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„Preiscrash durch Corona“

Der Begriff Tierwohl ist in aller Munde. Gerade die Schweinehalter werden immer wieder angegriffen. Bilder von eng beieinander lebenden Tieren kursieren durch die sozialen Netzwerke und werden angeprangert. Aber was heißt Tierwohl konkret? Wer weiß, was richtig und falsch für die Tiere ist? „Es geht immer darum, die Lebensqualität und das Wohlergehen unserer Tiere zu verbessern“, sagt die konventionell arbeitende Landwirtin Susanne Karle aus Kupferzell in einer Pressemitteilung des Bauernverbands Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

Drei Punkte fürs Tierwohl

Mit falsch verklärter Landwirtschafts-Romantik habe das nichts zu tun, schreibt der Bauernverband weiter. Man geht von drei wesentlichen Punkten aus, die für das Tierwohl entscheidend sind: die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere, sowie die Möglichkeit, ihren natürlichen Verhaltensweisen nachzugehen. Grundlage vieler Bewertungssysteme für das Tierwohl ist das Konzept der „Fünf Freiheiten“: Die Tiere müssen unter anderem frei von Hunger und Durst, von Schmerz, Verletzungen und Krankheiten sowie von Angst und Stress sein. „Als Landwirtin oder Landwirt achten wir beispielsweise darauf, dass das Stallklima und die Betriebshygiene optimal sind. Wir achten weiter darauf, dass der gesetzliche vorgeschriebene Platzbedarf eingehalten wird, dass die Tiere ihr altersgerecht passendes Futter erhalten und sich wohl fühlen.“  

Schwierige Planbarkeit

Schweinezucht hat in Hohenlohe eine lange Tradition. Aber heute ist es nicht mehr leicht, das aufrecht zu erhalten und viele Landwirte hier in der Region geben diesen Zweig auf. Immer neue Gesetze und Vorschriften erschweren die wirtschaftliche Planbarkeit für die Betriebe, zum Beispiel für Investitionen. Investitionen sind für die, auch von den Verbrauchern geforderten Tierwohlkriterien, aber nötig. „Früher waren die Ställe eben klein und dunkel. Heute gehören Tageslicht, mindestens zehn Prozent mehr Platz, Kühl-und Klimaanlagen für heiße Sommer, Beckentränken und Spielzeug für die Tiere dazu“, erklärt Landwirtin Susanne Karle. Da muss ganz oft komplett neu gebaut werden.

Millionen investiert

„Aufgeben ist nicht. Wir müssen weiter machen, um das bezahlen zu können“. Für den neuen Mast- und Ferkelstall und den Umbau der Abferkelställe investierte der Familienbetrieb in den vergangenen Jahren über eine Million Euro. Den Hof bewirtschaften sie seit drei Generationen und aktuell mit drei Arbeitskräften. Einen Acht-Stunden-Tag gibt es nicht. „Da muss man auch mit leichtem Fieber und Unwohlsein arbeiten, so ist das in der Landwirtschaft.“ Die Karles waren als Landwirtsfamilie gleich Anfang März von dem Erreger Covid-19 betroffen, sie wissen wovon sie reden. Aber sie haben es geschafft, ihre insgesamt 1800 Tiere auch in dieser Zeit gut zu versorgen. Das ist nicht selbstverständlich, „denn es hören viele auf in meinem Alter“, weiß die Diplomagraringenieurin. Sie hat in Triesdorf studiert und seit 2005 ihren Abschluss. Und weil sie viel davon versteht, arbeitet sie zusätzlich in der Firma Objektplan des Bauernverbandes. 

Kurze Transportwege

350 neue Ferkel – alle drei Wochen. Auf dem Hof Karle kommen bei rund 30 von 200 Muttersauen im Drei-Wochen-Rhythmus je zwölf bis 14 Ferkel zur Welt. Zuvor sind die Sauen für drei Monate, drei Wochen und drei Tage tragend. Statistisch gesehen sind das pro Muttersau 2,4 bis 2,5 Würfe im Jahr und in ihrem Leben insgesamt sieben bis acht Würfe. Vier Wochen bleiben die Ferkel bei der Muttersau und werden gesäugt. Circa zehn von ihnen werden später selbst als Muttersauen aufgezogen und sichern die eigene Nachzucht zur Erhaltung des Bestandes. Das wird in der Landwirtschaft Eigenremontierung genannt. Die anderen Tiere werden als Mastschweine herangezogen und schlussendlich zum Schlachter gebracht, wobei auf kurze Transportwege geachtet wird. Das begehrte Fleisch geht an einen großen Lebensmittelkonzern für regionale Einkäufe. Das Futtergetreide und der Mais für die Tiere werden selber angebaut und ergänzen den Arbeitskreislauf auf dem Hof Karle am Rande von Kupferzell.

Neugierige Jungtiere

Von der Wochenstation bis zum Jugendtreff: Für jede Phase im Leben, sprich nach Alter, Kondition und Größe, werden die Tiere in unterschiedlichen Ställen gehalten. Generell unterteilt man dabei in Abferkel-, Ferkel- und Maststall. Diese wiederum sind immer in Kammern geteilt, um regelmäßige Reinigung und Desinfektion zu erleichtern. Da sind die „Mütter“ allein mit ihren „Kindern“, die schon etwas größeren Ferkel toben quasi im „Kindergarten“ miteinander, „Teenager“ sind zu dreizehnt in ihrer Gruppe. Beim vorsichtigen Rundgang durch einen Ferkelstall wird dann auch schnell klar: Die Jungtiere sind schreckhaft und reagieren auf fremde Stimmen unvertrauter Personen mit Vorsicht und Rückzug. Neugierig wie sie sind, gibt sich das schnell wieder und sie schnuppern an der gereichten Hand.  

Konsumenten sollten mehr regional kaufen

Wir machen es gern, weil es so vielseitig ist. Vom Ackerbauer, über den Schweinhalter bis zum Manager und zur Bürokraft ist alles dabei. „Besonders das Arbeiten mit den Schweinen, zu sehen wie sie auf die Welt kommen und wachsen…“, treibt Susanne Karle als junge Landwirtin an. Sie engagiert sich zusätzlich im Vorstand des Bauernverbandes für ihren Berufsstand und wünscht sich, dass die Konsumenten noch mehr darauf achten, regional zu kaufen. Denn gern möchte sie noch lange und zusammen mit Ihrer Familie die Hof-Tradition der Schweinezucht hier in Hohenlohe weiterführen.

 Preiscrash durch Corona

Die fehlende Nachfrage in der Gastronomie und aus den wichtigen Exportmärkten, wie zum Beispiel für Schweinefüße, Schwänze, Rüssel und Innereien in China, hätten zu einem regelrechten Crash der Preise geführt. Wie vor diesem Hintergrund gesellschaftliche Sonderwünsche zu finanzieren sind, ist dem Geschäftsführer des Bauernverbandes Helmut Bleher unklar: „Unsere Hohenloher Bauern sind die ersten, wenn es darum geht, mit Innovation und auch Investition im Stall noch bessere Verhältnisse zu schaffen. Überdrehen darf man die Forderungen aber nicht. Wir brauchen gerade jetzt, wenn das Geld hinten und vorne fehlt, viel mehr Zeit, um notwendige Anpassungen zu finanzieren“. Helmut Bleher appelliert an die Vernunft der Politiker im Bundesrat, wo in den letzten Wochen ein sprichwörtliches Tauziehen um Verschärfungen in der Schweinehaltung stattgefunden hat. Die neue Verordnung zur Nutztierhaltung soll mehr Platz für die Tiere schaffen. Sie ist aber mehrfach gescheitert, weil noch schärfere Fristen für die Umsetzung gefordert worden wurden. „Die Bauern brauchen sprichwörtlich die Luft zum Atmen und zum Arbeiten“, so Bleher.

Quelle: Pressemitteilung vom Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

Die Tiere kennen und vertrauen Landwirtin Susanne Karle aus Kupferzell. Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall –  Hohenlohe – Rems e.V.

 




Corona: Blutkonserven reichen nicht einmal mehr für einen Tag

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gehen dem Roten Kreuz die Blutkonserven aus. Momentan reichen sie wegen der Covid-19 Pandemie laut der Blutspendedienste nicht einmal mehr für einen Tag. Das berichtet das Nachrichtenportalhttp://www.bw24.de

Die Gründe hierfür sind unter anderem die zahlreichen Blutspendetermine, die wegen des Coronavirus‘ abgesagt werden müssten. Baden-Württemberg ist laut bw24.de besonders stark von den dezimierten Blutvorräten betroffen: Sie reichen nicht einmal für einen Tag. 

Die Zahlen des Roten Kreuzes (DRK) zeigen, dass die Blutkonserven in Baden-Württemberg nicht einmal mehr den Bedarf eines durchschnittlichen Tages decken können. Stephan Küpper vom Blutspendedienst West des DRK sagte zur Deutschen Presse-Agentur, Covid-19 habe das Blutspendewesen sehr deutlich durchgerüttelt. Durch die Verbreitung des Coronavirus‘ in Baden-württenberg mussten viele Blutspende-Termine abgesagt werden.

Laut einer Tabelle zum Blutvorrat umgerechnet in Tagen, erstellt von bw.24, hat Baden-Württemberg aktuell die wenigsten Vorräte an Blutkonserven im Vergleich zu allen anderen Bundesländern. Einzig Hessen weist den gleichen Wert von 0,9 auf. https://www.bw24.de/baden-wuerttemberg/coronavirus-baden-wuerttemberg-blutkonserven-knapp-blutspenden-blut-covid-19-operationen-drk-90001632.html
Am meisten Blutvorräte hat derzeit Bayern, diese reichen für zirka 4,3 Tage.
Operationen müssen nun verschoben werden
Weil das DRK in Baden-Württemberg aktuell nicht einmal den Bedarf eines einzigen Tages decken kann, muss im Land nun Blut gespart werden. In der Praxis bedeutet das, dass nicht notwendige Operationen teilweise abgesagt oder verschoben werden müssen.
„Jetzt muss jeder Blut spenden, der kann“
Das DRK rechnet nicht mit einem baldigen Ende der kritischen Situation. Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg könnte noch das gesamte Jahr über kein normaler Betrieb bei den Blutspenden möglich sein. Hilfreich wäre es deshalb, wenn zu den seltener gewordenen Terminen mehr Leute kommen würden, um die Blutkonserven in Baden-Württemberg wieder aufzufüllen. Zum ARD-Hauptstadtstudio sagte Weck: „Jetzt muss jeder Blut spenden gehen, der kann und möchte.“
Nächste Blutspendetermine im Hohenlohekreis
Am Freitag, den 29. Mai 2020 gibt es vom DRK einen Blutspendetermin Kupferzell in der Carl-Julius-Weber-Halle, Jahnweg 2, 15.30 bid 19.30 Uhr. Achtung: nur mit Terminreservierung. https://www.blutspende.de/blutspendetermine/termine?term=74653
Am Freitag, den 05. Juni 2020, gibt es in Mulfingen in der Stauseehalle, Bachgasse 51, einen Blutspendetermin des DRK. Uhrzeit: 14.30 bis 19.30 Uhr



Exklusive Einblicke ins Corona-(T)raumschiff

Am Dienstag, den 19. Mai 2020, präsentierte das Robert-Koch-Insitut (RKI) in Kupferzell die Corona-Studie. Einwohner von vier Gemeinden deuttschlandweit sollen unter dem Aspekt des Coronavirus näher unter die Lupe, sprich, untersucht und getestet werden (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/05/19/landrat-neth-wir-sind-sehr-neugierig-und-wollen-erfahren-wie-sich-die-infektion-hier-ausgebreitet-hat/). Das RKI wählte Kupferzell als einer der so genannten Corona-Hot-Spots für die Studie aus und die Kupferzeller bildeten auch gleich den Auftakt, bevor es danach in die anderen Gemeinden geht. 

Dabei werden Personen aus den vier Gemeinden per Zufallsprinzip ausgewählt. Und auch wenn die Einwohner ausgewählt und angeschrieben worden sind, können sie noch ablehnen, an der Studie teilzunehmen. Dennoch hoffen Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth und Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles auf eine rege Teilnahme. Christoph Spieles durfte denn auch als erster von rund 2.000 Einwohnern, die das RKI testen möchte, einen Abstrich machen lassen.

Anbei veröffentlichen wir Fotos, die das mobile Mini-Labor des RKI, den so genannten Medibus, von innen zeigen.

Fotos: Sonja Bossert

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Der Bus steht derzeit auf dem Parkplatz der Carl-Julius-Weber-Halle in Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles stellte sich als erster Proband zur Verfügung. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Deutschlandweites Medieninteresse. Foto: GSCHWÄTZ

So schaut es im Inneren des Medibusses aus. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Da kommt man sich fast vor wie bei der Deutschen Bahn. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Referatsleiter Stefan Brockmann, Dr. Thomas Lampert vom RKI, Landrat Dr. Neth, Studienleiterin Dr. Claudia Santos-Hövener, Gesundheitsamtsleitern Antje Haack-Erdmann und Gunnar Kreidl vom THW Pfedelbach (v.l.n.r.). Foto: Gschwätz




Landrat Neth: „Wir sind sehr neugierig und wollen erfahren, wie sich die Infektion hier ausgebreitet hat“

In Kupferzell steht seit kurzem auf dem Parkplatz der Carl-Julius-Weber-Halle ein Medibus des Robert-Koch-Institutes (RKI). In diesem und einem weiteren Bus, der in Eschental beim Hotel Günzburg steht, führt das RKI ab Mittwoch, den 20. Mai 2020, rund drei Wochen lang die Studie „Corona Monitoring lokal“ durch (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/05/16/robert-koch-insititut-will-2-000-kupferzeller-unter-die-lupe-nehmen/) Das RKI erhofft sich dadurch weitere Erkenntnisse rund um das Virus und seine Verbreitung. Also: Wieviele Menschen haben Antikörper gebildet. Und wieviele haben von einer Infektion überhaupt nichts bemerkt? Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf die Dunkelziffer ziehen. Außerdem wird untersucht, welche Maßnahmen vor Ort getroffen wurden und ob die zu einem günstigeren Verlauf des Infektionsgeschehens beigetragen haben. Zur Vorstellung der Studie lud das Landratsamt Hohenlohekreis am Dienstag, den 19. Mai 2020, zu einer Pressekonferenz nach Kupferzell. Bürgermeister Christoph Spieles war danach die erste Person, die sich für einen Test zur Verfügung stellte und sich tapfer Blut als auch einen Rachenabstrich entnehmen ließ.

Freiwillige Teilnahme

Kupferzell ist die erste Gemeinde, die das RKI besucht. Über ein Zufallsverfahren beim Einwohnermeldeamt wurden 2000 Kupferzeller über 18 Jahren ausgewählt und von den Studienmachern angeschrieben. Die Teilnahme ist freiwillig. Wer sich dazu entschließt, muss sich online bei einem der beiden Studienzentren anmelden und bekommt einen Termin. Dr. Claudia Santos-Hövener, die Projektleiterin der Studie, bittet die Teilnehmer darum, nur zu kommen, wenn keine akuten Symptome vorliegen.

Rachenabstrich und Blutentnahme

Zum Termin muss die Testperson die Unterlagen, die das RKI zugeschickt hat, mitbringen und sich am Empfang melden. Dort findet die Aufklärung statt, man muss eine Einverständniserklärung unterschreiben und einen Fragebogen ausfüllen. Dann geht`s zum eigentlichen Testgeschehen mit Rachenabstrich und Blutentnahme. Während der Untersuchung werden die Schutz- und Hygienevorschriften eingehalten. Deshalb müssen die Testpersonen eine Schutzmaske tragen – entweder eine eigene oder eine vom RKI. Für angeschriebene Personen, die an der Studie teilnehmen möchten, aber nicht zum Medibus kommen können, gibt es mobile Teams, die Hausbesuche vornehmen.

Keine Zwischenergebnisse

Nach vier Wochen erhalten die Getesten eine Ergebnismitteilung per Post. „Bei einem positiven Befund erfolgt die Benachrichtigung sofort und telefonisch“, sagt Dr. Santos-Hövener. Vier bis sechs Wochen danach erfolgt außerdem eine Online-Nachbefragung. „Hier geht es nochmal um Details zum Gesundheitsverhalten, zum Infektionsschutz und um psychosoziale Einflussfaktoren“, so die Studienleiterin weiter. Zwischenergebnisse veröffentlicht das RKI nicht.

Zwei Testpersonen gleichzeitig

„Wir werden täglich von 7 bis 20.30 Uhr testen“, sagt Studienassistentin Beatrice Schlegel, eine von insgesamt rund 20 Studien-Mitarbeitern. Der Bus bietet Platz für zwei Testpersonen gleichzeitig. Weil es um die Mittagszeit zu Überschneidungen bei den Mitarbeiternteams kommt und um für einen eventuellen Mehrbedarf gewappnet zu sein, hat das THW Pfedelbach außerdem in der Carl-Julius-Weber-Halle ein Zelt und Pavillons aufgebaut, wo weitere Personen getestet werden können. „2000 Personen zu testen, ist ja auch viel Arbeit“, sind sich Beatrice Schlegel und ihre Kollegin Claudia Radek einig. Die beiden ausgebildeten Krankenschwestern sind sichtlich stolz auf den Medibus, der nagelneu ist, aber eigentlich für eine andere Studie vorgesehen war.

Faktoren, die das Virus vorantreiben oder hemmen

„Mit der Studie soll der Anteil der Bevölkerung ermittelt werden, der akut infiziert ist, und der Anteil der Personen, die die Krankheit bereits durchgemacht haben und bei denen wir davon ausgehen können, dass zumindest für einen gewissen Zeitraum eine Immunität gegen eine Neuinfektion besteht“, sagte PD Dr. Thomas Lampert, Leiter der Abteilung für Epidemologie und Gesundheitsmonitoring am RKI, während der Pressekonfernz. So sollen die Faktoren ermittelt werden, die die Ausbreitung des Virus in Deutschland vorantreiben oder hemmen. Außerdem erhoffen sich die Wissenschaftlicher Aussagen über die Bevölkerungsgruppen, die besonders betroffen sind, wobei nicht nur nach Geschlecht und Alter unterschieden wird sondern beispielsweise auch nach der Haushaltszusammensetzung. Die Studien sollen dazu beitragen, die ergriffenen Maßnahmen beurteilen zu können im Hinblick auf die Aufrechterhaltung oder die Rücknahme.

„Zahlreiche Teilnahme wichtig für valide Ergebnisse“

Sowohl Landrat Dr. Matthias Neth als auch Bürgermeister Spieles erklärten, dass sie neugierig seien auf die Ergebnisse des RKI. „Wir sind sehr neugierig und wollen auch erfahren, wie sich die Infektion hier ausgebreitet hat und wie sie in der Bevölkerung aufgetreten ist“, so Neth. Er verwies auf die dramatische Situation mit Corona und bat die Bevölkerung, an der Studie teilzunehmen, denn die sei „ein wichtiger Bestandteil“. Auch Spieles hofft auf eine „zahlreiche Teilnahme“ und appellierte an die angeschriebenen Personen sich auch zu melden, wenn sie krank sind, denn dann könnten Nachmeldungen vorgenommen werden. „Diese Studie ist für uns alle äußerst wichtig“, sagte der Bürgermeister. Auch er sei gespannt auf die Ergebnisse. Dem Appell schloss sich auch Stefan Brockmann, Referatsleitung Gesundheitsschutz beim baden-württembergischen Landesgesundheitsamt, an. „Eine zahlreiche Teilnahme ist wichtig für valide Ergebnisse“, meinte er. Die Studie liefere einen wichtigen Beitrag für Erkenntnisse zu Corona.

„Wir gehen dorthin, wo der Bedarf am Größten ist“

Insgesamt will das RKI an vier verschiedenen Orten eine solche Untersuchung durchführen. Nach in Kupferzell geht`s weiter in den Landkreis Rosenheim. Gemeinde drei und vier werden erst danach ermittelt. „Wir gehen dorthin, wo der Bedarf am Größten ist“, so Dr. Lampert. Es sollen verschiedene Gemeinden betrachtet werden für ein umfassendes Bild. Gefragt nach dem Unterschied zwischen Kupferzell und dem nordrhein-westfälischen Gangelt sagte Dr. Santos-Hövener: „Die Altersstruktur ist unterschiedlich, es sind verschiedene Regionen und verschiedene Personenstrukturen“. das RKI wolle nun begreifen, welche Unterschiede es noch gab. Für eine repräsentative Studie und verlässliche Aussagen reichen außerdem die 2000 Testpersonen. „Das RKI will nicht mehr Personen testen als nötig“, sagte Dr. Lampert. Gefragt, warum das alles so lange dauere, antwortete er: „Eine Antikörper-Testung macht nur nach einer gewissen Zeit Sinn“. Man wäre zwar gerne schneller, aber so eine Studie nehme viel Zeit in Anspruch und benötige einen gewissen Vorlauf.

Text: Sonja Bossert

Referatsleiter Stefan Brockmann, Dr. Thomas Lampert vom RKI, Landrat Dr. Neth, Studienleiterin Dr. Claudia Santos-Hövener, Gesundheitsamtsleitern Antje Haack-Erdmann und Gunnar Kreidl vom THW Pfedelbach (v.l.n.r.). Foto: Gschwätz

 

 

 

 

 




Robert-Koch-Insititut will 2.000 Kupferzeller unter die Lupe nehmen

Ein Team des Robert Koch-Instituts (RKI) untersucht in der Gemeinde Kupferzell, wie verbreitet das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 vor Ort ist. Rund 2.000 Erwachsene aus der Gemeinde Kupferzell im Hohenlohekreis werden in den nächsten Tagen zur Studie „Corona-Monitoring lokal“ eingeladen. Im Studienprogramm vorgesehen sind ein Rachenabstrich, eine Blutentnahme und eine Befragung unter anderem zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen und Gesundheitsverhalten. Ein Team des RKI ist ab 18. Mai 2020 vor Ort, die Untersuchungen beginnen in den darauffolgenden Tagen und finden voraussichtlich bis 06. Juni 2020 in zwei Studienzentren statt. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises und der Gemeinde Kupferzell hervor.

RKI möchte wissen, wie viele Menschen schon Antikörper entwickelt haben

Bei einem Hinweis auf eine aktuell bestehende Infektion mit SARS-CoV-2 meldet sich die Studienärztin  beziehungsweise der Studienarzt umgehend bei den Betroffenen. Die übrigen Teilnehmenden erhalten ihre Ergebnisse innerhalb von vier Wochen per Post. Somit erfahren die Teilnehmenden, ob sie bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben. Am „CORONA-MONITORING lokal“ können nur Personen teilnehmen, die vom RKI zur Studie eingeladen wurden. Dazu wurden Erwachsene über ein Zufallsverfahren beim Einwohnermeldeamt ausgewählt und schriftlich eingeladen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Welche Menschen besonders gefährdet?

Mit der Studie wollen Wissenschaftler des RKI herausfinden, wie viele Menschen bereits Antikörper gegen das neuartige Coronavirus gebildet haben. Weiterhin soll erforscht werden, wie hoch der Anteil von Infektionen ohne Krankheitssymptome ist, welche Menschen häufiger von der Erkrankung Covid-19 betroffen sind und wie oft die Erkrankung so schwer verläuft, dass Menschen im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Kupferzell einer von vier ausgewählten Orten

Mit „Corona-Monitoring lokal“ untersucht das RKI insgesamt 8.000 Menschen an vier besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Orten.

Weitere Informationen (ab 19. Mai 2020): http://www.rki.de/corona-monitoring-lokal

Landrat Dr. Matthias Neth und Bürgermeister Christoph Spieles rufen zur Teilnahme auf

Laut dem baden-württembergischen Gesundheitsminister Manne Lucha leisten die Kupferzeller Bürger „einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir mehr über das Coronavirus erfahren.“ Das Robert Koch-Institut (RKI) wird ab nächster Woche im Hohenlohekreis die Studie zum neuartigen Coronavirus durchführen. „Wir wollen mit der Studie weitere Antworten auf Fragen rund um das Virus und seine Verbreitung geben können“, so Dr. Thomas Lampert, Leiter der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring am RKI, über die Ziele.

Insbesondere wird dabei untersucht, bei wie vielen Menschen sich Antikörper nachweisen lassen und wie hoch der Anteil von Infektionen ohne Krankheitssymptome ist. Auch die Fragen, ob manche Personengruppen häufiger von einer Infektion betroffen sind und wie oft eine Erkrankung so schwer verläuft, dass diese im Krankenhaus oder auf der Intensivstation
behandelt werden muss, sollen betrachtet werden.

Landrat Neth: „Wir begrüßen die Studie“

„Trotz starker Betroffenheit ist die Bewältigung der Corona-Epidemie in Baden-Württemberg bisher gut gelungen. Für eine mögliche zweite Welle sind weitere Erkenntnisse über das Virus jedoch von großer Bedeutung“, unterstreicht Gesundheitsminister Manne Lucha. Landrat Dr. Matthias Neth betont: „Wir begrüßen die Studie und sind gerne bereit, das Robert Koch-Institut in jeder erdenklichen Hinsicht zu unterstützen. Wir bitten daher alle Kupferzeller Bürger, die zur Teilnahme eingeladen wurden, bei der Studie mitzumachen.“

Denn „je mehr Teilnehmer die Studie hat, umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse und desto besser können wir alle das Virus verstehen,“ so Dr. Antje Haack-Erdmann, Leiterin des
Gesundheitsamtes im Hohenlohekreis.

RKI beginnt mit Kupferzell

Kupferzell ist der erste Untersuchungsort der geplanten Studie. Insgesamt will das RKI die Zahl von 2.000 Teilnehmenden in Kupferzell erreichen. Weitere besonders betroffene Gebiete in
Deutschland sollen folgen. „Im März war die Gemeinde Kupferzell von einer hohen Anzahl an Neuinfektionen besonders stark betroffen und wurde so zu einem der „Hotspots“ im Hohenlohekreis“, ergänzt Christoph Spieles, Bürgermeister der Gemeinde Kupferzell. „Deswegen ist es in unserem ureigenen Interesse, so viel wie möglich über das Coronavirus zu
erfahren. Hierbei unterstützen wir das Robert Koch-Institut gerne.“

Auch Stefan Brockmann, der beim Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg das Kompetenzzentrum Gesundheitsschutz leitet, begrüßt die Studie des RKI im Hohenlohekreis: „Es ist wichtig, in der Fläche Daten zu generieren, um mehr Erkenntnisse über SARS-CoV-2 zu sammeln und so die Immunitätslage und die Verbreitung des Virus besser beurteilen zu können.“

Kupferzell besonders geeignet

Dass Kupferzell ausgewählt wurde, liegt insbesondere an einigen Gegebenheiten vor Ort, so die Pressemittelung des Landratsamtes des Hohenlohekreises: Sowohl die Einwohnerzahl Kupferzells als auch die relativ isolierte Lage im ländlichen Raum (im Gegensatz zu einer Großstadt) würden sehr gut zu den Voraussetzungen der Studie passen. Das Untersuchungsteam ist ab Anfang nächster Woche vor Ort. Die Studie wird in den darauffolgenden Tagen beginnen und sich über drei Wochen erstrecken. Die Probanden werden nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt und persönlich angeschrieben. Freiwillige Meldungen sind nicht möglich. Auch das Ersetzen einer Person durch eine andere ist nicht möglich. Damit wird sichergestellt, dass die Ergebnisse der Studie möglichst aussagekräftig sind.

Freiwillige Meldungen sind nicht möglich

Die Untersuchungen finden in einem mobilen Studienzentrum und in Untersuchungsräumen statt. Die genaue Anschrift finden die Teilnehmer in der Terminbestätigung. Bei jedem Teilnehmenden seien, so die Pressemitteilung, „jeweils eine Blutentnahme, ein Rachenabstrich sowie eine Befragung (unter anderem zu Vorerkrankungen und Gesundheitsverhalten) vorgesehen“. Das Blut wird auf Antikörper untersucht, die eine durchgemachte Infektion anzeigen. Im Rachenabstrich wird mit einem sogenannten PCR-Test direkt nach dem Virus gesucht, um eine mögliche aktuelle Infektion zu untersuchen. Die Blutentnahme und den Rachenabstrich führen medizinisch qualifizierte und geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts durch. Im Studienzentrum ist außerdem ein Arzt oder eine Ärztin anwesend. Insgesamt dauert die Teilnahme etwa 20 Minuten. Bis die Ergebnisse der Studie vorliegen, wird es mehrere Wochen dauern.

Informationen zum Robert Koch-Institut gibt aus auf: http://www.rki.de/DE/Content/Institut/institut_node.html

Symbolfoto Blutabnahme. Foto: adobe stock




Was war am Donnerstag nur los?

Mit über 1,4 Promille war am Donnerstagabend, den 07. Mai 2020, ein Autofahrer in Niedernhall unterwegs. Der 52-jährige Mann wurde gegen 23.50 Uhr von einer Streife mit seinem Skoda in der Salzstraße angehalten und kontrolliert. Dort schlug den Beamten gleich Atemalkohol entgegen. Ein Alkoholtest bei dem Mann zeigte über 1,4 Promille an, was natürlich zur Folge hatte, dass die Fahrt an Ort und Stelle beendet war. Der Mann musste die Beamten zur Blutentnahme in das nächste Krankenhaus begleiten. Sein Führerschein wurde beschlagnahmt. Auf den 52-Jährigen kommt jetzt eine Anzeige zu.

Kupferzell: Unfall unter Alkoholisierung

Zu einem Unfall wurde die Polizei ebenfalls am Donnerstagaben, den 07. Mai 2020,  in Kupferzell gerufen. Der Fahrer eines Daimler-Sprinters befuhr gegen 19 Uhr die Lindenstraße in Westernach und bog an der Einmündung zur Kreisstraße Richtung Beltersrot nach rechts ein. Hierbei fuhr der 27-Jährige offenbar nicht weit genug rechts, so dass er mit seinem Fahrzeug mit einer zeitgleich entgegengesetzt nach links in die Lindenstraße abbiegenden VW-Fahrerin seitlich zusammenstieß. Hierbei entstand am Sprinter ein Schaden von zirka 3.000 Euro, an dem VW ein Schaden von 2.500 Euro. Bei der Unfallaufnahme stellten die Beamten bei dem 27-Jährigen Alkoholgeruch fest. Ein Test bestätigte den Verdacht. Der Daimler-Fahrer musste die Beamten zur Blutentnahme in das nächste Krankenhaus begleiten. Der Führerschein des 27-Jährigen wurde noch vor Ort beschlagnahmt.

Künzelsau: Fahren unter Drogen

In Künzelsau fiel auch am Donnerstagmittag ein junger Audi-Fahrer durch sein Verhalten bei einer Verkehrskontrolle auf. In der Straße Am Wehr kontrollierten gegen 12 Uhr die Beamten einen 25-Jährigen und stellten bei diesem Hinweise auf eine aktuelle Beeinflussung durch Betäubungsmittel fest. Ein Drogentest bestätigte den Verdacht. Der junge Mann musste sein Fahrzeug stehenlassen und die Beamten zur Blutentnahme begleiten. Ihn erwartet jetzt eine Anzeige.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Süße Stückle mit Mundschutz

Mundschutz nicht nur für die Kunden, sondern auch für süße Stückle – Die Bäckerei Scholl in Kupferzell hatte eine originelle Idee rund um das Thema Corona und hat ihren Amerikanern nicht nur mit weißem oder schwarzem Guss garniert, sondern darüber hinaus kurzerhand noch einen Mundschutz zur aktuellen Coronapandemie verpasst. Wir finden die Idee super und erinnern uns noch gerne zurück an die Schoko-Osterhasen mit Mundschutz, die es auch in der ein oder anderen Bäckerei zu kaufen gab.

Foto: privat

Bäckerei Scholl in Kupferzell verkauft derzeit diese Coronaexemplare. Foto: privat

 




Kupferzell: Beim Unkraut entfernen Feuer entfacht – Feuerwehr rückte mit 35 Einsatzkräften an

Am Sonntagmittag, den 03. Mai 2020, wurde ein Brand in einer Arztpraxis im Kupferzeller Schlehenweg gemeldet. Ein Mann hatte offenbar gegen 12 Uhr auf dem Parkplatz der Praxis mithilfe eines Handbunsenbrenners Unkraut entfernt. Aufgrund der Trockenheit und somit leichten Entflammbarkeit, geriet eine Thujahecke zwischen dem Parkplatz und dem Praxisgebäude in Brand. Auch dieses wurde durch die enorme Hitzeentwicklung in Mitleidenschaft gezogen. Mehrere Fenster barsten und Rolllandenkästen schmolzen. Die Feuerwehr Kupferzell rückte mit fünf Fahrzeugen und 35 Einsatzkräften an und löschte das Feuer. Glücklicherweise wurde bei dem Vorfall niemand verletzt. Der entstandene Sachschaden wird auf zirka 10.000 Euro geschätzt.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




„Heute sind wir Helden“ – und morgen? Die bewegenden Worte einer Krankenschwester aus Kupferzell

Wir haben vor einigen Tagen ein kleines Schreiben erhalten von einer Krankenschwester aus Kupferzell. Diese Zeilen haben uns zutiefst bewegt. Daher veröffentlichen wir sie mit dem Einverständnis der Urheberin an dieser Stelle ungekürzt:

Liebes Team des GSCHWÄTZ,

eine Kollegin schickte mir dieses Bild:

Es beschäftigt mich sehr. Heute sind wir die Helden, gehören zu den wichtigen Berufsgruppen, die auch dann zur Arbeit gehen, wenn sie mit später positiv getesteten Patienten Kontakt hatten und erst dann zu Hause bleiben dürfen, denn sie Krankheitszeichen haben. Die Schutzkleidung ist knapp und muss gut eingeteilt werden. Wir setzen unsere Gesundheit aufs Spiel, halten auch Abstand zu unseren nächsten Angehörigen, weil wir Angst haben, sie zu infizieren. Und wenn Corona besiegt ist? Dann sind wir wieder der größte Kostenfaktor im Krankenhausbetrieb.“

Liebe Grüße Franziska Walenski, Kupferzell

 




Kupferzell: Zahlreiche Schlüssel aus Schule gestohlen – Austausch Schließanlage erforderlich

Unbekannte Täter entwendeten laut einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn in der Nacht von Donnerstag, den 12. März 2020, auf Freitag, den 13. März 2020, zahlreiche Schlüssel und Schließzylinder aus der Johann-Friedrich-Mayer-Schule in der Gartenstraße in Kupferzell. In der Nacht hatten sich die Täter Zugang zu der zurzeit geschlossenen Schule verschafft. Ob es noch weiteres Diebesgut gibt, ist bislang nicht bekannt. Der Sachschaden beläuft sich laut der Polizei vor allem durch den nun notwendigen Austausch der Schließanlage auf einen Betrag von mehreren tausend Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn