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Die barmherzigen Brüder wollen das Hohenlohe Krankenhaus übernehmen // Neumann: „Rettungsdienst muss ausgebaut werden“

Die barmherzigen Brüder, kurz BBT-Gruppe genannt, übernehmen aller Voraussicht nach die Mehrheitsanteile an der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH (HK). Der Kreistag des Hohenlohekreises entscheidet in seiner nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch, den 21. März 2018, um 14.30 Uhr in Pfedelbach, ob er dem Angebot zustimmt. Bis zum Schluss des Bieterverfahrens gab es noch einen zweiten Mitbewerber, der sein Angebot jedoch zurückgezogen hat. Der Name des Mitbewerbers ist bislang nicht bekannt. Das geht aus einer aktuellen Sitzungsvorlage zum nächsten Kreistag hervor.

 

// Gesundheitscampus soll kommen //

 

Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann äusserte sich nur wenige Stunden nach Veröffentlichung der Sitzungsvorlage zu dem voraussichtlich neuen Mehrheitseigner in einer schriftlichen Stellungnahme: „Falls sich der Kreistag für das Angebot der BBT-Gruppe entscheidet, gewinnt unser Kreis einen starken strategischen Partner in der Gesundheitsversorgung, welcher von Anbeginn mit in die Verantwortung geht. Für Künzelsau sehe ich bei einer Entscheidung für diesen Partner eine große Chance, den Standort als Gesundheitscampus in eine gute Zukunft zu überführen. Gleichzeitig bleiben die Forderungen der Stadt Künzelsau bestehen, dass begleitend zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Künzelsau unter anderem auch der Rettungsdienst weiter ausgebaut werden muss.“

Wie genau das Krankenhausgebäude in Künzelsau nach der geplanten Schließung im Jahr 2022 genutzt werden soll, ist noch nicht bekannt. In der Sitzungsvorlage zur kommenden Kreistagssitzung heißt es: „Die BBT-Gruppe hat für den Standort Öhringen ein medizinisches Konzept erstellt, ebenso ein medizinisches Konzept für den Standort Künzelsau. Dieses Nachnutzungskonzept der BBT-Gruppe für Künzelsau zeigt fünf verschiedene Modelle oder Varianten auf, die von BBT nach Übernahme der Geschäftsanteile an die HK innerhalb definierter Fristen noch weiter zu konkretisieren sind. Ein Nachnutzungskonzept für Künzelsau ist einzig kommunal zu finanzieren.Über ein entsprechendes Konzept muss der Kreistag im Laufe des Jahres 2018 entscheiden. Des Weiteren beinhaltet das Konzept der BBT-Gruppe ein Investitionskonzept zum Klinikneubau Öhringen sowie ein Zielkonzept für die im gesamten Hohenlohekreis vorhandenen Seniorenheime.“

 

// Landrat: „Sicherstellung einer hochwertigen Versorgung“ //

 

Der Landrat des Hohenlohekreises, Dr. Matthias Neth, hat sich in einer offiziellen Pressemitteilung zu der bevorstehenden Krankenhausentscheidung geäussert: „Ich freue mich, dass wir das Markterkundungsverfahren zu einem Ende bringen konnten und dem Kreistag nach breiter Markterkundung und intensiver Verhandlungen die bestmöglich erreichbare Partnerschaft vorschlagen können. Wir haben eine breite öffentliche Ansprache aller möglichen Interessenten und Investoren sichergestellt, für jeden stand das Verfahren offen. Mein Dank gilt an dieser Stelle den Mitgliedern des Lenkungsausschuss für ihren engagierten Einsatz im Rahmen der sieben Sitzungen und auch darüber hinaus.“

Neth ist „davon überzeugt, dass diese strategische Partnerschaft im Hohenlohekreis langfristig die Krankenhausversorgung sicherstellen wird und für den Hohenlohekreis große Chancen bietet. Gemeinsam in einem großen Verbund und durch eine strategische Zusammenarbeit mit allen Partnern der Region ist die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und modernen Versorgung in Medizin und Pflege unser Ziel. Jetzt liegt es am Kreistag, das Bieterangebot zu bewerten und über die Übertragung der Unternehmensanteile zu entscheiden.“

Die Bürgerinitiative, die für den Erhalt des Krankenhausstandortes Künzelsau gekämpft hat, wollte sich erst nach der Kreistagssitzung am kommenden Mittwoch, den 21. März 2018,  zu dem eventuell neuen Mehrheitseigner, den barmherzigen Brüdern, äussern.

 

 

// Kosten Künzelsau //

 

Künzelsau sei der größte Kostenträger innerhalb der HK für die Jahre bis zur Schließung. In der Sitzungsvorlage heißt es: „Die Hauptkosten sind hierbei vor allem der Weiterbetrieb des Standortes Künzelsau, der pro Jahr weiterhin zirka fünf Millionen Euro kosten wird. Ebenso sind Belastungen aus den Vorjahren, die Schließungskosten Künzelsau und die Kosten der Nachnutzung in Künzelsau in jedem Fall vom Hohenlohekreis zu erbringen. Für das Jahr 2018 bedeutet dies, dass zuzüglich zu den schon veranschlagten 5,373 Millionen Euro weitere 2,5 Millionen Euro bereitzustellen sind.“ Der geplante Neubau in Öhringen schlägt mit 100 Millionen zu Buche, so die derzeitigen Schätzungen – rund die Hälfte davon soll das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Krankenhausstrukturfonds tragen.
Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann betonte in seiner Pressemitteilung: „Der Landkreis steht weiterhin in der Verantwortung für den Mittelbereich Künzelsau und ich sehe den Willen des Kreistages, des Landrates und der BBT-Gruppe hier ein gutes und nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.“
// Bilanz des Hohenloher Krankenhauses //
Das HK hat bis zum Jahr 2011 schwarze Zahlen geschrieben. Die vergangenen Jahre hat sich das Defizit jedoch jährlich vergrößert. 2015 lag das Defizit bei 1,7 Millionen Euro, 2016 bei 2,1 Millionen Euro, 2017 bei 4,4 Millionen Euro. Das Krankenhaus weist in seinen Bilanzen allerdings auch erhebliche Rückstellungen auf. 2016 lagen diese Rückstellungen bei 7,4 Millionen Euro, allein 3,6 Millionen Euro für Risikovorsorge.

// Wer sind die barmherzigen Brüder? //

Hinter der BBT-Gruppe verbergen sich die barmherzigen Brüder Trier gGmbH mit Sitz in Koblenz. Die Gruppe hat laut der Sitzungsvorlage des Landratsamtes rund 80 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, unter anderem Krankenhäuser und Seniorenheime. In der Region ist die BBT-Gruppe unter anderem Mehrheitsgesellschafter des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim, des Krankenhauses Tauberbischofsheim und der Sanitas Tauberfranken (Physiotherapiepraxis und Physiotherapieschule).
Fotos // GSCHWÄTZ/Archiv



Wir sind so gut im Russland-Bashing – Aber sind wir wirklich so viel besser?

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

Ein Russland-Kenner, der heute morgen in SWR 1 zu den Russland-Wahlen am kommenden Sonntag, den 18. März 2018, zu hören war, war sich sicher: Wladimir Putin gewinnt die Wahl, weil er sehr populär in Russland sei, obwohl er viele innenpolitische Baustellen habe. Als Beispiel nannte er die Gesundheitspolitik, die Bildungspolitik und die Infrastruktur. Da musste man als Zuhörer schon fast schmunzeln. Genauso gut könnte er von Deutschland gesprochen haben. Wir sind wirklich gut darin, unsere östlichen Nachbarn, allen voran Russland und Wladimir Putin zu kritisieren oder über die USA den Kopf zu schütteln, wie das Volk nur einen Donald Trump zum Präsidenten wählen konnte. Bei unserem eigenen innenpolitischen Scherbenhaufen zucken wir lediglich mit den Schultern oder – noch schlimmer – die Parallelen, etwa zu Russland, fallen uns gar nicht auf.

Ja, hätte denn ersthaft jemand am Sieg von Angela Merkel gezweifelt – obwohl es reihenweise Pleiten, Pech, Pannen und vor allem Stillstand bei innenpolitischen Problemen in den vergangenen Jahren gab? Es hat sich weniger als nichts getan in der Gesundheitspolitik, in der Bildungspolitik und der Infrastruktur. Viel versprochen, noch weniger gehalten, stattdessen wurde vieles heruntergekürzt. Lediglich die Diätenerhöhung war sicher. Und was sich jetzt frisch gedruckt auf dem Koalitionspapier lesen lässt, interessiert sowieso das Gros der Bevölkerung nicht mehr, weil die Umsetzung dieser ganzen Heilsversprechen ohnehin in den Sternen steht.

// Deutschlands Baustelle 1 //

Unsere Gesundheitspolitik hat sich in den vergangenen Jahren in allen Bereichen verschlechtert: zahlreiche Krankenhäuser wurden deutschlandweit geschlossen, in der Stadt und auf dem Land herrscht Ärztemangel, der in den kommenden Jahren noch größer werden wird, Rettungsdienste beklagen eine so dünne Personaldecke wie noch nie, die staatlichen Pflegeheime sind zwar teuer, aber Pflegekräfte bekommen trotzdem nur ein Azubigehalt oder häufen Überstunden ohne Ende an.

// Deutschlands Baustelle 2 //

Deutschland war mal Klassenprimus in der Bildungspolitik – Sie erinnern sich vielleicht noch, das war zu einer grauen Vorzeit. Das ehemalige Musterländle Baden-Württemberg hatte stets Platz 2 bei den Pisastudien sicher, nach Bayern. Nun dümpeln unsere Kinder im Lesen, Schreiben und Rechnen auf den hintersten Plätzen herum. Viele Schulen beklagen einen Mangel an Lehrern, so dass es zu immer mehr Unterrichtsausfällen kommt und die Klassen immer größer werden. Geld wurde vor allem an den Grundschulen jahrelang nicht investiert – dort, wo der Samen für Bildung gesetzt wird.

// Deutschlands Baustelle 3 //

Über Infrastur sprechen wir lieber erst gar nicht. So wurde manch ein fast nie benutztes landwirtschaftliches Sträßchen im Kocher– und Jagsttal wurde bestens asphaltiert. Die A6 aber – die Problemzone für alle Pendler – ist so stark belastet, dass es andauernd zu Unfällen kommt. Permanente Baustellen und Unfälle zusammen – ergibt was? Richtig. Staus. Wartezeiten. Stillstand. Frust. Wann kommt der Ausbau?

Wohin sind in den vergangenen Jahren die sprudelnden Steuereinnahmen geflossen, die der ehemalige Finanzminister Woflgang Schäuble postuliert hat? Das fragen sich viele Bürger zu Recht.

A propos Altlasten: Wo ist eigentlich der beinahe-Aussenminister Martin Schulz (SPD) abgeblieben?

Foto: adobe stock




Jetzt wird’s persönlich

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann zur Berichterstattung der Hohenloher Zeitung über Dr. Andreas Eckle (BI) und Dr. Andor Toth

Eine „Hasskampagne“ sei von der Bürgerinitiative zum Erhalt des Hohenloher Krankenhauses (BI) gegen Dr. Andor Toth gefahren worden, so sagt es Uwe Heer, Chefredakteur der Heilbronner Stimme und Hohenloher Zeitung, in seinem 360-Grad-Video von vergangener Woche, während er eigentlich gerade dabei war, die Vorzüge des Sole- und Saunaparadieses Rappsodie in Bad Rappenau vorzustellen. So ein Verhalten sei „menschenverachtend“ und „unterste Schublade“. Dann stellte er weiter die Vorzüge der Therme vor. Was ist passiert?

Für alle, die das Thema Hohenloher Krankenhaus (HK) längst ad acta gelegt haben: Andor Toth war der ehemalige Geschäftsführer der HK, Vorgänger des jetzigen Geschäftsführers Jürgen Schopf. Der Aufsichtsrat der HK hat sich von ihm nach einer kurzen Amtszeit als Geschäftsführer getrennt und Jürgen Schopf zum 01. Februar 2017 zum neuen Geschäftsführer bestellt. Danach bewarb sich Andor Toth bei dem Zollernalb-Klinikum in Balingen als Geschäftsführer.  Laut diversen Aussagen von hiesigen Kreisräten während einer Kreistagssitzung im Juni 2017, nun von der Hohenloher Zeitung noch einmal recherchiert und von dem Landrat in Balingen bestätigt, gab es wohl Anrufe von Seiten der BI beim Balinger Klinikum mit Verweis auf das wenig rühmliche Abschneiden Toths während seiner Zeit in Künzelsau und Öhringen. Dies soll nun der Grund gewesen sein, warum Toth den dortigen Posten nicht bekommen habe.

Dr. Andreas Eckle soll laut der HZ der böse Bube gewesen sein, der hinter den Anrufen gesteckt kat. Eckle hat gegenüber der HZ schon vor einiger Zeit gesagt, dass er nicht dort angerufen hat. Trotzdem wird sein Name wieder aufs Tableau gebracht und auch seine Frau findet Erwähnung. In einem Kommentar schreibt Uwe Heer: „Dass er [Eckle] seine Gegner vernichten will, das ist schäbig. Seine Frau wird übrigens neue Vorsitzende des Sportkreises Hohenlohe. Dort legt man Wert auf Fair Play. Sie sollte ihrem Mann darin Nachhilfe geben.“

Als Chefredakteur einer unabhängigen Zeitung macht  Heer mit seinen brachialen Sätzen genau das, was er Eckle vorwirft: Er diffamiert eine Person persönlich, hat jedoch keine Beweise, dass Eckle dort angerufen hat. Auch vor Gericht gilt: Wenn es keine Beweise gibt, im Zweifel für den Angeklagten. Fair Play, oder?

Fotos // Youtube, GSCHWÄTZ




Mitarbeiterin verklagt Hohenloher Krankenhaus

„Und wo liegt das eigentliche Problem?“, fragt Richter Michael Schanz trocken in die Runde beim Gütetermin im Saal sechs des Arbeitsgerichts Heilbronn am Dienstag, den 12. September 2017 um 11.30 Uhr.

Corinna Moisel, Führungsassistentin bei der Hohenloher Krankenhaus GmbH (HK), hatte gegen ihren Arbeitgeber gegen zwei Abmahnungen geklagt, die sie innerhalb kürzester Zeit hintereinander bekommen hatte. In einer Abmahnung beklagte die HK, dass Moisel sich nicht schnell genug krank gemeldet habe. Moisel begründete dies damit, dass sie Urlaub hatte und während ihres Urlaubes krank wurde. Zunächst habe sie gedacht, bis ihr Urlaub vorbei ist, werde sie wieder gesund sein. Doch bereits am nächsten Tag sei eine deutliche Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes eingetreten, so dass sie zum Arzt ging. Dieser wiederum schrieb sie rückwirkend für den Vortag krank. Moisel reichte die Krankmeldung umgehend ein. Die HK bemängelte, dass Moisel sich damit erst einen Tag zu spät krank gemeldet habe.

Richter Schanz runzelte die Stirn: „Einen richtigen Verstoß sehe ich nicht.“ Die Arbeitnehmerin habe „ohne schuldhaftes Zögern“ gehandelt. Er schlägt daher zur gütlichen Einigung vor, die Abmahnung zum 30. November 2017 wieder aus der Personalakte zu entfernen.

Die zweite Abmahnung erhielt Moisel nach einem Gespräch mit dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden der HK – selbst nicht anwesend beim Gütetermin. Dieser habe erklärt, so der HK-Anwalt, dass Moisel ihn darauf hingewiesen habe, dass ein Arzt aus Krautheim und Kreistagsmitglied, in einer Gemeinderatssitzung gesagt habe, dass er keine Patienten mehr ins Krankenhaus Künzelsau einweise, da es dort keine Notfallambulanz mehr gäbe. „Es werden Gerüchte mit falschen Tatsachen verbreitet. Das ist ein Stück weit Stimmungsmache“, begründet HK-Anwalt Reinhard Möller die Abmahnung. Eine Abmahnung als Antwort „ist doch das, was ein fürsorglicher Arbeitgeber tun müsse“, erklärte er.

Moisel hingegen bestritt, dies so gesagt zu haben. Sie habe ausdrücklich zu dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden gesagt, dass sie über Dritte gehört habe, dass der Arzt dies gesagt habe. Sie habe keine falschen Tatsachen verbreitet. Im Gegenteil. Sie wollte verhindern, dass falsche verbreitet werden, betonte sie. Daher habe sie den stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden gebeten, dem Arzt auszurichten, er könne weiterhin seine Patienten ins Künzelsauer Krankenhaus überweisen, „denn die Notaufnahme ist an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden gewährleistet“.

Die HK, so Anwalt Reinhard Möller, hätte sich gewünscht, dass sich Moisel mit derartigen Dingen direkt an die Geschäftsführung wende. Bevor man gleich abmahne, hätte man dies ja in einem Gespräch klären können, warf der Anwalt von Corinna Moisel, Prof. Dr. Detlef Langbein, ein. Zudem sei Moisel, legte HK-Anwalt Möller nach, für derartige Dinge nicht zuständig. „Was gehört denn als Führungsassistentin zu ihren Aufgaben?“, fragt Richter Schanz HK-Anwalt Möller. Dieser weiß darauf keine Antwort.

Man einigt sich auch in diesem Fall. Auch die zweite Abmahnung wird aus der Personalakte entfernt – und zwar zum 30. Juni 2018.

„Meine Mandantin ist mit dem Ausgang der Güteverhandlung sehr zufrieden“, sagt Anwalt Langbein gegenüber GSCHWÄTZ.

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So zerstört man Vertrauen.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

Wozu gibt es einen Betriebsrat? Sicher nicht, um in Mitarbeitern Ängste zu schüren, nach Gesprächen mit ihm eine Abmahnung zu kassieren. Ein Betriebsrat soll eine Vertrauensperson sein. Im HK ist dies nicht mehr der Fall. Viel Unterstützung erfuhr Corinna Moisel von den Mitarbeitern der HK wegen ihrer Klage. Diese betonten, wie sehr sich Moisel für das HK einsetzt. Dass die HK ihr nun den Vorwurf gemacht hat, rufschädigend dem Krankenhaus gegenüber zu agieren, ist geradezu lächerlich. Hier müsste sich eher die obere Managementebene an die Nase fasssen, die wegen ihres internen Verhaltens von zahlreichen Mitarbeitern in der Kritik steht. Allein die auf derart wackligen Füßen stehendne Abmahnungen sprechen für sich.




Praxisklinik auf Schloss Stetten

// Professor Karle und Christian von Stetten bald Klinikchefs?

„Es gibt Gerüchte, dass Sie eine Praxisklinik zusammen mit Professor Dr. Christoph Karle in Schloss Stetten mit Schwerpunkt Kardiologie planen.“ Ob das zutreffe, haben wir den Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten unlängst gefragt.

Medizinische Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten

Seine Antwort: „Wie Sie wissen, habe ich mich sehr für den Erhalt des Künzelsauer Krankenhauses eingesetzt. Nach dem die politische Mehrheit aber anders entschieden hat, arbeiten wir an Möglichkeiten, die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Kochertal (von Niedernhall bis Braunsbach) und im Jagsttal (von Mulfingen bis Langenburg) aufrecht zu erhalten oder in bestimmten Punkten zu verbessern. Dazu gehört: neue Arztpraxen anzusiedeln oder bestehende zu modernisieren und auszubauen. Auch ein neuer Rettungswagenstandort im Bereich Buchenbach/Nitzenhausen/Langenburg sowie die Einbeziehung der militärischen Hubschraubersanitätsstaffel in Niederstetten würde die Situation entschärfen. Intensiv bemühe ich mich auch um einen mit einer Stroke Unit ausgestatteten Krankenwagen, um den Bürgern die Sicherheit zu geben, dass sie im Fall der Fälle schnell versorgt werden können.“

Es sei jedoch noch zu früh, um mitzuteilen, welche dieser Projekte tatsächlich realisiert werden können. Also alles nur Wahlkampfgetrommel?

eine Klinik sowohl für Privat- als auch für Kassenpatienten

Auf die Frage nach der Praxisklinik selbst ist von Stetten nicht eingegangen. In einem Gespräch mit GSCHWÄTZ äusserte er sich nur insofern, dass es eine Klinik sowohl für Privat- als auch für Kassenpatienten sein solle.

Mehrere Quellen berichten, dass man nur noch auf die Baugenehmigung warte, um mit dem Bau der dafür notwendigen Gebäude in Schloss Stetten beginnen zu können.

Es soll sich um eine private kleine Klinik handeln, die Patienten im Bereich der Kardiologie behandelt. Ein Ersatz für ein vollwertiges Krankenhaus mit einer Grund- und Regelversorgung wäre es zwar nicht, aber der Versorgungsbereich rund ums Herz wäre abgedeckt.

In unmittelbarer Reichweite dieser Praxisklinik befände sich das von den von Stettens betriebene Seniorenheim und damit unter anderem potenzielle Kunden direkt vor Ort.




Intensivstation Öhringen erfüllt Standards nicht

// Kritik an Plänen, aus Einbett- Zweibettzimmer zu machen

Nachdem die Schlaganfalleinheit nahezu sang- und klanglos am 04. Juli 2017 von Künzelsau nach Öhringen verlegt wurde (die Mitarbeiter wurden erst am Tag des Umzugs in einem offiziellen Schreiben informiert), gibt es wohl schon seit Monaten Überlegungen, die Intensivstation in Öhringen zu verändern – aus Einbettzimmern sollen Zweibettzimmer gemacht werden. In einem internen Protokoll wurden diese Pläne kritisiert: „Aus Sicht von Dr. Maria Martin ist eine Umnutzung der Ein- zu Zwei-Bettzimmer auf der Intensivstation aus hygienischer Sicht nicht zu vertreten.“ Es gelte, die Mindestabstände sowie eine Mindestgröße zu beachten. Weiter heißt es sogar: „Die bisher als Einzelzimmer genutzten Zimmer erfüllen bereits die Empfehlungen zur Nutzung als Einzelzimmer nicht.“

Jürgen Schopf, Geschäftsführer der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH, äusserte sich auf GSCHWÄTZ-Nachfrage wie folgt: „Bauliche Veränderungen oder Änderungen in der Nutzung unserer Intensivstation am Krankenhaus Öhringen sind derzeit nicht geplant.“

Mehr dazu in unserer aktuellen Ausgabe von GSCHWÄTZ // jetzt überall im Zeitschriftenhandel

// Foto 2: Krankenhaus Öhringen

// Foto 3: aktuelle Ausgabe von GSCHWÄTZ

11. August 2017