Dietmar Axt, Geschäftsführer von Mustang Jeans in Künzelsau, hat unsere Fragen zur Neuausrichtung von Mustang beantwortet.
„Wir sind froh“, sagt Dietmar Axt, Chef von Mustang Jeans in Künzelsau auf die Anfrage von GSCHWÄTZ, „dass Roland Berger objektiv bestätigen konnte, dass wir heute bereits auf dem richtigen Weg sind, Mustang in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“ Welche Maßnahmen wurden dabei ergriffen? In seinem Antwortschreiben an unsere Redaktion GSCHWÄTZ spricht Axt von einer neuen „Systemlandschaft für eine zeitgemäße Multichannel-Struktur“, von einer „Verschlankung des Lieferantenportfolio“, von einer „Optimierung des Kollektionskonzepts“ und „nachhaltigen Partnerschaften im Wholesale“.
Zurück zur Jeans
Übersetzt heißt das: Es gibt nun ein besseres IT- und EDV-System. Warenwirtschaft, Kassensystem, Kommunikation mit Lieferanten, Finanbuchhaltungssystem – alles soll in Zukunft besser aufeinander abgestimmt werdem und, da wo es Sinn macht, miteinander vernetzt sein. Beispiel Warenwirtschaft. So sollen die betreffenden Mitarbeiter stets am Computer nachvollziehen können, in welchem Produktionsstatus sich beispielsweise eine Jeans befindet.
Ist der Prototyp gerade noch in der Mache oder begutachtet ihn bereits der Designer, um letzte Änderungen wie etwa andere Knöpfe anzuweisen?
Zurück zu den Wurzeln, heißt nun das Prinzip von Mustang, weg von Lizenzgeschäften wie beispielsweise Bogner und zurück zum Kerngeschäft: der Jeans. Oder auch Denim, wenn man die Oberteile und Jeansjacken mit hineinnimmt. Von Bogner hat man sich im Januar 2017 in gegenseitigem Einvernehmen getrennt.

Dietmar Axt, Geschäftsführer von Mustang. Quelle: Mustang
„Neue Arbeitsplätze geschaffen, nicht abgebaut“
Auch von manchen Lieferanten hat sich Mustang verabschiedet und setzt dabei lieber auf weniger und bessere Zulieferer. Begriffe wie Menschenrechte, Nachhaltigkeit, Kinderarbeit fallen. Aber wie werden die Lieferanten geprüft? Die Produzenten werden zertifiziert nach ihren Produktionsbedingungen, heißt es.
Die Denim-Lieferanten kommen derzeit zu 70 Prozent aus Europa, Türkei und Tunesien.
Welche Rolle spielt Roland Berger bei diesen ganzen Veränderungen? Mustang habe die Maßnahmen selbst in Angriff genommen, Roland Berger stand beratend und bewertend zur Seite, heißt es.
Die wichtigste Aussage bei dem Veränderungsprozess aber lautet: Laut Dietmar Axt wurden „neue Arbeitsplätze geschaffen – nicht abgebaut“.