„Altes bewahren, neues beginnen“
Als Kristin Walter, Bürgermeisterkandidatin für Krautheim, von unserer Redaktion gefragt wurde, an welchem ihrer Lieblingsorte in Krautheim wir das Interview mit ihr führen sollen, war für sie gleich klar: an der Burg sollte es sein. Denn die Burg stehe sinnbildlich für ihren Leitspruch: „Altes bewahren und neues beginnen.“
Kultur, Vereine und die gelebten Werte in Krautheim
Die dreifache Mutter arbeitet seit 2,5 Jahren im Rathaus in Krautheim, derzeit noch unter Andreas Köhler. Der aktuelle Rathauschef hat im Januar 2023 seinen Rücktritt erklärt. Da habe Kristin Walter, so berichtet sie es, für sich entschlossen: „Ich packe das an, durch meine Erfahrung, die ich im Laufe der Jahre sammeln konnte, möchte ich gemeinsam mit den Krautheimern Neues beginnen und altes weiterführen.“ Das Alte, darunter versteht die Verwaltungsangestellte und gelernte Wirtschaftsfachwirtin, insbesondere die Kultur, Vereine – wie Lemia, die Blaskapellen, der TSV, die Burg oder der Reitverein – und die gelebten Werte in dem Jagsttalstädtchen.
Beim Regierungspräsidium Stuttgart
Bevor sie in Krautheim gearbeitet hat, war sievon 2015 bis 2020 stellvertretende Leiterin der Ausländerbehörde beim Regierungspräsidium Stuttgart, Außenstelle Wertheim. Hier war sie für die Bewilligung der verschiedenen Förderprogramme für Flüchtlinge zuständig.
Mehr Bürgernähe
Der Wunsch nach mehr Bürgernähe und damit direktem Kontakt mit den Menschen führte sie schließlich ins Rathaus nach Krautheim. „Mein Wunsch war es, in verschiedenster Art und Weise für die Bürger:innen tätig zu sein. Aktuell arbeitet die 42-Jährige hier als Kassenverwalterin und Marktmeisterin.
In der Verwaltung digitaler werden
Unter anderem die Herbstmesse nach Corona beziehungsweise mit einem angepasstem Coronakonzept hat sie organisiert, eine der Höhepunkte im Jahr in Krautheim. Sie möchte as Bürgermeisterin Krautheim auch in der Verwaltung in die Moderne führen, digitaler werden, vernetzter, auch mit den Vereinen, die sich mit ihren Ehrenamtlichen so sehr engagieren. „Corona hat schmerzhaft gezeigt, wie wichtig dieser Bereich ist.“
Geänderte Öffnungszeiten, mehr Bürgernähe, eine „bürgerfreundliche Kommunikation und offene Rathaustären sind mir wichtig“.
Investorensuche für das ZG-Areal nicht einfach
Sie weiß: „Die Stadtentwicklung brennt den Bürger:innen unter den Nägeln.“ Etwa das derzeit brach liegende ZG-Areal im Herzen Krautheims, das auch ihr Mitbewerber Marcel (Koppe) bemängelt hat. „Leider macht es die derzeitige Situation der Investorensuche nicht leicht“, sagt sie. Auch sie ist unzufrieden mit der Situation. Es habe eine Anfrage eines Drogeriemarktes gegeben, die sehr gut in das Innenstadtkonzept gepasst hätte. Dieser Investor sei aber wieder abgesprungen. Es habe auch verschiedenste Konzepte von der Stadt gegeben, die aber nicht umsetzbar waren. Walter würde hier „komplett neue Wege in der Ideenfindung gehen, etwa in Form einer Ausschreibung“.
Leerstände von Läden in der Innenstadt verhindern
En weiteres Problem: Auch Krautheims Einwohnerschaft altert, unter anderem die Ladenbesitzer: So findet auch nicht jeder von ihnen einen Nachfolger, wenn er oder sie in den Ruhestand geht. Leerstände bleiben nicht aus. Kristin Walter möchte hier generell mehr werben für die Stadt Krautheim, unter anderem über die sozialen Medien, um auch neue Ideen in der Stadt ankommen zu lassen, vorstellbar wären hier etwa ein Bio-Laden, eine Eventlocation oder ähnliches. Wichtig sei für die Start-up-Betreiber:innen, dass „wenn man neues erschafft, rentabel wirtschaften kann“. Sprich: Die Preise für Immobilien oder die Mieten müssen zu den Einnahmen, die hier erzielt werden können, passen.
Ausbau der Kinderbetreuung
Kristin Walter lebt derzeit in Gerichtstetten, einem Ortsteil von Hardheim. Sie war mit ihren drei Kindern (20, 12 und 8 Jahre) immer berufstätig. Daher sei es ihr auch ein besonderes Anliegen, dies auch anderen Müttern möglich machen zu können, die das möchten. Der Ausbau der Kindergarten- und Schulbetreuung in Krautheim sei wichtig, um den Frauen diese Möglichkeiten geben zu können. „Für Kinder unter einem Jahr gibt es derzeit keine Ganztagesbetreuung als Ergänzung zu den bisherigen Angeboten“, erklärt sie. Ab 2026 gäbe es für Eltern an Grundschulen einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagesbetreuung. Den Ausbau hierfür möchte sie für Krautheim schon vorher angehen. Gelebte Werte wie Familienfreundlichkeit machen Krautheim als Stadt attraktiver und locken mehr junge Familien an. Dieser Zuzug und damit auch der Zuzug von Kaufkraft sei immens wichtig, damit sich eine Stadt weiterentwickeln könne.
Familien, Vereine, Kultur, Stadtentwicklung, Wirtschaft. Das sind die Schwerpunkte, die Kristin Walter sich im Wahlkampf gesetzt hat und die sie umsetzen möchte, wenn sie am 07. Mai 2023 von den Krautheimern gewählt werden würde.

Kristin Walter bewirbt sich als neue Bürgermeisterin in Krautheim. Foto: GSCHWÄTZ