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So wurde uns auch die frische Luft aus dem Stundenplan gestrichen

Die Maskenpflicht hat die eine oder andere Infektionskette verringert. Sie ist eine gute Maßnahme im Schutz vor Corona und gehört mittlerweile zum Alltag dazu. Aufgrund der zahlreichen Neuinfektionen wurde die Maskenpflicht seit Montag, den 19.10.2020 in den Schulen verschärft.  Laut der Regierung müssen die Masken nun auch im Unterricht getragen werden. Kopfschmerzen, das Gefühl zu wenig Luft zu bekommen oder gar keine und die Beschwerden der Schüler sind ständiger Begleiter im Unterricht.

Die Maskenpflicht ist für mich teilweise widersprüchlich und hat Folgen

Meiner Meinung nach ist das Maskentragen sinnvoll und im Unterricht noch sinnvoller, weil vor der neuen Regelung hat man nur darauf geachtet, die unterschiedlichen Klassen auseinander zu halten, aber in der Klasse hatte man Kontakte. Jetzt versucht man durch die neue Verordnung auch die Kontakte in der eigenen Klasse zu minimieren. Aber dennoch habe ich meine Probleme mit der Maskenpflicht im Unterricht. Denn für mich ist sie teilweise widersprüchlich und sie hat Folgen.

Ich habe Schwimmunterricht mit meiner Klasse und das ohne Maske und Abstand

Zum Beispiel gehe ich auf eine Ganztagesschule, das heißt ich habe acht Stunden Unterricht am Tag. In diesen acht Schulstunden wird von mir erwartet, dass ich meine Maske ununterbrochen trage und die geforderte Leistung erbringe. Mit Maske ist das jedoch etwas schwieriger geworden. Ich merke, dass meine Konzentration schneller nachlässt und ich auch sehr schnell Kopfschmerzen bekomme. Ärzte und auch Arzthelfer oder Arzthelferinnen müssen auch den ganzen Tag eine Maske tragen und sind das mittlerweile schon gewohnt. Wir Kinder und Jugendlichen sind das noch nicht gewohnt und es ist sehr anstrengend für uns das zu schaffen, aber ich versuche mein Bestes zu geben. Das Paradoxe an der Maskenpflicht im Unterricht ist jedoch, dass es in manchen Schulstunden nicht möglich und den Schülern auch nicht zumutbar ist eine Maske zu tragen. Und so ist es, dass ich mit meiner ganzen Klasse Schwimmunterricht habe und wir uns alle im selben Becken befinden, ohne die Abstandsregeln einhalten zu können und natürlich ohne Maske. In der Schule wird sehr genau darauf geachtet, dass man sich nicht mit anderen Klassen vermischt und immer in der eigenen festen Klasse ist. Aber wenn man dann schaut, wie kunterbunt die Kinder an der Bushaltestelle stehen, kann man erkennen, dass das Konzept der Corona Maßnahmen noch Lücken aufweist.

 Auch das Reden mit den anderen aus meiner Klasse fällt mir schwer aufgrund der Maske

Es hat sich vieles wegen Corona geändert und so wurde uns auch die frische Luft aus dem Stundenplan gestrichen, denn auch in der Pause, auf dem Schulhof, gilt die Maskenpflicht. Ich mag die Pause an der frischen Luft, mit Maske ist es aber nicht leicht, sie wirklich zu genießen, da man seine eigene Luft die ganze Zeit einatmet. Auch das Reden mit den anderen aus meiner Klasse fällt mir schwer aufgrund der Maske. Dies ist auch ein häufiges Problem im Unterricht, dass man seine Mitschüler und auch manchmal seinen Lehrer kaum oder schlecht versteht. Genauso ist es auch umgekehrt, dass die Lehrer die Schüler nicht verstehen. So muss viel wiederholt werden und das ist vergeudete Zeit.

Nicht nur die Schüler haben ihre Probleme mit der Maskenpflicht, sondern auch die Lehrer

Ich habe das Konzept nicht mit offenen Armen empfangen, aber ich halte mich daran. Das liegt auch daran, dass ich zu einer Gruppe Schüler gehöre, die noch einen Nachteil mehr haben als andere. Die Brillenträger. Wenn man zu dieser Gruppe gehört, so wie ich hat man den Nachteil, dass aufgrund der Maske die Brille ständig beschlägt. Das stört mich sehr, aber mit der Zeit habe ich ein paar Tricks herausgefunden, wie ich die Maske so tragen kann, dass es seltener bis gar nicht mehr passiert. Dennoch kann es manchmal ein nerviger Begleiter sein. Außerdem denke ich, dass nicht nur die Schüler ihre Probleme mit der Maskenpflicht haben, sondern auch die Lehrer. Ich denke, dass sie ziemlich überfordert sind mit der neuen Situation, denn auch ihnen fällt es bestimmt nicht leicht, die Maske immer aufzuhaben und ständig Schüler zurechtzuweisen, sich an die Regeln der Maske zu halten.

Auch wenn ich meine Probleme mit der Maskenpflicht habe und ich sie in der Schule manchmal als widersprüchlich sehe, halte ich mich an die neue Regel und jeder der seine Maske nach den geltenden Regeln aufsetzt, trägt dazu bei, dass das Konzept auch funktioniert und sinnvoll bleibt. Hierbei ist es dann kontraproduktiv, wenn sich einige Schüler Atteste gegen die Maskenpflicht von ihrem Arzt herausschreiben lassen, aufgrund einer „angeblichen“ Krankheit. Das heißt, die Schüler mit so einem Attest sind von der Maskenpflicht an der Schule befreit. Aber dabei schützen sie sich und andere auch nicht gegen Corona. Ich will niemandem einem Risiko aussetzen. Ich schütze andere und mich, wenn ich eine Maske trage und werde das auch weiterhin einhalten.

Von Cora-Lee Pusker

Mit Maske lernen. Foto: GSCHWÄTZ

 




Niedernhallerin näht Masken aus bunten Stoffen

Rund 100 Mund-Nase-Masken hat Marina Reisacher bereits genäht – ausschließlich für den privaten Bereich, für Familie und Freunde. „Ich habe bereits vorher genäht und den Spaß daran möchte ich gene behalten“, sagt die Niedernhallerin, die ursprünglich aus Mainz stammt. Hauptberuflich ist sie in der Pflege auf Schloss Stetten tätig ist. Zuerst war da eine Physiotherapeutin, die sie fragte, ob sie nicht Masken nähen könne. Dann kam eine Freundin mit der gleichen Frage. „Das zog dann schnell Kreise“, blickt sie zurück.

Eine halbe Stunde für eine Maske

Immer, wenn ihre zweieinhalbjährigen Zwillinge schlafen, setzt sich die junge Mutter an ihre Nähmaschine und legt los. Rund eine halbe Stunde benötige sie für eine Maske. „Ich habe eine Schablone, damit geht das ganz schnell“, erklärt sie. Die bunten Stoffe bezieht sie über das Internet. „Die sind mittlerweile auch teurer geworden“, sagt sie. Rund zehn Euro pro Meter koste die Baumwolle zurzeit. Doch durch den leichten Baumwollstoff könne man besser atmen.

Nähmaschine gesucht

Zusätzlich zu ihren Masken kann man bei Marina Reisacher eine Art Bügel aus Kunststoff bekommen. „Den druckt ein Bekannter mit seinem 3D-Drucker“, erklärt sie. In dem Bügel können die Bänder Masken befestigt werden, der Bügel selbst liegt am Hinterkopf des Maskenträgers an. „Das ist vor allem für Menschen interessant, die die Bänder an den Ohren nicht leiden können“, erklärt die Hobby-Näherin.

Übers Wochenende hat Marina Reisacher 20 Masken angefertigt. Bei der vorletzten hat ihre Nähmaschine den Geist aufgegeben. Sie ist aber bereits auf der Suche nach einer Neuen.

Die Stadtverwaltung Niedernhall hat die Bürger im Zuge der Coronapandemie dazu aufgerufen, 4.000 Mundschutzmasken zu nähen. Rund 1.500 Masken sind so bislang bereits zusammengekommen.

Text: Sonja Bossert

Die Masken von Marina Reisacher sind aus bunten Baumwollstoffen. Foto: GSCHWÄTZ

Dieser Kunststoffbügel hält die Bänder der Maske von den Ohren ab. Foto: GSCHWÄTZ