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„Gehört zu den größten Bremsern im aktuellen Bundestag“

Mehrere Bürger:innen versammelten sich in der vergangenen Woche vor der CDU-Zentrale in Künzelsau, um deren Bundestagskandidat Christian von Stetten die „Rote Klimakarte“ zu zeigen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung von Hohenlohe for Future hervor.

Darin heißt es:

Die „Rote Klimakarte“ ist eine Aktion von Parents for Future Deutschland und Lobby Control, die im Vorfeld der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, auf besonders klimaschädliches Verhalten von Politikern und Politikerinnen aufmerksam machen. Im Hohenlohekreis beteiligte sich Hohenlohe for Future an der Aktion.

„Gehört zu den größten Bremsern im aktuellen Bundestag“

„Wir zeigen Christian von Stetten heute die Rote Klimakarte, weil er zu den größten Bremsern im aktuellen Bundestag gehört, wenn es um Maßnahmen für echten Klimaschutz geht“, erklärt Priscilla Reinauer aus Jagstberg. „Die politischen Entscheidungen der nächsten vier Jahre werden das Schicksal der Generation meiner Kinder bestimmen. Dürren, Brände, Stürme, Überflutungen: An vielen Orten der Welt sind Klimaextreme schon Alltag. Wenn wir nichts tun, wird das Leben der nächsten Generationen zu einem Kampf ums Überleben. Dieser Gedanke macht mir Angst.“

„Kampf ums Überleben“

Am 24. Juni 2021 stimmte der Deutsche Bundestag über die Verschärfung des Klimaschutzgesetzes ab, nachdem die erste Fassung vom Bundesverfassungsgericht für in Teilen unvereinbar mit den Grundrechten erklärt worden war. 351 Abgeordnete der Regierungskoalition votierten für das Gesetz, zehn Mitglieder der CDU stimmten gegen ihre eigene Partei – darunter Christian von Stetten, Abgeordneter für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe. Bereits 2019 mahnte er seine eigene Bundesregierung vor „übertriebenem Klimaschutz“.

von Stetten mahnte angeblich die Bundesregierung vor „übertriebenem Klimaschutz“

„Ich würde von Christian von Stetten gerne wissen, warum er gegen das Gesetz gestimmt hat und sich im Wahlkampf gleichzeitig als Klimaschützer darstellt“, fragt Silvia Schöne aus Künzelsau-Gaisbach. Von Stetten wirbt immer wieder mit seiner persönlichen Klimaneutralität mit Strom aus einer Photovoltaikanlage, Energie aus Holzhackschnitzeln und einem Brennstoffzellenauto. „Sein privates Engagement in allen Ehren, aber das ist nicht das, was seine Wähler:“innen bekommen, sondern seine Blockadepolitik gegen mehr Klimaschutz im Bundestag.“

„Blockadepolitik gegen mehr Klimaschutz im Bundestag“

Parents for Future Deutschland & Lobby Control haben Informationen zum klimaschädlichen Verhalten von Stettens zusammengetragen: Der CDU-Politiker ist Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrats seiner Partei, der immer wieder als Klimaschutzbremser auftritt. Der Wirtschaftsrat warnt vor ambitionierteren Klimazielen auf europäischer Ebene und prophezeit den Niedergang des Wirtschaftsstandorts Deutschlands, wenn hier mehr für den Klimaschutz getan werde. Auch die von ihm mitgeführte Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union (MIT) spielt Klimaschutz gegen Wirtschaft aus. Von Stetten ist zudem auch Mitglied der Werteunion, deren Klima-Manifest von 2020 den Zusammenhang von CO2-Ausstoß und Klimawandel bestreitet und den menschemgemachten Klimawandel skeptisch sieht, Klimaforschung gar als „Müll-Wissenschaft“ bezeichnet. Der Klima-Wissenschaftler Stefan Rahmstorf hat in diesem Manifest 16 längst widerlegte Klima-Mythen ausfindig gemacht, die zuvor vor allem auf Webseiten von selbsternannten Klima-Skeptikern wie EIKE, Kalte Sonne, Tichy’s Einblick und der Achse des Guten verbreitet wurden.

Wirtschaft versus Klimaschutz

„Hohenlohe ist die Region der Weltmarktführer. Warum setzt sich Christian von Stetten nicht dafür ein, dass Hohenlohe auch zur Region der Weltmarktführer im Klimaschutz wird?“, fragt Friederike Höhn aus Künzelsau. In Braunsbach wurde deutlich, was der Wiederaufbau nach einer Überflutung gekostet hat, derzeit sehe man im Ahrtal und den anderen betroffenen Regionen, wie teuer kein Klimaschutz ist. „Klimaschutz ist Menschenschutz“, betont sie.

„In Braunsbach wurde deutlich, was der Wiederaufbau nach der Überflutung gekostet hat“

Die Bundestagswahl am 26. September wird die Grundlage für die politische Arbeit der nächsten vier Jahre legen. Ein breites Bündnis aus Gruppen der For-Future-Bewegung, kirchlichen Gruppen wie „Brot für die Welt“, Misereor, die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg und auch Naturschutzverbände wie Greenpeace, NABU, WWF und BUND rufen zum Globalen Klimastreik am Freitag, den 24.09. auf. Auch der Hohenlohekreis ist mit dabei und setzt ein Zeichen für den Klimaschutz und gegen eine „Weiter so“-Politik: in Künzelsau um 15 Uhr am Unteren Markt und in Öhringen um 16 Uhr am Marktplatz. Die Mitstreiterinnen von Hohenlohe for Future rufen zur Teilnahme auf: „Es braucht Wähler:innen, um den Druck auf die Politik zu erhöhen. Deshalb gehen wir zusammen auf die Straße.“

Christian von Stetten hat laut eigenen Aussagen bereits rechtliche Schritte eingeleitet

Christian von Stetten wiederspricht den Anschuldigen von Hohenlohe for future vehement und hat laut eigenen Angaben bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Und gibt GSCHWÄTZ hierzu auch eine Stellungnahme. Den Artikel hierzu lesen Sie hier.

 

 




Klimademo wegen Corona abgesagt

Aufgrund des Lockdown light wurde die in Künzelsau für Freitag, den 29. November 2020, geplante Klimademo abgesagt – wie in vielen anderen Städten auch. Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage teilte Parents for future mit: „Viele Ortsgruppen möchten nicht zu Veranstaltungen auffordern, die mit einer Ansammlung von Menschen verbunden sind.“ In manchen Städten würden zwar Demos unter sehr strengen Hygienemaßnahmen stattfinden, „wir haben uns aber bewusst dagegen entschieden und auch nirgendwo für eine Veranstaltung Werbung gemacht“.

Am globalen Klimaaktionstag sollte die Künzelsauer Demo am Hafenmarkt starten. Anschließend war eine Kundgebung geplant. Außerdem sollte mit „Sing for the climate“ ein hörbares Zeichen für den Klimaschutz aus Hohenlohe gesendet werden.

Wurde abgesagt: die Klimademo in Künzelsau am globalen Weltklima-Aktionstag.




Demozug rollt morgen durch Künzelsau

Globaler Klimastreik am Freitag

Während die Bundesregierung am Freitag, den 20. September 2019, über ihre nächsten Schritte in der Klimapolitik entscheidet, ruft die Bewegung  Fridays for Future (fff) zum globalen Klimastreik auf. Aus Solidarität gehen auch die Parents for Future Hohenlohe/ Hall in Künzelsau auf die Straße. Dahinter stehen Erwachsene aus dem Hohenlohekreis und dem Kreis Schwäbisch Hall, die die fff-Bewegung und vor allem die Schüler vor Ort unterstützen möchten. Mitmachen können alle Interessierte ob mit oder ohne Kinder.

Klimapicknick und Filmvorführung

Start der Demo in Künzelsau ist um 12 Uhr am Rathaus. Der Demo-Zug wird sich durch die Innenstadt ziehen mit einer Abschlusskundgebung am Schlossplatz. Um 13 Uhr gibt es ein Klimapicknick im Schlosshof. Ab 15 Uhr lädt Parents for Future ins Prestige Filmtheater, wo der Film „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ gezeigt wird. Der Eintritt dazu ist frei.

Im Zusammenhang mit den Schulstreiks der fff-Bewegung kritisiert Anton Baron, AfD-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Hohenlohe, die Aussagen der Künzelsauer Schulamtsleiterin zur Schulpflicht. Ursula Jordan empfahl, aufgrund der Klimaproteste freitags keine Klassenarbeiten schreiben zu lassen. Es stünden ja vier weitere Schultage zur Verfügung. Außerdem riet sie, die Themen der Klimabewegung verstärkt im Unterricht zu behandeln. Anton Baron sieht darin jedoch eine „politische Einflussnahme“. Sämtliche Themen seien daher seiner Meinung nach neutral zu behandeln. Außerdem seien sowohl Lehrer als auch Schulamt zur strikten Einhaltung der Schulpflicht verpflichtet. Ein politisches Engagement der Schüler außerhalb der Schulzeiten begrüßt Baron dagegen unabhängig von der Ausrichtung.

Auf der Internetseite von fff können Schüler einen Entschuldigungsgenerator nutzen und somit ihre Schulentschuldigung bereits ausformuliert ausdrucken: https://fridaysforfuture.de/streiktermine/entschuldigungs-generator/

Beispiel einer ausformulierten Entschuldigung, die es auf der Internetseite von Fridays for Future zum downloaden gibt. Foto: Fridays for Future

Beispiel einer ausformulierten Entschuldigung, die es auf der Internetseite von Fridays for Future zum downloaden gibt. Foto: Fridays for Future