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Die Unersättlichkeit der Gier

Mäuse in Filialen deutschlandweit, erschreckende Hygienestandards, teilweise eine Reinigungskraft für einen Supermarkt: Die Wallraff-Undercover-Reportage auf RTL über Kaufland verrät viel über die nach wie vor herrschende Geiz-ist-geil-Mentalität der Deutschen und des ewig profithungrigen Unternehmers.

Team Wallraff begibt sich auf Spurensuche

Reporter vom Team Wallraff arbeiteten undercover als Aushilfen in einer zweistelligen Zahl an Kaufland-Supermärkten und stellten dabei erschreckende Standards fest.

Das Unternehmen wiegelt nun ab mit Aussagen wie: Wir kümmern uns darum. Das darf natürlich nicht sein. Auch wir klären nun auf. Und an ihre Mitarbeitenden gewandt: Das kann nicht sein. Das muss sich ändern. Die Kund:innen müssen sich wohl fühlen können bei uns.

Nun beginnen die Aufräumarbeiten

Was wird nun in den kommenden Wochen und Monaten geschehen? Vermutlich werden nun alle Kaufland-Filialen strikt angehalten, alles blitzblank zu putzen – vermutlich mit aber eben diesem niedrigen Personalschlüssel. Und genau da liegt das Problem. es liegt hier eben kein punktuelles Fehlversagen vor, sondern ein systemisch zu geringer Personalschlüssel, um die Märke möglichst gewinnbringend zu fahren.

Wie soll eine einzige Reinigungskraft einen ganze Supermarkt blitzblank halten? Wenn eine Filialleitung nur einen dementsprechenden Personalschlüssel und gar nicht die Möglichkeit hat, mehr Personal diesbezüglich einzustellen, kann sie auch künftig nichts ändern.

Kündigungen sind nun völlig fehl am Platz

Kündigungen von Filialeitern, nur um zu zeigen, wir räumen nun im wahrsten Sinne bei uns auf, sind somit völlig fehl im Platz. Die schwäbische Einspar-Mentalität vom obersten Management muss sich ändern. Dann gib es eben nicht mehr Maximal-Profit, sondern ein Unternehmen, dass vielleicht ein paar Millionen weniger erwirtschaftet, aber dafür gesündere, Mitarbeiter hat, die länger im Unternehmen bleiben, besser geführte Märkte mit einem stressfreieren Klima. Auch der Ruf sollte eine Unternehmen wichtig sein.

Zu Kaufland gehört Lidl

Hinter Kaufland steht Dieter Schwarz. Die Schwarz-Familie gilt als reichste Familie Deutschlands. Zu dem Konzern gehört auch Lidl. Lidl steht als Discounter schlechthin. The cheaper the better, lautete die Devise Damit scheffelt er Konzern Milliarden. Die Reportage gibt nun einen kleinen Einblick, wie Kapitalismus funktioniert. Die Gewinnmarge des Schwarz-Konzerns ist außerordentlich hoch, vor allem in Krisenzeiten wie die aktuell hohe Inflation lässt Billigheimer-Produkte florieren. Aber selbst in diesem wirtschaftlich gewunden Unternehmen grassiert der Rotstift. Es wird ständig geschaut, wie profitabel jeder Markt ist und wie man hier und da noch etwas optimieren kann. Denn: Es ist nie genug. Es könnte immer noch mehr Gewinn erwirtschaftet werden.

The cheaper the better

Natürlich darf man dabei die Kund:innen nicht aus der Verantwortung nehmen. Auch sie schauen nach den Preisen von Butter, Milch und Fleisch und wählen nicht immer den Supermarkt ihres Vertrauens, sondern den, wo sie sich es leisten können, einzukaufen. Aber auch das ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt auch genug Kund:innen, die das Geld hätten, genauer hizuschauen, und einen anderen Markt zu wählen, der ordentlicher geführt ist. Aber sie machen es nicht, weil auch für sie die Geiz-ist-geil-Mentalität noch immer ganz oben steht. Da wird beim Brot eingespart, aber dafür bei den Zigaretten und Bier zugegriffen (und nicht nach dem Preis geschaut). Oder aber es herrschte bislang Ahnungslosigkeit über die Zustände von Kaufland hinter den Kulissen.

Auch von den Verbraucher:innen müsste daher Druck ausgeübt werden auf das Management, dass hier mehr Geld in Personal in die einzelnen Märkte fließen muss, zur Entlastung eben dieses Personals.

Es wird sich nun in den kommenden Wochen anhand der Verkaufszahlen zeigen, ob die Verbraucher:innen ein Zeichen setzen und erst einmal woanders einkaufen, bis die Schwarz-Familie  über ihre Stiftung nicht mehr nur in prestigeträchtige soziale (und auch wichtige) Projekte wie die Experimenta oder den Bildungscampus in Heilbronn investiert, sondern auch in den sozialen Arbeitsalltag der Mitarbeitenden von Kaufland, die im Wesentlichen dazu beitragen, dass es solche prestigeträchtigen Bildungsprojekte überhaupt gibt. Zwei der gezeigten Märkte (in Bad Tölz und Homburg) wurden nun erstmal von Kaufland geschlossen.

Ein Kommentar vom GSCHWÄTZ Redaktionsteam




„Wir nehmen teilweise wahr, dass Kundinnen und Kunden aktuell stärker zu Eigenmarken greifen.“

Lebensmittel Preisentwicklung. Quelle: ZDF wiso

Wenn im Euro-Shop alles plötzlich 1,10 Euro kostet, dann wäre das vor zwei Jahren einfach nur ein lustiges Bild gewesen. Heute zeigt es den Ernst der Lage für viele Menschen auf. Eine Inflationsrate von momentan über 7 Prozent bedeutet nämlich, dass Menschen, die bereits vor dem rasanten Preisanstieg den Cent zweimal umgedreht haben, inzwischen nicht mehr wissen, wie sie sich ernähren sollen. Nicht nur die Armen sind von steigenden Preisen für Lebensmittel im Lebensmittelbereich betroffen. Auch scheinbar wohlhabende Menschen, die Kredite aufgenommen haben und wenig sonstige Sparquote haben, müssen für das tägliche Leben immer mehr Geld aufwenden und geraten in finanzielle Gefahr.

Es gibt nicht die „eine“ Inflation, Inflation ist individuell

Der Warenkorb, den DESTATIS für die Berechnung der Inflationsrate zugrundelegt, umfaßt 645 Artikel. Nicht alle dieser Artikel sind für jeden relevant: Wer sich vegetarisch ernährt, den interessieren die Fleischpreise nicht, und wer kein Auto hat, der tankt auch keinen Diesel. Aber Lebensmittel braucht jeder: Die Preise für Lebensmittel sind innerhalb eines Jahres ungefähr doppelt so stark gestiegen wie die Inflationsrate, nämlich um 14,8 Prozent, so jedenfalls sagt es die Verbraucherzentrale. Und wer nach den Ausgaben für Wärme, Strom und Lebensmittel kein Geld mehr hat, für den ist die persönliche Inflationsrate deutlich höher als die amtlich ermittelte Rate.

Beispiele für die Teuerung bei Grundnahrungsmitteln

Butter beim Discounter kostete Anfang des Jahres  1,29 Euro – inzwischen muss man mit über 2 Euro für das halbe Pfund rechnen. Und die Milch, deren niedriger Preis von um 0,75 Euro vor wenigen Monaten noch Bauernproteste hervorrief, kostet jetzt beim Discounter 1,39 Euro.

Verschleierungstaktik der Hersteller

Von Butter auf Margarine umzusteigen, lohnt sich nicht, denn manche Lebensmittelhersteller trauen sich schon gar nicht mehr, die Preissteigerungen offen zu kommunizieren und greifen zu billigen Tricks: Aufgeflogen ist kürzlich Upfield, Hersteller unter anderem der Margarinemarke RAMA, der zum gleichen Preis nur noch 400g statt wie bisher 500g Margarine in einen Becher packt – und das in der bisher bekannten Bechergröße. Eine Preissteigerung von 25 Prozent auf einen Schlag. „Shrinkflation“ heißt das neue Wort für dieses Anbieterverhalten.

Bei den preiswertesten Kaffeesorten stieg der Preis um mehr als 20% und auch die einfache 500g-Packung Spaghetti der Discountermarke, die vorher um die  65ct kostete, ist jetzt nicht mehr unter 79ct zu bekommen. Nudelspezialitäten kosten bei der Eigenmarke 1,19 Euro, die italienischen Markenprodukte stehen bei 1,99 Euro. Für 1kg Reis zahlte man Anfang des Jahres noch unter einem Euro, heute werden 1,39 Euro aufgerufen.

Selbst wer sich die Situation schöntrinken möchte, muss feststellen, dass der preiswerte Rotwein aus Frankreich nicht mehr 1,99 Euro kostet. Immerhin wurde der Preis gerade wieder herabgesetzt, 2,99 Euro war wohl zuviel des Guten für die Zielgruppe der preissensitiven Weinliebhaber.

Obst und Gemüse

Für Obst und Gemüse ist ebenfalls eine deutliche Preissteigerung bemerkbar. Da deutsche Ware derzeit Saison hat, ist die Preissteigerung dort noch nicht so stark bemerkbar. Im Winter, wenn wieder Äpfel aus Neuseeland und Orangen aus Israel im Angebot sind, werden die Preise allein wegen der deutlich gestiegenen Transportkosten anziehen. Auch Gewächshausware wird wegen der Energiepreise deutlich teurer werden.

Tipp: lokale Anbieter für frische Produkte

Bei den lokalen Anbietern, die ihre selbsterzeugten Produkte auf den lokalen Märkten oder im Hofladen anbieten, sind die Preise bisher weitgehend stabil.

Verarbeitete Nahrungsmittel

Eine Mitarbeiterin tauscht Preisschilder aus. Foto: twitter, @sternimommy

Richtig deutlich zeigt sich die Preissteigerung bei den verarbeiteten Nahrungsmitteln. Je mehr energieintensive Verarbeitungsschritte, desto stärker zeigen sich die Auswirkungen der Energiekosten. Ein drastisches Beispiel macht bei twitter die Runde, angeblich wurde das Foto von einer Verkäuferin aufgenommen, die gerade Preisschilder austauscht. Ein Preissprung von fast 90 Prozent ist darauf zu sehen:

Beim Metzger merkt Patricia die Inflation am meisten

Patricia, 41, aus Unterheimbach sieht der Inflation relativ entspannt entgegen: „Das liegt hauptsächlich daran, dass ich in sehr ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen bin und damit in gewisser Weise schon damit konfrontiert wurde. Bei einer sich zuspitzenden Lage würde ich mir zu helfen wissen“, lächelt sie selbstbewusst. Sie hebt hervor dass sie „kein Konsummensch“ sei. Sie kauft nur das, was unbedingt notwendig ist.

Auf die Frage, wo Sie selbst eine Preissteigerung gemerkt hat, kommt wie aus der Pistole geschossen „bei meinem Metzger“. Sie meint, dass sie jetzt ca. 30 Prozent mehr bezahlt als vor einem Jahr.

Neben den immensen Preissteigerungen bei Lebensmitteln, der auf den Ukraine-Krieg zurückzuführen ist, sieht sie die Corona – Pandemie als Zugpferd für steigende Preise in allen Bereichen, auch im Energiesektor: „Die Energiepreise waren schon vor dem Ukraine-Krieg stetig am Steigen, die Sanktionen und die Reduzierung der Gas – Lieferung durch Russland haben die Preise zum Explodieren gebracht und sind somit merklich spürbar für den Endverbraucher“. Auch vertritt sie die Meinung, dass viele Unternehmen nicht nur die erhöhten Einkaufspreise an Ihre Kunden weitergeben, sondern die Inflation auch nutzen, um höhere Gewinne zu erwirtschaften.

Patricia ist „kein Konsummensch“. Foto: privat

Einzelhändler und Discounter wollen nicht viel preisgeben

Die Einzelhändler und Discounter wollen für ein Gespräch über Auswirkungen der Inflation auf ihr Geschäft, beispielsweise ein verändertes Kundenverhalten oder das Thema „Shrinkflation“ nicht zur Verfügung stehen. Sehr wortkarg antwortet Lidl: Es ist unser Anspruch, unseren Kunden immer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen keinen Interviewpartner zur Verfügung stellen.“

Ein wenig mehr sagt Kaufland, ebenfalls ein Unternehmen der Schwarz-Gruppe: Wir bieten unseren Kunden auch weiterhin eine große Auswahl an Lebensmitteln sowie alles für den täglichen Bedarf zu günstigen Preisen. Darunter unsere attraktiven Eigenmarken-Produkte sowie die anderer bekannter Marken. Wir stellen derzeit kein verändertes Einkaufsverhalten unserer Kunden fest. Es werden weiterhin Einkäufe quer durch das Sortiment und alle Warengruppen getätigt.“

Discounter könnten Probleme bekommen

Es ist klar, dass sich die Discounter hier nicht in die Karten schauen lassen wollen: Die Discountpreise sind nur solange möglich, wie die Markenhersteller, die ja auch die Discountprodukte herstellen, mit den Markenprodukten genug verdienen. Ist das nicht mehr der Fall, ist das Geschäftsmodell mit den preiswerten Discounter-Eigenmarken gefährdet.

Kaufland hat bereits ein ausgefeiltes Energiekonzept

Auf die Frage nach den eigenen Energiekosten, die ja letztlich auch an die Kunden weitergegeben werden, antwortet nur Kaufland, dafür aber recht ausführlich: „Um Energie zu sparen, heizt in vielen unserer Filialen der Kühlschrank mithilfe des Kälte-Klima-Verbunds. Kühltruhen und -schränke erzeugen mehr Wärme als Kälte. Diese Abwärme nutzen wir bei Kaufland für die Beheizung unserer Filialen, indem sie einer Industriefußbodenheizung zugeführt wird, die unter der gesamten Verkaufsfläche verlegt ist. Erdreich und Bodenplatten dienen als Speicher und können die niedrigen Vorlauftemperaturen von 38 bis 40 Grad Celsius optimal nutzen. Zusätzlich wird die gespeicherte Wärme für die Lüftungsanlage, die Türluftschleier bei den Eingängen und die Heizkörper in den Büro- und Sozialräumen genutzt. Hierdurch decken wir fast 4/5 des gesamten Wärmebedarfs einer Filiale ab. Zudem vermeiden wir Kälteverlust der Kühlmöbel, indem wir sie in vielen Filialen mit Türen oder Glasschiebedeckeln ausstatten.“

Edeka: „Wir nehmen teilweise wahr, dass Kundinnen und Kunden aktuell stärker zu Eigenmarken greifen.“

Einzig Edeka hat schon bemerkt, „dass Kundinnen und Kunden aktuell stärker zu Eigenmarken greifen.“ Details mag aber auch Edeka nicht nennen, nur soviel: „Wir legen höchsten Wert auf ein bestmögliches Preis-Leistungsverhältnis. Aufgrund der aktuellen Situation auf den Weltmärkten lassen sich steigende Verkaufspreise aber nicht immer vermeiden. Selbstverständlich geben wir, wann immer möglich, Einkaufsvorteile an unsere Kundinnen und Kunden weiter. In unseren Märkten können unsere Kundinnen und Kunden aus einem breiten Sortiment an bekannten Marken, beliebten Edeka-Eigenmarken und Artikeln auf Discountpreisniveau wählen. Damit sprechen wir jede Kundin und jeden Kunden an.“ 

Text: Markus Neugebauer und Matthias Lauterer




Vor dem Einkaufen noch schnell testen

Ein Lidl-Schnelltestzentrum gibt es bereits in Eppingen. Hunderte weitere sollen laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur (dpa) folgen.

Nach ersten Informationen sollen Kunden auf den Parkplätzen mit Schnelltests auf Corona getestet werden können. Derzeit gibt es noch nicht wirklich viele solcher Schnelltestzentren. Im Hohenlohekreis bietet die Stadtverwaltung Schnelltests in der Stadthalle nach vorheriger Anmeldung an. Nicht selten reicht hier aber das Angebot aufgrund der hohen Nachfrage nicht aus.

Da die Tests kostenlos angeboten werden sollen von den Lebensmittelketten, die zur Heilbronner / Neckarsulmer Schwarz-Gruppe gehören, dürfte das den Lebensmittelhandel noch weiter stärken und geradezu ein Frequenzbringer für noch mehr Kunden sein.

Zuvor hatte bereits Deutschlands größte Drogeriemarktkette dm erste Schnelltestzentren in Baden-Württemberg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Hessen in Betrieb genommen. Bis Ende April 2021 will der Drogeriemarktführer bundesweit 500 Testzentren einrichten.

Insgesamt sind sogar mindestens 1.000 geplant. Die Drogeriemarktkette wolle ihre Leistungsfähigkeit zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen, sagte der Vorsitzende der dm-Geschäftsführung Christoph Werner. Kontrollierte Schnelltests sorgen für mehr Sicherheit und ermöglichen Öffnungsschritte.

Die Schnelltests, die auch an Schulen flächendeckend ausgegeben werden sollen, sollen ein erstes Testergebnis ermöglichen, ob jemand Corona hat oder nicht. Falls jemand bei einem Schnelltest ein positives Ergebnis hat, muss der- oder diejenige anschließend einen PCR-Test machen. Das ist ein etwas genauerer Test, denn nicht selten gibt es falsch-positive Ergebnisse.




Nach Explosionen von Postsendungen an Lidl und andere Unternehmen

Nach den Explosionen von bei der Firma Wild in Eppelheim am 16. Februar 2021 und bei der Firma Lidl in Heilbronn-Neckarsulm am 17. Februar 2021 eingegangenen Postsendungen hatten eine Sonderkommission unter Leitung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaft Heidelberg die Ermittlungen übernommen.

66-Jähriger wird vorläufig festgenommen

Noch in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar konnte ein weiteres Sprengstoffpaket in einem Paketzentrum am Flughafen München lokalisiert und durch das Bayerische Landeskriminalamt unschädlich gemacht werden. Insbesondere die Ermittlungen zum Versandweg und zur Art der Sprengstoffpakete führten die Sonderkommission im Verlauf des 19. Februar 2021 auf die Spur eines Tatverdächtigen aus dem Raum Ulm. Noch am selben Abend ordnete die Staatsanwaltschaft Heidelberg die vorläufige Festnahme des 66-jährigen Mannes an und holte eine Durchsuchungsanordnung des Amtsgerichts Heidelberg für seine Wohnräume ein.

Das Motiv ist noch unklar

Der Mann konnte durch Spezialkräfte der Polizei an seinem Wohnsitz widerstandslos festgenommen werden. Er steht im Verdacht, der Absender der Postsendungen zu sein. Bei den Explosionen waren insgesamt vier Personen verletzt worden. Der Rentner, der bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist, macht derzeit keine Angaben zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

Die Untersuchung der bei der Durchsuchung aufgefundenen Beweismittel dauert an. Das Amtsgericht Heidelberg hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen und in Vollzug gesetzt. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.

Die Ermittler erachten es derzeit als wenig wahrscheinlich, dass der Beschuldigte noch weitere sprengstoffverdächtige Postsendungen versandt hat.




Briefbombe explodierte wohl bei Lidl

In dem Verwaltungsgebäude von Lidl in der Rötelstraße in Neckarsulm gab es eine Explosion. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Laut der  Heilbronner Stimme

ging in dem Gebäude am Mittwochnachmittag, den 17. Februar 2021, eine Briefbombe in die Luft. Zwei Personen wurden dabei wohl leicht und eine etwas schwerer  verletzt. Sie kamen ins Krankenhaus.

Wer hinter der Briefbombe steckt und aus welchen Gründen sie an Lidl verschickt wurde, ist bislang nicht bekannt.

 




„Dringender Tatverdacht“

Ein Ermittlungserfolg gelang Beamten des Polizeireviers Künzelsau am vergangenen Freitag, den 17. Juli 2020. Die Polizisten konnten bei einer Durchsuchung bei einem 37-Jährigen in Kupferzell ein gestohlenes E-Bike auffinden und sicherstellen. Der Mann war in das Visier der Ermittler geraten, nachdem mehrere Polizisten den Mann auf einem Bild einer Überwachungskamera identifizierten. Der 38-Jährige war den Beamten aufgrund vergangener Vorfälle bekannt. Die Ermittler konnten ihm einen Diebstahl aus einem Fahrradgeschäft vom 9. Juli nachweisen.  Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Der Mann wurde nach der Durchführung aller polizeilichen Maßnahmen auf freien Fuß entlassen. Auf ihn kommt eine Anzeige wegen Diebstahls zu. Auch einem  30-Jährigen konnten die Polizisten durch Ermittlungen auf die Schliche kommen. Der Mann steht im dringenden Tatverdacht zwischen Samstag, den 4. Juli und Montag, den 6. Juli 2020, an zwei Discountern in der Würzburger Straße und der Hellas-Straße in Künzelsau Einbruchsversuche unternommen zu haben. Eine markante Hose, die auf der Videoüberwachung zu erkennen war, brachte die Ermittler auf die Spur des 30-Jährigen. Der Tatverdacht konnte durch die Vernehmungen bestätigt werden. Der 30-Jährige muss nun mit einer Anzeige wegen versuchten Einbruchs in zwei Fällen rechnen.

 

 

 




Versuchter Einbruch bei Lidl

Einbrecher versuchten am Wochenende in einen Discounter in der Würzburger Straße in Künzelsau-Nagelsberg zu gelangen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor. Da es in dieser Straße nur einen Discounter gibt, wird es sich um Lidl handeln.

Im Zeitraum zwischen 23 Uhr am Samstag, den 04. Juli 2020, und 6 Uhr am Montagmorgen, den 06. Juli 2020, drückten die unbekannten Täter zunächst mit Gewalt die Schiebetür des Haupteingangs auf. Im Vorraum des Ladens versuchten die Einbrecher, die inneren Zugangstüren aufzubrechen, scheiterten jedoch an diesen. Mehrere Glaselemente an den inneren Türen wurden bei dem Versuch beschädigt, so dass ein Schaden von rund 2.000 Euro entstand. Als die Täter hier nicht weiterkamen, brachen sie ihren Einbruchsversuch wohl ab und flüchteten unerkannt. Da der Vorraum der Discounter-Filiale auch nachts hell erleuchtet und auch von einem angrenzenden Fast-Food-Lokal gut einsehbar ist, hofft die Polizei auf Zeugen. Diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07940 9400 beim Polizeirevier in Künzelsau zu melden.

 




„Wir möchten unsere Mitarbeiter vor einer Infektion schützen“ – Würth & Lidl nehmen Stellung zu Corona

Corona ist das beherrschende Thema in diesen Wochen. Doch nicht nur der Alltag der Menschen ist dadurch massiv eingeschränkt. Wir haben bei den Firmen Würth und Lidl nachgefragt, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, um dem Virus zu begegnen.

Würth-Mitarbeiter im Homeoffice

„In der Zentrale der Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau-Gaisbach haben wir weitreichende Maßnahmen eingeleitet, um unsere Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen“, schreibt Denis Bernlöhr von der Würth-Unternehmenskommunikation auf die GSCHWÄTZ-Anfrage. So arbeite dort, wo es technisch und betrieblich möglich ist, ein wesentlicher Teil der Mitarbeiter bis auf weiteres im Homeoffice. „So möchten wir nicht nur unsere Mitarbeiter vor einer Infektion schützen, sondern auch Eltern entlasten, die durch geschlossene Schulen und Kitas ein Betreuungsproblem bekommen“, so Bernlöhr weiter.

„Wir haben den Abteilungen feste Zeitfenster zugeteilt“

Im Betriebsrestaurant gebe es keine Selbstbedienung mehr an den einzelnen Theken. Die Gerichte werden von den Köchen ausgegeben, ebenso werden Besteck und Servietten von einem Mitarbeiter mit Handschuhen an die Kollegen verteilt. Dazu der Würth-Mann: „Wir haben den Abteilungen feste Zeitfenster für das Mittagessen zugeteilt, um den Kontakt mit anderen Kollegen möglichst gering zu halten“.

„Unsere Mitarbeiter begegnen sich beim Schichtwechsel nicht mehr“

Doch auch in der Würth-Logistik gibt es Veränderungen: Die Schichtzeiten seien so angepasst worden, „dass sich unsere Mitarbeiter beim Schichtwechsel nicht mehr begegnen“. So werde versucht, die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten. Hinzu komme: Fahrer von Speditionen aus Risikogebieten dürfen die Würth- Logistikgebäude derzeit nicht betreten. „Die notwendigen Papiere werden von unseren Mitarbeitern zum Fahrer gebracht“, schreibt Denis Bernlöhr weiter. „Zum Schutz tragen unsere Mitarbeiter Handschuhe, die regelmäßig gewechselt werden.“ Luftfrachtsendungen und andere Lieferungen aus Risikoländern wie China oder Italien würden außerdem mit besonderer Vorsicht behandelt und blieben zunächst für sieben Tage im Wareneingang liegen. Handele es sich um größere Sendungen, würden diese in einem separaten Lager untergebracht. „Auch unsere Mitarbeiter im Wareneingang tragen Handschuhe und sind angehalten, die empfohlenen Hygienemaßnahmen unbedingt einzuhalten“, so Bernlöhr.

„Wir sensibilisieren unsere Mitarbeiter“

Das Neckarsulmer Handelsunternehmen Lidl orientiert sich hinsichtlich des Coronavirus an den Angaben des Robert-Koch-Instituts. „Aktuell sensibilisieren wir unsere Mitarbeiter zur Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften und zu rechtzeitiger medizinischer Konsulation im Falle von Krankheitssymptomen“, schreibt Melanie Pöter von der Pressestelle Lidl Deutschland. Zudem werde darauf geachtet, dass die Lidl-Filialen mit ausreichend Desinfektionsmitteln ausgestattet seien, sodass Mitarbeiter zwischendurch ihre Hände desinfizieren könnten. „Falls sich ein Mitarbeiter infizieren würde, setzen wir in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Kunden um“, schreibt Pöter weiter.

 




„Wenn es Ihnen schlecht werden sollte, gehen Sie raus“ – Das neue 3-D-Kino-Erlebnis in der neuen Experimenta in Heilbronn

„Wenn es Ihnen schlecht werden sollte, stehen rechts und links an den Türen Personal. Das Personal bringt Sie raus.“ Das war die Ansage, bevor der 3-D-Film über die Mondlandung im neuen 3-D-Kino in der Experimenta gezeigt wurde. Kinder wie Erwachsene schauen sich kurz verdutzt an. Schlecht werden? Wegen eines 3-D-Films? Das wäre ja etwas ganz Neues. Aber in der Tat war es etwas ganz Neues, dass die Macher in dem neuen Kino präsentierten.

Kinobesucher sitzen hier nämlich unter einer Kuppel, der Film wird auf eben dieser Kuppel gezeigt, das heißt, der Kinofilm befindet sich nicht auf einer geraden Leinwand vor einem, sondern halb um einen herum. Mit den 3-D-Brillen auf den Nasen erfahren die Besucher dann noch zusätzlich das intensivere 3-D-Raumgefühl, so dass man wirklich das Gefühl hat, mitten im Film dabei zu sein. Bei der Mondlandung nicht, aber bei anderen Filmen gibt es zusätzlich noch den Effekt, dass sich die Sitze nicht nur elektrisch nach hinten stellen lassen und sic die Besucher bequem zurücklehnen können, sondern dass es eine zweite Leinwand auf der vermeintlichen Rückseite des Kinos gibt und die Besucher sich dadurch im Kino selbst drehen.

Die Macher ist dieses Kino haben damit ganze Arbeit geleistet und sind meilenweit entfernt von den üblichen 3-D-Kino-Kinofilmen – im positiven Sinne. Die Geschichte der Mondlandung zum 50-jährigen Jubiläum beginnt mit Major Toms Lied „Völlig losgelöst'“ und lässt erst einmal bunte Sternchen vor den Augen tanzen. Dann aber zeigt der kurzweilige Film interessante Filmaufnahmen von den einzelnen Apollo-Missionen und erzählt die Entwicklung der Mondfahrt – Kind- wie auch erwachsenengerecht.

Wir haben uns in diesem Zuge natürlich nach dem Film auch in der neuen Experimenta umgeschaut. Die Räume und auch die Aufteilung der verschiedenen Bereiche sind nicht vergleichbar mit der früheren Experimenta. Es gibt noch hochwertigere Experimente, noch mehr Aktion, Wasser und Wind.

Auch die Preise sind absolut moderat und sind vermutlich nur möglich, weil ein großer Gönner hinter dem größten Science-Center Europas steckt: Die Lidl-Stiftung und damit Lidl-Gründer Dieter Schwarz

Bedienpanel an den Kinositzen. Foto: GSCHWÄTZ

Raketenabschuss. Foto: GSCHWÄTZ

Spiele mit dem Wasser – für jedes Kind ein riesen Spaß. Foto: GSCHWÄTZ

Mit Luftdruck schießen kleine Fallschirmspringer durch die Röhre nach oben und gleiten mit ihren Fallschirmen danach wieder auf die Erde. Foto: GSCHWÄTZ

Lustige Gebilde lassen sich durch die Experimenta bewegen. Foto: GSCHWÄTZ

In dieser Box gilt es, so geräuschlos wie möglich der Gestalt am Bildschirm die Schlüssel abzunehmen. Foto: GSCHWÄTZ

 




Teure Glasbauten von Lidl // Chef Gehrig zieht Notbremse

Ein zerknittertes Lidl-Logo prangt auf der Titelseite des aktuellen Manager Magazins. Darunter steht der Titel: „Teure Fehlschläge. US-Einstieg vermurkst, Digitalstrategie gescheitert, Milliarden verpulvert. Der Discounter entzaubert sich selbst.“ Lidl-Chef Klaus Gehrig gibt im aktuellen Manager Magazin (02/2018) zu, dass „das eine oder andere schiefgegangen sei“ jenseits des Atlantiks. Der im Gegensatz zu Aldi sowieso schon spät angelaufene Lidl-Start in den USA (Aldi ist dort laut dem Manager Magazin bereits mit 1.751 Filialen vertreten) verlief mehr als unglücklich. Das USA-Team von Lidl habe beispielsweise, so das Manager Magazin, Standorte per google-Landkarte gewählt, anstatt vor Ort die Gegend richtig zu erkunden. Die Krux: Da in den USA manchmal Problemviertel direkt an Reichenviertel angrenzen, kann schon eine Straße weiter der Umsatz um zweistellige Beträge einbrechen.

Ein weiteres Unterfangen, das Unsummen verschlungen hat: Die teuren Glasbauten, die Lidl sich seit geraumer Zeit leistet. So ein Glasbau steht seit kurzem unter anderem auch in der Würzburger Straße in Künzelsau. Das Problem: Der Umsatz steige zwar durch derlei imposante Bauten, aber leider nicht um die Marge, um die er steigen müsste, betrachtet man die Kosten für solch einen Bau.

In dem sechs Seiten langen Artikel erfährt der Leser viele Details aus dem Nähkästchen des ansonsten eher zugeknöpften Lebensmittelkonzerns – insbesondere ungewöhnlich viele Pleiten, Pech und Pannen. Wer die Quellen des Manager Magazins waren, wird nicht deutlich, nur dass diese in das Herz von Lidl, nämlich in die Schaltzentrale in Neckarsulm, einen sehr guten Einblick haben. Klaus Gehrig gibt Schwierigkeiten und Fehler gegebenüber dem Manager Magazin unumwunden zu und will nun einiges wieder anders machen: Das Personalkarussell dreht sich in diesem Zuge weiter, einige Köpfe sind bereits gerollt.

Mehr Informationen unter: http://www.manager-magazin.de/thema/lidl/