94 Prozent der Männer arbeiten nicht oder wenn dann schwarz, schildert Christa Zeller in einem GSCHWÄTZ-Videointerview mit GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer die prekäre Situation vieler Familien in dem afrikanischen Staat Zimbabwe. Seit Jahren baut die Ingelfingerin dort Hilfsprojekte auf. Was angefangen hat mit einem Kindergarten, umfasst mittlerweile eine Grundschule sowie ein Frauenprojekt.
Nun gibt es in den GSCHWÄTZ-Redaktionsräumen eine Ausstellung mit Führungen und Verkauf in den GSCHWÄTZ-Redaktionsräumen. Der Erlös fließt zu 100 Prozent in Kinder- und Frauenprojekte von der Ingelfingerin Christa Zeller und ihrem Team aus dem Hohenlohekreis.
Christa Zeller: Das Frauenprojekt hat sich entwickelt, weil die Mütter unserer Kinder, also gerade diese bitterarmen Frauen, erst mal in diesem Patriarchat zu kämpfen haben und meistens von ihren Männern kaum unterstützt werden. Viele unserer Frauen sind auch alleinstehend und kämpfen sich halt mehr schlecht als recht durch das Leben.
Den Frauen „Handwerkszeug an die Hand geben, damit sie selbstständig werden können“
Wir wollten ihnen Handwerkszeug an die Hand geben, damit sie selbstständig werden können, damit sie auch selbstbewusst werden können, und haben dieses Frauenprojekt gegründet. Und das ist inzwischen so dermaßen erfolgreich geworden, weil wir mit den Frauen verschiedene Produkte herstellen, die sie auf dem hiesigen Markt dort, also auf dem lokalen Markt verkaufen können. Das ist einmal Erdnussbutter, die Frauen stellen Erdnußbutter her und verkaufen sie.

Auf dem Weg zur Erdnußbutter. Foto: privat
Wir haben inzwischen eigentlich alles vor Ort. Wir haben eine Roestmaschine, die wir selbst gebaut haben. Wir haben eine Presse und dann wird die Erdnussbutter hergestellt und verkauft.
Austernpilze – vielseitg verwendbar
Dann haben wir, und das ist eigentlich das größte Projekt und unser ganzer Stolz ist eine Mushroom-, also Pilzzucht. Wir züchten Austernpilze. Wir haben dazu jetzt auch ein richtiges Haus gebaut mit zwei großen dunklen Räumen mit Beregnungssystem.

Frauenprojekt: Austernpilzzucht. Foto: privat
Da haben wir Geld von der deutschen Botschaft bekommen und wird jetzt in großem Stile gemacht und der Markt ist groß, ist billiger wie Fleisch. Man kann es aber auch ein bisschen wie Fleischersatz kochen, man kann es trocknen und dementsprechend auch lange halten. Die schmecken auch getrocknet unheimlich gut. Man kann es pulverisieren, sodass es dann Pilzsuppe gibt. Also da gibt es ganz viele Möglichkeiten und wir arbeiten mit der Universität dort zusammen, die das als Forschungsprojekt und uns da mit Rat und Tat zur Seite steht.
Unterstützung von der Hochschule Künzelsau
Und wir arbeiten – das ist das Tolle – auch mit der deutschen Universität hier in Künzelsau zusammen. Schon lange, weil ich hier ja gearbeitet habe. Und da kommt jetzt im September eine Professorin nach Simbabwe, die für soziales Management in Deutschland zuständig ist, also in Künzelsau internationales Sozialmanagement unterrichtet, und die möchte zusammen mit Studierenden dieses Frauenprojekt auch noch mal begleiten, also wissenschaftlich begleiten. Genau das ist der Hintergrund. Genau.
GSCHWÄTZ: Es geht im Wesentlichen darum, den Frauen eine eigene Perspektive zu geben, auch wirtschaftlicher Art?
Christa Zeller: Genau. Und die bekommen auch Kurse. Also die bekommen Kurse in Marketing, in Finanzierung, in ganz unterschiedlichen Bereichen, um sie dort auch fit zu machen.
Einheimische Frauen bilden einheimische Frauen aus
Und vor allen Dingen, sie bekommen die Kurse und das alles von einheimischen Frauen. Wir sind da sehr vernetzt in der Stärkung des Selbstbewusstseins. Was habe ich eigentlich als Frau für Rechte? Wo muss ich meinem Mann sagen: Stopp, bis hierher und nicht weiter? Und wie mache ich das in so einem Patriarchat? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen? Also, wie kann dieses Frauenprojekt einfach auch uns Stütze und Hilfe in unserem Lebensalltag sein? Das sind alles Dinge, die wir da in in so einer Art von Workshops mit den Frauen zusammen machen.
GSCHWÄTZ: Was arbeiten denn die Männer dieser Frauen?
Männer arbeiten meist nichts – die Arbeitslosigkeit liegt bei 94%
Christa Zeller: Meistens nichts. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 94 %. Und die wenigen, die arbeiten, die arbeiten irgendwo schwarz und schürfen nach Diamanten oder nach Gold. In der Schwarzarbeit, ja, ein paar auch in dieser Industrie. Dann sind einige natürlich im Government angestellt, die sind aber alle korrupt. Es gibt Lehrer, aber die müssen schauen, dass sie nebenher Geld verdienen, weil sie mit den 70, 80 US-Dollar im Monat praktisch nichts kaufen können und nicht mal den Transport bezahlen können zu ihrer Schule. Und das ist auch jetzt noch ein ganz großes Problem. Wir haben gerade im Moment finanziell eine große Herausforderung, weil unsere Spenden schon allein durch Corona eingebrochen sind.
Spendeneinbruch durch Corona

Christa Zeller mit „ihren“ Kindergartenkindern. Foto: privat
Wir konnten also unsere Spenden, Akquise, die ganzen Veranstaltungen, die wir geplant haben, nicht durchführen wegen Covid. Und jetzt kommt noch der Ukraine-Krieg hinzu, der in Simbabwe extreme Auswirkungen hat. Das Benzin ist dort auch hochgeschossen und dementsprechend natürlich alle anderen Preise, was kein Mensch mehr bezahlen kann. Und wir müssten eigentlich unsere Gehälter von unseren Mitarbeitern, wir haben neun Mitarbeiter vor Ort, die müssen wir eigentlich angleichen und wir können es aber nicht. Und da sind wir gerade dabei, eine Spenden Akquise zu machen – deswegen auch die Ausstellung im Geschwätz -, um da Gelder reinzubekommen, damit wir diese finanzielle Herausforderung, der wir im Moment gerade uns gegenübergestellt sind, dass wir die meistern können.
GSCHWÄTZ: Das heißt, es gibt keinen Tourismus mehr dort? Wahrscheinlich gab es vorher auch nicht sehr viel Tourismus?
Christa Zeller: Doch, der Tourismus war gut. Zimbabwe war ein sehr gut vernetztes und sehr attraktives Land, weil es ein wunderschönes Land ist. Der einzige Mangel ist, dass es keinen Zugang zu einem Meer hat.
Traumhafte Landschaften, Tiere – eigentlich ein Touristenparadies

Die Farben von Mutare. Foto: privat
Aber ansonsten hat es wirklich alles, was man sich vorstellen kann: wunderschöne Berge, traumhafte Landschaft, traumhafte Wasserfälle. Dann natürlich das Lowveld mit den ganzen Tieren. Da gibt es … man findet in Simbabwe alles, was man will und alle fünf Big Fives. Simbabwe hat auch … von der Flora her ist es einfach traumhaft schön. Und deswegen gab es viele Touristen, die aber wie gesagt, im Moment auch wegen der politischen Lage nicht kommen.
GSCHWÄTZ: Du hast gerade das Wort von der Ausstellung im Geschwätz genannt. Da ist mir ein Bild aufgefallen. Und zwar zeigt es eine Szene, wo ein Überlandbus an einer Bushaltestelle ist. Und deswegen jetzt die Frage. Wie sieht es denn generell mit der Infrastruktur aus in Simbabwe? Also Verkehr, Elektrizität bis hin zu Internet.

Afrikanische Kunst im GSCHWÄTZ. Foto: GSCHWÄTZ
Christa Zeller: Also das Internet ist eigentlich – wenn man Geld hat, wenn man es bezahlen kann – eigentlich ganz gut aufgestellt. Es ist ja in allen afrikanischen Ländern so, aber wie gesagt ist es teuer. Die Infrastruktur mit Bussen war eigentlich gegeben, aber inzwischen ist es so, dass die Busse dermaßen überaltert sind, dass sie also halt leider unheimlich oft liegen bleiben und es extrem viele Unfälle gibt. Und zwar … die sind dann aber alle immer gleich ganz furchtbar, also oft mit vielen, vielen Toten. Dann ist es auch so, dass natürlich die Busse jetzt extrem teuer geworden sind. Also von A nach B zu fahren ist einfach schwierig. Und dann? Und es gibt natürlich den Individualverkehr, klar. Aber auch da müssen die Leute erst mal Geld haben, um das Benzin zu kaufen. Ja, so sieht das im Moment aus. Also wie gesagt, die Zukunft ist, wir haben letztes Jahr schon gedacht, die ist düster, aber jetzt wirds noch düsterer, auch durch diese Kriegsauswirkungen auch.
Ukrainekrieg wirkt sich bis Simbabwe aus
Mehl zum Beispiel gibt es kaum noch, weil die das auch viel von der Ukraine importieren. Das, was nicht selber anbauen konnten, wird, wurde von der Ukraine reingebracht oder viel von der Ukraine. Und im Moment gibt es auch wieder eine Mehl-shortage. .
GSCHWÄTZ: Das ist ja auch interessant, wie weit sich das dieser Krieg vor unserer Haustür dann doch weltweit bemerkbar macht.

Mensch? Afrikanische Kunst im GSCHWÄTZ. Foto: GSCHWÄTZ
Christa Zeller: Und das ist auch der Grund, warum ich jetzt eigentlich auch so die Werbetrommel rühre. Wir dürfen nicht vergessen in dem ganzen Leid, das in der Ukraine herrscht … Ich will das auch absolut nicht schmälern, aber im Moment geht doch unser ganzes Geld, unser ganzer Fokus, das geht alles in die Ukraine und wir vergessen dabei, dass das es extreme Auswirkungen weltweit hat.
„Wenn wir nicht weiterhin unsere Leute unterstützen, dann überlegen die sich, auch ins Ausland zu gehen.“
Und wenn wir jetzt auch vergessen, dass wir andere Projekte, die wir eigentlich bisher unterstützt haben, nicht mehr unterstützen, dann hat es einen Effekt, der uns später auch mal ganz extrem wieder zurückschlagen kann. Also, wenn wir nicht weiterhin unsere Leute unterstützen, dann überlegen die sich, auch ins Ausland zu gehen. Und genau das wollen wir eigentlich mit unserer Arbeit verhindern. Wir möchten den Menschen in ihrem Land eine Perspektive geben. Und dass sie dort bleiben können und dort einfach auch glücklich sein können. Und das wollen sie auch. Die, die lieben alle Simbabwe, die wollen nicht gehen. Aber die finanzielle Lage ist leider so, dass viele dazu gezwungen werden oder die wirtschaftliche Lage. Und das hat der Krieg eben dann noch mal verstärkt.
43.000 Euro jährlich benötigt
GSCHWÄTZ: Jetzt hast du das Wort Zukunft benutzt. Was plant der Verein? Was planst du? Was plant ihr an zukünftigen Projekten in oder für Simbabwe?
Christa Zeller: Wir müssen im Moment gerade schauen müssen, dass wir unseren Kindergarten und unsere Schule und das Frauenprojekt soweit weiterlaufen lassen können, dass wir alle Leute bezahlen können. Wir brauchen ungefähr zwischen 42.000 und 43.000 € im Jahr, um das Ganze zu finanzieren. Und das ist erst mal unser größtes Ziel, dass wir das dieses Jahr hinbekommen. Dann haben wir letztes Jahr eine kleinere Solaranlage gebaut, weil die Elektrizität sehr, sehr unzuverlässig ist. Die möchten wir gerne ausbauen. Das ist ein weiteres. Da brauchen wir also noch mal ein paar Tausend Euro, damit wir frei von der staatlichen Elektrizität sind. Das ist eine Sache. Dann haben wir vor zwei Jahren auch einen Wassertank gebaut, wo wir Regenwasser sammeln. Das möchten wir auch noch einmal ein bisschen ausbauen, weil wir einen großen Garten haben. Und unser großes Ziel ist es eigentlich, autark zu werden, dass wir auch mit dem Garten unsere Leute und unsere Kinder versorgen können. Und dazu brauchen wir auch das Wasser und das muss dann auch noch mal ausgebaut werden. Wir müssen auch zur Sicherheit, das ist ein anderes Projekt, eine eigene Wall, also einen nicht Zaun, sondern eine Art … ja, doch: eine Umzäunung um das Gebäude machen. Das ist auch noch mal ein größerer Zukunftsbrocken. Und dann haben wir natürlich auch noch andere Dinge, nämlich Kultur und Kunst, die wir ganz stark unterstützen. Und gerade, weil die jungen Künstler einfach wenig Chancen haben, auf dem jetzigen Markt Fuß zu fassen, geht auch da immer wieder Geld hin. Wir hatten vor zwei Jahren vier Künstler hier in Deutschland und hatten eigentlich ein riesiges Programm geplant, hatten eine große Ausstellung in der Sparkasse in Künzelsau und da kam Corona und hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.GSCHWÄTZ: Du hast du von Finanzierung gesprochen und wie wichtig das ist, da auch Geld zu akquirieren. Eine der Möglichkeiten ist es, Produkte aus dem Land hier zu verkaufen. Und genau das hast du vor und deswegen hast du im Moment eine Ausstellung in den Räumen der GSCHWÄTZ-Redaktion. Vielleicht erzählst du zuallererst Male bissle, was dahinter steckt, wer die Künstler sind und und wie die sich finanzieren in Simbabwe.
Ausstellung: „Ich kenne alle Künstler persönlich“
Christa Zeller: Ja, ich kenne die Künstler alle persönlich. Und das ist eigentlich das Schöne an der Sache, dass ich einfach auch die diese persönliche Beziehung zu ihnen habe. Wie finanzieren sich die Künstler? Gute Frage. Im Moment gibt es ja keine Touristen dort, die Kunst kaufen könnten. Und die wenigen, die jetzt die Kunst kaufen, ja, die sind natürlich hart umworben. Unterm Strich: den Künstlern geht’s ziemlich dreckig und ich bin im Moment mit ein paar anderen Deutschen, die das auch machen .. wir sind die Einzigen, denen sie ihre Kunst auch verkaufen können. Und mein Credo ist auch, dass ich sie da jetzt nicht absolut runter handel, sondern dass ich faire Preise bezahle und dann schaue, wie wir die Sachen nach Deutschland bekommen. Die Kunst selber ist in Simbabwe ganz stark verankert. Das Land ist, also die Menschen dort, die sind unheimlich künstlerisch und sehr kreativ veranlagt. Die Shona Skulpturen kommen aus Simbabwe, su 1820 1830 hat das angefangen, eigentlich auch mit Missionaren, dass sie Steine bearbeitet haben und dann auch ihren ganzen Ausdruck und auch ihre Religion in diese Steine hineingearbeitet haben.
GSCHWÄTZ: Was bedeutet „Shona-Skulpturen“?
Christa Zeller: Shona ist der Name des Volkes dort unten, also etwa 80 oder 85% der Simbabwer sind Shona, die andere sind Ndebele. Die Ndebele sind die, die eigentlich aus Südafrika kommen, die wie die Miriam Makeba diesem Klick laut in ihrem in ihrer Sprache haben. Aber die Shona ist eigentlich die größte Kultur dort und deswegen heißt es Shona Art oder Shona Sculpture. Und wenn mal jemand Shona googelt, dann findet er auch in Deutschland ganz viele Galerien, die das verkaufen, zu horrenden Preisen übrigens und dort für einen Appel und ein Ei kaufen. Die Steine sind alles lokale Steine, keine Soap Stones, keine weichen Steine. Also ich kaufe keine weichen Steine mehr. Gibt’s eigentlich auch ganz wenig nur noch in Simbabwe. Die meisten arbeiten wirklich mit guten Hard Stones, da gibt es natürlich auch Abstufungen. Und da gibt es welche, die viel härter sind wie die anderen, wie beim Holz auch. Also das ist so der eine Bereich, diese Shona Skulptur.

Tatenda Gwarada, „dead wood sculptor“. Foto: privat
Dann habe ich ganz besonders, weil ich diesen Künstler sehr schätze, das ist Tatenda Gwarada, der auch in Deutschland war. Der ist ein Dead Wood Sculptor, also ein Holz Künstler, der mit totem Holz arbeitet. Der verschwindet das immer für ein, zwei Wochen in den Busch und zieht dann da das tote Holz raus, was zum Teil einfach auch schon unheimlich gut abgelagert ist. Er arbeitet ganz ganz viel mit Ebenholz. Da hat ihm leider Idai, also dieser Sturm, ihm sehr zugetragen – der hat sehr viel Holz umgemacht. Das holt er jetzt raus und bearbeitet es, macht traumhaft schöne Sachen. Was bekannt ist in Künzelsau und Ingelfingen, sind seine Vögel, die verkaufe ich ja schon seit vielen Jahren von ihm. Und dann macht er aber auch ganz viele Möbel. Er hat im Kindergarten eine Riesengiraffe gemacht, wo die Kinder zwischen den Beinen schaukeln. Er hat uns ein Klettergerüst gemacht. Das ist ein Büffel, ein Kletterhaus mit lauter Tieren dran und ganz ganz toll. Das ist also einer, der mit dem Holz arbeitet. Dann haben wir natürlich auch malende Künstler.

Eddy Hladwajo. Foto: privat
Da ist Eddy Hladwayo zu nennen, der auch sehr eng mit uns verbunden ist, er ist auch ein ehemaliges Kindergartenkind von mir. Sein Vater hat mit meinem Mann damals unterrichtet an der Schule, also auch ein ganz alter Freund von mir, der sehr stark auf die Frauen fokussiert, also die schwere Last der Frauen in Simbabwe.

Afrikanische Kunst im GSCHWÄTZ. Foto: GSCHWÄTZ
Er ist ein sogenannter Frauenfan und malt hauptsächlich Frauen, die einfach seine Bilder sind, zum Teil sehr traurig auch. Die haben auch alle eine Geschichte, weil er auch ein Poet ist und meistens ein Gedicht dazu schreibt.

William Zuze. Foto: privat
Christa Zeller: Dann haben wir ganz viel in der Ausstellung von William Zuze. Das sind diese wahnsinnig farbenfrohen und starken Farben, die einfach so das tägliche Leben einfangen. In Simbabwe also die Baumwollernte, die Orangenernte, dann am der Busstation, wo ein mordsmäßig Gewimmel ist … Da gibt es ein Bild – ich weiß gar nicht, ob es eine Ausstellung hängt, wo mindestens 20 Leute drauf sind, und der eine greift zu dem anderen in die Tasche rein und klaut ihm sein Portemonnaie. Das finde ich absolut witzig. Er beschreibt einfach diese fröhliche, bunte Art, die die Menschen trotz ihrer schweren Arbeit ausstrahlen. Das ist William Zuze. Dann haben wir natürlich ganz viel von unserem Frauenprojekt, was wir verkaufen. Wir verkaufen da getrocknete Pilze. Wobei, da ist nicht mehr so viel da. Wir verkaufen Tee, also einen Einheimischen Zumbani-Tee. Das ist ein Tee, der gegen Erkältung unheimlich gut ist. Wir verkaufen Papayakerne, das ist der afrikanische Pfeffer, schmeckt also wie Pfeffer. Das sind diese kleinen schwarzen Kerne, die werden getrocknet, sonnengetrocknet und haben ein unheimlich gutes Aroma und sind sehr, sehr gesund. Wenn man sie im Reformhaus kauft. sind sie saumäßig teuer.
GSCHWÄTZ: Ja, und man kann sie verwenden, um Fleisch zart zu machen.
Christa Zeller: Genau. Ein Fleischzartmacher. Genau das verkaufen wir also. Dann haben wir natürlich auch ganz viele Skulpturen. So Frauenskulpturen, Frauenköpfe, Frauenfiguren, die von Boet Nvariri. Boet ist ein Künstler, der mehrfach in Deutschland war und in Deutschland auch immer wieder Ausstellungen hat. Der hat eine sehr eigenwillige Art, die Frauen darzustellen. Und die sind unheimlich schön, diese Figuren, die sind aus dem härtesten Stein, in dem Black Serpentine, der ist wahnsinnig hart. Die Figuren, die kann man auf den Boden schmeißen, die gehen nicht kaputt.
GSCHWÄTZ: Sind das diese stilisierten Gesichter aus diesem schwarzen Stein?
Christa Zeller: Aus dem schwarzen Stein? Ja, genau die. Von ihm haben wir auch größere Sachen. Und von ihm habe ich auch im Container jetzt noch mal recht viel. Und viele ganz ganz kleine Figuren, diese kleinen Schona Skulpturen, die sind vom Prince Michael, der die extra für mich angefertigt hat, weil viele Menschen gesagt haben, sie möchten ganz gerne eine kleine Geschenke haben. Und dann hat er mir 100 Stück von denen gemacht, die er normalerweise eigentlich in größer macht.
Christa Zeller: Wenn man durch die Ausstellung durchgeht, da findet man ganz viele verschiedene Dinge. Wir haben auch Stoffe, Tischdecken, die von Frauen gedruckt sind, die wir verkaufen. Wir haben eine Vogeltränke zum Beispiel, da habe ich noch zwei, eine ist noch in der Ausstellung in Ingelfingen, die man dann wunderschön auch draußen hinstellen kann, die sind von einer Frau gemacht. einer sculptorin, sehr ungewöhnlich. Meistens sind es Männer, die das machen. Ich überleg gerade, was noch alles da ist. Also einfach mal durchlaufen lohnt sich und man findet eigentlich immer ein schönes Geschenk. Und man hilft mit seinem Geschenk auch noch weiter.
GSCHWÄTZ: Sogar an zwie Ecken: nämlich einmal beim Künstler und einmal über den Verein Bongai Shamwari, der dann auch den Kindergarten betreibt.
Christa Zeller: Ganz genau. Wir haben auch eine Vernissage am 26.April 2022, da möchte ich ganz herzlich dazu einladen. Wir hoffen, dass da s Wetter mitmacht, sodass wir einfach auch draußen, bei einem kleinen Sektempfang anstoßen können. Und ich habe Trommler aus Afrika, die das Ganze auch ein bisschen mit Trommelwirbel begleiten und so das afrikanische Flair an diesem Abend rüberbringen.
GSCHWÄTZ: Dann hoffen wir doch, dass wir am 26. viele Leute begrüßen können.
Christa Zeller: Es gibt auch großes Programm dazu. Ich habe jetzt einen Flyer fertig. Da stehen die Tage drauf, wann immer jemand von uns dort ist und wann Führungen durch die Ausstellung sind und dann vielleicht auch ein bisschen was über das Land und das Projekt erzählt wird. Also da werde ich dann oder die Anna vor Ort sein oder eben Leute aus dem Verein. Das ist ein ganz gutes Programm. Bis Ende Juli soll die Ausstellung laufen.
GSCHWÄTZ: Ein Vierteljahr wird das GSCHWÄTZ im Zeichen von Simbabwe stehen?
Christa Zeller: Ganz genau!
GSCHWÄTZ: Dann freuen wir uns darauf. Ich bedanke mich bei dir für die vielen Informationen und alles Gute.
Christa Zeller: Bongai Shamwari. Danke, Freund. Das heißt nämlich Bongai Shamwari. Danke, Matthias.
