Hochsicherheitstrakt in Kocherstetten?
Über die Schönheit der neuerrichteten Häuser im Neubaugebiet Kocherstetten mag man streiten. Nicht streiten kann man darüber, dass sie alle modern sind und sowohl dem Geschmack der Zeit als auch und den Anforderungen der diversen Energiesparverordnungen entsprechen. Dazu sind sie – und das kann man nicht von allen Neubaugebieten sagen – stilistisch abwechslungsreich, unterschiedlich groß und sogar ein klein wenig bunt.
2 Meter hoch, rund 18 Meter lang
Bei genauerem Hinsehen sticht ein im Bau befindliches Haus allerdings heraus: Vom Haus sieht man zwar noch wenig, aber was man schon sieht, sind riesige Betonmauern, 2 Meter hoch, die auf der Grundstücksgrenze platziert sind – die untere Mauer geht über die komplette Grundstücksbreite von etwa 18 Meter.
In Kocherstetten spricht man bereits von einem „Hochsicherheitstrakt“, der da im Bau sei.
Anwohner befürchten sogar, dass der Anblick noch betonlastiger werden könnte: Sollte auf diese Mauer im oberen Bereich des Grundstücks noch eine Garage aufgesetzt werden, wird die Betonwand nochmals um rund 3 Meter höher werden.
„Wer will schon einen steilen Garten?“
Bei einer Besichtigung der Baustelle durch das Bauamt der Stadt Künzelsau, konnte kein Verstoß gegen die Landesbauordnung festgestellt werden.
Die Stadt Künzelsau teilt auf Anfrage mit: „Die Maßnahmen wie Carport und Stützmauer wurden baurechtlich im Bauantrag behandelt und genehmigt, weil sie zulässig sind. Ein Verstoß gegen die Landesbauordnung oder den vorliegenden Bebauungsplan liegt also nicht vor. „Über die Sinnhaftigkeit einer Bebauung und der Gartengestaltung kann man immer diskutieren. Wer will einen steilen Garten?“
Text: Matthias Lauterer

Manch ein Anwohner findet die Stützmauer nicht wirklich schön. Foto: GSCHWÄTZ

18m lange Mauer. Foto: GSCHWÄTZ