Bürger in Künzelsau 1 Monat nach der Bundestwahl: „Angela Merkel hat mit Sicherheit nicht alles richtig gemacht“
Von den knapp 170.000 Wählern im Wahlkreis 268 (Schwäbisch Hall – Hohenlohe) haben ihre Erststimme 40,5 Prozent der CDU gegeben. 18,5 Prozent der Stimmen bekam die SPD. Drittstärkste Partei ist die AfD mit 13,5 Prozent noch vor der FDP und den Grünen geworden. Wie die Hohenloher mit dem Wahlergebnis zufrieden sind und warum wohl jeder achte Wähler blau gewählt hat, das haben sie Dr. Felix Kribus vor dem Künzelsauer Rathaus erzählt – eine nicht repräsentative Umfrage.
Manuel Schäfer, Künzelsau, Azubi:
„Es ist echt beschissen ausgegangen, weil es traurig ist, dass ein Land, das die Geschichte so geprägt hat, so viele AfD-Wähler hat und auch Sonstiges ziemlich altmodisch bleibt und nichts Neues von den Leuten gewählt wird. Man sollte sich um die Leute kümmern, die Hilfe brauchen und nicht über Abschiebung oder Mindestgrenzen nachdenken.“
Uwe Haag, Künzelsau:
„Ich bin erstaunt, habe es fast befürchtet mit dem Wahlergebnis. Das Abschneiden der AfD macht mir Sorgen und ich bin gespannt, wie es weitergeht, wie sich die Dinge entwickeln und gestalten werden und wann die Menschen merken, dass man zwar ein Recht hat auf Veränderungen, aber dass das so nicht der richtige Weg ist.“
Klaus Hillenmaier, Ingelfingen:
„Es ist erschreckend, dass die AfD so viele Stimmen von uns Bürgern erhalten hat. Das war sehr viel Protestwahl. Aber es geht auch sehr viel tendenziell mehr in Richtung rechts. Dass die Verhältnisse jetzt so sind, dass es schwieriger wird, eine Regierung zu bilden, vor allem auch dieser Schwester- oder Bruderkrieg von der CDU/CSU finde ich nicht richtig.“
Ingo Rudolph, Künzelsau:
„Ich finde, das Wahlergebnis spiegelt die derzeitige Lage in Deutschland wieder. Ein Teil hat aus Überzeugung gewählt. Aber die meisten haben aus Protest gewählt, weil sie die großen Parteien nicht wählen wollten. Die Linke ist ja bei Protestwählern schon rausgefallen und deshalb auch keine Protestpartei mehr.“
A. C. (möchte anonym bleiben):
„Das war meine Erstwahl. Ich habe mir Videos angeschaut, habe mich mit meinen Freunden ausgetauscht. Jede Partei hat Versprechungen gemacht und man kann sich sicher sein, dass nicht alles so realisierbar ist, aber es hört sich sehr gut an. Ich war sehr enttäuscht, dass in meinem Freundeskreis wirklich junge Leute, um die 20 Jahre, AfD, gewählt haben.
