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Rund 3.380 Euro Ruhegeld pro Monat

Im ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl in Waldenburg hat der amtierende Bürgermeister Markus Knobel nur 32,97% der Stimmen auf sich vereinigen können. Sein Gegenkandidat Bernd Herzog verfehlte die absolute Mehrheit um zwei Stimmen denkbar knapp. Daraufhin hat der Amtsinhaber erklärt, dass er im zweiten Wahlgang nicht mehr antreten wird. Er wird also sein Amt zum Ende der Wahlperiode aufgeben.

Zwei Amtsperioden, 16 Jahre im Amt

Da Knobel seit 16 Jahren im Amt ist und seine Amtszeit regulär durch Ablauf und Neuwahl eines anderen Kandidaten endet, steht ihm als „Beamter auf Zeit“ ein Ruhegehalt nach dem Landeskommunalbesoldungsgesetz zu. Dieses Ruhegeld richtet sich nach seinen letzten  „ruhegehaltsfähigen Dienstbezügen“.

Gesetzliche Regeln zur Berechnung des Ruhegehaltes

Die Dienstbezüge eines Bürgermeisters sind in Baden-Württemberg gesetzlich festgelegt: In Gemeinden mit 2000 – 5000 Einwohnern – Waldenburg hat etwa 3.000 Einwohner – kann der Gemeinderat in der ersten Amtszeit noch die Besoldungsstufe A15 oder A16 festlegen. In der zweiten Amtsperiode ist die höchste Stufe der Besoldungsstufe A16 obligatorisch. Das entspricht einer monatlichen Vergütung von 7780,86 Euro. Zu dieser Vergütung können Zuschläge kommen, zum Beispiel Familienzuschläge, die das Ruhegeld aber teilweise nicht beeinflussen.

Je nach Dauer der Amtszeit wird als Ruheentgelt ein bestimmter Prozentsatz der letzten „ruhegehaltfähigen Dienstbezüge“ ausgezahlt, bei einem Beamten auf Zeit und einer Dienstzeit von 16 Jahren liegt dieser Prozentsatz altersunabhängig bei 48,79%, das Ruheentgelt beträgt damit etwa 3.380€ monatlich.

 Sonstige Einkommen werden angerechnet

Dieses Ruhegeld wird lebenslang gezahlt und ist steuerpflichtig. Allerdings werden andere Einkommen oder Renten angerechnet: Sofern die Summe aus sonstigen Einkommen und dem Ruhegeld die Höchststufe der Besoldungsgruppe A16 übersteigt, wird das Ruhegeld entsprechend gekürzt. Sollte Markus Knobel also zukünftig Bruttoeinkünfte von mehr als zirka 4.400€ im Monat erzielen, wird das Ruhegehalt nicht in voller Höhe ausbezahlt. Im Rentenalter wird das Ruhegehalt bereits bei Zusatzeinkünften von etwa 2.140€ gekürzt.

Text: Matthias Lauterer




Knobel ist raus – Was sagt uns das über Waldenburg – und über Markus?

Es kommt bei uns im stark konservativ geprägten Hohenlohekreis nicht oft vor, dass Bürgermeister, im speziellen noch so ein relativ junger, abgewählt werden. Wer erinnern uns in diesem Zusammenhang etwa an Patrizia Filz, die dem amtierenden Bürgermeister Karlheinz Börkel das Zepter in Schöntal 2004 aus der Hand gerissen hat (und das auch noch, sehr selten, von einer Frau). Auch in Krautheim war es im Vorhinein nicht ganz so sicher, ob Andreas Köhler im Amt bleiben wird.

Was also ist geschehen in dem 3.000-Seelen-Städtchen, das so bezaubernd auf einem Berg mit Blick auf das Kochertal thront?

Bemerkenswert war, dass weniger die Sachkenntnis des 51-Jährigen moniert wurde. Am meisten wurde Knobel für seine nicht wirklich empathische Art abgestraft. So soll es laut Medienberichten unter anderem häufig Wechsel bei seinen Mitarbeitern im Rathaus gegeben haben, die etwa darauf zurückgeführt wurden, dass Knobel – durch die Blume gesagt – mit seiner Art kein angenehmer Chef gewesen sein soll.

Kein Souverän

Auch inhaltlich knirschte das städtische Getriebe bei diversen Schnitzern im Haushalt. Knobel habe sich dabei nach außen nicht so vor seine Mitarbeiter gestellt, wie manche von ihnen es sich gewünscht hätten. Sechs Stadträte kritisierten indes noch kurz vor der Wahl, dass Sie sich vor seinen „Wahlkampf-Karren“ gespannt gefühlt hätten (https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/lk-schwaebisch-hall/buergermeisterwahl-waldenburg-nicht-_abnick-gemeinderat_-gemeint_-markus-knobel-entschuldigt-sich-51975568.html).

Knobel tritt zur zweiten Wahlrunde nicht mehr an

Aber die Mitarbeiter und die Stadträte sind ja nicht gleich das wählende Volk. Nur eine geringe Minderheit arbeitet von den Waldenburgern für den Rathauschef oder sitzt im Stadtrat. Offensichtlich konnte er auch seine restlichen Bürger mehrheitlich nicht mehr überzeugen. An dieser Stelle sei betont, dass Knobel im ersten Wahlgang am Sonntag, den 04. Oktober 2020, nur 32,97 Prozent der Stimmen erhielt, während Herausforderer Bernd Herzog fast 50 Prozent (49,94 Prozent) einheimsen konnte. Daniel Vogelmann erhielt 16,96 Prozent der Stimmen. Daraufhin verkündete Knobel (wie auch Vogelmann), dass er zum zweiten Wahlgang am Sonntag, den 18. Oktober 2020, nicht mehr kandidieren wolle. Oder anders gesagt: Er sah die Schlappe für ihn kommen und wollte lieber vorher freiwillig abdanken. Das ist auch ein Zeichen und zeigt seine Persönlichkeit.

Er wirkte immer ziemlich hölzern

Nach außen hin wirkt Knobel mit seinem stets – so scheint es zumindest – sonnengebräuntem Gesicht und dem Zahnpastalächeln, auch Anzug und Krawatte dürfen nicht fehlen – ziemlich hölzern und bieder. Ein Mann, der sicher auch gut in ein Büro der Sparkasse passen würde. Entspannt geht anders. Er ist keiner, der im Kreistag auch mal kritische Worte äußern würde, wenn es gilt, Missstände anzusprechen. Knobel läuft mit und will dazugehören – zu den Machern. Und so wirkte er denn auch manches Mal als fremdes Puzzleteil unter seinen Bürgern.

Böse Zungen sagen, dass er arrogant ist oder zumindest wirke. Aber selbst wenn – ist das nicht oft auch schlichtweg ein Zeichen von innerer Unsicherheit? Wenn man innerlich gefestigt ist, kann man souverän wirken. Und ein Souverän sein. Knobel hat nun gemerkt, dass das Volk einen anderen Souverän möchte. Seine Worte direkt nach dem ersten Wahlgang: „für mich ist das keine Niederlage“ kann er nicht wirklich ernst gemeint haben. Auch hier verpasst er seine vermutlich letzte Chance, eigene Fehler einzugestehen.

Eins ist nach dieser Wahl sicher: Mut zur Veränderung haben die Waldenburger. Und Bernd Herzog wird vermutlich bald die Geschicke des kleinen Luftkurortes leiten.

Seit 2004 im Amt

Markus Knobel wurde erstmals 2004 von den Waldenburgern zum Bürgermeister gewählt, 2012 ging es dann in die Verlängerung. Insgesamt war er damit 16 Jahre – zwei Bürgermeisterperioden – im Amt.

Text: Dr. Sandra Hartmann

Markus Knobel (ganz rechts) bei einer Kreistagssitzung. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




25 Jahre Weihnachtsmarkt Waldenburg

Zum nunmehr 25. Weihnachtsmarkt lädt die Stadt Waldenburg am 16. und 17. Dezember 2017. Gestern abend gab es eine feurige Vorstellung von Fairy Elements. In diesem Rahmen ließ Waldenburgs Bürgermeister Markus Knobel am gestrigen Samstagabend die 25 Jahre im wahrsten Sinne in Flammen aufgehen.

An laut der Stadt über 50 Marktständchen können die Besucher noch bis heute abend Sockenwärmer trinken, Bommelmützen einkaufen oder Kunsthandwerk betrachten. Heute abend gibt es laut der Stadt ebenfalls eine Feuershow mit Fackeljonglagen und Feuerspucken.