„Ich hätte gar nicht damit gerechnet, dass es so eine Hilfsbereitschaft gibt“
Vor vier Jahren hat sich Leons Leben verändert. Der damals Zehnjährige hatte einen Fahrradunfall. Dabei zog er sich ein schweres Schädelhirntrauma zu. „Er konnte weder laufen noch sprechen oder essen“, erinnert sich Heidi Arnold aus Künzelsau. Sie ist Leons Mutter.
Mehrere Wochen im Koma
Mehrere Wochen lag ihr Sohn im Koma. „Es war auf der Kippe gestanden, ob er überhaupt überlebt“, sagt sie. Er erwacht aus dem Koma, doch weitere Rückschläge stehen im Raum. „Einmal habe es geheißen, er kann niemals mehr laufen oder er wird blind, weil ein Sehnerv gequetscht sein könnte.“ In den nächsten vier Jahren kämpft sich Leon trotz aller düsteren Prognosen zurück ins Leben.
Ein gewisses Handicap hat er noch
„Heute spricht er wieder, fährt wieder Fahrrad. Aber ein gewisses Handicap hat er noch. Leon hat eine leichte Halbseitenlähmung, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme sowie Probleme bei der Handlungsplanung.“ Leon ist ein schlauer, aufgeweckter Junge. Derzeit wird er auf Gymnasialniveau an einer Privatschule in Künzelsau unterrichtet.
Welche Geschichte verbirgt sich hinter diesem Foto?
Vor einigen Tagen startete Heidi Arnold einen Aufruf über WhatsApp, der zahlreiche Gruppen nicht nur in WhatsApp, sondern auch in Facebook erreichte und in Instagram landete. Auch GSCHWÄTZ wurde der Aufruf zum Teilen zugeschickt, wir haben ihn auch veröffentlicht, wollten aber mehr wissen. Welche Geschichte verbirgt sich hinter diesem Foto?:

Aufruf in diversen sozialen Gruppen auf facebook und in WhatsApp.

Leon sucht einen Schulbegleiter. Foto: privat
Jedes Jahr sucht Heidi Arnold einen Schulbegleiter für ihren Sohn. Dieser Schulbegleiter wird vom Landratsamt (Sozialamt) gewährt, die Anstellung des Schulbegleiters erfolgt dann über einen sozialen Träger.
Die Genehmigung für die Schulbegleitung erfolgt immer nur für ein Jahr, dann muss man den Antrag neu stellen. Nun suchen sie wieder jemanden ab 01. Oktober 2021, der Leon in die Schule begleitet und unter anderem „guckt, dass er alles einpackt und an Dinge erinnert, ihn unterstützt, motiviert und teilweise mitschreibt, da Leon aufgrund der Lähmung nicht so schnell schreiben kann.“ 29 Wochenstunden umfasst die Stelle.
Oft wird eine solcher Job gerne als Übergangsstelle ins Studium genutzt. Gerne kann jemand aber auch länger als ein Jahr bleiben, aber den Antrag auf einen Schulbegleiter muss die Familie jedes Jahr aufs Neue wieder beim Sozialamt stellen. Wichtig ist Heidi Arnold, dass die Chemie passt zwischen dem 14-Jährigen und der/m neuen Menschen an seiner Seite. „Leon ist „ein wahnsinnig humorvoller, frecher, temperamentvoller, positiver, süßer Junge. Alle lieben meinen Sohn. Wir suchen Jemanden, auf den wir uns verlassen können und bei dem der Draht zu Leon passt.“
„Ich habe auch schon gruselige Anfragen bekommen von Heilern, die mir irgendwas verkaufen wollen. Aber auch von ganz süßen Menschen. Von einem 28-Jährigen
Zum Beispiel von Jan aus Gaisbach, der zwar keinen Schulbegleiter machen kann, aber mal mit ihm Fußball spielen würde. Jan war dann tatsächlich mit ihm im McDonalds. „Ich hätte gar nicht damit gerechnet, dass es so eine Hilfsbereitschaft gibt.“ Eine Lehrerin habe Leon Nachhilfe angeboten.
Bei Interesse kann man sich an die Familie die Mutter direkt wenden oder auch an das GSCHWÄTZ-Redaktionsteam, wir leiten den Kontakt dann weiter:
GSCHWÄTZ | info@gschwaetz.de | 07940/93 555 7 | WhatsApp: 0172/68 78 474 | Gaisbacher Straße 6 | 74653 Künzelsau
Text: Dr. Sandra Hartmann