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Ian Schölzel: „Wir kommen gut miteinander aus“

Es ist vollbracht. Der Kreistag des Hohenlohekreises hat am Mittwoch seinen neuen Landrat gewählt – und zwar nicht den Bewerber aus den eigenen Kreisratsreihen, sondern Ian Vincent Schölzel (FWV), der seit 2022 Bürgermeister in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) ist. Mit einer großen Mehrheit wurde Schölzel im ersten Wahlgang mit 30 Stimmen gewählt. Der zweite Bewerber, Herausforderer Karl Michael Nicklas (FWV), unterlag und erhielt nur elf Stimmen. Ein Novum: Erstmals seit einem halben Jahrhundert ist der Landrat nicht von der CDU. Offiziell tritt er die Nachfolge von Dr. Matthias Neth zum 01. Mai 2024 an.

Kreishaus-Neubau ist ihm ebenso wichtig wie seinem Vorgänger

Der 47-Jährige ist Wirtschaftsjurist und Diplomverwaltungswirt. Im Interview mit dem SWR kurz nach seiner Wahl hat der Vater von drei Kindern noch einmal betont, dass er voll hinter dem Landratsamt-Neubau stehe, auch wenn dieser mittlerweile wesentlich mehr als die ursprünglich 70 Millionen Euro koste. „Ich freue mich, dass man diesen mutigen Schritt gegangen ist. Der Landkreis muss als moderner, attraktiver Arbeitgeber auftreten. Dazu gehören neue Bürokonzepte, wo Mitarbeiter motiviert zur Arbeit gehen.“

Schließlich müsse man für die Mitarbeitenden ein angenehmes Arbeitsklima schaffen. Auch sein Vorgänger Dr. Matthias Neth stand immer hinter dem extrem teuren Neubau, den er einerseits in seiner Amtszeit forcierte und sich andererseits parallel dazu für die Schließung des Krankenhauses in Künzelsau aus Kostengründen einsetzte.

„Ich kenne diese Frotzeleien“

Fachkräftemangel und Digitalisierung seien weitere wichtige Eckpunkte, die Schölzel angehen wolle. Außerdem: Klimaschutz im Hohenlohekreis. Eine zentrale Rolle spiele dabei der Ausbau erneuerbarer Energien. Als weitere Themen sehe er die Stärkung des Breitbandausbau – beides auch Herzensanliegen von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann.

Auf die Frage des SWR, wie sich der neue Landrat denn nun fühle, als Schwabe im Hohenlohekreis antwortete er: „Ich kenne natürlich diese Frotzeleien zwischen Schwaben und Hohenloher. Die seitherigen Landräte waren auch Schwaben. Von dem her sind die Hohenloher ja bislang ganz gut gefahren mit den Schwaben. Ich denke, wir kommen gut miteinander aus.“

 




Gibt es bald einen neuen Landrat im Hohenlohekreis?

Die Meldung kam für einige Einwohner:innen und Mitarbeiter:innen des Landratsamtes) sicher überraschend: Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth ist einer von zwei Anwärtern für den 2024 frei werdenden Posten als neuer Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg. Das berichtet die Heilbronner Stimme.

Aktuell zwei Anwärter

Der zweite Anwärter um das Amt ist Helmut Riegger, ebenfalls Landrat und zwar im Landkreis Calw. Gegenüber der Stimme hält sich Neth, auf sein Interesse um das Amt, relativ kurz angebunden: „Es ehrt mich, dass mein Name im Gespräch ist. Die Verbandsversammlung wird 2023 darüber entscheiden“, erklärt Neth gegenüber der Stimme.“ Mehr möchte er denn auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. In jedem Fall erwägt er, seinen Landratsposten für das neue Amt aufzugeben.

Stephan Schorn, Pressesprecher des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, bestätigt gegenüber der Heilbronner Stimme: „Wir wissen, dass es einige an der Aufgabe interessierte Persönlichkeiten gibt.“

„Einflussreich und gut dotiert“

Der neue Posten soll laut der Stimme „einflussreich und gut dotiert“ sein. Landrat Neth lebt aktuell mit seiner Familie in Öhringen. Er ist seit 2013 Landrat des Hohenlohreksies und wurde erst vor kurzem wiedergewählt. Der amtierende Präsident Peter Schneider (64) scheidet zum 30. April 2024 aus.




„Das Thema wird uns wieder beschäftigen“

Am vergangenen Dienstag rückt in Neuenstein ein Thema in den Fokus, das für lange Zeit medial in Vergessenheit geraten ist: die Zuwanderung von Geflüchteten und deren Integration.

Erfolgreiche Integration

Im Rahmen seiner Sommertour besucht Sozialminister Manfred „Manne“ Lucha das Gebäude der Arbeitsinitiative Hohenlohekreis GmbH (AIH), wo unter anderem die AIH GmbH ihre Arbeit vorstellt. Mit der Vorstellung von Geflüchteten aus Togo und Georgien zeigt die AIH Beispiele für erfolgreiche Integration mit der Kursleiterin des Deutschkurses, Larissa Fertig. Anschließend stellen Integrationsbeauftragter Dr. Mark Wittlinger und Integrationsmanagerin Christine Obermüller das „Integrationsbündnis 2025“ vor, dessen Ziel es ist, Geflüchteten möglichst schnell Deutschkenntnisse zu vermitteln, sowie sie in Gesellschaft- und Arbeitsleben zu integrieren.

„Wir können das nicht akzeptieren“

„Als wir“ 2017 „vor einer brennenden Flüchtlingsunterkunft hier in Neuenstein standen“, erzählt Landrat Dr. Neth „und kurz davor in Pfedelbach, sind wir einer Zivilgesellschaft begegnet, die unglaublich viel Engagement und Zivilcourage aufgebracht hat, die gesagt hat: ‚Das sind nicht wir. Wir sind mehr.‘ Das Gefühl war: ‚Wir können das nicht akzeptieren.‘ Im Kreistag bestand dann auch der klare Wunsch, einen Gegenentwurf zu machen. Und der war ganz klar: Wir wollen Aushängeschild für Integration sein. Wir wollen keine Willkommenskultur, die überhöht ist wie die am Münchener Hauptbahnhof, sondern die einfach sagt: ‚Hier vor Ort leisten wir Integrationsarbeit‘.“

„Darauf sind wir stolz“

„Ich sage Ihnen emotional, wenn sie nachts vor zwei bezugsfertigen brennenden Unterkünften stehen – der Anruf kam immer so zwischen drei und halb vier – dann fragen Sie sich schon, wie Sie denn so ein Problem von Integration in der Gesellschaft hinbekommen“, fährt Neth fort. „Deshalb haben wir einstimmig im Kreistag gesagt, wir wollen einen Gegenentwurf setzen. Das haben wir über jede Parteipolitik hinweg beschlossen. Darauf sind wir stolz. Genauso wie wir darauf stolz sind, was Frau Zeile mit der AIH leistet.“

Maßnahmen zur Integration

Die AIH bietet Angebote für arbeitslose Menschen, Schüler:innen, die am Übergang von der Schule zum Beruf stehen, und für Asylbewerber:innen. Die Integrationsarbeit der AIH äußert sich in Deutschkursen und „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“, einem „befristeten Arbeitsmarktprogramm des Bundes“, das Geflüchteten „niederschwellige Angebote“ machen soll, „um den deutschen Arbeitsmarkt kennenzulernen“.

„Es werden immer mehr Flüchtlinge kommen“

„Wir wussten schon immer, dass das Thema ‚Akzeptanz‘, was Flüchtlingsunterkünfte angeht, schwierig ist. Wir haben deshalb auch gesagt: ‚Keine großen Unterkünfte‘, sondern Familienwohnungen, die auch anderweitig nutzbar sind“, erklärt Neth. „Klar ist, es werden wieder mehr Flüchtlinge in den Hohenlohekreis kommen. Da braucht man kein großer Prophet zu sein, man muss nur zusehen, was gerade in Afghanistan passiert. Das Thema wird uns wieder beschäftigen. Deshalb bereiten wir uns darauf vor.“

Text: Priscilla Dekorsi

Landrat Dr. Matthias Neth und Sozialminister Manfred „Manne“ Lucha in Neuenstein. Foto: GSCHWÄTZ

Begrüßung im Foyer der AIH in Neuenstein. Foto: GSCHWÄTZ

Zeile übergibt Minister Lucha ein Geschenk, das in der Kreativwerkstatt der AIH von Geflüchteten gefertigt wurde. Foto: GSCHWÄTZ

Die Leiterin des Deutschkurses bei der AIH, Larissa Fertig. Foto: GSCHWÄTZ

Elguja Khodeli (links), Komla Mawufe Konu und Deutschkursleiterin Larissa Fertig. Fertig hat die beiden Geflüchteten mit ihrem Kursangebot beim Start ins Berufsleben unterstützt, denn: Ohne Bleiberecht gibt es keinen Integrationskurs und ohne Sprachkompetenz ist auch kein Ausbildungsplatz in Sicht. Fertig bietet für diesen Fall Erstorientierungskurse an und bei der AIH kann man Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen absolvieren. Foto: GSCHWÄTZ




Freiwillige kostenlose Schnelltests für alle Sitzungsteilnehmer und Besucher

Die Kreisverwaltung bietet vor der kommenden Sitzung des besonderen beschließenden Ausschusses zur Vorbereitung der Wahl des Landrats/der Landrätin am Montag, den 29. März 2021, Corona-Schnelltests an. Die Nutzung des Testangebotes ist freiwillig und kostenlos und richtet sich an alle teilnehmenden Gremiumsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und Besucher. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor.

„Wir appellieren an alle Teilnehmenden, das Testangebot zu nutzen,“ so der erste Landesbeamte Gotthard Wirth. „Durch die Corona-Schnelltests möchten wir die Sicherheit bei Gremiensitzungen noch weiter erhöhen, um frühzeitig mögliche Corona-Infektionen von teilnehmenden Personen festzustellen und unser Umfeld noch mehr zu schützen.“ Das bestehende Hygienekonzept wird dadurch nicht ersetzt.

Bis Freitag anmelden

Eine Anmeldung zum Schnelltest ist erforderlich und nur bis Freitag, 26. März 2021, 9 Uhr, unter kreistag@hohenlohekreis.de möglich. Es ist dazu die Nennung des Vor- und Nachnamens der Person, die an der Sitzung teilnimmt und bei der ein Schnelltest durchgeführt werden soll, zwingend notwendig.

Nach erfolgter Anmeldung werden die angemeldeten Personen eine Terminbestätigung mit der Nennung des Termins und näheren Details zum Ablauf der Schnelltestung erhalten. Der Schnelltest wird voraussichtlich im Zeitfenster von 13.00 bis 13.30 Uhr in der Arztpraxis von Dr. med. Jens Ehrmann (Bachwiesenstraße 1, 74676 Niedernhall) durchgeführt.

Vom Sitzungsort (Stadthalle Niedernhall) liegt die Praxis zira fünf Gehminuten entfernt. Bei einem positiven Testergebnis muss sich die betroffene Person umgehend in Isolation begeben, ein anschließender PCR-Test wird zur Bestätigung des Schnelltest-Ergebnisses dringend empfohlen. Bei Personen mit Symptomen, die auf eine Corona-Infektion hinweisen könnten (Atemwegserkrankung, Fieber etc.), ist die Teilnahme an der Sitzung sowie die Wahrnehmung des Testangebots untersagt. In diesen Fällen wird eine PCR-Testung beim Hausarzt oder bei einer Abstrichstelle empfohlen.




Arnulf von Eyb: „Das ist wirklich wichtig, denn wir alle wollen mehr über das Virus wissen“

Freude über hohe Teilnahmebereitschaft

Arnulf von Eyb informiert sich über die Corona-Studie des Robert Koch-Institutes in Kupferzell

Der Hohenloher Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb (CDU) hat sich am Mittwoch, den 27. Mai 2020, persönlich ein Bild von der Coronastudie gemacht, die das Robert Koch-Institut (RKI) derzeit in Kupferzell durchführt. Dr. Julia Strandmark aus dem Studienteam des RKI informierte von Eyb und Landrat Dr. Matthias Neth über die Abläufe sowie den aktuellen Stand. Besonders erfreut zeigten sich alle Beteiligten über die hohe Bereitschaft der Kupferzeller, an der Studie teilzunehmen.

Auch Landrat Neth lobt das Engagement der Bürger

„Das ist wirklich wichtig, denn wir alle wollen mehr über das Virus wissen und vor allem darüber, was man aus dieser und weiteren Studien an sinnvollen Regeln für das tägliche Leben ableiten kann“, erklärte von Eyb. Auch Landrat Dr. Matthias Neth lobt das Engagement der Bürger im Kreis: „Wir hatten schon gehofft, dass viele Kupferzeller mitmachen und freuen uns jetzt natürlich, dass sich diese Hoffnung offenbar erfüllt. Wenn am Ende die rund 2.000 Teilnehmer zusammenkommen – und danach sieht es derzeit aus –, wäre das für die Aussagekraft der Studie perfekt.“

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises

 




Künzelsau: Schüler dekorieren Weihnachtsbaum im Landratsamt

Es ist eine Tradition, die ein Lächeln auf jedes Gesicht zaubert: Am vergangenen Dienstag, den 26. November 2019, haben insgesamt 40  Schüler der Geschwister-Scholl-Schule Künzelsau den Weihnachtsbaum im Foyer des Landratsamts Hohenlohekreis geschmückt. Den Schmuck haben die Kinder selbst gebastelt und, abgesehen von Kugeln und Lichterketten, selbst angebracht.
Mit Freude und Stolz präsentierten die  Schüler im Rahmen einer kleinen Feierstunde zusammen mit ihren  Lehrern Landrat Dr. Matthias Neth ihren Baum.

„Auf vielen Plätzen und in vielen öffentlichen Gebäuden können wir jetzt wieder viele schöne Weihnachtsbäume betrachten. Aber mit Stolz kann ich sagen – wir haben einen der schönsten“, lobte der Landrat die Arbeit der Kinder. Neben Weihnachtsliedern präsentieren die Schüler auch einen Tanz. Zum Dank für den Baumschmuck wurden die Kinder mit Adventskalendern beschenkt und zum Ausklang fand ein kleiner Umtrunk mit Brezeln, Gebäck und Hefezopf statt.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises


 




Wo bleibt das versprochene Gesundheitszentrum? – Offener Brief von Künzelsaus Bürgermeister und Gemeinderat an Landrat Neth

Deutliche Worte finden Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann und der Künzelsauer Gemeinderat in einem offenen Brief an Landrat Dr. Matthis Neth, datiert auf den 10. Oktober 2019.
Darin heißt es:„Mit der Schließung des Künzelsauer Krankenhauses muss die Stadt Künzelsau einen bitteren Einschnitt in der Gesundheitsversorgung verkraften. Viele Menschen sind enttäuscht und verunsichert.“

„Leider erleben wir nur eines: die konsequente Schließung“

Mit dem Eintritt der BBT-Gruppe in die Hohenloher Krankenhaus gGmbH sei nun die Erwartung und Hoffnung verknüpft gewesen auf ein neues Gesundheitszentrum. Bürgermeister Neumann und die Gemeinderäte erinnern in dem Offenen Brief daran, dass die notwendigen Umbauten für ein leistungsfähiges Gesundheitszentrum parallel zu der Schließung des Krankenhauses vorangetrieben werden sollten. „Der Kreistag hat hierfür erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt.“

„Konkretes? Fehlanzeige“

„Leider“, so kritisieren es Neumann und die Gemeinderäte, „erleben wir nur eines: die konsequente Schließung des Krankenhauses – welche seit Jahren vorangetrieben wurde – zu Lasten des Mittelbereiches Künzelsau – noch früher als kommuniziert. „Genauso schlimm ist, dass das Krankenhaus schon seit Monaten seinem eigentlichen Auftrag in keiner Weise nachkommt und lediglich im Abwicklungsmodus ist. Das liegt gewiss nicht am fehlenden Engagement der Mitarbeiter.“
Bis heute gäbe es kein konkretes Konzept für Künzelsau, lediglich eine „Ansammlung vieler (guter) Ideen“. „Konkretes? Fehlanzeige!“

Verfehlte Kommunikations- und Informationspolitik

Nicht nur Ideen, auch das Geld seien da, warum also geschehe nichts, fragen sich der Bürgermeister und die Gemeinderäte. In diesem Zuge bemängeln sie auch die Kommunikations- und Informationspolitik. „Eine Information der Bevölkerung? Fehlanzeige! (…) Der Gemeinderat mit Bürgermeister bringt sich gerne ein, aber dazu müssen wir beteiligt werden.“
Landrat Neth wird in dem Brief aufgefordert dazu, die Beschlüsse und Zusagen des Kreistages und seiner Person umzusetzen, die Menschen in der Raumschaft Künzelsau einzubeziehen und dafür Sorge zu tragen, dass „ein leistungsfähiges Gesundheitszentrum keine Plattitüde bleibt, sondern Realität wird!“

Unterzeichnet ist der Offene Brief von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann und – stellvertretend für den Künzelsauer Gemeinderat – von den Fraktionsvorsitzenden Robert Volpp (CD), Jürgen Saknus (SPD & Die Grünen), Boris D’Angelo (UBK), Herbert Schneider (Fraktion für Künzelsau), Verena Löhlein-Ehrler (Die Freien)

Offener Brief an Landrat Neth vom 10. Oktober 2019.

Offener Brief an Landrat Neth vom 10.10.2019.

 




Landrat Neth bei SWR 4: 30 Millionen für Öhringens Schulzentrum

Am Donnerstag. den 23. Mai 2019, veröffentlichte der Radiosender SWR 4 ein Interview mit Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth. Darin erklärte Neth unter anderem, welche Bedeutung der Kreistag für Hohenlohe hat und wie wichtig es ist, am Sonntag wählen zu gehen.

Landrat Dr. Matthias Neth im SWR-4-Interview am 23. Mai 2019. Quelle: SWR 4

Auf die Frage, welche Bedeutung der Kreistag habe, erklärte Neth: „Der Kreistag ist die Herzkammer der Kreispolitik. Hier werden Entscheidungen getroffen, die für jeden Hohenloher von großer Bedeutung ist – von Abfallwirtschaft, Krankenhäuser, Straßen, Schulen. Vielleicht ist der Kreistag nicht so bekannt wie ein Gemeinderat. Aber der Kreistag ist unglaublich wichtig.“

„Bürgermeister sind eine Bereicherung für den Kreistag“

Etwas über 40 Sitze wird der neue Kreistag haben. SWR-Moderatorin Katja Schlonski spielt auf die Besetzung des Kreistags mit viele Bürgermeistern an. „Die wollen ja die Interessen von ihren Gemeinden gebührend vertreten.“ Neth betonte, dass es in Baden-Württemberg normal sei, dass Bürgermeister antreten.“ Aber es komme vor allem auf die Mischung an. „Es ist wichtig, dass alle in einem Kreistag repräsentiert sind und ich denke, Bürgermeister, die sich ja jeden Tag mit Kommunalpolitik ganz professionell auseinandersetzen, sind eine Bereicherung, weil viele Themen, die in den Gemeinden eine große Rolle spielen auch auf Kreisebene eine wichtige Rolle spielen.“

Auf die Frage von SWR-Moderatorin Katja Schlonski, wie nah dran der Kreistag am Bürger sei, sagte Neth: „Die Entscheidungen, die der Kreistag seit 2014 getroffen hat, haben ganz viele Auswirkungen auf die Hohenloher gehabt. Denken Sie an die Entscheidung zur Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft mit einem Neubau in Öhringen und einem Gesundheitszentrum in Künzelsau. Denken Sie an eine vollständige Umstellung der Abfallwirtschaft und beispielsweise auch ein Projekt, das mir sehr wichtig ist: 30 Millionen in unser Schulzentrum in Öhringen. Das sind Entscheidungen, die die Menschen ganz klar betreffen. Und das hat der Kreistag alles gemacht.“

„Das Kreistagsgeschehen ist sehr transparent“

Bezüglich Transparenz erklärte Neth: „Wichtig ist, dass bei den Kreistagssitzungen die Medienlandschaft immer mit dabei ist. Ich denke, das Kreistagsgeschehen ist sehr transparent. Wir tagen in der Regel immer öffentlich. Und da kann jeder Bürger Kreispolitik mitgestalten.“

Der Kreistag Hohenlohe hat in ganz Baden-Württemberg den zweithöchsten Frauenanteil. Dennoch hakt Schlonski nach, ob nicht noch mehr Frauen im Kreistag sitzen müssten. Landrat Neth erklärt, dass die Bürger durch ihre Stimmabgabe selbst entscheiden könnten, wer in den Kreistag gewählt wird. Auch einzelnen Personen, die sich unabhängig von einer Partei aufstellen lassen, könne man bis zu drei Stimmen geben.

Neth ist gespannt, wie die Wahl am Sonntag ausgehen wird und fordert die Menschen auf, wählen zu gehen. Ausserdem lädt er zur Wahlparty ins Landratsamt in Künzelsau um 18 Uhr ein.

Das SWR-4-Interview in voller Länge hören Sie hier:

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/Hohenloher-Landrat-Matthias-Neth-zur-Kreistagswahl,av-o1122024-100.html

 

 




„Man geht in den Wahlkampf, weil man gewinnen möchte“

Video-Interview: Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann über die Höhen und Tiefen seiner Amtszeit und welche Vision er für Künzelsau hat.

Kurz bevor es richtig losgeht mit dem Bürgermeisterwahlkampf in den einzelnen Ortsteilen und der Bürgermeisterwahl am 03. Juni 2018 haben wir am 23. April 2018 mit Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann über seine Zeit als Chef der Kreisstadt und seine Vision für die Zukunft gesprochen.

GSCHWÄTZ: Können Sie sich noch an den Tag vor acht Jahren erinnern, als Sie zum neuen Bürgermeister gewählt wurden?
Neumann: Es war ein sehr heißer Tag damals und es war ein wunderschönes Gefühl.

GSCHWÄTZ: Hätten Sie mit diesem Ergebnis gerechnet?
Neumann: Man tritt schon an, um zu siegen. Man geht in den Wahlkampf, weil man gewinnen möchte. Das war damals der Fall und das ist auch heute der Fall.

GSCHWÄTZ: Wenn Sie zurückdenken an die vergangenen acht Jahre, was waren besondere Momente?
Neumann: Gern erinnere ich mich zurück an die Stadtfeste, denn die sind ein Highlight für Künzelsau und für die gesamte Region. Da kommen Künzelsauer von der ganzen Welt her, um sich dort zu treffen. Was sicher auch ein besonderes Highlight war, war die Eröffnung des Carmen-Würth-Forums. Und auch die Welcome-back-Party mit Alexander Gerst.
Alexander Gerst fliegt bald wieder in den Weltraum. Wie begleitet Künzelsau dieses Ereignis?
Neumann: Wir versuchen, das angemessen zu begleiten. Wir sind ja in Kooperation mit der deutschen Luft- und Raumfahrt. Es wird unter anderem eine Startveranstaltung am Alten Rathaus am 06. Juni 2018 geben.

GSCHWÄTZ: Es gab ja nicht immer Sternstunden in den vergangenen Jahren.Wie haben Sie das Hochwasser 2016 erlebt?
NEUMANN: Das war ein ganz prägendes Ereignis. Bei mir persönlich was es so, dass ich abends noch eine WhatsApp von einer Kollegin bekommen habe, die in Braunsbach [Anm. der Redaktion: Braunsbach wurde am stärksten von dem Hochwasser verwüstet] Theater gespielt hat. Ich habe die Kinder noch ins Bett gebracht. Dann ging auch schon mein Melder los. Ich bin gar nicht mehr über die Kocherbrücke gekommen, weil das Wasser schon so hoch gestanden ist.

GSCHWÄTZ: Was haben Sie dann gemacht?
Neumann: Ich habe das Auto auf dem Gehweg abgestellt und bin zu Fuß zur Feuerwehrwache gelaufen.

Gesundheitsversorgung : „Es war eine unglaublich kräfezehrende Zeit“

GSCHWÄTZ: Wie haben Sie die Zeit erlebt rund um die Schließung des Künzelsauer Krankenhausstandortes?
Neumann: Es ist eine unglaublich kräftezehrende Zeit, die ja auch einen gewissen zeitlichen Vorlauf hat. Das hat ja schon mit meiner Tätigkeit als Aufsichtsrat begonnen und mich über die ganzen Jahre begleitet und begleitet mich ja heute immernoch, denn auch mit der Wahl des neuen Partners, der BBT-Gruppe, ist das Thema ja nicht ausgestanden, sondern es gibt viele offene Fragen, die es noch zu klären gilt und wo wir uns auch einbringen müssen.

GSCHWÄTZ: Wie geht es weiter mit der Gesundheitsversorgung für Künzelsau? Kennen Sie die Konzepte, die angedacht sind?
Neumann: Es gibt Konzepte und Varianten. Diese müssen aber noch ausformuliert werden. Das eine ist, was jetzt auf dem Papier steht, das andere ist, was man am Ende des Tages letztendlich leben kann. Wir können alle keine Lösung gebrauchen, die ein, zwei oder drei Jahre hält, sondern wir müssen Perspektiven auftun. Mit dem neuen Partner haben wir diese Möglichkeit, aber da gehört noch mehr dazu, als der neue Partner.

GSCHWÄTZ: Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth könnte sich ein medizinisches Versorgungszentraum (MVZ) ähnlich dem in Forchtenberg vorstellen.
Neumann: Ein MVZ kann für mich nur ein Teil der Lösung sein. Es ist sicherlich richtig, dass vermehrt Ärzte ins Angestelltenverhältnis gehen möchten. Aber wir haben ja einen ganzen Komplex zu bespielen, der jetzt da ist. Das MVZ kann ein Kernelement sein, weil wir davon ausgehen, dass der ambulante Bereich gestärkt wird. Wir wollen aber auch die Möglichkeiten nutzen, die es in Künzelsau gibt. Wir haben beispielsweise Operationsmöglichkeiten. Die Frage ist: Kann man das in die Zukunft führen – auch in einem ambulanten Zentrum? Welche Fachrichtung kann man noch hinzugewinnen? Welche gesundheitsnahen Dienstleistungen kann man noch hinzuziehen? Das sind Fragen, sie es noch zu klären gilt, wo aber auch das Sozialministerium sicherlich seinen Teil dazu beitragen kann.

Medien: „Das eine ist, was man über die Medien wahrnimmt, das andere, was im OFF tatsächlich stattfindet.“

GSCHWÄTZ: Manche Bürger bemängeln, dass Sie sich zu wenig für das Krankenhaus Künzelsau eingesetzt haben.
Neumann: Das eine ist, was man wahrnimmt über die Medien und das andere, was im OFF tatsächlich stattfindet – sei es im Kreistag oder in Gesprächen, die wir mit dem Ministerium oder Ärztevertretern führen. Man kann davon ausgehen, dass sich der Bürgermeister und auch andere verantwortliche Personen in die Sache richtig reinknien, weil wir nicht nur ein persönliches, sondern ein städtisches Interesse haben, wie wir das Ganze nun weiterentwickeln. Da kann man sich natürlich an Wörtern stören oder an Meinungen. Aber unsere Aufgabe ist es, verantwortungsbewusst zu handeln und dann auch für die Zukunft einen Nutzen zu stiften. Die Gesundheitsversorgung hört mit der Schließung des Krankenhauses nicht auf und da muss jeder seinen Teil dazu beitragen – auch der Bürgermeister von Künzelsau.

GSCHWÄTZ: Künzelsaus Innenstadt hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Es hat sich einiges getan. Aber dennoch gibt es offene Baustellen, wie etwa das Peka-Areal. Wie geht es da weiter?
Neumann: In den nächsten Monaten werden wir den Kaufvertrag abschließen, der Bauantrag wird eingereicht. Wir haben erst diese Woche die letzten Details besprochen. Ich gehe davon aus, dass es mit der Baustelle ab Herbst und in den Wintermonaten so richtig losgeht. Ab Baubeginn rechnet man mit 18  Monaten Bauzeit, bis alles fertig ist.

GSCHWÄTZ: Ein weiteres großes Vorhaben ist der Neubau des Landratsamtes.
Neumann: Wir machen in diesem Jahr einen städtebaulichen Wettbewerb, um die ideale Stelle fürs Landratsamt zu finden. Es geht nicht nur ums Landratsamt, sondern auch um die Mitarbeiter. Die kommen großteils mit dem Auto. Wir schauen uns daher an, wo ein guter Standort für das Verwaltungsgebäude wäre und wo ein Parkhaus entstehen könnte.

Begrenzter Wohnungsmarkt: „Wir sehen den Trend zum urbanen Wohnen“

GSCHWÄTZ: Wo sehen Sie Künzelsau in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
Neumann: Wichtig ist, dass sich Künzelsau positiv weiterentwickelt, dass wir den Schwung, den wir derzeit haben, auch mitnehmen und weiterführen. Künzelsau ist eine sehr lebenswerte Stadt, aber dafür muss man am Ball bleiben.

GSCHWÄTZ: Einige Bürger bemängeln den knappen Wohnungsmarkt.
Neumann: Künzelsau ist gefragt. Wir sehen den Trend zum urbanen Wohnen. Daher schaffen wir Wohnflächen in der Innenstadt. In Gaisbach haben wir eigene Flächen für Geschosswohnungsbau, wo wir modellhaft zeigen wollen, das preisgünstiges Wohnen möglich ist.

Im Rathaus in Künzelsau legen wir Stefan Neumann jeweils zwei Bilder vor, zwischen denen er sich entscheiden muss.

Fußball: VfB Stuttgart oder FC Bayern München?
Neumann: VfB Stuttgart. Ich habe ja bei der Landeshauptstadt Stuttgart angefangen zu arbeiten. Und mein Traum als Verwaltungspraktikant war eine Stelle im gehobenen Dienst im Sportreferat zu bekommen. Das sitzt nämlich direkt im Stadion. Meine Frau ist übrigens Bayern-München-Fan.

Musik: „lieber Après-Ski als Toten Hosen“

Helene Fischer oder Lena Meyer-Landrut?
Neumann: Ich würde mich dann eher für Helene Fischer entscheiden.

Andreas Gabalier oder die Toten Hosen?
Neumann: Ich entscheide mich für Après-Ski und damit Andreas Gabalier.

Dörzbachs Bürgermeister Andy Kümmerle oder Forchtenbergs Bürgermeister Michael Foss?
Neumann: Ich komme mit beiden richtig gut aus. Michael Foss hat bei uns mal ein Praktikum gemacht. In Forchtenberg habe ich auch meine berufliche Laufbahn begonnen. Deshalb entscheide ich mich für Michael Foss.

Landrat Dr. Matthias Neth oder BI-Sprecher Andreas Eckle?
Neumann: Das sind zwei Herren, die ich beide sehr gut kenne und ich komme auch mit beiden gut aus. Ich weiss nicht genau, wie das Innenverhältnis zwischen den Zweien ist. Mit dem Landrat haben wir natürlich viele Berührungspunkte, nicht nur das Krankenhaus, zum Beispiel auch der Neubau das Landratsamtes. Deshalb würde ich mich für Matthias Neth entscheiden.

// Stefan Neumann //

Stefan Neumann (35) wurde am 05. November 1982 in Schwedt geboren. Der Diplom-Verwaltungswirt war Kämmerer von Forchtenberg und Putzbronn, bevor er im Juli 2010 zum Bürgermeister von Künzelsau gewählt wurde. Neumann ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von fünf, drei und eins.
Das Video-Interview mit Neumann wurde in Künzelsau gedreht.

// Gegenkandidaten //

Ob es ein Wahlkampf wird, werden die Bürger am Montag, den 07. Mai 2018, in der Gemeinderatssitzung in Künzelsau erfahren. Dort wird verkündet, ob es Gegenkandidaten gibt und wenn ja, wer es ist.

Die Bürgermeisterwahl in Künzelsau ist am 03. Juni 2018.

Das Interview führte Dr. Sandra Hartmann; Videodreh und Schnitt: Dr. Felix Kribus

Das ganze Interview sowie Fotos vom Videodreh gibt es in unserer aktuellen GSCHWÄTZ-Ausgabe des Monats Mai – jetzt überall im Einzelhandel abonnieren über unseren GSCHWÄTZ-Shop: www.gschwaetz.de/gschwaetz-shop/