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„Das Wetter wird extremer“

Am Freitag, den 13. Januar 2023, lud die Stadt Künzelsau zur Einwohnerversammlung in die Stadthalle in Künzelsau. In diesem Jahr durften die Besucher:innen dem aus dem Fernsehen bekannten Meteorologen Sven Plöger lauschen. Dieser schrieb unter anderem den Spiegel-Bestseller: „Zieht euch warm an. Es wird heiß. Den Klimawandel verstehen und aus der Krise für die Welt von morgen lernen.“

Immer mehr extreme Wettereignisse – eine Laune der Natur? Wohl kaum

Die Coronakrise zieht Plöger bereits in seinem Buch als Vergleich zur Klimakrise hinzu. Doch der Vergleich hinke, da die Coronakrise zeitlich überschaubar war. „Wir haben es beim Klima mit einem fundamentalen Wandel zu tun, dem wir nur durch eine Transformation in vielen Bereichen unserer Gesellschaft erfolgreich begegnen können. So langsam der Klimawandel beginnt, so lange wird er dauern – wohl weit über unser Lebensende und das unserer Kinder hinaus.“ Sprich: Bei der Coronakrise waren mehr Menschen bereit, sofort mitzuwirken, weil die Konsequenzen, wenn sie es nicht taten, auch eventuell sofort da waren (Erkrankung). Beim Klimawandel spüren wir diese Konsequenzen selbst nur, wenn wir etwa extreme Wetterereignisse miterleben. Und selbst dann halten diese Ereignisse viele Menschen immernoch „für eine Laune der Natur“ und nicht für ein menschengemachtes Problem, obwohl alle Studien in den vergangenen Jahrzehnten eindeutig dagegen sprechen.

Doch warum schieben dennoch immernoch viele Menschen diese Verantwortung weit von sich? Plöger: „Weil uns diese Erkenntnis nicht passt, da sie Handeln verlangt, sind wir empfänglich für Aussagen, die uns von der Verantwortung gegenüber der Umwelt befreien.“

„Das Wetter wird extremer“

„Das Wetter wird extremer“, prophezeit Plöger. „Wir fangen gerade erst an, den Luftzug des Klima-Asteroiden zu spüren.“

„Wenn wir einsehen, dass wir durch die zu große Einmischung in weltweite Ökosysteme die Sicherheit unserer Gemeinschaftsgüter und damit viele Bereiche von unserer Gesundheit bis hin zu einem für uns notwendigen Rahmen stabilen Klima gefährden, wächst auch die Bereitschaft, wirtschafts- und sozialpolitische Fehler unseres Systems ernsthaft zu korrigieren.“

Erneuerbare Energien Schlüssel zum Erfolg

Fazit: „Wir müssen mit aller Kraft versuchen, eine Überbelastung des Systems zu vermeiden. Für ihn sind die Erneuerbaren Energien der Schlüssel zum Erfolg, um das Ökosystem nicht überzustrapazieren und aufhören, weiteren Raubbau an der Natur zu betreiben, etwa durch Fracking (Förderung von Öl aus den Tiefen unserer Weltmeere). Das geht nur mi einem weniger anstatt eine mehr an allem. Treibhausemissionen müssen zurückgefahren werden.

Wasserspeichersysteme, um große Dürren durchzustehen

Konkrete Handlungsfolgen sieht Plöger in der Änderung unseres bisherigen Lebens, aber auch in einer Anpassung an extreme Wetterlage durch Warnsysteme, Wasserspeichersysteme, um große Dürren durchzustehen und mehr Grün- und Wasserflächen, um in den Städten im Sommer für erträgliche Temperaturen zu sorgen.




Der Wald als C02-Senker

In der Kundenhalle der Sparkasse Hohenlohekreis in Künzelsau ist vom 11. Januar bis 8. Februar 2023 die Ausstellung Rotbuche zu sehen. Die Ausstellung ist Teil des Hohenloher Waldprogramms 2022/2023, welches das Forstamt initiiert hat, um
unsere vorherrschende und prägende Laubbaumart in den Blickpunkt zu rücken. In Exponaten und Stationen zum Anfassen und Ausprobieren wird die Rotbuche in all ihren Facetten für Jung und Alt erlebbar und wird in größtmöglicher Bandbreite und
dem täglichen Nutzen für jedermann präsentiert.

Die Ausstellung ist in drei Bereiche gegliedert:

– Ökologie der Baumart und Wald als CO2 Senke
– Portrait der Buche
– die Holzverwendung (vom Furnierstamm, über Möbel zum Brennholz)

Klimawandel

Mit einem Blick ins Jahr 2100 wagt die Ausstellung einen Ausblick in die Zukunft und beleuchtet die wahrscheinliche Entwicklung der Rotbuche im Hohenlohekreis im Klimawandel. Die Sparkasse Hohenlohekreis stellt dem Forstamt des Hohenlohekreises sehr gerne ihre Räumlichkeiten für die Wanderausstellung zur Verfügung.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind für die Sparkassen wichtige Themen. Sie engagieren sich für das Gelingen der Energiewende, die Erreichung der Klimaziele und den Erhalt einer intakten Umwelt. Dabei ist es den Sparkassen ein besonderes Anliegen, auch Kund:innen und Kunden, Unternehmen und Institutionen vor Ort bei der ökologischen Weiterentwicklung der Region zu begleiten.

Die Ausstellung ist auch gut für Kindergärten ab Vorschulalter, sowie Schulklassen geeignet. In einem Mitmachheft sind die Inhalte der Ausstellung für Kinder pädagogisch aufbereitet. Bei Interesse eines Besuchs mit Schulklassen und Kindergartengruppen kann man per Email einen Termin in der Sparkasse vereinbaren (Email: unternehmenskommunikation@spk-hohenlohekreis.de).
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Sparkasse Hohenlohekreis zu besichtigen.

Quelle: Sparkasse Hohenlohekreis

Werner Siller, Mitglied des Vorstands der Sparkasse Hohenlohekreis und Christine Neuweiler vom
Forstamt des Hohenlohekreises bei der Übergabe eines Rotbuchensprößlings




Greta kommt

Lützerath ist ein kleiner Weiler der Stadt Erkelenz in Nordrhein-Westfalen. Der Energieversorgungskonzern RWE plant, Lützerath vollständig abzureißen, um den Tagebau Garzweiler auszudehnen, wie schon den unmittelbar südöstlich gelegenen Nachbarort Immerath.

Klimaschützer möchten dies verhindern. Nun kam es gestern Nacht zu einem Polizeieinsatz, bei dem Polizisten versucht haben, die verbliebenen rund 200 Klimaaktivisten aus dem Gebiet herauszuholen. Polizisten holten laut der ARD gut zehn Aktivisten mit Hebebühnen aus etwa zehn Metern Höhe vom Dach einer früheren landwirtschaftlichen Halle. Dabei kam es zu heftigem Widerstand. Unter anderem hatte eine Klimaaktivistin ihre Füße in einem Autowrack einzementiert. Die in Deutschland wohl bekannteste Klimaaktivistin Luisa Neubauer zeigte sich auf Twitter schockiert von diesem nächtlichen auch gefährlichen Vorgehen der Polizei und postete dieses Foto:

Nächtliche (versuchte) Zwangsräumung der Polizisten von 11. auf 12. Januar 2023 in Lüzerath. Quelle: Twitter/Luisa Neubauer

Zugleich kündigte sie den Besuch von Greta Thunberg für Samstag, den 14. Januar 2023 an. Die weltweit bekannteste Klimaschützerin möchte an der Seite vermutlich tausender Demonstranten für den Erhalt von Lützerath und gegen einen weiteren Abbau der Braunkohle unter Tage eintreten. In Mainz sollen laut dem SWR bereits Busse geplant sein, um die Demonstranten nach Lüzerath zu fahren. 

Die Klimaschützer argumentieren dabei, dass Braunkohlekraftwerke zur Energiegewinnung weitaus mehr schädliches CO2 in die Luft blasen als andere Energiegewinnungsträger.  Zusätzlich müssen hierfür große Flächen gerodet, geräumt und schlimmstenfalls ganze Wälder abgeholzt werden, um an die Kohle unter der Erde zu gelangen. Die plädieren für ein generelles Weniger-an-Energie-Verbraucht und den Ausbau „sauberer“ Energiegewinnungsträger wie die Erneuerbaren Energien.

Experten, unter anderem in der Tagesschau, sprechen derzeit von einem „fatalen Signal“, das Deutschland hier aussendet (siehe Video). Denn: Während die Bundesregierung auf den akuten Energiemangel unter anderem wegen des Ukrainekrieges und des Russlandkonflikts hinweist und damit die geplante erhöhte Braunkohleförderung begründet, weisen Experten daraufhin, dass Braunkohleförderung keine „Brückenlösung“ sei wie Gas, die man einfach kurz hoch- und dann auch wieder herunterfahren könne. Es dauere Jahre, bis dieses geplante Werk von RWE anlaufe. Daher stellen sich viele vermutlich zu Recht die Frage: Worum es bei diesem Kohlekraftwerk eigentlich geht: Um Kohle oder um Kohle?

Text: Dr. Sandra Hartmann




Wenn man sich derzeit für die Rettung der Natur einsetzt, riskiert man Gefängnis

Nach den Reichsbürgern:innen, sind nun sogar Klimaaktivisten vor Razzien nicht gefeit. Vor wenigen Tagen hat die Polizei bundesweit an elf Orten, unter anderem in Mannheim, Wohnungen von Aktivisten der so genannten letzten Generation durchsucht.

Klimaschützer oder kriminelle Vereinigung?

Nach den Hausdurchsuchungen bei Aktivisten der „Letzten Generation“ hat Martin Schirdewan die Klimaschützer verteidigt. Der Linken-Chef warnte davor, zivilen Ungehorsam mit organisierter Kriminalität gleichzusetzen.

Nach den Razzien gegen die „Letzte Generation“ hat Linken-Chef Martin Schirdewan die Klimaaktivisten in Schutz genommen. „Der Klimawandel ist in vollem Gang und wir nähern uns dem ‚point of no return‘“, sagte Schirdewan der Deutschen Presse-Agentur. „In dem Kontext finde ich es bizarr, wenn jungen Leuten, die sich auf Straßen festkleben, deshalb die Bildung einer kriminellen Vereinigung unterstellt wird.“

Dabei denkt man schnell an die nur kurz vorher durchgeführten Razzien bei Reichsbürgern, bei welchen auch an mehreren Orten Wohnungen durchsucht und unter anderem Schusswaffen beschlagnahmt wurden.

Der Vorwurf gegen die Klimaaktivist:innen lautet: „Bildung einer kriminellen Vereinigung“.

Was steckt dahinter?

Zurückzuführen sind die Durchsuchungen laut der Tagesschau auf mehrere Aktionen der Gruppe „Letzte Generation“ aus dem April und Mai 2022. Klimaaktivisten hatten mehrfach zumindest versucht, den Ölfluss des Brandenburgischen Raffineriebetriebs PCK Schwedt zu unterbrechen, indem sie angeblich Ventile zugedreht und sich an Anlagen der Raffinerie festgeklebt oder festgekettet hatten.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen dieser konkreten Taten gegen mehrere Personen wegen der Störung öffentlicher Betriebe, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.

Darüber hinaus steht der Verdacht der Gründung einer kriminellen Vereinigung in Raum. Beziehungsweise der Mitgliedschaft in einer solchen. Dabei geht es also nicht darum, wer welche Taten konkret begangen hat. Für die Strafbarkeit reicht die gemeinsame Gründung oder die Mitgliedschaft in der Vereinigung.

Eine kriminelle Vereinigung liegt laut Gesetz (§ 129 Strafgesetzbuch) dann vor, wenn sich mindestens drei Personen für eine gewisse, längere Dauer zusammentun, um gemeinsam bestimmte Straftaten zu begehen. Der Zweck der Vereinigung muss also darauf gerichtet sein, Straftaten zu begehen. Und: Dieser Zweck darf nicht von untergeordneter Bedeutung sein.

Im Gefängnis

Ermittelt werde gegen elf Personen wegen Störung öffentlicher Betriebe, so die Staatsanwaltschaft. Geprüft werde auch der Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Zu Festnahmen sei es nicht gekommen. Fünf der Mitglieder, bei denen es Durchsuchungen gegeben habe, säßen derzeit in Gefängnissen im sogenannten präventiven Gewahrsam, um weitere Taten zu verhindern.

Zum Teil auch Hunde bei den Durchsuchungen eingesetzt worden

Die Klimaaktivisten berichteten zuvor auf Twitter, dass es von fünf Uhr an Hausdurchsuchungen gegeben habe. Elektronische Geräte wie Laptops und Handys seien konfisziert worden, ebenso Plakate. Betroffen seien Wohnungen und andere Räume in Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Laut Aimée van Baalen von der „Letzten Generation“ seien bei der Razzia zum Teil auch Hunde eingesetzt worden.

„Das ist beängstigend, wenn die Polizei deinen Kleiderschrank durchwühlt“

Carla Hinrichs, Sprecherin der Gruppe, twitterte am Dienstagvormittag: „Ja, das ist beängstigend, wenn die Polizei deinen Kleiderschrank durchwühlt. Aber denkt ihr ernsthaft, dass wir jetzt aufhören werden?“ In einem weiteren Tweet der Gruppe heißt es: „Die Regierung führt uns in den Klimakollaps, in die unwiederbringliche Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und der unserer Kinder. Wir weisen darauf hin. Und wir werden das auch unverändert weiter machen. Denn wir sind die letzte Generation, die das tun kann.“

„Versuche, uns mundtot zu machen“

Die Bildung einer kriminellen Vereinigung könne, so die Staatsanwaltschaft gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dadurch gegeben sein, wenn sich Beschuldigte wiederholt zu Straftaten verabredeten. Die Gruppe erwiderte: „Seit einem Jahr sehen wir Einschüchterungsversuche, Versuche unser Handeln zu unterbinden, Versuche uns mundtot zu machen. Wir wurden beschimpft, verurteilt, ins Gefängnis gesperrt. Mit den Ermittlungen wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung erreicht dies ein neues Niveau.“ Das eigentliche Problem sei vielmehr das Handeln der Regierung in der Klimakrise: „Das ist Rechtsbruch. Das ist verfassungswidrig. Das ist kriminell.“ Unterstützung kam bei Twitter von anderen Umweltinitiativen wie Fridays for Future, Extinction Rebellion und Attac, die die Durchsuchungen verurteilten.




Hetze gegen Klimaprotestler:innen

Am 27. Oktober 2022 titelte die Süddeutsche Zeitung: „Polizei setzt Klimaaktivisten fest.“ der RBB schreibt am 07. November 2022: „In Gewahrsam kommen Aktivisten eigentlich nur, wenn die Beamten feststellen, dass dieselbe Person zum Beispiel bereits am Vortag Straßen blockierte.“

Ankleben am Boden

Es spielt keine Rolle, ob man derzeit in den Süden nach München schaut oder nach Berlin, man sieht die stets gleichen Bilder: Klimaaktivisten demonstrieren derzeit teilweise mit radikalen Methoden wie das Ankleben am Boden und fordern ein sofortiges Umsteuern in der aktuellen Klimapolitik: wesentlich weniger CO“-Emissionen, bedeutend mehr Erneuerbare Energien, ein Ende der Konsumgesellschaft und den Fokus auf eine grünere Erde.

Die Polizei flext dann entweder die Protestler vom Boden gegen ihren Willen weg, verhängt Bußgelder oder nimmt sie in Gewahrsam.

Die ganzen Schreihälse auf den digitalen Gassen

Unlängst stand sogar im Raum, dass Klimaaktivisten eine Notarzteinsatz wenn nicht verhindert, so doch verzögert hätten. Dies wurde jedoch von einer Notärztin in einem späteren Zeitungsbericht widerlegt. Doch da waren schon die ganzen Schreihälse auf den digitalen Gassen, um Stimmung zu machen gegen die vermeintlich Grünen Radikalen auf den Straßen.

Anti-Klima-Stimmung

Die Stimmung im Ländle kippt. Die Klimaaktivisten stehen mittlerweile in der Beliebtheitsskala scheinbar direkt hinter den Nazis und Querdenkern. Und das, obwohl sie sich nur für positive Dinge einsetzen: Für die Umwelt, die Natur, die Erhaltung von Pflanzen und Tieren.

Polizei fährt Geschütze gegen sie auf wie bei NS-Aufmärschen

Die Polizei fährt derweil Geschütze gegen sie auf wie bei NS-Aufmärschen. Bußgelder werden an die Protestler verhängt, wenn sie zum „Wiederholungstäter“ werden. Sprich: Mehr als einmal für die grünen Belange auf die Straßen gehen oder die Klimaprotestler kommen in Gewahrsam. Der Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrind (CSU) fordert „deutliche härtere Strafen“ gegen Klimaaktivisten.

Klimaaktivisten = Extremisten?

Befeuert wird das Ganze durch ein Staatswesen, das hinter dem harten Durchgreifen der Polizei steht, wenn nicht sogar, diese hierzu möglicherweise anweist. Immerhin ist die Polizei letzten Endes die Exekutive des Staates. Das ist umso bitterer, als das sich dieses Vorgehen eigentlich gegen genau die Wähler richtet, die der aktuellen GRÜNEN-Regierung an die Macht geholfen haben. In einem von MrWissen2go veröffentlichten Video auf youtube (Video siehe oben) fragt der Moderator ernsthaft, ob diese Klimaaktivisten Extremisten seien. Wenn man sich durch google klickt, fällt einem auf, das eben dieses Video auch auf der ARD- und ZDF-Seite abrufbar sein. Also den öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendern, die nicht selten als das verlängerte Sprachrohr der aktuellen Politik dienen.

Die GRÜNEN vergessen, dass sie auch einst Klimaprotestler waren

Die GRÜNEN waren einst die Partei, die ebenfalls auf die Straße ging für eben dieselben Belange. Nun gehören sie dem Establishment an und scheinen weit weg von den Protestlern auf den Straßen zu sein. Der Ukraine-Krieg scheint über allem zu herrschen. Für die ebenso wichtigen grünen Themen scheint keine Zeit zu sein. Wo wohl die grünen Protestler bei den nächsten Bundestagswahlen ihr Kreuz machen werden?

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

 




„Kunst sollte sich mehr einmischen“

Wie lange muss eine Banane reisen, um in einem deutschen Supermarkt zu landen? Warum sind wir mitverantwortlich für die Flüchtlingswellen? Was kann jeder einzelne von uns tun, um die Erde wieder grüner zu machen? Hochpolitisch, kritisch, aber auch mit vielen Denkanstößen sind die Gemälde und Skulpturen von Klaus Hub aus Morsbach, die bis vor kurzem noch in der Sparkasse in Künzelsau unter dem Titel: „Kunst trifft Klima“ – Grüne Architektur“ ausgestellt waren. Der Künstler und Restaurator möchte weitermachen mit diesem wichtigen Thema und nun einen Teil der Kunstwerke auf Wanderausstellung schicken.

Inspiriert durch den Jakobsweg

Durch den Jakobsweg, den der 58-Jährige und seine Frau Andrea Engelhardt-Hub mit Freunden seit 2013 immer wieder  etappenweise gegangen sind, habe der Restaurator wieder das Malen angefangen. 100 Bilder und Skulpturen habe er so in einem guten halben Jahr geschaffen. „Diese Reise war so beeindruckend, dass ich das ausdrücken wollte“, erinnert sich Hub.

Durch die vielen anderen Krise gehe das Thema Klimawandel etwas unter, bedauert Hub

Das Thema Klimawandel habe schon eine Weile in ihm geschlummert. Er bedauert, dass das Thema „durch die vielen anderen Krisen“ derzeit etwas untergehe und er bedaure, dass sich nicht mehr Künstler dahingehend ausdrücken. Denn: „Kunst sollte sich mehr einmischen“, findet der Morsbacher. „Man kann auch auf diesem Weg aufmerksam machen.“

Grüner leben

So ist denn auch seine Ausstellung in der Sparkasse, die am Donnerstag, den 20. Oktober sein Ende fand, kritisch, politisch, aber auch lösungsorientiert. So abstrakt seine Gemälde auf den ersten Blick wirken, so konkret ist die Botschaft, die er vermitteln will. Der gelernte Restaurator wirft in seinen Kunstwerken einen Blick auch auf die Symptome des Klimawandels, unter anderem in Form von Flüchtlingsbewegungen, und benennt die Verantwortung des Westens dabei, weil „wir die Dritte Welt ausgebeutet haben“.

„Wir machen unsere Erde selbst kaputt“

Aber auch sich selbst nimmt Hub nicht raus aus seiner Kritik. „Wir machen unsere Erde kaputt. Es fängt bei uns allen an“, sagt er. Jeder könne etwas tun, um den Planeten grüner zu gestalten. Aber, betont der Künstler, „ich möchte keinen anklagen, sondern zum Nachdenken anregen“. Photovoltaik, grüner bauen, wohnen, einkaufen – es gäbe genügend Ansätze, um grüner zu leben, findet der Künstler.

Sparkasse fördert grünes bauen und wohnen

Sparkassenvorstandsmitglied Werner Siller freut sich über die gelungene Ausstellung: „Klimawandel, das ist auch eine Thema, das unsere Sparkasse beschäftigt. Mit unserer Arbeit zum Klimaschutz, mit Finanzierungen von energiesparenden Bau- und Investitionsvorhaben, möchten auch wir zum Klimaschutz beitragen.“

Zur Person Klaus Hub

Klaus Hub wurde am 11. Februar 1964 in Künzelsau geboren, in Morsbach ist er aufgewachsen und hat dort eine Familie gegründet. Als Kind hatte er nur sehr wenig Spielzeug. Vieles hat er selbst gebastelt und gebaut. Von Beruf ist er Restaurator. So hat er schon in diversen Kirchen, Schlössern, Villen und Privathäusern gearbeitet. Mit 55 Jahren hat er seine 80-Stundenwoche reduziert auf eine 40-Stundenwoche und widmet sich seitdem noch mehr seiner künstlerischen Schaffenskraft.

Weiterführende Links über Klaus Hub und seine Arbeit:

Restaurator Hub Konservierung und Restaurierung (restaurator-hub.de)

Ölgemälde reinigen oder Firnisabnahme? Wie Sie teure Fehler vermeiden. – YouTube

Kunst trifft Klima – Grüne Architektur – YouTube

Ausstellungsflächen für Wanderausstellung gesucht

Für seine Wanderausstellung sucht Klaus Hub noch geeignete Räume, um seine Kunstwerke auszugsweise zu präsentieren. Vorstellbar wären Schaufenster von Gewerberäumen, Foyers in Rathäusern oder weitere Unternehmen und Banken, die gerne grün denken.

Kontakt über info@gschwaetz.de. Telefon: 07940/93 555 7. Oder bequem per WhatsApp: 0172/68 78 474. Wir leiten den Kontakt dann weiter.

Text: Dr. Sandra Hartmann

 

Was kann ich selbst tun, um grüner zu leben?, fragt sich auch Klaus Hub. Foto: GSCHWÄTZ

Sparkassenvorstandsmitglied Werner Siller ist begeistert von der Ausstellung. Foto: GSCHWÄTZ

Das Lieblingsbild von Sparkassenvorstand Werner Siller – in der passenden Sparkassenfarbe Rot. Foto: GSCHWÄTZ

Klaus Hub mit seiner Frau Andrea Engelhardt-Hub. Foto: GSCHWÄTZ

Auch mit den Flüchtlingsbewegungen und der Verantwortung des Westens beschäftigt sich Klaus Hub. Foto: GSCHWÄTZ

Immer wieder gibt es von politischer Seite kleine Infusionen, sprich, kleinere Eingriffe, um die Symptome des Klimawandels etwas abzumildern. Aber ob das ausreicht? Foto: GSCHWÄTZ




„Der Wald wird nicht verschwinden, er wird sich verändern“

„Was wir jetzt tun, wird über unsere Zukunft entscheiden“, sagt Prof. Dederich von der Universität Rottenburg.

Am Donnerstag, dem 20.10.2022 haben sich etwa 300 Leute im Carmen Würth Forum versammelt, um Vorträgen, sowie einer Podiumsdiskussion zum Thema „Unser Wald im Klimawandel“ zu lauschen. Das Landratsamt Hohenlohe lädt in Kooperation mit der Adolf Würth GmbH & Co. KG Waldbesitzer:Innen, Waldliebhaber:Innen und Holzinteressierte in den passenderweise mit Holz vertäfelten Reinhold-Würth-Saal ein.

Das Ziel, wie es Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung der Adolf Würth GmbH & Co. KG in seinem Grußwort beschreibt ist es, „mit mehr Wissen zu kommen, als zu gehen.“ Denn der Wald ginge jeden etwas an- Waldgenießer, Jogger, auch die, die einfach gerne ein Waldbad nehmen.

„Extremwerte sind das neue normal“

„Extremwerte sind das neue Normal“, so Prof. Dr. Jürgen Bauhaus von der Waldbau-Uni Freiburg. Und es sei nicht nur der Klimawandel, der unsere Wälder zerstört, Schädlinge und neue Pflanzenarten tragen auch ihren Teil dazu bei.

Wobei „zerstören“ nicht ganz richtig ist. Er würde sich verändern, allerdings ohne menschliche Einwirkung erst in 600 bis 1000 Jahren. Und wenn „in Freiburg bald das Klima von Avignon herrscht, wird es dort auch andere Baumarten geben“. Für die Wälder im Hohenlohekreis bedeute dies, nach aktueller Prognose, dass „die Fichten in die Alpen wandern und die Eiche an Bedeutung gewinnt.“

Eiche.

Fichten wandern in die Alpen

An Bedeutung verlieren sollte laut Prof. Ludger Dederich von der Hochschule Rottenburg das Heizen mit Holz. „Plan B der Energieversorgung und der Wald zahlt die Zeche.“ So könne man nicht mit Chemie behandeltes Holz im Bau verwenden und wenn es dann nach vielen Jahren doch einmal abmontiert wird, dann dürfe man es erst verheizen.

Heizen mit Holz nicht sehr umweltfreundlich

Ähnlich wenig Verständnis hat er dafür, dass Tui als systemrelevantes Unternehmen eingestuft und mit Milliarden-Hilfspaketen versorgt werden würde, während der Wald herzlich wenig Förderung erhalte. Denn ohne Förderung funktioniere es nicht.

Die wenigsten Waldbesitzer können es sich leisten, wie Johannes Graf von Zeppelin in seinen Waldstücken vor allem die Pflanzen zu pflanzen, die er als klimawandelbeständig einstuft.

Klimawandelbeständige Pflanzen

An der Podiumsdiskussion beteiligt sind auch Ulrich Häberlein, der Geschäftsführer des Laubholzsägewerk Häberlein, Ralf Karle, 1. Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Dörzbach-Krautheim, Thomas Maier, Leiter des Forstamts des Hohenlohekreises und Bürgermeister Joachim Scholz, Kommunalwald Schöntal, die von Dr. Regina Rhodiu durch das Gespräch geführt werden. Und obwohl es viele Interessierte und Engagierte gibt, kündigt Prof. Bauhaus an, dass es eine Generationenaufgabe sei, eingeschlossen Rückschläge und „weitermachen“, dem Wald bei der Veränderung zu helfen. Es gäbe einige Möglichkeiten wie Verjüngung und Weiterbildung, die jedoch immer mit hohen Kosten verbunden seien. „Aber wir müssen uns den Herausforderungen stellen“, schließt er seinen Vortrag.

Wer an diesem Abend unter den Fremdwörterkaskaden der Referierenden nicht untergegangen ist, kann sich über eine Menge Wissen freuen- waren die Vorträge doch derart ausführlich, dass die Veranstaltung nicht wie geplant gegen 21:30 Uhr endete, sondern gegen 22 Uhr.

Thomas Maier hat auch ein Schlusswort parat, denn nicht nur im Wald müsse etwas verändert werden: Es koste Kraft, den Hohenloher von etwas zu überzeugen, das zuvor anders war.

Hohenloher:innen zu überzeugen, das ist nicht immer einfach

Nach Prof. Dederich ist es aber die Bemühungen wert: „Der Wald ist nicht selbstverständlich. Achten Sie darauf, dass auch Ihre Kindeskinder noch dort Fahrradfahren können. Was wir jetzt tun, entscheidet über unsere Zukunft.“

So unklar diese Zukunft jetzt noch ist, eines kann Bürgermeister Scholz versprechen: Eintrittsgeld für den Wald wird er nie verlangen.

TexT




Müder Klimafreitag vergangene Woche in Künzelsau

Zu wenig sei bislang auch politisch getan worden und doch spüre man eine gewisse Klimamüdigkeit, musste Nicole Hegert, Mitveranstalterin der Klimademo in Künzelsau am Freitag, den 23. September 2022, feststellen mit Blick auf die eher bescheidene Anzahl an Demoteilnehmer:innen, die sich an einem sonnigen Freitagnachmittag am Alten Rathaus einfanden.

Manch ein Teilnehmer fand es schade, dass so wenig gekommen waren. Eine Teilnehmerin verwies auf die Bedeutung des Klimawandels für uns alle: „Für mich ist es eine Zukunftsfrage, eine, die uns alle angeht. Mich auch, auch wenn ich älter bin. Wir haben vor Augen, wie sich alles verändert hat in den vergangenen Monaten. Eigentlich müssten hier heute viel mehr sein. Es ist gutes Wetter. Die Schüler:innen haben Freitagnachmittags oft keinen Unterricht. Es sitzen hier viele in Cafés. Aber es interessiert offensichtlich zu wenige.“ Die neue Regierung mache ihren Job sehr gut, trotz der diversen neuen Probleme wie Ukraine-Krieg und Energiekrise. Durch die Energiekrise hoffe sie, dass auch die regenerativen Energien schneller ausgebaut werden.

Dennoch: Die Stimmung war gut, unter anderem wegen der locker-leichten Musik von der Rathausbühne.

Bildergalerie:




Heute, 22 Uhr: Licht aus als Zeichen gegen Lichtverschmutzung

Die Stadt Künzelsau beteiligt sich an der diesjährigen Earth Night. Ziel der Earth Night am Freitag, 23. September 2022 ist es, ab 22 Uhr wo möglich auf künstliches Außenlicht zu verzichten. In Künzelsau wird aus diesem Anlass der Zeitraum für die halbnächtliche Beleuchtung in der Innenstadt erweitert auf 22 bis 6 Uhr am Folgetag – statt wie üblich von 0 bis 5 Uhr. Die öffentlichen Anstrahlungen sind aufgrund der seit dem 1. September 2022 geltenden Energiesparverordnung bereits ausgeschaltet. Damit wird ein Zeichen gegen die Lichtverschmutzung gesetzt, denn diese macht die Nächte immer heller und schadet Umwelt, Mensch und Natur.

Jeder kann mitmachen

Ob als Privatperson, Unternehmen oder Organisation – wer die Aktion unterstützen möchte, kann ganz einfach mitmachen.

Außenlicht aus: Alle Lichtquellen, die nicht unerlässlich der Sicherheit dienen, abschalten oder zumindest teilabschalten. Also beispielsweise Schaufenster- / Werbebeleuchtung sowie Tür-, Haus-, Objekt-, Fassaden- und auch Gartenbeleuchtung.

Jalousien schließen: Niemand muss während der Earth Night zu Hause im Dunklen sitzen. Denn es reicht schon, einfach die Jalousien, Rollos oder Vorhänge an den Fenstern zu schließen. So wird die Nacht auch dunkler.

Strategie 2030

Dies ist eine Maßnahme aus der „Strategie 2030 – Wir gestalten gemeinsam unsere Zukunft in Künzelsau“. Der Gemeinderat hat im Rahmen der „Strategie 2030“ fünf Schwerpunktthemen definiert und gemeinsame Ziele für die nächsten Jahre festgelegt, unter anderem für das Thema „Zukunft Klima“.

Foto: So hell erleuchtet wird Künzelsau bei der Earth Night am 23. September nicht sein. Foto Olivier Schniepp, Foto Linke GmbH.

 




„Ökologische Katastrophe“

GSCHWÄTZ: Ich stehe hier in Oberregenbach mit Markus Hannemann, dem Sprecher der Fischhegegemeinschaft Jagst. Es hat seit Wochen und Monaten fast gar nicht mehr geregelt. Wir erleben hier eine einzigartige Dürreperiode. Herr Hannemann, welche Auswirkungen hat diese Dürreperiode jetzt auf die Jagst?

„Das tut den Lebewesen in der Jagst nicht gut“

Markus Hannemann: Die Fische und die anderen Lebewesen in der Jagst, dazu gehören auch Wirbellose oder Muscheln, stehen ständig unter Stress durch die hohen Wassertemperaturen von teilweise bis zu 27 Grad in der Nacht. Es ist einfach sehr extrem und das tut natürlich den Lebewesen in der Jagst nicht besonders gut.

GSCHWÄTZ: Wir haben uns für das Interview am Wasserkraftwerk in Oberregenbach getroffen – und das nicht ohne Grund. Die Kraftwerksbetreiber sind von den jeweiligen Landratsämtern von Schwäbisch Hall und Künzelsau angehalten worden, dass sie kein Wasser mehr anstauen sollen. Warum ist das so wichtig?

„Todesfalle“

Markus Hannemann: Ich möchte nicht alle Kraftwerksbetreiber über einen Kamm scheren, aber es gibt einzelne, die den so genannten Schallbetrieb durch Anstauen des Wassers verursachen, so dass dann über dieses Wehr, an dem wir hier stehen, beispielsweise kein Wasser mehr drüberfließt. Und da kann man sich vorstellen, was unterhalb dieses Bereiches passiert mit dem Wasser. Das heißt, wenn kein Wasser mehr von oben kommt, werden die ganzen Kiesbänke von jetzt auf nachher trockengelegt. Das wird dann quasi zur Todesfalle für die darin lebenden Lebewesen.

GSCHWÄTZ: Was fordern Sie denn von Kraftwerksbetreibern oder was wäre denn wichtig?

Überlebenschancen für die kleinsten Lebewesen

Markus Hannemann: Diesen Schwallbetrieb einzustellen, da er einen immensen ökologischen Schaden an der Jagst verursacht. Man sollte sich einfach an die Regeln halten, an den Mindestpegelstand, die Mindestabgabemenge des Wassers für die Wasserstrecken unterhalb des Wehres. Diese müssen genügend versorgt werden, dass die Lebewesen auch eine Überlebenschance haben.

GSCHWÄTZ: Was passiert, wenn etwa ein Kiesbett durch das Anstauen des Wassers für eine halbe Stunde trockengelegt wird?

Markus Hannemann: Ganz einfach. Dann ist vermutlich alles verendet. Es sind ja nicht nur Fische, sondern zum Beispiel auch Muscheln. Hier in diesem Bereich gibt es etwa die , da gibt es ganz geschützte Muscheln, die Union des Crassus, die kommt hier ganz besonders oft vor hier. Und es ist eine ganz seltene Muscheln Art, die leiden darunter. Oder auch natürlich die Fischen Bärtierchen, die sogenannten Macro Zero Ventus, die Insekten Larven. Auf gut Deutsch gesagt, für die ist es genauso eine Todesfalle.

Ein ganzer Mikrokosmos kann sterben

GSCHWÄTZ: Das heißt, wenn es dann dumm läuft, kann da ein ganzer Mikrokosmos aussterben in kürzester Zeit.

Markus Hannemann: Genau. Das ist eine ökologische Katastrophe. Und daher bitten wir einfach als Naturschützer, dass sich auch die Kraftwerksbetreiber an die Regeln zu halten. Die meisten halten sich ja dran, aber einzelne nicht. Daher sollte man eigentlich von Gesetzes wegen verfügen, dass alle Anlagen auf den neuesten technischen Stand gebracht werden müssten, dass die Pegelstände automatisch und digital übermittelt und veröffentlicht werden und man dadurch auch den tatsächlichen einzelnen Verursacher feststellen kann.

GSCHWÄTZ: Wir haben vorhin davon gesprochen, dass teilweise die Pegelstände zehn Zentimeter unterschritten werden. Da gibt es laut Ihren Aussagen auch Fotos und Videos davon. Was droht denn den Verursachern, die sich nicht daran halten?

„Exempel statuieren“

Markus Hannemann: Das ist eine Ordnungswidrigkeit und wird theoretisch mit einem Bußgeld geahndet. Nur muss es dann halt auch verhängt werden von den Landratsämtern und das muss auch als Exempel statuiert werden.

Text: Dr. Sandra Hartmann