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CONGRATULATIONS – Gute Wahl, Öhringen – „Er ist ein Politiker mit einem wirklich sozialen Herzen“

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann gratuliert Patrick Wegener zur Wahl zum Oberbürgermeister von Öhringen
„Mit großer Mehrheit haben die Bürgerinnen und Bürger von Öhringen Patrick Wegener zu ihrem neuen Oberbürgermeister gewählt.

Parick Wegener, vormaliger Landtagskandidat der SPD. Foto: Hompepage Patrick Wegener

Als Bürgermeister der Kreisstadt Künzelsau gratuliere ich ihm herzlich zu diesem klaren Vertrauensbeweis und wünsche ihm viel Energie, gute Entscheidungen und das nötige Händchen Glück für seine neue ultraspannende Aufgabe. Mit so viel Rückenwind kann er mutig gestalten und seine Ideen für Öhringen gemeinsam mit dem Gemeinderat verwirklichen. Ich freue mich auf eine gute und kollegiale Zusammenarbeit im Hohenlohekreis. Gleichzeitig danke ich Thilo Michler für 16 Jahre engagierten Einsatz an der Spitze der Großen Kreisstadt Öhringen. Ohne Zweifel hat er viel Gutes für die Stadt gemacht, sie weiterentwickelt und viele Weichen für die Zukunft gestellt. Sein Engagement verdient Anerkennung und Respekt – persönlich wünsche ich ihm alles Gute für die Zukunft.“

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann. Foto: Christian Holzknecht

Thilo Michler (Mitte)
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

In Öhringen, der mit über 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern größten Stadt im Hohenlohekreis, ist am Sonntag ein neuer Oberbürgermeister gewählt worden. Der 30-jährige Patrick Wegener (parteilos) hat sich bei der Wahl überraschend deutlich durchgesetzt. Er kam auf 66,9 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Thilo Michler (parteilos) erhielt 30,4 Prozent der Stimmen. Er muss damit nach 16 Jahren im Amt seinen Platz im Rathaus räumen. „Das ist Demokratie“, sagte er nach der Wahl dem SWR. Peter Lohnert (parteilos) erzielte 2,6 Prozent.

Damit wird in Zukunft Patrick Wegener die Geschicke der Stadt als Oberbürgermeister leiten. „Die Menschen interessiert, was in den nächsten acht bis 16 Jahren passiert. Darum ging es bei mir in meinem Wahlkampf und das wurde belohnt“, sagte Wegener direkt nach der Bekanntgabe des Ergebnisses dem SWR. Er geht davon aus, dass es für ihn ein langer Wahlabend wird, auch weil viele Freunde und Bekannte da seien.

Wegener ist SPD-Mitglied, kandidierte aber als überparteilicher Bewerber. „Öhringen braucht eine pragmatische Politik, die Probleme löst. Parteipolitik ist da fehl am Platz. In der Kommunalpolitik geht es darum, durch Sachthemen den Alltag der Menschen zu verbessern – nicht um Parteizugehörigkeit“, sagt Wegener im Vorfeld der Wahl.

Der 30-Jährige ist in Öhringen aufgewachsen und hat Politik studiert. Er arbeitet als Leiter des Europabüros der Kommunen in Brüssel und ist Lehrbeauftragter an der Hochschule für öffentliche Verwaltung. Seit mehreren Jahren ist er im Gemeinderat und Kreistag für die SPD aktiv. Zur Ehrung des neuen Oberbürgermeisters spielte am Sonntag die Stadtkapelle vor dem Rathaus.

Aufgrund eines ausführlichen GSCHWÄTZ-Interviews, das Dr. Sandra Hartmann mit ihm bereits 2021 geführt hat, können wir nur sagen, dass Patrick Wegener ein sehr vertrauenswürdiger und engagierter Mensch ist mit einer sehr sozialen und fairen Einstellung. Er möchte wirklich etwas Gutes bewirken in der Politik“, sagt GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann.

Dr. Sandra Hartmann. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




„Das Wichtige ist dabei, dass wir mit den Leuten ins Gespräch kommen. Dass wir mit den Menschen, die stärker als andere belastet sind von dieser Coronakrise und den Pandemiebedingungen, in den Dialog treten“

Patrick Wegener im GSCHWÄTZ-Kandidatencheck zur Landtagswahl – Teil 2. Der Landtagskandidat für den Wahlkreis Hohenlohe sieht die SPD als wichtige Volkspartei in Krisenzeiten, wie wir sie derzeit erleben und fordert einen aktiveren Staat dort, wo der Markt nicht funktioniert: beim Wohnungsbau, bei der Kinderbetreuung und beim Breitbandausbau im ländlichen Raum. Wir haben ihn gefragt, ob der Staat wirklich so gut im managen ist, wenn man an die Krankenhausschließungen und die teilweise schlecht bezahlten Jobs im Gesundheitswesen denkt. Wäre das mit der SPD nicht passiert?

GSCHWÄTZ: Wie realistisch ist denn der Einzug in die Landesregierung im März 2021? Sie haben bei der letzten Landtagswahl 2016 11,5 Prozent erzielt. Man spricht ja sowieso schon sehr viel darüber, inwieweit die SPD noch eine Volkspartei ist. Wie sehen Sie das?

Von der Mitgliederstruktur ist die SPD noch immer eine Volkspartei

Wegener: Ich mache es nicht fest an den Wahlergebnissen, sondern ich schaue in meine Mitgliederschaft. Wenn ich meine Mitglieder als Ortsvereinsvorsitzender oder auch als Kreisvorsitzender anschaue, dann sehe ich, dass ich eine Breite der Gesellschaft habe. Und das ist für mich ein wichtiges Argument dafür, was eigentlich eine Volkspartei ausmacht und vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, wie wir uns programmatisch aufstellen. Machen wir Programme für spezielle Gruppen oder nur für ein spezielles Thema oder stellen wir uns breit auf? Und ich arbeite fest daran,  dass wir ein besseres Ergebnis einfahren als 2016. Mehr als 11,5 Prozent. Wenn ich das so einfach mal zusammenfassen kann.

GSCHWÄTZ: Kann die SPD als Gewinnerpartei aus der Coronakrise hervorgehen?

„Corona als Chance für die SPD“

Wegener: Ich glaube, die Coronakrise kann eine Chance auch für Parteien sein. Vor allen Dingen auch für die SPD. Weil wir sehen, dass der soziale Zusammenhalt, den wir in den letzten Monaten eingefordert und sowohl politisch aber auch als Gesellschaft aktiv gelebt haben, dass das eben unsere Programmatik ist.

GSCHWÄTZ: Viele sagen aber auch, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt, der immer gefordert wird, nicht besteht. Man sieht es auch in den sozialen Medien, dass viele Gruppen unzufrieden sind. Und viele Bürger sehen, dass die Lasten nicht  gleichmäßig auf allen Schulten verteilt sind, sondern es gibt eben welche, die viel stärker belastet sind in dieser Krise als andere. Um mal kleine Ladenbesitzer zu nennen, um Familien zu nennen und berufstätige Mütter zu nennen. Es  gibt ja schon eine gewisse Ungleichverteilung auch bei diesen Corona-Maßnahmen.

Perspektiven und Chancen schaffen für die, die von der Krise besonders betroffen sind

Wegener: Das Wichtige ist dabei, dass wir mit den Leuten ins Gespräch kommen. Dass wir mit den Menschen, die stärker als andere belastet sind von dieser Coronakrise und den Pandemiebedingungen, in den Dialog treten. Gerade mit dem lokalen Einzelhandel steht bei mir ein Termin nächste Woche an, weil es mir einfach wichtig ist, zu hören, wie die Lage ist. Aber vor allen Dingen auch: Was kann die Perspektive werden und was ist die Chance? Sie haben gefragt, welches Stimmergebnis ich mir bei dieser Landtagswahl wünsche: Bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg geht es um jede Stimme. Denn das Landtagswahlrecht ist so speziell, dass man eigentlich nicht sagen kann, mit welchem Stimmergebnis reicht es, in den Landtag von Baden-Württemberg einzuziehen. Außer man gewinnt diesen Wahlkreis direkt mit den meisten Stimmen. Und deswegen bin ich bis zum 14. März unterwegs, um zu sagen, dass die Stimme, die Sie haben, bei mir gut aufgehoben ist, weil ich nämlich genau Sie auch in den Mittelpunkt meiner Arbeit rücke.

GSCHWÄTZ: Was glauben Sie denn, warum im Hohenlohekreis bisher so wenig Bürger ihr Kreuz bei der SPD gemacht haben? Der Hohenlohekreis besticht jetzt nicht gerade durch viele SPD-Wähler.

Stimmenwanderung sichtbar – zu AfD und Grünen

Wegener: Wenn Sie sich die Wahlergebnisse der letzten 20 Jahre mal anschauen – da war ich sechs Jahre alt. Das hab ich gemacht, weil mich natürlich interessiert hat, welches Potenzial eigentlich für die SPD hier im ländlichen Raum mal da war. Und da waren wir zwischen 20 und 25 Prozent, bei der Landtagswahl 2011 bei knapp 22 Prozent.

GSCHWÄTZ: Dann kam die AfD…

Wegener: Ja, dann kam die AfD. Aber auch insgesamt hat sich das Stimmergebnis verändert, zum Beispiel auch bei den Grünen. Die Grünen haben natürlich stark zugelegt, vor allen Dingen im ländlichen Raum auf Kosten der CDU, das ist natürlich auch ein Punkt.

GSCHWÄTZ: Auch auf Kosten der SPD vielleicht?

Wegener: Auch auf Kosten der SPD. Aber was will ich damit sagen? Insgesamt ist der Hohenlohekreis durch seine Prägung ein schwieriges Pflaster, um hier vor allen Dingen ein Zweitmandat zu holen. Das Erstmandat war historisch immer in den Händen der CDU. Wir sind ein recht konservativer Kreis, sind ländlicher Raum und anscheinend haben wir als Parteien, vielleicht auch meine Partei, bisher die Menschen nicht überzeugen können, dass wir genauso gute Ideen haben, um den ländlichen Raum zukunftsfest zu machen. Und da setze ich mit meiner Arbeit an.

GSCHWÄTZ: Was würden Sie denn in den nächsten fünf Jahren in Angriff nehmen, wenn Sie denn gewählt werden würden? Im Speziellen für den Hohenlohekreis.

Das Mandat anders verstehen

Wegener:  Ich möchte vor allen Dingen die Art und Weise, wie wir ein Landtagsmandat verstehen, ein bisschen verändern. Ich möchte Ansprechpartner sein für die Akteure hier vor Ort. Und es sollte klar sein, dass wenn wir ein politisches Thema haben, das vor Ort brennt, dass dann der Landtagsabgeordnete da sein kann, um zu vermitteln, in Stuttgart anzuklopfen, wo es notwendig ist, aber vor allen Dingen hier in der Fläche als Ansprechpartner dienen kann und vielleicht auch vermitteln kann. Das ist das eine, wie ich ein Landtagsmandat vor allen Dingen verstehen möchte und vor allen Dingen meine politische Arbeit verstehe. Das andere sind die inhaltlichen Punkte. Da sind mir drei Themen sehr wichtig, die wir in Stuttgart im Landtag anpacken müssen, damit sich hier vor Ort sich auch was tut.

Kernthema bezahlbarer Wohnraum

Vor allen Dingen wollen wir die Wohnraum-Thematik auf ein breiteres Fundament stellen, dass jeder Mensch den Wohnraum hier in der Fläche auch für sich findet, den er für sich braucht. Der Bedarf für jemand Junges ist ganz anders als für eine Familie. Oder wenn ich im höheren Alter vielleicht wieder alleine bin oder mit meinem Partner zusammenlebe. Und da stehen wir als SPD und da stehe ich auch als Kandidat hier vor Ort für den bezahlbaren Wohnraum, der vor allen Dingen in Künzelsau und auch in Öhringen gebraucht wird.

GSCHWÄTZ: Wenn ich unterbrechen darf: Die Preise – die Immobilienpreise und auch die Mietpreise – sind exorbitant angestiegen in den vergangenen Jahren.

Staatlicher Wohnungsbau, weil der Markt nicht für die richtigen Wohnungen sorgt

Wegener: Ja, genau. Und jetzt ist der Punkt: Wie kriegen wir das gelöst. Unser Vorschlag ist zu sagen: Okay, wir sehen aktuell, dass der Markt Wohnungen baut, aber der Markt baut uns keine bezahlbaren Wohnungen. Und das bestärkt mich darin, als Sozialdemokrat zu sagen: Da muss es eben der Staat wieder tun. Und da wollen wir mit der Landesbaugesellschaft BW-Wohnen wieder öffentliche Wohnungen bauen. Auf der einen Seite durch das Land, aber wir wollen auf der anderen Seite auch die Kommunen unterstützen, die vor Ort vielleicht nicht unbedingt die Kapazitäten haben, um mit dem Thema Wohnen auch konkret zu werden.

„Beste Bildung und Betreuung“ – mehr Geld in das System der Kinderbetreuung

Das ist das eine. Das zweite ist: Beste Bildung und Betreuung. Wir brauchen die Gebührenfreiheit. Es ist eine Ungerechtigkeit, dass der Wohnort entscheidet, welche Chance ein Kind hat, oder ob  Familien entlastet werden. Wir brauchen insgesamt mehr Geld im System der Betreuung, um vor allen Dingen auch die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Aufgaben, die heute in der Kita, im Kindergarten geleistet werden, die sind immens. Und die Erzieherinnen und Erzieher leisten da auch eine sehr, sehr, sehr große Arbeit, eine sehr wichtige Aufgabe. Und die gilt es eben auch zu unterstützen. Und wenn wir dann über Erzieherinnen und Erzieher sprechen, da bin ich einfach kommunalpolitisch geprägt. Da müssen wir den Kommunen auch mehr Luft lassen, dass sie vor Ort ihre Schwerpunkte setzen können. Aber das setzt voraus, dass das Land auch stärker mit einsteigt in die frühkindliche Förderung.

Breitbandausbau im ländlichen Raum – der Markt hat versagt

Und das dritte Thema, das ist der Breitbandausbau. Das werden Sie bei vielen anderen Parteien auch hören. Dass der wichtig und richtig ist. Auch hier sehen wir, dass der Markt versagt. Leider wurde dieses Thema privatisiert. Heute sehen wir, dass eigentlich nur das erschlossen wird durch die privaten Telekommunikationsunternehmen, was sich für sie lohnt. Das ist privatwirtschaftlich gedacht. Und deswegen wollen wir als SPD in der Landes-Infrastrukturgesellschaft eigentlich das wieder auffangen. Dass wir auch öffentliche Breitbandnetze bauen und vor allen Dingen auch die Kommunen dabei unterstützen, das bei sich vor Ort zu realisieren. Warum? Weil das ein öffentliches Netz ist und dieses öffentliche Netz auch ein Mehrwert für die Menschen generieren soll am Ende des Tages. Und da ist mir vor allen Dingen wichtig, dass wir in der Fläche dieses Thema Glasfaser immer thematisieren, immer ansprechen. Wir brauchen keine andere Technologien langfristig, weil die eben nicht zukunftsfest sind.

Wohnungsbau, Kinderbetreuung, Breitband: drei Themen für die Zukunft des ländlichen Raums

Das sind drei Themen: Bezahlbarer Wohnraum, beste Bildung und Betreuung und vor allen Dingen eben Breitbandausbau mit Glasfaser in der Fläche, damit die ländlichen Räume auch Zukunft haben. Über Corona hinaus.

GSCHWÄTZ: Sprich: Mehr Staat, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe.

Corona-Bilanz: Mehr staatliche Aktivität nach Wegener notwendig

Wegener: Genau, da haben Sie recht. Corona zeigt uns vielleicht, wo wir auch ein bisschen Bilanz der Politik der vergangenen 20, 30 Jahre ziehen können. Und da lief vieles gut. Aber wir sehen auch, dass beispielsweise dieser Privatisierungsgedanke in vielen Bereichen nicht unbedingt sinnvoll war. Und jetzt könnte man sagen, man lässt es einfach weiterlaufen. Das ist aber nicht unser Anspruch und mein Anspruch als Sozialdemokrat, sondern wir sagen: Wir brauchen eigentlich wieder einen aktiveren Staat. Corona beschleunigt eigentlich nur diese Erkenntnis.

GSCHWÄTZ: Aber Staat ist ja nicht gleich besser. Ich sage jetzt nochmal das Stichwort Gesundheitswesen und Gesundheitssystem. Da ist ja eigentlich viel in staatlicher Hand gewesen. Es wurde hier auch bei uns vor Ort in Künzelsau immer stärker auf die Zahlen geschaut. Aber im Grundgesetz verankert steht, dass der Staat eine soziale Aufgabe hat.

Wegener: Genau. Aber das spricht ja genau dafür, dass wir sagen, wir brauchen wieder diesen aktiven Staat.

GSCHWÄTZ: Hätten wir mit der SPD wieder mehr kleine Krankenhäuser?

„Mir geht’s darum, dass vor allen Dingen die Ärzt:innen in der Fläche da sind.“

Wegener: Eine dezentrale medizinische Versorgung auf jeden Fall. Die Digitalisierung wird auch in dem Bereich einiges verändern. Aber ich wünsche mir – da steht auch die SPD dafür – dass wir trotzdem eine dezentrale Gesundheitsversorgung auf dem Land garantieren können. Ob das allein nur ein Krankenhaus sein muss, das gilt es dann zu diskutieren. Aber mir geht’s darum, dass vor allen Dingen die Ärztinnen und Ärzte in der Fläche da sind.

GSCHWÄTZ: Aber die Ärzte kommen ja oft auch wegen dem Krankenhaus, weil ja das eine von dem anderen abhängt. Die Ärzte hier vor Ort haben uns gesagt, wir haben ein Problem, wenn ein Haus zumacht. Wenn das Krankenhaus geschlossen wird, haben wir schon eine schlechtere Gesundheitsinfrastruktur. Also das eine bedingt ja letzten Endes auch das andere bezüglich Attraktivität eines Standortes.

Medizinische Versorgung im ländlichen Raum neu und vernetzter denken

Wegener: Das gilt es auf jeden Fall zu diskutieren und weiterhin auf dem Schirm zu haben. Und gerade bei uns in der Fläche ist die Krankenhausdiskussion sehr wichtig. Und da sehen wir, dass wir in den letzten Jahren doch zu stark auf die Zahlen haben gucken müssen. Und das darf es eben nicht sein. Deswegen brauchen wir den aktiven Staat, der gerade in dem Bereich, auch den Krankenhäusern, den Trägern ein bisschen mehr Luft verschafft, damit sie auch dezentral ihre Angebote anbieten können. Wenn wir heute im Hohenlohekreis darüber sprechen, dann geht es eben darum, wie wir jetzt – die Entscheidungen sind gefallen, die Pläne für den Neubau in Öhringen stehen – diese medizinische Versorgung hier im ländlichen Raum vielleicht auch neu denken. Aber vor allen Dingen vernetzter denken, wie das vielleicht vorher der Fall war. Und da braucht man auch nicht nur aktive Gemeinderä:iinnen und Kreisrät:innen, sondern eben auch Landtagsabgeordnete, die hier unterwegs sind und vielleicht hier auch vermitteln können.

GSCHWÄTZ: Sie wohnen in Öhringen, Sie würden dann nicht nur für Öhringen sprechen, wenn sie im Landtag sitzen würden, sondern auch für Künzelsau und für all die anderen Orte, die der Hohenlohekreis beinhaltet. Auch das Jagsttal ist ein strukturelles Problem, weil da ganz viel schon weggebrochen ist in diesem Bereich des Hohenlohekreis.

„Mein Wahlkreis sind 22 Städte und Gemeinden“

Wegener: Selbstverständlich. Mein Wahlkreis sind 22 Städte und Gemeinden, 16 Städte und Gemeinden aus dem Hohenlohekreis, sechs aus dem Landkreis Schwäbisch Hall, in denen ich bisher auch unterwegs war. Und es ist mir wichtig, Gespräche mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zu führen und zu hören, was ist politisch vor Ort los. Aber vor allen Dingen auch mit den Menschen in einen Austausch zu treten. Wenn Sie als Landtagskandidat unterwegs sind in Hohenlohe,  dann merken Sie einfach diese besondere Topographie, die wir auch haben mit dem Jagsttal und mit dem Kochertal.

GSCHWÄTZ: Unterschiedliche Menschen sind wahrscheinlich auch unterschiedliche Probleme, oder?

Infrastruktur für einen lebenswerten ländlichen Raum

Wegener: Wenn Sie vor Ort in den Kommunen unterwegs sind, dann wird ihnen jeder Bürgermeister sagen, dass die gleichen Herausforderungen da sind. Aber die Mittel, die sie vor Ort haben, sind eben unterschiedlich verteilt. Und das ist wiederum für mich der große Ansporn: Da dürfen sich die Landespolitik und die Bundespolitik nicht zurücklehnen, sondern müssen den Kommunen zur Seite stehen, dass vor allen Dingen der Mehrwert vor Ort auch generiert wird. Dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort wissen: Auch wenn ich mich im Jagsttal niederlasse, wenn ich dort wohne, aufgewachsen bin, vielleicht auch zurückkehre, dass ich da auch in Zukunft gut leben kann und vor allen Dingen auch vielleicht einen guten Arbeitsplatz habe, einen kurzen Pendelweg und ein gutes öffentliches Nahverkehrssystem. Dass es sich lohnt, hier zu leben, in einem lebenswerten ländlichen Raum.

Das Wichtige ist dabei, dass wir mit den Leuten ins Gespräch kommen. Dass wir mit den Menschen, die stärker als andere belastet sind von dieser Coronakrise und den Pandemiebedingungen, in den Dialog treten.

Das macht viele Punkte aus, da sind wir beim Thema Gesundheitsversorgung, im Bereich Bildung. Wir sind da beim Bereich öffentlicher Nahverkehr. Wenn wir über Zukunft des ländlichen Raumes sprechen, dann muss es eine ehrliche Diskussion sein. Und da gibt’s halt keine einfachen Antworten, sondern wir müssen diese Punkte aufmachen und genau an dieser Schiene, diese Zukunft des ländlichen Raumes auch diskutieren. Aber ich glaube, das geht. Und das geht nur dann, wenn einerseits die Personen, die politisch Verantwortung tragen, gemeinsam mit der hiesigen Wirtschaft, aber vor allen Dingen auch mit den Bürgerinnen und Bürgern, diese Zukunft gemeinsam gestalten.

GSCHWÄTZ: Eine Frage zum Schluss: Da sie beruflich derzeit relativ viel machen, viel eingespannt sind, viel Erfahrungen vielleicht auch gesammelt haben – was würden Sie tun, wenn Sie gewählt werden mit Ihrer Arbeit bei Josip Juratovic, mit den Stellen an den Unis?

„Das Landtagsmandat ist ein Vollzeit-Job und so will ich ihn auch leben.“

Wegener: Das Landtagsmandat ist ein Vollzeit-Job und so will ich ihn auch leben. Worauf ich ungern verzichten würde, wäre die Lehrtätigkeit an der Hochschule in Ludwigsburg, weil mir das sehr viel Spaß macht. Das Thema Europa und Kommunen ist mir verdammt wichtig und da würde ich mir gerne auch weiterhin den Kalender dahingehend freiräumen, dass ich das auch hinbekomme. Aber klar, das Landtagsmandat ist ein Fulltime-Job. Dem möchte ich auch sehr gerne nachgehen. Was allerdings meine Ehrenämter angeht, die möchte ich auch gerne beibehalten, als Stadtrat, aber auch bei der AWO. Das ist eine der Verankerungen, die ich auch als Landtagsabgeordneter brauche, um zu wissen, was auf der kommunalen Ebene passiert.

 

 




Warum nicht einfach Busfahrer sein, wenn’s mit dem Gastrogewerbe gerade nicht so klappt?

Ceyhan Akin betreibt in Forchtenberg eine Sportsbar, die coronabedingt seit mehreren Monaten zum zweiten Mal nicht öffnen darf. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die lokalen Landtagsabgeordneten auf ihren Veranstaltungen zu besuchen und sie über die sehr schwierige finanzielle Situation der Gastronomie aufmerksam zu machen. Vor kurzem haben wir über seine Begegnung mit dem SPD-Kandidaten Patrick Wegener berichtet, der ruhig und verständnisvoll reagierte und sich anhörte, was der Barbetreiber zu sagen hatte.

Am 12. März besuchte Akin nun zuerst den CDU-Infostand und damit verbunden den CDU-Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb in Künzelsau und im Anschluss daran den Infostand der Grünen mit der Landtagskandidatin Catherine Kern in Niedernhall. Beide Kandidaten wies er auf seine finanzielle Lage hin und filmte ihre Reaktionen.

Während Arnulf von Eyb Akin darauf verwiesen hat, dass er keine Zeit habe, da er gerade Wahlwerbung macht und man könne sich gerne nach der Wahl gerne einmal unter vier Augen unterhalten, schritt Barbara Bruhn von den Grünen ein und stellte sich vor Catherine Kern. Sie verwies Akin darauf, dass der Hohenlohekreis händeringend Busfahrer suche und da Akin von seinem ursprünglichen Beruf Kraftfahrer sei, hätte er ja in dieser schweren Zeit als Busfahrer arbeiten können.

Akins Fazit nach den Gesprächen: Am besten hat in seinen Augen der SPD-Kandidat Patrick Wegener reagiert.

Hier geht’s direkt zu den drei kurzen Videos von Ceyhan Akin:

https://www.facebook.com/ceyhan.akin.9

 

 




„Ich habe seit vier Monaten keine Einkünfte“

Ceyhan Akin betreibt in Forchtenberg eine Sportsbar, die coronabedingt seit mehreren Monaten zum zweiten Mal nicht öffnen darf. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die lokalen Landtagsabgeordneten auf ihren Veranstaltungen zu besuchen und sie über die Situation der Gastronomie aufmerksam zu machen.

Patrick Wegener, den Kandidaten der SPD, erwischte er in Künzelsau noch beim Auspacken der Wahlkampfmaterialien:

„Ich konnte letztes Jahr meine Kinder kein Weihnachtsgeschenk kaufen“

„Ich als Gastronom habe seit vier Monaten zu. Für was werben Sie?“, fragt er Wegener. „Ich habe seit vier Monaten keine Einkünfte. Ich habe in Forchtenberg eine Sportsbar. Ich stehe in der Liste ganz zum Schluss, vorm Bordell und den Diskotheken darf ich aufmachen. Ich habe nichts zum Essen, nicht zum Trinken. Ich kriege von der Regierung, vom Staat kriege gar nichts. Jeder Arbeitslose bekommt Geld, wenn er arbeitslos ist, wir Gastronomen kriegen gar nichts“, erklärt er Wegener.

„Die Frage stellt sich: Wann gebe ich auf?“

„Meine Kunden fragen mich, wann machst du auf?“ Diese Frage stelle sich aber gar nicht mehr. Sondern: „Wann gebe ich auf? Seit dreieinhalb Jahren mache ich dieses Geschäft. Hab den Laden aufgebaut. Ich konnte letztes Jahr meine Kinder kein Weihnachtsgeschenk kaufen.“ Akin kann die Maßnahmen der Regierung durchaus verstehen – was er nicht versteht ist, dass er immer noch keine Gelder aus der Überbrückungshilfe erhalten hat: „Ja, weil die Regierung, also Sie, unter anderem die SPD und die CDU und die ganze Pinocchios, die da oben sitzen in Berlin nicht fähig sind, ihre Versprechen einzuhalten. Bitte erklären Sie mir, wann ich mein Geld bekomme.“ Er weist darauf hin, dass die Kommunikation der Regierung nicht richtig sei: „Warum sagt ihr mir in den Medien, dass wir 90 Prozent bekommen? Wir kriegen maximal 90 Prozent von dem, was wir an Fixkosten haben. Warum wird das nicht erwähnt?“

Unterschiedliche Überbrückungshilfen

Er spricht dabei von der Überbrückungshilfe Ü3, die bis zu 90 Prozent der Fixkosten erstattet. Die Hürden sind allerdings hoch: Konnte die erste Überbrückungshilfe noch vom Antragsteller in einer Web-Anwendung unkompliziert selber beantragt werden, ist für die Ü3 ein Steuerberater mit einer speziellen Ausbildung notwendig. Die erste Coronahilfe, so Akin, wurde zeitnah ausbezahlt, von der sogenannten November- und Dezemberhilfe hat er vor wenigen Tagen eine Abschlusszahlung erhalten.

Wegener kommt kaum zu Wort

Kurz kommt Wegener zu Wort, der gerne bei Akin vorbeischauen würde, da schildert Akin schon ein weiteres Problem: „Meine Kunden sagen zu mir: „Du hast den Reibach gemacht, du kriegst deine Kosten erstattet. Ich mache keinen Reibach. Mein Verpächter macht den Reibach, der ist abgesichert. Wo bin ich? Ich kann nicht mal Hartz IV beantragen, weil meine Frau arbeitet. Und das, was seine Frau verdiene, damit bezahlen sie die Miete, Kredit, Versicherung, Internet und den Strom. „Wovon soll ich leben?, fragt er.

„Leider zu oft die Geschichte gehört“

Wegener hat „leider zu oft die Geschichte gehört, dass das Geld nicht ankommt.“ – „Und warum wird da nichts gemacht? Das hören sie aber nicht seit gestern. Warum wird nichts gemacht?“ „Wir versuchen unser Bestes. Ich gebe es an meine Leute weiter. Und ich hoffe, dass es geht. Für mich ist es wichtig, denn Sie brauchen Perspektiven“, sagt der SPD-Kandidat Wegener.

„Wir brauchen Lösungen“

Joachim Schmidt, als Betreiber des TUI-Reisecenters in einer ähnlichen Situation wie die Gastronomen, fordert die Politiker der Parteien zur Zusammenarbeit auf: „Seit einem Jahr schaffe ich hier und verdiene keine müde Mark, genauso wie er. Und das kann nicht sein. Mir ist es echt wurscht, wie viele Parteien es sind: Haltet alle mal zusammen. Wir sind in einer Situation, in der wir alle mal an einem Strang ziehen müssen. Wir brauchen Lösungen.“

Kandidat hat auf die Schnelle keine Lösung parat

„Ich verstehe ihren Unmut total, und deswegen bin ich auch hier, dass man in Kontakt bleibt, im Dialog bleibt. Klar ist auch, wenn die Hilfen nicht ankommen, ist für mich total verständlich, dass der Unmut wächst.“

Der Bürgermeister läuft hier rum wie der Pfau

Akin stört es besonders, dass die lokale Politik nicht auf die betroffenen Kleinbetriebe zugeht: „Hier, der Bürgermeister von Künzelsau läuft hier rum wie der Pfau. Aber ich glaube nicht, dass der Herr Bürgermeister mal in die Wirtschaft da reingegangen ist und gefragt hat, hey, wie sieht’s aus, kann ich als Kommune was tun? Dann kommt noch das: Ihr müsst als Kommune uns helfen. Der Bürgermeister von Forchtenberg hat bei mir nicht angerufen und gefragt, „Hey JJ, wie sieht’s aus? Du bringst was in diese kleine Stadt. Du organisierst Live-Events, Musik und so weiter. Können wir dir als Kommune helfen?“ Nein, das passiert nicht. Und das ist unser Unmut – und jetzt ist das Fass einfach voll.“

Haltet doch einfach Euer Versprechen ein

Endlich kann Wegener auch ins Gespräch eingreifen, er verweist auf seine Tätigkeit in Öhringen: „Ich bin Stadtrat in Öhringen, da haben wir genau diesen Punkt auch im Gemeinderat eingebracht. Weil ich gesagt habe: Ich muss vor allen Dingen eins haben, ich brauche die Rückmeldung und den Austausch mit allen vor Ort. Wie behalte ich eben auch in der Pandemie und nach der Pandemie hier noch was am Leben. Und das geht nur dann, wenn wir zusammenarbeiten. Das fand ich gut, was Sie gesagt haben.“

„Ich verstehe meinen Unmut auch“

Akin entgegnet: „Sie sagen, Sie verstehen meinen Unmut. Ich verstehe meinen Unmut auch. Aber ich verstehe nicht: Sie bekommen Geld. Alles gut. Aber haltet doch einfach eure Versprechen ein.“

Eine Art Schlusswort wirft nochmals Joachim Schmidt vom TUI-Reisecenter ein: „In der jetzigen Situation geht’s doch nicht mehr darum, ob der stärker ist oder der besser ist. Wir müssen schnell und klipp und klar eine klare Lösung finden.“

Text: Matthias Lauterer

Das vollständige Video wurde von Ceyhan Akin auf facebook eingestellt, hier der Link auf seine Seite.

 




Austausch mit SPD-Landtagskandidat Patrick Wegener

„Vertrauen schafft man durch das persönliche Gespräch. Ich will wissen, was den Menschen unter den Nägeln brennt – mit Maske, Abstand und Anstand“, erklärt der Hohenloher SPD-Landtagskandidat Patrick Wegener in einer Pressemitteilung.

An folgenden Infoständen bietet sich die Möglichkeit für den persönlichen Austausch an: Wochenmarkt Öhringen am Mittwoch, den 03. März 2021 von 8 bis 10 Uhr, am gleichen Tag auf dem Wochenmarkt in Ingelfingen von 14 bis 15 Uhr. Auf dem Wochenmarkt in Kupferzell ist Wegener am Donnerstag, den 04. März von 8 bis 9.30 Uhr sowie von 14 bis 15 Uhr auf dem Wochenmarkt in Untermünkheim und danach von 15.30 bis 16.30 Uhr auf dem Wochenmarkt in Neuenstein. Am Alten Rathaus in Künzelsau ist der Landtagskandidat am Freitag, den 05. März von 9 bis 11 Uhr und am gleichen Tag auf dem Wochenmarkt in Gerabronn von 15 bis 17 Uhr. Auch am Samstag, den 06. März, bietet sich die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Wegener: von 9 bis 9.45 Uhr auf dem Wochenmarkt in Blaufelden, von 10 bis 10.45 Uhr auf dem Marktplatz in Schrozberg, auf dem Marktplatz in Langenburg von 11 bis 12 Uhr sowie am Alten Rathaus in Künzelsau von 13 bis 14 Uhr.

Darüber hinaus bietet Wegener jeden Montag von 17 bis 18 Uhr eine Sprechstunde an – per Telefon oder Nachricht unter der Nummer 0160/8970 390.

Quelle: Pressemitteilung von Patrick Wegener




„Die Pflege braucht unsere politische Unterstützung“

Der SPD-Landtagskandidat Patrick Wegener besuchte die Katholische Sozialstation im Jagsttal und informierte sich gemeinsam mit Geschäftsführer Norbert Hackmann und Pflegedienstleiterin Zeljka Primorac über deren Arbeit in Krautheim, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir müssen bei der Pflege wieder stärker den Menschen in den Mittelpunkt rücken – Patientinnen und Patienten, Gepflegte, pflegende Angehörige oder medizinisches Personal. Diese Fachkräfte ermöglichen die würdige gesundheitliche Versorgung aller“, stellte der Hohenloher SPD-Landtagskandidat klar.

Breites Leistungsspektrum

Die Sozialstation bietet ein breites Spektrum an Leistungen an: unter anderem Kranken- und Altenpflege, Fußpflege oder Essen auf Rädern. Wegener dazu: „Vor allem die langen Wege im ländlichen Raum stellen die Sozialstation vor Herausforderungen, die im Sinne der Gepflegten bewältigt werden. Die Pflege braucht unsere politische Unterstützung, damit der Beruf attraktiver wird und vor allem mehr Zeit, für die zu Pflegenden geschaffen wird.“

Persönlicher Austausch

„Vertrauen schafft man durch das persönliche Gespräch. Ich will wissen, was den Menschen unter den Nägeln brennt – mit Maske, Abstand und Anstand“, erklärt der Öhringer Stadtrat. Deshalb bietet er an folgenden Infoständen die Möglichkeit für den persönlichen Austausch: Freitag, den 26. Februar 2021, von 14 bis 15 Uhr auf dem Wochenmarkt in Bretzfeld. Einen Tag später, Samstag, den 27. Februar von 9 bis 10 Uhr bei Trunk in Pfedelbach am gleichen Tag von 10 bis 12 Uhr auf dem Wochenmarkt in Öhringen.

Darüber hinaus gibt es jeden Montag von 17 bis 18 Uhr eine Sprechstunde mit Patrick Wegener – per Telefon oder Nachricht unter der Nummer 0160 8970 390.

Quelle: Pressemitteilung von Patrick Wegener




Keiner will den Stempel haben: Ich komme aus einer sozial schwachen Familie

In unserem Kandidatencheck zur baden-württembergischen Landtagswahl am 14. März 2021 stellen wir Ihnen heute den SPD-Kandidaten für den Wahlkreis Hohenlohe vor. Im Videochat mit GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann spricht Patrick Wegener über seine bewegte Kindheit, Pannen beim Homeschooling, Künzelsaus Privatschule und über alleinerziehende Mütter, die eine politische Lobby brauchen. 

GSCHWÄTZ: Herr Wegener, auf Ihrer Internetseite kann man nachlesen, dass Sie, obwohl Sie erst 26 Jahre alt sind, bereits einige politische Erfahrung sammeln konnten, unter anderem sind Sie seit 2014 im Gemeinderat Öhringen, Sie arbeiten für den Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic, sind an Universitäten tätig. Aber Sie geben darüber hinaus auch ganz offen sehr private Einblicke auf Ihrer Internetseite. Ihre Mutter war alleinerziehend und kam kriegsbedingt von Kroatien nach Deutschland. Inwieweit hat Sie das geprägt?

Keine politische Lobby für alleinerziehende Mütter

Wegener: Wenn ich mich mit meiner Mutter darüber unterhalte, wie das Ankommen in Deutschland damals in den 90er Jahren war, lernt man auch viel über eine Gesellschaft und eine Zeit, die sich 2015 [Anm. d. Red.: Flüchtlingskrise] ein bisschen wiederholt hat. Bei der Auswahl der Partei, war für mich klar, dass eine alleinerziehende Mama, die immer das Gefühl hat, keine politische Lobby zu haben, dass die SPD eine Partei ist, die solche Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Er saß im Deutschförderkurs und dafür gab es eigentlich keinen Grund

GSCHWÄTZ: Haben Sie persönlich Benachteiligungen gespürt als Kind einer Alleinerziehenden – auch im Hinblick auf Bildungschancen?

Wegener: In der sechsten Klasse sollte ich in den Deutschförderkurs geschickt werden. Warum das so war, weiß ich bis heute nicht. Eine Gesellschaft, die Menschen nur auf den Namen und die Herkunft reduziert, ist verdammt arm und verbaut sich sehr viele Chancen.

Bildungsschere klafft während dem Corona-Homeschooling weiter auseinander

GSCHWÄTZ: Es gibt auch diverse Studien, die darauf hinweisen, dass die Bildungsschere zwischen ärmeren und reicheren Familien im Corona-Homeschooling noch weiter auseinanderklafft. Wie sehen Sie das?

Wegener: Das würde ich unterstreichen. Wir sehen gerade beim Homeschooling die ungleichen Startbedingungen von Schüler:innen. In vielen Gesprächen habe ich festgestellt, dass es oft schon ein Problem ist, dass kein Drucker zu Hause vorhanden ist, weil vorher keiner gebraucht wurde. Man ist automatisch davon ausgegangen, dass die Menschen zu Hause einen Drucker haben. Der ein oder andere hat ein Lap Top zu Hause. Aber habe ich zwei Kinder, kann ich diese nicht parallel auf einem Endgerät arbeiten lassen. Deswegen brauchen wir starke staatliche Schulen, die bestens ausgestattet sind, damit jedes Kind ein optimales Lernumfeld vorfindet. Ich finde es richtig, dass Kinder, deren Familien sich die digitalen Endgeräte fürs Homeschooling nicht leisten kann, diese von der Schule bekommen. Aber mein persönlicher Anspruch ist, dass jedes Kind so ein Gerät über die Schule bekommt, damit eben nicht klar hervorsticht, welches Kind aus einer sozial schwachen Familie kommt. Diesen Stempel will keiner haben.

Keiner will den Stempel haben: Ich komme aus einer sozial schwachen Familie

GSCHWÄTZ: Sie waren vor kurzem auch in Künzelsau und haben sich das neue Sportzentrum, das hier gebaut wird, angeschaut. Dabei haben Sie Künzelsau gelobt, weil Eltern hier keine Kitagebühren zahlen müssen. Das möchten Sie gerne flächendeckend in Baden-Württemberg umgesetzt haben. Wer soll das denn bezahlen?

Wegener: Politik ist vor allem eine Frage der Prioritätensetzung. Ich möchte einfach nicht, dass ein Ortsschild darüber entscheidet, welche Bildungschancen ein Kind hat. Zudem werden durch eine gebührenfreie Kita Eltern effektiv entlastet. Frühkindliche Bildung beginnt nun mal im Kindergarten. Ich finde, das Land sollte dieses Geld setzen, weil wir nur dann stark sind, wenn wir die Ressourcen wirklich nutzen und fördern, die wir haben. Und das sind unsere Kinder. Bildung muss kostenfrei sind und qualitativ hochwertig und da ist Künzelsau ein gutes Beispiel, weil die Stadt einerseits die kostenfreien Kitas haben und andererseits trotzdem weiterhin in die Qualität investiert.

„Ein Ortsschild sollte nicht darüber entscheiden, welche Bildungschancen ein Kind hat“

GSCHWÄTZ: Wir haben hier auch eine sehr bekannte Privatschule in Künzelsau, die Anne-Sophie-Schule. Auch Politiker melden ihre Kinder hier an und nicht an staatlichen Schulen. Müssten die Politiker hier nicht mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Kinder auf die staatlichen Schulen schicken?

Wegener: Grundsätzlich glaube ich, dass man eine Wahlfreiheit braucht.  Jeder soll entscheiden, welchen Weg sein Kind gehen soll. Ich möchte eigentlich, dass keine staatliche Schule im Schatten einer privaten Schule steht.

„Keine staatliche Schule sollte im Schatten einer Privatschule stehen“

GSCHWÄTZ: Finden Sie, dass im Zuge der Coronapandemie die Schulen genug gefördert wurden vom Land?

Wegener: Man sieht, dass aktuell mehr Geld ins System fließt. Aber ich war auf dem HGÖ [Anm. d. Red.: staatliches Gymnasium in Öhringen] und ich habe jahrelang gesehen, in welchem Gebäude wir unterrichtet werden. Und ich saß auf Stühlen, auf denen teilweise schon mein Onkel saß. Das ist ein Beispiel dafür, dass unsere Schulen vielleicht nicht genug Geld in der Vergangenheit gehabt haben, um ihre Gebäude und den Unterhalt zu finanzieren. Und da sind wir bei den Kommunen, die als Träger dieser Schulen in der Pflicht stehen, dafür Sorge zu tragen, dass diese Schulen gut ausgestattet sind. Wir bräuchten vielleicht mehr Geld im System. Wir bauen in Öhringen derzeit ein neues Hohenlohe-Gymnasium für 45 Millionen Euro und es gibt auch Landesförderung hierfür. Es wäre zu kurz gedacht, wenn wir sagen, das überlassen wir allein den Kommunen in der Trägerschaft, weil klar ist, dass wir bei 45 Millionen Euro im Gegenzug dafür das ein oder andere, was daneben noch anstünde, nicht berücksichtigen können. Corona zeigt uns vor allem eins: wo unsere Defizite sind. Es bringt halt nichts, und das sagt mir auch der ein oder andere Schulleiter, wenn jeder Schüler ein digitales Endgerät bekommt, das W-Lan zu Hause ausbaut, aber am Ende die Schule an einem Kupferkabel hängt und darüber nicht genug Leistung reinkommt. Da bräuchten wir einen Glasfaserausbau in der Fläche und ich wünsche mir, dass auch jeder Haushalt einen Glasfaseranschluss bekommt.

Am Ende scheitert das Homeschooling am zu schwachen Kupferkabel in der Schule

GSCHWÄTZ: wobei Sie da ja im Gleichklang mit vielen Parteien sind, unter anderem mit der FDP, die das auch dringend fordert.

Das war der erste Teil des Videotinterviews mit Patrick Wegener von der SPD. Weitere Teile unter anderem zum Thema bezahltes Ehrenamt folgen.

Zur Person Patrick Wegener

Patrick Wegener ist 26 Jahre alt und ist bereit mit 19 Jahren (2014) in den Stadtrat Öhringen gewählt worden, wo er seitdem aktiv ist. Seit 2019 ist er zudem Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Öhringer Gemeinderat. Daneben ist er Referent bei Josip Juratovic, dem SPD-Bundestagsabgeordneten von Heilbronn sowie Lehrbeauftragter in Jena und Ludwigsburg. Der Landtagskandidat der SPD im Wahlkreis Hohenlohe 21 ist bei seiner alleinerziehenden Mutter groß geworden, die kriegsbedingt in den 1990er Jahren aus Kroatien nach Deutschland kam. Er tritt unter anderem ein für Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. Mehr Informationen: https://patrick-wegener.de/ueber-mich/

Kandidaten, die wir in einem ersten Videochat bereits vorgestellt haben, sind: Arnulf von Eyb (CDU), Catherine Kern (Die Grünen), Anton Baron (AfD)

 

 

 

 




„Wir lassen niemanden zurück beim Klimaschutz“

„Wir lassen niemanden zurück beim Klimaschutz, denn jeder kann und muss seinen Beitrag dazu leisten – sozial ausgewogen und gerecht. Der Maßstab dafür ist die Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels. Die dezentrale Energiewende spielt dabei für mich eine zentrale Rolle“, so der Hohenloher SPD-Landtagskandidat Patrick Wegener in einer Pressemitteilung. Darüber diskutiert er am Donnerstag, den 18. Februar 2021, um 18 Uhr über Zoom mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Matthias Miersch. Der war zentraler Akteur der SPD-Bundestagsfraktion bei der Einigung über ein Klimaschutzgesetz im Bund.

Die Diskussion wird auf Facebook übertragen. Eine direkte Teilnahme über Zoom ist unter folgenden Einwahldaten möglich: Meeting-ID 844 2103 5356, Kenncode 920137– alternativ über Facebook teilnehmen. Weitere Informationen gibt es unter http://www.patrick-wegener.de.


Quelle: Pressemitteilung von Patrick Wegener

 




Innenstädte wiederbeleben und Einzelhandel unterstützen – während und nach der Pandemie

„Wir brauchen jetzt eine schnelle Auszahlung der Hilfen, denn es geht um Existenzen. Dabei suche ich heute aktiv den Kontakt mit den Akteuren vor Ort, damit wir nach der Pandemie unsere Innenstädte beleben und den lokalen Einzelhandel weiter unterstützen können“, so der Hohenloher SPD-Landtagskandidat Patrick Wegener. „Nur vernetzt – Politik, Handel, Verbände und Kommunen – können wir gemeinsam den Baustein dafür legen“, so Wegener weiter.

Rasanter Wandel des Einkaufsverhaltens

Nicht erst seit der Corona-Pandemie steht der Einzelhandel in den Innenstädten von Baden-Württemberg vor einer großen Herausforderung. Der rasante Wandel im Einkaufsverhalten der Menschen wird durch den Lockdown und den zusätzlichen Aspekt der Angst vor Ansteckung nur beschleunigt.

Schnelle Umsetzung der Bundesprogramme

Der Fahrplan der SPD Baden-Württemberg liegt auf dem Tisch:

1. Schnelles Umsetzen und Bereitstellung der Gelder aus dem neuen Förderprogramm zur Stadtentwicklung des Bundes zur Förderung der Ausarbeitungen von Stadtentwicklungsstrategien- und Konzepten durch Kommunen, und dem Programm „Lebendige Zentren“ aus der Bund-Länder-Städtebauförderung 2020;

2. Einberufung eines Handelsgipfels zur Bedeutung des Einzelhandels für die Attraktivität der Innenstädte und zur Erarbeitung von Lösungen für die Belebung der Innenstädte mit allen Betroffenen;

3. Digitalisierungsgutscheine für Geschäfte, die E-Commerce als zusätzliches Standbein aufbauen wollen;

4. Modellprojekte für den Aufbau von autarken, lokalen Lieferservicesystemen für den innerstädtischen Handel, vor allem unter Einbeziehung klimafreundlicher Mobilität und in Zusammenarbeit mit lokalen Strukturen;

5. Faire Immobilien-Mietpreise und Hilfen beim Erhalt des Innenstadt-Charakters: Förderprogramme des Landes für eine vergünstigte Anmietung von Räumlichkeiten für zwei Jahre, damit Kommunen Ladenlokale vergünstigt weiter vermieten können, und die Ermöglichung des Zwischenerwerbs von leerstehenden, für die Innenstadt durch ihre Lage oder Erscheinungsbild bedeutungsvollen Gebäuden durch Kommunen;

6. Förderprogramme für „Dorf- oder Gemeinschaftsläden“, im Übergang auch mobile Läden, die Alltagsprodukte haushaltsnah verkaufen.

„Jeder einzelne von uns kann viel zum Erhalt von lebendigen und attraktiven Innenstädten beitragen“, so Wegener abschließend. Im Rahmen von „Zuhören, um zu verändern“ sucht Wegener bewusst den Kontakt zu lokalen Akteuren im Einzelhandel in Hohenlohe.

zur Person:

Wegener (26) ist seit 2014 Stadtrat in Öhringen und wurde von der SPD-Mitgliederversammlung am 30. September 2020 in Kupferzell-Eschental mit 97,5 Prozent der Stimmen zum Landtagskandidaten gewählt. Die Wahl findet am 14. März 2021 statt.  Besonders wichtig sind ihm die Themen bezahlbarer Wohnraum, gebührenfreie Kinderbetreuung, der Breitbandausbau durch Glasfaser und die Zukunft des ländlichen Raumes

Quelle: Pressemitteilung von Patrick Wegener