 35 Kontrollen durchgeführt, nicht nur an der Kontrollstelle sondern auch direkt „draußen“ auf Autobahnparkplätzen. Größere Auffälligkeiten gibt es bis dahin nicht, die Kontrolle wird noch eine Weile fortgesetzt. „Mehrere hundert“ Kontrollen können es bei einer solchen Großkontrolle werden, schätzt Carsten Diemer. Er erinnert sich an einen Vorfall mit einem besonders wertvollen Sportwagen, der noch kurz vor Abschluss einer Kontrolle hereineskortiert wurde. „Eigentlich wegen einer Kleinigkeit“, aber es stellte sich heraus, dass das Fahrzeug nicht versichert war. „Die Fahrt war für den Mann zu Ende“, schließt er im trockenen Polizeijargon.

Eine Person war zur Fahndung ausgeschrieben

Bei der Großkontrolle nun am 17. Februar 2020 zwischen 11 und 17 Uhr führte das Polizeipräsidium Heilbronn auf der Autobahn 6 gezielte Fahndungs-und Kontrollmaßnahmen durch. Rund 60 Polizeikräfte des Polizeipräsidiums Heilbronn und des Haupzollamts Heilbronn waren in die Kontrollen eingebunden. Im Rahmen einer groß angelegten Kontrollstelle an der Tank- und Rastanlage Hohenlohe Nord wurden insbesondere im Hinblick auf die Bekämpfung der grenzüberschreitendenden und Wohnungseinbruchskriminalität eine Vielzahl an Personen und Fahrzeugen kontrolliert. Weiterhin wurde die Verkehrstüchtigkeit der Fahrzeugführer überprüft. Bei 242 kontrollierten Fahrzeugen mit 361 Personen wurden rund 35 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht. Hierunter fielen 20 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bei zwei Personen konnten neben 7,5 Marihuana auch 2,7 Gramm Crystal Meth aufgefunden werden. Eine Person war zur Fahndung ausgeschrieben. Zwei Fahrzeuglenker waren ohne Führerschein unterwegs.

Text: Matthias Lauterer; Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

35 Kontrollen in einer Stunde. Foto: GSCHWÄTZ