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Staatsanwalt geht von versuchtem Mord aus

Am 10. Juni 2021 kam es in der Gemeinschaftsunterkunft im Gewerbegebiet am Kocher zu einem versuchten Tötungsdelikt: Ein 27-jähriger verletzte einen 30-jährigen mit einem Messer so schwer, dass dieser lebensgefährlich verletzt in eine Klinik gebracht werden mußte.

Vor dem Landgericht Heilbronn wird ab dem 8. Dezember 2021 gegen den 27-jährigen, der seit dem 11. Juni 2021 in Untersuchungshaft ist, verhandelt. Die Staatsanwaltschaft klagt den Mann wegen „versuchten Mordes u.a.“ an und stellt den Fall wie folgt dar:

Dem Angeklagten liegt zur Last, er habe am 10. Juni 2021 um 19:20 Uhr in der Asylbewerberunterkunft in Künzelsau mit Tötungsvorsatz einen Überraschungsangriff gegen einen seiner Mitbewohner gestartet, indem er ihm einen Faustschlag ins Gesicht versetzt und sodann mit einem Messer in dessen Rippengegend gestochen habe. Als der Geschädigte die Flucht ergriffen habe, habe der Angeklagte ein weiteres mal in dessen Rückengegend gestochen. Dennoch habe der Geschädigte zu den Sicherheitsmitarbeitern der Einrichtung flüchten können. Seine Verletzungen mit inneren Blutungen seien erst nach einer zweistündigen Notoperation so weit behandelt worden, dass der Geschädigte außer Lebensgefahr habe gebracht werden können.

Die 1. Schwurgerichtskammer hat fünf Verhandlungstage angesetzt, mit der Verkündung des Urteils wird am 17. Januar 2022 gerechnet.

Text: Matthias Lauterer




Täter soll unter Verfolgungswahn gelitten haben

Bei einem Amoklauf in Würzburg am 25. Juni 2021 sind drei Frauen gestorben, mindestens eine Person schwebt laut dem ZDF derzeit noch in Lebensgefahr (27. Juni 2021, 07 Uhr). Mindestens 9 weitere Personen wurden laut Medienberichten verletzt. Das Motiv ist bislang noch unklar. Laut dem Bayrischen Rundfunk (BR) soll der Täter jedoch psychisch sehr instabil gewesen sein und unter Verfolgungswahn gelitten haben. Mit Terroristen soll er aber nichts zu tun gehabt haben.

Eine derartige Zivilcourage der Bevölkerung sei nicht selbstverständlich

Mehrere Menschen, so zeigen es auch die privat gedrehten Videos, haben versucht, den Mann mit dem Messer aufzuhalten. Dass das nicht alltäglich ist, darüber hat der BR berichtet. Die Würzburgerin Liselotte Fischer sei in der Nähe des Tatorts gewesen, als der Täter, ein 24-jähriger Somalier, wahllos mit einem Messer zustach. Dass sich viele Passanten dem Täter entgegenstellten und ihn in Schach hielten, sei nicht alltäglich, so Fischer: „Ich hab es bewundert, dass so viele Leute (…) Zivilcourage bewiesen haben. Auch die Einsatzkräfte … man hat sich dann doch schnell sicher gefühlt. Aber man ist halt doch betroffen.“

Ausländerbeirat hat Angst vor pauschalen Anschuldigungen

Derweil sorgt sich der Ausländerbeirat Würzburg laut einem Bericht des BR, dass nun pauschal Ausländer und Flüchtlinge unter den Verdacht derartiger Straftaten fallen: Der Vorsitzende des Beirats, Antonino Pecoraro, erklärte: „Unsere gemeinsame Herausforderung ist nun, zu verhindern, dass diese Mordtat in pauschale Anschuldigungen umschlägt, und das Geschehen von zuwanderungsfeindlichen Kräften politisch instrumentalisiert wird.“ In diesem Zusammenhang betonte Pecoraro, es seien ja vor allem auch Menschen mit Migrationshintergrund gewesen, die versuchten, „den Täter aufzuhalten und dabei Leib und Leben riskierten.“

 




Amoklauf in Würzburg

Das Video zeigt, wie mehrere Menschen in Würzburg einen anderen Menschen verfolgen. Die Polizei kommt ebenfalls hinzu.

Derzeit steht noch nicht fest, ob die Inhalte des Videos in Verbindung stehen mit dem Amokläufer vom 25. Juni 2021, der mehrere Menschen getötet sowie verletzt hat. GSCHWÄTZ – Das Magazin | www.gschwaetz.de | Wir lieben unser Ländle




Familiendrama am Ostersonntag

Zu einem Familiendrama kam es am Ostersonntagmorgen, 21. April 2019 in Heilbronn. Nach bisherigem Ermittlungsstand tötete ein 25-Jähriger seine 50-jährige Mutter mit einem Messer und verletzte seinen 26 Jahre alten Bruder ebenfalls mit einem Messer schwer. Kurz nach 7.30 Uhr wurde die Polizei zu angeblichen Streitigkeiten in die Heilbronner Friedhofsstraße gerufen. Dort fanden die Beamten und der Rettungsdienst die bereits tote Frau und den schwer verletzten 26-Jährigen. Der Tatverdächtige selbst kam wenige Minuten nach der Tat zum nahe gelegenen Polizeipräsidium und verlangte dort einen Arzt. Er wurde dort vorläufig festgenommen und zunächst ebenfalls medizinisch versorgt. Die Kriminalpolizei Heilbronn übernahm noch am Morgen die Ermittlungen. Zwischenzeitlich liegt ein Geständnis des Mannes vor. Er wollte offenbar seine Mutter und seinen Bruder töten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn wurde der 25-Jährige noch am Nachmittag einem Haftrichter beim Amtsgericht Heilbronn vorgeführt. Der beantragte Haftbefehl wegen Mordes und versuchtem Mord wurde erlassen und der Tatverdächtige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Der Bruder des mutmaßlichen Täters befindet sich zwischenzeitlich außer Lebensgefahr. Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die am Sonntagmorgen im Bereich der Friedhofstraße in Heilbronn eine Auseinandersetzung beobachten konnten, sich unter der Telefonnummer 07131 104 4444 zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn