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Origineller Scheidungsantrag – wer damit gemeint ist

Am Samstag, den 26. Juli 2020 (vielleicht wurde es aber auch bereits Freitagnacht aufgehängt) hängte ein Mann oder ein Frau oder mehrere Personen ein großes weißes Stofftuch an die Brücke bei Gaisbach auf der B19. Darauf sprühte der Mann oder die Frau oder mehrere Personen eine Botschaft mit schwarzer Farbe: „Schatz, ich will die Scheidung. Bitte hau ab.“ Zwischen den Wörtern waren immer wieder vereinzelt rote Herzen gemalt, insgesamt fünf. Am Abend hing die Botgschaft immernoch da und jeder, der die B19 von Gaisbach kommend nach Künzelsau fuhr, überlegte, wem diese Bitte wohl gelten mag. Denn: Es gibt keinen Adressaten.

Wie aber weiß man, wer damit gemeint ist? Vielleicht hat der oder die Absender/in vor vielen Jahren eine optisch ähnliche Botschaft an dieser Brücke hinterlassen, nur mit dem gegenteiligen Inhalt: „Willst du mich heiraten?“ Der- oder dienjenige Betroffene wird daher sofort wissen, dass er oder sie gemeint ist.

Es könnte sich aber auch um eine witzige Werbeaktion handeln – etwa für ein Theaterstück oder ein neues Brautmodengeschäft. Wir erinnern uns: Vor vielen Jahren gab es in Künzelsau überall Zettel mit dem Namen „Emma“. Das Geheimnis wurde damals wenig später gelüftet: Es war eine originelle Werbeaktion für die das neue Bar-Restaurant-Café Emma am Künzelsauer Bahnhof.

Wir dürfen also bezüglich der Auflösung gespannt sein.

 




Künzelsau: Aufklärung im Fall Derek

In unserer Februar-Ausgabe haben wir nach der Person gesucht, die in der Künzelsauer Innenstadt ein mysteriöses Plakat aufgehängt hat, auf dem der Selbstmord eines Elfjährigen beklagt wurde. Mittlerweile konnten wir die Urheberin ausfindig machen. Der kleine Junge war kein Fall des hiesigen Jugendamtes, sondern lebte wohl in Berlin Er sollte nach Osteuropa gebracht werden.

Mit ihrem Plakat wollte Barbara Hammer aus Waldenburg auf den Tod des Jungen aufmerksam machen und gleichzeitig gegen die Willkür der deutschen Jugendämter protestieren, die immer wieder Kinder in ihre Obhut nehmen und so laut Hammer ganze Familien zerstören würden. Die mehrfache Mutter, die zusätzlich zu ihren sechs eigenen Kindern noch drei Pflegekinder aufgenommen hat, schreibt Politiker an, geht auf Demos gegen Kindesentzug und schreibt sogar Lieder über dieses Thema. Wir berichten über sie in einer unserer nächsten Ausgaben.