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Das kann dann mal weg

Schnell war er weg, Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann, nach der Entscheidung des Kreistags am 10. Dezember 2018, das Krankenhaus in Künzelsau nun doch schon Ende 2019 zu schließen und nicht erst, wie ursprünglich gebetsmühlenartig von Landrat und Kreistag versprochen, 2022/23 – bis der Krankenhausneubau in Öhringen steht. Neumann votierte gegen die Schließung, ebenso wie Christian von Stetten (CDU), Birgit Muth aus Künzelsau (SPD) und Michael Bauer (CDU), waren damit aber in der großen Minderheit.

Nun wurde mit dem Neubau in Öhringen noch nicht mal begonnen und schon gibt es, vier Jahre früher, eine Bettenburg weniger im Hohenlohekreis. „Das tut schon sehr weh“, sagen Künzelsauer, wenn man sie fragt – zumal viele von ihnen ihre Kinder in den 1980er Jahren noch im Krankenhaus in Künzelsau zur Welt gebracht haben. Eine Kreisstadt ohne Krankenhaus?, wo gebe es denn sowas?, fragt der ein oder andere. Nun ist die Antwort klar: in Künzelsau.

Nur wenige Minuten nach der Entscheidung verschickte des Landratsamt des Hohenlohekreises eine Pressemitteilung mit der Verkündigung der Entscheidung.

Worüber denkt Landrat Neth (2. von links) wohl gerade nach? Foto: GSCHWÄTZ

„Heute ist ein schwarzer Tag für Künzelsau“

„Heute ist ein schwarzer Tag für Künzelsau“, sagt die Bürgerinitiative zum Erhalt des Hohenloher Krankenhauses (BI) nach der Entscheidung des Kreistages. Sie hat Recht behalten mit ihrer Befürchtung, dass der Kreistag heute entscheidet, das Krankenhaus in Künzelsau bereits einige Jahre früher zu schließen.

Welche Ärzte sollen den Mehraufwand stemmen?

Wie bereits im Sitzungsprotokoll angekündigt, stimmte der Kreistag einem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Künzelsau zu. Das heißt: Als Basis dient das bereits vorhandene Ärztehaus. Ein so genannter Versorgungsassistent der Hausärzte (VERAH) soll zusätzlich etabliert werden. Hier sei es wichtig, „dass die Ärzte in der Region gut miteinander zusammenarbeiten und nicht gegeneinander“. Ziel sei eine 24-Stunden-Notfallversorgung an sieben Tagen in der Woche. Die Frage, inwieweit die Ärzte, die jetzt schon teilweise mit Patienten überlastet sind, nun auch noch einen solchen Versorgungsassistenten aufbauen und mitbetreuen sollen, wurde nicht näher erörtert. Begriffe wie Telemedizin fielen – eine medizinische Beratung / Diagnose per Fernwartung, welche unter anderem Teil des medizinischen Konzepts für Künzelsau werden soll.

Neben der bereits bestehenden psychiatrischen Tagesklinik soll auch eine Kurzzeitpflege für Künzelsau kommen.

Was tippt Künzelsaus Bürgermeister Neumann (2. von links) da in sein Handy ein? Foto: GSCHWÄTZ

Der Rettungswagen braucht lange zum nächsten Krankenhaus

Fakt ist: Die Transportwege werden für den Rettungsdienst von Künzelsau deutlich länger werden. In die umliegenden Krankenhäuser nach Schwäbisch Hall, Bad Mergentheim oder Öhringen braucht man wegen der verstopften Straßen nicht selten 30 Minuten oder länger.

Die Kreisräte betonen, dass es immer schwieriger sei, Ärzte, besonders für eine Notfallabteilung in Künzelsau zu finden und verweisen auf eine Belegungsquote in Künzelsau von nur noch mageren 40 Prozent – wobei diese Entwicklungen angesichts der offiziellen Schließungsverkündung des Krankenhauses Künzelsau vor fast zwei Jahren keine Überraschung sind. Denn: Wer geht noch in ein Krankenhaus, über dem ein großes Totenkreuz hängt? Der Kreistag lobt indes den neuen großen Bruder, die BBT-Gruppe, die seit  März 2018, die Mehrheitsanteile des Hohenloher Krankenhauses hält. Aus Kostengründen werde nun ein früherer Schlussstrich in Künzelsau gezogen, erklären sie fast einmütig. Die damit mit einem Schlag wegfallenden Betten scheinen für die HK nicht weiter ins Gewicht zu fallen – womit man bei der Frage angelangt wäre, inwieweit der Neubau in Öhringen wirklich  nötig ist.

„Ein Krankenhaus können wir uns nicht mehr leisten, aber ein neues Landratsamt“

„Ein Krankenhaus können wir uns nicht mehr leisten, aber ein neues Landratsamt“, murren viele Künzelsauer – besonders nach der letzten Kreistagssitzung, in welcher Kreiskämmerer Michael Schellmann und Landrat Dr. Matthias Neth verkündeten, dass das geplante neue Landratsamt (vom Landratsamt als „Kreishaus“ bezeichnet) keine 56,6 Millionen Euro mehr kosten soll, wie geplant, sondern vermutlich ein paar Millionen Euro mehr, da sich seit den Pklanungen von 2015 „einiges verändert habe“.

 

Text: Elke Brand und Dr. Sandra Hartmann

Foto: Elke Brand




Krankenhaus Künzelsau: Aus schon 2019? Basiskonzept für die Kreisstadt steht

Am heutigen Montag, den 10. Dezember 2018, trifft sich der Kreistag des Hohenlohekreises um 15.30 Uhr in Bretzfeld und man darf jetzt schon gespannt sein, welche Entscheidungen an der heutigen Kreistagssitzung gefällt werden. Tagesordnungspunkt Nummer eins ist das Hohenloher Krankenhaus. Konkret: wie es in Künzelsau und Öhringen mit der Gesundheitsversorgung weitergehen soll.

Im Vorfeld äusserten sich bereits diverse Stimmen. Die Bürgerinitiative zum Erhalt des HK (BI) befürchtet, dass heute das vorzeitige Aus für das Krankenhaus in Künzelsau beschlossen wird. Geplant war bislang, das Künzelsauer Krankenhaus noch bis 2022/23 offenzuhalten – so lange, bis in Öhringen der Neubau steht. Angesichts der schwächelnden Patienten- und Personalzahlen nach Verkündigung des Aus‘ für Künzelsaus Krankenhaus sei eine frühere Schließung möglicherweise heute Gesprächs- wenn nicht sogar Entscheidungsthema (siehe offener Brief von der BI an Landrat Dr. Matthias Neth weiter unten im Text), vermutet die BI.

Ute Emig-Lange, Pressesprecherin der BBT-Gruppe (die BBT-Gruppe hält seit März 2018 die Mehrheitsanteile der HK), sagt auf GSCHWÄTZ.Nachfrage, dass mehrere Konzepte für Künzelsau im Raum stünden, aber der Kreistag letztendlich die Entscheidung darüber fälle, ob und wenn ja, welches Konzept angenommen werde.

Demonstration vor dem Krankenhaus Künzelsau zum Erhalt des Krankenhausstandortes.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Tagespsychiatrische Klinik soll bleiben

Die Sitzungsvorlage des Landratsamtes des Hohenlohekreises zu diesem Tagesordnungspunkt ist relativ kurz und bleibt eher unkonkret. Sie umfasst eine DIN-A4-Seite. Darin heißt es unter anderem, dass dieses Konzept aus einem Basismodell bestehe. „Ergänzend sind weitere kostenpflichtige Bausteine nach dem Bestellerprinzip möglich.“ Für das Gesundheitszentrum in Künzelsau „ist im Basismodell von Beginn an die Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) mit verschiedenen Disziplinen vorgesehen. Daneben ist der Fortbestand der tagespsychiatrischen Klinik  berücksichtigt.“ Die Frage, die sich hier aufdrängt, ist: Wird das derzeit bereits existierende Ärztehaus, das sich nun zu einem MVZ wandeln soll, auch zusätzliche medizinische Angebote für die Bevölkerung bereithalten oder fragt die BI zu Recht in ihrem offenen Brief, ob sich die Künzelsauer nun mit dem bereits bestehenden Ärztehaus nun zufriedengeben müssen.

Kostenpflichtige Bausteine können darüberhinaus angeboten werden

Weiter heißt es: „Auch über die Errichtung/Organisation einer Kurzzeitpflege und die Abbildung der Notfallversorgung über das Maß der rettungsdienstlichen Angebote hinaus“ soll der Kreistag entscheiden. Ein weiterer heikler Punkt dabei ist die akutstationäre Versorgung von Patienten: „Mit der Etablierung eines Gesundheitszentrums in Künzelsau, aber auch wegen der Entwicklung der letzten Monate am Standort Künzelsau ist gleichzeitig zu entscheiden, ob an der jetzigen Beschlusslage zum Zeitpunkt der Konzentration der akutstationären Versorgung am Standort Öhringen festgehalten wird.“

Ob eine akutstationäre Versorgung von Patienten (unter anderem Notfallversorgung mit Über-Nacht-Überwachung) bereits früher nur noch in Öhringen möglich sein wird, wird sich möglicherweise in der heutigen Kreistagssitzung entscheiden.

 

Auch GSCHWÄTZ wird vor Ort sein.

Offener Brief der BI an Landrat Neth

Die BI hat angesichts der neuesten Entwicklungen bezüglich des Hohenloher Krankenhauses einen offenen Brief an Dr. Matthias Neth geschrieben. Diesen drucken wir an dieser Stelle leicht gekürzt ab:

„Man scheint sich mit dem Ärztehaus zufriedenzugeben“

„Mehr als zwei Jahre sind vergangen, als Dr. Neth in einer Versammlung verkündete, dass der Hohenlohekreis nur mit zwei starken Standorten die Gesundheitsversorgung gewährleisten kann. Keine sechs Monate später stellte sich Landrat Neth erneut vor die Mitarbeiter, um zu verkünden, dass der Standort Künzelsau geschlossen werden muss, da beide Häuser nicht zu finanzieren seien. Schon damals fragte sich die BI, ob die Aussage sechs Monate vorher nur ein Lippenbekenntnis war, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu erschleichen.

Nun, zwei Jahre später, sehen wir eine Wiederholung. Es wird nach politischen Möglichkeiten gesucht, um den Standort Künzelsau schneller zu schließen. Wird doch der Kreistag auch darauf wieder gut vorbereitet. Das auch dass Versprechen, den Standort Künzelsau bis Fertigstellung des Neubaus in Öhringen, zu erhalten, nicht ernst gemeint war, wird jetzt sicher auch dem letzten klar.

Jetzt versucht man die Bürger zu überzeugen mit einer Flut von Millionen. Wir fragen uns: Wer hat da vor einem Jahr gerechnet? Sollte der Ausgleich auf die nächsten Jahre tatsächlich so viele Millionen verschlingen, was bleibt denn da noch von den 50 Millionen aus dem Strukturfonds übrig?

Wir sehen die neuesten Entwicklungen kritisch, tritt jetzt doch das ein, was wir bereits letztes Jahr vermutet haben und was seiner Zeit eine Rednerin und ehemalige Mitarbeiterin der Tagesklinik auf einer Demo auch ausgesprochen hat, nämlich das geplante Aus für 2019 – so wurde es vom damaligen Geschäftsführer der HK [Anm. d. Red.: Hohenloher Krankenhaus gGmbH] gegenüber der Tagesklinik kommuniziert. Gehört hat das natürlich niemand gern, wurde die Rednerin damals von einem Kreistagsmitglied abgestraft, in dem ihr damaliger Arbeitgeber informiert wurde, ungeachtet dessen, dass wir in Deutschland Redefreiheit haben.

Auch zu den Aussagen bezüglich eines Gesundheitszentrums kann man sich nur wundern. Man scheint sich damit zufrieden zu geben, was man im Ärztehaus schon hat. [….].

Es ist traurig, dass die Patienten heutzutage keine Stimme mehr haben und die Versorgung vollkommen egal scheint, auch die Meinung niedergelassener Ärzte ist scheinbar nichts mehr wert.

Wir wünschen nun der BBT-Gruppe viel Erfolg bei der anstehenden Zertifizierung der Stroke Unit, die man nun endlich nach 1,5 Jahren mal angeht. Schließlich war die Verlegung der Stroke Unit von Künzelsau nach Öhringen ganz eilig seiner Zeit.“

Landrat verzichtet auf Stellungnahme

Landrat Dr. Matthias Neth. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Wir haben Dr. Matthias Neth das Schreiben weitergeleitet mit der Bitte um eine Stellungnahme. Seine Pressesprecherin Silke Bartholomä hat für ihn geantwortet: „Das Schreiben, das Sie uns übersendet haben, ist – wie Sie sicherlich wissen – ein Posting auf einer einschlägigen Facebook-Seite zum Thema Künzelsauer Krankenhaus. Es ist an keiner Stelle als „offener Brief“ gekennzeichnet, hat keinen genauen Adressaten, keinen Absender und ist in keinem Medium veröffentlicht worden. Facebook als soziales Netzwerk fällt nicht unter diesen Begriff, da es keine Medien produziert und keinerlei Kontrollfunktion übernimmt. Es ist dem Landratsamt Hohenlohekreis auf keinem üblichen Weg zugegangen. Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir zu einer anonymen Meinungsäußerung keine Stellung nehmen.“




Künzelsauer Weihnachtsmarkt auf dem Schlossplatz

Der Künzelsauer Weihnachtsmarkt ist in diesem Jahr das erste Mal auf dem Schlossplatz neben dem Hotel-Restaurant Anne-Sophie und dem Schlossgymnasium. Der „Advent am Schloss“ löst damit die bisherige „Waldweihnacht“ entlang der Hauptstraße ab. Der Ortswechsel bringt gleichzeitig auch eine Verkürzung der Marktdauer mit sich. Der Markt dauert fortan nur noch fünf Tage. Am Mittwoch, den 05. Dezember 2018, 19 Uhr, eröffnet Bürgermeister Stefan Neumann auf dem Schlossplatz den Markt, der bis Sonntag, den 09. Dezember 2018 dauert. Von Mittwoch bis Donnerstag hat der Markt von 16 bis 21 Uhr geöffnet, Freitag bis 22 Uhr. Am Samstag und Sonntag, den 08. und 09. Dezember 2018,  gibt es auf dem Vorhof des Schlossgymnasiums einen großen Kunsthandwerkermarkt, unter anderem mit Holzarbeiten, Glasbildern, Kerzen und selbst gemachten Likören. Der Markt hat am Samstag von 11 bis 22 Uhr geöffnet, am Sonntag von 11 bis 21 Uhr. Neben weihnachtlichen Getränken und Speisen gibt es ein von Kindergärten, Chören und Bands gestaltetes Rahmenprogramm. Am Wochenende gibt es zusätzlich Aktionen für Kinder. Die Werbegemeinschaft veranstaltet am Freitag, den 07. Dezember 2018, ihr traditionelles Christmas-Shopping in der Innenstadt. An diesem Tag haben die teilnehmenden Geschäfte bis 21 Uhr geöffnet.

 




Mitgefangene von Elisabeth S. erhebt schwere Anschuldigung

Am zweiten Verhandlungstag des Prozesses gegen Elisabeth S., am 30. November 2018, die um 13.30 Uhr startete, wurden vier Zeugen befragt: die Notärztin, der Notarztwagenfahrer und der Rettungssanitäter. Auch eine Mitgefangene von Elisabeth S. der Justizvollzugsanstalt in Schwäbisch Gmünd wurden in den Zeugenstand gerufen.Die Aussage einer Auszubildenden des Rettungssanitäters wurde verlesen.

Die Notärztin schilderte, dass  der Notruf um 10.38 Uhr einging. Um 10.40 Uhr seien sie vor Ort gewesen, da der Einsatzort nicht weit von der Rettungsleitstelle entfernt gewesen sei. Als sie eintraf, betrat die Notärztin als erste das Haus. Sie sah eine Frau über einem zierlichen Menschen am Boden kniend. Erst als sie sich zu der Mutter Susanne T. gesetzt hatte und sie sanft zur Seite schob, konnte sie den Jungen am Boden liegen sehen. Anhand der Stellung der Arme des Jungen erkannte die Notärztin, dass die Leichenstarre schon eingesetzt haben musste. „Wir konnten für Ole nichts mehr tun“, schildert sie. „Der Vater hat von sich aus angefangen zu erzählen und hat alles geschildert. Die Mutter von Ole konnte kaum etwas sagen.“ Der Vater soll laut der Notärztin realisiert haben, was passiert ist, da er immer wieder laut gerufen habe: „Was ist hier los? Wieso liegt mein Ole in der Badewanne? Wo ist die Frau S.?“

Bei Hofgang gesteht Elisabeth S. angeblich alles

Die Mitgefangene von Elisabeth S. erhob schwere Anschuldigungen gegen Elisabeth S.. Elisabeth S. soll der Mitgefangenen während eines Hofganges auf Nachfrage hin erzählt haben, dass sie den Jungen erwürgt haben soll.

Als die Mitgefangene nach den Angaben zur eigenen Person angab, zwei oder drei mal verurteilt worden zu sein,korrigierte Richter Roland Kleinschroth die Zeugin dahingehend, dass sie schon das fünfte Mal verurteilt wurde. Auf die Frage hin, ob sie wüsste, weswegen sie fünf mal verurteilt wurde, konnte sie nur ihr letzte Straftat, unerlaubtes Handeln und unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln- auflisten. Bezüglich der weiteren Straftaten sagte sie: „Es ist schon lange her. Ich weiß es nicht mehr.“

Zweifelhafte Zeugin

Die 27-jährige Mitgefangene gab im Zeugenstand an, dass ihre Mitgefangenen im Fernsehen den Fall von Elisabeth S. gesehen haben und ihr dann davon erzählt hätten. Im Juli 2018 habe sie bei einem Hofgang Elisabeth S. angesprochen, warum sie ein Kind getötet habe: „Sie war eiskalt und sagte: Wenn ich das Kind nicht haben kann, dann soll es keiner haben.“ Die Zeugin soll Elisabeth S. darauf hin beleidigt haben und bekam ein Disziplinarverfahren. In der Aussage des Disziplinarverfahrens sagte die Mitgefangene aus, sie habe den Fall im Fernsehen gesehen und deshalb Elisabeth S. angesprochen. Richter Kleinschroth hat die Zeugin daraufhin auf die Unstimmigkeit aufmerksam gemacht, dass sie zunächst ausgesagt hat, dass sie den Fall aus dem Fernsehen kenne, nun jedoch ausgesagt hat, dass Mitgefangene ihr von dem Fall erzählt hätten. Er fragte sie, was davon nun stimme. Die Antwort: „Ich weiß es nicht mehr.“ Laut der Zeugin soll Elisabeth S. ihr gegenüber geäußert haben, dass Kind „erwürgt“ zu haben. So teilte sie es dem Polizeibeamten mit, der ihre Aussagen mit einem Diktiergerät aufgenommen habe. Im Zeugenstand beharrte sie jedoch darauf, das Wort „erwürgt“ nie gesagt zu haben. In der Polizeiaussage steht auch, das Elisabeth S. die 27-Jährige angegrinst haben soll, als sie es erzählte. Als der Richter die Mitgefangene fragte, ob Elisabeth nun gegrinst habe oder eiskalt war, antwortete sie: „Ich weiß es nicht mehr.“  Auch die Frage, ob sie jemandem von der Unterhaltung mit Elisabeth S. erzählt habe, konnte sie nicht beantworten.

Die Zeugin wurde vom Richter mehrfach darauf hingewiesen, sich strafbar zu machen, wenn sie eine Falschaussage macht. Sie blieb bei ihrer Aussage vor Gericht.

Die Zeugin wurde aus Fürsorge nicht vereidigt.

 

 

 




„Hohenlohern ist die Hofeinfahrt wichtiger als die Kunst“

Bei Kunst scheiden sich die Geister, denn über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber was ist eigentlich Kunst? Wer hat Kunst zu Hause und muss man Kunst studiert haben, um Künstler zu werden? Bei einer privaten Kunstausstellung des  Architekten und Künstlers Andreas Graziadei am 08. September 2018 in Künzelsau bekam man einen kleinen Einblick in die verschiedenen Arten von Kunst und den Hohenloher Kunstmarkt.

Kunstliebhaber treffen sich auf privaten Kunstausstellungen wie hier zu sehen im September in Künzelsau.
Foto: privat

„Mein erstes Atelier in Künzelsau war über der Metzgerei Rose in der Hauptstraße“

 

Andreas Graziadei ist nicht nur Architekt und Künstler, sondern auch Galerist. Sein erstes Kunstwerk verkaufte er vor gut 20 Jahren, direkt nach dem Abitur. Da es ihn störte, dass die Galeristen mehr Geld am Verkauf eines Kunstwerks verdienten, als der Künstler selbst, entschied er sich kurzerhand, selbst Galerist zu werden. Mittlerweile organisiert er Ausstellungen mit bis zu 800 Exponaten aus aller Welt. „Mein erstes Atelier in Künzelsau war über der Metzgerei Rose in der Hauptstraße. Die Metzger haben sich bestimmt immer gefragt, was der da oben treibt“, erzählt Graziadei und lacht. Auch Skulpturen aus Glas, Bronze, Draht und Stein stellt der fünffache Familienvater aus. Diese Kunst kostet zwischen 50 Euro und einer halben Million Euro. „Die teuerste Skulptur ist ein lebensgroßer Elch aus Bronze, der momentan in den USA steht“, so der Künstler Graziadei.

 

„Es gibt viele, die die Kunst als Wertanlage sehen“

 

Ein Kunstkenner, der anonym bleiben möchte, weiß, was auf dem Kunstmarkt los ist. „Es gibt viele, die die Kunst als Wertanlage sehen. Vor allem, so makaber es klingt, wenn der Künstler stirbt. Man sollte sich in erster Linie an der Kunst erfreuen. Aber vielen Hohenlohern ist die Hofeinfahrt wichtiger, als ein Kunstwerk zu besitzen“, erzählt der Kenner schmunzelnd, wenn er nach der Einstellung der Hohenloher zur Kunst gefragt wird.

 

„Wir haben einen sehr gegensätzlichen Geschmack“

 

Bei der privaten Kunstausstellung in Künzelsau hielten sich die Besucher bedeckt, was sie selbst schon gekauft haben. Ein Ehepaar erzählt zumindest so viel: „Wir haben einen sehr gegensätzlichen Geschmack und jeder hat seine Räume, in denen er seine Kunst aufhängt und aufstellt. Nur im Wohnzimmer konnten wir uns einigen.“ Warum man sich Kunst kauft, erklärt ein Geschäftsmann: „Es ist schön und dient natürlich der Wertanlage.“

 

„Jedoch arbeite ich aber meist an zwei bis drei Bildern gleichzeitig“

 

Franziska Eben von Racknitz aus Dörzbach malt seit 2012 abstrakte Gemälde. Eigentlich ist die vierfache Mutter Bauingenieurin, findet in der Kunst aber ihren Ausgleich. „Wenn ich mit einem Bild anfange, weiß ich nie, was es wird. Manchmal brauche ich Wochen bis Monate, bis ein Bild fertig ist. Jedoch arbeite ich aber meist an zwei bis drei Bildern gleichzeitig“, erzählt die 40-jährige, die die Farben ihrer Bilder je nach Stimmung wählt.

Gemälde von Frankziska Eben von Racknitz.
Foto: GSCHWÄTZ

 

„Drahtplastiken sind einzigartiger als Bronze“

 

Wenn man durch den Garten des Gastgebers schlendert, springen einem die lebensgroßen Drahtplastiken direkt ins Auge. „Die Skulpturen sind hohl gearbeitet und über Bänder wird der Draht gelegt“, erklärt die Künstlerin Gudrun Cornford. Seid ihrer Ausbildung als Grafikerin ist sie als freischaffende Künstlerin, Illustratorin und Dozentin an der Universität Darmstadt tätig. Bevor die Künstlerin mit Drahtplastiken anfing, arbeitete sei mit dem Material Bronze. „Drahtplastiken sind einzigartiger als Bronze. Somit habe ich meinen Schwerpunkt auf Draht gelegt“, so die 74-jährige.

Lebensgroße Drahtskulptur von Gudrun Conford.
Foto: privat

Sie und ihr Mann, Adrian Cornford, waren unter anderem für die Illustrationen von medizinischen Fachbüchern zuständig. Adrian Cornford fing 2013 wieder mit der Kunst an. „Ich wollte nie wieder für einen Galeristen arbeiten. Ich wollte kein Korsett mehr anhaben und in der Pflicht stehen zu malen. Ich wollte Motive wählen, die ich möchte“, erklärt der gebürtige Engländer.

Gudrun und Adrian Cornford.
Foto: GSCHWÄTZ

 

„Die Wildgans-Skulptur könnte ich mir perfekt an den Fontänen am Kocher bei den Parkplätzen vorstellen.“

 

Tierfiguren aus Bronze sind für den Künstler Calyxte Campe eine Leidenschaft. Der 46-jährige hat in Florenz Kunst studiert, ist das erste Mal im Hohenloher Ländle und hat schon den perfekten Platz für seine handgefertigte Wildgans-Skulptur gefunden: „Es ist so schön hier. Es ist alles so grün und sauber. Die Wildgans-Skulptur könnte ich mir perfekt an den Fontänen am Kocher bei den Parkplätzen vorstellen.“ Der in Genf und der Toskana beheimatete Künstler formt seine Figuren erst in Ton. Von der Tonskulptur macht er einen Silikonabdruck. In den Silikonabdruck gießt er Bronze. „Ich brauche ein bis zwei Monate, um eine Bronzeskulptur herzustellen. Für eine Marmorskulptur brauche ich sechs Monate bis zu einem Jahr, bis sie fertig ist“, so Campe.

Skultur einer Wildgans con Calyxte Campe.
Foto: GSCHWÄTZ

„Alle Kinder malen, aber hören irgendwann damit auf. Ich habe nie aufgehört“, erwidert der Künstler Nik Golder auf die Frage, wie er denn zur Kunst kam. Der 59-jährige hat sein Atelier in Bad Wimpfen: „Ich stehe morgens um acht Uhr auf. Mein Atelier ist im Haus. Also gehe ich einfach nur die Treppe nach unten und stehe schon an meinem Arbeitsplatz. Dann überlege ich mir, was ich mache. Entweder ich male oder ich gehe in meinen Gewölbekeller und haue Steine.“

Carola Lehmann und Nik Goldner.
Foto: GSCHWÄTZ

 

Hauptberuflich Floristin – in der Freizeit arbeitet sie aber mit Hammer und Meißel

 

Die Künzelsauerin Carola Lehmann ist hauptberuflich Floristin. In ihrer Freizeit schlägt sie keltische Motive in Stein. Warum die 49-jährige in ihrer Freizeit die Arbeit mit zarten und duftenden Blumen gegen einen Stein, Hammer und Meißel tauscht: „Ich bin die Tochter eines Maurermeisters und habe so vielleicht die Verbindung zu meinem verstorbenen Vater gefunden.“

Steinobjekt von Carola Lehmann.
Foto: GSCHWÄTZ

Skulpturen von Nik Golder.
Foto: GSCHWÄTZ

 

Calyxte Campe.
Foto: GSCHWÄTZ

Skulptur von Calyxte Campe.
Foto: GSCHWÄTZ

Skulptur von Gudrun Cornford.
Foto: GSCHWÄTZ

Bild von Adrian Cornford.
Foto: GSCHWÄTZ

 




Verfolgungsjagd durch Künzelsau

Eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte sich ein Autofahrer in der Nacht zum Freitag, den 23. November 2018, in Künzelsau. Gegen 1 Uhr fiel er einer Polizeistreife auf, weil er mit überhöhter Geschwindigkeit in den Kreisverkehr zur Taläckerstraße einfuhr. Als die Polizeibeamten ihn für eine Kontrolle anhalten wollten, gab der Mann Gas. Er raste, teilweise mit einer Geschwindigkeit von weit über 100 Stundenkilometer, in die 30er-Zone des Wohngebiets. Sein waghalsiges Fahrmanöver nutzte ihm jedoch nichts. Die Streifenwagenbesatzung blieb ihm auf den Fersen und stoppte seinen Audi vor einem Wohnhaus in der Claude-Monet-Straße. Bei der anschließenden Überprüfung stellten die Beamten Alkoholgeruch bei dem Fahrer fest. Einen Alcotest verweigerte der 31-jährige. Ebenso war er nicht bereit, einen Führerschein vorzulegen. Zur Personalienfeststellung musste er die Ordnungshüter deshalb zum Polizeirevier und anschließend zur Blutprobe ins Krankenhaus begleiten. Dies ließ er nur sehr widerwillig über sich ergehen und stieß Beleidigungen aus. Rechtliche Konsequenzen gegen den Mann folgen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Exhibitionist in Künzelsau

In Künzelsau trat am Mittwoch, den 21. November 2018, in der Zeit zwischen 07.30 und 07.50 Uhr, ein unbekannter Exhibitionist im Bereich des Fuß- und Radwegs entlang des Kochers in Höhe der Mehrfamilienwohnhäuser am Klebweg auf. Der Mann war zu Fuß in Richtung Wertwiesen unterwegs und zeigte sich beim dortigen Fitnessstudio. Er wird mittleren Alters geschätzt und war etwa 170 bis 175 cm groß und von schlanker Statur. Er hatte braune, kurze Haare. Außerdem war er unrasiert und trug unter Umständen einen sogenannten Dreitagesbart. Bekleidet war er mit einer dunklen Jeans und einer schwarzen Regenjacke mit dunklen, horizontal verlaufenden, gleichfarbigen Querstreifen. Bei ihm dürfte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um denselben Mann handeln, der bereits Anfang Oktober an der gleichen Örtlichkeit in Erscheinung getreten war.
Die Kriminalpolizei Künzelsau sucht Zeugen. Wer die beschriebene Person gesehen hat, kennt oder belästigt wurde, wird gebeten sich unter Telefon 07940 9400 melden
Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn



Musikschule wird teurer

Die Stadt Künzelsau hat einen externen Berater engagiert, der die Musikschulgebühren unter die Lupe genommen hat. Mithilfe eines Betriebsabrechnungsbogens hat er herausgefunden, daß die Einnahmen etwa 62 Prozent der Kosten decken und daß sich pro Schüler und Monat ein Betrag von 35 Euro ergibt, der aus dem Haushalt der Stadt gedeckt werden muß. Außerdem hat er festgestellt, daß beim Einzelunterricht pro Stunde höhere Fehlbeträge erzielt werden, als bei Gruppenunterricht- bei Gruppenunterricht könnte bei sechs bis sieben Schülern der „break-even“erreicht werden, sprich, ab dieser Anzahl könnten sich die Kurse refinanzieren.

Der Berater habe, so die Stadtverwaltung Künzelsau bei ihrer letzten Gemeinderatssitzung am 13. November 2018, ein Excel-Formular entwickelt, in das man die prozentuale Gebührensteigerung eingeben könne und das dann den Fehlbetrag ermittele.

Das Ergebnis: Wenn man von  300.000 Euro Gebühreneinnahmen (dazu kommen noch staatliche Zuschüsse) pro Jahr ausgehend die Gebühren um fünf Prozent erhöht, dann erhöht das die Einnahmen um 15.000 Euro und der Fehlbetrag erniedrigt sich um diesen Betrag.

Der Gemeinderat beschloss die Gebührenerhöhung um fünf Prozent.

Text: Matthias Lauterer

Fotos: Stadt Künzelsau/Archiv

Die erfolgreichen Teilnehmer der Jugendmusikschule Künzelsau am Landeswettbewerb, v.l.n.r.: Stefan Bender (Lehrer), Daniel Bechtel, Michael Bogdahn, Max Bentz (Lehrer), Ines Beetz und Johannes Mittl (Lehrer). Foto: Stadtverwaltung Künzelsau/Archiv

Gemeinsamer Auftritt der Jugendmusikschulen Künzelsau und Marcali 2017. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Künzelsau: Keiner will die Kläranlage sanieren

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann verkündete in der der Gemeinderatssitzung am 13. November 2018, dass der günstigste Bieter eigentlich den Zuschlag zur Sanierung der Kläranlage bekommen solltem dieser jedoch den Auftrag aufgrund von Kapazitätsgründen nicht angenommen habe. Ebenso der Zweit- und Drittbieter. Es wird daher aller Voraussicht nach zu einer Neuausschreibung kommen müssen.

Text: Matthias Lauterer

 




Künzelsau: Auch Kleinkindbetreuung künftig kostenlos

Künzelsau geht schon seit Jahren den Weg, dass Kinder aus Künzelsau keine Kindergartengebühren zahlen müssen. Nun diskutierte der Gemeinderat  in seiner Sitzung am 13. November 2018 über den Antrag der Verwaltung, auch für Ein- bis Dreijährige sowie für Kindergartenkinder, die die Ganztagesbetreuung beziehungsweise die verlängerten Öffnungszeiten in Anspruch nehmen, auf 0 Euro zu senken.

100.000 Euro Mehrausgaben

Boris d’Angelo (UBK) wies auf derzeit nicht abschätzbare Kostenrisiken, insbesondere im Zusammenhang mit der angekündigten Beschlußfassung des Kreistags zur medizinischen Versorgung in Künzelsau sowie auf Bestrebungen der Bundespolitik, Kindergartengebühren generell zu streichen hin und schlug vor, die Abstimmung zu vertagen.

Nach kurzer Diskussion, in der es vor allem um die privaten Kindergärten ging, wurde der Antrag bei fünf Enthaltungen ohne Gegenstimme angenommen. Für auswärtige Kinder soll die Gebühr jedoch weiterhin erhoben werden. Die entgangenen Einnahmen wurden mit zirka 100.000 Euro angegeben, dazu kommen Kosten wegen der Gleichbehandlung auch der privaten Kindergärten (Waldorfkindergarten, Würth-Kindergarten).

https://www.kuenzelsau.sitzung-online.de/bi/___tmp/tmp/45081036391361175/391361175/00021068/68.pdf

Text & Foto: Matthias Lauterer

Foto: Zuschauer der Gemeinderatssitzung in Künzelsau am 13. November 2018. Fotos vom Gemeinderat waren nicht erlaubt.