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5 Jahre auf diesen Tag hingearbeitet

An der Eröffnungsfeier des KÜNfits am 08. und 09. November 2021 strahlen die Präsidiumsmitglieder des TSV Künzelsau Bianca Vogel, Erwin Bergmann und Robert Beck um die Wette. Auf die Frage, wie es sich anfühlt, das KÜNfit nach so langer und intensiver Arbeit zu eröffnen und in die nächste Runde zu schicken, antwortet Vogel: „Auf der einen Seite ist man erleichtert, dass man es geschafft hat, dass man das große Projekt gestemmt hat. Auf der anderen Seite ist natürlich auch klar: Jetzt fängt es erst richtig an. Wir haben eröffnet und jetzt geht’s los.“ „Jetzt muss Leben in die Bude!“, ergänzt Bergmann. „Es müssen Menschen rein, die sich fit halten wollen und die an ihre eigene Gesundheit denken – und die müssen wir jetzt überzeugen. Dafür sind die zwei Tage der offenen Türe da.“

„Jetzt muss Leben in die Bude“

„Wir sind positiv überrascht darüber, wie sich das Thema ‚Geräte‘ entwickelt hat, beziehungsweise auch darüber, was wir an Ausstattung zur Verfügung stellen können. Auch was die Softwareleistung angeht und welche Möglichkeiten wir dadurch haben. Und natürlich sind wir auch vom Besucheransturm gestern und heute sehr positiv überrascht. Das freut uns natürlich sehr“, erzählt Vogel weiter. Allein am Samstag haben sich 193 Besucher im KÜNfit über die Luca-App registriert, das heißt, dass weit über 200 Besucher anwesend waren.

Beim Training ins Grüne blicken

„Das KÜNfit unterscheidet sich von anderen Fitnessstudios dadurch, dass man beim Trainieren auf den Sportplatz ins Grüne blickt. Somit sieht man dort Menschen, oder Kinder, die sich bewegen, während man sich selbst auch bewegt. Das ist eine Motivation, die unbezahlbar ist“, erklärt Bergmann. Vogel fügt hinzu: „Wir sind auch die ersten in Hohenlohe, die das Projekt eines Sportvereinszentrums realisiert haben. Natürlich ist es von Vereinsmitgliedern für Vereinsmitglieder gemacht.“

Langfristiges Ziel: 800 Mitglieder

„Wir haben schon im Vorfeld der Eröffnung über 100 Absichtserklärungen erhalten. Bis gestern, vor dem offiziellen Eröffnungstermin, hatten wir schon 63 Anmeldungen. Was gestern und heute gelaufen ist, müssen wir erst einmal noch in Ruhe zählen“, klärt Vogel auf. „Unser Ziel bis zum Jahresende ist es, über 200 Mitglieder zu gewinnen“, verrät Bergmann. „Bis in vier Jahren wollen wir hier im Hause 800 Mitglieder bewegen.“

Anamnese und Trainingsplan für jeden Sportler

Neben einer Vereinsmitgliedschaft und Berücksichtigung der aktuellen Corona-Verordnung (Vorlage eines Corona-Tests, eines Impfausweises oder Genesenenscheins) muss für das Training im KÜNfit noch eine weitere Vorraussetzung erfüllt sein, wie Beck erklärt: „Da wir ja hauptsächlich Gesundheitssport anbieten, muss jeder, der hier an den Geräten trainieren will vorher an der Anamnese getestet und geprüft werden, damit er die Leistungsstärke, die er hat, auf die Geräte übertragen kann.“ „Dieser Trainingsplan ist dann für jeden individuell auf einem Chip gespeichert, der am Handgelenk getragen wird. Somit ist für jeden klar, welche Übungen mit welchen Gewichten am jeweiligen Gerät ausgeführt werden sollen. Das klärt der Trainer in seiner Anamnese mit dem Sportler“, erläutert Bergmann.

Impfaktion des mobilen Impfteams der SLK-Kliniken war ein voller Erfolg

Der Vereinspräsident fährt fort: „Ich wurde von Dr. Eckle, unserem Vereinsmitglied, mit der Idee angesprochen, am Tag der offenen Tür zu impfen. Er hat dann den Kontakt zum SLK-Klinikum hergestellt. Die waren gleich bereit, hatten einen Termin frei, und sind heute von 11 bis 17 Uhr in zwei Umkleideräumen vom Sportplatz und impfen dort 180 Menschen. Um halb elf waren schon zwanzig Leute da, die unbedingt einen Termin wollten. Also wir sind ausgebucht.“

Zu den Impflingen vor Ort zählen die Künzelsauer Schüler Elmedin und Endrit Zogaj. Endrit Zogaj erzählt: „Mein Genesenenschein läuft jetzt aus. Deshalb brauche ich jetzt einen Impftermin für meine Schule.“ Sein Cousin Endrit ergänzt: „Ich lasse mich heute auch hier impfen, da ich durch diese Impfung vielleicht Clubs und Vereinen beitreten kann und wieder an Schulturnieren teilnehmen darf.“ Die Impfaktion im Rahmen des Tages der offenen Türe sei, laut den Jungs, „ohne Anmeldung schnell zugänglich und praktisch“.

„Verbesserung der Lebensqualität“

Das weitere Angebot im Hallstattweg ist am vergangenen Wochenende vielfältig: Bei Kaffee und Kuchen, der legendären Stadionwurst und vielen Möglichkeiten zum Entdecken, Ausprobieren und Beisammensein kommen Sportfans auf ihre Kosten. „Ich finde das neue KÜNfit sehr schön und groß“, schwärmt der zwölfjährige Silas Rammhofer, der mit seiner Familie beim Kuchenverkauf mithilft.
Auch Familie Genne ist vom neuen Vereinszentrum begeistert: „Wir überlegen auf jeden Fall, uns hier anzumelden“, erzählt Anastasia Genne. Ihr Mann Sergej nickt zustimmend.
Alles in allem sind die meisten Besucher des neuen Vereinszentrums KÜNfit einer Meinung: Es biete einen großen Mehrwert für unsere Region. Andreas Mohlis begründet diese Annahme:„Ich glaube, dass so eine Einrichtung die Lebensqualität in Künzelsau verbessert, weil es hier noch zu wenig Angebote für junge Leute gibt.“

Text: Priscilla Dekorsi

Vizepräsidentin des TSV Künzelsau, Bianca Vogel zeigt, wie der Check-In im KÜNfit mit dem Chip am Handgelenk funktioniert. Foto: GSCHWÄTZ

Das Projektteam rund ums KÜNfit: Robert Beck (links), Bianca Vogel und Erwin Bergmann. Foto: GSCHWÄTZ

Fleißige Helfer beim Kuchenverkauf: Silas (12), Mirjam und Joel (9) Rammhofer. Foto: GSCHWÄTZ

Kaffeeklatsch mit Blick auf den Sportplatz: Vereinsmitglieder haben rund 60 Kuchen gespendet, um die Bewirtschaftung der Gäste zu ermöglichen. Foto: GSCHWÄTZ

Anastasia und Sergej Genne wollen sich im KÜNfit anmelden. Foto: GSCHWÄTZ

Großer Andrang im Geräteraum: Allein am ersten der beiden Eröffnungstage strömen über 200 Schaulustige ins neue Vereinszentrum. Foto: GSCHWÄTZ

Sporteln mit Blick ins Grüne. Foto: GSCHWÄTZ

Die neuen Trainingsgeräte wollen eingeweiht werden – der zehnjährige Laurin Götz zeigt, wie’s geht. Foto: GSCHWÄTZ

Amelie (8) und Andreas Mohlis: „Wir wollten die neuen Geräte ausprobieren.“ Foto: GSCHWÄTZ

Eingangs- und Trainingsbereich des KÜNfit. Foto: GSCHWÄTZ

Die Kursräume bieten Raum für vielfältige Angebote. Foto: GSCHWÄTZ

Franziska Hutz vom SLK-Klinikum und Gerhard Wirth beteiligen sich an der Impfaktion im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten. Foto: GSCHWÄTZ

Amelie (8) und Andreas Moghlis: „Wir wollten die neuen Geräte ausprobieren.“ Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Impfaktionen in Öhringen und Künzelsau am 7. November 2021 – auch Boosterimpfungen möglich

Das mobile Impfteam der SLK-Kliniken ist am Wochenende im Hohenlohekreis aktiv:

Am verkaufsoffenen Sonntag werden von 13:00 – 18:00 Impfungen in der Stadtbibliothek Öhringen vorgenommen. In Künzelsau kann man sich anläßlich der Eröffnung des Sportzentrums KünFit am Sonntag von 11:00 – 17:00 am Stadion impfen lassen.

Dort sind nicht nur Erstimpfungen möglich, sondern auch Boosterimpfungen – auch Auffrischungsimpfungen oder Drittimpfungen genannt -, wie sie vom Land Baden-Württemberg empfohlen werden.

G.P. Schneider, Koordinator des mobilen Impfteams der SLK-Kliniken teilt dazu mit:

Boosterimpfungen möglich

„Entsprechend den Beschlüssen der Gesundheitsministerkonferenz vom 2. und 9. August 2021 sowie vom 6. September 2021 empfiehlt das Land Baden-Württemberg durch Bekanntmachung des Sozialministeriums vom 16. September 2021 eine Auffrischimpfung.“ Diese Auffrischungsimpfung „erfolgt für alle Gruppen in jedem Fall erst dann, wenn die Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Für die Auffrischimpfung ist eine einzelne Impfdosis ausreichend.“

Israelische Studie bestätigt Nutzen der Boosterimpfung

Eine Studie aus Israel bestätigt den Nutzen der Wirksamkeit der Auffrischungsimpfung, da der umfassende Impfschutz mit der Zeit schwächer wird. Die ständige Impfkommission StIKo spricht davon, dass der Schutz vor Ansteckung mit der Zeit nachlasse, nicht aber der Schutz vor einer schweren Erkrankung. Die israelische Studie bestätigt nun, dass die Gruppe der Dreifachgeimpften einen deutlich erhöhten Schutz vor Hospitalisierung und Tod gegenüber den zweifach Geimpften hat. In Israel liegen diese Daten bereits vor, denn fast die Hälfte der Bevölkerung hat bereits eine Drittimpfung erhalten, in Deutschland sind es weniger als 5% der Bevölkerung.

Die folgenden Personengruppen können laut Schneider eine Auffrischungs- oder Boosterimpfung erhalten:

  • Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben,
  • Personen, die das 70. Lebensjahr vollendet haben (STIKO-Empfehlung vom 7. Oktober 2021),
  • Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben bei individuellem Wunsch, nach Nutzen-Risiko-Abwägung und ärztlicher Aufklärung,
  • Personen, die in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder dort untergebracht sind; hierzu zählen insbesondere
    • vollstationäre und teilstationäre Pflegeeinrichtungen sowie ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Pflege-und Unterstützungsbedarf nach § 2 Absatz 3, § 4 Absatz 2 und § 5 des Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetzes,
    • besondere Wohnformen und ambulant betreute Wohngruppen der Eingliederungshilfe sowie Werkstätten und Förderstätten für Menschen mit Behinderungen,
    • Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 3 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) (Obdachlosenunterkünfte) und vergleichbare Einrichtungen für Wohnungslose nach den §§ 67 bis 69 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch,
  • Personen mit einer relevanten angeborenen oder erworbenen Immunschwäche oder unter immunsuppressiver Therapie,
  • Pflegebedürftige, die zu Hause betreut oder gepflegt werden,

 Wer mit Astra-Zeneca oder mit Janssen geimpft ist, kann altersunabhängig eine Boosterimpfung erhalten

  • Personen, die bei der Grundimmunisierung ausschließlich die Vektorviren-Impfstoffe Vaxzevria von AstraZeneca oder COVID-19 Vaccine Janssen von Janssen-Cilag International erhalten haben, ungeachtet des Alters oder einer anderweitigen Indikation.

Text: Matthias Lauterer




KÜNFit: Gemeinderat lehnt weiteren Zuschuss über 300.000 Euro ab

In seiner Sitzung vom 26. März 2019 genehmigte der Künzelsauer Gemeinderat einstimmig bei einer Enthaltung einen Zuschuß von damals 440.000 Euro für den Bau des Sportzentrums KÜNFit, das vom TSV Künzelsau initiiert wurde (wir berichteten).

Das waren 40 Prozent der vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) als förderfähig anerkannten Kosten. Später erhöhte sich dieser Zuschuß nochmals um etwa 20.000 Euro, da der WLSB die förderfähige Summe nachträglich angepaßt hatte. Zum damaligen Zeitpunkt stand ein Antrag im Raum, der einen weiteren Zuschuß von 300.000 Euro vorsah – dieser weitere Zuschuß war im Beschluß des Gemeinderates nicht enthalten.

Höchster Zuschuß, den jemals ein Sportverein beantragt hat

Christian von Stetten sprach damals vom höchsten Zuschuß, den jemals ein Sportverein beantragt habe, sprach sich aber dafür aus, die Förderrichtlinien der Stadt einzuhalten und auch für dieses große Projekt die üblichen 40 ProzentZuschuß zu gewähren. Aus dem damaligen Protokoll kann man ein Bauchgrimmen der Stadträte ob der hohen Summe herauslesen – aber auch den Willen, die Initiative des Vereins, die ja in Form eines Fitnesszentrums für jedermann der gesamten Stadt zugutekommen würde, zu unterstützen.

Tag der offenen Tür am 6. und 7. November 2021

Inzwischen ist das Zentrum nahezu fertiggestellt und fast schon betriebsbereit. Am 06. und 07. November 2021 soll es der Bevölkerung an einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden. Alle Sportvereine der Stadt sind inzwischen Kooperationspartner des TSV Künzelsau, das Projekt ist also nicht mehr das alleinige Projekt nur eines Vereins, sondern nunmehr ein Projekt des gesamten Künzelsauer Sports.

Mit Schreiben vom 1. Juli 2021 beantragte das Präsidium des TSV Künzelsau nun einen weiteren Zuschuß von 300.000 Euro. Als Begründung gibt Erwin Bergmann, Präsident des TSV Künzelsau  „zusätzlichen Schall- und Hochwasserschutz, Klimaanlage, Parkplatzablöse, Garagen und Preissteigerungen im Innenausbau und Mobiliar“ an und bietet an, in einer Gemeinderatssitzung darüber zu informieren.

Gemeinderat macht kurzen Prozeß

Am 15. Oktober 2021 stand das Thema auf der Tagesordnung des Gemeinderats – zu einer Information kam es allerdings nicht. Nachdem Bürgermeister Stefan Neumann den Tagesordnungspunkt schon übersehen hatte und die Sitzung beenden wollte, führte er noch kurz  in das Thema ein und wies auf die Förderrichtlinien der Stadt hin. Diese solle man doch nicht für einen Einzelfall übergehen. Ohne große Aussprache schritt man sehr schnell zur Abstimmung. Diese fiel genauso eindeutig aus wie die am 26. März 2019: Der Antrag des TSV wurde einstimmig bei einer Enthaltung …. abgelehnt.

„Alle Künzelsauer Vereine sind beteiligt“

Naturgemäß ist Erwin Bergmann von dieser Entscheidung enttäuscht. Er verweist darauf, dass es sich zwischenzeitlich nicht mehr um das  Projekt eines einzelnen Vereins handelt: „Das Risiko trägt zwar der TSV, aber alle Künzelsauer Vereine sind beteiligt.“ Diese Sicht der Dinge hätte er dem Gemeinderat gerne vorgetragen, „schließlich ist das ein Projekt, mit dem die Stadt Künzelsau gut dasteht“.

Prävention als übergeordnetes Projektziel

Nochmals weist er auf die Bedeutung des Projekts KÜNFit im gesellschaftlichen Zusammenhang hin: „Prävention ist entscheidend, um die Kostenexplosion im Gesundheitswesen wenigstens erträglich zu machen“, sagt Bergmann und schiebt damit das Projekt KÜNFit in einen viel größeren Zusammenhang hinsichtlich Bewegung und Fit sein und Bleiben in jedem Alter.

Ablehnung des Antrags hat Konsequenzen für die Ausstattung

Fast fertiggestellt ist das neue Sportzentrum KÜNFit. Foto: TSV Künzelsau

Die Geräte sind bereits angekommen und installiert. Foto: TSV Künzelsau

Die Entscheidung des Gemeinderats habe natürlich Konsequenzen: „Die Klimaanlage können wir uns nicht leisten, die ist gestrichen. Warten wir mal den Sommer ab. Außerdem schränken wir uns bei einigen Geräten ein.“ Letztendlich blickt er allerdings weiterhin positiv in die Zukunft: „Dann müssen wir anderweitig Sponsoren suchen und Mitgliederwerbung betreiben“ – die Gefahr, dass das Projekt komplett scheitert, sieht er nicht.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 

 




Arbeiten am KÜNFit schreiten flott voran

Fünf Millionen Euro kostet das neue Sportvereinszentrum des TSV1846 Künzelsau e.V. am Hallstattweg, das im Oktober eröffnen will – rechtzeitig zum 175-jährigen Jubiläum des Vereins. Mit dem KünFIT, so wird es heißen, möchte man zur gesundheitsfördernden Anlaufstelle für alle Mitglieder aus den Sportvereinen aus dem Städtle und zahlreichen Nachbarorten werden. Nach einjähriger Bauzeit steht der Rohbau, der Innenausbau schreitet zügig voran.

Rundgang durch die Baustelle

TSV-Präsident Erwin Bergmann hat GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann vorab durch die heiligen Hallen geführt und erklärt, was den Besucher an Gesundheitssport, Fitness und Gymnastik alles erwarten wird. Mit dabei auf der Besichtigungstour waren vom TSV-Präsidium Bianca Vogel und Robert Beck sowie der KÜNFit-Studioleiter Florian Welk.

Alles wird behindertengerecht

Voller Stolz präsentierte der Vorstand die Pläne. Erwin Bergmann: „Da sieht man die 100 Quadratmeter für den Fußball, dann kommt der Gymnastikraum mit 140 Quadratmeter. Wir haben einen Aufzug drin und es ist alles behindertengerecht eingebaut.“ Jeweils 70 Spinde soll es in den Damen- und Herrenumkleiden geben. Außerdem eine große Sauna mit Ruheraum und Saunagarten, „damit man hier nach dem Training seine Muskeln entspannen kann“.

Ausblick ins Grüne soll motivieren

Im Kursbereich soll „alles angeboten werden, was das Herz begehrt“ – von Pilates und Yoga bis hin zu Bauch-Beine-Po-Kursen. Der Trainingsbereich, „wo die Geräte stehen zum Schwitzen und um die Muskulatur zu kräftigen“ besticht durch einen erstklassigen Ausblick ins Grüne und auf den Sportplatz. Laut Bergmann das Hauptverkaufsargument: „Dass man während dem Sport immer ins Grüne, in den Sportplatz schaut und hofft, dass sich auch am Sportplatz Menschen und Kinder bewegen und selber bewegt man sich auch.“ Man sei „ganz anders motiviert, wenn man hier ins Grüne reinschaut“.

Leben in die Bude

Aktuell sucht der TSV Künzelsau noch verschiedene Kursleiter, wie Florian Welk erklärte: „Wir haben ja zwei große Kursräume mit 135 und 140 Quadratmetern, wo wir natürlich von morgens bis abends im Idealfall Leben reinbringen wollen. Dementsprechend suchen wir quer durch alle Sportarten Kursleiter.“ Zusätzlich sei eine Stelle für ein duales Studium im Bereich Gesundheitsmanagement und Fitnesstrainings in Kooperation mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheit ausgeschrieben worden.

Keine Konkurrenz zu Fitnesscentern

Auch Bianca Vogel zeigte sich zufrieden mit den Baufortschritten. Sie sieht das KÜNFit nicht als Konkurrenz zu bereits bestehenden Fitnesscenter in der Umgebung, mit denen der TSV Künzelsau zudem im Austausch sei. „Wir sind ja auch kein kommerzielles Fitnessstudio in der Hinsicht, sondern wir sind ja ein Sportvereinszentrum. Das heißt, wir werden ja von einem Verein – also vom TSV Künzelsau – geleitet. Aber wir haben auch ganz viele Kooperationen mit den umliegenden Sportvereinen, die natürlich auch unter den Kooperationsvertrag mit uns dieses Gebäude nutzen können.“

Monatliche Beiträge

Robert Beck erläuterte die Struktur des Mitgliedsbeitrags, der zukünftig für die Nutzung des KÜNFit fällig werden soll: „Wir haben einen Grundbeitrag pro Monat von 49,50 Euro und dann einen erweiterten Beitrag für zehn Euro für die Sauna und zehn Euro zusätzlich für die Kurse, die der TSV in den Kursräumen anbietet. Somit ergibt sich der Gesamtbetrag als monatlicher Studio-Beitrag.“ Hinzu komme der Jahresbeitrag als TSV-Mitglied beziehungsweise bei den jeweiligen Kooperationsvereinen.

Text: Dr. Felix Kribus

Detaillierter Plan des KÜNFit. Foto: GSCHWÄTZ

Der Rohbau am Sportplatz in seiner vollen Größe. Foto: GSCHWÄTZ

#ErwinBergmann #BiancaVogel #RobertBeck #FlorianWelk #Künzelsau #KÜNFit #TSVKünzelsau




Bauarbeiten für KünFit im Zeitplan

Nach einer witterungsbedingten Pause sind die Handwerker auf der Baustelle des Sportvereinszentrums in Künzelsau wieder aktiv. Mit Unterstützung der Heinz-Ziehl-Stiftung, der Stadt Künzelsau und des Württembergischen Landessportbund (WLSB) realisiert der TSV Künzelsau das Sportvereinszentrum KÜNfit direkt am Heinz-Ziehl-Sportpark in Künzelsau.

Projekt für alle Sportvereine

Das einzigartige Projekt in Hohenlohe wird seit 2016 vom TSV Künzelsau vorangetrieben und mit sehr viel ehrenamtlichem Einsatz der Vereinsführung und Blick auf die zukünftige Vereinsentwicklung umgesetzt. „Das Sportvereinszentrum soll ein Ort der Bewegung und Begegnung werden“, sagt der Präsident des Künzelsauer Traditionsvereins Erwin Bergmann. „Ein Zentrum auch für Mitglieder anderer Sportvereine.“ Einen Kooperationsvertrag unterschrieben haben bereits die SG Garnberg, der TSV Ingelfingen, der FV Künzelsau, der SV Morsbach, Phoenix Nagelsberg und die Sportfreunde Nagelsberg. „Mit weiteren Sportvereinen sind wir noch in der Klärung“, wirbt der TSV-Präsident für eine Beteiligung.

Gesundheitssport im Vordergrund

Im Fokus steht der Gesundheitssport mit 300 Quadratmeter gerätegestützter Trainingsfläche, zwei Gymnastikräumen, modernen Umkleiden und einem Sanitärbereich mit Sauna. Auch ein Clubraum für den Fußballverein mit Outdoorküche für den Stadionverkauf sowie Verwaltungsräume für die Vereinsgeschäftsstelle entstehen.

Richtfest noch im März geplant

„Die Baustelle ist soweit auf Kurs“, erklärt Vereinsvizepräsident Robert Beck. „Die kleine Verzögerung aufgrund des Frostes kann gut aufgeholt werden.“ Der Rohbau im Erdgeschoss ist soweit abgeschlossen und das Obergeschoss wird in den nächsten Wochen fertiggestellt. Danach folgt der Innenausbau. „In der Projektierung läuft die Konzeption der Möblierung und Inneneinrichtung auf Hochtouren“, blickt Erwin Bergmann auf die aktuell anstehenden Aufgaben. Das obligatorische Richtfest ist Ende März geplant. Die Eröffnung des Sportvereinszentrum KÜNfit soll Ende Oktober stattfinden. Die Baukosten sind mit rund vier Millionen Euro kalkuliert. Gebaut wird mit dem Generalunternehmen Stauch aus Kupferzell sowie mit dem Büro a+b Architekten aus Weinstadt. Für eventuelle Einschränkungen und Behinderungen während der Bauarbeiten bittet der TSV um Verständnis.

Sportliche Zukunftsperspektive und Meilenstein ehrenamtlicher Arbeit

Die Vereinsführung freut sich, einen solchen Meilenstein in ehrenamtlicher Arbeit für Künzelsau und die Umgebung stemmen und eine neue sportliche Zukunftsperspektive bieten zu können. Erwin Bergmann und das Vereinspräsidium erhalten Zuspruch und Unterstützung in verschiedener Form. „Dafür bedanken wir uns sehr“, so Erwin Bergmann.

Stadt unterstützt das ehrgeizige Projekt

„Die Stadt Künzelsau unterstützt das neue Sportvereinszentrum mit einem Baukosten-Zuschuss in Höhe von 440.000 Euro“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Das Projekt ist ehrgeizig und neu in dieser Form in unserer Gegend. Es bietet durch die Kooperation für den TSV Künzelsau und die Vereine in der Region enorme Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen.“

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Künzelsau

Außenansicht. Urheber: Büro a+b Architekt

Baustelle KÜNfit.
Foto Robert Beck, TSV Künzelsau.

Blick vom Geräte-Trainingsraum zum Sportplatz. Foto Robert Beck, TSV Künzelsau.

Innenansicht. Urheber: Büro a+b Architekt




„Ich kann nur sagen: Chapeau TSV“

Endlich ist es soweit: Nach vierjähriger Planungsphase fiel am Donnerstag, den 17. September 2020, mit dem offiziellen Spatenstich der Startschuss für das Sportvereinszentrum KÜNfit des TSV Künzelsau. Das alte Vereinsheim ist im Sommer der Abrissbirne zum Opfer gefallen, nun kann mit dem Neubau gestartet werden, dessen Einweihung im Oktober 2021 geplant ist. Im Heinz-Ziehl-Sportpark soll für rund fünf Millionen Euro eine moderne Sportstätte mit Fitness- und Gymnastikräumen und Sauna entstehen (GSCHWÄTZ berichtete).

„Jetzt wird in die Tat umgesetzt, was vor vier Jahren als Idee begann“

Die Gäste der Zeremonie – hauptsächlich langjährige Vereinsmitglieder, Vertreter der Stadt Künzelsau, des Württembergischen Landessportbunds (WLSB) sowie der beteiligten Planungs- und Baufirmen – geizten nicht mit Vorschusslorbeeren. TSV-Präsident Erwin Bergmann blickte in seiner launigen Ansprache zurück auf einen „vierjährigen Marathon“ mit verschiedenen Studien und Vorgaben, die es zu beachten galt. Doch nun werde es ernst: „Jetzt wird in die Tat umgesetzt, was vor vier Jahren als Idee begann“. Ab sofort sei das für jeden sichtbar und deshalb wolle der TSV mit dem Spatenstich einen guten Anfang machen. Bergmann betonte auch: „Trotz Covid-19 müssen wir mutig weitergehen“. Er versteht das KÜNfit als einen Beitrag zur Vorsorge vor Krankheiten. Zudem sei der Neubau nicht nur ein Prestigeobjekt sondern auch eine Unternehmung der rund 1.500 TSV Mitglieder. Und: „Es werden auch ein paar Arbeitsplätze entstehen“. Wenn es rund läuft, so der TSV-Präsident weiter, werde das neue Gebäude in gut 13 Monaten bezogen und „dann geht unsere Arbeit richtig los“.

Baustein-Aktion

Bergmann, der bereits zu Beginn an die Adresse von Bürgermeister Stefan Neumann um eine weitere Unterstützung von Seiten der Stadt geworben hatte, erinnerte an die Bausteinaktion, denn „jedes Haus braucht ein solides Fundament, auf dem es stehen kann“. Bei der Aktion kann für 1.000 Euro Spende eine silberne, für 5.000 Euro eine goldene und für eine Raum-Benennnung eine Platin-Plakette erworben werden. Diese wird an der Außenmauer des neuen Gebäudes angebracht.

„Ich kann nur sagen: Chapeau TSV“

Bürgermeister Stefan Neumann betonte in seiner Rede, wie sehr er sich auf diesen „wichtigen Spatenstich“ gefreut habe: „So ein Tag ist immer ein richtig toller Tag“. In den 60er-Jahren, als das alte Vereinsheim gebaut wurde, sei die Welt noch eine andere gewesen: Damals gab es noch Uwe Seeler, Feldhandball und ein Deutscher hielt den Weltrekord im 100-Meter-Sprint. „Damals war es selbstverständlich, in den Sportverein zu gehen, das geht heute zurück“, bedauerte Neumann. In den 90er-Jahren sei das Stadion erweitert worden, der Heinz-Ziehl-Sportpark sei entstanden, aber in weiten Teilen unverändert sei das TSV-Vereinsheim geblieben. „Die Entscheidung für diese Konzeption ist eine richtige, aber mutige“, betonte der Rathauschef. „Ich kann nur sagen: Chapeau TSV.“ In Sachen Mitglieder und Sporttreibende müsse man neue Wege gehen. Auch wies Neumann auf die 440.000 Euro Förderung hin, mit denen sich die Stadtverwaltung an den Kosten beteilige – immerhin seien das 70 Prozent. „Sie müssen Werbung beim Gemeinderat machen, meine Unterstützung haben sie“, so der Bürgermeister, der dem TSV wünschte, im Kosten- und Zeitrahmen zu bleiben und sich erleichtert zeigte, dass die Stadt „mal nicht dabei ist“.

„Die Wertschätzung ist immer noch groß“

„Ein Verein ist kein Wirtschaftsunternehmen, aber bis hierhin war es bereits sehr, sehr viel Arbeit“, betonte Jan Philippiak, Vorsitzender der Heinz-Ziehl-Stiftung und langjähriges TSV-Mitglied. Zwei Aufgaben habe ein Sportverein: Bewegung und Begegnung. Das sei im alten TSV-Sportheim nicht mehr möglich gewesen. „Seit Corona könnte man meinen, dass Stätten der Begegnung an Stellenwert verloren haben“, sagte er. Doch das sehe er nicht so: „Die Wertschätzung ist immer noch groß“. Sport sei ein Erlebnis und im neuen Sportvereinszentrum können auch die Sportanlagen außen genutzt werden und jeder könne seinen Sport mit einer anderen Sportart verknüpfen. Er wünschte dem TSV „weiterhin ein gutes Händchen, Durchhaltevermögen und Begeisterung“.

„Hier entsteht etwas für die ganze Bevölkerung“

WLSB-Vertreter Marcus Lachenwitzer hat das Projekt von Anfang an begleitet und mitentwickelt. „Ich hoffe, dass der WLSB mehr als nur zahlen geholfen hat“, meinte er. Denn so ein Projekt koste bereits mehrere Jahre im Voraus. „Ich habe den größten Respekt vor den Vereinsmitgliedern für die vielen Stunden, die sie bereits investiert haben“, blickte er zurück. In seiner Ansprache nannte er den Neubau einen „Meilenstein“ und „Aufforderung an alle“. „Hier entsteht etwas für die ganze Bevölkerung und den aktiven Gesundheitssport“, sagte der WLSB-Vertreter. „Die Zeit, die uns geschenkt wird, muss man sinnvoll nutzen, also tun Sie was für sich und bleiben Sie fit“, forderte er die Zuhörer auf. Auch er beglückwünschte den TSV zu „diesem mutigen Schritt“ und meinte: „Ich freue mich jetzt schon riesig auf die Eröffnung“.

„Es ist ein spezielles Grundstück“

Architekt Thomas Auch von a+b freie Architekten aus Weinstadt gab einen Rückblick auf die Überlegungen zu Größe und Form des zukünftigen Sportzentrums. „Es ist ein spezielles Grundstück, nämlich gebogen, und wir mussten versuchen, die Kurve zu kriegen“, sagte er. Das sei nicht einfach gewesen, aber letztlich habe man eine gute Lösung gefunden. Das Gebäude wird keilförmig mit einer Länge von 38 Metern, einer Breite von 22 Metern und 1.500 Quadratmetern Nutzfläche. „Ein Sportverein vermittelt Werte wie Fairness“, so der Architekt. „Das wünsche ich auch für die Baustelle.“

Text: Sonja Bossert

TSV-Präsident Bergmann (Mitte), Bürgermeister Neumann (2.v.r.), TSV-Vizepräsident Beck (3.v.r.), Jan Philippiak (4.v.r.), Vorsitzender der Heinz-Ziehl-Stiftung, WLSB-Vertreter Lachwitzer (5.v.r.), und weitere Vertreter von TSV, Architekturbüro und Baufirmen beim Spatenstich. Foto: GSCHWÄTZ

Die Ruhe vor dem Sturm: Am Heinz-Ziehl-Sportpark soll ein modernes Sportvereinszentrum entstehen. Foto: GSCHWÄTZ

TSV-Präsident Erwin Bergmann erinnerte an die Baustein-Aktion des TSV. Foto: GSCHWÄTZ

Jan Philippiak wies auf die zwei Aufgaben eines Sportvereins hin: Bewegung und Begegnung. Foto: GSCHWÄTZ

WLSB-Vertreter Marcus Lachenwitzer hat das Projekt von Anfang an begleitet. Foto: GSCHWÄTZ

Architekt Thomas Auch wünscht sich Fairness auf der Baustelle. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 




KÜNfit kommt: „Wir wollen den Magnet im Sofa ausbauen“

Seit Anfang Juni 2020 wird im Heinz-Ziehl-Sportpark in Künzelsau fleißig gewerkelt. Die Mitglieder des TSV Künzelsau haben ihr Sportheim leergeräumt, alles Verwertbare auf einem Flohmarkt verkauft. Ende Juli soll mit dem Abriss des 1962 erbauten Gebäudes begonnen werden. „Das war früher eine Wirtschaft, aber die Verpachtung haben wir bereits vor 20 Jahren aufgegeben“, sagt Vereinspräsident Erwin Bergmann. Gleich nebenan sei schließlich das Tennisstüble. „Wir haben nur noch für private Feiern vermietet.“ Auch Reha-Sport, Yoga und Gymnastik fanden noch in den Räumlichkeiten statt. Nun stapelt sich der Bauschutt in dem sichtlich in die Jahre gekommenen Gebäude. „Eine Sanierung wäre zu teuer gewesen“, ist Bergmann überzeugt. Auch wenn Wehmut aufkommt: „Hier hat so mancher seinen Tanzkurs absolviert“, sagt Vizepräsident Robert Beck.

„Hier entsteht das erste SportVereinsZentrum in Hohenlohe“

Doch jetzt geht es auf zu neuen Ufern: Der TSV plant ein SportVereinsZentrum – das KÜNfit, das der Gesundheit, der Prävention und dem Vereinssport dienen soll. Der Spatenstisch soll im September 2020 erfolgen, das ganze Gebäude im Oktober 2021 fertig sein. Pünktlich zum 175-jährigen Jubiläum des Vereins. „Wir planen seit vier Jahren“, blickt Bergmann zurück. Damals gab es erste Gespräche mit Jan Philippiak, dem Vorsitzenden der Heinz Ziehl Stiftung, anschließend mit der Stadtverwaltung Künzelsau und Banken. Außerdem gab es eine Untersuchung, ob ein solches Zentrum überhaupt lukrativ ist. „In ganz Baden-Württemberg gibt es nur 50 solcher Zentren“, sagt Bergmann stolz. „Unseres wird das erste in Hohenlohe.“ Weitere gibt es beispielsweise in Calw und Rottweil. Die Kosten für das KÜNfit belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. 400.000 Euro davon übernimmt die Stadtverwaltung Künzelsau, 300.000 Euro kommen vom Württembergischen Sportbund. Hinzu kommen Eigenmittel des Vereins. „Die Finanzsituation war so, dass wir das tragen können“, so Bergmann. Rund 55 Euro monatlich soll zudem nachher der KÜNfit-Mitgliedsbeitrag kosten.

„Wir wollen den Magnet im Sofa ausbauen“

Die Ursprungsidee dahinter: Man wollte mehr Mitglieder gewinnen. Der Verein hatte im Laufe der Jahre immer weniger Mitglieder. Zudem werde die Altersstruktur in den Vereinen immer älter, glaubt Bergmann, der bedauert, dass im KÜNfit kein Platz mehr für eine Bewegungslandschaft für Kinder sei. „Die Vereine haben es bisher verschlafen, den Gesundheitssport aufzugreifen“, so Bergmann weiter. Das sei ein wachsender Markt, den die Vereine nicht den Fitnessstudios überlassen dürften. Deshalb soll der Schwerpunkt des KÜNfit auch auf dem Bereich Gesundheit liegen.“Wir wollen den Magnet im Sofa ausbauen“, lachen die beiden Vereinspräsidenten verschmitzt. „Man muss die Leute da hinlupfen.“ Hinterher würden sie dann schon merken, wie gut ihnen die Bewegung tut.

Die Handwerker auf der Baustelle sollen aus der näheren Umgebung sein

„Natürlich haben wir uns vorher schlau gemacht“, sagt auch Robert Beck. Die Studie wurde mit einem Fachbüro durchgeführt und man hat sich auch andere dieser Zentren angeschaut. Heraus kam: 800 Mitglieder muss der Verein mindestens haben, dann könne sich das Projekt in vier bis fünf Jahren armortisieren. Zurzeit hat der TSV 1350 Mitglieder und verwaltet mit dem FV Künzelsau insgesamt rund 1500. Der Gemeinderat stimmte dem Projekt 2019 zu, in einer außerordentlichen Hauptversammlung 98 Prozent der Vereinsmitglieder. Die Architektin vom Architektenbüro Auch und Binder in Weinstadt hat bereits Erfahrung in dem Sektor. „Da haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht“, sind sich Bergmann und Beck einig. „Die Ausschreibung an den Generalunternehmer war top.“ Ganz wichtig ist den Vereinspräsidenten auch, dass die Handwerker, die auf der Baustelle arbeiten werden, aus der näheren Umgebung sind.

Sieben Tage in der Woche trainieren

In dem neuen zweigeschossigen Gebäude soll im oberen Stock neben einem Gymnastikraum eine 300 Quadratmeter große Trainingsfläche mit modernen Trainingsgeräten entstehen. Durch dessen große Glasfront wird es einen weiten Blick auf das Sportgelände und den Kocher geben. Zum Treffpunkt für alle Generationen soll eine Theke, an der Getränke ausgegeben werden, werden. Im Untergeschoss findet ein weiterer kleiner Gymnastikraum ebenso Platz wie Lager- und Besprechungsräume. Für die Fußballer wird es einen separaten Bereich mit einer Outdoor-Küche für die Stadionwurst geben. Und schließlich das Highlight für viele: eine Sauna mit Garten. „Wir werden ein volles Kursprogramm anbieten und sieben Tage die Woche ganztags geöffnet haben“, blickt der Präsident voraus. „Dazu haben wir einen hauptamtlichen Trainer und qualifizierte Mitarbeiter, am Ende fünf bis sieben Leute, die sich um die Sportler kümmern.“ Momentan seien die Mitglieder ehrenamtlich tätig, die dafür eine Übungsleiterpauschale erhalten. Auch die TSV Geschäftssstelle, die noch im Gersthaus residiert, soll in das neue Zentrum einziehen.

„Wegen Corona ist die Suche nach Sponsoren schwierig“

Im Rahmen einer Bachelor-Arbeit hat der Sportverein eine weitere Studie erstellen lassen, in der es vor allem um die Öffentlichkeitsarbeit für das KÜNfit ging. „Wir wollten wissen, was wir als pre-Opening machen können“, erklärt Vizepräsident Beck. Über Pressearbeit und Social Media-Kanäle soll das neue Zentrum beworben werden. Es soll Baustellenbesichtigungen geben und außerdem könnte sich der Verein bei der Fernsehsendung „Kaffee oder Tee“ präsentieren. Zudem will man das Projekt beim Weihnachtsmarkt, auf dem Stadtfest nächstes Jahr und natürlich beim Jubiläumsfestakt im April 2021 vorstellen. Außerdem soll es im September 2021 eine Ausstellung in der Sparkasse Hohenlohekreis geben – über diese Bank werden die Kredite abgewickelt. Noch ist der Verein auf der Suche nach Sponsoren. „Wir wollen Bausteine verkaufen, was im Moment wegen Corona schwierig ist“, erklärt Bergmann. Im Eingangsbereich des KÜNfit soll eine Sponsorentafel aufgehängt werden.

„Mehr Beweglichkeit für die Kunden“

Das Vereinspräsidium will die Kooperationsvereine integrieren, deren Mitglieder ebenfalls im KÜNfit trainieren können. Auch die Hochschule will der Verein erreichen, ebenso wie die Jugendlichen. „Die wollen sich heute nicht mehr binden“, sagt Vizepräsident Beck. „Zu uns können sie flexibel kommen.“ Die große Masse der Leute bekomme man heutzutage nicht mehr, da immer weniger Bindung an den Verein da sei. Auch deshalb brauche es mehr „Beweglichkeit für den Kunden“. Interessenten an einer Mitgliedschaft im KÜNfit können bereits jetzt eine Absichtserklärung, die noch kein Vertrag ist, abgeben. Überhaupt setze der TSV Künzelsau viel auf Kooperationen mit anderen Vereinen. Silvia Hertweck betreut die Geschäftsstellen der beiden Sportvereine in Künzelsau und Ingelfingen – „das funktioniert wunderbar“. Mit anderen Vereinen teile man sich die Kosten für die Trainer, die dann hauptamtliche Profis seien. Der TSV Künzelsau sei zu klein und schon deswegen müsste er mit anderen Vereinen zusammenarbeiten. „Kooperationen sind immer besser“, sind die Vereinspräsidenten überzeugt. Doch bei manchen Kirchturmvereinen sei das nur schwer anzubringen.

Text: Sonja Bossert

Das alte Sportheim des TSV Künzelsau soll einem modernen SportVereinsZentrum weichen. Foto: GSCHWÄTZ

Die Vereinspräsidenten Erwin Bergmann (links) und Robert Beck freuen sich auf das neue KÜNfit. Foto: GSCHWÄTZ

 

Das leergeräumte alte Sportheim vor dem Abriss. Foto: GSCHWÄTZ