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Künzelsau verliert Mustang

Nun ist der Deal durch: Mustang zieht nach Schwäbisch Hall. Das betrifft die gesamte Mustang-Mitarbeiterbelegschaft – bis auf das Outlet, das soll Künzelsau laut der Südwestpresse (SWP) erhalten bleiben – eventuell auch das Mustang Museum, was aber noch nicht sicher sei, so SWP. Ein Lebensmittelmarkt soll an der Stelle in der Austraße neben Zoo Schierle und gegenüber von Metzger Reisen platziert werden. Ein Lebensmittelmarkt, den es schon einmal gab, nur anders verpackt. Lesen Sie mehr:

 

 




Rewe überlegt Supermarkt in Künzelsaus Innenstadt

Bekommt Künzelsaus Innenstadt bald wieder einen Supermarkt? Die Handelskette REWE bestätigte nun auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, dass „Künzelsau ein interessanter Standort für uns ist“, so Susanne Amann, Pressesprecherin der Region Südwest. Weiter heißt es: „Wir sind auch an dem Mustanggelände (Anm. der Redaktion: in der Lindenstraße, gegenüber von Metzger Reisen und hinter Zoo Schierle) interessiert, da wir hier Potenzial für einen Supermarkt mit Nahversorgerfunktion sehen.“ Konkreter wollte Susanne Amann aber nicht werden, da  „noch nichts spruchreif“ sei, „sodass wir Ihnen keine weiteren Auskünfte geben können“. Ein Kauf des Geländes stehe aber nicht zur Disposition. Viele Künzelsauer werden sich noch an den HL-Markt erinnern, der kleine Supermarkt direkt in Künzelsaus Innenstadt, nur ein paar Meter hinter der Eisdiele am alten Rathaus entfernt. Dieser wurde 2006 trotz Bürgerprotesten geschlossen – und gehörte REWE.

 




„Wir sind auf dem richtigen Weg“

Dietmar Axt, Geschäftsführer von Mustang Jeans in Künzelsau, hat unsere Fragen zur Neuausrichtung von Mustang beantwortet.

„Wir sind froh“, sagt Dietmar Axt, Chef von Mustang Jeans in Künzelsau auf die Anfrage von GSCHWÄTZ, „dass Roland Berger objektiv bestätigen konnte, dass wir heute bereits auf dem richtigen Weg sind, Mustang in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“ Welche Maßnahmen wurden dabei ergriffen? In seinem Antwortschreiben an unsere Redaktion GSCHWÄTZ spricht Axt von einer neuen „Systemlandschaft für eine zeitgemäße Multichannel-Struktur“, von einer „Verschlankung des Lieferantenportfolio“, von einer „Optimierung des Kollektionskonzepts“ und „nachhaltigen Partnerschaften im Wholesale“.

Zurück zur Jeans

Übersetzt heißt das: Es gibt nun ein besseres IT- und EDV-System. Warenwirtschaft, Kassensystem, Kommunikation mit Lieferanten, Finanbuchhaltungssystem – alles soll in Zukunft besser aufeinander abgestimmt werdem und, da wo es Sinn macht, miteinander vernetzt sein. Beispiel Warenwirtschaft. So sollen die betreffenden Mitarbeiter stets am Computer nachvollziehen können, in welchem Produktionsstatus sich beispielsweise eine Jeans befindet.
Ist der Prototyp gerade noch in der Mache oder begutachtet ihn bereits der Designer, um letzte Änderungen wie etwa andere Knöpfe anzuweisen?

Zurück zu den Wurzeln, heißt nun das Prinzip von Mustang, weg von Lizenzgeschäften wie beispielsweise Bogner und zurück zum Kerngeschäft: der Jeans. Oder auch Denim, wenn man die Oberteile und Jeansjacken mit hineinnimmt. Von Bogner hat man sich im Januar 2017 in gegenseitigem Einvernehmen getrennt.

Dietmar Axt, Geschäftsführer von Mustang. Quelle: Mustang

„Neue Arbeitsplätze geschaffen, nicht abgebaut“

Auch von manchen Lieferanten hat sich Mustang verabschiedet und setzt dabei lieber auf weniger und bessere Zulieferer. Begriffe wie Menschenrechte, Nachhaltigkeit, Kinderarbeit fallen. Aber wie werden die Lieferanten geprüft? Die Produzenten werden zertifiziert nach ihren Produktionsbedingungen, heißt es.
Die Denim-Lieferanten kommen derzeit zu 70 Prozent aus Europa, Türkei und Tunesien.
Welche Rolle spielt Roland Berger bei diesen ganzen Veränderungen? Mustang habe die Maßnahmen selbst in Angriff genommen, Roland Berger stand beratend und bewertend zur Seite, heißt es.
Die wichtigste Aussage bei dem Veränderungsprozess aber lautet: Laut Dietmar Axt wurden „neue Arbeitsplätze geschaffen – nicht abgebaut“.