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Grundschulen: Fokus auf Mathe, Deutsch & Sachkunde

Nach den Pfingstferien startet für den Großteil der Grundschüler wieder der Unterricht im Klassenzimmer. Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage bestätigte Christine Sattler vom baden-württembergischen Kultusministerium, dass „die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht Vorrang“ haben hinsichtlich dessen, was noch in den Klassenzimmern unterricht wird in den letzten Wochen bis zum Schujahresende. Die Klassenstufe vier werde darüber hinaus vorbereitet „auf den Übergang auf die weiterführende Schule“.

Wieviel Lehrer fallen kontret aus?

Des Weiteren wollten wir wissen, wieviel Lehrer konkret ausfallen, das heißt, keinen Präsenzunterricht halten, weil sie einer Risikogruppe angehören. Das Land Baden-Württemberg schätzte die Zahl bislang auf ein Viertel bis ein Drittel der Lehrer. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Allerdings laufe seit vergangener Woche eine Abfrage an Schulen zum Personaleinsatz vor dem Hintergrund der Einschränkungen durch Risikogruppen sowie zur räumlichen Situation an den Schulen durchgeführt. Die Ergebnisse hierzu liegen allerdings noch nicht vor, da die umfangreichen Daten derzeit noch ausgewertet und aufbereitet sowie eventuelle Fehleinträge abgeklärt werden müssen. Die Ergebnisse liegen voraussichtlich gegen Ende Woche vor“, so Sattler.

Kontaktabstand: Problem in großen Klassen

Grundschulen haben oft größere Klassen mit bis zu 27 Kindern, was einen Unterricht mit dem nötigen Kontaktabstand nicht gewährleistet. Inoffzielle Quellen berichten, dass diese Klassen zweigeteilt werden und in zwei verschiedenen Klassenzimmern parallel unterricht werden sollen – unter anderem mit Unterstützung der Lehrer, die in dieser Woche jeweils keinen Präsenzunterricht ihrer Klassen haben. Hier steht eine Antwort des Regierungspräsidiums noch aus. Jeder betont Christine Sattler: „Aufgrund der sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen an den einzelnen Grundschulen vor Ort ist es ausdrücklich zulässig, vor Ort schulindividuelle Lösungen entwickeln, den Schulen wird deshalb ausdrücklich ein Gestaltungsfreiraum eingeräumt.“

Hintergrund rollierendes System

Nach den Herbstferien starten die Schulen mit einem so genannten rollierenden System den Unterricht in den Klassenzimmern wieder. Dieses rollierende System sieht vor, dass die Kinder im wöchentlichen Wechsel an die Schule kommen – eine Woche die Erst- und Drittklässler, eine Woche die Zweit- und Viertklässler. Der Turnus ist: immer eine Woche Unterricht an der Schule und dann wieder eine Woche Fernlernen von Zuhause aus. Damit ist nach den Pfingstferien immer die Hälfte der Grundschüler an der Schule. Hinzu kommen die Kinder der Notbetreuung, soweit sie nicht zu den Klassenstufen zählen, die Präsenzunterricht haben.

Hintergrund Risikogruppe

Lehrer, die ein gewisses Alter erreicht haben, Vorerkrankungen haben oder schwanger sind, zählen zur Risikogruppe und dürfen vom Präsenzunterricht in den Klassenzimmern freigestellt werden, um sich nicht mit dem Coronavirus zu infizieren. Sie verrichten dann andere Arbeiten, arbeiten vermehrt beim homeschooling mit oder bereiten Unterricht.

Wie laufe ich richtig in Zeiten von Corona? Wegweiser in der Georg-Wagner-Realschule in Künzelsau. Quelle: GSCHWÄTZ/Archiv