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Achim Beck: „Eltern können sich gerne bei mir beschweren“

Im Kocherstädtchen Niedernhall im Hohenlohekreis war die Verblüffung bei der:m ein oder anderen Einwohner:in groß, als im Amtsblatt die Freibadpreise für die Saison 2025 veröffentlicht wurden.

Die im Amtsblatt veröffentlichten neuen Preise schmecken nicht jedem.

So steigt etwa der Preis des Familientickets von 75 auf 90 Euro, was eine 20-prozentige Preissteigerung ist. In der Sitzungsvorlage werden denn auch die Gründe für die Erhöhung genannt.

So spielen die steigenden Energiepreise ebenso eine Rolle wie die geringeren Gästezahlen und das zunehmende Defizit des städtischen Haushalts:

Sitzungsvorlage zum Gemeinderatsbeschluss, die Preise für das Freibad zu erhöhen.

In dem Sitzungsbeschluss wird ebenfalls darauf verwiesen, dass die Preise letztmalig vor über elf Jahren, 2024, angehoben wurden.

Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck verweist gegenüber GSCHWÄTZ auf nach wie vor sehr günstige Eintrittspreise im Vergleich zu anderen Freibädern und hat auch zugleich noch eine Bitte an seine Bürger:innen:

Achim Beck: „Sie können sicherlich auch recherchieren“

„Sie als gute Redakteurin können sicherlich auch recherchieren, welche Preise in anderen Bädern aufgeworfen werden. Daran sehen Sie, dass wir in den letzten Jahren landesweit im Vergleich zu den Bädern mit den niedrigsten Preisen gehört haben. Abschließend sollten Sie und die Eltern wissen, dass die Eltern sich gerne bei mir „beschweren“ bzw. bei uns als Stadtverwaltung gerne auch Rückfragen stellen dürfen. Wir müssen nicht über Dritt [sic] – also Ihr Magazin – kommunizieren.“

Preise im Künzelsauer Freibad teilweise um über die Hälfte günstiger

Schaut man sich die Eintrittspreises des Kocherfreibades Künzelsau an, sind diese allerdings deutlich niedriger angesetzt. Jugendliche zahlen hier 1,50 Euro. Erwachsene 2,50 Euro – im Gegensatz zu 5 Euro in Niedernhall. Die Saisonkarte kostet mit mit 25 Euro für Erwachsene im Kocherfreibad in Künzelsau sogar die Hälfte weniger als in Niedernhall. Dort müssen Erwachsene ab dieser Saison satte 60 Euro hinlegen.

Einzelkarten

  • Erwachsene 2,50 Euro
  • Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte (ab 50 Prozent) 1,50 Euro

Saisonkarten

  • Erwachsene 25 Euro
  • Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte (ab 50 Prozent) 20 Euro
  • Familien (ein oder zwei Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre) 45 Euro

Freibad Langenburg steht vor dem Aus

Andere Freibäder wie das beheizte Freibad in Langenburg steht angesichts der katastrophalen Haushaltslage der Stadt Langenburg sogar vor dem Aus. Im September rief der Verein Freibadfreunde Langenburg daher eine Spendenaktion ins Leben. Sie erklären darin:

„Liebe Freundinnen und Freunde des Freibades,
das Langenburger Freibad ist ein echtes Kleinod!
Leider sieht es für die Zukunft dieser schönen Einrichtung katastrophal aus.
Die Schulden der Stadt Langenburg haben zwischenzeitlich ein Ausmaß erreicht, das es langfristig für die Stadt unmöglich macht, das Freibad selbst zu betreiben.
Darüber hinaus stehen Sanierungen im Freibad an, die von der Stadt Langenburg nicht finanziert werden können.
Spätestens dann, wenn die Vorgaben des Gesundheitsamtes zur Hygiene nicht mehr erfüllt werden können, wird das Freibad dauerhaft schließen müssen.
Dem müssen wir vorbeugen.
Für die Sanierung sammeln wir daher Spenden. Zahlreiche kleinere Aktionen laufen bereits direkt vor Ort. Damit wir aber auch für zukünftige Generationen das Schwimmen lernen und Schwimmen sicherstellen können, braucht es einen großen Batzen Geld.
Die Gesamtkosten der Sanierung stehen noch nicht endgültig fest. Wir gehen davon aus, dass der Eigenanteil (unter Berücksichtigung aller möglichen Zuschüsse) sich am Ende des Tages auf 500.000 € summieren wird.
Daher sind die aufgerufenen 250.000 € nur ein erstes Etappenziel.
Mit dem Spendenaufruf möchten wir unser Eigenkapital erhöhen – damit wir gemeinsam mit der Stadt Langenburg Förderanträge stellen können – für die Sanierung unseres Freibads.
Unser Ziel ist es den Eigenanteil selbst zu übernehmen.
(Beispiel: Eine Sanierung kostet 1 Mio Euro, diese wird zu 90% gefördert allerdings muss man 10% selbst aufbringen) Und diese 10% möchten wir erreichen.
Die von uns angegebenen Zahlen gelten nur zur Anschauung und sind keine konkreten Zahlen.
Aktuell unterstützen wir als Förderverein „Freibadfreunde Langenburg e.V.“ die Stadtverwaltung Langenburg ebenfalls bei der Suche nach einer alternativen Betriebsform.
Sollte die Spendensumme nicht erreicht werden können, möchten wir die Stadt Langenburg mit dem gesammelten Geld bei den anfallenden Betriebskosten unterstützen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auf diesem Weg mit einer kleinen finanziellen Spende, einer Unterschrift oder einer Mitgliedschaft unterstützen würden. Auch ein Besuch in Langenburg – ob mit Freibadbesuch oder auch ohne – lohnt sich immer!
VIELEN DANK sagen die
Freibadfreunde Langenburg e.V.
Sollte das Schwimmbad nicht fortgeführt werden können, wird das Geld für zweckgebundene Angelegenheiten im Sinne der Förderung des Sports übergeben.“
500.000 Euro werden hierfür benötigt. 250.000 lautet das erste Etappenziel der Spendenrunde. Bislang sind rund 11.500 Euro zusammengekommen.
Die Corona-Pandemie hat das Freibad Langenburg vorbildlich gehandhabt. GSCHWÄTZ war damals mit einem Videoteam vor Ort:
Besucher begeistert: Geheimtipp Freibad Langenburg | GSCHWÄTZ – Das Magazin



„Besser geht’s nicht“

Freibad oder See oder lieber gar nichts in Coronazeiten? Der Breitenauer See wurde wegen Massenandrangs und nicht erfüllter Coronaregeln geschlossen. Die Stadt Niedernhall hat ihr Freibad erst gar nicht aufgemacht wegen der Flut an Regeln. Wie machen es aber die anderen, die offen haben? Langenburg ist ein kleines feines Freibad, zirka 20 Kilometer von Künzelsau entfernt. Beschaulich liegt es am Ortstand. Viele der Parkplätze im Grünen sind leer, auch die große grüne Liegewiese hat noch viele freie Lücken. Aber das ist in der heutigen Coronaausnahmezeit ein gutes Zeichen. Denn Langenburg hat den Coronastresstest bestanden und hat ein effektives System, damit Besucher hier in Ruhe baden und sich erholen können – ohne einen Massenandrang befürchten zu müssen.

„Pizzeria hier macht sehr leckeres Essen“

„Meine Schwester kommt öfter hierher. Ich bin jetzt das zweite Mal hier“, sagt Andrea Klenk aus Wertheim. Die Pizzeria hier im Freibad mache sehr leckeres Essen, auch die Wasserqualität sei sehr gut. Und man habe hier viel Platz. In Coronazeiten muss man sich in den meisten Freibädern vorab online anmelden. Hier sei dies sehr einfach. „Man kann sich telefonisch anmelden, was man zum Beispiel in Schwäbisch Hall nicht kann.“

„Alle froh, dass wir offen haben“

Doch welche Auswirkungen haben die neue Coronaregeln eigentlich für ein Freibad und seine Mitarbeiter? „Durch die Hygienemaßnahmen hat sich der Alltag sehr verändert“, sagt Arnd Bezold, er ist Bademeister im Freibad in Langenburg. Sehr viel mehr Reinigung und Desinfektionsmaßnahmen würden derzeit ausgeführt als üblich. Das Freibad hat sich dabei mit anderen Freibadbetrieben rund im Crailsheimer Raum abgesprochen. Sie fahren dabei quasi ein Dreischichtsystem. Die Besucher können sich für die morgendliche Schwimmschicht anmelden, für die Nachmittagsschicht (13.30 Uhr bis 17 bis 30 Uhr) oder für die Abendschicht ab 18 Uhr. Pro Schicht dürfen maximal 250 Besucher in das Freibad. Nur zweimal war laut Bademeister Bezold eine Schicht komplett voll. Es habe noch nie Probleme gegeben, dass Besucher nicht das Freibad nach Schichtende verlassen hätten, sagt Bademeister Bezold: „Die Menschen sind sehr verständnisvoll. Die Besucher sind alle froh, dass wir offen haben.“

Am Ende jeder Schicht müssen alle Besucher das Gelände verlassen

Am Ende einer jeden Schicht müssen alle Besucher das Gelände verlassen. Mittels einer Lautpsprecherdurchsage werden sie darauf aufmerksam gemacht. Dann beginnen die Reinigungsmaßnahmen. Bezold und sein Team reinigen dabei unter anderem die Umkleideräume, die Duschen, die Duschen an den Beckeneingängen sowie die Handläufe an dem gesamten Becken. Zu ihren Aufgaben gehört auch, die Menschen auf die gebotenen Abstandsregeln hinzuweisen. Zusätzliche Reinigungskräfte verstärken das Team in Langenburg, damit die Reinigungsmaßnahmen „in jedem Zeitblock zu bewältigen sind“, so der Bademeister.

Mittels Lautsprecherdurchsagen muss jeder das Gelände verlassen

Bademeister Bezold hatte zwar zu Beginn der Coronazeit ein mulmiges Gefühl, hier wieder anzufangen, aber „wir hatten uns gut vorbereitet. Wir hatten uns bei anderen Bädern, die schon früher aufgemacht haben, informiert. Wir haben eine Rundreise gemacht in Bayern“ und haben sich Freibäder angeschaut, die bereits wieder aufgemacht haben. Danach haben wir unser Konzept mit dem Gesundheitsamt in Schwäbisch Hall abgestimmt. Und das funktioniert.“

Niedernhaller Freibad bleibt in dieser Saison zu, Bademeister warnt vor den Folgekosten

Dass das Niedernhaller Freibad in dieser Saison wegen der hohen Coronaauflagen geschlossen bleibt, sieht Bademeister Bezold skeptisch: „Man kann eigentlich ein Freibad kein Jahr geschlossen lassen. Der Aufwand, der dann im Folgejahr kommen würde, wäre viel zu hoch. Man muss das Bad nach dem Winter im Frühjahr sauber machen. Das alte Wasser rauslassen, neues Wasser wieder rein. Die Anlage mal in Betrieb nehmen, ob die Leitungen noch in Ordnung sind, die Pumpen, ob die noch alle laufen. Und wenn man das ein Jahr lang gar nicht macht, sind die Foglekosten im darauffolgenden Jahr viel höher, wie wenn man gar nichts macht. Das ist eine Milchmädchenrechnung, die da manche aufstellen.“

Beheiztes Becken

Renate Hensler (80) und Lore Gröss (89) sind aus Langenburg und kommen oft ins örtliche Freibad. „Wir sind jeden Tag da“, sagt Lore Gröss. „Das Wasser ist immer so schön warm“, sagt Renate Hensler. Das Becken des Langenburger Freibades ist beheizt.Wegen Corona hatten sie keine Bedenken. „Das ist hier alles sehr gut organisiert. Aber viele von den Dauerschwimmern kommen nicht mehr“, bemerkt Renate Hensler.

„Zu viel Dreck in den Seen“

Renate und Franz Lang wohnen nur einen Steinwurf vom Freibad entfernt und sind schon seit Jahrzehnten Besucher. Was hat sich über die Jahre verändert, wollen wir von ihnen wissen. „Das Wasser ist wärmer geworden.“ Das Becken sei zwar schon immer beheizt gewesen, „aber der frühere Bademeister hat es nicht so arg warm gemacht“, findet Franz Lang. An Seen gehen die beiden nicht, weil „in den Seen von Langenburg zu viel Dreck drin ist“.

Trotz des Dreischichtsystems hat das Freibad Langenburg durch die Coronaauflagen weniger Besucher. An einem sonnigen Sommersonntag empfängt das Bad in der Regel zwischen 1.800 und 2.000 Menschen. Nun seien es um die 600. Man merke es schon, dass die Menschen durch Corona zurückhaltender seien.

Doris Schmezer aus Kupferzell ruht sich auf einer Liege inmitten der grünen Freibadwiese aus. „Es ist hier nicht so groß, es ist übersichtlich. Besser geht’s nicht.“

Anmeldung

Mindestens einen Tag vorher sollte man sich im Freibad Langenburg anmelden.

Text: Dr. Sandra Hartmann

Renate Hensler (80) und Lore Gröss (89) sind aus Langenburg und kommen oft ins örtliche Freibad. Foto: GSCHWÄTZ

„Das Wasser ist über die Jahre wärmer geworden“, sagen Renate und Franz Lang über das beheizte Becken. Foto: GSCHWÄTZ

Doris Schmezer aus Kupferzell genießt die Ruhe in dem Bad. Foto: GSCHWÄTZ

Trotz Corona ins Freibad: GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann hat mit Mitarbeiterin und Besuchern des Freibades Langenburg gesprochen. Das Fazit war eindeutig. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Photowalk durch Langenburg

Am Samstag, den 06. Oktober 2018, von 15.30 Uhr bis 18 Uhr, ist das Langeburger Schloss Mittelpunkt eines Photowalk. Mitmachen kann jeder, auch Foto-Anfänger, denn man benötigt keine spezielle Kamera und kann auch mit dem Handy fotografieren.

Jeder Teilnehmer darf ein Bild, das während des Photowalks gemacht wurde, auf der Webseite www. worldwidephotowalk.com einreichen und kann einen Preis gewinnen. „Die Teilnehmer werden untereinander Tipps austauschen. Auch Herr Schniepp und ich beantworten Fragen und geben Tipps. Es können bis zu 50 Teilnehmer pro Photowalk werden“, erklärt Rolf Hartbrich, Fotograf und Organisator des Photowalks in Langenburg, auf GSCHWÄTZ-Nachfrage.

Das Besondere an diesem Walk: „Es ist der größte Photowalk weltweit. Zurzeit sind 770 Photowalks für diesen Tag angemeldet. Bisher gibt es in Süddeutschland nicht viele Photowalks. Die am nächsten liegenden Walks sind Tübingen, Ulm, Frankfurt und München. Dann geht es schon ins Ausland: Prag, Insbruck, Salzburg“, so Hartbrich.

Anmeldungen unter: https://worldwidephotowalk.com/walk/photowalk-schloss-langenburg/

Organisatoren bei diesem Walk in Langenburg sind Rolf Hartbrich und Olivier Schniepp, zwei langjährige Fotografen, die in Künzelsau und Umgebung durch Ihre Bilder bekannt sind.




Draußen daheim – Gartentage auf Schloss Langenburg

Zum 15. Mal veranstalten Fürst Philipp und Fürstin Saskia zu Hohenlohe im Fürstenschloss Langenburg am ersten Wochenende im September, von Freitag, den 31. August 2018, bis Sonntag, den 02. September 2018, die Gartentage.

Die großzügigen Schlossanlage bietet Platz für über 170 Aussteller aus dem Bereich Garten und Wohnen. Durch das Zusammenspiel mit den Vorträgen, den Gartenkonzerten und dem gastronomischen Angebot entsteht ein Fest für alle Sinne.

Mit bis zu 30.000 Besuchern zählen die Fürstlichen Gartentage auf Schloss Langenburg den größten und beliebtesten Gartenmessen in Süddeutschland.

Die 15. Ausgabe der Fürstlichen Gartentage auf Schloss Langenburg widmet sich dem Thema „Draußen daheim“ und will zeigen, wie durch eine stilvolle Planung und Einrichtung des Außenraums ein stimmungsvolles und wohnliches Ambiente entsteht.

 

Öffnungszeiten:

Freitag 31. August 2018: 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Samstag 01. September 2018: 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr

Sonntag 02. September 2018: 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr

 

Eintrittspreise:

Tageskarte:  9 Euro

Schüler, Studenten, Schwerbehinderte:  7,50 Euro

Dauerkarte:  16 Euro

Kinder bis 14 Jahre frei