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Gespensterjagd auf schwäbisch

An einem Samstagnachmittag im Herbst 2018 sieht man in einem Waldstück eine Horde Kinder. Jedes Kind steht an einem Baum. Sie klatschen Lehm an die Rinde und formen Gespenster daraus. Einige Minuten später, etwas tiefer im Wald, stehen Eltern an einem Netz, das aus Seilen gebastelt wurde und zwischen Bäumen gespannt ist. Sie heben Kinder durch das Netz. Keines der Kinder darf das Seil berühren. Zwei Stunden später, in der Abenddämmerung, marschieren die Eltern mit ihren Kindern von der Ruine Forchtenberg abwärts. Sie halten Fackeln in den Händen. So sieht eine Familienaktion des Schwäbischen Albvereins der Ortsgruppe Kupferzell aus, an der über 40 Personen teilnehmen.

Seit fast zwei Jahren baut der Schwäbische Albverein der Ortsgruppe Kupferzell eine Familiengruppe für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter auf. „Das war nicht einfach“, erklärt Adelheid Antlauf, Naturpädagogin, die im Hauptverein in Stuttgart eingestellt wurde, um Ortsgruppen zu helfen: „Am Anfang gab es wenig Interesse. Einige Veranstaltungen sind auch ausgefallen. Aber mit der Unterstützung der Ortsgruppe Kupferzell sind wir in die Kindergärten gegangen und haben dort Werbung gemacht. Seitdem boomt es.“

Mit gesammelten Eicheln müssen die Kinder die Münder der Gespenster treffen. Foto: GSCHWÄTZ

Die Fackelwanderung an der Ruine Forchtenberg ist aber keine gewöhnliche Wanderung. Auf dem Weg zur Ruine müssen die Kinder Aufgaben erledigen – um das kleine Gespenst von seinem Fluch zu befreien. Im Wald sind vier kleine schwarze Gespenster versteckt. An jedem einzelnen Gespenst gilt es, eine Aufgabe zu meistern. Mit Lehm ein Gespenst an einem Baum formen, von den Eltern durch ein Spinnennetz gehoben werden, ohne es zu berühren. Ein Gespenst mit einer Astgabel schnellstmöglich balancieren und selbst gesammelte Eicheln in den Mund eines großen und kleinen Gespenstes reinwerfen. An der Ruine angekommen darf jedes Kind eine Tüte – ein Dankeschön vom Gespenst – suchen. Bis es richtig dunkel ist, basteln die Kindern selbst noch ein kleines Gespenst auf der Ruine. Gegen 18.30 Uhr beginnt die Fackelwanderung zurück. Ein Nachmittag voller Abenteuer.

Gudrun Schickert, die sich selbst als Omi der Familiengruppe sieht und seit über 30 Jahren im Schwäbischen Albverein ist, erklärt, warum das Verjüngungsprinzip der Albvereine so wichtig ist: „Man möchte neue Mitglieder und vor allem eben junge Mitglieder, die auch neue Ideen in die Vereinsarbeit bringen und das geht nur über die Familien und die Jugend.“ Schickert weiter: „Uns ist es wichtig, die Kinder und die Eltern raus in die Natur zu bringen. Das Interesse für Aktionen in der Natur zu wecken und weg vom Computer zu kommen.“

Bloß nicht das Spinnennetz berühren, lautet die Faustregel. Foto: GSCHWÄTZ

 

Geplante Termine für 2019:

Sonntag, den 24. März 2019: Vom Schaf zum Wollfaden

Samstag, den 11. Mai 2019: Backen im Backhaus

Sonntag, den 02. Juni 2019: Alpakawanderung in Bauersbach oder Goggenbach

Sonntag, 07. Juli 2019: Das Leben im Fluss

Sonntag, 20. Juli 2019: Steinsuppe im Kupfertal

Sonntag, 22. September 2019: Drachensteigen auf dem Einkorn

Sonntag, 13. Oktober 2019: Kürbiskönige und schaurige Fratzen schnitzen

Samstag, 16. November 2019: Laternen- und Fackellaufen auf den Feldern

Sonntag, 01. Dezember 2019: Backen mit Kindern und Senioren

 

Anmeldungen bei Christina Hansel unter der E-Mail albverein-og-kupferzell@gmx.de.

 

 

 




Jetzt Dorfhelfer werden und Familien in Notsituationen unterstützen

Die Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell bietet einen berufsbegleitenden Kurs zum staatlich geprüften Dorfhelfer an. Für den ab November 2018 geplanten Kurs sind noch Plätze frei. Der Lehrgang wird einmal monatlich als einwöchiger Unterrichtsblock durchgeführt. Insgesamt erstreckt sich das Bildungsangebot auf 20 Wochen in zwei Jahren. Eine erfolgreich abgelegte Prüfung führt zur Berufsbezeichnung als staatlich geprüfter und anerkannter Dorfhelfer.

Was machen Dorfhelfer?

Wenn eine Familie in eine Notsituation gerät, da beispielsweise die Mutter aus irgendeinem Grund ausfällt, treten sie auf den Plan: Dorfhelfer betreuen in einem solchen Fall unter anderem die Kinder, stellen sich flexibel auf einen fremden Haushalt ein und organisieren diesen. Um dem wachsenden Bedarf an Einsatzkräften in privaten Notsituationen gerecht zu werden, bietet die Akademie Kupferzell berufsbegleitende Kurse an.

Welche Vorerfahrungen sind von Vorteil?

Von Vorteil sind mehrjährige Erfahrungen im eigenen Haushalt. Optimalerweise sind Interessenten bereits von Beruf Hauswirtschafter. Dann sind Sie genau richtig in der Vorbereitungsklasse „Dorfhelfer/-in“, die am Schulstandort der Akademie Kupferzell angeboten wird. Das Kursangebot richtet sich an Familienfrauen oder -männer, die berufsbegleitend einen qualifizierten Berufsabschluss anstreben.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 12. Oktober 2018

Foto: adobe stock

 

Weitere Auskünfte erteilt Gabriele Großkinsky, Fachbereichsleiterin an der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell, unter der Telefonnummer  07944 9173-11 oder per E-Mail unter gabriele.grosskinsky@akademie-kupferzell.de.

 

 

Das bisschen Haushalt…ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Auch den Haushalt führen will gelernt sein. Foto: adobe stock

 

 

 

 

 

 

 




Kupferzell: Tennis-Vorstände Koeberer und Bürkert wollen die 200er Marke knacken

Am 07. und 08. September 2018 feierte der Tennisclub Kupferzell sein 40-jähriges Jubiläum.

GSCHWÄTZ-Redakteurin Nadja Fischer hat sich mit den beiden Vorstandsmitgliedern Armin Bürkert (erster Vorstand) und Timo Koeberer (zweiter Vorstand) unterhalten. Beide sind seit über zehn Jahren Vorstände des Tennisclubs Kupferzell und wollten für das 40-jährige Jubiläum des Vereins etwas Besonderes bieten. „Die Planung für das Jubiläum fing schon vor eineinhalb Jahren an“, erzählt Bürkert. Sie luden den ehemaligen Tennisprofit Alexander Waske nach Kupferzell ein. „Alexander Waske passt vom Typ zu unserem Verein, er ist auch ein sehr emotionaler Spieler. Wir freuen uns, dass es geklappt hat. Waske kam donnerstags aus New York zurück. Am Freitag hat er sich ins Auto gesetzt und ist nach Kupferzell gefahren“, so Koeberer. Im Kurzinterview verraten die beiden, wie sie sich die Zukunft des Clubs vorstellen und wie sie es geschafft haben, entgegen dem Vereinstrend immer mehr zu wachsen.

GSCHWÄTZ: Sie feiern  40-jähiges Jubiläum des Tennisclubs Kupferzell. Was hat sich in 40 Jahren Tennis denn verändert?

Koeberer: Innerhalb von 40 Jahren hat sich da einiges verändert. Zu Beginn gab es sehr viele Familien – so genannte Tennisfamilien, bei denen Mutter, Vater, Sohn und Tochter auf dem Tennisplatz waren. Das hat sich dann weiterentwickelt. Es kamen viele Spieler hinzu, aber es wurden immer weniger Familien. Da haben wir eine Talzone durchschritten, in der wir viele Mitglieder verloren haben und wir immer weniger wurden. Aktuell sind wir aber auf einem sehr guten Weg. Wir haben eine sehr gute Jugendarbeit, in die wir sehr viel Zeit investieren müssen. Der Aufwand allgemein, für die Mitglieder, hat sich erhöht aber es macht sich dann auch wieder bezahlt. Das sieht man bei uns am Zuwachs.

Boris Becker und Steffi Graf waren Zugpferde für die Tennisvereine

GSCHWÄTZ: Wie schafft es der Verein denn jetzt, einen stetigen Mitgliederzuwachs zu haben?

Bürkert: Das schaffen wir zusammen. Das schaffen wir beide nicht alleine. Wir haben ein wirklich tolles Team hinter uns, unter anderem Gründungsmitglieder, die heute noch aktiv sind. Wir haben einen Trainer im Verein, der das hauptberuflich macht. Wir haben aber auch Maßnahmen in den letzten zehn Jahren ergriffen: Wir sind auf die Menschen aktiv zugegangen. Wir haben Angebote gemacht, in den Verein hineinzuschnuppern. Wir haben auch die Mitgliedsbeiträge nach unten gesenkt. In der Öffentlichkeit war weniger Resonanz da, weil Boris Becker und Steffi Graf nicht mehr da waren. Deswegen haben wir gedacht, dass wir was tun müssen. Wir sind auf die Schulen zu gegangen und haben gemeinsam Trainingseinheiten durchgeführt und so haben wir es geschafft. Auch im Verein waren wir aktiv. Wir spielen gut, wir sind aktiv, aber wir haben auch eine sehr gute Kameradschaft. Geselligkeit und Zusammenhalt ist wichtig. Und so haben wir es geschafft von 102 Mitgliedern von vor zehn Jahren auf 177 Mitglieder zu kommen. Unser Ziel ist, es, die 200 zu knacken.

GSCHWÄTZ: Wie stellt sich der Tennisclub denn die Zukunft vor?

Koeberer: Die Zukunft stellen wir uns so vor, dass wir weiter steigende Mitgliederzahlen haben, dass wir weiterhin den Spagat zwischen Freizeitangebot und Hobbyspieler auf der einen Seite und Leistungssportler und Mannschaftsspiele auf der anderen Seite hinbekommen. Die Geselligkeit und der Ausgleich zum Arbeitsalltag, abends auf die Tennisanlage zu kommen und gemütlich eine Runde Tennis zu spielen, dazusitzen und sich zu unterhalten, aber auch das Sportliche im Tennis zu sehen – das wird unsere Aufgabe sein, um den Tennisclub Kupferzell weiterhin voranzubringen.

Schnappschüsse von der Jubiläumsveranstaltung zum 40-jährigen Geburtstag

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Jubiläumsfeier am 07. und 08.09.2018: 40 Jahre Tennisclub Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




„Vom Laufstall aus Papa beim Tennis spielen zugeschaut“: Tennisclub Kupferzell empfängt Ex-Tennis-Profi Alexander Waske

Heute New York, morgen Kupferzell. Ex-Tennis-Prof Alexander Waske hat sich zum ersten Mal in seinem Leben in den Hohenlohekreis verirrt. Anlass war das 40-jährige Jubiläum des Tennisclubs Kupferzell, das der Verein am 07. und 08. September 2018 gefeiert hat. GSCHWÄTZ sprach mit ihm am Rande der Feierlichkeiten darüber, wie man Talente erkennt, mit Niederlagen umgeht, was er an Hohenlohe schätzt und wie Tennisprofi Tommy Haas privat ist.

GSCHWÄTZ: Wie kamen Sie zum Tennis?

WASKE: Über meinen Vater. Er hat sehr, sehr gerne Zeit auf dem Tennisplatz verbracht. Als ich damals gerade so stehen konnte, hat mein Vater die Aufgabe von meiner Mutter bekommen, auf mich aufzupassen. Da hat er mich mitsamt dem Laufstall mit auf den Tennisplatz genommen und hat Tennis gespielt, während ich ihm vom Laufstall aus zugeschaut habe. Und so wollte ich seit ich laufen kann, Tennis spielen. Man eifert einfach seinem Papa nach. Dann haben wir sehr viel Zeit im Tennisclub verbracht. Jeden Sommer, jedes Wochenende. Da habe ich meinen Freundeskreis her.

GSCHWÄTZ: Wie sah denn Ihr Training aus, bis Sie Tennisprofi wurden? Wie oft trainiert man da?

Waske: Das hat sich bei mir alles entwickelt. Ich habe in jungen Jahren nicht so viel trainiert. Drei Mal die Woche habe ich nur trainiert und habe später dann eigentlich alles professionalisiert. Heutzutage, in unserer Akademie, trainiert man zirka 20 Trainingseinheiten die Woche. Zehn Mal Tennis, zehn Mal Fitness und das sind zirka 50 Stunden Tennis und nochmal 13 bis 14 Stunden Fitness oben drauf.

GSCHWÄTZ: Mussten Sie Dinge für das Training vernachlässigen?

Waske: Ja, natürlich. Der einzige Tag der mir heilig war und auch immer noch ist, ist Weihnachten. Am 24. bin ich zu Hause. An allen anderen Geburtstagen und Feierlichkeiten war die Chance sehr hoch, dass ich nicht da war. Es ist auch immer noch so, dass es schwierig ist, mit mir was zu planen – wie Konzertkarten zu kaufen oder sowas, weil ich nicht garantieren kann, dass ich da bin. Der Tournierkalender geht vor und wenn ich auf der Welt herumreise um meine Spieler zu betreuen, das ist nunmal mein Job.

„Viele Ärzte sagten, dass wird nie wieder was“

GSCHWÄTZ: Wie hat es sich für Sie angefühlt, als Sie ihr Karriere-Aus verkündeten?

Waske: Ich war viele Jahre verletzt und wollte immer noch spielen, damit ich selbst entscheiden kann, dass ich nicht mehr spielen möchte. Insofern war es nach einer Odysee eigentlich ein gutes Gefühl, dass ich nochmal gespielt habe, auch wenn ich nicht mehr so gut gespielt habe und nicht mehr so erfolgreich gespielt habe. Aber trotzdem hatte ich nochmal gespielt, obwohl viele Ärzte gesagt haben, dass es nie wieder was wird. Ich hatte ja zwei Jahre zuvor schon die Akademie gestartet und das wurde immer größer und immer interessanter. Dann war klar das meine Energie jetzt in die Akademie geht.

GSCHWÄTZ: In Ihrer Akademie trainieren Sie Nachwuchstalente. Wie und woran erkennt man denn ein Talent?

Waske: Was ist ein Talent? Es gibt viele verschiedene Talente. Der eine hat einen schnellen Arm, der nächste hat schnelle Beine, ein dritter kann sich gut konzentrieren und ein vierter ist sehr diszipliniert. Für uns ist es das Wichtigste, dass wir Projekte haben, die es wert sind, Zeit zu investieren. Und dass wir junge Leute haben, bei denen wir das Gefühl haben, wir können ihnen Werte vermitteln, wir können sie besser machen und so trainieren, dass sie an ihr Leistungslimit kommen – wie hoch das auch immer ist. Wir sind da schon auch realistisch, dass wir wissen, dass nicht jeder von denen durch Tennis zum Millionär wird. Aber ein junger Mann, der eine hohe Disziplin hat, der sich konzentrieren kann, hart arbeitet, auf den man sich verlassen kann – das sind viele gute Eigenschaften, die nahezu in jedem Job gerne gesehen sind. Insofern glaube ich, dass ein 13-, 14-, 15-Jähriger zu uns kommt, ein paar Jahre bei uns ist und dann vielleicht „nur“ zweiter Bundesligaspieler wird, aber mit diesen gelernten Sachen in sein späteres Leben geht, hat trotzdem eine sehr gute Ausbildung bekommen.

GSCHWÄTZ: Wer hat ihr Talent denn damals entdeckt und wie alt waren Sie?

Waske: Ich war 21, als der erste Trainer gekommen ist und in mir einen Profi gesehen hat. Alle anderen vorher nicht. Das war John Nelson in San Diego. Dort habe ich mich für ein Stipendium in Amerika beworben. Ich stand damals 200 in der Deutschland-Liste und er hat in mir jemanden gesehen, der es unter die ersten 100 der Weltliste schaffen sollte. Was in meinen Augen völlig utopisch war, weil es einfach eine sehr große Diskrepanz ist. Das ist, wie wenn man jetzt hier auf den lokalen Fußballplatz geht und sich des Landesligisten anschaut und sagt – der spielt in vier Jahren in der Nationalmannschaft. Ich glaube, der Miro Klose hat damals relativ tief gespielt und dann schnell hoch. Das passiert einem  einmal von ein paar tausend mal. Tja, und ich war einer von denen.

„Das Training ist härter geworden“

GSCHWÄTZ: Wenn man jetzt einen Vergleich ziehen müsste zwischen dem Training, das Sie damals hatten und dem heutigen Training, was hat sich verändert? Ist es härter geworden?

Waske: Ja, es ist härter geworden. Aber die Zeit, die man mit seinem Körper verbringt ist um ein vielfaches mehr geworden. Die Spieler müssen sich besser aufwärmen, sie müssen sich besser pflegen, sie müssen nach dem Training besser auf sich achten. Sie müssen besser essen. Das Ganze läuft strukturierter ab. Man macht sich genauer Gedanken, was trainiert wird. Warum in dieser Phase mehr auf das Wert gelegt wird. Das ist alles besser geworden. Als ich damals angefangen habe, da gab es einen Physiotherapeuten für ein ganzes Tournier. Heute sind fünf Physiotherapeuten da. Die Topspieler hatten alle ihren privaten Physio. Der ganze Bereich Fitness, Athletik, Coach und auch Physiotherapeut hat sich unglaublich entwickelt und wird auch sehr genutzt von den Spielern. Deswegen ist es auch möglich, dass Spieler wie Roger Federer mit 37 immer noch sehr gut spielen, weil man sehr auf den Körper achtet.

„Immer dieses bla, bla, bla“

GSCHWÄTZ: Sie haben unter anderem Tommy Haas trainiert, mit und gegen ihn gespielt. Was ist er für ein Typ Mensch?

Waske: Wenn man ihn nicht kennt, drückt Tommy Haas einem erstmal eine Kassette auf Ohr. Das habe ich schon ganz oft gemerkt. Wenn Sie jetzt mit ihm reden würden, bekämen Sie genau die gleiche Antwort wie jeder andere auch. „Ich habe gut gespielt, ich habe gut trainiert, ich freue mich auf das nächste Turnier.“ Immer dieses blablabla. Bis man da mal durch ist, muss der Tommy einem schon vertrauen und gut kennen, damit er einem dann wirklich von sich erzählt. Aber ich denke, dass er über viele Jahre festgestellt hat, dass zu viel von sich Preis geben oft nach hinten losgeht. Da ist er sehr reserviert. Trotzdem ist es der größte Tennisspieler, mit dem ich je gespielt habe. Was der Mann für Deutschland im Davis-Cup geleistet hat, wie oft er über seine Grenzen hinausgegangen ist. Da ging es nicht um finanzielles, sondern dass er immer für Deutschland eingestanden ist. Er war auch einer der ersten, der immer gesagt hat: „Als Mannschaft teilen wir“. Es war ihm immer wichtig, dass es ordentlich verteilt ist. In diesen Sachen kann ich nur in allen höchsten Tönen von ihm sprechen.

GSCHWÄTZ: Wie sieht denn ihr Alltag aus, wenn Sie Feierabend haben?

Waske: Eigentlich gibt es nur ein paar Optionen. Entweder ich treffe ich mit meinem Vater, der bei mir um die Ecke wohnt, und meiner Verlobten und wir gehen Abend essen. Oder ich treffe mich mit meinem Bruder und meinen Nichten und gehe mit ihnen auf den Spielplatz oder Eis essen oder male Bilder mit ihnen, spiele verstecken oder MauMau. Was man halt so macht, sie sind drei und fünf. Ich mache auch jedes Jahr einen Urlaub mit ihnen. Das ist mir wichtig, weil  ich sie dann mal zwei Wochen am Stück sehe. Der Prozess von Schwimmflügel über ohne Schwimmflügel bis hin zum Tauchen und so weiter, da bin ich jetzt sehr eng dran. Das ist so mein Hauptteil, den ich in meiner Freizeit mache.

Abschalten in Kupferzell

GSCHWÄTZ: Waren Sie schon mal im Hohenloher Ländle und wie gefällt Ihnen Kupferzell?

Waske: Also ich war schon mehrfach in Heilbronn. Zählt das? Ansonsten war ich jetzt nicht wirklich hier und habe mir groß die Sachen angeschaut. Aber ich habe mich gestern mit Mariano, dem Jugendspieler der mit mir hier ist, unterhalten, wie angenehm es hier ist. Dieser weite Blick und die Landschaft ist entspannend für uns. Ich kann mir vorstellen, dass, wenn man hier lebt und das jeden Tag sieht, man sich dann auch nach etwas anderem sehnt. Aber für uns Städter war das sehr angenehm hier.

 

Im Halbfinale bei den Australien Open

Alexander Waske kommt aus Frankfurt am Main und ist ein ehemaliger (* 31. März 1975 in Frankfurt am Main) ist ein ehemaliger deutscher Tennisspieler. Der 43-Jährige ist verlobt. Seine höhste Platzierung auf der Tennis-Weltrangliste war 89 (2006) Seine größten Siege: 2005 gewann er mit der deutschen Mannschaft den World Team Cup im Düsseldorfer Rochusclub. Ebenfalls 2005 stand der damals 30-Jährige mit seinem Partner Jürgen Melzer im Doppel bei den Australian Open im Halbfinale. Mit seinem Davis-Cup-Kollegen Rainer Schüttler stand er auch im Viertelfinale von Wimbledon. Dazu feierte Alexander Waske einen großen Erfolg im Daviscup-Aufstiegsspiel 2005, in dem er mit Tommy Haas das tschechische Doppel František Čermák und Leoš Friedl in fünf Sätzen schlug. Dadurch trug er einen großen Teil zum Wiederaufstieg der deutschen Davis-Cup-Mannschaft bei. 2012 beendte Waske wegen gesundheitlicher Probleme seine tenniskarriere und arbeitet seitdem als Trainer, unter anderem hat er Tommy Haas trainiert.

Alexander Waske (links) und Marinao Hasenkopf, einer seiner Nachwuchstalente. Foto: GSCHWÄTZ

Video & Fotos: Nadja Fischer




Tennisprofi Alex Waske kommt nach Kupferzell

Am Freitag, den 07. September 2018, und Samstag, den 08. September 2018, feiert der Tennisclub Kupferzell sein 40-jähriges Jubiläum.

Am Freitagabend, ab 20 Uhr, startet der Festabend mit einen Sektempfang.

Am Samstag, um 9.30 Uhr, gibt es das 17. Tennisgerümpelturnier auf der Tennisanlage des TC Kupferzell. Ab 14 Uhr zeigt Tennisprofi Alexander Waske ein Vorführmatch mit anschließender Autogrammstunde und ab 20 Uhr spielt die Band „Make My Day“ in der Carl-Julius-Weber Halle in Kupferzell mit Siegerehrung des Gerümpelturniers.

1978 gründete sich die Tennisabteilung im TSV Kupferzell. Der Tennisclub Kupferzell hat aktuell 177 Mitglieder und „somit einen starken Mitgliederzuwachs“, so Timo Koeberer, der zweite Vorstand des TC Kupferzell. „Der Verein hat ausgebildete Tennislehrer und die Herren 40 spielen in der Oberliga.“

Flyer zum 40-jährigen Jubiläum des TC Kupferzell.
Foto: TC Kupferzell

 




Kupferzell: Mit 160 Stundenkilometer auf der B19

Die Geschwindigkeit von fast 1.300 Fahrzeugen wurde am Samstagabend, den 01. September 2018, auf der B 19 zwischen Westernach und der Kreisgrenze zu Schwäbisch Hall gemessen.

Insgesamt waren 81 Fahrzeuge zu schnell unterwegs. Der Schnellste hatte 160 Stundenkilometer auf dem Tacho – bei erlaubten 100 Stundenkilometer.

 

Quelle: Polizeipräsidium Heilbronn

 




Kupferzell: 18-Jähriger bei Verkehrsunfall verunglückt

Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am frühen Samstagmorgen, den 21. Juli 2018, bei Kupferzell. Ein 18-Jähriger war gegen 04.45 Uhr mit seinem VW Golf auf der Landesstraße 1036 von Neuenstein in Richtung Bundesstraße 19 bei Kupferzell unterwegs. An der Einmündung in die Bundesstraße fuhr er aus ungeklärter Ursache mit hoher Geschwindigkeit über eine Verkehrsinsel. Dadurch hob der Golf von der Fahrbahn ab und wurde über die Bundesstraße katapultiert. Am Rande der Bundesstraße prallte der Pkw frontal gegen einen Baum. Der Fahrer wurde in seinem Auto eingeklemmt und verstarb noch am Unfallort. Sein 22-jähriger Beifahrer erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen. An dem VW entstand ein Sachschaden in Höhe von zirka 5 000 Euro. Neben den Einsatzkräften von Rettungsdienst und Polizei waren auch die Feuerwehren aus Künzelsau und Kupferzell zur Bergung der Insassen aus dem stark beschädigten Auto im Einsatz. Die Bundesstraße 19 musste während der Unfallaufnahme zeitweise voll gesperrt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

Foto: GSCHWÄTZ