„Unser Ziel ist, dass alle Schüler in diesem Schuljahr zumindest zeitweise Präsenzuntericht erhalten“
In einem vierseitigen Schreiben wandte sich die baden-württembergische Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann am Dienstag, den 28. April 2020, an alle Erziehungsberechtigten. Sie verwies dabei auf eine Ausnahmesituation, in der „wir uns derzeit befinden, die für jeden Einzelnen von uns und für unsere Gesellschaft insgesamt eine bislang unvorstellbare Belastungsprobe darstellt.“
„Besondere Herausforderungen“
Eisenmann dankt in Ihrem Schreiben den Familien: „Sie als Familien sind aufgrund der landesweiten Schul- und Kitaschließungen vor besondere Herausforderungen gestellt. lch weiß, dass Sie als Eltern und Familien in der aktuellen Situation Außergewöhnliches leisten, um Familie, Betreuung und Arbeit miteinander zu vereinbaren. Dafür möchte ich lhnen meinen aufrichtigen Dank aussprechen.“
Zunächst beginne der Unterricht nun für die Abschlussklassen. Die Schüler in Klasse 8, die im nächsten Jahr den Hauptschulabschluss anstreben, sowie die weiteren Jahrgangsstufen „konnten wir leider aus Gründen der Kapazität und des lnfektionsschutzes in dieser ersten Stufe noch nicht einbeziehen. Aber auch sie sollen so bald wie möglich folgen. Auch prüfen wir, ab wann und wie wir die Grundschulen in den Präsenzunterricht einbeziehen können. Unser Ziel ist, dass alle Schüler in allen Schularten und Jahrgangsstufen in diesem Schuljahr zumindest zeitweise Präsenzunterricht erhalten, um auch eine bessere Verknüpfung mit den Fernlernangeboten zu ermöglichen – allerdings immer unter dem Vorbehalt, dass dies im Sinne des Infektionsschutzes möglich ist.“
„Fernlernen ist weiter Herausforderung“
In jedem Fall sei klar, dass die Wiederaufnahme des Unterrichts noch lange keine Rückkehr zur Normalität darstellen werde. Neben dem Unterricht in den Abschlussklassen ist auch die Fortsetzung des Fernlernunterrichts eine weitere Herausforderung, der sich
Lehrkräfte, Schüler sowie Eltern gemeinsam stellen müssten. Darüber hinaus seit die Notbetreuung ausgebaut worden, um die Eltern zu unterstützen, die einer präsenzpflichtigen Arbeit nachgehen. Doch auch dieses Angebot müsse weiterhin eine Notbetreuung bleiben und könne deshalb leider nicht für alle Eltern gelten.
Kleine Gruppen anstatt ganze Klassen
Der Unterricht werde künftig in kleinen Gruppen organisiert, damit ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Schülern und den Lehrkräften eingehalten werden könne. Je nach Größe der Schule und der Anzahl der Schüler werde an manchen
Schulen dafür auch ein zeitlich versetzter Schulbeginn notwendig sein. Aus diesem Grund werde der Schulbetrieb aktuell gründlich vorbereitet und sorgsam mit allen Beteiligten abgestimmt. Hierzu seien Hygienehinweise entwickelt und den Schulen und
Schulträgern zur Verfügung gestellt worden. Für den Schulbetrieb sei es unerlässlich, dass die Hygienevorgaben zum lnfektionsschutz eingehalten werden. Dazu gehören eine konsequente Händehygiene, die Einhaltung der Husten- und Niesregeln, keine gemeinsame Nutzung von Trinkflaschen und ähnliches, eine regelmäßige Raumlüftung und gründliche Raumreinigung gemäß den Hygienehinweisen. ln den ersten Tagen des Schulbetriebs wird es die Aufgab,e der Lehrkräfte sein, mit den Schülern diese
Hygienevorschriften einzuüben.
Risikogruppen werden besonders geschützt
Darüber hinaus stehe der Schutz von Personen, die ein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, an erster Stelle. Für die Schüler sowie ihre Familien bedeutet das konkret: Schüler, die selbst oder deren Eltern, Geschwister oder weitere im Haushalt lebende Personen zu Risikogruppen gehören, müssen nicht in die Schule kommen. Hier können die Erziehungsberechtigten über die Teilnahme entscheiden und dies den Schulen unbürokratisch und ohne Attest melden. Schüler, die wegen der lnfektionsgefahren die Schule nicht besuchen können, werden von ihren Lehrkräften weiterhin so gut wie möglich durch Lernangebote zu Hause unterstützt. Darüber hinaus werde man diesen Schülern individuelle Möglichkeiten für die Teilnahme an Prüfungen eröffnen.
Auch die schulpsychologischen Beratungsstellen stehen weiterhin per Telefon oder E-Mail für Beratungen zur Verfügung: https://zsl.kultusbw.de/. Lde/Startseite/einrichtunqen/reqiona lstellen