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Mitgefangene von Elisabeth S. erhebt schwere Anschuldigung

Am zweiten Verhandlungstag des Prozesses gegen Elisabeth S., am 30. November 2018, die um 13.30 Uhr startete, wurden vier Zeugen befragt: die Notärztin, der Notarztwagenfahrer und der Rettungssanitäter. Auch eine Mitgefangene von Elisabeth S. der Justizvollzugsanstalt in Schwäbisch Gmünd wurden in den Zeugenstand gerufen.Die Aussage einer Auszubildenden des Rettungssanitäters wurde verlesen.

Die Notärztin schilderte, dass  der Notruf um 10.38 Uhr einging. Um 10.40 Uhr seien sie vor Ort gewesen, da der Einsatzort nicht weit von der Rettungsleitstelle entfernt gewesen sei. Als sie eintraf, betrat die Notärztin als erste das Haus. Sie sah eine Frau über einem zierlichen Menschen am Boden kniend. Erst als sie sich zu der Mutter Susanne T. gesetzt hatte und sie sanft zur Seite schob, konnte sie den Jungen am Boden liegen sehen. Anhand der Stellung der Arme des Jungen erkannte die Notärztin, dass die Leichenstarre schon eingesetzt haben musste. „Wir konnten für Ole nichts mehr tun“, schildert sie. „Der Vater hat von sich aus angefangen zu erzählen und hat alles geschildert. Die Mutter von Ole konnte kaum etwas sagen.“ Der Vater soll laut der Notärztin realisiert haben, was passiert ist, da er immer wieder laut gerufen habe: „Was ist hier los? Wieso liegt mein Ole in der Badewanne? Wo ist die Frau S.?“

Bei Hofgang gesteht Elisabeth S. angeblich alles

Die Mitgefangene von Elisabeth S. erhob schwere Anschuldigungen gegen Elisabeth S.. Elisabeth S. soll der Mitgefangenen während eines Hofganges auf Nachfrage hin erzählt haben, dass sie den Jungen erwürgt haben soll.

Als die Mitgefangene nach den Angaben zur eigenen Person angab, zwei oder drei mal verurteilt worden zu sein,korrigierte Richter Roland Kleinschroth die Zeugin dahingehend, dass sie schon das fünfte Mal verurteilt wurde. Auf die Frage hin, ob sie wüsste, weswegen sie fünf mal verurteilt wurde, konnte sie nur ihr letzte Straftat, unerlaubtes Handeln und unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln- auflisten. Bezüglich der weiteren Straftaten sagte sie: „Es ist schon lange her. Ich weiß es nicht mehr.“

Zweifelhafte Zeugin

Die 27-jährige Mitgefangene gab im Zeugenstand an, dass ihre Mitgefangenen im Fernsehen den Fall von Elisabeth S. gesehen haben und ihr dann davon erzählt hätten. Im Juli 2018 habe sie bei einem Hofgang Elisabeth S. angesprochen, warum sie ein Kind getötet habe: „Sie war eiskalt und sagte: Wenn ich das Kind nicht haben kann, dann soll es keiner haben.“ Die Zeugin soll Elisabeth S. darauf hin beleidigt haben und bekam ein Disziplinarverfahren. In der Aussage des Disziplinarverfahrens sagte die Mitgefangene aus, sie habe den Fall im Fernsehen gesehen und deshalb Elisabeth S. angesprochen. Richter Kleinschroth hat die Zeugin daraufhin auf die Unstimmigkeit aufmerksam gemacht, dass sie zunächst ausgesagt hat, dass sie den Fall aus dem Fernsehen kenne, nun jedoch ausgesagt hat, dass Mitgefangene ihr von dem Fall erzählt hätten. Er fragte sie, was davon nun stimme. Die Antwort: „Ich weiß es nicht mehr.“ Laut der Zeugin soll Elisabeth S. ihr gegenüber geäußert haben, dass Kind „erwürgt“ zu haben. So teilte sie es dem Polizeibeamten mit, der ihre Aussagen mit einem Diktiergerät aufgenommen habe. Im Zeugenstand beharrte sie jedoch darauf, das Wort „erwürgt“ nie gesagt zu haben. In der Polizeiaussage steht auch, das Elisabeth S. die 27-Jährige angegrinst haben soll, als sie es erzählte. Als der Richter die Mitgefangene fragte, ob Elisabeth nun gegrinst habe oder eiskalt war, antwortete sie: „Ich weiß es nicht mehr.“  Auch die Frage, ob sie jemandem von der Unterhaltung mit Elisabeth S. erzählt habe, konnte sie nicht beantworten.

Die Zeugin wurde vom Richter mehrfach darauf hingewiesen, sich strafbar zu machen, wenn sie eine Falschaussage macht. Sie blieb bei ihrer Aussage vor Gericht.

Die Zeugin wurde aus Fürsorge nicht vereidigt.

 

 

 




„Hohenlohern ist die Hofeinfahrt wichtiger als die Kunst“

Bei Kunst scheiden sich die Geister, denn über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber was ist eigentlich Kunst? Wer hat Kunst zu Hause und muss man Kunst studiert haben, um Künstler zu werden? Bei einer privaten Kunstausstellung des  Architekten und Künstlers Andreas Graziadei am 08. September 2018 in Künzelsau bekam man einen kleinen Einblick in die verschiedenen Arten von Kunst und den Hohenloher Kunstmarkt.

Kunstliebhaber treffen sich auf privaten Kunstausstellungen wie hier zu sehen im September in Künzelsau.
Foto: privat

„Mein erstes Atelier in Künzelsau war über der Metzgerei Rose in der Hauptstraße“

 

Andreas Graziadei ist nicht nur Architekt und Künstler, sondern auch Galerist. Sein erstes Kunstwerk verkaufte er vor gut 20 Jahren, direkt nach dem Abitur. Da es ihn störte, dass die Galeristen mehr Geld am Verkauf eines Kunstwerks verdienten, als der Künstler selbst, entschied er sich kurzerhand, selbst Galerist zu werden. Mittlerweile organisiert er Ausstellungen mit bis zu 800 Exponaten aus aller Welt. „Mein erstes Atelier in Künzelsau war über der Metzgerei Rose in der Hauptstraße. Die Metzger haben sich bestimmt immer gefragt, was der da oben treibt“, erzählt Graziadei und lacht. Auch Skulpturen aus Glas, Bronze, Draht und Stein stellt der fünffache Familienvater aus. Diese Kunst kostet zwischen 50 Euro und einer halben Million Euro. „Die teuerste Skulptur ist ein lebensgroßer Elch aus Bronze, der momentan in den USA steht“, so der Künstler Graziadei.

 

„Es gibt viele, die die Kunst als Wertanlage sehen“

 

Ein Kunstkenner, der anonym bleiben möchte, weiß, was auf dem Kunstmarkt los ist. „Es gibt viele, die die Kunst als Wertanlage sehen. Vor allem, so makaber es klingt, wenn der Künstler stirbt. Man sollte sich in erster Linie an der Kunst erfreuen. Aber vielen Hohenlohern ist die Hofeinfahrt wichtiger, als ein Kunstwerk zu besitzen“, erzählt der Kenner schmunzelnd, wenn er nach der Einstellung der Hohenloher zur Kunst gefragt wird.

 

„Wir haben einen sehr gegensätzlichen Geschmack“

 

Bei der privaten Kunstausstellung in Künzelsau hielten sich die Besucher bedeckt, was sie selbst schon gekauft haben. Ein Ehepaar erzählt zumindest so viel: „Wir haben einen sehr gegensätzlichen Geschmack und jeder hat seine Räume, in denen er seine Kunst aufhängt und aufstellt. Nur im Wohnzimmer konnten wir uns einigen.“ Warum man sich Kunst kauft, erklärt ein Geschäftsmann: „Es ist schön und dient natürlich der Wertanlage.“

 

„Jedoch arbeite ich aber meist an zwei bis drei Bildern gleichzeitig“

 

Franziska Eben von Racknitz aus Dörzbach malt seit 2012 abstrakte Gemälde. Eigentlich ist die vierfache Mutter Bauingenieurin, findet in der Kunst aber ihren Ausgleich. „Wenn ich mit einem Bild anfange, weiß ich nie, was es wird. Manchmal brauche ich Wochen bis Monate, bis ein Bild fertig ist. Jedoch arbeite ich aber meist an zwei bis drei Bildern gleichzeitig“, erzählt die 40-jährige, die die Farben ihrer Bilder je nach Stimmung wählt.

Gemälde von Frankziska Eben von Racknitz.
Foto: GSCHWÄTZ

 

„Drahtplastiken sind einzigartiger als Bronze“

 

Wenn man durch den Garten des Gastgebers schlendert, springen einem die lebensgroßen Drahtplastiken direkt ins Auge. „Die Skulpturen sind hohl gearbeitet und über Bänder wird der Draht gelegt“, erklärt die Künstlerin Gudrun Cornford. Seid ihrer Ausbildung als Grafikerin ist sie als freischaffende Künstlerin, Illustratorin und Dozentin an der Universität Darmstadt tätig. Bevor die Künstlerin mit Drahtplastiken anfing, arbeitete sei mit dem Material Bronze. „Drahtplastiken sind einzigartiger als Bronze. Somit habe ich meinen Schwerpunkt auf Draht gelegt“, so die 74-jährige.

Lebensgroße Drahtskulptur von Gudrun Conford.
Foto: privat

Sie und ihr Mann, Adrian Cornford, waren unter anderem für die Illustrationen von medizinischen Fachbüchern zuständig. Adrian Cornford fing 2013 wieder mit der Kunst an. „Ich wollte nie wieder für einen Galeristen arbeiten. Ich wollte kein Korsett mehr anhaben und in der Pflicht stehen zu malen. Ich wollte Motive wählen, die ich möchte“, erklärt der gebürtige Engländer.

Gudrun und Adrian Cornford.
Foto: GSCHWÄTZ

 

„Die Wildgans-Skulptur könnte ich mir perfekt an den Fontänen am Kocher bei den Parkplätzen vorstellen.“

 

Tierfiguren aus Bronze sind für den Künstler Calyxte Campe eine Leidenschaft. Der 46-jährige hat in Florenz Kunst studiert, ist das erste Mal im Hohenloher Ländle und hat schon den perfekten Platz für seine handgefertigte Wildgans-Skulptur gefunden: „Es ist so schön hier. Es ist alles so grün und sauber. Die Wildgans-Skulptur könnte ich mir perfekt an den Fontänen am Kocher bei den Parkplätzen vorstellen.“ Der in Genf und der Toskana beheimatete Künstler formt seine Figuren erst in Ton. Von der Tonskulptur macht er einen Silikonabdruck. In den Silikonabdruck gießt er Bronze. „Ich brauche ein bis zwei Monate, um eine Bronzeskulptur herzustellen. Für eine Marmorskulptur brauche ich sechs Monate bis zu einem Jahr, bis sie fertig ist“, so Campe.

Skultur einer Wildgans con Calyxte Campe.
Foto: GSCHWÄTZ

„Alle Kinder malen, aber hören irgendwann damit auf. Ich habe nie aufgehört“, erwidert der Künstler Nik Golder auf die Frage, wie er denn zur Kunst kam. Der 59-jährige hat sein Atelier in Bad Wimpfen: „Ich stehe morgens um acht Uhr auf. Mein Atelier ist im Haus. Also gehe ich einfach nur die Treppe nach unten und stehe schon an meinem Arbeitsplatz. Dann überlege ich mir, was ich mache. Entweder ich male oder ich gehe in meinen Gewölbekeller und haue Steine.“

Carola Lehmann und Nik Goldner.
Foto: GSCHWÄTZ

 

Hauptberuflich Floristin – in der Freizeit arbeitet sie aber mit Hammer und Meißel

 

Die Künzelsauerin Carola Lehmann ist hauptberuflich Floristin. In ihrer Freizeit schlägt sie keltische Motive in Stein. Warum die 49-jährige in ihrer Freizeit die Arbeit mit zarten und duftenden Blumen gegen einen Stein, Hammer und Meißel tauscht: „Ich bin die Tochter eines Maurermeisters und habe so vielleicht die Verbindung zu meinem verstorbenen Vater gefunden.“

Steinobjekt von Carola Lehmann.
Foto: GSCHWÄTZ

Skulpturen von Nik Golder.
Foto: GSCHWÄTZ

 

Calyxte Campe.
Foto: GSCHWÄTZ

Skulptur von Calyxte Campe.
Foto: GSCHWÄTZ

Skulptur von Gudrun Cornford.
Foto: GSCHWÄTZ

Bild von Adrian Cornford.
Foto: GSCHWÄTZ

 




Verfolgungsjagd durch Künzelsau

Eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte sich ein Autofahrer in der Nacht zum Freitag, den 23. November 2018, in Künzelsau. Gegen 1 Uhr fiel er einer Polizeistreife auf, weil er mit überhöhter Geschwindigkeit in den Kreisverkehr zur Taläckerstraße einfuhr. Als die Polizeibeamten ihn für eine Kontrolle anhalten wollten, gab der Mann Gas. Er raste, teilweise mit einer Geschwindigkeit von weit über 100 Stundenkilometer, in die 30er-Zone des Wohngebiets. Sein waghalsiges Fahrmanöver nutzte ihm jedoch nichts. Die Streifenwagenbesatzung blieb ihm auf den Fersen und stoppte seinen Audi vor einem Wohnhaus in der Claude-Monet-Straße. Bei der anschließenden Überprüfung stellten die Beamten Alkoholgeruch bei dem Fahrer fest. Einen Alcotest verweigerte der 31-jährige. Ebenso war er nicht bereit, einen Führerschein vorzulegen. Zur Personalienfeststellung musste er die Ordnungshüter deshalb zum Polizeirevier und anschließend zur Blutprobe ins Krankenhaus begleiten. Dies ließ er nur sehr widerwillig über sich ergehen und stieß Beleidigungen aus. Rechtliche Konsequenzen gegen den Mann folgen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Exhibitionist in Künzelsau

In Künzelsau trat am Mittwoch, den 21. November 2018, in der Zeit zwischen 07.30 und 07.50 Uhr, ein unbekannter Exhibitionist im Bereich des Fuß- und Radwegs entlang des Kochers in Höhe der Mehrfamilienwohnhäuser am Klebweg auf. Der Mann war zu Fuß in Richtung Wertwiesen unterwegs und zeigte sich beim dortigen Fitnessstudio. Er wird mittleren Alters geschätzt und war etwa 170 bis 175 cm groß und von schlanker Statur. Er hatte braune, kurze Haare. Außerdem war er unrasiert und trug unter Umständen einen sogenannten Dreitagesbart. Bekleidet war er mit einer dunklen Jeans und einer schwarzen Regenjacke mit dunklen, horizontal verlaufenden, gleichfarbigen Querstreifen. Bei ihm dürfte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um denselben Mann handeln, der bereits Anfang Oktober an der gleichen Örtlichkeit in Erscheinung getreten war.
Die Kriminalpolizei Künzelsau sucht Zeugen. Wer die beschriebene Person gesehen hat, kennt oder belästigt wurde, wird gebeten sich unter Telefon 07940 9400 melden
Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn



Musikschule wird teurer

Die Stadt Künzelsau hat einen externen Berater engagiert, der die Musikschulgebühren unter die Lupe genommen hat. Mithilfe eines Betriebsabrechnungsbogens hat er herausgefunden, daß die Einnahmen etwa 62 Prozent der Kosten decken und daß sich pro Schüler und Monat ein Betrag von 35 Euro ergibt, der aus dem Haushalt der Stadt gedeckt werden muß. Außerdem hat er festgestellt, daß beim Einzelunterricht pro Stunde höhere Fehlbeträge erzielt werden, als bei Gruppenunterricht- bei Gruppenunterricht könnte bei sechs bis sieben Schülern der „break-even“erreicht werden, sprich, ab dieser Anzahl könnten sich die Kurse refinanzieren.

Der Berater habe, so die Stadtverwaltung Künzelsau bei ihrer letzten Gemeinderatssitzung am 13. November 2018, ein Excel-Formular entwickelt, in das man die prozentuale Gebührensteigerung eingeben könne und das dann den Fehlbetrag ermittele.

Das Ergebnis: Wenn man von  300.000 Euro Gebühreneinnahmen (dazu kommen noch staatliche Zuschüsse) pro Jahr ausgehend die Gebühren um fünf Prozent erhöht, dann erhöht das die Einnahmen um 15.000 Euro und der Fehlbetrag erniedrigt sich um diesen Betrag.

Der Gemeinderat beschloss die Gebührenerhöhung um fünf Prozent.

Text: Matthias Lauterer

Fotos: Stadt Künzelsau/Archiv

Die erfolgreichen Teilnehmer der Jugendmusikschule Künzelsau am Landeswettbewerb, v.l.n.r.: Stefan Bender (Lehrer), Daniel Bechtel, Michael Bogdahn, Max Bentz (Lehrer), Ines Beetz und Johannes Mittl (Lehrer). Foto: Stadtverwaltung Künzelsau/Archiv

Gemeinsamer Auftritt der Jugendmusikschulen Künzelsau und Marcali 2017. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Künzelsau: Keiner will die Kläranlage sanieren

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann verkündete in der der Gemeinderatssitzung am 13. November 2018, dass der günstigste Bieter eigentlich den Zuschlag zur Sanierung der Kläranlage bekommen solltem dieser jedoch den Auftrag aufgrund von Kapazitätsgründen nicht angenommen habe. Ebenso der Zweit- und Drittbieter. Es wird daher aller Voraussicht nach zu einer Neuausschreibung kommen müssen.

Text: Matthias Lauterer

 




Künzelsau: Auch Kleinkindbetreuung künftig kostenlos

Künzelsau geht schon seit Jahren den Weg, dass Kinder aus Künzelsau keine Kindergartengebühren zahlen müssen. Nun diskutierte der Gemeinderat  in seiner Sitzung am 13. November 2018 über den Antrag der Verwaltung, auch für Ein- bis Dreijährige sowie für Kindergartenkinder, die die Ganztagesbetreuung beziehungsweise die verlängerten Öffnungszeiten in Anspruch nehmen, auf 0 Euro zu senken.

100.000 Euro Mehrausgaben

Boris d’Angelo (UBK) wies auf derzeit nicht abschätzbare Kostenrisiken, insbesondere im Zusammenhang mit der angekündigten Beschlußfassung des Kreistags zur medizinischen Versorgung in Künzelsau sowie auf Bestrebungen der Bundespolitik, Kindergartengebühren generell zu streichen hin und schlug vor, die Abstimmung zu vertagen.

Nach kurzer Diskussion, in der es vor allem um die privaten Kindergärten ging, wurde der Antrag bei fünf Enthaltungen ohne Gegenstimme angenommen. Für auswärtige Kinder soll die Gebühr jedoch weiterhin erhoben werden. Die entgangenen Einnahmen wurden mit zirka 100.000 Euro angegeben, dazu kommen Kosten wegen der Gleichbehandlung auch der privaten Kindergärten (Waldorfkindergarten, Würth-Kindergarten).

https://www.kuenzelsau.sitzung-online.de/bi/___tmp/tmp/45081036391361175/391361175/00021068/68.pdf

Text & Foto: Matthias Lauterer

Foto: Zuschauer der Gemeinderatssitzung in Künzelsau am 13. November 2018. Fotos vom Gemeinderat waren nicht erlaubt.

 

 

 

 




Der Künzelsauer DRK Kleiderladen

Für bedürftige Menschen ist der Kleiderladen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Comburgstraße in Künzelsau eine Anlaufstelle, gute und günstige Kleidung zu bekommen. Nur: Wieviel kostet sie und wer hat Anspruch darauf?

Nadja Fischer hat sich mit Ulrich Hald, dem Leiter der sozialen Dienste des Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Hohenlohe e.V. und Bernd Thierer, dem Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Hohenlohe, im Kleiderladen getroffen.

GSCHWÄTZ: Wie funktioniert ihr Preiskonzept?

HALD: Es ist unser Ziel, Menschen mit geringem Einkommen gute gebrauchte Markenbekleidung anzubieten. Die Einkommensverhältnisse unserer Zielgruppe spiegeln sich daher in der Preisgestaltung wieder. Selbstverständlich für unsere Kleiderläden ist, Bekleidung an zahlungsunfähige Personen, wie zum Beispiel Bewohnerinnen des Frauenhauses in Künzelsau, Obdach- oder Wohnungslose gratis anzubieten. Auch entspricht es den Grundsätzen des DRK, Betroffenen von besonderen Schadensereignissen, wie bei einem Hausbrand oder Hochwasser, das Warensortiment nach Bedarf unbürokratisch und auch kostenfrei in größeren Mengen zur Verfügung zu stellen. Unsere Mitarbeiter legen anhand der Qualität und Güte der Ware sowie des vom DRK erstellten Preisspiegels den Verkaufspreis fest. Zum Beispiel Kinderkleidung für 20 Cent bis fünf Euro oder Hemden und Blusen für drei bis sechs Euro.

Auch Markenware ist im DRK-Kleiderladen immer zu finden.
Foto: GSCHWÄTZ

„Mindestens 20 ehrenamtliche Mitarbeiter pro Kleiderladen“

 

GSCHWÄTZ: Sind die Mitarbeiter im Kleidungsladen Angestellte oder Ehrenamtliche?

HALD: Der wichtigste Faktor für einen erfolgreichen Kleiderladen sind motivierte Mitarbeiter. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter finden im Kleiderladen eine attraktive und abwechslungsreiche Beschäftigung. Sie umfasst zum Beispiel das Sortieren, den Verkauf und das Dekorieren des Ladens. Interessenten für die Mitarbeit im Kleiderladen werden häufig über Mund-zu-Mund-Propaganda sowie über die Dienste und Einrichtungen des DRK-Kreisverbandes erreicht. Ergänzend werden aber auch Aushänge, Flyer und Zeitungsannoncen eingesetzt, um ehrenamtlich Mitarbeitende zu gewinnen. Unter dem Gesichtspunkt der Kontinuität hat es sich bewährt, neben ehrenamtlichem Personal auch hauptamtliche Kräfte als Ladenverantwortliche zu beschäftigen. Wir beschäftigen derzeit in den Kleiderläden Künzelsau, Öhringen und im Integrationszentrum in Gaisbach 27 ehrenamtliche Helferinnen sowie sechs Personen mit geringfügiger Anstellung. Es ist von Vorteil, wenn Mitarbeitende unterschiedlichen Alters, Geschlechts sowie unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen im Kleiderladen zusammenarbeiten. Die unterschiedlichen Perspektiven wirken positiv auf die gesamte Arbeit im Kleiderladen, und es kann ein breiteres Kundenspektrum angesprochen werden. Zur Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs bei ganztägiger Öffnung an allen Werktagen wären mindestens 20 ehrenamtliche Mitarbeiter pro Kleiderladen nötig. Da wir diese Anzahl derzeit leider nicht erreichen, haben unsere Kleiderläden nur begrenzte Öffnungszeiten.

Das Lager im DRK-Laden. Saisonware wird im Lager sortiert und gelagert.
Foto: GSCHWÄTZ

„Derzeit nutzen zirka 270 Personen im Hohenlohekreis den Einkauf mit der DRK-Einkaufskarte.“

 

GSCHWÄTZ: Kann hier jeder einkaufen?

HALD: Unsere Kleiderläden stehen jedem offen. Alle Kunden verdienen eine gleichermaßen freundliche, wertschätzende und respektvolle Behandlung. Konzeptionell sind die Kleiderläden in besonderer Weise für die Bedürfnisse von sozial benachteiligten Menschen ausgerichtet. Die Öffnung für alle führt zu der gewünschten Kundenvielfalt und vereinfacht den Zugang für Menschen in Armut. Da wir mit den Kleiderläden eine attraktive Einkaufmöglichkeit für benachteiligte Menschen schaffen wollen, erhalten diese Personen auf Nachweis entsprechender Unterlagen eine DRK-Einkaufskarte für die Kleiderläden mit 50 Prozent Ermäßigung auf den ausgewiesenen Verkaufspreis. Derzeit nutzen zirka 270 Personen im Hohenlohekreis den Einkauf mit der DRK-Einkaufskarte.

 

GSCHWÄTZ: Sind Sie derzeit auf der Suche nach Kleiderspenden?

Hald: Bringspenden von Privatpersonen decken in der Regel weitestgehend den Bedarf.

Schuhe und Taschen im DRK-Kleiderladen.
Foto: GSCHWÄTZ

Was wird derzeit gesucht?

 

Kleidung und Schuhe für Männer, insbesondere, so das DRK, „für die jungen und sportlichen Flüchtlinge“. Darüber hinaus generell guterhaltene Kleidung, Schuhe, Wäsche, Accessoires sowie Taschen, Rucksäcke und Koffer. Keine Verwendung hat der Kleiderladen für Möbel, Elektrogeräte, Spielsachen und Matratzen.

 

Öffnungszeiten

 

Dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags von 9 bis 12 Uhr. Dienstags und donnerstags zusätzlich von 15 bis 18 Uhr. Adresse: Comburgstraße 8; 74653 Künzelsau




Künzelsau: Parkscheinautomaten künftig ohne Wechselgeld

Die neuen Parkscheinautomaten in Künzelsau können kein Wechselgeld mehr herausgeben. Der Gemeinderat von Künzelsau hat in seiner letzten Sitzung am 10. Oktober 2018 beschlossen, neue Parkscheinautomaten anzuschaffen. Grund hierfür sind einige Parkscheinautomaten im Stadtgebiet, die bereits ausgefallen seien und für die noch vorhandenen können teilweise schon keine Ersatzteile mehr beschafft werden, so die Stadtverwaltung Künzelsau.

Deshalb wurde im Haushaltsplan 2018 für neue Parkscheinautomaten ein Haushaltsansatz von 110.000 Euro vorgesehen. Der Gemeinderat hat mit fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen, Parkscheinautomaten ohne Wechselgeldfunktion anzuschaffen. Ausschlaggebend waren Argumente wie geringere Bauhofkosten, da der Personalaufwand für das tägliche Auffüllen des Wechselgeldes entfällt, geringere Reparaturanfälligkeit, günstigere Anschaffungskosten und die steigende Nutzung des Handyparkens.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Künzelsau vom 18. Oktober 2018

 




Die Geschichte vom kleinen blauen Planeten Erde

Schon seit über 130 Tagen umkreist Astronaut Alexander Gerst unseren blauen Planeten. Grund genug, ihn über sein Leben und seine Arbeit an Bord der ISS zu befragen, dachte sich Matthias Bopp vom Deutschen Amateur Radio Club und organisierte mit und für drei Künzelsauer Schulen eine Liveschaltung zur Raumstation. Knapp 1000 Schüler der Anne Sophie-, der Georg Wagner Schule und dem Ganerben-Gymnasium lauschten den ausgesuchten Fragen ihrer Mitschüler sowie den Antworten von Gerst. Videoreporter Felix Kribus hat der knapp 10-minütigen Funkverbindung im Carmen Würth Forum am Dienstag, den 16. Oktober 2018, wo auch Gewinner von Jugend forscht und der Experimenta aus Heilbronn Versuche rund um das Thema Wissenschaft ausgestellt haben, aufmerksam zugehört und einige der erstaunlichen Schülerfragen zusammengeschnitten.

Liveschaltung zur ISS. Knapp 1000 Schüler lauschten den ausgesuchten Fragen ihrer Mitschüler sowie den Antworten von Gerst.
Foto: GSCHWÄTZ

„Hallo Künzelsau! Es freut mich sehr, Sie auf so direktem Weg zu hören. Liebe Grüße auch an alle Schüler des Ganerben-Gymnasiums und der Georg-Wagner-Schule. Mit beiden Schulen verbindet mich einiges. Auf dem Ganerben-Gymnasium habe ich gelernt. Das wissen vielleicht die wenigsten, aber auf dem Schulhof der Georg-Wagner-Schule habe ich Fahrradfahren gelernt“, grüßt Alexander Gerst alle Schüler über die Liveschaltung.

„Alles, was wir aufbrauchen, ist irgendwann weg.“

Nala wollte wissen, da Gerst die Auswirkungen des Jahrhundertsommers von oben sieht, was aus seiner Sicht gegen den Klimawandel getan werden muss. „Ja, das ist eine sehr gute Frage. Es gibt natürlich eine Liste an Dingen, die wir dagegen tun können und die kennt ihr wahrscheinlich genauso wie ich. Was aber dazukommt, ist die Perspektive, die man von hier oben hat. Wir müssen alles, was wir auf diesem Planeten haben, als Ressource sehen“, erklärt Gerst. „Alles, was wir aufbrauchen, und dazugehört auch die Luft und unser Klima, sind Ressourcen. Alles, was wir aufbrauchen, ist irgendwann weg.“ Der Astronaut ist überzeugt: „Wenn wir verstehen, dass die Dinge, die wir auf diesem Planeten haben, sei es Wasser, Luft und Energie, endlich sind, kommt das Umdenken von alleine.“

Nala wollte wissen, da Gerst die Auswirkungen des Jahrhundertsommers von oben sieht, was aus seiner Sicht gegen den Klimawandel getan werden muss.
Foto: GSCHWÄTZ

„Ich habe morgen eine kleine Pflanzenernte auf dem Programm“

Was Gerst am meisten am Astronautsein beeindruckt, ist nicht der Weltraum: „Nicht der Weltraum ist der besondere Ort, sondern der kleine Planet Erde“, antwortete Gerst auf Loreens Frage. Gerst erzählt, dass diese Tatsache ihn verändert habe, zumindest seine Sichtweise auf die Dinge.

Nikola interessierte sich für die Pflanzen auf der ISS. „Werden Pflanzen auf der ISS angebaut und wenn ja, können sie auch dort wachsen?“, fragt er Gerst. „Es gibt tatsächlich Pflanzen auf der ISS. Ich habe morgen eine kleine Pflanzenernte auf dem Programm“, so Gerst. Er erklärt, dass den Pflanzen die Gravitation entzogen wird und man so das Wurzelwachstum besser verstehen kann. „Dadurch können wir vielleicht Pflanzen züchten, die im trockenen Boden besser wachsen und schneller an Wasser kommen. So kann man Menschen helfen, die in trockenen Regionen leben.“

„Ist Krafttraining in der Schwerelosigkeit genauso anstrengend wie auf der Erde?“, fragt Pauline.
Foto: GSCHWÄTZ

„Ist Krafttraining in der Schwerelosigkeit genauso anstrengend wie auf der Erde?“, fragt Pauline. Gerst bejahte die Frage und erzählte, dass er heute schon zweieinhalb Stunden Krafttraining gemacht hat.

Bürgermeister Stefan Neumann bedankte sich bei den Schulen und den Funkern.

Bürgermeister Stefan Neumann bedankte sich bei den Schulen und den Funkern.
Foto: GSCHWÄTZ

Das Deutsche Amateur Radio organisierte mit und für drei Künzelsauer Schulen eine Liveschaltung zur Raumstation.
Foto: GSCHWÄTZ