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„Wir möchten zeigen, was in Künzelsau alles entsteht“

Bereits zum zweiten Mal kommt Sebastian Frey nach Künzelsau, um mit Interessierten die „Natur-nah-dran“-Fläche an den Wertwiesen zu erkunden, schreibt die Stadtverwaltung Künzelsau in einer Pressemitteilung. Bei der Bürgerexkursion am Samstag, den 10. Juli 2021, um 14 Uhr wird der Diplom-Landschaftsökologe aus Neckarsulm zeigen, welche Pflanzen mit welchen Techniken angelegt wurden und hilfreiche Tipps geben, wie die Erhaltung der Vielzahl von Lebewesen auch im eigenen Garten umgesetzt werden kann.

Anlage- und Pflegetipps

Er unterstützt den Künzelsauer Bauhof bei der Umsetzung der „Natur-nah-dran“-Flächen in Künzelsau. Alle Teilnehmer:innen erhalten einen Flyer des NABU mit Anlage- und Pflegetipps und einem Probe-Saatgut für eine kleine Fläche zu Hause. Sebastian Frey freut sich: „Schon bei der ersten Bürgerexkursion waren viele Neugierige mit dabei. Ich freue mich, dass wir mit den „Natur-nah-dran“-Flächen Begeisterung und Interesse geweckt haben.“ Treffpunkt in den Wertwiesen unterhalb des Schlosses Bartenau.

Anmeldung

Aufgrund der aktuellen Corona-Vorschriften ist eine Voranmeldung bei Helen Bühler von der Stadtverwaltung Künzelsau unter Telefon 07940/129 120 oder per E-Mail an mailto:helen.buehler@kuenzelsau.de mit Angabe der Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefon oder E-Mail) erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.

Hinweis zu Fotoaufnahmen

Im Rahmen von städtischen Veranstaltungen werden Foto- und Videoaufnahmen erstellt. Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären sich die Teilnehmer:innen mit der Veröffentlichung der Aufnahmen, auf denen auch sie eventuell abgebildet sind, für unsere Kommunikationszwecke und die Kommunikationszwecke des NABU einverstanden. Wer das nicht möchte, soll die Fotografen oder Mitarbeiter vor Ort ansprechen.

Hintergrund zum Strategiethema „Zukunft Wohnen“

„Wir gestalten gemeinsam unsere Zukunft in Künzelsau!“ Mit diesem Ziel hat der Gemeinderat mit der Stadtverwaltung Künzelsau die „Strategie 2030“ ins Leben gerufen. Jedes Jahr steht ein anderes Thema im Mittelpunkt – im Jahr 2021 das Thema „Zukunft Wohnen“. „In einem interessanten Begleitprogramm möchten wir zeigen, was in Künzelsau alles entsteht und wie lebenswert die Stadt ist“, so Bürgermeister Stefan Neumann in der Mitteilung. Themen wie Neubau oder Sanierung, Künzelsauer Baugebiete oder die biologische Vielfalt stehen im Fokus und werden in Vorträgen, bei Spaziergängen oder Baubegehungen nähergebracht.

Landesweites Projekt

Biologische Vielfalt wird in Künzelsau großgeschrieben: Mit „Natur nah dran“-Flächen und Aktionen soll die Erhaltung der Vielzahl von Lebewesen und die Vielfalt von Lebensräumen gefördert werden. Künzelsau ist eine von 15 Städten und Gemeinden, die sich erfolgreich um eine Teilnahme am landesweiten Projekt „Natur nah dran“ für 2020 beworben hatte und eine Förderung erhält. Bei der Planung und Umsetzung dieser Flächen wird die Stadtverwaltung Künzelsau von der Planbar Güthler GmbH aus Ludwigsburg und von Sebastian Frey, Diplom-Landschaftsökologe aus Neckarsulm, unterstützt. Weitere Informationen unter http://www.kuenzelsau.de/wohnen2021.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Die „Natur-nah-dran“-Fläche an den Wertwiesen hat sich in den vergangenen Wochen weiterentwickelt. Foto: Olivier Schniepp/Foto Linke GmbH




Mehr Natur für Künzelsau

Seit Mitte Oktober werden die im Rahmen des Projekts „Natur nah dran“ ausgewählten Flächen in Künzelsau vorbereitet, um sie in blühende Blumenwiesen und Wildstaudenflächen umzuwandeln, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. So wurde das alte Erdreich von Rasen- und Beet-Flächen in den Wertwiesen ausgebaggert und mit einem Gemisch aus Schotter und Kompost wieder aufgefüllt. Dies sei nötig, damit die Wildblumen und Wildstauden dort gedeihen können – sie benötigen einen sehr mageren Boden um wachsen zu können. „Das neu eingebrachte Schotter-Kompost-Gemisch hat außerdem den Vorteil, dass es nahezu unkrautfrei ist“, so Sebastian Frey in der Mitteilung. „Durch den teilweisen Bodenaustausch werden die im Boden schlummernden Samen von weniger erwünschten und sich schnell ausbreitenden Pflanzen wie Melde, Knöterich oder Weißklee entfernt. Die Blumensamen und Stauden die nun ausgebracht werden, sind für relativ trockene Standorte geeignet und haben einen verhältnismäßig geringen Pflegeaufwand“, erklärt der Diplom Landschaftsökologe aus Neckarsulm. Er berät die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs im Auftrag des NABU bei der Neuanlage der naturnahen Grünflächen.

Ursprünglichen landschaftlichen Zustand kopieren

Sebastian Frey hat sich in der letzten Oktober-Woche mit dem stellvertretenden Bauhofleiter Jochen Lutz und zwei Gärtnern des städtischen Bauhofs in den Wertwiesen getroffen. Auf seinem Klemmbrett hat er eine lange Liste mit Pflanzen, die alle in den Boden kommen. Am Rand der Parkplätze werden die teils noch bestehenden Sträucher mit heimischen Wildsträuchern und Wildrosen zu einer gemischten blühenden Hecke ergänzt. Sie dient als Nistgehölz für Vögel und Insekten. Die Wildformen unter anderem von Königskerze, Steppensalbei, Natternkopf, Färberkamille oder Lein werden in den neuen Saumstreifen und den Blumenwiesen Nahrung und Unterschlupf für Insekten und Kleinlebewesen sein. „Wir möchten eine Kopie eines ursprünglichen landschaftlichen Zustandes erreichen“, sagt Sebastian Frey.

Wertvolle Lebensräume brauchen Zeit sich zu entwickeln

Schon ab dem nächsten Frühjahr erwarten das Bauhofteam und NABU-Projektleiter Martin Klatt eine reiche Blüte für Tiere wie Mauerbienen, Stieglitze oder Schachbrettfalter. „Es braucht jetzt etwas Geduld, aber in den nächsten ein bis zwei Jahren werden sich die Flächen zu wertvollen und langjährigen Lebensräumen entwickeln.“

Start in den Wertwiesen

Weitere naturnahe Flächen sollen im Stadtgebiet noch geschaffen werden. „Heute sind wir mit Sebastian Frey noch entlang des Kochers im Innenstadtbereich unterwegs, um zu schauen, wo wir noch Flächen naturnah umgestalten können“, so Jochen Lutz. „Der Rat des Fachmanns ist für uns in der praktischen Umsetzung sehr wertvoll und hilft uns auch weiter bei der richtigen Pflege der neuen naturnahen Grünflächen.“ Die ersten, in Künzelsau mit „Natur nah dran“ umgewandelte Flächen liegen in den Wertwiesen. An diesen Grünflächen werden vorübergehend Schilder aufgestellt, die kurz und knapp erklären, warum Baggerarbeiten stattgefunden haben und Substrat eingearbeitet wurde. Später werden diese durch feste Infotafeln ersetzt, die auf die wertvollen Lebensräume für die biologische Vielfalt hinweisen.

Landesweites Projekt

Künzelsau ist eine von 15 Städten und Gemeinden, die sich erfolgreich um eine Teilnahme am landesweiten Projekt „Natur nah dran“ für 2020 beworben hatten. Das Kooperationsprojekt des NABU und des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) unterstützt von 2016 bis 2020 jährlich bis zu 15 Kommunen bei der Anlage naturnaher Grünflächen. Jede teilnehmende Kommune erhält eine Zuwendung in Höhe von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal 15.000 Euro.

Weitere Informationen sowie kurze Videos zum Projekt gibt es unter http://www.Naturnahdran.de.

 

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Austausch unter Experten (v.l.): Gärtner des Baufhofs, der stellvertretende Bauhofleiter Jochen Lutz und der Landschaftsökologe Sebastian Frey. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

 

Die Grasnarbe wird abgetragen und ein Schottergemisch eingebracht. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

 

 




Kleine Biotope sollen in Künzelsau entstehen

Vielfältig, naturnah und insektenfreundlich: Am Dienstag, den 05. Mai 2020, nahmen rund 50 Vertreter der für 2020 ausgewählten „Natur nah dran“-Kommunen an einer Online-Schulung im Rahmen des NABU-Projektes teil. NABU steht für Naturschutzbund Deutschland – Landesverband Baden-Württemberg e. V.. Die Teilnehmer erhielten bei der Veranstaltung Anregungen und Tipps, wie im Siedlungsraum artenreiche Lebensräume für Wildbienen, Distelfinken und Schwalbenschwänze geschaffen werden können.

Grünflächen werden in Biotope umgewandelt

Bei einer gemeinsamen Begehung am Donnerstag, den 07. Mai 2020, an den Künzelsauer Wertwiesen erkundeten Marina Schukowski-Hust (Stadtbauamt Künzelsau), Jochen Lutz und Sascha Krämer (beide Bauhof Künzelsau), Brigitte Vogel und Heike Kutzner vom NABU, Kerstin Schlange (Planbar Güthler) und Sebastian Frey (Naturgartenplaner), wie sich die Maßnahmen vor Ort umsetzen lassen. Dabei nahmen sie Grünflächen in Augenschein, die in Künzelsau im Laufe des Projekts in kleine Biotope umgewandelt werden sollen. Die Fachleute begutachteten neben den Wertwiesen auch einen Standort in Gaisbach an der Waldenburger Straße und einen Standort am Goldberg und gaben erste Empfehlungen für die passenden Maßnahmen. Beispielsweise, ob eine Fläche grundlegend umgestaltet werden sollte, um einen dauerhaften Erfolg zu ermöglichen.

„Das Entscheidende dabei ist: Geduld, Geduld, Geduld.“

Die Begehung der Flächen bildet gemeinsam mit der Schulung die Grundlage für den nächsten Schritt: die Detailplanung für die ausgewählten Flächen. Anschließend geht es dann an die Umsetzung. „Das Entscheidende dabei ist: Geduld, Geduld, Geduld“, betonte NABU-Projektleiter Martin Klatt. Das bestätigten die Erfahrungen aus Kommunen, die bereits länger ihre Flächen umgestalten, so Klatt weiter: „Dabei kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz. Auf manchen Flächen funktioniert das oft auf Anhieb gut, andere brauchen vielleicht etwas länger.“

„Auf den Flächen entstehen wertvolle Wildpflanzenflächen.“

Warum sich das für die Natur und die teilnehmenden Kommunen lohnt, erläuterte Martin Klatt in der Online-Schulung: „Auf den Projektflächen entstehen wertvolle Wildpflanzenflächen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickeln werden. Für die Insekten zählt jeder Quadratmeter“. Bei der Anlage naturnaher Flächen gebe es aber einiges zu beachten. Zwar würden einjährige Blühmischungen im ersten Jahr toll aussehen, müssten aber jährlich neu eingesät werden und verursachen daher in der folgenden Zeit mehr Arbeit. Die Teilnehmer verschafften sich bei der Online-Schulung einen ersten Eindruck, wie dauerhafte und dem Standort angepasste mehrjährige Blumenwiesen und Wildstaudenbeete angelegt werden.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau