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Lieber die Pausen bezahlen als die Busse fahren lassen

Die Lage und die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs im Hohenlohekreis war das zentrale Thema der Kreistagssitzung vom 18. Juli 2022.

Kämmerer Michael Schellmann hatte zu Beginn eine beruhigende Botschaft an die Anwesenden: Alle coronabedingten Einnahmeausfälle der Jahre 2020 bis 2022 werden durch den Rettungsschirm des Bundes aufgefangen, für den Kreis entsteht hier kein Ausgleichsbedarf. Weniger beruhigend sei die Dieselpreis-Situation. Allein für 2022 rechnet Schellmann mit Mehrkosten von rund drei Millionen Euro. Diese können durch Rücklagen des NVH gedeckt werden – aber nur für 2022. Ab 2023 dürften höhere Zuwendungen des Kreises notwendig werden, eine Erhöhung von Landes- oder Bundeszuschüssen ist derzeit nicht in Sicht.

Effekte des 9€-Tickets

Laut Alexander Wolf, Betriebsleiter des NVH, wurden an den Verkaufsstellen des NVH rund 3.400 9€-Tickets verkauft. Erheblich mehr Tickets dürften aber über die Deutsche Bahn verkauft worden sein. Die Mindereinnahmen – beispielsweise werden den Monatskartenabonnenten von Juni bis August nur 9 Euro berechnet und die Monatskarte ist bundesweit als 9€-Ticket gültig – werden vom Corona-Rettungsschirm übernommen. Insofern entsteht dem NVH kein finanzieller Schaden.
Im Gebiet des NVH seinen keine überfüllten Busse festgestellt worden, Kapazitätsengpässe seien nicht aufgetreten. „Es gibt einen Zusammenhang zwischen Angebotsdichte und Nachfrage“, meint Wolf und stellt fest: „Wo kein Angebot, da keine Nachfrage“. Kapazitätsengpässe gebe es daher vor allem in den Ballungsräumen und auf der Schiene.

Keine Zahlen über Nutzung des 9€-Tickets im NVH

Genaue Zahlen über die Effekte des 9€-Tickets wurden offenbar nicht erhoben, zumindest kann die Pressestelle des NVH damit nicht dienen.

Mit dem 9€-Ticket im NVH-Bus. Foto: GSCHWÄTZ

Preiserhöhung notwendig

Auf Frage von Anton Baron (AfD), ob es nach dem 9€-Ticket zu einer massiven Preiserhöhung kommen müsse, antwortet Landrat Dr. Matthias Neth, dass der NVH noch keinen Vorschlag vorgelegt habe. „Aber zwei bis drei Prozent ist in dieser Realität nicht mehr abbildbar.“ Der Verkehrsverbund Stuttgart plane beispielsweise eine etwa fünfprozentige Steigerung. Zur Frage eines billigen Pauschaltarifs für den ÖPNV meint Neth: „Auf ein marodes System einen Billigtarif setzten, das funktioniert nicht. Aber wie man aus der Nummer wieder rauskommen will … viel Vergnügen“. Catherine Kern (GRÜNE) schiebt die Schuld für das marode System der Politik zu: „Hier wird eine tolle Aktion schlechtgeredet. Man hat in die Bahn nicht investiert – es gibt viel zu tun.“

Verbesserung des Angebots durch Aufhebung der Betriebsruhe

Wolf fordert nicht nur eine Verbesserung des Angebots, sondern präsentiert einen konkreten Vorschlag: Er will die Buslinien, die bisher hauptsächlich den Schülerverkehr bedienen, ausweiten und jeweils ein oder zwei Verbindungspaare auch am Vormittag fahren lassen. Bisher ist auf diesen Linien am Vormittag Betriebsruhe, die Fahrten auf diesen Linien werden erst wieder für den Schülerverkehr am Nachmittag wieder aufgenommen.

Dieses Angebot biete die zuverlässige Möglichkeit für Einkaufs- oder Arztfahrten. Außerdem seien auch die Arbeitszeiten der Berufspendler heute flexibler geworden. Außerdem, so Wolf, sei der Beruf des Busfahrers beim NVH gerade durch die langen Pausenzeiten und die damit verbundenen langen Tagesabwesenheiten sehr unattraktiv. die beauftragten Unternehmen hätten bereits Probleme, Personal zu finden. Und drittens seinen die Pausenzeiten durch den neuen Tarifvertrag WBO, der seit 1.1.2022 in Kraft ist, sehr teuer geworden:

Auszug aus dem Tarifvertrag WBO:

8.2. Mit 100 % des Stundenlohnes werden vergütet:
– Lenkzeiten (Dienst am Steuer)
– Arbeitsunterbrechungen, die unter den gesetzlichen Normen liegen,
– Pausen im ÖPNV, sofern und in dem Umfang wie der Anteil bei über
19 % – ab 01.01.2022, 17 % – ab 01.01.2023, 16 % – ab 01.01.2024, 15 % – ab 01.01.2025, 13 % – ab 01.01.2026

Längere Standzeiten sind also zu vergüten wie Lenkzeiten, „da können die Fahrer auch produktiv arbeiten“. Das bedeute, so Wolf, dass die Kosten für seinen Vorschlag sich lediglich auf 500.000 Euro jährlich beliefen, im Wesentlichen bedingt durch die Treibstoffkosten. Wolf erklärt, dass die Fahrer täglich 8-9 Stunden arbeiten, aber Schichten von 12-13 Stunden haben – diese Zeiten müssen bezahlt werden.

Nahverkehrsstrategie des Landes

Landrat Dr. Matthias Neth verweist auf die Nahverkehrsstrategie des Landes, die sogar einen Taktverkehr zwischen 5:00 und 24:00 vorschreiben will: „Die Betriebsruhe ist der Punkt, warum der NVH nicht verlässlich ist“, sagt Neth und stimmt Wolf zu: „Dort wo ein gutes Angebot ist, ist auch die Nachfrage groß“.

Düstere Aussichten

Achim Beck (FWV) stellt fest, „dass wir uns in sehr unsicheren Zeiten befinden, wo wir uns kein zusätzliches freiwilliges Angebot leisten können. Es gibt auch ein Bedürfnis nach Liquidität“, meint er und verweist darauf, dass die Gemeinden die höhere Kreisumlage bezahlen müssten.

„Die Regierung hat mit Mobilität geworben, dann soll sie auch bezahlen“, meint Anton Baron (AfD).

Michael Schenk (FDP) kann dem Vorschlag etwas abgewinnen: „“Die Aufhebung der Betriebsruhe ist der richtige Weg, man muss natürlich prüfen, wie das Angebot angenommen wird“. „Das Geld kommt so direkt zum Bürger“, meint er. Dem Nahverkehrskonzept der Landesregierung steht er trotzdem skeptisch gegenüber: „Ein 5:00 bis 24:00 Taktverkehr ist im ländlichen Raum nicht zu finanzieren“.

Unterschiedlichste Argumente Pro und Contra

„Wenn wir Klimabeschlüsse fassen, dann müssen wir diese Betriebsruhe nutzen“, meint Irmgard Kircher-Wieland (SPD). Sie erinnert daran, dass man „damals“ mit Streichbeschlüssen den Nahverkehr fast zerstört habe und fordert Mut: „Wir müssen den Mut haben, falsche Beschlüsse zu revidieren“. Dagegen spricht Rolf Weibler (CDU): „Kein Hahn hat damals gekräht, als wirs zugemacht haben. Kein Bedarf, kein Aufschrei“ und ist ansonsten ganz der Meinung von Anton Baron: „Wenn die Ideologen im Land das wollen, dann sollen sie es bezahlen.“

Catherine Kern (GRÜNE) rechnet damit, dass die steigende Inflation die Menschen dazu bringen dürfte, den ÖPNV zu benutzen, wenn sie sich das Auto vielleicht nicht mehr leisten können. Ohne ein entsprechendes ÖPNV-Angebot haben diese Menschen dann keine Chance auf Mobilität mehr – „und ÖPNV gehört zur Daseinsfürsorge“.

ÖPNV für den Tourismus

Fritz Rehm (SPD) bringt ins Spiel, wie bedeutend der ÖPNV für den Tourismus sein könnte: „Wenn wir den Tourismus aufpäppeln wollen, dann gehört das zum Gesamtkonzept“. Seine Fraktionskollegin Sabine Kübler will dem Vorschlag nicht zustimmen: „Das ist Flickschusterei, es ist ein großes Konzept nötig.

 Der NVH betreibt keine Eisenbahn

Der Vorschlag von Thomas Schmidt (AfD), dass man für die Bahn mehr Waggons bestellen solle, belustigte einige Kreisräte: Der NVH betreibt schließlich keine Züge.

Vorschlag abgelehnt

Obwohl Alexander Wolf nochmals betont, dass man wegen der Betriebsruhe bereits einige Abgänge von Fahrern hat, verwirft der Kreistag seinen Vorschlag mit 14 Ja (SPD, Grüne und einige andere) zu 21 (AfD, FW, CDU und FDP überwiegend) Nein Stimmen bei einer Enthaltung.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 

 




Es gibt Menschen, die sich so eine Fahrt gar nicht leisten können

Seit dem Start des 9-Euro-Tickets fährt unser GSCHWÄTZ_Redakteur kreuz und quer durch das Ländle, um den öffentlichen Nahverkehr zu testen.

Eine kurze 9€-Ticket-Reise war es diesmal. Es ging einfach nur von Künzelsau mit dem NVH-Bus nach Schwäbisch-Hall. Aber auch eine kurze Busfahrt von etwas mehr als einer halben Stunde kann erlebnisreich sein.

35 Minuten – nicht viel länger als mit dem Auto

Am Bussteig 5 ist der SpaceBus nach Andromeda gelandet. Das 9€-Ticket gilt im SpaceBus nicht! Foto: GSCHWÄTZ

Gut 35 Minuten benötigt der Bus vom Künzelsauer Bahnhof zum ZOB in Schwäbisch-Hall – viel weniger Zeit benötigt man mit dem Auto auch nicht von Parkplatz zu Parkplatz. Voll war der Bus außerhalb der Stoßzeiten nicht. Allerdings ist das Auto bequemer – die Sitze des Busses sind eher für Menschen mit kleineren Konfektionsgrößen dimensioniert.

Es wird geratscht

Die Enge wird aber kompensiert durch den Unterhaltungsfaktor. Die Menschen reden im Bus miteinander und wenn eine Gruppe auf den Vierersitzen beisammen sitzt und ratscht, dann erfahren auch die Mitfahrer so Einiges über ihre Mitmenschen. Vielleicht ist sogar das ein oder andere dabei, was die Menschen, über die geredet wird, selber noch gar nicht über sich wissen. Da Hohenlohe klein ist, ahnt man schnell, um wen es geht.

Eine Busfahrgemeinschaft hält zusammen

Und dann war da noch … der Mann, der ohne Maske in den Bus einsteigen wollte. Nicht etwa, weil er ein politisches Statement setzen wollte – er hatte die Maske einfach vergessen. Er hätte sogar auf der Stelle eine Maske beim Fahrer gekauft, aber dieser Service ist wohl nicht vorgesehen. Aber noch bevor er den Bus wieder verlassen mußte, hielt ihm eine Mitfahrerin eine frische Maske hin. Es geht doch nichts über Hilfsbereitschaft.

Der Preis

Die Einzelfahrt von Künzelsau nach Schwäbisch Hall kostet 6 Euro. Wir waren zu zweit unterwegs, hätten also hin und zurück im Einzeltarif 24 Euro bezahlt. Das ist bereits mehr, als die Autofahrt inklusive Parkgebühr kostet und mit jedem weiteren Mitfahrer wird die Fahrt mit dem Bus teurer. Das Tagesticket für diese Strecke kostet für zwei Personen 20,60 Euro und damit ungefähr gleichviel wie die Fahrt mit dem Auto.

Ein Anreiz, das vorhandene Familienauto stehenzulassen und einfach spontan auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, ist dieser Preis wirklich nicht – dazu hat das Auto den Vorteil, dass man mit vier Personen fahren kann, seine Einkäufe bequem im Kofferraum unterbringen kann und nicht auf einen Fahrplan angewiesen ist.

Politik muss handeln

Es gibt Menschen, die sich so eine Fahrt gar nicht leisten können.
Die Politik muss hier dringend eingreifen, wenn die geforderte Verkehrswende nicht nur eine leere Worthülse sein soll.

Die Verkehrsunternehmen können die Preise nur in einem engen Korsett anpassen, sie sind an gesetzliche Vorgaben gebunden, die nur die Landesregierung anpassen kann.

Dazu müßte sich die Politik zuallererst für die Meinung und die Anregungen der Menschen, die den Nahverkehr wegen des 9€-Tickets ausprobieren, interessieren. Bisher zeigt Verkehrsminister Winfried Hermann (GRÜNE) dieses Interesse nicht.

Text: Matthias Lauterer

 




Schulwerbung kommt in Fahrt

Die Gewerbliche Schule Künzelsau und die Karoline-Breitinger-Schule werben von nun an mit großformatig beschrifteten Linienbussen des Nahverkehr Hohenlohekreis für ihre Einrichtungen. Beide Schulen in der Trägerschaft des Hohenlohekreises stellen auf den Seitenflächen der Busse ihre jeweils typischen Bildungsgänge vor und bringen sie ins Blickfeld ihrer jungen Zielgruppe: der Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Kreis, die die Linienbusse überwiegend nutzen.

Linien von Öhringen und Krautheim nach Künzelsau

Der Bus der Karoline-Breitinger-Schule wirbt insbesondere für die vielfältigen Bildungsangebote im Bereich Hauswirtschaft und Pflege und ist zwischen Öhringen und Künzelsau unterwegs. Der Bus mit der Werbung der Gewerblichen Schule fährt auf der Linie von Krautheim über Mulfingen in die Kreisstadt. Die leuchtenden Farben und das junge Design sollen auf das Technische Gymnasium mit dem Schwerpunkt Technik und Management aufmerksam machen.

Werbung wird fünf Jahre zu sehen sein

Die beiden Busse werden für die nächsten fünf Jahre mit ihrer Werbebotschaft im Kreis unterwegs sein. Das positive ökologische Image des öffentlichen Nahverkehrs passt dabei ausgezeichnet zur Intention der Schulen.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




9-Euro-Monatsticket für den Nahverkehr auch für Schüler-Abos

Die Bundesregierung hat aufgrund steigender Energiekosten beschlossen, im Rahmen eines Entlastungspaketes ein besonderes Angebot für Bus und Bahn einzuführen: das 9-Euro-Ticket. Es soll für die Monate Juni, Juli und August 2022 zum Preis von jeweils 9 Euro pro Monat deutschlandweit im öffentlichen Nahverkehr gültig sein.

NVH Abonnenten müssen nichts tun

Alle NVHAbonnenten, so auch die Inhaber eines SunshineTickets oder einer KidCard im Abo, profitieren ebenfalls von der Sonderaktion. Sie müssen nichts unternehmen. Wir buchen während der Monate Juni und Juli für die SunshineTickets und KidCards im Abo ganz einfach nur 9 Euro statt des üblichen Preises ab.
Wer das Sunshine
Ticket bzw. die KidCard im Abo das ganze Schuljahr (durchgehend von September 2021 bis Juli 2022) bezogen hat, erhält das Bonusticket im August 2022 wie in den Vorjahren kostenlos, d.h. es wird im August nichts abgebucht. Das Bonusticket kann im August als 9EuroTicket deutschlandweit im Nahverkehr genutzt werden.
Wer kein ganzes Schuljahr
bezogen hat, kann im August das 9EuroTicket im Barverkauf erwerben.

Infos

Mehr Infos erhalten Sie auf der Homepage des HNV: 9-Euro-Monatsticket für den Nahverkehr (h3nv.de). Dort beantwortet der HNV die häufig gestellten Fragen dazu.
Für weitere Informationen steht das Team des NVH montags bis freitags von 8:00 bis 17:00 Uhr unter der Rufnummer 07940/9144-0 oder
info@nvh.de gerne zur Verfügung.

Pressemitteilung Nahverkehr Hohenlohe




Rund 60 Millionen Euro aus Rettungsschirm-Mitteln

Das Land Baden-Württemberg hilft der in Folge rasant steigender Kraftstoffpreise in Bedrängnis geratenen Busbranche durch schnelle Überweisung eines dreistelligen Millionenbetrags aus dem ÖPNV-Rettungsschirm und eine vorgezogene Auszahlung von ÖPNV-Fördermitteln. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg hervor. Aus den Rettungsschirm-Mitteln werden in den kommenden Tagen vorab gut 120 Millionen Euro überwiesen. Hinzu kommen knapp 60 Millionen Euro Vorwegzahlung von Mitteln nach dem ÖPNV-Gesetz an die kommunalen Aufgabenträger.

Das schaffe zunächst einen Zeitgewinn

„So kann die Liquidität der Betriebe für die kommenden Monate gesichert werden.“ Dies teilte Verkehrsminister Winfried Hermann  am Mittwoch nach einem Krisengipfel mit Vertreterinnen und Vertretern der Branche und der Kommunalverbände mit. Das schaffe zunächst einen Zeitgewinn, bis neue Lösungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Einigkeit bestand darin, dass Land, Verkehrsunternehmen und die kommunale Seite gemeinsam an einem Stützungspakt für den ÖPNV arbeiten. Verkehrsminister Hermann sagte: „Wir brauchen einen erweiterten und verlängerten Rettungsschirm und deutlich höhere Regionalisierungsmittel vom Bund.

Land Baden-Württemberg fordert

„Die meist kleinen und mittelständischen Busunternehmen sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in ländlichen Regionen. Ihre täglichen Leistungen im Linienverkehr sind ein wichtiger Beitrag für die Verkehrswende hin zu einer klimaschonenden Mobilität. Deshalb sind wir bereit, sie durch eine vorgezogene Auszahlung von ÖPNV-Fördermitteln zu stabilisieren. Nun müssten auch die Stadt- und Landkreise als Aufgabenträger im Busverkehr ihren Anteil für Unterstützung der Busbranche bringen.“

Klimaneutrale Antriebe gewünscht

Der Minister unterstrich: „Das Land fördert schon seit Jahren mit erheblichen und steigenden Finanzmitteln den Busverkehr. Den Einsatz klimaneutraler Antriebe mit Batterie oder Brennstoffzelle unterstützen wir in besonderem Maß.“

Den Busverbänden und den kommunalen Aufgabenträgern wurde zugesagt, dass die Fördermittel für den Busverkehr nach §15 ÖPNV-Gesetz in Höhe von 58,5 Millionen Euro bereits in den kommenden Tagen statt regulär zum 1. Oktober 2022 ausbezahlt werden.

Für den Verband baden-württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) erklärte der Vorsitzende Klaus Sedelmeier: „Wichtig ist neben den vorgezogenen Liquiditätshilfen – welche die Unternehmen nur kurzfristig entlasten – vor allem eine Übernahme der Mehrkosten. Und zwar schnell, nicht erst in zwei oder drei Monaten.“

Der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Baden-Württemberg, Ulrich Weber sagte: „Kleine und große Verkehrsunternehmen im Land sind stark betroffen von den massiven und unvorhersehbaren Energiepreissteigerungen. Wir richten uns mit der Bitte an Bund und Land, diese hohen Mehrkosten auszugleichen, z.B. durch eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel. Damit kann der ÖPNV in seiner heutigen Qualität gesichert und weiter ausgebaut werden“.

Von kommunaler Seite erklärten der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, Prof. Dr. Alexis von Komorowski, der Präsident des Gemeindetages, Steffen Jäger und die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Dr. Susanne Nusser: „Die ÖPNV-Branche muss in der aktuellen Energiekrise stabilisiert werden, denn ohne sie werden wir die Klimaschutzziele nicht erreichen. Die kommunalen Aufgabenträger werden daher die Liquiditätshilfen des Landes kurzfristig weiterreichen. Zugleich werden wir uns für den ÖPNV-Stützungspakt engagieren, den das Land gemeinsam mit den Unternehmen und den Kommunen noch vor Ostern auf den Weg bringen wird. Teil dieses Stützungspakts muss nach Auffassung der Kommunalen Landesverbände ein aus originärem Landesgeld gespeistes Sonderprogramm zugunsten der ÖPNV-Branche einschließlich der kommunalen Verkehrsunternehmen sein. Die kommunalen Aufgabenträger werden sich insbesondere auch durch Vertragsanpassungen an der Problemlösung beteiligen.“




Karoline-Breitinger-Schule ab sofort unterwegs im ganzen Landkreis

Hohenlohekreis: Da staunen Iman Al Mohamad und Annika Beck nicht schlecht: „Das ist ja noch nicer, als ich mir das vorgestellt habe!“, staunt die 22-Jährige Annika, Schülerin der Karoline-Breitinger-Schule (KBS) in Künzelsau. Die beiden Schülerinnen zieren ab sofort überlebensgroß einen regionalen Linienbus des Nahverkehrs Hohenlohe (NVH) und werben damit für die Karoline-Breitinger-Schule in Künzelsau. Sie sind beide langjährige Schülerinnen der KBS und es war ihnen ein großes Anliegen, die Werbeaktion unterstützen zu dürfen. „Dass Iman und Annika für unsere Schule werben, steht beispielhaft für den Zusammenhalt und die Wohlfühlatmosphäre an der Karoline-Breitinger-Schule“, unterstreicht Schulleiter Ansgar Hagnauer.

Zwei Schülerinnen machen Werbung für ihre Schule

Beide Schülerinnen sind seit 2018 an der KBS in Künzelsau. Iman kam Ende 2017 aus ihrer Heimat Syrien nach Deutschland und konnte die deutsche Sprache weder verstehen noch sprechen. Heute, fünf Jahre später, steht sie kurz vor dem Abitur und ist eine sehr gute Schülerin. „Mein größter Traum ist es, im Anschluss an mein Abitur Medizin zu studieren“, schwärmt die 22-Jährige. Annika kam mit dem mittleren Bildungsabschluss von der Realschule in Niedernhall. Sie besuchten zuerst gemeinsam das 1-jährige Berufskolleg Gesundheit und Pflege 1 (1BK1P) und im Anschluss das 1-jährige Berufskolleg Gesundheit und Pflege 2 (1BK2P). Mit dem erfolgreichen Bestehen erfüllten sie die Zugangsvoraussetzungen für die Berufsoberschule, an der KBS in der Fachrichtung Sozialwesen. „Mit dem Abitur in der Tasche möchte ich Psychologie studieren“, steht für Annika fest. Dass die beiden die KBS bei dieser Werbeaktion unterstützen, steht außer Frage. „Wir fühlen uns hier mega wohl und wollen, dass sich ganz viele Schüler dafür entscheiden, an die KBS zu kommen. Man hat hier alle Möglichkeiten“, betont Iman.

Karoline-Breitinger-Schule ist vielseitig

Schulleiter Ansgar Hagnauer möchte mit der Buswerbung die Vielfältigkeit an der KBS hervorheben. „Der NVH ist hierfür der ideale Partner. Sie bringen täglich unsere Schülerinnen und Schüler zuverlässig an unsere Schule, so Hagnauer.  Mit der Unterstützung des Landkreises konnte die Werbeidee schnell umgesetzt werden. Der regionale Linienbus ist für die nächsten fünf Jahre im Hohenlohekreis und den angrenzenden Landkreisen im Einsatz.

Information zur Karoline-Breitinger-Schule

Die Karoline-Breitinger Schule in Künzelsau ist eine berufliche Schule des Landkreises mit vielfältigen Bildungswegen. Diese reichen vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur. Mit ihrem Profil Gesundheit und Pflege wurde im vergangenen Jahr auch die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft in die Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau überführt. Diese neue Ausbildung beinhaltet Elemente der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Altenpflege. Hierbei kommen modernste Techniken der Robotik zum Einsatz, die die Ausbildung noch stärker professionalisieren und zukunftssicher machen. Die Ausbildung ist europaweit anerkannt. Desweiteren kann man bereits nach zwei Jahren das Abiturzeugnis in Händen halten. Voraussetzung dafür ist lediglich die mittlere Reife und eine Berufsausbildung in einem anerkannten Beruf. Das ist an der KBS über die Berufsoberschule möglich. Weitere Infos dazu unter www.kbs-kuen.de.

 




NVH-Bus die Böschung hinuntergefahren – ein Verletzter

Aus bisher unbekannter Ursache verunglückte am heutigen Freitag, 17. Dezember 2021, gegen 6 Uhr morgens ein Bus des Nahverkehrs Hohenlohe.

B19-Abzweigung zwischen Hohebach und Ailringen

Der Bus fuhr, von Ailringen kommend, quer über die B19, rutschte danach eine mehrere Meter hohe Böschung hinunter und bleib in einem Acker liegen. Der 56-jährige Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Weitere Verletzte gab es glücklicherweise nicht: Passagiere waren nicht an Bord.

Es wird mit einem Schaden im sechsstelligen Bereich gerechnet, am Bus entstand Totalschaden.

 

Text: Matthias Lauterer

Quelle: Feuerwehr Krautheim

Quelle: Feuerwehr Krautheim

 




Warum manche Busse derzeit im Hohenlohekreis ausfallen

Seit Montag, den 13. September 2021, vermutlich bis Mittwoch, den 15. September 2021, fallen diverse Buslinien des öffentlichen Nahverkehrs in Baden-Württemberg und auch im Hohenlohekreis aus.

„Ein Teil der Busse konnten wir ersetzen“

Im Hohenlohekreis sind laut Auskunft des Hohenloher Nahverkehrs in Künzelsau die Linien 19, 26 und 28 betroffen. „Ein Teil der Busse konnten wir ersetzen, aber eben nicht alle“, erklärt Herr Schön vom HNV in Künzelsau, warum die Linie 19 morgens um 6:55 Uhr nicht wie geplant vom Künzelsauer Bahnhaof abfährt, dafür aber nachmittags regulär läuft.

Die Linie 19 etwa fährt manchmal und manchmal nicht

Der Grund für den lückenhaften Ausfall ist ein von der Gewerkschaft verdi ausgerufener Streik. Aber nicht alle Busunternehmen beteiligen sich daran. Die Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH in Schwäbisch Hall beteiligt sich am Streik. Dadurch fallen teilweise die Linien 19,26 und 28 aus, die das Busunternehmen eigentlich im Hohenlohekreis abdeckt.

Stundenlandes Warten

Auf Nachfrage, warum sie streiken, verweist die Pressestelle des Busunternehmens in Stuttgart auf Verdi. Verdi wiederum erklärt gegenüber dem SWR, dass die Gewerkschaft für die rund 9.000 Fahrer:innen der privaten Omnibusunternehmen in Baden-Württemberg bezahlte Standzeiten erreichen möchte. Teilweise müssten Busfahrer:innen stundenlang warten bis zu ihrem nächsten Einsatz. AAuch den Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung will die Gewerkschaft durchsetzen. Hier gebe es schon eine Einigung, das Thema nach den Tarifverhandlungen zu regeln, so Binder. Der Streik ist bis einschließlich Mittwoch, den 15. September 2021, angesetzt, bevor es in der kommenden Woche in die siebte Verhandlungsrunde geht.

Das Schwäbisch Haller Busunternehmen ist übrigens kein privates, sondern gehört zur Deutschen Bahn. Die deutsche Bahn wiederum ist eine Aktiengesellschaft, die sich 100 Prozent in der Hand des Bundes befindet und damit in öffentlicher Hand.

 




Orstdurchfahrt Weldingsfelden gesperrt

Von Dienstag, den 14. September 2021, bis voraussichtlich Freitag, den 17. September 2021, ist die Ortsdurchfahrt K 2311 Weldingsfelden wegen Fahrbahninstandsetzungsmaßnahmen der Straßenmeisterei Künzelsau gesperrt.

Eine überörtliche Umleitung wird in beide Fahrtrichtungen ausgeschildert und erfolgt über die B19 Hohebach – Stachenhausen –  Kirchwald – K 2316 Hermuthausen – L 1022 und umgekehrt.

Der NVH darf die Streckensperrung passieren und ist von der Umleitung nicht betroffen. Die Zufahrten Hohebach – Seidelklingen und L1022 Hermuthausen – Weldingsfelden – Stachenhausen bleiben zugänglich.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises




Rufbusse und Sammeltaxis für Schwäbisch Hall

„Wir müssen den öffentlichen Nahverkehr in den nächsten Jahren deutlich ausbauen. So kann der Verkehrssektor einen wirksamen Beitrag am Klimaschutz leisten. Dafür brauchen wir mehr Züge, Busse und bessere Takte im ganzen Land. Aber: Gerade im ländlichen Raum brauchen wir auch neue und flexible Angebotsformen des öffentlichen Verkehrs“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL bei der Bekanntgabe der Landkreise, die die Förderung der „Innovationsoffensive Öffentliche Mobilität“ des Landes erhalten werden.

Fünf Landkreise ausgewählt

Um das Ziel eines landesweiten Grundangebotes im ÖPNV von frühmorgens bis spätabends im Stundentakt zu verwirklichen, hatte das Ministerium für Verkehr im Sommer 2020 die Förderung zur Ausweitung des ÖPNV-Angebots veröffentlicht. Zu den fünf ausgewählten Landkreisen gehört Schwäbisch Hall, teilt das baden-württembergische Verkehrsministerium mit. Weiter sind die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Freudenstadt und der Alb-Donau-Kreis dabei.

Angebot von frühmorgens bis spätabends sicherstellen

Künftig soll mit einer Kombination aus Linien- und Bedarfsverkehren ein attraktives Angebot im Stundentakt von frühmorgens bis spätabends sichergestellt werden. Dabei sollen auch neue Angebotsformen wie Rufbusse und Sammeltaxis eingesetzt werden. „In dünn besiedelten Gebieten und zu Zeiten, in denen nur noch wenige Menschen unterwegs sind, brauchen wir auch neue, bedarfsorientierte Mobilitätsformen, die den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entgegenkommen und gleichzeitig die Klimaschutzziele berücksichtigen. Mit den fünf Pilotprojekten schaffen wir ein attraktives Mobilitätsangebot, das den Menschen an allen Wochentagen zur Bewältigung des Alltags und zur Freizeitgestaltung zur Verfügung steht“, erläuterte Minister Hermann.

Mosaikstein in der Ausbaustrategie

Das Vorhaben des Landkreises Schwäbisch Hall verfolgt zwei eigenständige Ansätze. Zum einen soll das bereits bestehende Rufbus-Angebot auf eine stündliche Bedienung ausgeweitet werden. Die Rufbusse fahren in einem festen Fahrplan, bedienen die Haltestellen aber nur bei Vorliegen eines zuvor eingestellten Fahrtwunsches. Zum anderen soll eine stündliche Vertaktung des Verkehrsangebotes von den betroffenen Gemeinden zu den Bahnknoten sichergestellt werden. Durch die sinnvolle Verbindung der beiden Teilprojekte soll ein ganztägiges, an den Bedarf angepasstes und verlässliches Grundangebot sichergestellt werden. „Die Weiterentwicklung des RufBus-Angebotes im Landkreis Schwäbisch Hall sowie die Vertaktung des Verkehrsangebots im Landkreis mit stündlichen Verbindungen von den Gemeindehauptorten zu den Bahnknoten und den Mittelzentren ist ein wichtiger Mosaikstein in unserer Ausbaustrategie des ÖPNV. Unserem Ziel, den Anteil des öffentlichen Verkehrs auch bei uns im ländlichen Raum weiter stetig auszubauen, kommen wir Dank der Förderung des Landes Baden-Württemberg nun wieder einem Schritt näher“, sagte Landrat Gerhard Bauer.

Das Förderprogramm Innovationsoffensive Öffentliche Mobilität

Die ausgewählten Projekte werden für die Dauer von fünf Jahren durch das Ministerium finanziell mit bis zu maximal 1,8 Mio. Euro, unterstützt. Zudem haben die Landkreise zugesichert, die neuen Verkehrsleistungen für mindestens acht Jahre zu betreiben. Die Buchung der Fahrten muss per Telefon und Web-/App-basierten Buchungskanälen möglich sein. Außerdem ist ein barrierefreier Zugang zu den einzusetzenden Fahrzeugen sicherzustellen.

On-Demand-Verkehre sollen künftig weiter gestärkt werden

Mit dem Förderprogramm will die Landesregierung ihren Anspruch unterstreichen, die Fahrgastzahlen in allen öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. In den kommenden Jahren soll eine landesweite Mobilitätsgarantie für eine verlässliche Bedienung im öffentlichen Nahverkehr umgesetzt werden. Hierfür werden alle Orte in Baden-Württemberg künftig von fünf Uhr früh bis Mitternacht mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar sein. Um die Mobilitätsgarantie auch in Räumen und zu Zeiten schwacher Verkehrsnachfrage umzusetzen, beabsichtigt die Landesregierung die Aufgabenträger bei der Schaffung weiterer On-Demand-Angebote auf breiter Front zu unterstützen.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg