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Alle Jahre wieder…

…kommt das Hochwasser mittlerweile in das Kocher- und Jagsttal hernieder. Auch in diesem Jahr ist es wieder soweit. Diverse Straßen, Wiesen und Felder stehen nach tagelangem Dauerregen wieder unter Wasser. Seit der Never-forget-Überflutung von 2016 scheinen sich derartige Wetterextreme zu häufen.

Lediglich die Auswirkungen sind nicht dieselben, da einige Städte und Gemeinden seitdem mittlerweile diverse Vorkehrungen getroffen haben, wie etwa die Stadt Niedernhall mit einem Hochwasserwall, der an der Hauptstraße entlang des Kochers errichtet wurde, so dass diese nicht mehr überschwemmt werden kann, sollte der Kocher an diesen Stellen wieder über die Ufer treten.

Indes steigen die Pegelstände von Kocher und Jagst aufgrund des anhaltenden Regens weiter an.

Auch wenn das Hochwasser eher mild ausfällt, könnten Jagst und Kocher laut der Hochwasserversorgungszentrale stellenweise auch in diesen Tagen wieder über die Ufer treten – das warnte die HVZ bereits am Freitagvormittag. Vereinzelt könnten auch land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet werden.

Video: GSCHWÄTZ/DauerregenKocher/200/Archiv




Vermeintlicher Ölfilm stellt sich als Schmutzfilm auf dem Kocher heraus

Eine Gewässerverunreinigung auf dem Kocher hat am Donnerstag, den 11. November 2021, für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Am Nachmittag, gegen 16 Uhr, wurde ein Ölfilm auf dem Kocher in Forchtenberg, auf Höhe der Kocherbrücke, gemeldet. Um eine Umweltkatastrophe zu verhindern, wurde vorsorglich eine Ölschlinge zwischen der Brücke und dem Wehr aufgebaut.

Nach weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass es sich bei dem vermeintlichen Ölfilm um einen Schmutzfilm auf der Wasseroberfläche handelte. Nach weiterer Absuche des Kochers seitens der Feuerwehr konnte keine weitere Verschmutzung festgestellt werden. Die Ermittlungen dauern an.




Kocher: Pegelstand von deutlich über 2m erwartet

Dauerregen in Künzelsau, alles erscheint grau in grau. Bunte Regenschirme sorgen für den ein oder anderen Farbtupfer.

Dauerregen in Künzelsau.
Foto: GSCHWÄTZ

 

Dauerregen in Künzelsau.
Foto: GSCHWÄTZ

Der Kocher steigt und steigt und steigt – am Vormittag des 9. Juli 2021 innerhalb weniger Stunden von 70 cm auf 176 cm, die Vorhersage geht auf bis zu 250 cm.

Dauerregen in Künzelsau.
Foto: GSCHWÄTZ

Der Künsbach am oberen Markt. Foto: GSCHWÄTZ

Der Künsbach am oberen Markt. Foto: GSCHWÄTZ

Die Brücke nach Scheurachshof ist nicht mehr zu sehen. Foto: GSCHWÄTZ




Baumfäller mit Hang zum Anarchismus

Auf einmal standen diese Schilder da am Straßenrand. Zwischen Ohrnberg und Möglingen waren sie im vergangenen Herbst plötzlich aufgetaucht. „Biberwechsel“ steht darauf und: „19-7 h“. Gibt es so viele Biber in Ohrnberg, dass sich ein Schild lohnt, um auf sie hinzuweisen wie andernorts auf die Schulwege der Kinder?

Gibt es so viele Biber, das sich ein Schild lohnt?

Die Frau, die das weiß, ist Petra Kuch. Die Öhringerin ist im Auftrag des Landratsamtes seit 15 Jahren ehrenamtliche Naturschutzwartin und seit 2012 ehrenamtliche Biberberaterin. Sie betreut rund 50 Biberreviere am Kocher und seinen Nebenflüssen. Außerdem geht sie in Nicht-Corona-Zeiten mit ihrer Biberschule in Schulen und Kindergärten, bringt den Kindern mit einem ausgestopften Biber, Spielen, Filmen und Bildern das Tier näher.

Der Duft von Äpfel zieht die Biber magisch an

„Schon seit zehn Jahren leben Biber am Kocher zwischen Ohrnberg und Möglingen“, sagt sie. „Das ist das älteste Biberrevier am Kocher im Hohenlohekreis.“ Sie hat auch veranlasst, dass die Schilder, die vor dem Straßenseiten wechselnden Biber warnen, aufgestellt werden: „Das war nach einer Gewässerschau im Frühjahr, das Straßenbauamt der Stadt Öhringen hat sie aufgestellt. Das Problem an der Stelle: Auf der anderen Seite der Straße stehen alte Apfelbäume, deren Früchte nicht mehr abgeerntet werden. Sobald diese reif sind, fallen sie auf den Boden und fangen an zu faulen. Der Duft zieht die Biber magisch an. Sie machen sich auf den Weg, kreuzen die Straße – natürlich ohne auf den Verkehr zu achten. „Erst im vergangenen Jahr ist dort ein Biber überfahren worden“, erklärt Petra Kuch. Und ein solches Treffen sei nicht nur für das Tier gefährlich, sondern es könne auch zu erheblichem Schaden am Fahrzeug kommen. „So ein Biber kann rund 30 bis 40 Kilogramm wiegen“, sagt die Biberbeauftragte, die hauptberuflich beim Regierungspräsidium als Technikerin im Bereich Gewässertechnologie tätig ist. Weil der Biber, das größte Nagetier in Europa, keine jagdbare Art sei, übernehmen die Kfz-Versicherungen den Schaden oft nicht. Eine weitere Gefahr gerade an dieser Stelle: Schon öfters seien Fahrzeuge im Vorgarten der Anwohner gelandet. Wenn ein Autofahrer hier einem Biber ausweichen müsse, könnte das jederzeit wieder passieren. Denn auf das Schild, das dort den Verkehr auf 70 Stundenkilometer abbremsen soll und das ebenfalls dort steht, achte kaum jemand.

Leben im kleinen Familienverband

Biber leben monogam – das heißt, sie bleiben zeitlebens mit einem Partner zusammen. Sie bekommen zwei bis drei Junge im Frühjahr, von denen meist nur eins überlebt. „Der Biber ist sehr territorial, sein Wohngebiet ist rund zwei Kilometer lang“, erklärt Petra Kuch. Meist leben noch die Jungtiere vom vergangenen Jahr bei den Eltern und helfen ihnen bei der Aufzucht des neuen Wurfs. Im zweiten Jahr verjagen die Elterntiere ihren älteren Nachwuchs. Im Sommer ernähren sich die Tiere von Gras und Kräutern. Sobald es aber im Herbst kalt wird, stellen sie sich auf Baumrinde und dünne Zweige um – und auch wenn es so aussehe, der Biber frisst kein Stammholz. „Weil der Biber nicht klettern kann, fällt er kurzerhand die Bäume“, erklärt die Öhringerin das Treiben des Nagers. „Er hält keine Winterruhe ein, ist zwar im Winter wenig aktiv, legt sich dafür aber einen Vorrat quasi wie einen Kühlschrank an.“ Deshalb plädiert die Biberberaterin auch dafür, die gefällten Bäume liegenzulassen: „Nimmt man dem Biber diesen Vorrat weg, fällt er einfach einen anderen Baum.“ Der Biber neigt zur Anarchie – er macht, was er will.

Angepasst an ihr Umfeld

„Mittlerweile haben sich Biber und Baum an ihr Lebensumfeld angepasst“, so Petra Kuch weiter. „Das Vorgehen der Biber ist eher etwas Gutes, denn sie verjüngen die Bäume.“ Denn die treiben anschließend aus dem Stumpf wieder aus. Und auch, wer denkt, man müsse den Biber-Bestand regulieren, belehrt Petra Kuch eines Besseren. „Die Natur reguliert das von alleine, erst wenn der Mensch eingreift, kippt das System“, sagt sie. Außerdem gebe es hier noch sehr viel Platz für neue Biberwohnungen. „An Ohrn und Brettach gibt es viel mehr.“ Zudem: Der Biber steht nicht im Jagdgesetz als Tier, das gejagt werden darf. Das sei – zumindest in Baden-Württemberg nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt.

Text: Sonja Bossert

 

Biber. Foto: Rolf Hartbrich

Da hatte ein Biber ganze Arbeit geleistet: Die Feuerwehr Weißbach räumt einen Baum von der Straße. Foto: Feuerwehr Weißbach

Der Biber hatte sich noch an weiteren Bäumen ausgetobt. Foto: Feuerwehr Weißbach




Sanierung der Fußgängerbrücke Wertwiesen kostet über 73.000 Euro

Der Gemeinderat beauftragt bei der Gemeinderatsitzung an Dienstag, den 19. November 2019, mit zwei Gegenstimmen die Firma Helmut Karle Holzbau aus Nitzenhausen zu einem Angebotspreis von 73.230,09 Euro mit den Zimmererarbeiten für die Sanierung der Fußgängerbrücke an den Wertwiesen. Die Arbeiten sollen noch 2019 umgesetzt werden.

Fußgängerbrücke an den Wertwiesen soll saniert werden. Foto: GSCHWÄTZ

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Tote Fische im Kocher

Zirka 40 Tote Fische entdeckte ein Angler am Donnerstagnachmittag, den 20. Juni 2019, in dem Kocher in Ernsbach. Die alarmierte Polizei konnte am Fluß nichts Auffälliges erkennen. Der noch unbekannte Grund des Fischsterbens scheint örtlich begrenzt zu sein. Es konnte im Wasser weder Schaum noch ein Ölteppich entdeckt werden. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




Extrem niedrige Wasserpegel im Kocher- und Jagsttal – Wasserentnahmen nur noch begrenzt möglich

„Die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen und die überdurchschnittlich hohen Temperaturen haben dazu geführt, dass die Wasserpegel der Flüsse und Bäche im Hohenlohekreis erheblich gesunken sind“, so eine aktuelle Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises. Um die Wassermengen nicht zusätzlich zu verringern, bittet das Landratsamt Hohenlohekreis um einen verantwortungsbewussten Umgang bei der Wasserentnahme. Aus oberirdischen Gewässern und dem Grundwasser darf nur begrenzt Wasser entnommen werden.

Was ist noch erlaubt?

Ohne Erlaubnis zulässig sind Wasserentnahmen in geringen Mengen für den Gemeingebrauch, darunter das Tränken von Tieren oder das Schöpfen von Hand mit Eimern und Gießkannen. Landwirte und Gartenbaubetriebe dürfen hierzu zwar auch Pumpen benutzen, allerdings darf der Abfluss des Gewässers insbesondere an den Nebengewässern von Kocher und Jagst nicht maßgeblich weiter verringert werden. Ein Aufstauen des Gewässers zur Entnahme ist ebenfalls nicht erlaubt.
Weitere Informationen zum Thema Niedrigwasser und zu Wasserentnahmen sind bei der unteren Wasserbehörde des Landratsamts Hohenlohekreis erhältlich. Telefon:  07940 18 254.

Empfindliche Ökosysteme

„Oberflächengewässer sind besonders empfindliche Ökosysteme. Gerade im Sommer sind sie durch hohe Temperaturen und lang andauernder Trockenheit großen Belastungen ausgesetzt. Zum Schutz der Gewässerlebewesen muss eine Mindestwassermenge im Gewässer verbleiben“, heißt es in der Pressemitteilung. Durch vermehrte und teilweise unkontrollierte Wasserentnahmen werde der empfindliche ökologische Zustand der Gewässer mit ihren Tieren und Pflanzen zusätzlich gefährdet und könne völlig zerstört werden.