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Der Künzelsauer DRK Kleiderladen

Für bedürftige Menschen ist der Kleiderladen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Comburgstraße in Künzelsau eine Anlaufstelle, gute und günstige Kleidung zu bekommen. Nur: Wieviel kostet sie und wer hat Anspruch darauf?

Nadja Fischer hat sich mit Ulrich Hald, dem Leiter der sozialen Dienste des Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Hohenlohe e.V. und Bernd Thierer, dem Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Hohenlohe, im Kleiderladen getroffen.

GSCHWÄTZ: Wie funktioniert ihr Preiskonzept?

HALD: Es ist unser Ziel, Menschen mit geringem Einkommen gute gebrauchte Markenbekleidung anzubieten. Die Einkommensverhältnisse unserer Zielgruppe spiegeln sich daher in der Preisgestaltung wieder. Selbstverständlich für unsere Kleiderläden ist, Bekleidung an zahlungsunfähige Personen, wie zum Beispiel Bewohnerinnen des Frauenhauses in Künzelsau, Obdach- oder Wohnungslose gratis anzubieten. Auch entspricht es den Grundsätzen des DRK, Betroffenen von besonderen Schadensereignissen, wie bei einem Hausbrand oder Hochwasser, das Warensortiment nach Bedarf unbürokratisch und auch kostenfrei in größeren Mengen zur Verfügung zu stellen. Unsere Mitarbeiter legen anhand der Qualität und Güte der Ware sowie des vom DRK erstellten Preisspiegels den Verkaufspreis fest. Zum Beispiel Kinderkleidung für 20 Cent bis fünf Euro oder Hemden und Blusen für drei bis sechs Euro.

Auch Markenware ist im DRK-Kleiderladen immer zu finden.
Foto: GSCHWÄTZ

„Mindestens 20 ehrenamtliche Mitarbeiter pro Kleiderladen“

 

GSCHWÄTZ: Sind die Mitarbeiter im Kleidungsladen Angestellte oder Ehrenamtliche?

HALD: Der wichtigste Faktor für einen erfolgreichen Kleiderladen sind motivierte Mitarbeiter. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter finden im Kleiderladen eine attraktive und abwechslungsreiche Beschäftigung. Sie umfasst zum Beispiel das Sortieren, den Verkauf und das Dekorieren des Ladens. Interessenten für die Mitarbeit im Kleiderladen werden häufig über Mund-zu-Mund-Propaganda sowie über die Dienste und Einrichtungen des DRK-Kreisverbandes erreicht. Ergänzend werden aber auch Aushänge, Flyer und Zeitungsannoncen eingesetzt, um ehrenamtlich Mitarbeitende zu gewinnen. Unter dem Gesichtspunkt der Kontinuität hat es sich bewährt, neben ehrenamtlichem Personal auch hauptamtliche Kräfte als Ladenverantwortliche zu beschäftigen. Wir beschäftigen derzeit in den Kleiderläden Künzelsau, Öhringen und im Integrationszentrum in Gaisbach 27 ehrenamtliche Helferinnen sowie sechs Personen mit geringfügiger Anstellung. Es ist von Vorteil, wenn Mitarbeitende unterschiedlichen Alters, Geschlechts sowie unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen im Kleiderladen zusammenarbeiten. Die unterschiedlichen Perspektiven wirken positiv auf die gesamte Arbeit im Kleiderladen, und es kann ein breiteres Kundenspektrum angesprochen werden. Zur Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs bei ganztägiger Öffnung an allen Werktagen wären mindestens 20 ehrenamtliche Mitarbeiter pro Kleiderladen nötig. Da wir diese Anzahl derzeit leider nicht erreichen, haben unsere Kleiderläden nur begrenzte Öffnungszeiten.

Das Lager im DRK-Laden. Saisonware wird im Lager sortiert und gelagert.
Foto: GSCHWÄTZ

„Derzeit nutzen zirka 270 Personen im Hohenlohekreis den Einkauf mit der DRK-Einkaufskarte.“

 

GSCHWÄTZ: Kann hier jeder einkaufen?

HALD: Unsere Kleiderläden stehen jedem offen. Alle Kunden verdienen eine gleichermaßen freundliche, wertschätzende und respektvolle Behandlung. Konzeptionell sind die Kleiderläden in besonderer Weise für die Bedürfnisse von sozial benachteiligten Menschen ausgerichtet. Die Öffnung für alle führt zu der gewünschten Kundenvielfalt und vereinfacht den Zugang für Menschen in Armut. Da wir mit den Kleiderläden eine attraktive Einkaufmöglichkeit für benachteiligte Menschen schaffen wollen, erhalten diese Personen auf Nachweis entsprechender Unterlagen eine DRK-Einkaufskarte für die Kleiderläden mit 50 Prozent Ermäßigung auf den ausgewiesenen Verkaufspreis. Derzeit nutzen zirka 270 Personen im Hohenlohekreis den Einkauf mit der DRK-Einkaufskarte.

 

GSCHWÄTZ: Sind Sie derzeit auf der Suche nach Kleiderspenden?

Hald: Bringspenden von Privatpersonen decken in der Regel weitestgehend den Bedarf.

Schuhe und Taschen im DRK-Kleiderladen.
Foto: GSCHWÄTZ

Was wird derzeit gesucht?

 

Kleidung und Schuhe für Männer, insbesondere, so das DRK, „für die jungen und sportlichen Flüchtlinge“. Darüber hinaus generell guterhaltene Kleidung, Schuhe, Wäsche, Accessoires sowie Taschen, Rucksäcke und Koffer. Keine Verwendung hat der Kleiderladen für Möbel, Elektrogeräte, Spielsachen und Matratzen.

 

Öffnungszeiten

 

Dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags von 9 bis 12 Uhr. Dienstags und donnerstags zusätzlich von 15 bis 18 Uhr. Adresse: Comburgstraße 8; 74653 Künzelsau