Maddie ist zurück
Vor 13 Jahren verschwand die damals dreijährige Madeleine Beth McCann („Maddie“) spurlos aus ihrem Zimmer in einer Ferienwohnung in Praia da Luz in Portugal. Seit dem 03. Mai 2007 kämpfen ihre Eltern, die zwischenzeitlich selbst ins Visier der Ermittler gerieten, um Gewissheit.
Eine der größten öffentlichen Suchaktionen blieb bislang erfolglos
Eine der größten öffentlichen Suchaktionen aller Zeiten blieb erfolglos – hinzu kamen Verdächtungen gegen einen dort lebenden Portugiesen und gegen die Eltern. Die Vorwürfe der portugiesischen Kriminalpolizei gegen die drei erhärteten sich jedoch nicht.
Jetzt gibt es wieder Hoffnung für die Eltern, denn die Staatsanwaltschaft Braunschweig erklärte nun öffentlich, dass ein deutschen Sexualstraftäter namens Christian B. (43) als Tatverdächtiger gilt. Derzeit verbüßt er wohl noch eine Gefängnisstraße in Kiel, die jedoch bald zu Ende gehen soll. Mit der Öffentlichmachung hofft die Staatsanwaltschaft nun weitere Hinweise, um belastbares Material gegen Christian B. zu erhalten. Ansonsten könnte der 43-Jährige bald wieder auf freiem Fuß sein.
Christian B. soll in Würzburg und im Raum Würzburg aufgewachsen sein
Der 43-Jährige blickt bereits auf insgesamt 17 Verurteilungen zurück. Das schreibt der Merkur https://www.merkur.de/bayern/maddie-mccann-vermisst-tatverdaechtiger-christian-b-mord-bayern-augsburg-wuerzburg-kinder-portugal-zr-13788662.html Aktuell sitze der Deutsche in einem Gefängnis in Kiel eine Haftstrafe ab, die das Amtsgericht Niebüll bereits 2011 gegen ihn verhängt habe. Dabei gehe es um Handel mit Betäubungsmitteln. Parallel ist laut dem Merkur wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn Untersuchungshaft angeordnet. Denn zuletzt habe ihn das Landgericht Braunschweig am 16. Dezember 2019 wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Vermutliche Vergewaltigung einer 72-Jährigen
Die Tat soll bereits im Jahre 2005 in Portugal erfolgt sein, doch jahrelang konnte dem Deutschen die Vergewaltigung der Frau nicht nachgewiesen werden. Demnach soll rund eineinhalb Jahre vor dem Verschwinden Maddies, im portugiesischen Praia da Luz, eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt worden sein.
Auslieferung nach Deutschland nach DNA-Abgleich und gefundenem Video
Erst ein DNA-Abgleich und ein gefundenes Video der Vergewaltigung sorgten für eine Festnahme und eine Auslieferung nach Deutschland. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Revision liegt beim Bundesgerichtshof. In genau diesem Ort in Portugal verschwand im Mai 2007 auch die kleine Maddie. Nun vermuten die Ermittler einen möglichen Zusammenhang.
Keine schöne Kindheit
Ein Großteil seiner Kindheit soll Christian B. laut der Münchner TZ im unterfränkischen Dorf Bergtheim bei Würzburg verbracht haben. Als Baby soll Christian B. von seiner Mutter zur Adoption freigegeben worden sei. Er wurde von einem Ehepaar in der Gemeinde Bergtheim aufgenommen, wuchs dort mit zwei Adoptivbrüdern auf. Christan B. war offenbar kein einfaches Kind.
„Er war oft in Schwierigkeiten und wurde immer schlimmer, als er ein Teenager war“, berichtet das britische Portal MailOnline nach Gesprächen mit Nachbarn. Der Ehemann habe den Jungen disziplinieren müssen. „Christian brauchte eine feste Hand.“ Ein Nachbar: „Sie waren ein nettes Paar, sehr nett. Aber was mit ihrem Jungen Christian passiert ist, ist eine Katastrophe.“
Von Mutter zur Adoption freigegeben
Christian B.s Adoptivvater erlitt laut dem Merkur 1992 bei einem Verkehrsunfall einen Hirnschaden, war danach bis zu seinem Tod 2014 an den Rollstuhl gefesselt. „Die Mutter hat ihr Bestes gegeben, aber sie konnte nicht mit dem Jungen fertig werden und sich um ihren Ehemann kümmern. Christian war in Schwierigkeiten gewesen, und zu diesem Zeitpunkt wurde er in ein Heim für kriminelle Jugendliche in Würzburg geschickt“, so ein Nachbar zu MailOnline. In diese Zeit fallen erste Delikte des damals 15-Jährigen. Innerhalb von zwei Jahren wurde er laut Main-Post bei der Würzburger Kripo erkennungsdienstlich behandelt. Doch er legte seinen Hauptschulabschluss ab und begann eine Kfz-Mechanikerlehre.
Madeleine McCann vermisst: Tatverdächtiger pendelte zwischen Portugal und Deutschland
Nach Angaben der Ermittler lebte der Beschuldigte zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve, darunter einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. Immer wieder pendelte er zwischen Deutschland und Portugal, wurde in beiden Ländern mehrmals straffällig.
Besitz von Kinderpornografie
Im September 2017 wurde er laurt dem Merkur wegen Besitzes von Kinderpornografie und sexuellen Missbrauchs eines Kindes vom Landgericht Braunschweig verurteilt. Der Mann habe eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten erhalten, die er bereits verbüßt habe, bestätigte Thomas Klinge, Sprecher der für Kinder- und Jugendpornografie zuständigen Staatsanwaltschaft Hannover.
Im Kinderheim aufgewachsen
Laut Spiegel weist das Strafregister des Mannes insgesamt 17 Einträge auf. Wie die Tagesschau berichtet, soll Christian B. 1977 in Bayern geboren und dort zunächst in einem Kinderheim aufgewachsen sein. Zum ersten Mal strafrechtlich auffällig wurde B. demnach 1993. Wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis und Diebstahls wurde der Deutsche zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt.
Sexueller Missbrauch eines Kindes
Wenige Monate später musste sich Christian B. laut dem Merkur erneut vor Gericht verantworten. Im Oktober 1993, verhängte das Amtsgericht Würzburg eine zweijährige Jugendstrafe gegen den damals noch Minderjährigen wegen „sexuellen Missbrauches eines Kindes, versuchten sexuellen Missbrauch eines Kindes sowie Vornahme sexueller Handlungen vor einem Kind“, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.
Wie Bild berichtet, soll B. auf einem Spielplatz in Würzburg ein sechs Jahre altes Mädchen missbraucht haben. Als das Kind angefangen haben soll zu weinen, sei B. weggelaufen. Auf seiner Flucht habe der Würzburger versucht, eine Neunjährige zu missbrauchen. Das Urteil: zwei Jahre Jugendknast, da B. zu diesem Zeitpunkt zur Bewährung auf freiem Fuß war.
Welche Indizien genau gegen Christian B. vorliegen, dass er als Tatverdächtiger im Fall Maddie gilt und warum diese Indizien erst jetzt vorliegen, dazu gibt es bislang noch keine Äusserungen von offizieller Stelle.

Tatverdächtiger Christian B. aus Deutschland. Foto: Screenshot

Unter anderem mit diesem Foto suchen die Eltern ihre Tochter Madeleine bis heute nach ihrer verschwundenen Tochter. Foto: Screenshot