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„Mobilität im ländlichen Raum – bezahlbar, klimafreundlich, schnell und zuverlässig“

Zur Veranstaltung „Mobilität im ländlichen Raum – bezahlbar, klimafreundlich, schnell und zuverlässig“ lädt der SPD- Bundestagsabgeordnete Kevin Leiser am Freitag, dem 15. Juli 2022, um 18.00 Uhr nach Schwäbisch Hall ins Restaurant „Alt
Hall“ (Gelbinger Gasse 32) ein.

Referentin des Abends wird die SPD-Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori aus Mannheim (Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages) sein.

„Mobilität, Verkehr und Infrastruktur sind in unserer Region bekanntlich viel diskutierte Themen“

Ob A 6 oder Hohenlohebahn, B 19 oder Murrbahn Mobilität, Verkehr und Infrastruktur sind in unserer Region bekanntlich viel diskutierte Themen. Was muss jetzt getan werden, damit hier buchstäblich Bewegung hineinkommt? Wie organisieren wir,
gerade in unserer ländlich geprägten Flächenregion, in Zukunft vernetzte, saubere und bezahlbare Mobilität? Diese und ähnliche
Fragen möchte ich gemeinsam mit allen Gästen und meiner Fraktionskollegin Isabel Cademartori debattieren, erklärt Kevin
Leiser.

Pressemitteilung Kevin Leiser, MdB




E-Carsharing-Angebot in Zweiflingen: BürgerInnen fahren BürgerInnen

Die Gemeinde Zweiflingen bietet ihren Bürgerinnen und Bürgern in Kooperation mit dem Verein „Die Stromer e.V.“ seit Ende 2020 einen bedarfsorientierten E-Mobilitäts-Service: den Bürgerstromer. Das Konzept: In einem von zwei E-Autos bringen ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer Menschen aus dem gesamten Gemeindegebiet auf Anfrage an den Ort ihrer Wahl – sei es zum Arzt, zum Einkaufen oder ins Kino.

Buchung per Telefon

Die Buchung des Bürgerstromers ist denkbar einfach: Die Fahrt wird per Anruf bei der Buchungszentrale im Rathaus angefragt. Der Fahrpreis hängt von der Strecke ab – der Kilometer kostet 30 Cent. Am Steuer sitzen Mitglieder des Vereins „Die Stromer e.V.“, welche die Fahrten ehrenamtlich und unentgeltlich übernehmen.

Bereits seit 2017 bietet der Verein ein E-Carsharing-Angebot in Zweiflingen an. Der entscheidende Vorteil des Bürgerstromers: Das Angebot steht allen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde zur Verfügung – unabhängig vom Alter und vom eigenen Führerschein. Vereinsziel der „Stromer“ ist seit der Gründung die Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum – bei gleichzeitiger Förderung umweltschonender Verkehrsmittel. „Der Bürgerstromer ist nicht nur ein flexibles Mobilitätsangebot für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde ohne eigenes Auto“, so Regina Baumann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. „Er soll auch für innovative und nachhaltige Mobilitätslösungen begeistern.“ Bisher stehen zwei Autos zur Verfügung: ein eGolf in Zweiflingen und ein ID.3 in Orendelsall. „In Zukunft soll in jedem der acht Dörfer in der Gemeinde ein elektrisch betriebenes Auto verfügbar sein – gewissermaßen als Zweitwagen des Dorfes“, erläutert Regina Baumann.

Zusammenarbeit mit der Kampagne Neue Mobilität der Landesregierung

Die Zukunft wird in Baden-Württemberg gestaltet – dem Land der Vordenkenden in Sachen Mobilität: Mit einer klimafreundlicheren, moderneren, nachhaltigeren und innovativeren Fortbewegung für alle. Seit 2015 fördert das Land im Rahmen der Kampagne „Neue Mobilität bewegt nachhaltig“ das aufeinander abgestimmte Zusammenspiel verschiedener Transportmöglichkeiten – von Fahrrad, E-Auto, ÖPNV bis zu flexiblen Sharing-Angeboten. Der Bürgerstromer in Zweiflingen zeigt, dass „Neue Mobilität“ auch hier vor Ort ankommt. Mehr zur Kampagne erfahren Sie auf www.neue-mobilitaet-bw.de.

Pressemitteilung Servicestelle Neue Mobilität Baden-Württemberg




Die Mobilitätswende ist noch nicht in allen Köpfen angekommen

Am Montag, 14. Juni 2021, sprach Landrat Dr. Matthias Neth bei der Eröffnung der Aktion Stadtradeln von einem „geänderten Mobilitätsbedürfnis“ der Bürger und dass man auch aus diesem Grund die Mobilitätsformen hinterfragen müsse und betonte, dass er unsere Gesellschaft „am Anfang einer neuen Mobilität“ sehe.

Auf den Straßen sieht man davon allerdings noch zu wenig: Immer größer, schwerer und PS-stärker werden die Vehikel, in denen die Kinder zur Schule gebracht oder am Samstag die Brötchen beim Bäcker geholt werden.

Bei den Entscheidern noch nicht angekommen

Aber in den Köpfen derer, die in den kommunalen Parlamenten die Zukunft unserer Städte und Gemeinden planen und über die Planungen entscheiden, scheint der Anfang einer neuen Mobilität nicht angekommen zu sein. Wie sonst wäre es zu erklären, dass am 15. Juni 2021 bei zwei Bauangelegenheiten im Künzelsauer Gemeinderat unmittelbar der Einwand „Parkplätze“ in den Raum geworfen wurde?

Mit dem Auto zum Sport

Nur ein einziger Gemeinderat äußerte seine Verwunderung, dass man unbedingt viele Stellplätze direkt vor dem Sportzentrum benötigt, wo doch kaum 5 Minuten Fußweg entfernt ausreichend Parkplätze verfügbar sind.

Investitionen ziehen den entsprechenden Verkehr an

Es hat sich die letzten Jahrzehnte hindurch gezeigt, dass immer die Mobilitätsform, in die besonders viel investiert wurde, angezogen wurde und diese Mobilitätsform andere Formen der Fortbewegung verdrängt hat. Und es wurde in den letzten Jahrzehnten stets am meisten in das Kraftfahrzeug investiert: Es hat im Nahverkehr Busse und Bahnen nahezu verdrängt. Bahn und Binnenschiff nehmen im Güterverkehr nur noch eine Nischenposition ein, der LKW beherrscht den Markt. Die sogenannte „autogerechte Stadt“, wie sie in den 60ern und 70ern propagiert und seitdem größtenteils auch umgesetzt wurde, hat sich zu einem Moloch entwickelt, der für immer weniger Menschen lebenswert erscheint. Wo aber zum Beispiel in ein Radwegenetz investiert wurde, wird dieses auch genutzt. In München, wo man für die Olympischen Spiele 1972 ein U-Bahn-Netz gebaut (und seit fast 50 Jahren kaum noch erweitert) hat, ist dieses Netz die schnellste Möglichkeit des innerstädtischen Verkehrs.

Wer die Zukunft seiner Stadt oder Gemeinde plant, sollte nicht den Status-Quo fortschreiben, er sollte den Boden für die Veränderungen des Status-Quo, der ja auch nicht gerade einen Idealzustand darstellt, schaffen. Bei der starken Vernetzung der städteplanerischen Anforderungen von Wohnen, Handwerk und Gewerbe, Verkehr und Gemeinschaft geht es nicht, in einem der Bereiche die Anforderungen der nächsten Jahrzehnte abdecken zu wollen – und in einem anderen den Status-Quo festzuschreiben.

Mobilitätsformen attraktiv machen

Wenn man also neue Mobilitätsformen propagieren und umsetzen will, muss man dafür sorgen, dass diese für die Nutzer attraktiv sind. Für das Fahrrad benötigt man beispielsweise sichere und autofreie(!) Fahrradwege, ganz besonders in einer hügeligen Stadt wie Künzelsau, wo das Fahrrad auf vielen Strecken nicht sehr schnell unterwegs sein kann. Und man braucht Fahrrad-Abstellplätze an den Orten mit hoher Frequenz: In der Innenstadt, an den öffentlichen Gebäuden, an Einkaufszentren, an neuen Mehrfamilienhäusern – und natürlich auch an den Orten, wo Menschen Sport treiben.

Investitionen in die Alternativen erforderlich

Überall dort, wo mehr mit Bus, Bahn oder Fahrrad gefahren wird, wird das Auto automatisch an Bedeutung verlieren. Landrat Dr. Neth hat es richtig gesagt: Wir brauchen den Verkehrsmix, der es möglich macht, das Verkehrsmittel bewußt auszuwählen. Aber dazu müssen wir gezielt in die Alternativen investieren, nicht mehr ausschließlich in den Status-Quo.

Ein Kommentar von Matthias Lauterer