Das Wohngebiet Limespark in Öhringen vergrößert sich um das neue Baugebiet Limespark D, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Die Erschließung der 27 Einfamilienhaus-Bauplätze sowie zehn weiterer Baufelder für Mehrfamilien-, Ketten-/Lean- und Reihenhäuser ist abgeschlossen. Am Montag, den 08. November 2021, erfolgte die Baufreigabe durch Oberbürgermeister Thilo Michler an der neu errichteten Ströllerbachbrücke. Erstmalig ist die Möglichkeit zum Anschluss an das Nahwärmenetz der in diesem Jahr gegründeten Stadtwerke Öhringen. Die Tiefbau-, Rohrleitungs- und Straßenbauarbeiten kosteten 4,7 Millionen Euro. Die neue Brücke 350.000 Euro.
Sozialer und geförderter Wohnraum entsteht
„Mehr Wohnraum ist neben Klimaschutz ein großes politisches Thema. Mit dem Limespark D schaffen wir den dringend benötigten Wohnraum mit einer guten Anbindung an Straße und Schiene. Die zentrale Versorgung mit Nahwärme ist effizient, kostensparend und schont das Klima. Der Abschluss der Erschließung ist eine Punktlandung. Vielen Dank an alle Beteiligten“, freut sich Oberbürgermeister Thilo Michler laut der Mitteilung. Er ergänzt: „Wir hatten das Baugebiet D vorgezogen, um den Familien die Förderung durch das Baukindergeld zu ermöglichen. Dessen Antragsfrist endete am 31. März 2021. Für die Stadt Öhringen ist es weiterhin wichtig, dass der Wohnungsmarkt für alle Menschen zugänglich ist. Deshalb entsteht auch hier sozialer und geförderter Wohnraum. Für das Grundstück können sich Interessenten noch bis 7. Januar 2022 durch Abgabe der erforderlichen Konzeptunterlagen bewerben.“
Vergabe nicht zum Höchstpreis sondern nach Konzeptqualität
Der Limespark D umfasst gut acht Hektar. Davon sind vier Hektar sind Nettobauland, 1,6 Hektar Grünflächen. Das Gebiet ist für rund 550 Einwohner ausgelegt. Der Gemeinderat hatte in der Sitzung vom 25. September 2018 den Aufstellungsbeschluss und am 06. März 2020 den Bebauungsplan zur Rechtskraft gebracht. Im Frühjahr 2020 wurden die Bauplätze für Einfamilienhäuser öffentlich ausgeschrieben und im Sommer 2020 an die Bewerber vergeben. Die Interessentenliste für Einfamilienhäuser mit Kaufkosten von 300 Euro für den Quadratmeter umfasste rund 250 Einträge. 38 Interessenten gab es für die Baufelder, deren Vergabe im Mai 2021 erstmalig als Konzeptvergabe stattfand. Hierbei werden kommunale Grundstücke nicht zum Höchstpreis, sondern im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens nach der Konzeptqualität des von dem Bewerber eingereichten Vorschlages vergeben. Auf einen offiziellen Spatenstich zum Erschließungsstart im April 2020 war aufgrund der Pandemie verzichtet worden. Die Baufreigabe erfolgte nun ebenfalls im kleinen Kreis mit der Firma Leonhard Weiss aus Bad Mergentheim und dem Planungsbüro ifk Ingenieure aus Mosbach.
Fünf Kilometer Glasfaser für schnelles Internet
Begonnen hatten die Arbeiten mit dem Abtragen des Mutterbodens, der auf Felder mit schlechterer Bodenqualität in der näheren Umgebung der Baustelle aufgebracht worden war. Anschließend wurden viele Kilometer an Kabeln und Leitungen verlegt – alleine knapp drei Kilometer für die Kanalisation und 1,7 Kilometer für die Wasserleitungen. Dazu kamen vier Kilometer für die Straßenbeleuchtung und fünfeinhalb Kilometer zusätzliche Stromleitungen. Für schnelles Internet liegen fünf Kilometer Glasfaser im Boden. 5,7 Kilometer Granitrandsteine schließen die Straßen und Gehwege ein. Neu war für alle Beteiligten der Einbau der Nahwärme. „Aber es hat alles bestens geklappt und wir sind mit der Bauzeit von 19 Monaten sehr zufrieden“, sagt Klaus Schalinski vom Stadtbauamt der Stadt Öhringen.
2024 wird das neue Baugebiet durch eine neue Grundschule ergänzt. Nordseitig baut die AWO einen neuen Kindergarten. Die Leitungen und Anschlüsse dafür sind bei den Erschließungsarbeiten ebenfalls schon verlegt worden.
Wenn Gott auf Göttin trifft
Wie im angrenzenden Limespark B wurden im neuen Baugebiet die Straßen nach römischen Göttinnen und Göttern benannt. So tragen die Stichstraßen nördlich des Ströllerbachs die Namen Aurorastraße (Göttin der Morgenröte), Lunastraße (Göttin des Mondes) und Janusstraße (Gott der Türen und Tore und aller Anfänge). Die ringförmige Wohnstraße heißt Eponastraße nach der römischen Göttin der Pferde und einzigen keltischen Göttin, die es in den römischen Götterhimmel geschafft hat. Der nördliche Kreisverkehr heißt Ströllerbach-Ring, der südliche, kleinere Kreisverkehr, Gladiatorenring. Die Mark-Aurel-Allee verbindet die beiden Kreisverkehre. Die neue Ströllerbachbrücke führt die Ströllerbachallee als Haupterschließungsstraße von der Friedrichsruher Straße über die Senke am Ströllerbach in das neue Baugebiet Limespark D und verbindet die wichtigen Anknüpfungsstellen Friedrichsruher Ring und Römerallee.
Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen