Prima Klima beim Kiauer Protestmarsch
Jasper ist sieben Jahre und hält ein selbst gemaltes Plakat in die Höhe, auf dem steht: „Auf dem Mars gibt es keine Brezeln.“ Ein paar weibliche jugendliche Demonstranten sind begeistert aufgrund des originellen Textes. Spricht man den jungen Mann darauf an und fragt ihn, was dieser Satz zu bedeuten hat, kann Jasper das sehr klar und deutlich erklären: „Das heißt, dass wir auf die Erde aufpassen müssen.“
Der Schüler ist einer von mehreren hundert Demonstranten, die am Freitag, den 20. September 2019, ab 12 Uhr vom Künzelsauer Rathaus zum Schlossgymnasium marschierten, um ein Zeichen für einen stärkeren Klimaschutz zu setzen. „Könnte. Würde. Hätte. Machen. Jetzt.“, steht auf den kleinen grünen Flyern, die Organisatoren an der Demo und bereits Tage zuvor überall in der Kreisstadt verteilt haben. Parents for future – quasi das Eltern-Pendant zu fridays for future – ruft darin zum „Kampf für echten Klimaschutz“ auf: „Die drohende Klimakatastrophe ist aktuelle die größte Gefahr zukünftiger Generationen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind dabei eindeutig: Es bleiben nur noch wenige Jahre, bis das Klima irreversibel kippt. Unsere Kinder und Enkelkinder haben diese Gefahr begriffen und versuchen nun, über die Fridays-for-future-Bewegung die falschen Weichenstellungen der letzten Jahrzehnte auszugleichen.“
Zum Auftakt am Rathaus in Künzelsau hielt der katholische Dekan Ingo Kubach eine kurze Rede. Unter anderem sagte er: „Papst Franziskus bezeichnete den Klimaschutz immer als Sorge um das gemeinsame Haus. (…) Wenn wir so weitermachen, wir das gemeinsame Haus zukünftigen Generationen nicht mehr so Schutz bieten können und ein Zuhause sein wie wir das gerne hätten. Daher wäre es zu überlegen, was jeder zu einem besseren Klimaschutz beitragen kann. Ich weiß, ich allein kann die Welt nicht retten. Aber wenn das jeder sagt, wird die Welt auch nicht gerettet werden.“
Originelle Texte standen auf den Plakaten wie: „Die Dinos dachten auch, Sie hätten Zeit“ oder: „I want a hot date and not a hot planet“.
Angeführt von einer Person auf XXL-Stelzen, mit einer Donald-Trump-Maske und einem Plakat, auf dem stand: „It’s only fake news“ begann schließlich der Marsch durch Künzelsaus Innenstadt bis zum Schlossgymnasium.

Der Protestzug am Oberen Bach. Foto: GSCHWÄTZ

Die Demonstranten wollen ein Zeichen setzen. Foto: GSCHWÄTZ


Jasper, 7, sagt: Wir müssen unsere Erde retten. Foto: GSCHWÄTZ

Diese Demonstrantin hält ebenfalls ein originelles Plakat in ihren Händen. Foto: GSCHWÄTZ

Hunderte von Demonstraten haben sich am großen Klimatag am 20. September 2019 auch in Künzelsau eingefunden. Foto: GSCHWÄTZ

Der katholische Dekan Ingo Kubach hält eine kurze Einstandsrede. Foto: GSCHWÄTZ


Es geht um nichts weniger als die Weltrettung, wie auf vielen Plakaten zu lesen war. Foto: GSCHWÄTZ


Auch Donald Trump schaute in Kiau vorbei. Foto: GSCHWÄTZ

Viele Schüler und Studenten waren unter den Protestlern. Foto: GSCHWÄTZ

Umweltschutz: ein Generationenübergreifendes Thema.
Mehr Informationen:
http://www.fridaysforfuture.de
http://www.partentsforfuture.de