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Kultusministerin Eisenmann lobt Künzelsau

Bürgermeister Stefan Neumann empfing dieses Mal neben den Künzelsauer Bürgern die Kultusministerin von Baden-Württemberg, Dr. Susanne Eisenmann, nicht zu vergessen die Lokalprominenz. Aktuelles Thema des traditionellen Neujahrsempfang am 11. Januar 2019 im Künzelsauer Rathaus: „Wir machen Bildung“

Wie wichtig Lernen und Bildung ist und welche Bedeutung dies besonders für Hohenlohe hat, das erörterten Neumann und Eisenmann ausführlich vor etwa 300 Künzelsauern. „Für Hohenlohe ist Bildung unglaublich wichtig. Bildung ist die Grundlage unserer Gesellschaft und auch unserer Zukunft. Wir, als Stadt Künzelsau, versuchen unseren Beitrag für die Zukunft zu leisten“, so Bürgermeister Stefan Neumann gegenüber GSCHWÄTZ. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann findet die Künzelsauer Bildungssituation „bemerkenswert gut“. Eisenmann sagt: „Ich habe großen Respekt davor wie die Stadt Künzelsau und die politischen Gremien hier Bildung konkret leben. Die Schulsanierungen, die ganzen Grundlagen, die es gibt, die Arbeit mit den Schulen und mit den Kitas ist eine Herausforderung und da wird viel Geld investiert. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung. Davon können sich andere Städte und Gemeinden eine Scheibe abschneiden.“

Gschwätz-Videoreporter Felix Kribus hat die Besucher zwischen Häppchen und Sektorange im legeren Teil des Abends befragt, wie gut der Abend und die Reden bei ihnen ankamen.

Neujahrsempfang im Künzelsauer Rathaus am 11. Januar 2019. Von links: Der ehemalige Hohenloher Landrat Helmut M. Jahn, Landrat Dr. Matthias Neth, Dr. Susanne Eisenmann, Carmen und Reinhold Würth, Bürgermeister Stefan Neumann, Ursula und Albert Berner, Eberhard Gienger, Christian von Stetten. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 

 

 




Hochwasser: Ingelfingen säuft ab

Ein Tag Regen reichte aus, um Ingelfingen unter Wasser zu setzen. Der Sportplatz an der Hauptstraße steht nach anhaltendem Regen komplett unter Wasser. GSCHWÄTZ war vor Ort und hat sich die Lage aus der Nähe angeschaut.

Es ist Sonntagabend, der 13. Januar 2019, 22.45 Uhr. Ein gruseliges Bild spielt sich hinter Dr. Sandra Hartmann ab, als sie am Sportplatz steht. Hinter ihr, so glaubt man im ersten Moment, könnte direkt der Kocher sein. Aber es ist der Sportplatz, der – wie so oft bei länger anhaltendem Regen – komplett vom Kocher überflutet wurde. Die Schneefälle bis Samstag, den 12. Januar 2019, waren der Vorbote für den Regen, der danach einsetzte. Binnen Stunden verbreiterte sich der Kocher um mehrere Meter, stieg gefährlich an.

Welche Maßnahmen ergreift Ingelfingen in den kommenden Jahren dagegen? Im Hintergrund ist die Kochertalstraße zu sehen.

Vor einigen Wochen erst wurden die Arbeiten für den Hochwasserschutz zwischen Criesbach und Niedernhall beendet. Eine Betonmauer entlang der Kochertalstraße (ab der Brücke zu Gemü bis kurz vor BTI in Niedernhall) soll die Kochertalstraße vor Überflutung schützen. Noch sind GSCHWÄTZ keine Pläne bekannt, dass die Stadt Ingelfingen auch das Gebiet um den Sportplatz speziell gegen Hochwasser schützen will. Die Firmen, die sich dort in unmittelbarer Nähe befinden  – Reisser, Bürkert und Gemü – schützen sich bereits seit Jahren mit Sandsäcken und speziellen Spundwänden, wenn die Gefahr eines Hochwassers droht.

Dass Wasser überflutete den gesamten Sportplatz und erreichte nach mehreren Stunden bereits fast die Kochertalstraße (rechts).

Das größte Hochwasser in jüngster Zeit gab es 2015, als viele Zuflüsse die Wassermengen, die vom Himmel kamen, nicht mehr fassen konnten und dadurch nicht nur Künzelsaus Innenstadt geflutet wurde, sondern auch viele kleinere Ortschaften im Kochertal. Am schwersten hat es dabei Braunsbach erwischt. Jahrelang hatten die Bewohner dort mit den Folgen des Hochwassers zu kämpfen. Damals hatten Städte wie Niedernhall und Künzelsau angekündigt, ihre Hochwasserschutzmaßnahmen zu verbessern.

Dr. Sandra Hartmann vor Ort

 

Video gedreht von Nadja Fischer

 




Psychiatrische Tagesklinik Künzelsau bietet Stressbewältigungstraining an

In unserer November Ausgabe 2018 hatten wir Uwe Hauck im Interview, der mit uns offen über seine Depressionen und Angstzustände gesprochen hat. Uns haben diverse Zuschriften von Betroffenen erreicht. Viele haben von ihren eigenen Erfahrungen in der psychiatrischen Klinik in Weinsberg berichtet, manche aber auch von ihren positiven Erfahrungen mit der etwas weniger bekannten Tagesklinik in Künzelsau, die ebenfalls zu der Klinik in Weinsberg gehört. In dem Gebäude des Krankenhauses besteht die Möglichkeit, dass Betroffene nicht stationär behandelt werden, sondern ambulant, sprich: Die Patienten kommen morgens und gehen nach ihren Therapiesitzungen abends nach Hause. Die Tagesklinik hat 18 Behandlungsplätze für erwachsene Patienten, die die Tagesklinik in der Regel selbstständig aufsuchen. Es gibt individuelle, auf den jeweiligen Patienten abgestimmte,  Behandlungsangebote unter dem Motto ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘. Diese umfassen unter anderem, so Frau Stefanie Wohlleben, pflegerische Stationsleitung der allgemeinen Psychiatrie und Psychotherapie Ost an der psychiatrischen Tagesklinik Künzelsau: fachärztliche und fachpsychologische Diagnostik und Therapie, Ergotherapie und Kreativtherapie, störungsspezifische Psychoedukationsgruppen, Bewegungstherapie und Nordic Walking sowie sozialdienstliche Unterstützung, soziales Kompetenztraining, progressive Muskelentspannung, Stressbewältigungstraining, Genussgruppe, Achtsamkeitstraining, Akupunktur und Aromapflege. Am ersten Donnerstag im Monat findet jeweils um 16.15 Uhr eine Stationsführung für interessierte Patienten statt, eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, aber erwünscht. Telefon: 07940/5033730. Im Klinikum am Weissenhof in Weinsberg werden jährlich rund 13.000 Patienten ambulant, tagesklinisch oder stationär behandelt.

Weitere Informationen: www.klinikum-weissenhof.de/standorte/kuenzelsau/




Umbau des Kocherfreibades soll 2019 starten

Bei der Gemeinderatssitzung in Künzelsau am Dienstag, den 18. Dezember 2019, kündigte Bürgermeister Stefan Neumann an: „2019 werden wir auch in die Ausführung des Ausbaus des Kocherfreibades kommen.“ 2019 soll der Umbau des Kocherfreibades starten. Über den Winter sollen die Arbeiten ausgeschrieben und 2019 zügig begonnen werden. Hierfür sind 900.000 Euro Gesamtkosten veranschlagt. Wenn die Arbeiten wie geplant laufen, kann die Maßnahme auch 2019 abgeschlossen werden. Das neugestaltete Kocherfreibad wird dann wieder im Sommer 2020 zum Baden einladen, so die Stadtverwaltung Künzelsau.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Engelesblasen in Künzelsau

Besinnlicher Abschluss des Heiligen Abends: Das traditionelle Engelesblasen vom Turm der Johanneskirche. Trotz Kälte haben sich doch etliche Interessierte in der Hauptstraße und drumherum eingefunden, um „Stille Nacht, heilige Nacht“ oder „Ehre sei Gott in der Höhe“ zu hören. Zur Blasmusik werden Laternen an langen Schnüren vom Turm herabgelassen und geschwenkt, die an Engel erinnern sollen. Wer schon im Bett lag oder zuhause auf dem Ofen döste, für den hat Videoreporter Felix Kribus die Engelslichter samt weihnachtlicher Künzelsauer Atmosphäre mit seiner Kamera eingefangen und hat die Besucher gefragt, wie sie die stille, heilige Nacht verbracht haben.

 




Uralte Tradition zum Jahresende in Künzelsau: Engelesblasen

Zum Jahreswechsel findet in Künzelsau, seit mehr als 300 Jahren, ein besonderer Brauch statt: Das „Engelesblasen“ an Heiligabend, Silvester und Neujahr. Vom Turmkranz der Johanneskirche spielen Blasmusiker feierliche Choräle und eine Gruppe um Klaus Ottenbacher schwenkt Laternen von der Turmbrüstung. Die Lichter stellen schwebende Engel dar und laden nicht nur die kleinen Besucher zum Träumen ein. Im Heimatbuch der Stadt Künzelsau ist zu lesen: „Um diese Stunden denken die Künzelsauer draußen in aller Welt an ihre Heimat und die Ortsansässigen an ihre Verwandten und Freunde in der Ferne.“ Solch eine Tradition kann jedoch nur am Leben gehalten werden, solange es freiwillige oder ehemalige Bläser der Künzelsauer Stadtkapelle gibt. Zu diesen zählt Klaus Ziegler, der schon seit 1950 als Turmbläser aktiv ist: „Bis in die 70-iger Jahre haben wir täglich Choräle vom Turm gespielt. Heute machen wir das nur noch alle zwei Wochen sonntags und über den Jahreswechsel. Wir freuen uns, wenn es immer wieder freiwillige Bläser gibt, die diese Tradition aufrechterhalten.“ Zum Stamm der Gruppe gehören sechs Bläser. Sie bekommen Unterstützung von weiteren ehemaligen und aktiven Mitgliedern der Stadtkapelle.

Seit Generationen wird zu festlichen Anlässen vom Turm geblasen

Wie alt der weihnachtliche Brauch des „Engelesblasen“ genau ist, lässt sich nicht bestimmen. Fest steht jedoch, dass schon seit Generationen Turmwächter zu bestimmten Anlässen vom Turm bliesen, beispielsweise um vor Bränden oder anrückenden Feinden zu warnen. Da viele Hochwächter mit ihren Familien bis ins 19. Jahrhundert auf dem Turm wohnten, bliesen sie auch zu festlichen Anlässen. Vor allem das Musizieren und das „Laterne schwenken“ in der Weihnachtszeit wurden so von Generation zu Generation weitergegeben.

 

Heiligabend, Silvester und Neujahr

An Heiligabend spielen die Turmbläser um 19 Uhr die beliebte Weise „Ehre sei Gott in der Höhe“ und um 24 Uhr erklingt der Choral „Stille Nacht, heilige Nacht“ hoch über den Dächern von Künzelsau. An Silvester wird das alte Jahr um 19 Uhr mit der Schwab’schen Melodie „Lobt den Herrn“ verabschiedet. Eine schöne Gelegenheit das neue Jahr in Besinnlichkeit und Ruhe zu beginnen ist das Engelesblasen am 1. Januar um 19 Uhr.

Engelesblasen an den Feiertagen in Künzelsau: Vom Turm der Johanneskirche werden Laternen geschwenkt und feierliche Chorale geblasen.
Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Quelle: Pressemitteilung Stadtverwaltung Künzelsau




Neumann: „Wir trinken nur aus beruflichen Gründen.“

Glühweintest mit Bürgermeister Stefan Neumann auf dem Künzelsauer Weihnachtsmarkt.

Wenn jetzt schon Bayern vom Tegernsee zum Künzelsauer Weihnachtsmarkt am Schloss kommen, dann haben die Veranstalter wohl einiges richtig gemacht. Fünf Tage lang, bis zum vergangenen Sonntag, den 09. Dezember 2018, ließen es sich die Hohenloher bei Christstollen, Currywurst und Weihnachtswein gut gehen. Auch Bürgermeister Stefan Neumann, der sich mit der Hohenloher Weinkönigin durch ein Dutzend eingereichte Glühweinproben – natürlich nur aus rein beruflichen Gründen – trinken musste, um den besten Glühweinhersteller zu ermitteln. Videoreporter Felix Kribus blieb selbstverständlich während des Weihnachtsmarktes vollumfänglich standhaft das heißt nüchtern, um zwischen Lichterketten und Posaunenklängen weihnachtliche Emotionen und Eindrücke der zahlreichen Besucher einzufangen.

Neumann: „Wir trinken nur aus beruflichen Gründen.“
Foto: GSCHWÄTZ

Auf dem Künzelsauer Weihnachtsmarkt sorgt unter anderem der Posaunenchor Kocherstetten für musikalische Unterhaltung.
Foto: GSCHWÄTZ

Weihnachtsplätzchen dürfen auf dem Weihnachtsmarkt nicht fehlen.
Foto: GSCHWÄTZ

Flötenspielkreis Lilo Schmidt.
Foto: GSCHWÄTZ




Das kann dann mal weg

Schnell war er weg, Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann, nach der Entscheidung des Kreistags am 10. Dezember 2018, das Krankenhaus in Künzelsau nun doch schon Ende 2019 zu schließen und nicht erst, wie ursprünglich gebetsmühlenartig von Landrat und Kreistag versprochen, 2022/23 – bis der Krankenhausneubau in Öhringen steht. Neumann votierte gegen die Schließung, ebenso wie Christian von Stetten (CDU), Birgit Muth aus Künzelsau (SPD) und Michael Bauer (CDU), waren damit aber in der großen Minderheit.

Nun wurde mit dem Neubau in Öhringen noch nicht mal begonnen und schon gibt es, vier Jahre früher, eine Bettenburg weniger im Hohenlohekreis. „Das tut schon sehr weh“, sagen Künzelsauer, wenn man sie fragt – zumal viele von ihnen ihre Kinder in den 1980er Jahren noch im Krankenhaus in Künzelsau zur Welt gebracht haben. Eine Kreisstadt ohne Krankenhaus?, wo gebe es denn sowas?, fragt der ein oder andere. Nun ist die Antwort klar: in Künzelsau.

Nur wenige Minuten nach der Entscheidung verschickte des Landratsamt des Hohenlohekreises eine Pressemitteilung mit der Verkündigung der Entscheidung.

Worüber denkt Landrat Neth (2. von links) wohl gerade nach? Foto: GSCHWÄTZ

„Heute ist ein schwarzer Tag für Künzelsau“

„Heute ist ein schwarzer Tag für Künzelsau“, sagt die Bürgerinitiative zum Erhalt des Hohenloher Krankenhauses (BI) nach der Entscheidung des Kreistages. Sie hat Recht behalten mit ihrer Befürchtung, dass der Kreistag heute entscheidet, das Krankenhaus in Künzelsau bereits einige Jahre früher zu schließen.

Welche Ärzte sollen den Mehraufwand stemmen?

Wie bereits im Sitzungsprotokoll angekündigt, stimmte der Kreistag einem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Künzelsau zu. Das heißt: Als Basis dient das bereits vorhandene Ärztehaus. Ein so genannter Versorgungsassistent der Hausärzte (VERAH) soll zusätzlich etabliert werden. Hier sei es wichtig, „dass die Ärzte in der Region gut miteinander zusammenarbeiten und nicht gegeneinander“. Ziel sei eine 24-Stunden-Notfallversorgung an sieben Tagen in der Woche. Die Frage, inwieweit die Ärzte, die jetzt schon teilweise mit Patienten überlastet sind, nun auch noch einen solchen Versorgungsassistenten aufbauen und mitbetreuen sollen, wurde nicht näher erörtert. Begriffe wie Telemedizin fielen – eine medizinische Beratung / Diagnose per Fernwartung, welche unter anderem Teil des medizinischen Konzepts für Künzelsau werden soll.

Neben der bereits bestehenden psychiatrischen Tagesklinik soll auch eine Kurzzeitpflege für Künzelsau kommen.

Was tippt Künzelsaus Bürgermeister Neumann (2. von links) da in sein Handy ein? Foto: GSCHWÄTZ

Der Rettungswagen braucht lange zum nächsten Krankenhaus

Fakt ist: Die Transportwege werden für den Rettungsdienst von Künzelsau deutlich länger werden. In die umliegenden Krankenhäuser nach Schwäbisch Hall, Bad Mergentheim oder Öhringen braucht man wegen der verstopften Straßen nicht selten 30 Minuten oder länger.

Die Kreisräte betonen, dass es immer schwieriger sei, Ärzte, besonders für eine Notfallabteilung in Künzelsau zu finden und verweisen auf eine Belegungsquote in Künzelsau von nur noch mageren 40 Prozent – wobei diese Entwicklungen angesichts der offiziellen Schließungsverkündung des Krankenhauses Künzelsau vor fast zwei Jahren keine Überraschung sind. Denn: Wer geht noch in ein Krankenhaus, über dem ein großes Totenkreuz hängt? Der Kreistag lobt indes den neuen großen Bruder, die BBT-Gruppe, die seit  März 2018, die Mehrheitsanteile des Hohenloher Krankenhauses hält. Aus Kostengründen werde nun ein früherer Schlussstrich in Künzelsau gezogen, erklären sie fast einmütig. Die damit mit einem Schlag wegfallenden Betten scheinen für die HK nicht weiter ins Gewicht zu fallen – womit man bei der Frage angelangt wäre, inwieweit der Neubau in Öhringen wirklich  nötig ist.

„Ein Krankenhaus können wir uns nicht mehr leisten, aber ein neues Landratsamt“

„Ein Krankenhaus können wir uns nicht mehr leisten, aber ein neues Landratsamt“, murren viele Künzelsauer – besonders nach der letzten Kreistagssitzung, in welcher Kreiskämmerer Michael Schellmann und Landrat Dr. Matthias Neth verkündeten, dass das geplante neue Landratsamt (vom Landratsamt als „Kreishaus“ bezeichnet) keine 56,6 Millionen Euro mehr kosten soll, wie geplant, sondern vermutlich ein paar Millionen Euro mehr, da sich seit den Pklanungen von 2015 „einiges verändert habe“.

 

Text: Elke Brand und Dr. Sandra Hartmann

Foto: Elke Brand




Krankenhaus Künzelsau: Aus schon 2019? Basiskonzept für die Kreisstadt steht

Am heutigen Montag, den 10. Dezember 2018, trifft sich der Kreistag des Hohenlohekreises um 15.30 Uhr in Bretzfeld und man darf jetzt schon gespannt sein, welche Entscheidungen an der heutigen Kreistagssitzung gefällt werden. Tagesordnungspunkt Nummer eins ist das Hohenloher Krankenhaus. Konkret: wie es in Künzelsau und Öhringen mit der Gesundheitsversorgung weitergehen soll.

Im Vorfeld äusserten sich bereits diverse Stimmen. Die Bürgerinitiative zum Erhalt des HK (BI) befürchtet, dass heute das vorzeitige Aus für das Krankenhaus in Künzelsau beschlossen wird. Geplant war bislang, das Künzelsauer Krankenhaus noch bis 2022/23 offenzuhalten – so lange, bis in Öhringen der Neubau steht. Angesichts der schwächelnden Patienten- und Personalzahlen nach Verkündigung des Aus‘ für Künzelsaus Krankenhaus sei eine frühere Schließung möglicherweise heute Gesprächs- wenn nicht sogar Entscheidungsthema (siehe offener Brief von der BI an Landrat Dr. Matthias Neth weiter unten im Text), vermutet die BI.

Ute Emig-Lange, Pressesprecherin der BBT-Gruppe (die BBT-Gruppe hält seit März 2018 die Mehrheitsanteile der HK), sagt auf GSCHWÄTZ.Nachfrage, dass mehrere Konzepte für Künzelsau im Raum stünden, aber der Kreistag letztendlich die Entscheidung darüber fälle, ob und wenn ja, welches Konzept angenommen werde.

Demonstration vor dem Krankenhaus Künzelsau zum Erhalt des Krankenhausstandortes.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Tagespsychiatrische Klinik soll bleiben

Die Sitzungsvorlage des Landratsamtes des Hohenlohekreises zu diesem Tagesordnungspunkt ist relativ kurz und bleibt eher unkonkret. Sie umfasst eine DIN-A4-Seite. Darin heißt es unter anderem, dass dieses Konzept aus einem Basismodell bestehe. „Ergänzend sind weitere kostenpflichtige Bausteine nach dem Bestellerprinzip möglich.“ Für das Gesundheitszentrum in Künzelsau „ist im Basismodell von Beginn an die Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) mit verschiedenen Disziplinen vorgesehen. Daneben ist der Fortbestand der tagespsychiatrischen Klinik  berücksichtigt.“ Die Frage, die sich hier aufdrängt, ist: Wird das derzeit bereits existierende Ärztehaus, das sich nun zu einem MVZ wandeln soll, auch zusätzliche medizinische Angebote für die Bevölkerung bereithalten oder fragt die BI zu Recht in ihrem offenen Brief, ob sich die Künzelsauer nun mit dem bereits bestehenden Ärztehaus nun zufriedengeben müssen.

Kostenpflichtige Bausteine können darüberhinaus angeboten werden

Weiter heißt es: „Auch über die Errichtung/Organisation einer Kurzzeitpflege und die Abbildung der Notfallversorgung über das Maß der rettungsdienstlichen Angebote hinaus“ soll der Kreistag entscheiden. Ein weiterer heikler Punkt dabei ist die akutstationäre Versorgung von Patienten: „Mit der Etablierung eines Gesundheitszentrums in Künzelsau, aber auch wegen der Entwicklung der letzten Monate am Standort Künzelsau ist gleichzeitig zu entscheiden, ob an der jetzigen Beschlusslage zum Zeitpunkt der Konzentration der akutstationären Versorgung am Standort Öhringen festgehalten wird.“

Ob eine akutstationäre Versorgung von Patienten (unter anderem Notfallversorgung mit Über-Nacht-Überwachung) bereits früher nur noch in Öhringen möglich sein wird, wird sich möglicherweise in der heutigen Kreistagssitzung entscheiden.

 

Auch GSCHWÄTZ wird vor Ort sein.

Offener Brief der BI an Landrat Neth

Die BI hat angesichts der neuesten Entwicklungen bezüglich des Hohenloher Krankenhauses einen offenen Brief an Dr. Matthias Neth geschrieben. Diesen drucken wir an dieser Stelle leicht gekürzt ab:

„Man scheint sich mit dem Ärztehaus zufriedenzugeben“

„Mehr als zwei Jahre sind vergangen, als Dr. Neth in einer Versammlung verkündete, dass der Hohenlohekreis nur mit zwei starken Standorten die Gesundheitsversorgung gewährleisten kann. Keine sechs Monate später stellte sich Landrat Neth erneut vor die Mitarbeiter, um zu verkünden, dass der Standort Künzelsau geschlossen werden muss, da beide Häuser nicht zu finanzieren seien. Schon damals fragte sich die BI, ob die Aussage sechs Monate vorher nur ein Lippenbekenntnis war, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu erschleichen.

Nun, zwei Jahre später, sehen wir eine Wiederholung. Es wird nach politischen Möglichkeiten gesucht, um den Standort Künzelsau schneller zu schließen. Wird doch der Kreistag auch darauf wieder gut vorbereitet. Das auch dass Versprechen, den Standort Künzelsau bis Fertigstellung des Neubaus in Öhringen, zu erhalten, nicht ernst gemeint war, wird jetzt sicher auch dem letzten klar.

Jetzt versucht man die Bürger zu überzeugen mit einer Flut von Millionen. Wir fragen uns: Wer hat da vor einem Jahr gerechnet? Sollte der Ausgleich auf die nächsten Jahre tatsächlich so viele Millionen verschlingen, was bleibt denn da noch von den 50 Millionen aus dem Strukturfonds übrig?

Wir sehen die neuesten Entwicklungen kritisch, tritt jetzt doch das ein, was wir bereits letztes Jahr vermutet haben und was seiner Zeit eine Rednerin und ehemalige Mitarbeiterin der Tagesklinik auf einer Demo auch ausgesprochen hat, nämlich das geplante Aus für 2019 – so wurde es vom damaligen Geschäftsführer der HK [Anm. d. Red.: Hohenloher Krankenhaus gGmbH] gegenüber der Tagesklinik kommuniziert. Gehört hat das natürlich niemand gern, wurde die Rednerin damals von einem Kreistagsmitglied abgestraft, in dem ihr damaliger Arbeitgeber informiert wurde, ungeachtet dessen, dass wir in Deutschland Redefreiheit haben.

Auch zu den Aussagen bezüglich eines Gesundheitszentrums kann man sich nur wundern. Man scheint sich damit zufrieden zu geben, was man im Ärztehaus schon hat. [….].

Es ist traurig, dass die Patienten heutzutage keine Stimme mehr haben und die Versorgung vollkommen egal scheint, auch die Meinung niedergelassener Ärzte ist scheinbar nichts mehr wert.

Wir wünschen nun der BBT-Gruppe viel Erfolg bei der anstehenden Zertifizierung der Stroke Unit, die man nun endlich nach 1,5 Jahren mal angeht. Schließlich war die Verlegung der Stroke Unit von Künzelsau nach Öhringen ganz eilig seiner Zeit.“

Landrat verzichtet auf Stellungnahme

Landrat Dr. Matthias Neth. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Wir haben Dr. Matthias Neth das Schreiben weitergeleitet mit der Bitte um eine Stellungnahme. Seine Pressesprecherin Silke Bartholomä hat für ihn geantwortet: „Das Schreiben, das Sie uns übersendet haben, ist – wie Sie sicherlich wissen – ein Posting auf einer einschlägigen Facebook-Seite zum Thema Künzelsauer Krankenhaus. Es ist an keiner Stelle als „offener Brief“ gekennzeichnet, hat keinen genauen Adressaten, keinen Absender und ist in keinem Medium veröffentlicht worden. Facebook als soziales Netzwerk fällt nicht unter diesen Begriff, da es keine Medien produziert und keinerlei Kontrollfunktion übernimmt. Es ist dem Landratsamt Hohenlohekreis auf keinem üblichen Weg zugegangen. Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir zu einer anonymen Meinungsäußerung keine Stellung nehmen.“




Künzelsauer Weihnachtsmarkt auf dem Schlossplatz

Der Künzelsauer Weihnachtsmarkt ist in diesem Jahr das erste Mal auf dem Schlossplatz neben dem Hotel-Restaurant Anne-Sophie und dem Schlossgymnasium. Der „Advent am Schloss“ löst damit die bisherige „Waldweihnacht“ entlang der Hauptstraße ab. Der Ortswechsel bringt gleichzeitig auch eine Verkürzung der Marktdauer mit sich. Der Markt dauert fortan nur noch fünf Tage. Am Mittwoch, den 05. Dezember 2018, 19 Uhr, eröffnet Bürgermeister Stefan Neumann auf dem Schlossplatz den Markt, der bis Sonntag, den 09. Dezember 2018 dauert. Von Mittwoch bis Donnerstag hat der Markt von 16 bis 21 Uhr geöffnet, Freitag bis 22 Uhr. Am Samstag und Sonntag, den 08. und 09. Dezember 2018,  gibt es auf dem Vorhof des Schlossgymnasiums einen großen Kunsthandwerkermarkt, unter anderem mit Holzarbeiten, Glasbildern, Kerzen und selbst gemachten Likören. Der Markt hat am Samstag von 11 bis 22 Uhr geöffnet, am Sonntag von 11 bis 21 Uhr. Neben weihnachtlichen Getränken und Speisen gibt es ein von Kindergärten, Chören und Bands gestaltetes Rahmenprogramm. Am Wochenende gibt es zusätzlich Aktionen für Kinder. Die Werbegemeinschaft veranstaltet am Freitag, den 07. Dezember 2018, ihr traditionelles Christmas-Shopping in der Innenstadt. An diesem Tag haben die teilnehmenden Geschäfte bis 21 Uhr geöffnet.