„Das fing mit Knubbel am Hals an“
Sie wurde schon vor dem ersten Impftermin darauf hingewiesen: Die erste Impfung wäre gut verträglich, die zweite Coronaimpfung könnte mehr Nebenwirkungen auslösen. Und so kam es dann auch für die junge Frau aus dem Hohenlohekreis, die nicht mit Namen genannt werden möchte (der Redaktion ist der Name bekannt).
Ein übermäßig großer Durst
Die Frau hatte mit starkem Schüttelfrost zu kämpfen, in Abwechslung mit Schweißausbrüchen. Fieber zwischen 38 und 39 Grad, stechende Kopfschmerzen und Gliederschmerzen kamen hinzu und ein übermäßig großer Durst. Viele der hier aufgeführten Nebenwirkungen sind nicht ungewöhnlich. ( https://www.merkur.de/welt/coronavirus-impfung-nebenwirkungen-impfstoff-deutschland-rki-fieber-biontech-pfizer-schmerzen-90151842.html )
Nebenwirkungen online melden
Die Frau hat ihre Nebenwirkungen dem dafür zuständigen Paul-Ehrlich-Institut online gemeldet:
Das Paul-Ehrlich-Institut hat seit Ende Dezember 2020, seitdem die Coronaimpfungen gestartet sind, immer wieder über Nebenwirkungen berichtet, die aber in den meisten Fällen „leicht bis moderat“ ausgefallen seien. ( https://www.mdr.de/thueringen/corona-impfung-nebenwirkungen-100.html ) Doch was heißt „moderat“? Würde das Paul-Ehrlich-Institut die Nebenwirkungen der Frau noch als moderat einstufen?
Bei Atemnot sofort ins Krankenhaus
Immerhin berichtet die Betroffene auch von „starkem Ausschlag und Schwellungen am ganzen Körper“. Von ihrer Hausärztin bekam sie aufgrund ihrer Impfreaktion zunächst Ibuprofen verschrieben. Als der Ausschlag dazu gekommen ist, sollte sie auch Cetirizin nehmen, ein Medikament gegen allergische Reaktionen. Falls sie Atemnot bekäme, solle sie sofort ins Krankenhaus. Ihr sei es „noch nie so schlecht gegangen“, sagt die Frau. „Das fing mit Knubbel am Hals an.“ Dann sei der „gesamte Oberkörper inklusive des Rückens hinzugekommen. Der Ausschlag erinnere ein wenig an den Ausschlag beim Pfeifferischen Drüsenfieber. Am nächsten Morgen sei er aber wieder verschwunden
Könnten Nanopartikel der Grund für die starke Reaktion vor allem bei jungen Menschen sein?
Was könnte der Grund für die starke Impfreaktion sein? Die Frau bekam zwei unterschiedliche Chargen von BioNTech/Pfizer gespritzt. Warum kann die zweite Impfung eine heftigere Reaktion auslösen könnte als die erste? ( https://www.pharmazeutische-zeitung.de/mehr-nebenwirkungen-nach-zweiter-covid-19-impfung-123073/ )
Wir haben das Paul-Ehrlich-Institut dazu gefragt. Eine Antwort steht noch aus. Die junge Frau jedenfalls war zum Impfzeitpunkt laut eigenen Aussagen gesund, hat keine Vorerkrankungen. Die Hausärztin vermutet, dass sie auf sogenannte Nanopartikel so heftig reagiert habe. Das passiere häufiger – vor allem bei jungen Menschen. Hierzu gibt es tatsächlich auch einen Artikel, der in der angesehenen Wissenschaftspublikation Science veröffentlicht wurde. Es seien „Lipid-Nanopartikel, in die die mRNA verpackt ist“, die so heftige Reaktionen auslösen könne. ( https://scontent-frt3-2.xx.fbcdn.net/v/t1.15752-0/p480x480/142133096_204994584700435_4402826713964010277_n.jpg?_nc_cat=103&ccb=2&_nc_sid=ae9488&_nc_ohc=PhZfQGdcoioAX-HQlQu&_nc_ht=scontent-frt3-2.xx&tp=6&oh=1107ec7cbfc3e0759acf61aca3338525&oe=603480E6 )
Text: Dr. Sandra Hartmann