„Enttäuscht, dass Mitglieder der Gremien plötzlich dagegen waren“
„Überrascht“ zeigt sich Architekt Marcus Bär darüber, „dass Mitglieder der Gremien plötzlich dagegen waren“ und meint damit den Gestaltungsbeirat, der das Projekt Sigloch-Areal vor der Präsentation im Gemeinderat mehrfach besprochen hatte (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/10/15/wir-koennen-auch-alles-weglassen/. Die heftige Wortwahl, von „dumm verkaufen“ war die Rede, habe ihn sehr getroffen.
Haben hier etwas Einmaliges
Von der Qualität seiner Pläne ist er überzeugt: „Wir haben hier etwas, was es auf dem Markt nicht gibt, die Wohnungsgröße ist ein Alleinstellungsmerkmal“. Damit will er vor allem zwei Zielgruppen ansprechen: Einerseits Familien mit Kindern, die eine Wohnungsgröße von über 150 qm benötigen, aber auch altere Menschen, die aus einem Haus mit Garten kommen und den Aufwand für das Haus im Alter nicht mehr leisten können oder wollen. Angesprochen darauf, ob er aufgrund der sicherlich hohen Preise für die Wohnungen die Gefahr einer Gentrifizierung (Aufwertung eines Stadtteils durch dessen Sanierung oder Umbau mit der Folge, dass die dort ansässige Bevölkerung durch wohlhabendere Bevölkerungsschichten verdrängt wird) sieht, sagt er „Nein, das ist kein Projektziel.“
Baugesuch nach wie vor für 2021 geplant
Bär kann die Einwände der Anwohner verstehen, gegen eine sachliche Diskussion hat er nichts einzuwenden, aber er betont: „Ich verstehe Baurecht“ und wenn innerhalb des alten, einstöckigen Bebauungsplans Häuser bereits so umgebaut sind, dass sie zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoß haben, dann möchten er und der Bauherr auch so bauen. Das Penthouse sei kein Vollgeschoß, man habe sich hier an die „2/3“-Regel gehalten, insofern sei sein Entwurf durchaus vergleichbar mit der umgebenden Bebauung.
Das Baugesuch sei noch immer für nächstes Jahr geplant, an reiner Bauzeit veranschlagt er mindestens 18 Monate.
Text: Matthias Lauterer

So sollen die Wohnungen auf dem ehemaligen privaten Sigloch-Areal ausschauen. Quelle: Sitzungsunterlagen

Kapellenweg in Künzelsau. Auf dem ehemaligen privaten Sigloch-Areal sollen die geräumigen Wohnungen entstehen. Foto: GSCHWÄTZ