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Auschwitz: Ich und der andere – Haben wir wirklich dazu gelernt?

Vor einem Dreiviertel Jahrhundert wurde das größte Konzentrationslager (KZ) im Dritten Reich befreit. Auschwitz in Polen. Laut einem Bericht des Spiegels starben in dem größten nationalsozialistischen KZ rund 1,5 Millionen Menschen während der Vernichtungsjahre. Auschwitz. Der Name spricht für sich. Wenn man Ausschwitz hört, denkt man an völlig abgemagerte jüdische Menschen, an Berge von Skeletten. Man kennt die Bilder. Und doch: Es ist weit entfernt für all jene Generationen, die keine Kriegskinder sind. Ein schier unvorstellbareres Grauen hat sich vor 75 Jahren ereignet. Zahlreiche Augenzeugenberichte gibt es darüber, Dokumentationen. Bücher und Kinofilme wie „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, der zur Zeit in den Kinos zu sehen ist.

Die Ellbogengesellschaft ist zurück

75 Jahre liegen zwischen der systematischen Todesmaschinerie Deutschlands und dem Hier und Heute. Und doch hat man das Gefühl, dass die Toleranz gegenüber anderen Völkern, Rassen, Kulturen, Glaubens- und Werterichtungen in der heutigen Welt wieder rapide gesunken ist. Extremistische Haltungen scheinen wieder populärer zu werden, Anfeindungen nehmen zu, die Angst vor anderen und vor dem Anderssein anderer. Und: Die Angst vor dem Gefressen werden von anderen. Die Angst vor dem Überrannt werden. Die Ellbogengesellschaft ist zurück. Auch und vor allem in Deutschland.

Vom Sommermärchen zum Anfeindungsapparat – So gewinnt man nicht

Ganz wunderbar sieht man diese Entwicklung an der Deutschen Nationalelf. Was waren wir doch für eine Multi-Kulti-Einheit beim Sommermärchen 2006 in Deutschland. Was waren wir für eine Einheit, als wir 2014 den Titel dann tatsächlich holten. Dann der Niedergang, schlechte Spiele, schlechte Leistung. Dann ging es los mit den Anfeindungen gegen Mesut Özil. Mein Gott, wie beschämend.

Wahrhaft groß ist es, nicht nur gemeinsam zu feiern, sondern auch bei Niederlagen zusammenzuhalten. Aber das scheint Deutschland derzeit verlernt zu haben. Es gibt kein ich und der andere. Wenn wir wirklich Dinge ändern wollen, besser machen wollen, geht das nur mit einem Wir.

https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/geschichte/id_87160966/auschwitz-befreiung-von-1945-menschliche-skelette-kamen-uns-entgegen-.html

https://www.spiegel.de/kultur/literatur/auschwitz-zeugin-was-war-und-was-nie-wieder-geschehen-soll-a-f58a62a4-ee4f-47d4-b979-2450597c027f