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Engelesblasen an Heiligabend und Silvester in Künzelsau

Das Engelesblasen vom Turm der Johanneskirche in Künzelsau ist ein schöner und stimmungsvoller Weihnachtsbrauch, der nach der Pause im vergangenen Jahr, nun wieder stattfinden soll: An Heiligabend spielen die Turmbläser um 19 Uhr die beliebte Weise „Ehre sei Gott in der Höhe“ und um 24 Uhr erklingt der Choral „Stille Nacht, heilige Nacht“ hoch über den Dächern von Künzelsau. An Silvester wird das alte Jahr um 19 Uhr mit der Schwab’schen Melodie „Lobt den Herrn“ verabschiedet. Eine schöne Gelegenheit das neue Jahr in Besinnlichkeit und Ruhe zu beginnen ist das Engelesblasen am 1. Januar 2023. Alle, die an Heiligabend und Silvester das Engelesblasen nicht hören und sehen konnten, haben an Neujahr um 19 Uhr das letzte Mal in der Weihnachtszeit die Möglichkeit dazu.

Die Hauptstraße ab dem Alten Rathaus ist über die Zeit der Veranstaltungen gesperrt. Die Umleitung für den Verkehr ist über die Konsul-Uebele-Straße Richtung Kocherbrücke und für Verkehrsteilnehmenden über die Schnurgasse, Schloßplatz auf den Wertwiesen ausgeschildert. Die Bushaltestelle Bären ist über den Zeitraum der Veranstaltungen an die Sparkasse verlegt.

Zu den Fotos:

Zum Engelesblasen kommen die Menschen in die Künzelsauer Innenstadt.

Die Bläser spielen vom Turm der Johanneskirche und Laternen werden geschwenkt. Fotos: Stadtverwaltung Künzelsau/Rolf Hartbrich.

 




Großes Parkhaus für Künzelsau

Die Stadt Künzelsau beabsichtigt den Neubau eines Parkhauses an zentraler Stelle am Stadteingang Stuttgarter Straße. Durch die neue Anordnung und Aufteilung des Neubaus des Kreishauses besteht die Möglichkeit, an der Stuttgarter Straße ein städtisches Parkhaus zu errichten. So kann dem bereits in vorangegangenen Wettbewerben bestehenden Wunsch nach weiteren öffentlichen Parkierungsoptionen Rechnung getragen werden. Der Neubau des Parkhauses soll zudem Lösungen und Vorschläge für zukünftige Teilersatznutzungen wie beispielsweise den öffentlichen Raum belebende Kleingewerbeeinheiten aufzeigen, um so auch auf ein sich in Zukunft änderndes Mobilitätsverhalten flexibel reagieren zu können.

Preisgericht kürte Entwurf des Büros LIMA mit erstem Preis

Um den besten Entwurf für diese Planungsaufgabe zu finden, hatte die Stadt Künzelsau einen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil ausgeschrieben. Das Preisgericht tagte am Donnerstag, 24. November 2022. Als Sieger ging der Entwurf des Büros LIMA Architekten, Lisa Bogner und Tobias Manzke, aus Stuttgart hervor.

Der Jury unter dem Vorsitz von Professor Martin Haas gehörten Bürgermeister Stefan Neumann, Mitarbeitende der Stadtverwaltung, Vertretern von Gemeinderat und Landkreis sowie verschiedene Fachpreisrichter an. Ziel des Wettbewerbs war es, für den Neubau des Parkhauses ein qualitätsvolles, wirtschaftliches und nachhaltiges Gebäude zu erhalten, das auf die städtebaulichen und funktionalen Anforderungen sensibel und angemessen antwortet.

Nachhaltigkeit

„Der Entwurf von LIMA architekten bedeutet den Auftakt der für Künzelsau so wichtigen Bebauung vom neuen Stadteingang“, hält Bürgermeister Stefan Neumann fest. „Unsere Erwartungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Darstellungen unterschiedlichster Mobilitätsformen greift der Entwurf in beeindruckender Form auf. Das Parkhaus bildet einen markanten und eigenständigen Auftakt und bündelt die unterschiedlichen Verkehrsströme in optimaler Art und Weise. Ich freue mich auf die ersten Gespräche zur Realisierung mit den Architekten.“

Offenes, helles und einladendes Parkgebäude

Lisa Bogner und Tobias Manzke haben ihr Architekturbüro LIMA architekten vor rund zehn Jahren in Stuttgart gegründet. Zu ihrem Entwurf für den Neubau des Parkhauses und der Auszeichnung mit dem ersten Preis sagen sie: „Auch wir sind gespannt auf das erste Gespräch im neuen Jahr mit der Stadtverwaltung. Ein offenes, helles und einladendes Parkgebäude soll an der Stuttgarter Straße entstehen, welches mit dem Einsatz von nachwachsenden und recycelten Baumaterialen einen großen Beitrag zum nachhaltigen Bauen leistet. Der fünfgeschossige Neubau mit den geplanten 260 Stellplätzen soll zukünftig die öffentliche Parkierung in Künzelsau erweitern und bietet auch die Möglichkeit, Elektrofahrzeuge zu laden. Ein Fahrradverleih mit Fahrradwerkstatt soll direkt an das zentrale Fahrradwegenetz angebunden werden und somit das Mobilitätsangebot erweitern. Das Parkgebäude ist als Mobilitätshub zu verstehen und ermöglicht dadurch eine zukunftsorientierte Nutzung. Die Option der Nachnutzung wurde bei der Planung ebenfalls berücksichtigt, was eine große Flexibilität und Zukunftssicherheit darstellt. Die vorgesehene Fassadenbegrünung trägt zur Verbesserung des Stadtklimas bei und lässt das Parkgebäude als vertikalen Garten im Stadtbild erscheinen.“

Multifunktional für das gesamte Quartier nutzbar

Das zukünftige Parkhaus soll für alle Besuchenden der Stadt Künzelsau zur Verfügung stehen und multifunktional für das gesamte Quartier nutzbar sein. Mit dem Projekt wird ein Teil des Städtebaulichen Rahmenplans „Stadteingang Stuttgarter Straße“ realisiert. Der Neubau soll bis Mitte 2025 fertiggestellt werden.

„Die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten und das breit gefächerte Angebot unterschiedlicher Lösungsansätze hat mal wieder den unschätzbaren Wert von Architekturwettbewerben aufgezeigt“, so Professor Martin Haas. „Der Siegerentwurf hat am besten die umfangreichen stadträumlichen Anforderungen an das Parkhaus mit einer innovativen, begrünten Holzhybridkonstruktion umgesetzt.“

Modelle bis 5. Januar 2023 ausgestellt

Bei dem nicht offenen Realisierungswettbewerb für das Parkhaus hatten 21 Architekturbüros ihre Entwürfe eingereicht. Das Preisgericht hat drei Preisträger gekürt und zwei weitere Anerkennungen ausgesprochen.

Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

Modelle der fünf prämierten Arbeiten sind vom 12. Dezember 2022 bis 5. Januar 2023 im Foyer des Rathauses Künzelsau, Stuttgarter Straße 7, zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr und Samstag 9 bis 12 Uhr.

Die Preisträger:

  1. Preis: LIMA architekten, Stuttgart
  2. Preis: Birk Heilmeyer und Frenzel Gesellschaft von Architekten mbH, Stuttgart
  3. Preis: KohlmayerOberst Architekten, Stuttgart

Anerkennung: BFK Architekten GmbH, Stuttgart

Anerkennung: BG: DBCO Generalplaner GmbH, Münster + DBCO GmbH, Münster + studio ELE, Köln

Foto des Modells und Ansicht des Entwurfs von LIMA architekten. Foto und Ansicht: LIMA architekten.

 




Wiedermal kracht es auf der B19

Der Rüstzug der Feuerwehr Künzelsau wurde am Montag, den 12. Dezember 2022, zu einem Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Fahrzeugen alarmiert. Eine Person wurde in einem Fahrzeug eingeschlossen und musste von der Feuerwehr befreit werden. Zur schonenden Rettung wurde hierfür das Fahrzeugdach geöffnet. Im Anschluss konnte die Person dem Rettungsdienst übergeben werden.

Quelle: Feuerwehr Künzelsau




Haltbare Lebensmittel spenden und/oder ehrenamtlich mitarbeiten

Auch wenn die Aktion der Tafel Künzelsau – „Eins mehr!“ einkaufen und dann spenden bereits am Montag, den 14. November 2022, endet, so ist der Tafelladen in Künzelsau nach wie vor auf Spenden angewiesen. Gespendet werden können haltbare Lebensmittel wie Mehl, Öl, Nudeln sowie Drogiereartikel wie Zahncreme und Duschgel.

Bis Montag, den 14. November 2022, steht die Spendenkiste hierfür noch im Rathaus in Künzelsau. Aber auch danach können die Lebensmittel direkt zu den Öffnungszeiten in den Tafelladen gebracht werden:

Tafelladen Künzelsau
Ecke Wertwiesen / Gerbhausweg
74653 Künzelsau
Tel.: 07940 546647
Öffnungszeiten:
Mo: 15 bis 16.30 Uhr
Mi/Fr: 10.30 bis 12 Uhr

„Haltbare Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs und Grundnahrungsmittel brauchen wir für die Menschen, die zu uns in den Tafelladen in Künzelsau kommen“, sagt Angelika Protzer. Sie ist Tafel-Beirätin für die katholische Kirchengemeinde St. Paulus. Bürgermeister Stefan Neumann hat sich mit ihr und Thomas Kallerhoff, dem Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Künzelsau, sowie Barbara Sitzenfrei, die im Tafelladen mitarbeitet, im Rathaus getroffen, um wieder die Aktion „Eins mehr!“ zu starten. „Wir unterstützen auch in diesem Jahr diese Spendenaktion“, sagt Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann.

Überschuss an Menschen weitergeben, die wenig haben

„Der Grundgedanke und die eigentliche Aufgabe der Tafel sind, überschüssige Lebensmittel an Menschen weiterzugeben, die wenig finanzielle Mittel zur Verfügung haben“, sagt Thomas Kallerhoff. Ohne die regelmäßigen Lebensmittelspenden aus dem Handel wäre das nicht möglich und für die Spendenbereitschaft bedankt er sich. Doch die Warenspenden im Tafelladen in Künzelsau können die Nachfrage nicht decken. „Das ist in vielen Städten so, da sind wir in Künzelsau keine Ausnahme. Deshalb erinnern wir mit unserer Aktion daran, dass es für viele von uns möglich ist, beim Einkaufen einfach ,Eins mehr!‘, über den eigenen Bedarf hinaus, mitzunehmen und dann in die Spendenkiste zu legen“, wirbt Thomas Kallerhoff.

Spenden kommen Menschen in der Region zu Gute

Nudeln, Mehl, Speise-Öl, Kaffee, Tee, H-Milch oder Zucker – generell haltbare Lebensmittel – sind willkommen, sagt Barbara Sitzenfrei. „Aber auch Drogerie- und Hygieneartikel wie Shampoo, Seife, Zahnpasta oder Waschmittel werden gebraucht.“ Über Schokolade, Kaba, Honig, Nougatcreme oder Ähnliches freuen sich die Kinder. Die gespendeten Waren kommen Menschen in der Region zugute, die aufgrund ihrer finanziellen Verhältnisse darauf angewiesen sind, im Tafelladen einzukaufen.

Der Betrieb des Tafelladens in Künzelsau (Miete, Strom, Fahrzeug und mehr) ist finanziell ungefähr zur Hälfte abgedeckt. „Die andere Hälfte finanzieren wir über Spenden“, erklärt Kallerhoff. Deshalb helfen dem Tafelladen auch Geldspenden.

Einen Wochentag im Tafelladen helfen – Ehrenamtliche gesucht

Dringend gebraucht werden auch Menschen, die im Tafelladen ehrenamtlich mitarbeiten. „Unsere Mitarbeitenden sind in der Regel an einem Wochentag für vier bis fünf Stunden mit dem Vorbereiten der Warenauslage, dem Verkauf und anschließenden Aufräumen beschäftigt“, berichtet Barbara Sitzenfrei. Wer also ein paar Stunden in der Woche einbringen kann, darf sich gerne bei Thomas Kallerhoff in der Diakonischen Bezirksstelle oder im Tafelladen melden. „Uns fehlen momentan mehrere Ehrenamtliche, weil altersbedingt langjährige Mitarbeitende aufgehört haben“, sagt Thomas Kallerhoff.

Geldspenden

„Eins mehr“ ist eine Aktion des Beirates der Künzelsauer Tafel, dem die Künzelsauer Kirchengemeinden angehören: Evangelischer Kirchenbezirk (Diakonische Bezirksstelle), Evangelische und Katholische Kirchengemeinde, Christengemeinde Arche Künzelsau e.V. und Süddeutsche Gemeinschaft. Die Trägerschaft liegt beim Kreisdiakonieverband, Bezirksstelle Künzelsau, Thomas Kallerhoff, Amrichshäuser Straße 4, Künzelsau, Telefon 07940 2192, http://www.diakonie-kuenzelsau.de . Spenden werden gerne auf dem Konto der Diakonischen Bezirksstelle Künzelsau bei der Sparkasse Hohenlohekreis entgegengenommen: IBAN DE30 622 515 500 005 011 489, Vermerk „Künzelsauer Tafel“.

Aktion Eins mehr: von links: Angelika Protzer, Tafel-Beirätin für die katholische Kirchengemeinde St. Paulus; Bürgermeister Stefan Neumann; Tafel-Mitarbeiterin Barbara Sitzenfrei; Thomas Kallerhoff, Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Künzelsau und Marco Jungbauer, Leiter Bürgerbüros im Rathaus. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Heimatvertriebene ließen Künzelsau in den 50er Jahren explosionsartig wachsen

Was wäre Künzelsau ohne Zuwanderung? Bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage ist die für Integration zuständige stellvertretende Hauptamtsleiterin Marion Hannig-Dümmler auf die Idee gekommen, für jedes Jahrzehnt seit 1950 Bilder und Menschen berichten zu lassen. Vor kurzem ging es in der Stadthalle deshalb unter dem Motto „Wege nach Künzelsau“ um sieben Jahrzehnte Stadtgeschichte aus einer ganz persönlichen Perspektive.

Neubürger:innen verändern Stadtgesellschaft

Als Moderator eigeladen hatte Hannig-Dümmler einen ehemaligen Künzelsauer, der reichlich Erfahrung im Führen von Interviews mitgebracht hat. Hans-Peter Archner, der frühere stellvertretende Direktor beim SWR-Fernsehen, moderierte den Gesprächsabend. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt davon, wie stark die Neubürgerinnen und Neubürger die Stadtgesellschaft verändert haben. Um deutlich zu machen, was für eine Umgebung die Ankommenden vorfanden, wurden historische Fotos aus den jeweiligen Jahrzehnten gezeigt.

drei Seniorinnen mit einem Moderator auf der Bühne, im Hintergrund Fotos von früheren Arbeitssituationen, im Vordergrund Publikum
Sigrid Maibaum, Maria Zürn und Hilde Hornung im Gespräch mit Hans-Peter Archner.

Auch Hans-Peter Archner ging darauf ein, dass Künzelsau seinen Aufstieg zum prosperierenden Industriestandort mit Weltmarktführern wie Würth vor allem auch den im Verlauf der Jahrzehnte zahlreich zugewanderten Menschen und deren gelungener Integration verdankt. Die Gründe für die Zuwanderung sind dabei unterschiedlich. In den 50er Jahren kamen die Heimatvertriebenen. Die Einwohnerzahl sei damals sprunghaft von 3000 auf 8000 angestiegen, so Archner. Dass der Neuanfang nicht einfach war, weiß der Moderator aus eigener Erfahrung. Auch seine Eltern mussten sich als Flüchtlinge aus dem heutigen Polen eine neue Existenz aufbauen.

Sie sei „sehr gut aufgenommen“ worden

Wie sie im Verlauf der 1950er Jahren in Künzelsau wieder neu angefangen haben, darüber berichteten drei Seniorinnen. Sie kamen an mit nicht viel mehr als dem, was sie tragen konnten. Sigrid Maibaum wurde aus Niederschlesien im heutigen Polen vertrieben. Maria Zürn und Hilde Hornung stammen aus dem Böhmerwald, der jetzt zu Tschechien gehört. In Künzelsau fanden sie nicht nur Unterkunft, sondern auch eine neue Heimat. Dass es für die Kinder auch Hürden gab, bestätigte Sigrid Maibaum. Sie sei „sehr gut aufgenommen worden“, erinnert sich die Seniorin, habe jedoch Sprachprobleme gehabt, „weil ich vieles nicht verstanden habe“. Mit ihrem Hochdeutsch sei sie angeschaut worden, als ob sie von einem anderen Stern gekommen sei, fügte sie schmunzelnd dazu. Das ist längst Vergangenheit.

zwei Frauen im Gespräch mit dem Moderator auf der Bühne, im Hintergrund Foto eines griechischen Tanzes beim Stadtfest
Konstantia Bachtsetzi ist als junge Griechin mit ihrem Verlobten, einem Griechen, nach Künzelsau gekommen. Ihre Tochter Katerina Tsiligiri ist hier geboren.

Inzwischen sind sie genauso Künzelsauerinnen wie der hier geborene Costa Papadopoulos. Als Sohn griechischer Gastarbeiter, die in Künzelsau 1964 mit dem Ochsen in der Hauptstraße eine Traditionsgaststätte mit Erfolg übernommen hatten. Nun führt der Sohn das Lokal seiner Eltern weiter, und zwar als modernes Bistro-Café Oxn. Griechische Zuwanderer sind ein bedeutender Teil der Stadtkultur geworden. Nicht zufällig nutzt die griechisch-orthodoxe Gemeinde die frühere katholische Kirche als ihren Gottesdienst-Raum. Costa Papadopoulos konnte nicht persönlich berichten, weil er wegen Personalmangels an dem Abend selbst hinter dem Tresen stehen musste.

Nicht für jeden ein einfacher Start

Gern hätte Archner seinen Schulfreund Heiner Sefranek vom Jeans-Hersteller Mustang zu den historischen Bildern aus seiner Näherei interviewt, dieser musste kurzfristig seine Teilnahme zu der Veranstaltung absagen, die Hannig-Dümmler im Rahmen der „Strategie 2030 – Wir gestalten gemeinsam unsere Zukunft in Künzelsau“ organisiert hat. Der Gesprächsabend am 20. Oktober 2022 mit verschiedenen langjährigen und neuen Einwohnerinnen und Einwohnern sollte zeigen, welche unterschiedlichen Wege nach Künzelsau führen und wie man hier Freundschaft und Heimat findet. Oft nur für einen Lebensabschnitt gedacht, bleibt Künzelsau doch die Heimatstadt oder der Ausgangspunkt von spannenden Entwicklungen. Lebenswege, die nach Künzelsau führten, standen deshalb im Mittelpunkt der Talk-Runde, bei der Moderator Hans-Peter Archner mit Zeitzeugen aus den verschiedenen Epochen sprach.

Stefan Kraut, links, berichtete über seinen Start in Künzelsau.

In den 70er Jahren kam Stadtarchivar Stefan Kraut nach Künzelsau, dessen Vater 1951 nach Montevideo ausgewandert war. Nachdem der Vater in politischen Wirren in Uruguay sogar entführt worden war, kehrte die Familie nach Künzelsau zurück, wo ihre Wurzeln bis ins Jahr 1630 zurückreichen. In den 80er Jahren kam Konstantia Bachtsetzi als junge Griechin mit ihrem Verlobten, einem Griechen, der in Künzelsau aufgewachsen ist, zurück nach Deutschland. Ihre Tochter Katerina Tsiligiri wird hier geboren und besucht in Künzelsau neben der üblichen deutschen Schule auch die griechische Schule, wie alle griechischen Kinder. Sie fühlen sich heute in Künzelsau wohl genauso wie Hannig-Dümmlers Mann Hauke Hannig.

Auch damals schon waren öffentliche Verkehrsmittel nicht immer zweckmäßig einzusetzen

Als er 1992 sein Studium an der Fachhochschule Heilbronn Außenstelle Künzelsau beginnen wollte, mietete sich der Großstädter in Heilbronn eine Wohnung direkt in Bahnhofsnähe, um via öffentlicher Verkehrsmittel gut von Heilbronn nach Künzelsau und auch nach Bremen zu kommen. Zum Start des Semesters habe ihn fast der Schlag getroffen, da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht unter drei Stunden Fahrtzeit die Hochschul-Außenstelle erreichten – was einen Umzug von Heilbronn nach Künzelsau und die Anschaffung eines Autos erforderte.

zwei Herren sitzen auf einer Couch auf der Bühne
Hauke Hannig, links, kam als Student und ist geblieben. Inzwischen lebt er seit 30 Jahren in Künzelsau.

Auch war der Dialekt der Dozenten eine große sprachliche Herausforderung für den Norddeutschen. Schließlich fand es der heutige Kommunikationschef von ebm-papst „klasse, dass an der Hochschule und in der Kleinstadt alles viel familiärer und persönlicher war als in der Großstadt und man sich schnell zuhause fühlte“ und stellt fest „es sind nun 30 Jahre Künzelsau – länger als ich in Bremen lebte“.

Zwei Modeläden in Künzelsau eröffnet

Extra aus ihrem heutigen Wohnort Würzburg angereist waren Neofit Vasilev und seine Frau Öznur. Das Ehepaar erinnert sich gern an die Zeit von 1998 bis 2008 in Künzelsau. Er machte seinen Weg ebenfalls über die Hochschule – nach internationaler Diplomarbeit etablierte er sich zum Verkaufsleiter bei der Mode-Firma Mustang. Außerdem hatte das Ehepaar zusammen mit einem Geschäftspartner zwei Modeläden in Künzelsau – da sich der Student Vasilev mit einem seiner Mitstudenten Jörg Andoleit bereits im zweiten Semester über die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten für junge Leute nicht nur wunderte, sondern auch etwas in der Stadt verändern wollte.

in einer Couch auf der Bühne sitzen zwei Herren und eine Dame und sind im Gespräch
Neofit Vasilev und seine Frau Öznur sind aus Würzburg zum Talk-Abend gekommen.

Viele weitere Menschen kamen, in den 90er Jahren Tausende vor allem aus Russland, die sich im Neubaugebiet Taläcker ansiedelten und von der kurzfristig erkrankten Natalia Zeller repräsentiert werden sollten. Für die Zeit nach 2000 stehen Ilona Nies aus Kiew und Omar Alkhalaf aus Syrien. Nies ist seit 2013 in Künzelsau verheiratet, Alkhalaf floh 2015 vor dem Krieg. Beide betreuen bei der Stadtverwaltung Geflüchtete. Die Besucherinnen und Besucher in der Stadthalle beeindruckten die Parallelen in den Geschichten der Geflüchteten seit den 50er Jahren.

Text & Fotos: Stadtverwaltung Künzelsau




Pilzgerichte, Liköre, Gefilztes und Gestricktes

Die Werbegemeinschaft Künzelsau veranstaltet am Sonntag, den 06. November 2022 in der Innenstadt erneut einen bunten Herbstmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag.

Wärmendes von Kopf bis Fuß

In der gesamten Künzelsauer Hauptstraße wird ein vielseitiges Programm geboten. Viel Würze gibt es bei der Speiseauswahl von der Roten Wurst, Curry- und Wildschweinwurst bis hin zu Pilzgerichten aus heimischen Wäldern. Unter dem Motto „aktuell und regional“ ist für jeden etwas dabei. Für Weinfreunde und Likörliebhaber gibt es Fruchtiges. Ebenso werden Crêpes, selbstgebackene Kuchen und Torten angeboten. Bunt ist auch das Angebot der übrigen Stände: gefilzt, gestrickt, gebacken, künstlerisch gestaltet, in Hohenlohe geerntet, wärmend von Kopf bis Fuß, abwechslungsreich und kreativ.

Mehr als 30 Stände

Bereits um 11 Uhr öffnet der Markt mit mehr als 30 Ständen. Eine Vielzahl von Fachgeschäften in der Künzelsauer Hauptstraße haben für die Besucher ab 12 Uhr geöffnet und warten mit einigen Sonderaktionen beim verkaufsoffenen Sonntag auf. Bis 17 Uhr freuen sich die Einzelhändler der Werbegemeinschaft auf den Besuch zahlreicher Kunden, die sich ungezwungen umschauen, erste Gedanken über Weihnachtsgeschenke machen oder bei den vielen Sonderangeboten gleich zuschlagen können. Auch mit den beliebten Einkaufsgutscheinen der Werbegemeinschaft Künzelsau kann man eine Freude machen und an dem Tag bei den Geschäften einlösen.

TSV Künzelsau Tag der offenen Tür

Ebenfalls lädt der TSV Künzelsau von 11 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Besucher dürfen sich im Hallstadtweg 36 auf ein Glas Sekt freuen.

Foto: Olivier Schniepp, Foto Linke GmbH




Hier geht wohl keinem mehr ein Licht auf

Grüner werden, das möchten derzeit viele Städte und Gemeinden. Auch Künzelsau ist in dieser Hinsicht sehr ambitioniert und möchte unter anderem mit einer neuen Straßenbeleuchtung Strom und Energie sparen (wir berichteten).

Zappenduster

In dem Künzelsauer Teilort Ohrenbach, das sich derzeit dadurch verdient macht, die wohl längste Dauerbaustelle in Künzelsaus Straßenbaugeschichte zu werden, hat es sich im Zuge eben dieser besagten Bauarbeiten zugetragen, dass Kabel versehentlich gekappt wurden, die für die Straßenbeleuchtung benötigt werden. Daher ging in einer Straße dort seit geraumer Zeit abends kein Licht mehr an.

Alternative Lampe

Nachdem Anwohner:innen sich beschwert hatten bei der Stadtverwaltung, baute diese ihnen kurzerhand eine alternative Lampe auf, genauso hoch, nur wesentlich schicker, in anthrazit gehalten, mit moderner Photovoltaiktechnik auf der Front, kabellos. Allein durch Sonneneinstrahlung soll sie scheinen – was sie auch tat, allerdings nur für eine, manchmal auch zwei Stunden. Dann waren wohl ihre Energievorräte aufgezehrt. So stehen die Anwohner:innen seitdem ab 19 oder 20 Uhr wieder im Dunkeln.

Bald geht hier keinem mehr ein Licht auf

Ebenfalls bemerkenswert an dieser Geschichte ist die Tatsache, dass lediglich der Anwohner eine Laterne vor sein Haus gestellt bekommen hat, der sich beschwert hat. Die anderen Anwohner:innen gingen bislang leer aus. Die Stadtverwaltung verwies bei dieser modernen Straßenlaterne darauf, dass es sich um eine Testlaterne einer Firma handelt, die sie noch vorrätig hatten, um schnell wieder für Licht in Ohrenbachs wohl derzeit dunkelster Straße zu sorgen.

Bleibt daher nur zu hoffen, dass die Stadtverwaltung diese Laternen nicht flächendeckend aufstellen lässt.

Ansonsten geht in Künzelsau bald keinem mehr ein Licht auf.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




Ups, da ist wohl ein kleiner Fehler passiert

Haag wurde von der Stadt Kupferzell eingemeindet. Das zumindest könnte man meinen, wenn man bis vor kurzem auf ein neues Ortsschild geschaut hat. Unter Haag stand darauf: Gemeinde Kupferzell. Korrekt wäre aber Künzelsau gewesen. Ein Fehler, der nun vom Landratsamt überklebt wurde.

Wie aber kam es dazu? Es begann alles damit, dass dieses Ortsschild um den ersten Mai herum nicht mehr da war. Vermutlich ein Maischerz. Monate hat es gedauert, bis es ersetzt wurde – nur leider durch ein inhaltlich nicht ganz korrektes. So zeigte es sich im Oktober 2022 in falscher Pracht, bis das Landratsamt davon Wind bekam und den falschen Namen erst einmal notdürftig überkleben ließ.

Das Landratsamt hat gegenüber der Heilbronner Stimme nun den kleinen Fehler bei der Bestellung des neuen Schildes zugegeben. Eine Korrektur erfolge nun durch kostengünstiges Überkleben mit gelber Folie und dem Schriftzug Künzelsau.

RichtigesOrtsschild. FQuelle:privat




Holt sich Künzelsaub den SWR1-Hitmach-Pokal?

Acht Tage – 16 Städte: Die SWR1 Moderatoren Ingo Lege und Corvin Tondera-Klein sind während der Abstimmungsphase zur SWR1 Hitparade in Baden-Württemberg unterwegs. Von Montag, 10. bis Freitag, 14. und von Montag, 17. bis Mittwoch, 19. Oktober erhalten beide Moderatoren täglich eine „Hitmach“-Aufgabe, die sich um einen der größten Hits aller Zeiten dreht. Diese gilt es, in den jeweiligen Städten zu lösen. Dabei sind sie auf die Hilfe von SWR1 Hörer:innen vor Ort angewiesen. Die Stadt, die mehr „Hithelfer:innen“ auf die Beine stellt, holt den Tagessieg. Jede:r ist gefragt.

Jeden Tag ein Stadtduell

Am Mittwoch, den 19. Oktober 2022 steht das Duell Künzelsau gegen Gernsbach an. Wer sich beim „Hitmach-Duell“ beteiligt und mit seiner Stadt den Tagessieg davonträgt, hat die Chance, zwei Tickets für die Hitparaden-Finalparty am Freitag, den 28. Oktober 2022, in der Stuttgarter Schleyerhalle zu ergattern.

Quellen: Stadtverwaltung Künzelsau; SWR 1




Schatz für später

Künzelsau-Taläcker: Am Donnerstag, den 06. Oktober 2022, kamen Reinhold Würth unter anderem mit seiner Frau Carmen sowie seiner Enkelin Maria Würth und Teilen der Geschäftsführung wie Norbert Heckmann, auch Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth war mit von der Partie, zur Grundsteinlegung für das neue Gebäude des WÜRTHolino-Kindergartens direkt neben der Freien Schule Anne Sophie zusammen (wir berichteten). Dabei wurde auch eine Zeitkapsel vorbereitet für nachfolgende Generationen. Darin enthalten unter anderem und ein Eurostück der GSCHWÄTZ-Redaktion, gestiftet von unserer freien Mitarbeiterin Cora-Lee Pusker.

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