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Künzelsau: Polizeistreife muss im Kocherfreibad eingreifen

Am Dienstag, den 31. Juli 2018, kam es zu einem Polizeieinsatz im Kocherfreibad in Künzelsau. Eine Polizeistreife wurde gerufen, nachdem sich eine Frau geweigert hatte, gegen 18.55 Uhr aus dem Wasser zu gehen, so Rainer Köller vom Polizeipräsidium Heilbronn auf GSCHWÄTZ-Nachfrage. Ein Mitarbeiter des Freibades hatte die Frau darauf aufmerksam gemacht, dass das Baden nur bis 19 Uhr gestattet seit, da das Freibad dann schließe. „Aber die Anweisungen waren der Frau zunächst egal.“ Auch gegenüber der Polizeistreife habe sie sich zunächst geweigert, ihre Personalien anzugeben. Der Mitarbeiter des Kocherfreibades hat ihr nun laut der Polizei ein zweiwöchiges Hausverbot im Kocherfreibad erteilt.

Kiinderbereich des Kocherfreibades Künzelsau. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann: „„Wir bedauern den unglücklichen Vorfall im Zusammenhang mit der Schließung des Freibades vor einigen Tagen. So sollte es in der Regel nicht ablaufen“, appelliert Bürgermeister Stefan Neumann. „Auch weiterhin sollen sich die Badegäste im Freibad am Kocher wohlfühlen. Dennoch müssen wir die Öffnungszeiten einhalten und die Gäste am Ende bitten zu gehen.“

Öffnungszeiten Kocherfreibad Künzelsau

Wegend der anhaltenden Sommerhitze und der großen Nachfrage verlängert die Stadtverwaltung Künzelsau die Öffnungszeiten des Freibades bis Ferienende. das Freibad hat ab dem 02. August 2018 von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Die regulären Öffnungszeiten des Bades sind:

Montag bis Freitag: 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage und in den Sommerferien: 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

 

 

 




Stadt Künzelsau: Millionenschwere Ausgaben

„Der Gemeinderat der Stadt Künzelsau hat sich in seiner letzten Sitzung am 24. Juli 2018 mit millionenschweren Ausgaben beschäftigt“, so eine Pressemitteilung der Stadt Künzelsau. In den kommende Jahren wird einiges an Geld in die Hand genommen.

Neue EDV: Konzeption und Beratung für rund 65.000 Euro

Unter anderem soll die sieben Jahre alte EDV auf den neuesten Stand gebracht werden. Satte 65.000 Euro soll die externe Beratung und Erstellung einer EDV-Konzeption von IT-Consulting und dem Kommunalen Rechenzentrum (ITEOS) kosten. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Angebote anzunehmen. Die Deckung soll, so die Stadtverwaltung, über außerplanmäßige Einnahmen finanziert werden. Hinzu kommen noch die Kosten für die Hardware-Komponenten.

Überplanmäßige Ausgaben in Höhe von 210.000 Euro beim „Neubau Bauhof“ stimmte der Gemeinderat ebenso zu wie den überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 100.000 Euro für die „Dusch- und Umkleidegebäude Stadion Prübling“. Die Deckung erfolge über den Nachtragshaushalt 2018. Der Beschluss wurde einstimmig von den Gemeinderatsmitgliedern gefasst.

Erweiterung Stadtbücherei im alten Rathaus

Die Erweiterung der Stadtbücherei im Alten Rathaus schlägt mit rund 615.000 Euro zu Buche.

Die Erweiterung der Stadtbücherei im Alten Rathaus schlägt mit rund 615.000 Euro zu Buche. Foto: GSCHWÄTZ

Auch wenn es aller Voraussicht nach zu einer Kläranlage mittleres Kochertal kommt, müsse die Kläranlage Künzelsau saniert werden, um für die nächsten zehn Jahre funktionstüchtig zu bleiben, bis die neue Kläranalge betriebsbereit sei, so die Stadt. Die Sanierungskosten liegen laut der Stadtverwaltung nach ersten Kostenschätzungen bei 550.000 Euro.

Obwohl sie wohl bald von einer neuen Kläranlage abgelöst wird, verschlingt die Sanierung der alten Anlage nochmal über 550.000 Euro. Foto: Stadt Künzelsau

Die Sanierung der Morsbacher Straße soll laut ersten Schätzungen rund eine Million Euro kosten.

Ein neuer Baggerlader für den Bauhof sei nötig. Die Reparaturkosten des alten Fahrzeuges lägen bei rund 10.000 Euro. Der neue Baggerlader kostet rund 130.000 Euro.

Gesamtausgaben: 2,670,000 Millionen Euro

Neue Gewerbegebiete in Gaisbach sowie Bauplätze in Amrichshausen

Die Erschließung der neuen Gewerbegebiete „Gaisbach Süd“ und „Hofklinge“ kostet rund 1,5 Millionen Euro. Die Ausgaben werden refinanziert durch die Grundstücksverkäufe. Es seien bereits fast alle Grundstücke vergeben, so die Stadt.

19 neue Bauplätze werden in Amrichshausen geschaffen, davon sind bereits neun vergeben, so die Stadt. Erschließungskosten: rund 950.000 Euro. Die Ausgaben werden laut der Stadt refinanziert durch die Grundstücksverkäufe.

19 neue Bauplätze werden in Amrichshausen geschaffen, davon sind bereits neun vergeben, so die Stadt. Foto: Stadt Künzelsau

Personaländerungen

Bürgermeister Stefan Neumann eröffnete die Sitzung mit der Nachricht, dass die stellvertretende Hauptamtsleiterin Christiane Bergdolt vom Gemeinderat in Neuenstein zur Hauptamtsleiterin gewählt wurde und deshalb die Stadtverwaltung Künzelsau zum 1. Oktober 2018 verlässt.

 

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Künzelsau vom 31. Juli 2018

 

 




Wilde Kerle in Künzelsau

Veranstalter Joachim Schmidt und seine Dutzend Freunde haben zum 9. Hohenloher Harley Run auf die Wertwiesen nach Künzelsau eingeladen. Dieses Mal das erste  Mal unter dem Motto: „Harley rides for kids“. Am Samstag, den 28. Juli 2018, 14 Uhr, startete der legendäre Harley Run zur 120 Kilometer-Ausfahrt über Langenburg, Stachenhausen und Bieringen zurück nach Künzelsau. Der Erlös der Veranstaltung beziehungsweise eine Spende geht diesmal  an den Förderverein „Klinik für Kinder und Jugendliche“. „Kinder liegen uns sehr am Herzen und wir wollen gerne mit unserer tollen Veranstaltung viele Kinder und Jugendliche aus der Region unterstützen“, so Joachim Schmidt.

Aussteller gab es auch jede Menge und so konnte sich der Motorradliebhaber unter anderem tätowieren lassen und zusehen, wie man aus massiven Baumstämmen mittels Motorsägen Adler modelliert. Motorradstunts nicht zu vergessen. Und Videoreporter Felix Kribus ging unermüdlich dem Mythos um Harley-Davidson-Maschinen nach. Natürlich gab’s auch Musik zur Veranstaltung und ‚born to be wild‘ durfte nicht fehlen.

 

 




Künzelsau: Feuerwehreinsatz wegen eines brennenden Misthaufens

Zum Brand eines Misthaufens auf einem Aussiedlerhof im Lohebusch bei Künzelsau musste am Freitagnachmittag, den 27. Juli 2018, die Feuerwehr ausrücken. Die Brandursache ist nicht bekannt. Die Feuerwehr Künzelsau war mit vier Fahrzeugen und 16 Einsatzkräften vor Ort, um den Brand zu löschen.

 

Quelle: Polizeipräsidium Heilbronn

Foto: GSCHWÄTZ




Familie Toumanidis schließt Castello in Künzelsau aus gesundheitlichen Gründen

Das Restaurant Castello in der Schlossgasse in Künzelsau schließt zum 03. August 2018. Die Familie Toumanidis hat nach 35 Jahren beschlossen, „aus gesundheitlichen Gründen“, das Castello nicht länger zu betreiben, sagte Costa Toumanidis am 19. Juli 2018 auf GSCHWÄTZ-Nachfrage. Derzeit suchen sie einen Pächter, der das Restaurant weiter betreibt.

Wer nochmal im Castello einkehren möchte, hier können Sie reservieren:

http://www.castello-kuenzelsau.de

Foto: adobe stock




Workout Festival in Künzelsau am 29. September 2018

Gemeinsam fitter, stärker, besser werden. Das ist das Motto der Workout Coaches von Niedernhall.

Schon seit geraumer Zeit bietet der Personaltrainer und Fitnesscoach Dennis Göller (26) mit seinen Kursen Fitness für jedermann für jedes Fitnesslevel an. Nun veranstalten die Workout Coaches  am Samstag, den 29. September 2018, das erste Workout Festival im Stadion Prübling in Künzelsau.

Von Power bis Entspannung sowie Vorträge über Gesundheit und Fitness

Fitnessinteressierte erwartet an diesem Tag zehn verschiedene
Workouts (von Power bis Entspannung) auf drei Bühnen, Wettbewerbe, einen Live DJ, Fachvorträge im Bereich Fitness und Gesundheit und vieles mehr. Partner sind unter anderem das Feel-well in Künzelsau, Dance Instructor Gabriella Gomez und das Niedernhaller Karatezentrum Sarantoudis.

Anmeldungen ab dem 01. August 2018 möglich

Wer mitmachen möchte, kann sich ab dem 01. August 2018 anmelden unter: www.workoutcoaches.de

#WorkoutFestival18

 

Auch GSCHWÄTZ ist vor Ort und lässt sich workouten.

Video: Workout Coaches

Fotos: Flyer & Konzept Workout Coaches




Niederländische Schule kooperiert mit Schulen in Künzelsau und Waldenburg

Anfang Juli 2018 bekam die Schulleitung der Karoline-Breitinger-Schule in Künzelsau Besuch von Meriam Oud und Ina Postma, zwei Lehrerinnen des Nova College aus Harlem/Niederlande. „Ich freue mich, Ihnen nun unsere Ausbildungsformen vorstellen zu können“, begrüßte Schulleiter Volker Stephan die beiden Damen. „Angestrebt wird eine Kooperation der beiden Schulen, um sich über zukunftsorientierte Ausbildungsformen gegenseitig beraten zu können und den Schülern einen Austausch anbieten zu können“, so eine Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises.

Sportschule Waldenburg und Karoline-Breitinger-Schule als Partner

Des Weiteren stand ein Besuch der Sport- und Physioschule Waldenburg an, da das Nova College auch in diesem Bereich eine Partnerschaft mit Schüleraustausch anstrebt. „Ich halte es für wichtig, den Schülern solche Möglichkeiten anbieten zu können“, betont Alexander Wörle, Schulleiter der Sport- und Physioschule. Jörg Palmer, stellvertretender Leiter des Fortbildungsinstituts in Waldenburg und Lehrer der Schule führte die Delegation über das Gelände. „Ich bin beeindruckt von der Ausstattung der Schule“, staunt Ina Postma aus Harlem. Im abschließenden Gespräch wurde man sich laut dem Landratsamt schnell über eine Kooperation einig.

Schule nähe Amsterdam, die Gesundheits- und Altenpflege anbietet

Das Nova College ist eine große Schule in Harlem (nähe Amsterdam, Niederlande), die verschiedene Ausbildungen anbietet, unter anderem auch in der Gesundheits- und Altenpflege. Diese Ausbildungsberufe werden in den Niederlanden schon seit geraumer Zeit generalistisch ausgebildet, das bedeutet, dass die Berufe gemeinsam beschult und ausgebildet werden. Um sich einen Überblick über diese Form der Ausbildung zu verschaffen, besuchte die Schulleitung der Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau Volker Stephan und sein Stellvertreter Ansgar Hagnauer mit einer größeren Delegation von Lehrern und dem Regierungspräsidium Stuttgart bereits im vergangenen November das Nova College in Harlem.

Foto:

Bildunterschrift:

Von links nach rechts: Ansgar Hagnauer (Stellvertretender Schulleiter, Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau), Alexander Wörle (Schulleiter, Sport- und Physioschule Waldenburg), Meriam Oud (Koordinatorin Auslandspraktika vom Nova College, Harlem), Jörg Palmer (Stellvertretender Leiter des Fortbildungsinstituts der Sport- und Physioschule Waldenburg), Ina Postma (Koordinatorin Auslandspraktika vom Nova College, Harlem).




Firma Merz aus Aalen hat das 7.000 Quadratmeter große Mustang-Areal gekauft

„Den Wegzug von Mustang bedauern wir sehr. Die Traditionsmarke und der Name Mustang werden immer mit Künzelsau verbunden bleiben“, so Bürgermeister Stefan Neumann in einer Pressemitteilung vom 17. Juli 2018. Wir haben bei der Stadt nachgefragt, ob es für Mustang keine geeigneten Objekte in Künzelsau gegeben habe. Mustang zieht nun mit seiner Verwaltung nach Schwäbisch Hall. „Im Vorfeld haben wir die Firma Mustang bei der Suche nach freien Räumlichkeiten oder baulichen Perspektiven in Künzelsau unterstützt.“ Neumann betonte aber auch: „In jeder Veränderung liegt aber auch eine Chance für Verbesserungen. Die ergreifen wir und sind bereits mit dem neuen Eigentümer in enger Abstimmung über die zukünftige Entwicklung des Areals.“

Neumann: „Wegzug von Mustang bedauern wir sehr“

Die Firma Merz Objektbau GmbH & Co. KG mit Sitz in Aalen hat das rund 7.000 Quadratmeter große Mustang-Areal laut der Stadt Künzelsau erworben. Zusammen mit der Firma i Live, ein auf Micro-Wohnen spezialisiertes Unternehmen, ebenso aus Aalen, soll das Areal an der Lindenstraße in der Künzelsauer Stadtmitte in 2019 entwickelt und ab 2020 realisiert werden.

Bürgermeister Stefan Neumann

Viel Veränderung in Künzelsaus Innenstadt steht an. Hier: Bürgermeister Stefan Neumann (links) bei der Planung des ehemaligen PEKA-Areals 2017. Foto: Stadt Künzelsau

Einzelhandel mit Schwerpunkt Lebensmittel soll kommen sowie Studentenwohnungen

Geplant sei hauptsächlich Einzelhandel mit Fachmarktnutzungen mit dem Schwerpunkt Lebensmittel sowie Micro- und Service-Appartements sowohl für Studierende als auch für Mitarbeiter ortsansässiger Unternehmen, welche dauerhaft oder auch interimsweise Übernachtungsmöglichkeiten in Künzelsau benötigen.

 

 

 

 




Das „Wir-Gefühl stärken“ – Regiotag in Künzelsau

Einmal kam ein ordentlicher Schauer auf Künzelsau nieder, aber auch das tat dem großen Besucherandrang am 21. Regiotag in Künzelsau am 15. Juli 2018, keinen Abbruch.

Mit Festtagstracht der Hohenloher Bauern

„Wir wollen das „Wir-Gefühl in der Region stärken“, erklärt Ralph Wachter, Geschäftsführer der Bürgerinitiative Pro Region Heilbronn-Franken. „Wir wollen zeigen, was die Region zu bieten hat. Und die Region hat einiges zu bieten, schaut man sich in der Künzelsauer Innenstadt an dem Tag um. Städte und Schulen, etwa aus Mulfingen und Niedernhall, präsentieren sich ebenso wie die Hohenloher Highlanders Pipes & Drums.  Am Stand der Stadt Öhringen gibt es die Festtagstracht zu bestaunen, die die Hohenloher Bauern im 18. Jahrhundert getragen haben.

Hermann am Regiotag in der Festtagstracht der Hohenloher Bauern im 18. Jahrhundert

 

Historische Sonntagskleidung der Öhringer Bauern im 18. Jhd am Stand der Stadt Öhringen bzw. Hohenloher Perlen. Quelle: GSCHWÄTZ

Ralph Wachter Geschäftsführer pro Region Franken. Quelle: GSCHWÄTZ

Gsälz, Stutenmilch und fränkische Bratwurst

Heidrun-Hohl aus Obersulm-Willsbach ist begeistert von den „freundlichen Menschen an den Ständen“, bei denen es etwa Zwetschgengsälz, Holundersirup, Stutenmilchseife oder fränkische Bratwurst zu kaufen gibt. Sie findet den „persönlichen Dialog und Austausch“ gerade in Bezug auf regionale Produkte sehr wichtig.
Martin Ott aus Schwäbisch Hall interessiert sich für die „Kultur, für das Land und die Leute. Ich komme gerne ins Kocher- und Jagsttal.“

Musik kam unter anderem von dem Uwe-Saußele-Trio feat. Maria Elena Valencia mit Uwe und Valentin.

Regionale Firmen wie Würth und Berner informieren über Ausbildungsangebote

Rene Georg Immler aus Künzelsau findet es gut, dass sich regionale Firmen wie Würth und Berner hier präsentieren und auch Informationen zum Thema Ausbildung geben, damit Schüler „wissen, was sie nach der Schule machen können und wollen“.

Für Wachter von der BI Pro Region ist klar, wohin der Weg gehen muss: „Wir sind landsmannschaftlich ein sehr heterogenes Gebiet. Wir sollten in allen Bereichen deutlich stärker zusammenarbeiten.“

 

Alle Fotos: GSCHWÄTZ

Video: Dr. Felix Kribus

 

 




Der langsame Fall eines großen Jeansherstellers

Kommentar.

Eine Ära geht zu Ende. Klingt zu schmalzig? Ist aber so. Sicher, wenn Würth Künzelsau verlassen würde, läge die gesamte Kreisstadt am Boden. Aber Mustang ist ebenfalls ein Urgestein und ein unvergleichliches noch dazu. Ein Nachruf.

Nun ist es also amtlich. Das Herz des Jeans-Herstellers und einst gefürchteten Konkurrenten von Levi Strauss schließt seine Zentrale in Künzelsau. Dort, wo alles begann. Schwäbisch Hall sei der attraktivere Standort mit Bahnanbindung für diese Entscheidung gewesen, heißt es. Aha.

Personalabbau, Personalabbau, Personalabbau

Wer glaubt, dass die Jeans mit der Bahn irgendwohin gefahren wird, der lebt noch im Land der Cowboy und Indianer- zumal Mustang seine Produktion schon seit Längerem ins Ausland verlagert hat. Wo die Zentrale eines Unternehmens sitzt, ist nicht ausschlaggebend für deren Erfolg. Aber das scheint auch Berner nicht so richtig verstanden zu haben.

Der schlichte Grund für den Wechsel nach Hall: Mustangs Geschäftszahlen sind seit Jahren alles andere als berauschend. Der Verkauf des Areals in der Künzelsauer Innenstadt würde zumindest kurzfristig Geld in die Kassen des angeschlagenen Unternehmens spülen (schließlich haben auch die Investoren viel Geld in Mustang investiert, das sie ungern verlieren möchten), ziehen sie doch in die Gebäude in Schwäbisch Hall zur Miete (obwohl man gar nicht wissen möchte, wie hoch die Miete der neuen Räume ist). Eins ist klar: Die Investoren hängen offensichtlich weit weniger an dem Standort Künzelsau, als die Familie Sefranek. Aber das ist eben, so bitter es klingen mag, business as usal. Die Entlassungswelle rollt ebenfalls seit Jahren über die Mitarbeiter hinweg. In Schwäbisch Hall wird es nur fortan weniger auffallen.

Was ist schief gelaufen, dass der einstmalige Riese so zusammengeschrumpft ist?

Als Heiner Sefranek damals das Zepter von seinem Vater Albert übernahm, wollte er es verjüngen. Man hatte nicht mehr nur die mittlere Altersklasse zwischen 40 und 60 im Blick, die schon seit Jahren Mustang-Jeans kauft, eine solide Kaufkraft haben und ein bestimmtes Jeansmodell, das sie immer anziehen. Verjüngen wollte man sich unter anderem mit der mehr als verrückten Marke W&LT. Ein Unterfangen, das man nach geraumer Zeit wieder im Sand verbuddelt hat. Das Produktsortiment wurde erweitert. Kunden konnten fortan in den Shops und Stores auch Oberteile, Schuhe, Taschen und Gürtel kaufen. Alles Zukäufe – und das Kernprodukt? Wie heißt es so schön: Never stop a running system. Was so viel heißt, wie: Wenn etwas gut läuft, lass es weiterlaufen…Die Jeans ist gut gelaufen und dennoch hat man sie verändert: in der Form, in der Qualität, in der Farbe und Mustang verlor das Wertvollste, was es besaß: seine Stammkundschaft.

Künzelsau verliert ein Pionierunternehmen

Mit dem Verkauf fast aller Anteile der Familie Sefranek ging damals bereits eine Ära zu Ende, weil es immer so ist, wenn fremde Investoren mit ins Boot steigen und das Ruder übernehmen: Man weiß nicht mehr, wohin es gehen wird.

Der nun eingeschlagene Weg ist nicht nur bitter für die Familien Sefranek und Hermann, die einst etwas Großes aufgebaut haben, sondern auch bitter für die Stadt Künzelsau, ein Pionier-Unternehmen zu verlieren und vor allem bitter für alle Mitarbeiter, die in der Zentrale seit Jahren und Jahrzehnten ebenfalls Großes geleistet haben und nun ebenfalls die Wahl haben: gehen oder bleiben.

Foto: GSCHWÄTZ