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„Netto-Filiale in Ingelfingen entspricht nicht mehr dem Unternehmenskonzept“

„Es gab bereits einige Stürze auf dem Parkplatz mit Prellungen und Schürfwunden“, sagt eine GSCHWÄTZ-Leserin erbost. Sie ärgert sich über den defekten Belag des Netto-Parkplatzes in Ingelfingen. „Auch meine Mutter ist Ende Juli gestürzt“, erzählt sie der GSCHWÄTZ-Redakteurin weiter. „Alle Leute schimpfen darüber.“ Und tatsächlich: Der Parkplatz befindet sich in einem desolaten Zustand. Beide Fahrspuren, die zu den Parkplätzen führen, sind uneben und wellig. Die Knochensteine sind locker und stehen teilweise sehr weit hoch. Für die Kunden, vor allem die älteren unter ihnen, ist es mitunter sehr schwer, da mit einem Einkaufswagen drüber zu kommen.

Maroder Parkplatz

Den Sturz ihrer 68-jährigen Mutter hätten sie bei Netto direkt angezeigt. Danach gab es einen Vororttermin mit der Filialleiterin. Auch das Ordnungsamt sowie Bauamt der Stadt Ingelfingen seien informiert worden. „Doch seitdem hat sich nichts getan“, bemängelt die Frau.

Netto ist nur Mieter

In einem Schreiben an die gestürzte Frau, das GSCHWÄTZ vorliegt, verweist die Versicherung der Firma Netto darauf, dass sich „um einen verkehrssicheren Zustand eines Weges oder Platzes nach gesetzlichen Bestimmungen der Eigentümer eines Grundstücks zu kümmern hat“. Doch Netto ist nur Mieter des Grundstücks. Auch im Mietvertrag gebe es keine Vereinbarung, dass der Discounter für die Verkehrssicherung zuständig sei. Auch müssten „nach der einschlägigen Rechtsprechung gepflasterte Gehwege und Plätze keineswegs vollständig eben sein“. Höhenunterschiede von zwei bis drei Zentimetern seien hinzunehmen.

Filiale wird renoviert

Auf GSCHWÄTZ-Anfrage schreibt Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount: „Die von Ihnen beschriebenen Vorfälle sind uns bekannt und wir waren diesbezüglich bereits mit den Kunden in Kontakt.“ Da die Netto-Filiale in Ingelfingen nicht mehr dem Unternehmenskonzept hinsichtlich der Gestaltung entspreche, solle diese renoviert werden. „Im Zuge dieser Modernisierung wird auch der komplette Parkplatz umgestaltet und neu saniert“, schreibt die Netto-Sprecherin weiter.

Wir haben auch beim Bauamt der Stadtverwaltung Ingelfingen sowie dem Besitzer der Immobilie um eine Stellungnahme gebeten. Die Antworten darauf stehen noch aus.

Der Parkplatz des Nettos in Ingelfingen ist in einem desolaten Zustand. Foto: GSCHWÄTZ

 

Gerade für ältere Kunden ist das unebene Pflaster nicht ganz ungefährlich. Foto: GSCHWÄTZ




Kontaminiertes Grundwasser in Künzelsau

Auf dem alten Gelände der Firma Stahl in Künzelsau – direkt neben dem Kaufland und jetzt als Parkplatz genutzt – soll laut bisherigen Planungen das neue Landratsamt gebaut werden. 2003 hatte die Stadtverwaltung Künzelsau das Gelände erworben – sämtliche Altlasten mit eingeschlossen.

Nun zeigt sich: Der Boden des Bergstraßen-Areals ist stark kontaminiert. Wie Helen Bühler von der Stadtverwaltung Künzelsau auf GSCHWÄTZ-Anfrage schreibt, wurde „das seinerzeit bebaute Grundstück der Firma Stahl von der Stadtverwaltung Künzelsau bereits in Kenntnis der Bodenverunreinigungen erworben“. Das sei auch beim Kaufpreis berücksichtigt worden. 

Übergangslösung, um das Wasser zu reinigen

Es gebe zwei stärker kontaminierte Bereiche, die zunächst mit einer Zwischenlösung angegangen werden sollen. „Bis zur endgültigen Entfernung werden wir diese Bereiche mit einer Übergangslösung in den Griff bekommen. Bei der Übergangslösung wird das Wasser über Aktivkohlefilter gereinigt. Die endgültige Beseitigung der Kontaminierung erfolgt im Zuge einer Baumaßnahme“, so Bühler weiter.

Im Herbst soll damit begonnen werden

Auswirkungen auf das Grundwasser sollen über die Übergangslösung behoben werden. „Das aus zwei Sanierungsbrunnen geförderte Grundwasser wird über eine in einem Container frostsicher untergebrachte zweistufige Wasseraktivkohleeinheit abgereinigt“, so Helen Bühler in ihrer Antwortmail. „Die Reinigungseinheit besteht aus zwei Aktivkohlegebinden mit einem Volumen von je 0,5 Kubikmeter. „Sobald der behördlich vorgegebene Ableitwert am Ausgang der Anlage überschritten wird, erfolgt ein Austausch der Aktivkohlegebinde mit frischer Aktivkohle.“

80.000 Euro Kosten

Mit dieser Übergangslösung soll im Herbst 2020 begonnen werden. Sie wird 80.000 Euro kosten und von der Stadtverwaltung Künzelsau getragen werden. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Gemeinderat dieser außerplanmäßigen Ausgabe und der Auftragsvergabe an CDM Smith mehrheitlich mit 15 Zustimmungen und drei Gegenstimmen zu. 

Mit dem Neubau des Landratsamtes soll auch eine endgültige Lösung des Problems kommen

„Ob und wann“ mit dem Neubau des Landratsamtes begonnen werde, sei aber laut Bühler eine Kreistagsentscheidung.

Text: Sonja Bossert

Auf der Freifläche neben dem Kaufland soll das neue Landratsamt gebaut werden. Der Boden ist kontaminiert. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Kaufland in Künzelsau.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




Hier hat der Pfarrer immer sein Plätzchen

Der Friedhof in Hohebach liegt beschaulich am Ortsrand, mittlerweile zwra nicht mehr ganz, weil das Neubaugebiet nun in direkter Nachbarschaft liegt. Aber doch etwas ausserhalb. Es ist ruhig hier, man kann den Vögeln beim Zwitschern zuhören, während man seine liebsten Verstorbenen besucht und die Blumen auf den Gräbern gießt. Einen Parkplatz findet man hier in der Regel auch immer. Oft hat man die freie Platzwahl.

Daher muss man schon zweimal hingucken, dass man nicht einen Strafzettel kassiert, wenn man hier auf dem falschen Plätzchen parkt. Denn ein Parkplatz ist hier offensichtlich reserviert für des Pfarrers Vehikel. Zumindest weist ein handgeschriebenens Schild auf diesen Umstand hin. Ein Laie fragt sich nun:Hat sich hier jemand einen Scherz erlaubt oder trägt das Schild einen Amtsstempel? Jedenfalls nicht offensichtlich. 

Damit Besucher künftig beim Parken keinen Fehler machen, haben wir uns an des Pfarrers Büro gewandt. Dieser ist leider nur schwer telefonisch zu erreichen. Daher haben wir von der Redaktion GSCHWÄTZ eine E-Mail geschrieben und wollten von ihm wissen: Ist das Schild von der Kirchengemeinde aufgestellt worden? Wenn ja, warum? Vielleicht ist es ja eine vorzeitige Platzreservierung bei größeren Veranstaltungen wie Beerdigungen von Nöten, damit der Pfarrer in jedem Fall nicht zu weit vom Friedhof entfernt parken muss. Haben andere Pfarrer in anderen Gemeinden auch einen eigenen Parkplatz? Bei vielen ist uns bekannt, dass das Pfarrhaus nur unweit vom Friedhof entfernt ist, so dass in der Regel auf das Laufen anstatt auf das Fahren zurückgegriffen wird und somit ein Parkplatz erst gar nicht benötigt wird.

Bei Sonnenschein ist der Weg vom Hohebacher Pfarrhaus bis zum Friedhof gut zu schaffen. Nur bei Regen könnte der Pfarrer, in Hohebach ist das derzeit Markus Speer, etwas nass werden, bis er am Friedhof ankommt. Da wäre dann ein Parkplätzchen direkt vor dem Friedhofseingang schon praktisch.

Markus Speer hat sich bislang noch nicht dazu geäussert.

Friedhof in Hohebach von aussen. Foto: GSCHWÄTZ