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„Man hat das Gefühl, dass die da drin eine Leiche verscharrt haben“

„Da herrschen Zustände, die kann man gar nicht glauben.“ So äußerte sich unlängst eine Mutter von Eberstal über ihren Kindergarten vor Ort. Seit Corona und mit einem Wechsel im Erzieherinnenteam erkennen manche Mamis ihren Kindergarten nicht mehr wieder. Seitdem habe sich vieles verändert. Sie berichten von einem strikten Betretungsverbot, verbalen Attacken und Verletzungen der Aufsichts- und Fürsorgepflicht. Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Stadtverwaltung Ingelfingen als Träger des Kindergartens schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Leiche verscharrt

Am Eingangsbereich des Kindergartens in Eberstal erwartet die Besucher:innen und Eltern ein auf dem Boden aufgeklebtes rotes  Tape. Diese rote Linie dürfen sie nicht übertreten. Julia Miksche war seit gefühlt einem Jahr nicht mehr im Inneren des Gebäudes. Immer wieder habe sie nachgefragt, ob sie denn wenigstens mal kurz rein dürfe, um Selbstgemaltes und Gebasteltes von ihrer Tochter sehen zu dürfen. Bewilligt bekam sie ihren Wunsch bislang nicht. „Man hat das Gefühl, dass die da drin eine Leiche verscharrt haben“, sagt sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Papatage, Großelterntage, Feste und Feierlichkeiten im Kindergartengebäude? Fehlanzeige. Als „totale Abschottung“ bezeichnet Miksche dieses Verhalten und steht mit ihrer Meinung nicht alleine da. Die beiden Erzieherinngen begründeten gegenüber den Eltern diese „Abschottung“ wohl zunächst mit Corona, dann damit, dass mit „Abgabe“ der Kinder direkt am Eingang ein besserer Ablauf für die Kinder möglich wäre. Warum es darüber hinaus keine Zusammenkünfte mehr im Inneren des Gebäudes gibt, ist damit aber nicht wirklich erklärbar. Die Stadtverwaltung in Ingelfingen als Träger des Kindergartens hat sich bislang auf unsere beiden Presseanfragen diesbezüglich noch nicht zu den Sachverhalten geäussert.

Mutter schaltet Anwalt ein

Als sich eine Mutter beschwert habe über das „Betretungsverbot“ (der Kindergarten selbst spricht von „einer neuen Ankommenskulur“, ein Schritt bis zur roten Linie dürfen die Eltern denn auch in den Kindergarten hineinmachen, mehr aber auch nicht), sei sie vorgeladen worden zu einem Gespräch. Sie saß am Ende einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Ingelfingen gegenüber, den beiden Erzieherinnen und dem dreiköpfigen Team des Elternbeirats. Dieser Mutter sei vermittelt worden, dass einzig sie Probleme damit habe, ansonsten niemand. Es kam dabei wohl zu einer Gewaltandrohung gegenüber dieser Mutter seitens des Elternbeirats. Mittlerweile haben sich die Fronten so verhärtet, dass wohl ein Anwalt seitens einer Mutter eingeschaltet wurde.

„Egal mit welchem Anliegen man komm, man wird einfach nur abgeschmettert“

Julia Miksche hat nach der Drohung gegenüber dieser besagten Mutter bei der Stadt angerufen und gesagt, dass sie so einen Elternbeirat nicht akzeptieren werde. Eine Reaktion darauf sei bislang ausgeblieben. Der Kindergarten mache gerade so weiter wie bisher. Ohnmacht mache sich daher bei manchen Eltern breit. Denn „Egal mit welchem Anliegen man kommt, man wird einfach nur abgeschmettert.“ Als sie die Erzieher:innen darauf hingewiesen hat, dass eines ihrer Kinder noch häufig in die Hose mache, dass diese aber eine medizinische  Ursache habe, sei ihr Kind trotzdem häufig nach dem Kindergarten „völlig verkackt“ aus dem Kindergarten gekommen. Sie habe nicht wirklich das Gefühl, dass hier adäquat nach derartigen Dingen geschaut werde. Sie hofft nun, mit einem Schreiben vom Kinderarzt die Erzieher:innen ermutigen zu können, danach aktiver zu schauen.

„Ach ja, sie ist beim Turnen gestürzt“

Als ihr Tochter tagelang über Schmerzen im Bein geklagt, sie sich aber den Grund dafür nicht erklären konnte, habe sie mal im Kindergarten nachgefragt und als Antwort nur gesagt bekommen: „Ach ja, sie ist beim Turnen gestürzt.“

Wer Dinge hier kritisch anspreche, werde ausgegrenzt. Dieses Gefühl hat eine andere Mama, die aber nicht beim Namen genannt werden möchte aus Angst vor den Konsequenzen, auch für ihre Kinder. Seit Corona habe sich hier viel verändert, sagt diese Mutter gegenüber GSCHWÄTZ. Zu dieser Zeit fing das Betretungsverbot im Kindergarten an. „Nur noch vollständig Geimpfte durften hinein.“ Dadurch hätten rund die Hälfte der Mamas nicht mehr hineingehen dürfen. Das war rechtlich aber nicht haltbar.“ Etliche Mütter hätten sich damals beschwert. „Dann durfte ab diesem Zeitpunkt einfach gar keiner mehr rein und das darf man bis heute nicht“, so die Mutter. Während Julia Miksche Bequemlichkeit der Erzieherinnen hinter dem gesamten Verhalten vermutet, sieht diese Mutter das Ganze als „Machtspiel“ an. Es sei auch nie das Wort „Betretungsverbot“ gefallen, sondern die Erzieherinnen haben von einer „neuen Ankommensstruktur“ gesprochen. Bei einer Unterschriftenaktion haben fünf von rund 18 Müttern gegen diese „neue Ankommensstruktur votiert, also über 25 Prozent, geändert hat sich dadurch nichts, lediglich die Eingewöhungsphasen der neuen Kindergartenkinder. Früher durften die Mamas die Kinder eine Woche lang in den für sie neuen Kindergarten begleiten, mittlerweile nur noch 1,5 Tage. Das sei auch nicht für jedes Kind einfach.

„Von Empathie weit entfernt“

„Es gibt null Einblick in den Kindergarten, es gibt null Verbindung. Man komme sich vor „wie ein Schwerverbrecher“. Manchen unzufriedenen Mamis sei von der Verwaltungsseite geraten worden, doch einfach den Kindergarten zu wechseln. Doch das ist in Zeiten knapper Kitaplätze nicht wirklich einfach.

Besonders bitter: Am Ende sind die Kinder die Leidtragenden. Auch die Mutter, die nicht mit Namen genannt werden möchte, berichtet von Vorfällen im Kindergarten, bei denen sie von ihrem Kind gesagt bekommen habe, dass die Erzieherinnen nicht eingreifen oder die Kinder adäquat unterstützen würden. Weinende Kinder würden teilweise nicht einmal getröstet werden, nur dann, wenn sie aktiv zu den Erzieherinnen hinlaufen und um Trost bitten würden. „Von Empathie sind wir in diesem Kindergarten leider weit entfernt“, schlussfolgert die Mama, die anonym bleiben möchte.

 

 

 

 




„Keine Musterknaben“

Als am Samstagabend, den 22. Oktober 2022, wieder einmal die Polizei zu einem Einsatz ausrücken musste, den ein junger Gambier verübt hatte (er wollte Alkohol im Lidl in Krautheim klauen), wusste Krautheims Bürgermeister Andreas Köhler laut eigenen Aussagen nicht, dass der Mann wieder auf freiem Fuß ist. Eigentlich sollte er in noch in der Psychiatrie sein. Aus dieser wurde er jedoch laut Köhler vorzeitig wieder nach nur zwei anstatt vier Wochen entlassen.

Versuchte gefährliche Körperverletzung

Auch die Polizei im Hohenlohekreis kennt den Mann zur Genüge. „Dem Mann werden mehrere Straftaten zur Last gelegt. Gegen ihn wird wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, Leistungserschleichung und versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt“, sagt Annika Grundbrecher von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Heilbronn auf GSCHWÄTZ-Nachfrage.

Auch Kirche als Vermieter nun alarmiert

In Krautheim haben mittlerweile einige Einwohner:innen Angst vor diesem Mann, insbesondere Eltern, da er eigentlich in das ehemalige Schwesternwohnheim kommen sollte, das sich direkt neben dem Kindergarten befindet (wir berichteten). Laut Rathauschef Köhler habe die Stadt Krautheim derzeit keine anderen geeigneten Unterkünfte für Flüchtlinge als dieses Haus, das der Kirche gehört, aber an die Stadt als Flüchtlingsunterkunft vermietet werden soll. Nun sei, so Gerüchte, auch die Kirche alarmiert und prüft, inwieweit sie vom Mietvertrag noch zurücktreten könne. Nach wochenlangen Protesten von Eltern, hat nun Köhler hat gegenüber GSCHWÄTZ betont, dass dieser Gambier definitiv nicht in dieses Gebäude neben den Kindergarten kommen soll. Doch wohin mit ihm?

Eventuell Überwachungskameras

Das etwa dreimal so große Gebäude in Oberginsbach wird demnächst an Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine vorbereitet. Rund 50 sollen im Frühjahr dort einziehen. Bis dahin muss das Haus saniert werden, da die besagten Männer, die dort bislang gewohnt und nun nach Krautheim gebracht werden soll, das Haus ziemlich beschädigt hätten. Während Köhler einen Hauptschuldigen dafür sieht, und zwar der Gambier und die anderen Männer zwar auch nicht als „Musterknaben“ betrachtet, aber „da ist keiner dabei, der Straftaten begeht“, sehen die Eltern den anderen Männern auch mit Besorgnis entgegen. Denn auch über sie wurde ihnen von den Oberginsbächern einiges erzählt. Drogen. Alkohol. Diebstahlsdelikte und dergleichen. Kähler könne sich vorstellen, Überwachungskameras auf dem Grundstück des ehemaligen Schwesternwohnheimes in Krautheim zu installieren, sobald die Männer eingezogen seien. Aber hier müsse er den Datenschutz prüfen.

Der Gambier bleibe eventuell erst einmal in Oberginsbach, überlegt Köhler gegenüber GSCHWÄTZ, bis die ukrainischen Familien kämen. Eine Dauerlösung gäbe es aber noch nicht für ihn. Die Krux dabei: Eben dieser Gambier habe laut Köhler 37 Fensterscheiben allein in dem Gebäude in Oberginsbach eingeschlagen, das nun saniert werden müsse für die ukrainischen Familien. Aber wie kann man ein Gebäude sanieren, während der Haupttäter noch in diesem Gebäude wohnt?

Einweisung in die JVA

Im Rahmen des Einsatzes am Lidl in Krautheim am Samstag wurde nun ein Haftbefehl, der gegen den 24-Jährigen bestand, von der Polizei vollstreckt. Der Mann wurde dem Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl eröffnete und den Tatverdächtigen in eine JVA (Justizvollzugsanstalt) einweisen ließ. Köhler und viele Einwohner:innen Krautheims hoffen, dass der Gambier nun länger hinter Gittern bleibt.

Text: Dr. Sandra Hartmann

Foto: Eltern wie (von links) Nadine Horinek, Tanja Sordel, Lena Pflüger und Christine Koppe haben Angst um ihre Kinder. Foto: GSCHWÄTZ




„Wir haben kein Problem mit Flüchtlingen, wir möchten nur keine gewaltbereiten Männer neben unserem Kindergarten haben“

„Herr W. vom Landratsamt hat uns gesagt, dass er ganz harmlos wäre“, berichtet Christine Koppe. „Wir haben aber das Gefühl, dass wir angelogen werden“, sagt Lena Pflüger. Christine Koppe und Lena Pflüger sind Einwohner:innen Krautheims, aber derzeit sind sie vor allem eines: Mamas, die ihre Kinder schützen wollen vor gewaltbereiten, teilweise bereits straffällig gewordenen Männern.

Mamas haben Angst um ihre Kinder

Diese vier Männer sollen demnächst in ein ehemaliges Schwesternwohnheim in Krautheim einziehen, das sich direkt neben dem Kindergarten der Stadt befindet. Ein Unding, finden diverse Eltern und gehen seit rund drei Wochen, seitdem sie das durch Zufall erfahren haben, auf die Barrikaden, sammeln recht erfolgreich in kürzester Zeit über 1.800 Unterschriften online und vor Ort, aktivieren die Presse und machen mobil.

Jeder willkommen, der sich an die Regeln hält

Dabei spiele es keine Rolle, dass diese Männer Flüchtlinge seien, betonen sie. Gerne heißen sie jeden hier willkommen, der sich an die Regeln hält,  nicht gewalttägig sei oder mit Drogen hantiert. „Wir würden uns freuen, wenn etwa ukrainische Frauen mit ihren Kindern hier einziehen würden“, betont Christine Koppe.

Beschimpfungen und Schreie aus dem Fester

Vielmehr haben sie Angst, was die Männer hier anrichten könnten, wenn sie erst einmal eingezogen sind. Völlig grundlos ist ihre Sorge nicht. Immerhin gibt es Augenzeugenberichte von Oberginsbächern, was die Männer in ihrer bisherigen Unterkunft dort bislang verursacht haben. Alkohol, Drogen, laut Krautheims Bürgermeister Andreas Köhler 37 von einem Mann aus Gambia eingeworfene Scheiben. Das Gebäude muss erste einmal saniert werden, bevor dann ukrainische Familien dort einziehen sollen. Es sei rund dreimal so groß wie das Schwesternwohnheim und daher besser dafür geeignet, erklärt der Rathauschef.

Hasen geklaut und geschlachtet?

Anscheinend hätten, so kursieren Gerüchte, die Männer dort auch Hasen von Nachbargrundstücken in Oberginsbach geklaut und geschlachtet. Besonders Angst haben die Krautheimer:innen vor dem Mann aus Gambia, der seit Jahren im Hohenlohekreis für Aufsehen sorgt durch sein psychisch stark auffälliges Verhalten (wir berichteten). Als er vor Jahren noch in Ingelfingen gewohnt hat, berichteten Einwohner:innen davon, dass er immer mal wieder mit einem größeren Messer völlig unvermittelt in ihrem Garten stand (wir berichteten). Beschimpfungen, Schreie aus dem Fenster, richtig ansprechbar war der Mann teilweise überhaupt nicht. Immer wieder musste daher die Polizei ausrücken und ihn zumindest für kurze Zeit in Gewahrsam nehmen.

Bürgermeister lässt seine Mitarbeiter:innen mit Pfefferspray ausstatten

Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage teilt uns die Polizei mit, dass es in den vergangenen Monaten allein auf das Landratsamt bezogen insgesamt zehn „Anschläge“ gab – neun auf verschiedene Gebäude des Landratsamtes und einen auf ein Fahrzeug. Für alle „Anschläge“ konnte ein und derselbe Verursacher festgestellt werden. Unlängst wurden Scheiben am Hauptgebäude des Landratsamtes eingeworfen. Krautheims Bürgermeister Andreas Köhler und einer seiner Mitarbeiter wurde von ihm ebenfalls mit Steinen beworfen, nachdem er ihn des Rathauses verwiesen hatte. Zuvor habe der Gambier dort randaliert. Auch sexuelle Anspielungen habe es gegeben. Er wolle endlich eine Frau haben, um Nachwuchs zu zeugen. Die Angst geht daher derzeit um in Krautheim.

Eltern fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen

Lena Pflüger berichtet davon, wie die Frauen mehrfach im Landratsamt angerufen und um Rückruf gebeten haben, doch nichts sei passiert. „Herr Neth möchte nicht mit uns sprechen“, sagt sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Wer schützt unsere Kinder?“, fragt Tanja Sordel. „Unsere Kinder sollen keine Versuchskaninchen für ein Integrationsprojekt sein, das scheitern kann.“ In ihren Augen fühle sich keine Behörde so richtig zuständig: „Wer trifft hier die Entscheidung? Wer kann etwas tun?“ Diverse dieser Entscheidungsträger hätten insbesondere den Gambier live erlebt. Deswegen könne sie nicht verstehen, „wie sie so etwas zulassen können“.

Landratsamt rüstet mit Sicherheitspersonal auf

Während das Landratsamt bereits reagiert und das Sicherheitspersonal aufgestockt sowie Bauzäune um das Gebäude herum aufgestellt sowie Panzerglas bestellt hat (wir berichteten), lässt Andreas Köhler nun ebenfalls seine Mitarbeiter:innen im Rathaus mit Pfefferspray ausstatten, Überwachungskameras im Eingangsbereich und Notrufknöpfe in den Büros sollen bald für zusätzliche Sicherheit sorgen. Derweil fühlen sich die Kindergarteneltern von den Behörden im Stich gelassen. Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage sagt Andreas Köhler, dass der Gambier „nach allem, was nun bisher gewesen ist, auf keinen Fall in das ehemalige Schwesternwohnheim einziehen“ werde. Eine Wohnalternative sieht er bislang jedoch lediglich in dem bisherigen Wohnhaus in Oberginsbach – aber dies gehe auch nur solange, bis dort die ukrainischen Familien hineinkämen. Eine Dauerlösung sei daher bislang noch nicht in Sicht. Geeignete Gebäude habe die Stadt derzeit keine, suche aber nach wie vor.

„Keine Musterknaben“

Da es am Samstagabend, den 22. Oktober 2022, erneut einen Polizeieinsatz wegen des Gambiers beim Lidl in Krautheim gab, hofft Köhler, dass er nun nur kurzzeitig in Gewahrsam oder in die Psychiatrie kommt. Zurück  nach Gambia könne er wohl auch nicht geschickt werden, da er seinen Pass weggeschmissen habe. „Da sind wir etwas machtlos“, gesteht Köhler.

Die anderen drei Männer, die in das Schwesternwohnheim ziehen sollen, empfindet er derweil als nicht so schlimm. Das seien „keine Musterknaben“, aber auch keine Männer, die bislang straffällig geworden wären.

Hase und Igel

Knapp 50 Kinder besuchen derzeit den Kindergarten. „Diese Männer brauchen richtige Hilfe, am besten eine Rundum-Betreuung“, sagt Christine Koppe. Lena Pflüger erinnert sich derweil an die Zeit, als sie noch ein Kind war und den Kindergarten besucht hat. Im Schwesternwohnheim war früher die Hasen-und-Igel-Gruppe untergebracht. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Hase-und-Igel-Spiel nun nicht zur Realität wird.

Text: Dr. Sandra Hartmann




Einbrecher in Kindertageseinrichtung

Am Sonntagvormittag, 28. August 2022, fiel einer aufmerksamen Spaziergängerin eine eingeworfene Scheibe an einem Niedernhaller Kindergarten auf.

Tablets und Laptops mitgenommen

Mit drei faustgrossen Steinen – so die Feststellung der Polizei – haben bislang unbekannte Täter die Scheibe eingeworfen, um in das Gebäude einzudringen. Dort stahlen Sie elektronische Geräte im Wert von rund 1.500 Euro. Die Stadt Niedernhall spricht von zwei Tablets und zwei Laptops und beruhigt die Eltern: „Diese Geräte sind mit einem Passwort gesichert, so dass die Daten darauf nicht greifbar sind“.  Auch persönliche Gegenstände der Kinder seien nicht gestohlen worden.

Tatzeitpunkt nicht bekannt

Der genaue Tatzeitpunkt ist nicht bekannt, die Polizei nennt einen Zeitraum von „zwischen 10 Uhr am vergangenen Montag, 22. August, und 9 Uhr am Sonntag [28. August 2022]“ – der Kindergarten war wegen Ferien geschlossen.

Zeugen gesucht

Zeugenhinweise nimmt das Polizeirevier Künzelsau unter der Telefonnummer 07940 9400 entgegen.

Text: Matthias Lauterer




Kindergartenrenovierung Belsenberg auf den Weg gebracht

Am 19. Juli schaffte Karin Weiss, Architektin bei wg. Architekten, im Künzelsauer Gemeinderat etwas, was noch wenigen Architekten vor ihr gelang: Ihr Entwurf für den neuen Kindergarten in Belsenberg fand einhellige Zustimmung.

Vorhandenes Gebäude weiternutzen

Sicherlich kommt ihr zugute, dass ihr Büro in Belsenberg beheimatet ist und sie daher nicht nur die harten Anforderungen sondern auch das Bauchgefühl der Menschen berücksichtigen konnte. So entstand ein Entwurf, der das vorhandene Gebäude nutzt, dieses sinnvoll erweitert und auf einen modernen Stand bringt.

Zwei Gruppenräume statt einem

Statt einem Gruppenraum wird es künftig zwei geben, dafür wird der heute überdachte Bereich umbaut. Das ganze Gebäude wird mehr Licht erhalten, die Innenausstattung wird nicht mehr in dunklem Holz sondern hell gestaltet werden. Energetisch wird der Kindergarten modernisiert: Eine Wärmepumpe, die eine Fußbodenheizung speisen wird, in Verbindung mit einer PV-Anlage und einer Außenisolierung entspricht dem Stand der Technik.

Zustimmung bei den Fraktionen

„Klein aber fein“, meint Wolfgang Schmelzle (FfK). Für Belsenberg sei das eine tolle Lösung. Robert Vollp erkennt eine „tolle Lösung, kein Vergleich mit einem Bauwagen oder Container“, die ja auch angedacht waren. Verena Löhlein-Ehrler (Freie) meint: „Wenn die Belsenberger zufrieden sind, ist das alles in Ordnung“.

Die Belsenberger sind zufrieden mit dem Entwurf

Und dass die Belsenberger zufrieden sind, bestätigt sowohl der Ortschaftsrat als auch Wolfgang Kubat (UBK), der in Belsenberg wohnt: „Das wird einer der schönsten Kindergärten, die die Stadt besitzt. Mit dem Ergebnis sind wir voll und ganz zufrieden.“

Entwurf Kindergarten Belsenberg. Rückansicht. Foto: Sitzungsunterlagen

Moderater Preis

Besonders zufrieden waren die anwesenden Gemeinderät:innen, als Karin Weiss den Preis für das Vorhaben nannte. Rund 650.000 Euro soll das Vorhaben kosten. Das ist sehr wenig, rechnet man doch ansonsten bei Kindergartenneubauten pauschal mit einer Million Euro pro Gruppe – und in Belsenberg werden eineinhalb Gruppen möglich sein. Das war nur möglich, weil das bestehende Gebäude weitergenutzt wird, sagt Weiss. Beispielsweise, so erklärt Weiss, muss der bestehende Estrich nicht ersetzt werden, die Fußbodenheizung kann in diesen Estrich eingefräst werden, weil er frei von Schadstoffen ist. Nachhaltig ist so ein Vorgehen allemal.

Der Antrag, den Planungen, der Kostenschätzung und dem pädagogischen Konzept zuzustimmen, die Ausschreibungen zu veröffentlichen und die Beauftragungen der Firmen im Rahmen des Kostenansatzes über 630.000,- € brutto zu erteilen, wurde dann auch (bei einer Enthaltung) einstimmig angenommen.

Wolfgang Kubat ist dankbar, dass es jetzt absehbar ist, wann die Notlösung ein Ende haben wird und dass bald das Dorfgemeinschaftshaus auch wieder von den Vereinen für ihre Aktivitäten genutzt werden kann.

Text: Matthias Lauterer

 




„Gewinn für die Gemeinde und eine Chance für die Zukunft“

Die Gemeinderatssitzung in der Stadthalle in Ingelfingen am Dienstag, den 25. Januar 2021, war lang. Es reihten sich viele wichtige Themen für die Einwohner:innen denn auch wie Perlen an einer Schnur aneinander. Einer der Tagesordnungspunkte kostet die Gemeinde weit mehr als 1,5 Millionen Euro. Die Ernerung des Dorfgemeinschaftshauses Dörrenzimmern.

Lange haben die Zimmerner gewartet

Lange haben die Zimmerner, wie man sich hier umgangssprachlich nennt, gewartet, dass sich ihr großer Wunsch erfüllt, so Ortsvorsteher Erich Landes: „Das Gebäude ist jetzt fast 60 Jahre da. Es wird auch oft genutzt.“ Bürgermeister Michael Bauer ergänzt: „Wir müssen da was machen.“ An diesem Dienstag stimmten alle Gemeinderäte für den Antrag der Stadtverwaltung, das Dorfgemeinschaftshaus in Dörrenzimmern zu sanieren. Kosten: Rund 1,69 Millionen Euro.

Rollstuhlgerecht mit Aufzug

Rollstuhl- und Kinderwagengerecht soll das Gebäude werden. Dabei helfen stufenlose Eingänge und ein Aufzug im Inneren. Herr Knorr und Herr Gärtner vom Büro Knorr und Thiele aus Öhringen stellten die Pläne für den Umbau vor.

Wer ins Dorfgemeinschaftshaus möchte, muss an den Kindertoiletten vorbei

Das größte Problem derzeit: Das Dorfgemeinschaftshaus und der Kindergarten haben den gleichen Eingang. Wer ins Dorfgemeinschaftshaus möchte, muss an den Kindertoiletten und der Kindergarderobe vorbei das Treppenhaus hinauf in den ersten Stock. Weitere Mängel: Es gibt lediglich zwei Damentoiletten. Das ist zu wenig und entspricht nicht den derzeitigen Vorgaben. Unglücklich: Die Herrentoilette erreicht man nur über den Aussenbereich. Die Ölheizung im Keller könnte bestenfalls gegen eine Pelletheizung ersetzt werden. Aber da die Kosten für die gesamte Umgestaltung sowieso schon auf rund 1,69 Millionen Euro (inklusive energetischer Sanierung mit 235.000 Euro ) angesetzt sind, sprengen die weiteren 60.000 Euro für die Heizung vermutlich den Kostenrahmen. Wichtiger noch ist die Erneuerung der diversen Aussentüren und Fenster, die dem aktuellen Brandschutz nicht entsprechen.

Anbau  soll dort, wo der Spielplatz ist, gebaut werden

Ein Anbau an der Stelle, wo jetzt der Spielplatz ist (rechts vom Haus, Richtung Stachenhausen, wenn man davor steht) soll die komplette räumliche Trennung zwischen Kindergarten und Dorfgemeinschaftshaus Realtität werden lassen. Eine Galerie und Abstellzimmer für die diversen Vereine, die das Haus nutzen, sollen hinzukommen.

17 Parkplätze

Damit es „geordneter“ wird, sollen im Aussenbereich Markierungen für 17 Parkplätze erfolgen, die in Einbahnstraßenfunktion gestaltet sind. Sprich, die Besucher fahren von Dörrenzimmerns Oberer Schulstraße Richtung Stachenhausen zum Dorfgemeinschaftshaus und können dann parken.

Wieviel Energiekosten spart man langfristig bei einer energetischen Sanierung ein?

Eventuell kann man einen Teil der Kosten mit einem ELR-Antrag (Enticklung ländlicher Raum) gedeckelt bekommen. Förderfähig wäre hier eine Summe von bis zu 40 Prozent. Das wären bei 1,7 Millionen Euro immerhin 680.000 Euro. Gemeinderätin Susanne Schmezer fragt, ob es auch Zuschüsse für die energetische Sanierung gibt. Bürgermeister Bauer sichert zu, das ebenfalls zu prüfen. Das Gebäude könnte man auch ohne energetische Sanierung erneuern. Dadurch spare man die besagten 235.000 Euro ein. Die Gegenfrage: Wieviel spart man langfristig an Energiekosten durch die Sanierung demgegenüber ein, möchte Sausanne Schmezer wissen. Auch das soll, so Bürgermeister Bauer, der Fachplaner einmal berschlägig berechnen. Aber, so Bauer: „Ich sage immer: Isolieren tut man einmal, heizen tun wir jedes Jahr.“

Auch Gemeinderat Dr. Baum findet: „Wir haben hier die Chance, das Gebäude energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Das ist ein Gewinn für die Gemeinde und eine Chance für die Zukunft.“

Text: Dr. Sandra Hartmann

 




Die Luftreiniger sind da!

Am 17. August 2021 beschloß der Künzelsauer Gemeinderat die Anschaffung von 96 Luftreinigern für die Klassenräume der Klassen 1 – 6 sowie die Kindergärten in städtischer Trägerschaft. Am 19. Oktober 2021 vergab der Gemeinderat den Auftrag an die Firma AFS Airfilter GmbH aus Übrigshausen, die versprach, bis Ende November liefern zu können.

Trotz der bekannten Turbulenzen auf den Beschaffungsmärkten konnte AFS den Liefertermin einhalten, wie die Stadt Künzelsau mitteilt:

„Die Firma AFS Airfilter Systeme GmbH hat zu Beginn der Woche die Luftfiltergeräte an die Georg-Wagner-Schule und das Ganerben-Gymnasium ausgeliefert. Insgesamt werden rund 50 Klassenräume der Stufen 1 bis 6 aller städtischen Schulen mit Luftfiltergeräten ausgestattet. Für die schlecht zu lüftenden Räume wurden bereits im Frühjahr Luftfiltergeräte angeschafft. Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung möchten mit den Geräten dazu beitragen, dass in den Einrichtungen neben Hygienekonzepten und den Hygienemaßnahmen ein bestmöglicher Schutz gegen Corona geboten wird. „Unser Ziel als Schule ist es, die bestmöglichen Maßnahmen zum Schutz der Schüler, Lehrer und Angehörigen zu schaffen. Die Luftfiltergeräte unterstützen uns dabei“, so Rainer Süßmann, 1. Konrektor der Georg-Wagner-Schule. Auch Antje Rother, 2. Konrektorin der Georg-Wagner-Schule ist froh, dass die Luftfiltergeräte da sind: „Die Geräte geben einfach zusätzliche Sicherheit.

Auch das Ganerben-Gymnasium bekommt Luftfiltergeräte. Foto: Stadt Künzelsau

Auch die städtischen Kindergärten und die Kindertageseinrichtungen der freien Träger werden aktuell mit 40 Luftfiltergeräten ausgestattet.“

Pressemitteilung der Stadt Künzelsau




Durchfall und Erbrechen: Norovirus in Forchtenberg

In den sozialen Medien kursieren Gerüchte (aber auch Informationen) oft schon lange, bevor sie von den zuständigen Stellen bestätigt werden. So erreichte GSCHWÄTZ heute morgen eine Mitteilung, dass es in Forchtenberg einen Ausbruch des Norovirus geben soll. Aus diesem Grunde sei auch der Kindergarten geschlossen.

Bürgermeister bestätigt Norovirus

Norovirus in Forchtenberg – Kindergarten-App

Von der Stadt Forchtenberg war am Morgen keine Stellungnahme zu erhalten, Bürgermeister Michael Foss informierte aber die Eltern via die Kindergarten-App über die Schließung des Kindergartens und der Krippe bis mindestens Freitag, 22. Oktober 2021. Als Grund gab er viele Magen-Darm-Infekte an und bestätigte auch, dass der Norovirus nachgewiesen ist. Bei dem geringen Personalstand sei die pädagogische Betreuung bei gleichzeitiger Einhaltung der strengen Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen nicht zu gewährleisten.

Antwort des Landratsamts steht noch aus

GSCHWÄTZ hat beim Landratsamt über den Status des Ausbruchsgeschehens angefragt – mit der Antwort ist im Laufe des Nachmittags zu rechnen. Eine diagnostizierte Noroviruserkrankung ist meldepflichtig, daher ist das Gesundheitsamt einbezogen.

ERGÄNZUNG: Die Antwort des Landratsamtes ist eingegangen. Siehe https://www.gschwaetz.de/2021/10/20/im-umfeld-des-erkrankten-gibt-es-weitere-erkrankte-mit-verschiedenen-symptomen/

Norovirus ist in der Lage, sich sehr schnell zu verbreiten

Der Norovirus tritt immer wieder, gerne im Winter, dort auf, wo viele Menschen zusammenkommen. Altenheime oder Schulen sind Orte, an denen sich der Virus besonders schnell verbreitet. Bekannt sind auch Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen. Da er sich auf unterschiedlichen Wegen ausbreitet, etwa durch oral-fäkale Infektion, Schmierinfektion oder Tröpfcheninfektion, ist er an solchen Orten kaum zu bremsen.  Schon ein kleiner Kontakt des Virus mit Schleimhäuten, etwa wenn man nur mit dem Finger an den Mund greift, kann zur Infektion führen.

Einmal infiziert: Sofort ansteckend

Infizierte sind schon sehr schnell nach der Ansteckung selber ansteckend. So kann sich der Virus schon verbreiten, bevor Symptome sichtbar sind. Dies ist gewöhnlich nach 6 -48 Stunden der Fall. Auch nach Abklingen der Symptome sind die Betroffenen noch mehrere Tage ansteckend, im Stuhl ist der Virus oft noch nach 2 Wochen nachweisbar.

Symptome: Durchfall und Erbrechen

Der Norovirus führt zu Übelkeit, schwallartigem Erbrechen, Durchfall, Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen, leichtem Fieber und Abgeschlagenheit. Die Krankheit heilt bei ansonsten gesunden Erwachsenen fast immer problemlos aus. Vorsicht ist geboten bei Kleinkindern und älteren Menschen: Diese Gruppen bemerken den rapiden Flüssigkeitsverlust oft nicht. Dehydration und Elektrolytverlust führen dann oft zu weiterführenden Komplikationen, unter anderem treten Kreislaufprobleme, Krampfanfälle und sogar Nierenversagen auf. Eine Impfung gegen das Virus ist nicht möglich. Auch eine Neuansteckung ist möglich.

Gegenmaßnahmen

„Viruzide Desinfektionsmittel“ wirken zuverlässig gegen den Norovirus – das sind die Desinfektionsmittel, die seit dem Beginn der Coronapandemie jeder kennt. Dementsprechend sind auch die Ratschläge: Hände waschen und Desinfizieren sowie Haushaltsgegenstände und Toiletten desinfizieren sind die empfohlenen Maßnahmen. Außerdem sollte Wäsche von Betroffenen bei 90 Grad gewaschen werden – der Virus kann eine 60-Grad-Wäsche überleben und sich anschließend weiterverbreiten – und man sollte den Kontakt zu Betroffenen meiden.

Text: Matthias Lauterer

 




Mehr mit Pflanzen und Tieren machen

Im Rahmen des Studiengangs Betriebswirtschaft und Sozialmanagement der Reinhold-Würth-Hochschule, Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn, haben Studentinnen des vierten Semesters in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Künzelsau eine Befragung unter den pädagogischen Fachkräften aller 15 städtischen Kindertagesstätten durchgeführt.

Befragung für ein neues Naturkonzept der kommunalen Betreuungseinrichtungen

Damit macht sich die Stadtverwaltung auf den Weg zu einem Naturkonzept, das mehr Aktionen in der Natur in den Betreuungsalltag bringen wird. Jetzt sind die pädagogischen Fachkräfte gefordert, neues Terrain zu betreten und Tagesabläufe neu zu konzipieren. Noch im Juli arbeiteten die Einrichtungsleitungen bei einer Klausurtagung mit einer Landesbeauftragten für Naturkindergärten am Thema weiter.

Mit Fragen ans Thema

In enger Zusammenarbeit mit der stellvertretenden Hauptamtsleiterin Marion Hannig-Dümmler und dem Team des Waldkindergartens Künzelsau haben die Studentinnen Hannah Dobrautz, Anna Erlenbusch, Nadine Veile und Lisa von Glahn einen Fragebogen erstellt, der die pädagogischen Fachkräfte das aktuelle Konzept reflektieren ließ und sie an ein neues Naturkonzept
heranführen sollte.

Bei Kindern Interesse für Pflanzen und Tiere wecken, das Immunsystem stärken und Motorik fördern

Dieses neue Naturkonzept soll den Erlebnishorizont der Kinder erweitern und alltagsintegriert ihr Verständnis für Pflanzen und Tiere verbessern. Auch ihr Immunsystem soll gestärkt sowie ihre motorischen Fähigkeiten gefördert werden.

Die Ergebnisse der Onlinebefragung zeigen ein großes Interesse an der Natur und eine generelle Offenheit der Befragten, diese häufiger in den Kindergartenalltag zu integrieren.

Ursachen des Geräuschpegels im Kindergarten untersucht

Mit Fragen zu den Ursachen des oft lauten Geräuschpegels in den Gruppenräumen, sollten die pädagogischen Fachkräfte angeregt werden, das Gruppenverhalten zu analysieren, und für wetterunabhängige Bewegungs- und Umgebungsangebote sensibilisiert werden: die Raumgestaltung zum Beispiel an den Bedürfnissen der Kinder nach Bewegung und Forschung auszurichten und täglich viel mehr Zeit in der Natur außerhalb des Kindergartengeländes anzubieten. Dafür bietet die nahegelegene ländliche Umgebung rund um Künzelsau vielfältige Möglichkeiten, die Natur nicht nur im Zuge einzelner Wald- und Wiesentagen oder anderer Ausflügen einzuplanen.

Sorgen, Bedenken und Hinderungsgründe

Außerdem berücksichtigte die Befragung negative Erfahrungen, Sorgen und allgemeine Hinderungsgründe, die sich einer Veränderung hin zu einem erweiterten Naturkonzept entgegenstellen. Vor allem wechselnde Wetterbedingungen können Ausflüge in die Natur verhindern. Viele Befragte gaben an, dass hierfür die entsprechende Ausrüstung – Wetterkleidung – fehle. Auch die Kinder haben bei Schlechtwetter wenig Verständnis, die Einrichtung zu verlassen, so die Fachkräfte. Nach Ansicht der
Studentinnen kann eine Kleidungsempfehlung nach Vorbild des Waldkindergartens schon vieles erleichtern, um Aufenthalte in der Natur unabhängig vom Wetter umsetzen und genießen zu können.

Theorie wird zur Praxis

Im Rahmen dieses Projekts fanden die Studentinnen besonders interessant, die theoretischen Vorlesungsinhalte praktisch anzuwenden und gemeinsam Handlungsvorschläge zu erarbeiten.
Bei der Fachtagung der gesamten Künzelsauer Einrichtungsleitungen im Juli präsentierten die Studentinnen die Endergebnisse ihrer Befragung. Diese legen nun den Grundstein zur weiteren
Ausarbeitung des neuen Naturkonzepts der kommunalen Kindergärten in Künzelsau.

Info

Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik: Mit zirka 8.200 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen
Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die
Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr stark vernetzt.

Kooperation der Stadt Künzelsau mit der RWH.
v.l.: Marion Dümmler, Hannah Dobrautz, Anna Erlenbusch, Nadine Veile, Lisa von Glahn. Foto: Julia Annus, Stadt Künzelsau




Rattenplage im Belsenberger Kindergarten

Im Juni 2021 wurde im Kindergarten Belsenberg Rattenkot entdeckt, manche sprechen gar von einer Rattenplage, weshalb das Gebäude vorübergehend nicht für die Kinderbetreuung genutzt werden konnte. Die Kinder sind daraufhin als Notgruppe im Dorfgemeinschaftshaus untergebracht worden.

Das ganze Gebäude aufgeben?

„Die nachhaltige Sanierung des bestehenden Kindergartens zeigt ein hohes Maß an Umfang“, erläutert Marion Hannig-Dümmler in der Sitzungsunterlage die Situation für die Gemeinderäte und schlägt vor: „Daher wäre aus wirtschaftlicher Sicht eine Aufgabe des Gebäudes zu empfehlen.“, da bereits eine Begehung durch die Unfalkasse im März 2021 mehrere Mängel ergab.

Alternativen

Für einen Neubau wäre etwa eine Million Euro anzusetzen, selbst eine Generalsanierung auf heutige Standards wird auch 700.000 Euro veranschlagt. Eine Lösung mit Modulcontainern wäre möglich und würde 500.000 Euro kosten. Würde man nur die Mängel beseitigen, ohne eine weitgehende Sanierung vorzunehmen, wäre man mit 200.000 dabei, ob eine dauerhafte Betriebserlaubnis erteilt werden könnte, ist fraglich. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Waldkindergarten schlägt die Verwaltung daher vor, zwei weitere „Naturwägen“ zu beschaffen, um so den Kindergartenstandort Belsenberg zu erhalten. Diese Wägen werden rund 175.000 Euro kosten. Carmen Class beruhigt die Ängste der Eltern, dass Naturwägen der Einstieg in den Ausstieg aus dem Standort Belsenberg sein könnte: „Der Standort ist so ideal, dass man darauf nicht verzichten will“. Bürgermeister Neumann betont, dass der Kindergarten als Provisorium wiedereröffnet wurde.

Jäger: will den Kindergarten unbedingt erhalten, für ihn waren die Wägen die vernünftigste Lösung, die recht einhellige Ablehnung durch die Eltern hat ihn verblüfft.

Kubat spricht davon, dass das Gebäude von den Belsenberger Bürgern erbaut wurde und seit der Übernahme durch die Stadt Künzelsau im Jahr 1973 kaum saniert wurde. Auch er spricht von einem geradezu idealen Gelände für einen Kindergarten. Er schlägt eine kurzfristige Sanierung und in einigen Jahren einen Neubau vor, nicht zuletzt, weil das Dorfgemeinschaftshaus derzeit für die Einwohner nicht nutzbar ist.

Bürkert will ein Konzept, das den Kindergarten, die Feuerwehr und den Kindergarten umfaßt. Aber auch er empfindet die Wägen als vernünftige Lösung und schlägt vor, den Eltern die Wägen erst einmal im Detail vorzustellen.

Neumann sieht keinen lokalen Bedarf für mehr als einen einzügigen Kindergarten in Belsenberg.

Süßmann möchte, „dass man auf dem Ensemble was vernünftiges baut“. Löhlein-Ehrler findet Waldkindergarten auch für Kinder in Amrichshausen oder Garnberg attraktiv, da die Kinder ja später dort auch in die Schule gehen.