1

Wie aus einer Eichel eine Taubnessel wurde

Ich wäre eigentlich so gern so viel mehr grün. Im Herzen bin ich es in jedem Fall durch und durch. Und will auch gerne so viel wie möglich tun, damit die Welt grüner wird. Ich pflanze auch gerne, aber leider dauert es nicht all zu lange, bis meine frisch gepflanzten Werke braun werden, vertrocknen oder ertrinken.

Toll für Eltern, die mit einem grünen Daumen gesegnet sind. Schlecht für mich.

Daher bekam ich auch Schweissausbrüche, als mein Sohn sein Schulprojekt vergangenes Jahr verkündete: „Wir müssen in den Wald gehen, dort eine Eichel suchen und die dann zu Hause in einen kleinen Topf pflanzen und ein Jahr lang gießen. Dann pflanzen wir die Bäumchen alle gemeinsam ein.“ Aha. Toll für Eltern, die mit einem grünen Daumen gesegnet sind. Schlecht für mich.

Ich konnte mein Glück kaum fassen

So begeistert mein Sohn zu Beginn war, so schnell verflog das Interesse. Also goss ich die Erde regelmäßig und konnte mein Glück kaum fassen, als ein dünner Stil durch die Erde brach. Ich hatte es tatsächlich geschafft, die Eichel zum Wachsen zu bringen. Dann kam Corona. Ich will Corona nicht als Entschuldigung dafür nehmen, dass ich mich dann nicht mehr hundertprozentig auf das Wachstum der Eichel konzentrieren konnte. Aber es war so. Homeschooling kam, home office ebenso. Ich goss nebenher, mal mehr, mal weniger. Es schien auch zu fruchten, denn feine Blätter brachen sich durch den Stil.

Mein Umgang mit dem Pflänzchen wurde immer sorgloser

Mein Umgang mit dem Pflänzchen wurde jedoch immer sorgloser, mal goss ich zu viel, mal zu wenig. Gleichzeitig wurde ich mir immer sicherer, dass die Schule vermutlich erst im nächsten Schaltjahr wieder ihre Pforten für den Präsenzunterricht öffnen würde. Für das heranwachsende Bäumchen würde sich vermutlich kein Mensch mehr interessieren.

Ich bekam die Kurve nicht mehr. Das Pflänzchen starb

Als die Blätter allmählich braun und löchrig wurden, auch etwas runzlig, dachte ich noch: Die junge Eiche kann man noch retten. Aber ich bekam die Kurve nicht mehr. So schnell wie sie erblüht ist, war sie denn auch vertrocknet. Um das Elend nicht tagtäglich sehen zu müssen, verfrachtete ich sie von der Küche auf den Fenstersims der Speisekammer, in der Hoffnung, dass das Bäumchenprojekt durch Corona ad acta gelegt wurde.

„Was soll ich denn jetzt machen?“

Doch leider erstarb meine Hoffnung, als nun mein Sohn am Schuljahresende nach Hause kam und total schockiert verkündete: „Übermorgen machen wir die Baumpflanzaktion. Was soll ich denn jetzt machen?“ Ich holte das Pflänzchen aus der Speisekammer und wir betrachteten es gemeinsam. Auf keinen Fall wolle er das tote Pfänzchen mitnehmen. Auch ein Reporter der hiesigen Zeitung sei bei der Aktion dabei, um Fotos zu machen. Er wolle sich doch nicht lächerlich machen. Was also tun? „Wir können auch im Wald eine neue Pflanze holen“, schlug mein Sohn vor. Ich schaute ihn fassungslos an. „Ehrlich. Das haben die in der Schule gesagt. Bevor wir nichts vorweisen können, sollen wir einfach etwas Neues ausgraben.“ Noch einen Tag hatten wir Zeit. Also gut, wenn die Lehrer dafür grünes Licht gegeben hatten, dann machen wir das eben so. Im nahegelegenen Wald wurden wir auch schnell fündig. Im strömenden Regen gruben wir ein feines grünes Pflänzchen aus, das ein wenig an das junge Pflänzchen erinnert, das wir ursprünglich herangezüchtet hatten.

Dumm nur, dass es sich dabei um eine Taubnessel handelte

Dumm nur, dass es sich dabei um eine Taubnessel handelte, aber das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Ich meine, eigentlich kenne ich die runden Wölbungen der Eichenblätter und die eher spitzen Ränder eine Taubnessel, aber in dem jungen Stadium sah irgendwie alles auf einmal gleich aus. Mein Sohn marschierte stolz mit dem frischen Pfänzchen in die Schule. Die Taubnessel wurde jedoch in Windeseile enttarnt. Glücklicherweise hatte ein Freund von meinem Sohn damals mehrere Eicheln hochgezüchtet, falls aus eienr nichts werden sollte, und mein Sohn durfte eine von ihm pflanzen. Auf diese geniale Idee hätten wir auch kommen können.

 




Ingelfingen-Eberstal: „Gefährlichste Situation im Wald seit Menschengedenken“

Roland Hartz‘ drastische Worte im Stadtwald Breitenberg bei Ingelfingen-Eberstal lassen aufhorchen: „Dem Wald geht es schlecht. Wir haben aktuell die gefährlichste Situation im Wald, die wir seit Menschengedenken hatten und haben auch schon drei Todesfälle bei der Waldarbeit erlebt.“ Dürre lässt den Wald regelrecht austrocknen. Bäume halten den veränderten Wetterbedingungen nicht stand. Schädlinge greifen an. Der Forstamtsleiter des Hohenlohekreises ist nicht allein mit diesem Eindruck. Auch Dr. Wolfgang Eißen, Dezernent für den ländlichen Raum beim Landratsamt des Hohenlohekreises, betont ebenfalls die prekäre Situation: „Das Thema Klimawandel während der Landwirtschaft spüren wir seit vielen, vielen Jahren und jetzt schlägt er auch im Forst zu.“ Er betont aber zugleich: „Die Land- und Forstwirtschaft sind Opfer, aber auch Teil der Lösung. Wenn wir viele Bäume pflanzen, wird Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden und Sauerstoff produziert.“

Landrat wünscht sich 112.000 Bäume für 112.000 Einwohner

BAGeno, das Landratsamt des Hohenlohekreises und die Stadt Ingelfingen haben daher unter dem Titel: „Einheitsbuddeln – Mein Baum fürs Land“ zu einer großen Bäumen-Pflanzaktion am 03. Oktober 2019 nach Eberstal gerufen und an die 100 Menschen, darunter auch Schüler der Georg-Fahrbach-Schule, Konrektorin Tanja Truetsch, Dörrenzimmerns Pfarrerin Sabine Focken und die Hohenloher Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb (CDU) und Anton Baron (AfD) sind gekommen.

Hierfür benötige es viele Sponsoren

Bürgermeister Michael Bauer lobte die Aktion und bot auch zugleich im Namen der Stadt Ingelfingen an, im kommenden Jahr noch mehr Waldfläche zur Verfügung zu stellen, wenn Bageno im nächsten Jahr wieder Baum-Setzlinge zur Verfügung stellen würde. Dieses Jahr waren es 500, nächstes Jahr könnten es ja tausend sein, wandte er sich mit einem Augenzwinkern an BAGeno-Vorstand Karl Ehrmann. Diese Zahl wäre auch dem Landrat, Dr. Matthias Neth, nicht unrecht, sei doch laut Dr. Eißen – der Neth an diesem Pflanztag vertritt – Neths großes Ziel, dass in Hohenlohe in den nächsten Jahren so viel Bäume gepflanzt werden, wie der Kreis Einwohner hat, und zwar rund 112.000. Aber hierfür benötige es „viele Sponsoren“, wie Dr. Eißen ebenfalls mit einem Augenzwinkern betonte. An die Kinder gewandt betonte Bürgermeister Bauer die Langfristigkeit von solchen Aktionen: „Diese Bäume pflanzen wir für Euch und Eure Kinder.“

„Ich bin nicht der typische Gärtner“

Den einzigen Baum, den Anton Baron, AfD-Landtagsabgeordneter des Hohenlohekreises, jemals gepflanzt hat war auf einem Privatgrundstück, gibt er zu. Er ist bei der Aktion dabei, weil „Bäume pflanzen sinnvoller Klimaschutz“ sei und „unsere Wälder derzeit unter dem Klima leiden.“

Auch Arnulf von Eyb, CDU-Landtagsabgeordneter des Hohenlohelohekreises, bekennt gegenüber GSCHWÄTZ: „Ich bin jetzt nicht der typische Gärtner, der sich jeden Samstag die Gummistiefel überstülpt und in den Garten geht.“ Aber er freue sich an „jedem Baum, jeder Pflanze im Allgemeinen und an der gärtnerischen Arbeit von anderen.“ So sei er denn auch ein BUGA- und LAGA-Besucher. „Das ist toll, was diese Menschen schaffen.“ Er bewundere auch seine Nachbarn, die ihre Gärten „auf liebevolle Weise pflegen“. von Eyb lobt die Aktion in Eberstal, weil sie „die Menschen für dieses Thema sensibilisiere. „Unsere Wälder sind wichtig. Das waren sie schon immer. Das sind wichtige ökologische Orte, die unsere Ortschaften hier einsäumen.“

Hohenlohe von Waldsterben besonders betroffen

Der Hohenlohekreis sei dabei in besonderem Maße dem Waldsterben betroffen, sagt Roland Hartz gegenüber GSCHWÄTZ: „Das liegt daran, dass wir im vergangenen Jahr noch weniger Niederschläge abbekommen haben als viele andere, und weil wir Böden haben, die sehr empfindlich auf Trockenheit reagieren, insbesondere die steinigen Muschelkalköden trocknen schnell aus.“ In diesem Jahr habe es doppelt so viel Schadholz gegeben, wie in normalen Jahren gesundes Holz. Viele hundert Hektar wären kahl und müssten laut Hartz nun neu bepflanzt werden.

Viele tausend Hektar geschädigt

„Dürre und damit einhergehende Schädlinge setzen unseren Laubbäumen zu“, erklärte Karl Ehrmann, Vorstand der BAGeno. „Viele tausend Hektar Waldfläche sind geschädigt oder schon nicht mehr zu retten.“ Die Schäden seien dabei zu groß für eine natürliche Regeneration. Der Klimawandel könne, so Ehrmann, durch nichts effektiver bekämpft werden, als durch Aufforstung.“ Für diesen Zweck spende BAGeno nicht nur im Hohenlohekreis, sondern auch in anderen Kreisen 2.000 Setzlinge, alles Bäume aus der Region, wie etwa der Nussbaum. Diese Bäume hätten klimastabile Eigenschaften, das heißt, sie trotzen auch dem Klimawandel. BAGeno wolle damit, so betont es Ehrmann, „verdeutlichen, dass nachhaltiges Denken und Wirtschaften in der Landwirtschaft fest verankert sind und dabei den heimischen Wald mit seiner großen ökologischen Bedeutung noch stärker in den Fokus rücken.“

 




„Höhere Schäden im Kocher- und Jagsttal“

Bauernverbandsvorsitzender Klaus Mugele über Futterknappheit, das Züchten wetterresistenter Pflanzen und die Verursache der Klimamisere.

Wir haben Klaus Mugele, Vorsitzender des Bauernverbandes Schwäbisch Hall Hohenlohe Rems, gefragt, welche Auswirkungen das extreme Wetter auf die Landwirte vor Ort hat und wie die Zukunft der Landwirtschaft aussehen kann.

GSCHWÄTZ: Gibt es von der Politik nun finanzielle Unterstützung für die Landwirte und wenn ja, in welcher Höhe? Und: Fließt das Geld an jeden landwirtschaftlichen Betrieb oder nur an bestimmte Betriebe (Großbetriebe oder gibt es andere Auswahlkritieren)?

Mugele: Dazu muss ich mich auf die Medien beziehen. Sie schreiben, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium die tatsächlichen Erntemengen aus den Ländern abwarten will und danach entscheiden wird. Pauschale Hilfen lehnt Klöckner für Bauern erneut ab. „Wir müssen uns die einzelnen Regionen genau anschauen“, sagte Klöckner der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „In Nordrhein-Westfalen oder Rheinland- Pfalz zum Beispiel sind viele Landwirte weniger betroffen.“ Zudem werde ein Teil der Ausfälle bei Getreide durch Preissteigerungen ausgeglichen. „Im Norden und Osten, zum Beispiel in Sachsen, sieht es vielerorts sehr schlimm aus“, bilanzierte Klöckner.

Laut dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg gibt es im Hohenlohekreis derzeit insgesamt 1.098 Betriebe, die 41.838 Hektar bewirtschaften. Das sind 38,1 Hektar im Durchschnitt pro Betrieb. Im Schwäbisch Haller Kreis gibt es aktuell 18.74 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Durchschnittsgröße von 38,1 Hektar (7.6105 Hektar gesamt).

„Getreidepreise an den Börsen bereits angestiegen“

GSCHWÄTZ: Bauern vor Ort kritisieren diese Einmalfinanzspritzen als unzureichend und fordern, dass die Lebensmittelpreise in Deutschland generell zu niedrig sind. Wie sehen Sie das?

Mugele: Für unseren Bauernverband steht fest, dass in der Vergangenheit die Preise für nahezu alle unsere Erzeugnisse zu niedrig waren. Es muss gelingen, dass wir mit unserer Erzeugung Geld verdienen können. Durch die Dürre in Deutschland und in der EU fallen die Erntemengen geringer aus. Beispielsweise sind die Getreidepreise an den Börsen bereits angestiegen. Auf den Brotpreis bleibt das ohne Auswirkung, weil der Rohstoff Weizen nur einen minimalen Anteil an den Herstellungs- und sonstigen Kosten hat. Unser Bauernverband fordert, dass den existenziell betroffenen Betrieben entsprechend den einschlägigen Richtlinien geholfen wird. Diese dienten auch bei früheren extremen Dürreschäden wie auch bei den Frostschäden im vergangenen Jahr als Grundlage. Das Ministerium Ländlicher Raum Baden-Württemberg hat seinerzeit schnell reagiert und ein Unterstützungsprogramm auf den Weg gebracht. Da noch keinerlei Entscheidungen gefallen sind, ja noch nicht einmal das Ausmaß der Schäden im Detail beziffert werden kann, ist es für eine Beurteilung der angedachten Maßnahmen viel zu früh. Seitens
der Politik und der Bevölkerung erkennen wir in weiten Teilen Zustimmung zu Hilfsprogrammen. Wir sind zuversichtlich.

GSCHWÄTZ: Zudem beobachten Bauern einen Klimawandel dahingehend, dass die Ernten jedes Jahr immer ein bisschen früher eingefahren werden müssen, in diesem Jahr rund vier Wochen früher. Sprich: Der Herbst steht früher vor der Tür. Stimmen Sie dem zu?

Mugele: Die offiziellen Beobachtungen der Wetterexperten sind bekannt und decken sich mit unseren Beobachtungen. Frühsommertrockenheit kommt häufiger vor als früher. Das Ausmaß von 2018 ist allerdings extrem und vergleichbar mit 2003 oder 1976. Es war also alles schon einmal da. Ältere Kollegen berichten auch aus den 50er Jahren von solchen Extremsommern.

„15 bis 20 Prozent Ertragsausfall“

GSCHWÄTZ: Kann man schon beziffern, wie viel Ernteverluste bei unseren Bauern vor Ort durch die Trockenheit entstanden sind? Im Nachrichtenmagazin Spiegel stand, dass allein die Kartoffelernte eventuell um 40 Prozent niedriger ausfallen werde.

Mugele: Als Faustzahl oder grobe Schätzung gehen wir hier in der Region von 15 bis 20 Prozent Ertragsausfall bei Getreide aus. Allerdings mit großen Unterschieden, selbst innerhalb einer Gemarkung, weil da und dort Gewitterwolken schon Niederschläge bescherten. Die sind oft eng begrenzt auf Streifen von wenigen Kilometern – beispielsweise zwischen Kocher und Jagst sowie Richtung Bauland dürften auch höhere Schäden von über 30 Prozent entstanden sein. Auch der Mais und die Zuckerrüben leiden erheblich. Näheres werden die Erhebungen der Behörden zeigen.

GSCHWÄTZ: Welches Obst und Gemüse ist besonders betroffen und werden das die Verbraucher durch teurere Preise merken?

Mugele: Ein Obstbauer hat mir berichtet, dass insgesamt reichlich Obst auf den Bäumen hängt. Äpfel seien klein geblieben. Zu Gemüse fehlen mir Informationen.

„Futterknappheit für Rinder und Schafe ist ein echtes Problem.“

GSCHWÄTZ: Ein weiteres Problem in der Landwirtschaft: Das Futter für die Tiere bleibt aus, da die Weiden wegen der anhaltenden Trockenheit nicht mehr richtig nachwachsen. Ein Bauer sagte, er habe deswegen rund 20.000 Euro Mehrausgaben, da er das Futter nun zukaufen müsste. Können Sie diese Zahl bestätigen oder haben Sie andere Zahlen diesen Bereich betreffend?

Mugele: Futterknappheit für Rinder und Schafe ist ein echtes Problem. Die bezifferten Mehrausgaben können zutreffen. Sie werden von Betrieb zu Betrieb variieren,
unter Umständen auch höher ausfallen.

GSCHWÄTZ: Werden wir künftig immer mehr mit Wetterextremen (Hochwasser, Stürme, Trockenheit) bei uns leben müssen und wenn ja, wie können sich die Landwirte und auch die Verbraucher) darauf einstellen?

Mugele: Wissenschaftliche Untersuchungen beschreiben ein solches Szenario. Anpassungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft werden erforscht. Ein Patentrezept gibt es noch nicht. Beispielsweise sollte es mit Hilfe der Pflanzenzüchtung, auch mit neuen Verfahren, gelingen, neue Sorten hervorzubringen, die trotz Trockenheit beständigere Erträge ermöglichen. Dieser Ansatz wurde politisch niedergeschmettert, zuletzt auch vom Europäischen Gerichtshof. So werden Fortschritte verhindert. Zudem ist es völlig daneben, wenn jetzt Vertreter der Grünen und von Umweltverbänden die Landwirtschaft zum Buhmann und Verursacher extremer Witterungsverläufe abstempeln.

Mugele bezieht sich dabei unter anderem auf einen Beitrag auf der Internetseite der Huffingtonpost, in welchem Anton Hofreiter von „umweltschädlicher Landwirtschaft“ spricht: “Die industrielle Landwirtschaft kann nicht so weiter machen wie bisher. Statt krisenanfälliger Monokulturen und umweltschädlicher Tierhaltung brauchen wir eine ökologisch verträgliche Landwirtschaft.” Die von Greenpeace Europe für Agrikultur zuständige Christiane Huxdorff blies in Brüssel in ein ähnliches Horn: „Die von der Europäischen Kommission beschlossenen Maßnahmen sind geeignet, einigen Landwirten vielleicht eine begrenzte Erleichterung zu verschaffen, wird aber gleichzeitig die intensiven, die Natur zerstörenden landwirtschaftlichen Bewirtschaftungspraktiken weiter unterstützen, die sich für den Klimawandel in erster Linie verantwortlich zeichnen und die Gefahr von Trockenperioden, wie wir sie zur Zeit in Europa erleben, eher noch verstärken.“

Mugele hat dazu eine klare Meinung und distanziert sich davon, dass die Landwirtschaft Schuld an der Klimaveränderung sei, sondern nennt stattdessen die in seinen Augen Hauptverursacher: „Das ist so was von absurd und böswillig. Nicht nur das Umweltbundesamt nennt Energieerzeugung, Industrie und Verkehr als Hauptverursacher.

Das Interview erfolgte schriftlich per E-Mail am 13. August 2018.