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„Wir sind total abgehängt. Es ist eine Katastophe“

Im Rahmen der Kreisärzteschaftssitzung vor rund zehn Tagen wurde auch die mögliche Abschaffung der Notdienste für Künzelsau scharf kritisiert und diskutiert. Der im Zuge der Krankenhausschließung in Künzelsau neu eingeführte so genannte „Sitznotdienst“, der von Anfang an in der Kritik stand, da der Arzt rein rechtlich keine Patienten behandeln, sondern nur weiterleiten da (wir berichteten), wird wohl nun wieder nach nur wenigen Monaten abgeschafft, weil  er von der Beölkerung nicht angenommen wird. Das war nicht wirklich überraschend.

„Uns fehlt das Krankenhaus“ zum Weiterbehandeln

Stattdessen soll nun der von den hiesigen Ärzten abwechselne betriebende kassenärztliche Notdienst ausgebaut werden um drei Stunden am Wochenende. Hiesige Ärzte sehen darin allerdings alles andere als einen Ausbau, sondern eher einen kompletten Abbau. Dr.  Lieselotte Wesely-Lany, stellvertretende Vorsitzende der Vorstandschaft der Kreisärzteschaft Künzelsau, erklärte auf GSCHWÄTZ-Nachfrage: „Das ist ein Kompensationsgeschäft“, weil der Sitznotdienst beendet wird. Aber eigentlich mache der Ausbau um drei weitere Stunden keinen Sinn, „denn es ist nicht mehr das, was es war“.  Das Hauptproblem: „Uns fehlt das Krankenhaus. Die Ärzte des Notfalldienstes können kein Röntgen und kein Labor anbieten. Die Bürger könnten denken, dann gehe ich gleich nach Öhringen“.

Dr. Wesely-Lany befürchtet, „dass die Kassenärztliche Vereinigung den Notfalldienst irgendwann auch zu macht, weil es sich so nicht mehr lohnt. Wir sind total abgehängt. Es ist eine Katastrophe.“