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„Kunst trifft Klima“: Rundgang durch Kunstausstellung

Für den Neujahrsempfang der Stadtverwaltung Künzelsau am 13. Januar 2023 hat Klaus Hub rund 80 seiner Gemälde zum Thema Klimawandel im Rathaus ausgestellt. In seinen Gemälden und Objekten nähert er sich den Themenfeldern Natur, Naturschutz und natürliche Ressourcen auf unterschiedliche Art und Weise. Bis Ende Januar sind die Gemälde noch im Rathausfoyer zu sehen. Am Freitag, 20. Januar bietet Klaus Hub um 16 Uhr dort einen kostenlosen Rundgang durch die Ausstellung an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ein Hohenloher Urgewächs

Klaus Hub wurde 1964 in Künzelsau geboren, ist in Morsbach aufgewachsen und hat hier eine Familie gegründet. Aufgewachsen in einer intakten Natur, beschäftigt sich Klaus Hub seit Jahren mit dem Klimawandel. Mit seinen Bildern möchte er zum Nachdenken anregen und ein Bewusstsein für den Umgang mit unserer Umwelt schaffen.

Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

Foto Carmen Schniepp, Foto Linke GmbH.




Hetze gegen Klimaprotestler:innen

Am 27. Oktober 2022 titelte die Süddeutsche Zeitung: „Polizei setzt Klimaaktivisten fest.“ der RBB schreibt am 07. November 2022: „In Gewahrsam kommen Aktivisten eigentlich nur, wenn die Beamten feststellen, dass dieselbe Person zum Beispiel bereits am Vortag Straßen blockierte.“

Ankleben am Boden

Es spielt keine Rolle, ob man derzeit in den Süden nach München schaut oder nach Berlin, man sieht die stets gleichen Bilder: Klimaaktivisten demonstrieren derzeit teilweise mit radikalen Methoden wie das Ankleben am Boden und fordern ein sofortiges Umsteuern in der aktuellen Klimapolitik: wesentlich weniger CO“-Emissionen, bedeutend mehr Erneuerbare Energien, ein Ende der Konsumgesellschaft und den Fokus auf eine grünere Erde.

Die Polizei flext dann entweder die Protestler vom Boden gegen ihren Willen weg, verhängt Bußgelder oder nimmt sie in Gewahrsam.

Die ganzen Schreihälse auf den digitalen Gassen

Unlängst stand sogar im Raum, dass Klimaaktivisten eine Notarzteinsatz wenn nicht verhindert, so doch verzögert hätten. Dies wurde jedoch von einer Notärztin in einem späteren Zeitungsbericht widerlegt. Doch da waren schon die ganzen Schreihälse auf den digitalen Gassen, um Stimmung zu machen gegen die vermeintlich Grünen Radikalen auf den Straßen.

Anti-Klima-Stimmung

Die Stimmung im Ländle kippt. Die Klimaaktivisten stehen mittlerweile in der Beliebtheitsskala scheinbar direkt hinter den Nazis und Querdenkern. Und das, obwohl sie sich nur für positive Dinge einsetzen: Für die Umwelt, die Natur, die Erhaltung von Pflanzen und Tieren.

Polizei fährt Geschütze gegen sie auf wie bei NS-Aufmärschen

Die Polizei fährt derweil Geschütze gegen sie auf wie bei NS-Aufmärschen. Bußgelder werden an die Protestler verhängt, wenn sie zum „Wiederholungstäter“ werden. Sprich: Mehr als einmal für die grünen Belange auf die Straßen gehen oder die Klimaprotestler kommen in Gewahrsam. Der Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrind (CSU) fordert „deutliche härtere Strafen“ gegen Klimaaktivisten.

Klimaaktivisten = Extremisten?

Befeuert wird das Ganze durch ein Staatswesen, das hinter dem harten Durchgreifen der Polizei steht, wenn nicht sogar, diese hierzu möglicherweise anweist. Immerhin ist die Polizei letzten Endes die Exekutive des Staates. Das ist umso bitterer, als das sich dieses Vorgehen eigentlich gegen genau die Wähler richtet, die der aktuellen GRÜNEN-Regierung an die Macht geholfen haben. In einem von MrWissen2go veröffentlichten Video auf youtube (Video siehe oben) fragt der Moderator ernsthaft, ob diese Klimaaktivisten Extremisten seien. Wenn man sich durch google klickt, fällt einem auf, das eben dieses Video auch auf der ARD- und ZDF-Seite abrufbar sein. Also den öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendern, die nicht selten als das verlängerte Sprachrohr der aktuellen Politik dienen.

Die GRÜNEN vergessen, dass sie auch einst Klimaprotestler waren

Die GRÜNEN waren einst die Partei, die ebenfalls auf die Straße ging für eben dieselben Belange. Nun gehören sie dem Establishment an und scheinen weit weg von den Protestlern auf den Straßen zu sein. Der Ukraine-Krieg scheint über allem zu herrschen. Für die ebenso wichtigen grünen Themen scheint keine Zeit zu sein. Wo wohl die grünen Protestler bei den nächsten Bundestagswahlen ihr Kreuz machen werden?

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

 




„Raten Sie Ihren Kindern, Mandarin zu lernen und erziehen Sie sie nicht zu Naturliebhabern“

Es klingt wie ein Endzeit-Szenario und vielleicht ist es das auch. 2052. Der neue Klima- und Wirtschaftsbericht des Club of Rome für die nächsten 40 Jahre zeigt an, worauf sich die Menschheit vorbereiten muss, basierend auf den Gedanken von Jorgen Randers.

Der vorangegangene große Klimabericht ebenfalls mit einem Ausblick auf die kommenden 40 Jahre von 1972 war immerhin sehr präzise.

Nun aber wollen die Macher nicht nur Katastrophenszenarien an die Wand malen, sondern Zukunftsszenarien, die konkrete Vorschläge beinhalten, wie der Einzelne auf sich abzeichnende Entwicklungen reagieren kann.

Temperaturen werden um mehr als 2 Grad steigen

Immerhin: Die Klimaintensität des Energieverbrauchs werde durch erneuerbare Energien gesenkt. Die CO2-Emissionen  Energieverbrauch werden 2030 ihren Höhepunkt erreichen. Die Temperatur werde um mehr als zwei Grad steigen, und das werde zu ernsthaften Problemen führen.

Ende der Konsumgesellschaft

Nach Randers wird das Bevölkerungswachstum sich verlangsamen, ab etwa 2040 wird die Bevölkerung schrumpfen. Die Erwerbsbevölkerung wird bereits um 2030 abnehmen. Produktivität und Bruttoinlandsprodukt werden weiter wachsen, aber langsamer. Denn Investitionen zur Verhinderung und Beseitigung von Umweltschäden werden zunehmen müssen. Es werden bisher ungeahnte Katastrophenkosten entstehen, und der Staat wird sich stärker einmischen müssen. Insgesamt wird der Konsum nicht mehr ansteigen und nicht selten auch sinken.

Das Internet und immaterielle Güter

Das Internet werde ein völlig neues Verständnis von Privatheit und Öffentlichkeit entstehen lassen.[12] Wissen werde kein knappes Gut mehr sein, aber das werde nur bedingt zu rationaleren Entscheidungen führen, da Erkenntnisse allein nicht ausreichten, um Verhaltensänderungen zu bewirken, wenn starke Interessen dem entgegenstehen.[13] [14] Daher werde vermutlich eine „grüne Truppe“ zur Durchsetzung ökologischen Verhaltens eingerichtet werden, so wie heute die Blauhelme zur Friedenssicherung einträten.[15]

Norden Europas Klimagewinner

„Ich glaube, in 40 Jahren wird sich das Kräftegleichgewicht in Europa Richtung Norden verschieben. Die aufstrebenden Länder sind dann Skandinavien, Deutschland, die Beneluxstaaten und die Baltischen Staaten. Schottland wird seine Trennung vom Vereinigten Königreich vollziehen […] Südliche Länder wie Spanien, Portugal, Griechenland, Italien und der Balkan werden unter Temperaturanstiegen und Wasserknappheit leiden, wodurch es zu Nahrungsmittelknappheit, Gesundheitsproblemen und Unruhen kommt. Die Folgen sind Bevölkerungsverschiebungen und Einwanderungsschübe aus Nordafrika.“ (Catherine Cameron, S. 230)

Angleichung der Staaten nördlich und südlich des Mittelmeeres aneinander

Trotz der Eurokrise bleiben die Staaten nördlich des Mittelmeeres für die nordafrikanischen Staaten attraktiv. „Trotz dieser düsteren Entwicklungen im mediterranen Norden nimmt die illegale Zuwanderung aus Afrika und Asien explosionsartig zu, hauptsächlich in Richtung Italien und Griechenland und in schwächerem Ausmaß nach Spanien, Malta und Zypern.“ (Thymio Papayannis, S. 235)

Slum-Urbanismus in Afrika

Edgar Pieterse nimmt an, „dass Slum-Urbanismus angesichts des schwachen BIP-Wachstums, der anhaltenden Lohnungleichheit und systemischen politischen Fehlfunktion ein vorherrschender Zug afrikanischer Städte bleiben wird. […] Vom Staat wird nichts erwartet, genauso wenig wie vom privaten Markt. Stattdessen finden sich die Bewohner in verschiedenen Konstellationen zusammen und versuchen, ihr minimales Einkommen zu strecken, indem sie ihre gegenseitige Unterstützung, ihr Wissen und ihre Arbeitskraft einsetzen, um langsam aber systematisch alle nach vorne zu bringen. Im Kern dieses sozialen Betriebssystems steckt die Möglichkeit, die Ressourcen und Erwartungen der geordneten Stadt außerhalb des Slums ausschlachten, unterwandern, in Besitz nehmen und umformen zu können.“ (Edgar Pieterse, S. 241)

Geringere Fixierung auf Wirtschaftswachstum

Zur Veränderung wirtschaftspolitischer Zielsetzungen argumentiert Randers wie folgt:

„Ich glaube nicht, dass der Kapitalismus in den kommenden 40 Jahren unverändert weiter existieren wird. Der Name wird bleiben, doch die Funktionsweise der kapitalistischen Gesellschaft wird sich auf zweierlei Arten wandeln: Investitionsströme werden nicht mehr nur von Profitabilität gesteuert werden und Unternehmen werden gezwungen sein, nicht nur über ihre finanziellen Leistungen Rechenschaft abzulegen, sondern auch über die ökologischen und gesellschaftlichen Konsequenzen ihres Handelns.

Die Lösungen mögen teilweise schon fast ironisch wirkend, sind jedoch von Randers ernst gemeint. So heißt es unter anderem:

  1. Legen Sie mehr Wert auf Zufriedenheit als auf Einkommen.
  2. Vermeiden Sie eine Vorliebe für Dinge, die bald verschwunden sein werden.
  3. Investieren Sie in hochwertige Unterhaltungselektronik als Ersatz für die Realität.Was Randers dabei nicht ausspricht, aber andeutet, ist die Frage: Sollte man sich nicht früh daran gewöhnen, dass man vieles nicht mehr unternehmen kann, was früher möglich war?
  4. Erziehen Sie ihre Kinder nicht zu Naturliebhabern.
  5. Wenn Ihnen die Vielfalt des Lebens am Herzen liegt, genießen Sie sie, solange Sie noch können.
  6. Besuchen Sie die Sehenswürdigkeiten der Welt, bevor sie durch die Menschenmassen ruiniert werden.
  7. Wohnen Sie an einem Ort, der vom Klimawandel möglichst wenig betroffen ist.
  8. Ziehen Sie in ein Land, in dem Entscheidungen getroffen werden können.
  9. Finden Sie heraus, welche Folgen fehlender Nachhaltigkeit ihre Lebensqualität am meisten beeinträchtigen werden.
  10. Wenn Sie nicht im Dienstleistungsbereich oder in der Pflege arbeiten wollen, suchen Sie sich einen Job in den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien.
  11. Raten sie ihren Kindern, Mandarin zu lernen.
  12. Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, jedes Wachstum sei gut.
  13. Denken Sie daran, dass Ihre fossilen Wertanlagen eines Tages plötzlich ihren Wert verlieren werden.
  14. Investieren Sie in Dinge, die robust gegen soziale Unruhen sind.
  15. Tun Sie mehr als Sie müssen. So vermeiden Sie später ein schlechtes Gewissen.
  16. Für Unternehmer: Loten Sie das Geschäftspotential von Verbesserungen der Nachhaltigkeit aus.
  17. Für Unternehmer: Mengenwachstum bedeutet nicht automatisch Gewinnsteigerung.
  18. Für Politiker: Wenn Sie wiedergewählt werden wollen, unterstützen Sie nur Initiativen, die langfristige Gewinne versprechen.
  19. Für Politiker: Denken Sie daran, dass wir in Zukunft an viele Grenzen stoßen werden.
  20. Für Politiker: Akzeptieren Sie, dass der gleichberechtigte Zugang zu begrenzten Ressourcen wichtiger werden wird als die Redefreiheit.

 

Bleibt zu hoffen, dass auch dieser Bereicht, ähnlich wie der erste, die Menschheit wachrüttelt und zum Umdenken zwingt. Allerdings hat die Menschheit auf die vorhergehenden Berichte zwar reagiert, aber mit einer Verzögerung von 20 bis 40 Jahren.

Zum Zweiten ist er vor dem Hintergrund der Erfahrung seit 1972 zu lesen, nämlich, dass die gesamte Menschheit auf die vorhergehenden Berichte reagiert hat, aber mit 20- bis 40-jähriger Verzögerung.

Text: Dr. Sandra Hartmann

 




Bauernverband fordert: Innovationen, ganz neue Ideen und Freiräume

Eindrucksvoll haben die Bauern in den letzten Wochen klar gemacht, dass es so nicht weitergehen kann. Beginnend mit den Grünen Kreuzen an den Feldern als “Einspruch”. Gegen das, wie vorliegend nicht umsetzbare, Volksbegehren und zu Tausenden mit ihren Traktoren auf den Straßen und in der Hauptstadt: sie machen aufmerksam auf ihre teils ausweglose Situation. Die verschiedensten landwirtschaftlichen Gruppierungen gingen dafür aufeinander zu und ins Gespräch, auch mit der Kanzlerin. In Dörzbach ging es am 04. Dezember 2019 in einer Podiumsdiskussion des Bauernverbandes darum, welche Form der Landwirtschaft zukünftig möglich sein wird. Themen waren neben dem Volksbegehren “Pro Biene”, dem Eckpunktepapier der Landesregierung in Stuttgart vor allem auch die zukünftige Rolle der Politik, des Lebensmitteleinzelhandels und der Gesellschaft. 130 Landwirte diskutierten deutlich und hoch emotional mit den Vertretern der Parteien. Einig war man sich darüber, dass der Klimawandel nicht zu leugnen ist und alle Kräfte dazu gebraucht werden, die Probleme anzugehen. Für zukünftige Diskussionen muss ein Konsens gefunden werden.

 

Jeder von uns trägt somit dazu bei, dass beispielsweise die Insekten sterben

 

Jürgen Maurer als Vorsitzender zur Position des Bauernverbandes erklärt: “Wir fordern für die Zukunft eine wirkliche Agrarwende. Mit wirklich meinen wir Innovationen, ganz neue Ideen und Freiräume. Durch Verbote und Gängeleien wird sich grundsätzlich nichts ändern. Weder in den Köpfen noch in den Ställen oder auf den Feldern. Anstatt den Bauern eine wirtschaftlich profitable Tätigkeit auf ihren Höfen immer weiter zu erschweren, erwarten wir von der Politik: Vertrauen in unsere Arbeit, einen weiterführenden Dialog und Mut für neue Rahmen. Die Landwirtschaft wird zukünftig noch stärker klar stellen, dass jeder von uns dazu beiträgt, die Umwelt immer stärker zu belasten. Durch unser Leben allgemein, unsere Wohnung, Heizung und Warmwasser, unsere Ernährung und dadurch, dass wir beispielsweise Auto fahren, mit Flugzeugen fliegen oder die Schienennetze nutzen. Jeder von uns trägt somit dazu bei, dass beispielsweise die Insekten sterben. Es ist einfach falsch, dies ausschließlich auf die Landwirtschaft zu schieben! Wir sehen es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Lösung dieser dringenden Probleme anzugehen. Die Landwirtschaft ist nicht die Ursache sondern ein wichtiges “Werkzeug” zur Lösung. Wir gehen das an, weil wir die Lebensmittel produzieren, die wir alle essen und trinken. Wir sind ganz nah dran, weil wir unsere Tiere, Äcker, Weinberge und Wiesen bestens kennen. An diesen Lösungen arbeiten wir gern mit. Das tun wir freiwillig, so wie es in die jeweiligen Betriebe passt, und mit Überzeugung. Aber nur, wenn jeder einzelne in unsere Gesellschaft dazu beiträgt. Denn das kann die Landwirtschaft allein nicht schaffen! Wir fordern praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze und Unterstützung von der Politik. Denn zum einen nehmen uns einseitige Beschuldigungen und Verordnungen die Motivation und zum anderen die Lebensgrundlage. Biodiversität und Artenschutz geht uns alle an, deshalb müssen die dadurch erhöhten Kosten zur Produktion unserer Lebensmittel von allen getragen werden. Das FRANZ-Projekt beispielsweise bietet dafür realistische Grundlagen für gut nachvollziehbare Rahmenbedingungen. Wir müssen unsere Höfe unternehmerisch bewirtschaften, sonst schließen wir sie über kurz oder lang. Wir begrüßen die Ankündigung der Bundeskanzlerin auf dem Agrargipfel zu mehr Dialog mit der Landwirtschaft und freuen uns über den Respekt für die Agrarbranche. Die Landwirtschaft hat sich auf verschiedenen Wegen Gehör verschafft, ob in Verbänden organisiert oder nicht. Darauf können wir Bauern alle stolz sein. Wir werden gesehen und gehört. Nun fordern wir insbesondere die jungen Landwirte auf, an diesen Lösungen mitzuarbeiten und sie mitzugestalten. Ob in Verbänden oder Arbeitskreisen: es steht viel auf der Tagesordnung. Wir brauchen jede Hilfe, neue Wege zu gehen, die der Landwirtschaft eine Zukunft und Berechenbarkeit geben.”

Podiumsdiskussion in Dörzbach am 4. Dezember zum Thema „Volksbegehren Artenschutz. Was erwartet die Gesellschaft? Wie sind wir Landwirte betroffen?“ Foto: Bauernverband




Bekommt der Hohenlohekreis einen Klimaschutzmanager

„Klimaschutz ist eine der Herausforderungen unserer Zeit“, heißt es in der Beschlussvorlage der Kreistagssitzung für Montag, den 09. Dezember 2019.

Der Hohenlohekreis habe schon in seiner Sitzung des Kreistags am 11. Dezember 2017 mit dem Klimaschutzkonzept für den Hohenlohekreis die Weichen für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen gestellt. Das Konzept beinhaltet einen Maßnahmenkatalog mit insgesamt 42 Maßnahmen. Auf Grundlage dieses Klimaschutzkonzepts besteht noch bis zum 31. Januar 2020 die Möglichkeit, die Förderung für eine Klimaschutzmanagementstelle für eine Dauer von insgesamt maximal fünf Jahren zu beantragen. Für die ersten drei Jahre betrage die Förderquote der jährlich rund 70.000 Euro Arbeitgeberkosten 65 Prozent der Personal- und Sachkosten, heißt es in der Beschlussvorlage. Für die Jahre vier und fünf beträgt die Förderquote noch 40 Prozent der Personal- und Sachkosten. Die Vollzeitstelle solle aber nur auf drei Jahre befristet sein.

 

Klimaschutzmanager soll helfen Förderanträge zu erstellen

Der Klimaschutzmanager soll Maßnahmen und Projekte aus dem Klimaschutzkonzept umsetzen. Insbesondere die Themen Mobilität, Solarenergie, nachhaltige Beschaffung der Ausbau eines kommunalen Energiemanagements oder allgemein eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sollen angegangen werden.
Ein wesentlicher Schwerpunkt soll, laut dem Antrag der Abfallwirtschaft, die Zusammenarbeit mit und die Unterstützung der Kreiskommunen bei Klimaschutzaktivitäten sein. Beispielsweise die Hilfe bei der Erstellung von Förderanträgen oder die Konzeption, Planung und Organisation von gemeinsamen Klimaschutzveranstaltungen.
Die Stelle soll beim der Abfallwirtschaft des Landkreises angesiedelt werden, die Antragsstellung beim Projektträger Jülich (PtJ) soll für eine gemäß TVöd/TV-L E10-E11-Stelle beantragt werden.

Falls die Stelle des Klimaschutzmanagers nicht geschaffen würde, könnten Klimaschutzmaßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept und auch andere klimabezogenen Projekte nicht umgesetzt werden, heißt es.




Morddrohungen inklusive – Wie hält sie das nur aus?

Sie hat es geschafft. Die ganze Welt kennt die 16-Jährige aus Schweden – und die ganze Welt – darunter die derzeitigen Chefs der USA und Russland – redet mit ihr, wenn auch nicht direkt mit ihr, sondern vorzüglich über die sozialen medialen Kanäle, die das Internet bietet. Donald Trumps bezeichnet die Klimaaktivistin nach ihrer hoch emotionsgeladenen Rede als (Achtung, Ironie) „glückliches, junges Mädchen, dass sich auf eine großartige und wundervolle Zukunft freut.“ Greta konterte, indem sie ihre Selbstbeschreibung auf Twitter dementsprechend änderte in: „ein glückliches, junges Mädchen, dass sich auf eine großartige und wundervolle Zukunft freut.“ Wladimir Putin bezeichnete Greta als „gutmütiges und nettes Mädchen. Er verurteile es aber, wenn jemand Kinder zu seinem Interesse „missbrauche. Greta änderte nach den Worten Putins wiederum ihre Selbstbeschreibung auf ihrem Twitter-Account in: „nette, aber schlecht informierte Jugendliche“. Mehrere Millionen Menschen folgen Greta auf diesem Account.

Als „geistig krank“ wurde sie betitelt

Aber das sind noch harmlose Worte gegenüber Greta Thunberg, die offen zu ihrem Asperger-Syndrom steht. Es geht auch noch eine Schublade drunter. Michael Knowles bezeichnete das Mädchen in einer Sendung beim Sender FOX als „geistig krank“. Darauf entschuldige sich der Sender umgehend bei Thunberg. Ein französische Intellektueller hoffe, dass ein Durchgeknallter Greta bald zur Strecke bringen würde, berichtete die TAZ unlängst.
In einer von AfD-Frontmann Jörg Meuthen gelobten Gegengruppierung namens Fridays-for-Hubraum, die laut merkur.de bereits über 500.000 Mitglieder hat, wurden laut merkur.de auch Morddrohungen gegenüber Thunberg ausgesprochen, so dass die Gruppe zeitweise geschlossen werden musste.

Morddrohungen inklusive

Ich frage mich, wie eine 16-Jährige diese ganzen Worte emotional aushält? Liest sie diese Dinge im Internet oder nicht? Reagiert sie selbst auf die Bemerkungen oder übernehmen das andere, vielleicht ihr Vater, für sie? Sie antwortet clever und hebelt ihre Kritiker oftmals mit nur einem Satz aus – ohne beleidigend zu werden. Das bezeichnet man als Intelligenz.
In einem Kommentar richtet sie sich an ihre Kritiker und sagt sinngemäß: „Wenn einem die Argumente ausgehen, wird man persönlich.“ Allein mit diesem Satz zieht sie jedem alteingesessenen Politiker die Hosen runter. Denn es stimmt: Keiner von denen, die es ja vielleicht besser wissen müssen und / oder könnten, argumentiert mit harten Fakten, um Greta Thunbergs Forderungen auszuhebeln. Warum nicht? Gibt es keine? Fühlen sie sich angegriffen, weil sie versagt haben in ihrem Regierungshandeln? Es wird oft persönlich – hinsichtlich ihres Alters, ihres Aussehens, ihrer Krankheit.

Fehlen den Kritikern die Argumente?

Es ist schade, dass man, wenn man eine andere Meinung als diese 16-Jährige hat, nicht faktenorientiert debattiert und argumentiert, sondern auf die unterste persönliche Schiene, die es gibt, springt. Warum wird das in diesem besonderen Fall von vielen so gemacht?

Greta polarisiert mit ihrer Klimadebatte und mit ihren selbst sehr eindeutigen klaren Worten, indem sie die Mächtigsten der Mächtigen in ihrem Regierungshandeln stark kritisiert und damit herausfordert. Sie ist extrem in ihrer Haltung, so dass am Ende auch überwiegend nur zwei Extreme herauskommen: die Anhänger und die Hater.

Man muss diese wahnsinnige Entwicklung erst einmal begreifen: Welche Persönlichkeit in der Vergangenheit hat innerhalb eines Jahres solch eine Bekanntheit erlangt und musste sich so vielen Kritikern aussetzen? Die Frage ist: Wie lange hält Greta diesem Druck stand? Vielleicht sehr lange, denn sie weiß auch um die Millionen Anhänger, die ihr folgen.

 

 




Prima Klima beim Kiauer Protestmarsch

Jasper ist sieben Jahre und hält ein selbst gemaltes Plakat in die Höhe, auf dem steht: „Auf dem Mars gibt es keine Brezeln.“ Ein paar weibliche jugendliche Demonstranten sind begeistert aufgrund des originellen Textes. Spricht man den jungen Mann darauf an und fragt ihn, was dieser Satz zu bedeuten hat, kann Jasper das sehr klar und deutlich erklären: „Das heißt, dass wir auf die Erde aufpassen müssen.“

Der Schüler ist einer von mehreren hundert Demonstranten, die am Freitag, den 20. September 2019, ab 12 Uhr vom Künzelsauer Rathaus zum Schlossgymnasium marschierten, um ein Zeichen für einen stärkeren Klimaschutz zu setzen. „Könnte. Würde. Hätte. Machen. Jetzt.“, steht auf den kleinen grünen Flyern, die Organisatoren an der Demo und bereits Tage zuvor überall in der Kreisstadt verteilt haben. Parents for future – quasi das Eltern-Pendant zu fridays for future – ruft darin zum „Kampf für echten Klimaschutz“ auf: „Die drohende Klimakatastrophe ist aktuelle die größte Gefahr zukünftiger Generationen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind dabei eindeutig: Es bleiben nur noch wenige Jahre, bis das Klima irreversibel kippt. Unsere Kinder und Enkelkinder haben diese Gefahr begriffen und versuchen nun, über die Fridays-for-future-Bewegung die falschen Weichenstellungen der letzten Jahrzehnte auszugleichen.“

Zum Auftakt am Rathaus in Künzelsau hielt der katholische Dekan Ingo Kubach eine kurze Rede. Unter anderem sagte er: „Papst Franziskus bezeichnete den Klimaschutz immer als Sorge um das gemeinsame Haus. (…) Wenn wir so weitermachen, wir das gemeinsame Haus zukünftigen Generationen nicht mehr so Schutz bieten können und ein Zuhause sein wie wir das gerne hätten. Daher wäre es zu überlegen, was jeder zu einem besseren Klimaschutz beitragen kann. Ich weiß, ich allein kann die Welt nicht retten. Aber wenn das jeder sagt, wird die Welt auch nicht gerettet werden.“

Originelle Texte standen auf den Plakaten wie: „Die Dinos dachten auch, Sie hätten Zeit“ oder: „I want a hot date and not a hot planet“.

Angeführt von einer Person auf XXL-Stelzen, mit einer Donald-Trump-Maske und einem Plakat, auf dem stand: „It’s only fake news“ begann schließlich der Marsch durch Künzelsaus Innenstadt bis zum Schlossgymnasium.

Der Protestzug am Oberen Bach. Foto: GSCHWÄTZ

Die Demonstranten wollen ein Zeichen setzen. Foto: GSCHWÄTZ

Jasper, 7, sagt: Wir müssen unsere Erde retten. Foto: GSCHWÄTZ

Diese Demonstrantin hält ebenfalls ein originelles Plakat in ihren Händen. Foto: GSCHWÄTZ

Hunderte von Demonstraten haben sich am großen Klimatag am 20. September 2019 auch in Künzelsau eingefunden. Foto: GSCHWÄTZ

Der katholische Dekan Ingo Kubach hält eine kurze Einstandsrede. Foto: GSCHWÄTZ

Es geht um nichts weniger als die Weltrettung, wie auf vielen Plakaten zu lesen war. Foto: GSCHWÄTZ

Auch Donald Trump schaute in Kiau vorbei. Foto: GSCHWÄTZ

Viele Schüler und Studenten waren unter den Protestlern. Foto: GSCHWÄTZ

Umweltschutz: ein Generationenübergreifendes Thema.

 

Mehr Informationen:

http://www.fridaysforfuture.de

http://www.partentsforfuture.de