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Mit E-Autos und Schichtbussen grüner werden

// Wie sich die Hohenloher ihre Zukunft vorstellen

von Nadja Fischer

Am 20. April 2018 bekamen die Bürger des Hohenlohekreises in der Stadthalle Niedernhall die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Bürgerversammlung in die Kreisentwicklung mit einzubringen. Seit Herbst 2016 befasst sich der Hohenlohekreis mit dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel und möchte ein Zukunftskonzept erarbeiten, wie man Hohenlohe stark halten kann. „Man überlegt, was man für den ländlichen Raum tun kann, wie man den ländlichen Raum stark halten kann“, so Landrat Dr. Matthias Neth. „Es bringt nichts, wenn wir nur mit politischen Themen agieren und mit Beraterbüros arbeiten. Wir brauchen die, die den Alltag hier gestalten“, so Neth weiter.

Wie gestaltet man Kreisidentität, Mobilität, Bildung, Landschaft, Daseinsvorsorge, Wirtschaft, Gemeinschaft und Wohnen so, dass der Hohenlohekreis weiterhin attraktiv bleibt? In drei jeweils zwanzigminütigen Phasen bekamen die Bürger die Möglichkeit, ihre Meinung zu den einzelnen Handlungsfeldern zu äußern. Anmerkungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge wurden angekommen. Das Ergebnis: Mobilität – das eigene Auto ist für die Hohenloher wichtig. Hier wurde auch der Wunsch nach mehr Ladesäulen für Elektroautos geäussert und auch nach Schichtbussen für ganze Gewerbegebiete. Beim Thema Tourismus kam die Frage auf, wie man Familien verstärkt in den Hohenlohekreis bringen kann. Zum Thema Wirtschaft sehen die Hohenloher eine immer größere Gefahr, dass es in Zukunft einen Mangel an Handwerkern gibt. Diesem Trend gelte es, entgegenzuwirken. Bildung – sie sollte bereits in der Grundschule anfangen und auch dort gestärkt werden. Das Ehrenamt bräuchte Unterstützung. Weitere Problemfelder: Wohnen: Oft ist im Ortskern der Denkmalschutz ein Problem, dass behoben werden sollte. Auch eine neue Kommunikationseben für die Wohnungsvermittung sollte geschaffen werden. Landschaft: Der Flächenverbrauch müsse überdacht werden und auch, wie man Landwirtschaft und Tourismus vereinen kann. Daseinsvorsorge: Die Hohenloher machen sich Gedanken über die Gesundheitsvorsorge auf dem Land, Gaststätten sterben aus. Es fehle zudem an Angeboten für Jugendliche.

Bis Ende 2018 soll der Prozess laut dem Landratsamt zur Entwicklung des Konzeptes abgeschlossen sein. Danach soll es bestenfalls an die Umsetzung gehen.

// Fotos: GSCHWÄTZ




Einmal selbst das Zepter in der Hand halten // Video Rumpelstilzchen in Niedernhall & Interview mit Lea Richter

von Isabell Kähny

Rumpelstilzchen: Niedernhaller Kindertheater verzauberte

Das musikalische Märchen Rumpelstilzchen von Doris Kocur verzauberte vergangenes Wochenende sowohl Kinder als auch Erwachsene in der Niedernhaller Stadthalle. Sehr gut war die Theateraufführung der Nachwuchsschauspieler am Sonntag besucht – trotz strahlendem Sonnenschein.

Im Interview verriet die Regie führende Lea Richter, wie es sich anfühlt, als Nachwuchstalent einmal selbst das Zepter in der Hand zu halten.

Mit viel Herzblut brachte der Nachwuchs das märchenhafte Theaterstück auf die Bühne. Konnte die Müllerstochter Marie Stroh zu Gold spinnen? Mit einem zauberhaften Männchen an ihrer Seite gelang ihr dieses Kunststück im Schlaf. Die Folge: Sie heiratete den König. Gemeinsam bekamen sie einen kleinen Prinzen, den Marie Rumpelstilzchen in Zeiten der Angst versprochen hatte. Um das Baby nicht zu verlieren, setzte das Königspaar alles daran, den Namen des Männchens herauszufinden – denn dies war die Bedingung, den Prinzen behalten zu dürfen. Das war Spannung pur in der Stadthalle. Den Kindern gefiel das abwechslungsreiche Theaterstück, bei dem auch einige Schokoladen-Goldstücke ins Publikum flatterten. Und auch die Erwachsenen applaudierten kräftig.

Auf der Bühne die Nachwuchsschauspieler der Theatergruppe Niedernhall e.V.:

Rumpelstilzchen: Nico Poleschner

Marie: Helen Richter

König: Mika Schweigert

Hans: Anna Frieben

Müllerin: Jule Sturm

Soldat 1: Lena Poleschner

Soldat 2: Sarah Kraus

Freundin: Lana Durina

Katze: Ida Mettendorfer

Tanzkinder (Feen): Pia Hörmann, Mila Kraus, Pia Mettendorfer, Lisa-Marie Wurst

Regie: Lea Richter




Filetierung des Kerl-Areals in Niedernhall

Bei der Gemeinderatsitzung in Niedernhall am Montag, den 16. April 2018, sollte beschlossen werden, was mit dem Kerl-Areal passiert. Das zwei Hektar große Gelände, das die Stadt Niedernhall 2015 für 1,2 Millionen Euro erwarb, soll als Fläche für den Einzelhandel und/oder weitere Gewerbe vorgesehen sein. ( Zwei Hektar sind 20.000 Quadratmeter // somit hat die Stadt Niedernhall 60 Euro pro Quadratmeter bezahlt.)

Voch bevor alles Weitere besprochen wurde, verweis Bürgermeister Achim Beck darauf, dass unter anderem Klaus Richter entschuldigt sei. Beim Thema Bürgerfragen begründeten zwei Bürger ihren Unmut über die aktuelle Situation der Strafanzeige, die Klaus Richter gegen Achim Beck und den Gemeinderat gestellt hat (siehe GSCHWÄTZ Berichterstattung / Link unten). „Ich wollte Herrn Richter direkt fragen, wann er seine Leidenszeit und die Leidenszeit des Gemeinderates beenden wolle. Ich hätte einen Tipp: Er soll die Strafanzeige einfach zurücknehmen. Da er seit 24 Jahren im Gemeinderat und seit 14 Jahren stellvertretender Bürgermeister ist, hat es mich sehr gewundert, dass er durch seine Verhaltens- und Vorgehensweise eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der bürgerlichen Liste (Anmerkung der Redaktion: gemeint war die bürgerliche Wählervereinigung), im Gemeinderat und auch in Zusammenarbeit mit dem Herrn Bürgermeister zerstört hat. Deshalb wäre meine direkte Frage gewesen, wann er als stellvertretender Bürgermeister und wann er als Gemeinderat zurücktritt“, so ein Bürger. Ein weiterer Bürger: „Schade, dass Herr Richter nicht da ist. Er ist stellvertretender Bürgermeister und er hat bei mir eine Vorbildfunktion. Eine Vorbildfunktion verstehe ich darin, dass diese  innerhalb des Stadtrates mit dem Herrn Bürgermeister zusammen besprochen werden und das man da nicht jedes Mal auf das Gericht rennen muss. Das ist ein unmöglicher Vorgang. Es ist wirklich schade, dass Herr Richter nicht anwesend ist, sonst hätte ich ihn gefragt, warum er nicht zurücktritt und den Stadtrat seine Arbeit machen lässt.“ Weitere Worte zu diesem Thema und dem Thema Strafanzeige fielen an diesem Abend nicht.

Vielmehr wurde über die Umbauarbeiten gesprochen, die im Zuge des umstrittenen Kaufs des Kerl-Areals eventuell getätigt werden müssen.

Das Problem mit dem Kerl-Areal sei, so Bürgermeister Achim Beck, der Verkehr am Knotenpunkt der Weißbacher Straße an der Ampel mit der Abbiegung auf die Kocherbrücke (L1044/L1045/Criesbacher Straße). Die Abbiegespuren sind mit ihren 25 Metern zu kurz und somit staut sich der Verkehr. Ein Kreisverkehr wäre eine Lösung, jedoch nicht umsetzbar, ohne die Kocherbrücke zu erweitern, damit LKW´s keine Probleme beim Verlassen des Kreisverkehrs haben – somit ist ein Kreisverkehr nicht umsetzbar. Die andere Option: Die Abbiegespuren müssen verlängert werden. Das Ingenieurbüro Dreikant (Verkehrsplaner) und das Ingenieurbüro Zimmermann (Verkehrsuntersuchung) stellten die Lösung der T-Kreuzung vor. Die Criesbacher Straße könnte von der Kreuzung abgekoppelt werden und dafür schafft man eine Abbiegespur durchs Kerl-Areal. Die Linksabbiegespur in Richtung Kocherbrücke, aus Richtung Ingelfingen kommend, soll dann auf 252 Meter verlängert werden.

Da es sich aber um die Verbesserung der Wartezeit auf Straßen des Landes handelt, muss das Land sich an den Kosten beteiligen. Aber bis das geklärt ist, ob tatsächlich eine Abbiegespur durch das Kerl-Areal gezogen wird, kann nichts weiter geplant werden. „Es wird bestimmt noch ein halbes Jahr dauern, bis man genaueres zur Erschließung des Kerl-Areal sagen kann“, so Bürgermeister Achim Beck. Beck weiter: „Ich habe mir immer gewünscht, eine Abbiegespur ganz weit vorne zu haben, jetzt wird sie aber womöglich direkt an den Rossmann grenzen. Was wir so nie haben wollten, weil wir den Einzelhandel gerade in dem Bereich etwas weiterentwickeln möchten, etwa auf die Hälfte oder Zweidrittel des gesamten Fläche des Areals. Genau das ist jetzt nicht mehr möglich, nämlich, dass es ein Areal wird. Sondern man muss tatsächlich eine öffentliche Straße überqueren, wenn man dort zum Einzelhandel möchte.“ Sprich: Das Areal würde durch die neue Straße in zwei Hälften geteilt, auf der einen Seite wären Neukauf und Rossmann, auf der anderen Seite das neue Einzelhandelsareal.

// Fotos: GSCHWÄTZ

// Mehr Informationen zu diesem Thema:




Was wird aus Niedernhalls Filetstück? Bürgermeister schweigt über Kaufpreis

Während die Ermittlungen noch laufen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist beim Kauf des Kerl-Areals, ein Filet-Grundstück nahe der Innenstadt, das sich die Stadt Niedernhall  2015 gesichert hat, spricht der Gemeinderat in der nächsten Sitzung darüber, was damit gemacht werden soll. Die Gerüchteküche brodelt. Manche Niedernhaller spekuliereren, dass die Stadt ihren Wert steigern möchte, in dem sie ein attraktives Wohnumfeld schaffen wolle mit weiteren Einkaufsmöglichkeiten. Wiederum andere tippen darauf, dass das Areal letzten Endes weiterverkauft werde an eine Firma. Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck wiegelt auf GSCHWÄTZ-Nachfrage ab: „Es gibt noch keine konkrete Entscheidung, welche Bebauung für das Kerl-Areal vorgesehen ist. Allerdings hat der Gemeinderat in einer Sitzung im Jahr 2017 entschieden, dass keine Wohnbebauung erfolgt.“ In der kommenden Sitzung am Montag, den 16. April 2018, werde der Gemeinderat über die Erschließung des Areals entscheiden. Der nicht-öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 17.30 Uhr, der öffentliche Teil um 19 Uhr.

// Wo genau befindet sich das Kerl-Areal? //

Mit dem so genannten Kerl-Areal ist das Grundstück gemeint, das bis vor kurzem noch der Sägewerks-Firma Kerl Laubhölzer gehört hat. Das Areal grenzt an die Drogerie Rossmann an und erstreckt sich bis zur katholischen Kirche nahe der Kocherbrücke. Es liegt direkt an der Kochertalstraße am Ortseingang von Niedernhall, von Ingelfingen kommend auf der rechten Seite. Auf die Frage, wieviel die Stadt für das Grundstück bezahlt hat, sagt Achim Beck: „Bei den Kosten handelt es sich um eine Grundstücksangelegenheit, die ich vertraulich behandle.“

// Warum ermittelt die Staatsanwaltschaft? //

Der stellvertretende Bürgermeister von Niedernhall, Klaus Richter, wirft dem Gemeinderat und dem Bürgermeister unter anderem vor, Dinge in nichtöffentlichen Sitzungen beschlossen zu haben, die eigentlich in öffentlichen Sitzungen behandelt hätten werden müssen. Konkret geht es um das Kerl-Areal des Betriebes Kerl Laubhölzer in Niedernhall, das die Stadt gekauft hat. Klaus Richter hat gegen Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck sowie gegen den gesamten Gemeinderat geklagt. Achim Beck teilte auf Anfrage in einer Stellungnahme gegenüber GSCHWÄTZ mit: Am 27. November 2017 sei „eine Strafanzeige wegen Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit der Sache „Kerl-Areal“ bei der Generalstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Stuttgart gegen mich – Achim Beck – als Bürgermeister eingereicht“ worden. „Dies wurde mir in einem Gespräch am 21. Februar 2018 durch die Kriminalpolizei Künzelsau mitgeteilt.“ Der Gemeinderat sei umgehend per E-Mail über diese Vorwürfe informiert worden. Weiter sagte Beck: „Die Generalstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Stuttgart ist jedoch nicht zuständig und hat das Verfahren beziehungsweise die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Heilbronn/Schwäbisch Hall weitergegeben. Daher ist die Kriminalpolizei Künzelsau für die Ermittlung in dieser Sache und Vernehmung von mir zuständig. Die Kriminalpolizei Künzelsau stellt die weitere Ermittlung/Vernehmung bis zur Entscheidung über die derzeit beim Verwaltungsgericht Stuttgart laufende Feststellungsklage zurück. Danach wird die Staatsanwaltschaft über die Strafanzeige befinden. Bitte beachten Sie, dass ich je nach Ausgang der Strafanzeige meine persönlichen Konsequenzen aus dem Verfahren ziehen werde. Anfragen zur Strafanzeige werden von mir vor der Vernehmung nicht beantwortet.“




AfD-Landtagsabgeordneter Anton Baron über Achim Beck, Angelina Jolie und die AfD

Für wen würden Sie sich entscheiden? Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann oder Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck? Für Angelina Jolie oder Jennifer Aniston? Für Angela Merkel oder Martin Schulz? Für Donald Trump oder Wladimir Putin? Bei unserem Video-Interview mit dem jungen AfD-Landtagsabgeordneten Anton Baron hatte dieser die Qual der Wahl. Wir sprachen mit ihm aber auch über lokale Baustellen: Warum er denkt, dass das Solebad Niedernhall gute Überlebenschancen hat und „auch das Hohenloher Krankenhaus in Künzelsau nicht hätte geschlossen werden müssen“. Er berichtet uns, wie schwer es seine Partei im Stuttgarter Landtag hat. Wir wollten aber auch von ihm wissen: Warum ist er in die AfD eingetreten und wie nahe steht die Partei der NPD?

Das Interview wurde in Niedernhall am Freitag, den 16. MÄrz 2018, in Niedernhall am Solebad und im Rössle in Niedernhall gedreht. Die Drehbedingungen waren suboptimal. Es stürmte und regnete. Anton Baron präsentierte sich trotz der widrigen Bedingungen bestens gelaunt.

Interview: Dr. Sandra Hartmann: Kamera und Schnitt: Dr. Felix Kribus

// Anton Baron //

Anton Baron wurde am 03. November 1987 in der ehemaligen Sowjetunion, im heutigen Kasachstan, geboren. Seit er vier ist, lebt er in Deutschland. Baron ist seit 2014 Mitglied der AfD und wurde 2016 von den Hohenlohern in den Stuttgarter Landtag gewählt. Der studierte Wirtschaftsingenieur arbeitete bis dahin bei einem Künzelsauer Unternehmen als Produktmanager. Baron ist parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion und ein Vertrauter von Jörg Meuthen. Seine Wahlheimat ist Niedernhall. Von dort pendelt er nach Stuttgart.

// Der nächste Interviewpartner //

Beim nächsten Videointerview geht es nach Künzelsau. Dort sprechen wir mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Hohenlohe, Hans-Jürgen Saknus über die zähen Groko-Verhandlungen, was wir von der neuen Bundesregierung erwarten können, wie es im Inneren der SPD derzeit ausschaut.

// Das Interview mit Anton Baron lesen Sie in unserer neuen Printausgabe, ab 01. April 2018, überall im Einzelhandel.

 




Kontoführung // bis zu 400 Prozent teurer

Wer vor vielen Jahren ein Girokonto bei den Sparkassen und Volksbanken hatte, musste keine Kontoführungsgebühren bezahlen. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Was vor Jahren noch umsonst war, kostet jetzt 8,25 Euro pro Quartal, also 33 Euro im Jahr. Voraussetzung ist ein monatlicher Zahlungseingang von 1000 Euro.

Aufgrund des äußerst niedrigen Zinsniveaus, so argumentieren die Banken, seien die Erträge im klassischen Einlagen- und Kreditgeschäft deutlich zurückgegangen. Die von der europäischen Zentralbank (EZB) eingeführten Strafzinsen drücken darüber hinaus zusätzlich auf die Profitabilität der Banken. Doch an der Differenz von Guthaben- und Kreditzinssatz zwischen 0,1 und über zehn Prozent (für geduldete Überziehung) kann immer noch gut verdient werden. Darüber hinaus haben die Banken in der vergangenen Zeit ordentlich an der Gebührenschraube für die Führung von Girokonten gedreht.

Schauen wir uns bei den drei regionalen Banken und Sparkassen um und beginnen mit der Raiffeisenbank Kocher-Jagst eG (RBKJ):

Die RBJK entstand 2001 durch den Zusammenschluss der Raiffeisenbank Dörzbach eG, der Raiffeisenbank Mulfingen und Umgebung eG, der Raiffeisenbank Niedernhall eG, der Raiffeisenbank Schöntal eG und der Ingelfinger Raiffeisenbank mit Hauptsitz in Ingelfingen.

Schon vor einigen Jahren wurde eine Kontoführungsgebühr von 2,75 Euro pro Monat eingeführt. Ein Nachdenken über einen Kontowechsel lohnte sich noch nicht. Nun soll aber diese Grundgebühr auf vier Euro erhöht werden, also eine Steigerung um knapp 45 Prozent.
Hierbei sind vier Barauszahlungen pro Monat inklusive. Auf alle weiteren Transaktionen kommen dann aber folgende Kosten hinzu:

// Zahle ich im Supermarkt mit meiner EC-Karte, kostet dies 20 Cent pro
Buchung.
// Überweist mein Chef mir das Gehalt, soll ich künftig 20 Cent dafür bezahlen.

// Überweist die Bank mir die Zinsen, behält sie auch dafür 20 Cent ein.
// Ich verkaufe etwas bei Ebay – und die Bank ist wieder mit 20 Cent am Erlös beteiligt.
// Der Kleingewinn beim Gewinnsparen reduziert sich von fünf auf 4,80 Euro.
// Für die monatlichen Lastschriften vom Handyanbieter, Stromlieferant und so weiter ist noch einmal ein Euro fällig.
// Bei 25 solcher Transaktionen summiert sich der Betrag auf fünf Euro/Monat. Bei 50 Buchungen steigert sich dieser Betrag dann auf zehn Euro.
// Beim Homebanking kostet das Bezahlen von Rechnungen aber nur zehn Cent.

Zusammengefasst:
Gegenüber dem Monatspreis von aktuell 2,75 Euro müssen ab 1. Januar 2018 bei 50 Transaktionen knapp 14 Euro pro Monat berappt werden. Das ist eine Steigerung um 400 Prozent.

Beschränkt man sich auf 25 Buchungen mit Benutzung einer Kreditkarte, wäre das eine Preiserhöhung um „nur“ etwas mehr als 200 Prozent.

Vergleichen wir die Kosten mit der Volksbank Hohenlohe. Das Basiskonto für Privatkunden kostet monatlich vier Euro bei einem monatlichen Zahlungseingang von 1.000 Euro. Barauszahlungen am Schalter kosten 50 Cent, am Geldautomaten 35 Cent, dabei sind fünf Abhebungen kostenfrei. Die Ausführung einer Überweisung kostet 50 Cent am Schalter, eine Transaktion mit der EC-Karte beim Supermarkt 15 Cent, beim Service-Terminal 25 Cent. Die Einlösung einer Lastschrift wird mit 35 Cent belastet. Holt man seine Kontoauszüge am Drucker ab, werden jeweils 50 Cent berechnet, die Zustellung kostet 1,25 Euro. Die monatlichen Durchschnittskosten belaufen sich je nach Inanspruchnahme bei fünf Lastschriften auf 1,75 Euro, zehn Transaktionen mit der EC-Karte kosten zwei Euro, zweimal Nutzung des Kontoauszugsdruckers ein Euro. Dies ergibt eine monatliche Gesamtsumme von 8,75 Euro. Die Visacard Classic sowie die Mastercard Classic kosten pro Jahr 29,90 Euro.

Der Preisaushang der Sparkasse Hohenlohe ist etwas kompakter: Das Girokonto Classic kostet monatlich 4,90 Euro und ermöglicht fünf kostenlose Barabhebungen. Transaktionen, so genannte Unbarbuchungen, werden mit 35 Cent belastet. Vergleichen wir die angenommenen Durchschnittskosten der Volksbank, ergibt sich eine Summe von 8,65 Euro, wobei die Standard-Kreditkarten Visa und Mastercard mit nur 24 Euro in Rechnung gestellt werden.

Fazit: Wer weiterhin die Vorzüge des Filialnetzes in Hohenlohe in Anspruch nehmen will, muss sich leider mit den hohen Gebühren abfinden, denn die Preisunterschiede bei diesen drei Bankinstituten sind minimal. Die einzige Alternative wären überregionale Banken, wo die Führung eines Girokontos noch kostenlos ist. Im nationalen Ranking steht hier die ING-DiBa mit 56000 Automaten an erster Stelle . Bei der Internet-Bank gibt es für Bargeldabhebungen auch eine kostenlose Kreditkarte, die man zur kostenlosen Bargeldabhebung natürlich auch braucht.

Ein Kontenwechsel wird von Internetbanken zudem recht leicht gemacht: Die neuen Anbieter lesen die Daten mit der Legitimation des Kunden des abzulösenden Kontos mit Hilfe der „Kontowechselfunktion“ der alten Geschäftspartner aus und bestätigen den Kontowechsel schriftlich per Post. Und schon ist der Kontowechsel erledigt.

Der Nachteil: Es gibt im Hohenlohekreis keine Filiale und damit auch keinen direkten Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen.

Quellen // Hohenlohe-Blogger Matthias Lauterer; Sparkasse Hohenlohe; RBKJ Hohenlohe und Volksbank Hohenlohe

 




„Unsere Gegend ist hierfür nicht geeignet“

Die fünfte Jahreszeit steht vor der Tür: Fasching, Fastnet oder Karneval – wie man es auch immer nennen möchte. Eigentlich begonnen schon am 11. November 2017 um 11.11 Uhr, aber zwischendrin haben der November als Trauermonat, Weihnachten, Silvester und die Heiligen drei Könige die Narrenzeit in den Hintergrund verbannt. Aber jetzt ist es wieder soweit: Helau, narri narro und Alaaf. Verkleiden, Masken und Umzüge sind angesagt. Und obwohl das Kocher- und Jagsttal nicht als die Hochburg des Faschings gilt, hat Gschwätz-Reporter Felix Kribus doch einige Hohenloher Faschingsliebhaber getroffen. Allerdings nicht nur, wie man in unserem Umfragevideo zum Thema Fasching sieht.

Foto // Archiv/Lemia




Solebad Niedernhall: AfD-Landtagabgeordneter Baron schreibt offenen Brief ans Land

Der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron (30) bittet in einem zweiseitigen Brief an Minister des Landes Baden-Württemberg, die Fördermöglichkeiten für das Niedernhaller Solebad zu prüfen. Unter anderem schrieb Baron an Guido Wolf, Minister für Justiz und Europa in Baden-Württemberg, der auch für Tourismus zuständig ist: „Niedernhall liegt recht zentral zwischen den Heilbädern in Schwäbisch Hall, Bad Mergentheim, Bad Rappenau, Bad Wimpfen und dem bayerisch-fränkischen Bad Windsheim. Dementsprechend ist es als realistische Gefahr zu betrachten, dass ein Teil der derzeitigen Badegäste nach Bayern abwandern könnte. Auch dies sollte aus Sicht des baden-württembergischen Tourismus gewiss verhindert werden.“

Ein zweiter Brief mit Barons Unterschrift ging an Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft in Baden-Württemberg. Darin betont Baron: „Für eine rural geprägte Region wie meinen Wahlkreis Hohenlohe ist es von großer Bedeutung, dass auch dort den Bürgern eine gesundheitsfördernde Infrastruktur zur Verfügung steht, nicht zuletzt, weil es sich dabei um einen wichtigen Standortvorteil handelt. Eine dementsprechende Einrichtung von regionaler Relevanz ist das Solebad der Stadt Niedernhall. So besuchen etwa zwei Drittel der Badegäste das Heilbad aus anderen Gemeinden des Landkreises, zum Teil aus gesundheitlichen Gründen. Ebenfalls beschäftigt das Bad 13 Arbeitnehmer in unterschiedlichen Funktionen. Die fünf Bademeister betreuen im Sommer auch das benachbarte Freibad.“

Ein dritter Brief erhielt Peter Hauk, Minister des ländlichen Raumes. Wegen „des Erhalts von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum“, fragt Baron, ob nicht doch eine Chance auf Fördermöglichkeiten für das Solebad bestünde. Zuvor hatte das Land der Anfrage der Stadt nach Geldern aus dem Fonds „Entwicklung des ländlichen Raumes“ (ELR) eine Absage erteilt. Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck hatte diese Absage öffentlich kritisiert.

Der Unternehmer und Niedernhaller Bürger Reinhold Würth hat kürzlich am Neujahrsempfang der Stadt eine Spende für das Solebad von 1,5 Millionen Euro zugesichert für eine Sanierung beziehungsweise einen Neubau des dringend sanierungsbedürtigen Bades. Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag, Anton Baron, wohnt ebenfalls in Niedernhall.

Fotos // Archiv/GSCHWÄTZ; AfD; Bundesrat; Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg;

 

 




Eine Frage der Ehre

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann über die Solebad-Debatte in Niedernhall und warum Bürgermeister Achim Beck viel Mut bewiesen hat
 
Keine Frage. Es wäre auch günstiger gegangen. 30.000 Euro für eine PR- und Mitmachkampagne mit anschließender Auswertung – das ist viel Geld. Man hätte auch über das Niedernhaller Mitteilungsblatt Informationen und Fragebögen verbreiten können und Mitarbeiter des städtischen Rathauses hätten Plakate kleben können – ohne ein teures Beratungsbüro, das alles organisiert.
 
Im Bezug auf die Auswertung zeichnet sich schon jetzt eine große Mehrheit ab, die das Solebad keinesfalls aufgeben will – natürlich darf man dabei nicht vergessen, dass sich in der Regel eher diejenigen bei Mitmachaktionen beteiligen und sich zu Wort melden, die sich für das Solebad einsetzen. Denjenigen, denen es egal ist, werden sich schon allein aus Desinteresse weniger häufig beteiligen.
 
Was Achim Beck mit der wirklich sehr originell gestalteten Kampagne gelungen ist, ist für Aufmerksamkeit zu sorgen – und zwar weit über den Tellerrand von Niedernhall hinaus. Und das war auch beabsichtigt. Offen und deutlich kritisiert er das Regierungspräsidium Stuttgart am vergangenen Donnerstag bei der Auftaktveranstaltung mit seiner bisherigen Absage, das Gesundheitsbad finanziell zu unterstützen. Das ist mutig und ein wichtiger Schritt in einem Land, in dem man entweder ganz arm oder ganz reich sein muss, um Geld vom Staat zu bekommen. So ist es auch mit den Städten und Kommunen. Kurstädte und Metropolen bekommen hohe staatliche Zuwendungen. Finanzschwache Kommunen ebenso. Und die Städte und Gemeinden dazwischen?
 
Fast sarkastisch merkt Beck – völlig zu Recht – an: Ohne die finanzielle Unterstützung bei der Sanierung oder dem Neubau werden wir zur finanzschwachen Kommune. Dann hätten wir wieder Anspruch auf Hilfen.“ Es ist ein Fehler im System. Und es trifft Städte und Kommunen im ländlichen Raum, die dadurch immer mehr ausbluten und kämpfen müssen für Zuschüsse jedweder Art. Achim Beck hat einen ersten Schritt getan und Stuttgarts Verteilungsprinzip kritisiert. Weitere Bürgermeister, lokale Politiker und Entscheidungsträger müssen folgen.



Beck zieht blank: So schaut die Zukunft des Solebades Niedernhall aus

Gleich zu Beginn der Auftaktveranstaltung zur Zukunft des Solebades in Niedernhall am Donnerstag, den 07. Dezember 2017, in der Stadthalle Niedernhall entschuldigt sich Matthias Burgbacher. Sein Beraterbüro Plan:kooperativ hat die Plakate mit provokativen Überschriften wie: Niedernhall bleibt. Das Solebad auch?“, entworfen und überall in Niedernhall verteilen lassen. Diese PR-Kampagne sollte in erster Linie Aufmerksamkeit erregen, so Burgbacher. „Aber nicht jeder habe das so verstanden, so kritische Stimmen aus dem Publikum.

Der Bürgermeister indes will nicht in eine Ecke gedrängt werden. Sanierung, Neubau, Schließung – alles sei offen beim Solebad Niedernhall, betont Achim Beck. Aber ein paar Sachen sind ihm wichtig:

  1. Bürgerbeteiligung

Deshalb gab es am vergangenen Donnerstag eine Auftaktveranstaltung für alle interessierten Bürger mit der Kernfrage: Ob und wenn ja, wie es weitergehen soll mit dem defizitären und sanierungsbedürftigen Solebad. Fast alle Stühle waren belegt. Beck wollte im Vorfeld schon bei möglichst vielen Menschen Gehör finden und dass sich in Niedernhall und darüber hinaus Menschen über das Solebad unterhalten, Meinungen austauschen, diskutieren um eine bestmögliche Lösung. Daher hat die Stadt Niedernhall das Beratungsbüro Plan:kooperativ unter anderem beauftragt, Plakate entwerfen lassen mit provokativen Überschriften wie: Niedernhall bleibt. Das Solebad auch? Bei einigen Bürgern kam diese Zuspitzung nicht so gut an. Sein Ziel hat Beck aber erreicht: Das Solebad ist derzeit in vieler Munde. Plan:kooperativ layoutet aber nicht nur Plakate, sondern wickelt den gesamten Bürgerbeteiligungsprozess zum Thema Solebad ab. Schon bei der Neuausrichtung des Kelterareals hat Beck die Dienste von Plan:kooperativ in Anspruch genommen. Nach der Auftaktveranstaltung wollen die Berater Fragebögen an die Bürger und Besucher des Solebades verteilen, Anfang Januar soll eine Aktionswoche folgen, in der alle Bürger und Interessierten eingeladen sind, das Solebad einmal anders zu erleben: Mit Wein oder als After-Work-Erlebnis oder als Familienbad. Am Ende wertet Plan:kooperativ die Ergebnisse aus und präsentiert  sie den 15 Köpfen im Gemeinderat. Manch ein Bürger hat bei der gestrigen Veranstaltung allerdings die Kosten der PR-Kampagne kritisiert.  Diese belaufen sich auf immerhin 30.000 Euro, die für Beck angesichts der eventuell anstehenden Neubaukosten von rund 8 Millionen allerdings nicht wirklich ins Gewicht fallen.

  1. Beck fordert Zuschüsse

Was ihn richtig „frustriert“ habe, sagt Achim Beck an der Auftaktveranstaltung zur Solebad-Debatte, sei dass es zumindest bislang keine Aussicht auf Landeszuschüsse für das Solebad gebe. Beck fordert für das Gesundheitsbad Zuschüsse vom Land für die Sanierung beziehungsweise den Neubau ein. Das Regierungspräsidium erteilte ihm bislang eine Absage. Für diese Zuschüsse zieht Beck blank, sprich, er legt klar und deutlich offen, welche Ausgaben Niedernhall in den kommenden zehn Jahren zu stemmen hat, unter anderem die Sanierung des Bildungszentrums und die  Grundschule, die mit insgesamt 9,3 Millionen ins Gewicht fallen, wobei es hierfür aber insgesamt 2,3 Millionen Fördermittel gibt. Auch der Hochwasserschutz kostet über 5,6 Millionen Euro, kann aber mit 70 Prozent mit Fördergeldern bezahlt werden. Hinzukommen die Sanierung und der Ausbau der Kläranlage mit 3 Millionen Euro und ein Straßenbauprogramm von zwei Millionen. Ob es für solche Fälle wie dem Solebad keine Rücklagen gibt?, fragt ein Besucher. 5 Millionen seien an Rücklagen vorhanden, allerdings müssen in den nächsten Jahren auch noch andere Dinge bezahlt werden, wie etwa ein neues Feuerwehrfahrzeug, so der Bürgermeister. Bislang begründete das Regierungspräsidium seine Absage damit, dass Niedernhall weder Kurort noch finanzschwach sei und auch bei den Förderprogrammen zur Erhaltung des Ländlichen Raumes (ELR) nicht berücksichtig werden könne, da, so Beck, „die Bäder, die der Erholung oder der Gesundheitsförderung dienen, nicht gefördert werden.“ Sein Fazit: „Die Gesundheit der Menschen im ländlichen Raum wird nicht unterstützt.“

Mütter, die sich bei der Auftaktveranstaltung zu Wort gemeldet haben, und auch Beck plädieren dafür, das Solebad –  sollte es zu einem Neubau kommen –  für die nur einen Steinwurf entfernte Grundschule und das Bildungszentrum und damit für einen Schwimmunterricht für die Schüler zu öffnen. Das Solewasser sei  laut einem ortsansässigen Arzt unbedenklich für Kinder, so Beck auf Nachfrage eines Zuhörers, allerdings sollten die Kinder nur 20 Minuten darin baden und dann pausieren. Durch die Öffnung für einen Schulschwimmunterricht tue sich vielleicht auch nochmal die Chance auf einen Fördertopf des Landes auf. Der Bürgermeister betont:

„Ohne Zuschüsse, Zuwendungen oder Mittel von Dritten wird die Finanzierung für mich undenkbar“

  1. Sympathisiert mit Neubau-Variante mit Öffnung für Familien an bestimmten Tagen

Bei einer Sanierung des Altbaus sieht Achim Beck die Gefahr eines „Fasses ohne Boden“. Besser zu kalkulieren seien die Kosten, wenn man einen Neubau mache und diesen an bestimmten Tagen, etwa am Wochenende, für Familien mit Kindern öffne, um eine breitere Masse anzusprechen. Eine Sanierung bedeute auch, dass das Solebad für etwa zwei Jahre geschlossen bleiben würde, so Beck. Er befürchtet, dass sich Kunden dann in andere Bäder nach Bad Mergentheim oder Schwäbisch Hall umorientieren. Was würde bei einem Neubau mit dem alten Gebäude passieren? Da die Stadt sich seit längerem überlegt, neben dem Solebad Wohnmobilstellplätze für Touristen zu platzieren,  hatte ein Zuhörer vorgeschlagen, die alten  Räume zu einer Art Bistro für die Camper umzuwandeln.

Auf folgende Links klicken, um die Rede von Achim Beck im Video zu sehen:

https://youtu.be/190GFGbcMWk

https://youtu.be/9ObRVKw67x0

https://youtu.be/hZZ8WaTQhoA

 


Zitate:

„Die Gesundheit der Menschen im ländlichen Raum wird nicht unterstützt.“

(Bürgermeister Achim Beck kritisiert die Absage des Regierungspräsidiums für eine finanzielle Förderung des Solebades)

„Ich kann Ihnen heute nicht garantieren, wie es dann letztendlich auch mit dem Freibad aussieht“

(Bürgermeister Achim Beck im Bezug auf eine mögliche Schließung des Solebades)

// Bürgerstimmen

„Stirbt das Solebad, stirbt das Freibad.“

„Ihre PR-Aktion hat viel Diskussion ausgelöst.“

„Ohne Touristen stirbt Niedernhall.“

„Die schütteln den Kopf, wie wir hier mit dem Geld umgehen.“

„Wir geben 30.000 Euro dafür aus, dass wir betteln wollen.“

„Wir brauchen keine Zuschüsse. Wir schaffen das so.“

„Die PR-Kampagne war nicht gerade glücklich. Vor allem älteren Bürgern war nicht ganz klar, dass es nur eine PR-Aktion war.“

„Es wäre jammerschade, wenn wir auf das Solebad verzichten müssten.“

„Wir könnten das Solebad umbennen in Gesundheitstempel.“

„Ich gehe mit meiner Frau seit 60 Jahren ins Solebad und bin seitdem gesund.“

„Wir als Gemeinderäte empfinden die Beteiligungsaktion als gute Sache und ich wünsche mir, dass jeder mitmacht.“

„Eventuell wären Firmen oder Privatpersonen bereit, uns zu unterstützen.“

„Ä altes Ding saniere, do hasch ä Glump. Beim Neubau hasch was Gscheits.“

„Wir könnten die Gewerbesteuer erhöhen, um das Solebad zu finanzieren.“

„Eine Interaktion zwischen dem Solebad und der Schule fehlt. In der Nachbargemeinde wird schwimmen integriert in den Schulbetrieb.“

„Die Schwimmfähigkeit der Kinder zu fördern, wäre wichtig.“

„Es gibt keine objektbezogenen Rücklagen.“

(Achim Beck auf die Frage, ob denn keine Rücklagen gebildet wurden)

„Die Veranstaltung war sehr informativ, auch die Schaubilder waren gut. Wer sich informiert, kann auch mitentscheiden.“ (Helga und Dieter Maisenhölder aus Niedernhall)

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Zahlen, Daten & Fakten im Überblick

1. Schreibt das Solebad rote Zahlen?

Das Solebad feiert im Mai 2018 30-jähriges Bestehen.

Als das Solebad vor 30 Jahren aufgemacht wurde, rechnete man mit 100 Besuchern durchschnittlich am Tag. Es ist besser gelaufen als prognostiert: 226 Badegäste hatte das Solebad in den vergangenen 30 Jahren im Durchschnitt. Allerdings sind die Zahlen in den vergangenen Jahren rückläufig. Waren es zu den Hochzeiten um das Jahr 2002 300 Besucher täglich, sind es heute nur noch 180. Das Solebad schreibt im Durschnitt jedes Jahr 300.000 Euro Verlust.

Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck legt die Zahlen des Solebades offen.

Wer war schon mal im Solebad?, fragte Matthias Burgbacher bei der Auftaktveranstaltung.  7 Prozent der Besucher sind Niedernhaller, der Rest Auswärtige. Die überwiegende Zahl der Besucher ist älter als 60.

2. Wie sanierungsbedürftig ist das Solebad?

Sehr, so Gerold Winter vom Büro Fritz Planung GmbH aus Aalen. Der Ingenieur hat mit seinem Team das Solebad in Niedernhall auf Herz und Nieren abgeklopft. Dabei sind nicht gerade appetitliche Fotos entstanden (siehe Video). Vielleicht könne man noch drei oder vier Jahre so weitermachen, aber dann kämen immer größere Reparaturen. Das Salz der Sole habe sich überall abgelagert und reingefressen. Das Becken ist undicht, der Estrich durchnässt. Dies schädigt mittelfristig die Bauteile. Hinzu kommen extrem hohe Wärmeverluste an den Fenstern und Dächern. Auch statische Risse gebe es. Eine Sanierung würde über 6,5 Millionen kosten, schätzt Winter bei der gestrigen Auftaktveranstaltung in der Niedernhaller Stadthalle. Ein Neubau rund 8 Millionen – je nachdem, welche Wünsche das neue Bad erfüllen soll.

3. Sanierung in unterschiedlicher Form

Es gibt auch die Möglichkeit einer Sanierung plus Umbau/Ausbau.  „Sanierung und Optimierung des Bestandes“, heißt die Variante 1 des Planungsbüros Fritz. Hier sollen neben der Sanierung noch Ruhe- und Aufenthaltsflächen geschaffen werden sowie ein Personalraum. Zusätzliche Kosten: 800.000 Euro. Käme noch ein Gastronomiebereich hinzu, läge man bei rund 1 Million Euro. Mit Nichtschwimmerbereich kostet das Ganze rund 3,5 Millionen – zusätzlich zu den 6,5 Millionen Sanierungskosten.

4. Wie sicher sind die Neubaukosten / Sanierungskosten?

Gerold winter von Fritz Planung hat auf diese Publikumsfrage auf die rund 180 Bäder verwiesen, die sein Büro bislang gebaut/umgebaut hat. Die Kosten seien gut kalkuliert, aber 15 Prozent kann die Prognose letzten Endes davon abweichen. Bei 8 Millionen wären das 1,2 Millionen Euro.