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Die Unersättlichkeit der Gier

Mäuse in Filialen deutschlandweit, erschreckende Hygienestandards, teilweise eine Reinigungskraft für einen Supermarkt: Die Wallraff-Undercover-Reportage auf RTL über Kaufland verrät viel über die nach wie vor herrschende Geiz-ist-geil-Mentalität der Deutschen und des ewig profithungrigen Unternehmers.

Team Wallraff begibt sich auf Spurensuche

Reporter vom Team Wallraff arbeiteten undercover als Aushilfen in einer zweistelligen Zahl an Kaufland-Supermärkten und stellten dabei erschreckende Standards fest.

Das Unternehmen wiegelt nun ab mit Aussagen wie: Wir kümmern uns darum. Das darf natürlich nicht sein. Auch wir klären nun auf. Und an ihre Mitarbeitenden gewandt: Das kann nicht sein. Das muss sich ändern. Die Kund:innen müssen sich wohl fühlen können bei uns.

Nun beginnen die Aufräumarbeiten

Was wird nun in den kommenden Wochen und Monaten geschehen? Vermutlich werden nun alle Kaufland-Filialen strikt angehalten, alles blitzblank zu putzen – vermutlich mit aber eben diesem niedrigen Personalschlüssel. Und genau da liegt das Problem. es liegt hier eben kein punktuelles Fehlversagen vor, sondern ein systemisch zu geringer Personalschlüssel, um die Märke möglichst gewinnbringend zu fahren.

Wie soll eine einzige Reinigungskraft einen ganze Supermarkt blitzblank halten? Wenn eine Filialleitung nur einen dementsprechenden Personalschlüssel und gar nicht die Möglichkeit hat, mehr Personal diesbezüglich einzustellen, kann sie auch künftig nichts ändern.

Kündigungen sind nun völlig fehl am Platz

Kündigungen von Filialeitern, nur um zu zeigen, wir räumen nun im wahrsten Sinne bei uns auf, sind somit völlig fehl im Platz. Die schwäbische Einspar-Mentalität vom obersten Management muss sich ändern. Dann gib es eben nicht mehr Maximal-Profit, sondern ein Unternehmen, dass vielleicht ein paar Millionen weniger erwirtschaftet, aber dafür gesündere, Mitarbeiter hat, die länger im Unternehmen bleiben, besser geführte Märkte mit einem stressfreieren Klima. Auch der Ruf sollte eine Unternehmen wichtig sein.

Zu Kaufland gehört Lidl

Hinter Kaufland steht Dieter Schwarz. Die Schwarz-Familie gilt als reichste Familie Deutschlands. Zu dem Konzern gehört auch Lidl. Lidl steht als Discounter schlechthin. The cheaper the better, lautete die Devise Damit scheffelt er Konzern Milliarden. Die Reportage gibt nun einen kleinen Einblick, wie Kapitalismus funktioniert. Die Gewinnmarge des Schwarz-Konzerns ist außerordentlich hoch, vor allem in Krisenzeiten wie die aktuell hohe Inflation lässt Billigheimer-Produkte florieren. Aber selbst in diesem wirtschaftlich gewunden Unternehmen grassiert der Rotstift. Es wird ständig geschaut, wie profitabel jeder Markt ist und wie man hier und da noch etwas optimieren kann. Denn: Es ist nie genug. Es könnte immer noch mehr Gewinn erwirtschaftet werden.

The cheaper the better

Natürlich darf man dabei die Kund:innen nicht aus der Verantwortung nehmen. Auch sie schauen nach den Preisen von Butter, Milch und Fleisch und wählen nicht immer den Supermarkt ihres Vertrauens, sondern den, wo sie sich es leisten können, einzukaufen. Aber auch das ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt auch genug Kund:innen, die das Geld hätten, genauer hizuschauen, und einen anderen Markt zu wählen, der ordentlicher geführt ist. Aber sie machen es nicht, weil auch für sie die Geiz-ist-geil-Mentalität noch immer ganz oben steht. Da wird beim Brot eingespart, aber dafür bei den Zigaretten und Bier zugegriffen (und nicht nach dem Preis geschaut). Oder aber es herrschte bislang Ahnungslosigkeit über die Zustände von Kaufland hinter den Kulissen.

Auch von den Verbraucher:innen müsste daher Druck ausgeübt werden auf das Management, dass hier mehr Geld in Personal in die einzelnen Märkte fließen muss, zur Entlastung eben dieses Personals.

Es wird sich nun in den kommenden Wochen anhand der Verkaufszahlen zeigen, ob die Verbraucher:innen ein Zeichen setzen und erst einmal woanders einkaufen, bis die Schwarz-Familie  über ihre Stiftung nicht mehr nur in prestigeträchtige soziale (und auch wichtige) Projekte wie die Experimenta oder den Bildungscampus in Heilbronn investiert, sondern auch in den sozialen Arbeitsalltag der Mitarbeitenden von Kaufland, die im Wesentlichen dazu beitragen, dass es solche prestigeträchtigen Bildungsprojekte überhaupt gibt. Zwei der gezeigten Märkte (in Bad Tölz und Homburg) wurden nun erstmal von Kaufland geschlossen.

Ein Kommentar vom GSCHWÄTZ Redaktionsteam




„Wir nehmen teilweise wahr, dass Kundinnen und Kunden aktuell stärker zu Eigenmarken greifen.“

Lebensmittel Preisentwicklung. Quelle: ZDF wiso

Wenn im Euro-Shop alles plötzlich 1,10 Euro kostet, dann wäre das vor zwei Jahren einfach nur ein lustiges Bild gewesen. Heute zeigt es den Ernst der Lage für viele Menschen auf. Eine Inflationsrate von momentan über 7 Prozent bedeutet nämlich, dass Menschen, die bereits vor dem rasanten Preisanstieg den Cent zweimal umgedreht haben, inzwischen nicht mehr wissen, wie sie sich ernähren sollen. Nicht nur die Armen sind von steigenden Preisen für Lebensmittel im Lebensmittelbereich betroffen. Auch scheinbar wohlhabende Menschen, die Kredite aufgenommen haben und wenig sonstige Sparquote haben, müssen für das tägliche Leben immer mehr Geld aufwenden und geraten in finanzielle Gefahr.

Es gibt nicht die „eine“ Inflation, Inflation ist individuell

Der Warenkorb, den DESTATIS für die Berechnung der Inflationsrate zugrundelegt, umfaßt 645 Artikel. Nicht alle dieser Artikel sind für jeden relevant: Wer sich vegetarisch ernährt, den interessieren die Fleischpreise nicht, und wer kein Auto hat, der tankt auch keinen Diesel. Aber Lebensmittel braucht jeder: Die Preise für Lebensmittel sind innerhalb eines Jahres ungefähr doppelt so stark gestiegen wie die Inflationsrate, nämlich um 14,8 Prozent, so jedenfalls sagt es die Verbraucherzentrale. Und wer nach den Ausgaben für Wärme, Strom und Lebensmittel kein Geld mehr hat, für den ist die persönliche Inflationsrate deutlich höher als die amtlich ermittelte Rate.

Beispiele für die Teuerung bei Grundnahrungsmitteln

Butter beim Discounter kostete Anfang des Jahres  1,29 Euro – inzwischen muss man mit über 2 Euro für das halbe Pfund rechnen. Und die Milch, deren niedriger Preis von um 0,75 Euro vor wenigen Monaten noch Bauernproteste hervorrief, kostet jetzt beim Discounter 1,39 Euro.

Verschleierungstaktik der Hersteller

Von Butter auf Margarine umzusteigen, lohnt sich nicht, denn manche Lebensmittelhersteller trauen sich schon gar nicht mehr, die Preissteigerungen offen zu kommunizieren und greifen zu billigen Tricks: Aufgeflogen ist kürzlich Upfield, Hersteller unter anderem der Margarinemarke RAMA, der zum gleichen Preis nur noch 400g statt wie bisher 500g Margarine in einen Becher packt – und das in der bisher bekannten Bechergröße. Eine Preissteigerung von 25 Prozent auf einen Schlag. „Shrinkflation“ heißt das neue Wort für dieses Anbieterverhalten.

Bei den preiswertesten Kaffeesorten stieg der Preis um mehr als 20% und auch die einfache 500g-Packung Spaghetti der Discountermarke, die vorher um die  65ct kostete, ist jetzt nicht mehr unter 79ct zu bekommen. Nudelspezialitäten kosten bei der Eigenmarke 1,19 Euro, die italienischen Markenprodukte stehen bei 1,99 Euro. Für 1kg Reis zahlte man Anfang des Jahres noch unter einem Euro, heute werden 1,39 Euro aufgerufen.

Selbst wer sich die Situation schöntrinken möchte, muss feststellen, dass der preiswerte Rotwein aus Frankreich nicht mehr 1,99 Euro kostet. Immerhin wurde der Preis gerade wieder herabgesetzt, 2,99 Euro war wohl zuviel des Guten für die Zielgruppe der preissensitiven Weinliebhaber.

Obst und Gemüse

Für Obst und Gemüse ist ebenfalls eine deutliche Preissteigerung bemerkbar. Da deutsche Ware derzeit Saison hat, ist die Preissteigerung dort noch nicht so stark bemerkbar. Im Winter, wenn wieder Äpfel aus Neuseeland und Orangen aus Israel im Angebot sind, werden die Preise allein wegen der deutlich gestiegenen Transportkosten anziehen. Auch Gewächshausware wird wegen der Energiepreise deutlich teurer werden.

Tipp: lokale Anbieter für frische Produkte

Bei den lokalen Anbietern, die ihre selbsterzeugten Produkte auf den lokalen Märkten oder im Hofladen anbieten, sind die Preise bisher weitgehend stabil.

Verarbeitete Nahrungsmittel

Eine Mitarbeiterin tauscht Preisschilder aus. Foto: twitter, @sternimommy

Richtig deutlich zeigt sich die Preissteigerung bei den verarbeiteten Nahrungsmitteln. Je mehr energieintensive Verarbeitungsschritte, desto stärker zeigen sich die Auswirkungen der Energiekosten. Ein drastisches Beispiel macht bei twitter die Runde, angeblich wurde das Foto von einer Verkäuferin aufgenommen, die gerade Preisschilder austauscht. Ein Preissprung von fast 90 Prozent ist darauf zu sehen:

Beim Metzger merkt Patricia die Inflation am meisten

Patricia, 41, aus Unterheimbach sieht der Inflation relativ entspannt entgegen: „Das liegt hauptsächlich daran, dass ich in sehr ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen bin und damit in gewisser Weise schon damit konfrontiert wurde. Bei einer sich zuspitzenden Lage würde ich mir zu helfen wissen“, lächelt sie selbstbewusst. Sie hebt hervor dass sie „kein Konsummensch“ sei. Sie kauft nur das, was unbedingt notwendig ist.

Auf die Frage, wo Sie selbst eine Preissteigerung gemerkt hat, kommt wie aus der Pistole geschossen „bei meinem Metzger“. Sie meint, dass sie jetzt ca. 30 Prozent mehr bezahlt als vor einem Jahr.

Neben den immensen Preissteigerungen bei Lebensmitteln, der auf den Ukraine-Krieg zurückzuführen ist, sieht sie die Corona – Pandemie als Zugpferd für steigende Preise in allen Bereichen, auch im Energiesektor: „Die Energiepreise waren schon vor dem Ukraine-Krieg stetig am Steigen, die Sanktionen und die Reduzierung der Gas – Lieferung durch Russland haben die Preise zum Explodieren gebracht und sind somit merklich spürbar für den Endverbraucher“. Auch vertritt sie die Meinung, dass viele Unternehmen nicht nur die erhöhten Einkaufspreise an Ihre Kunden weitergeben, sondern die Inflation auch nutzen, um höhere Gewinne zu erwirtschaften.

Patricia ist „kein Konsummensch“. Foto: privat

Einzelhändler und Discounter wollen nicht viel preisgeben

Die Einzelhändler und Discounter wollen für ein Gespräch über Auswirkungen der Inflation auf ihr Geschäft, beispielsweise ein verändertes Kundenverhalten oder das Thema „Shrinkflation“ nicht zur Verfügung stehen. Sehr wortkarg antwortet Lidl: Es ist unser Anspruch, unseren Kunden immer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen keinen Interviewpartner zur Verfügung stellen.“

Ein wenig mehr sagt Kaufland, ebenfalls ein Unternehmen der Schwarz-Gruppe: Wir bieten unseren Kunden auch weiterhin eine große Auswahl an Lebensmitteln sowie alles für den täglichen Bedarf zu günstigen Preisen. Darunter unsere attraktiven Eigenmarken-Produkte sowie die anderer bekannter Marken. Wir stellen derzeit kein verändertes Einkaufsverhalten unserer Kunden fest. Es werden weiterhin Einkäufe quer durch das Sortiment und alle Warengruppen getätigt.“

Discounter könnten Probleme bekommen

Es ist klar, dass sich die Discounter hier nicht in die Karten schauen lassen wollen: Die Discountpreise sind nur solange möglich, wie die Markenhersteller, die ja auch die Discountprodukte herstellen, mit den Markenprodukten genug verdienen. Ist das nicht mehr der Fall, ist das Geschäftsmodell mit den preiswerten Discounter-Eigenmarken gefährdet.

Kaufland hat bereits ein ausgefeiltes Energiekonzept

Auf die Frage nach den eigenen Energiekosten, die ja letztlich auch an die Kunden weitergegeben werden, antwortet nur Kaufland, dafür aber recht ausführlich: „Um Energie zu sparen, heizt in vielen unserer Filialen der Kühlschrank mithilfe des Kälte-Klima-Verbunds. Kühltruhen und -schränke erzeugen mehr Wärme als Kälte. Diese Abwärme nutzen wir bei Kaufland für die Beheizung unserer Filialen, indem sie einer Industriefußbodenheizung zugeführt wird, die unter der gesamten Verkaufsfläche verlegt ist. Erdreich und Bodenplatten dienen als Speicher und können die niedrigen Vorlauftemperaturen von 38 bis 40 Grad Celsius optimal nutzen. Zusätzlich wird die gespeicherte Wärme für die Lüftungsanlage, die Türluftschleier bei den Eingängen und die Heizkörper in den Büro- und Sozialräumen genutzt. Hierdurch decken wir fast 4/5 des gesamten Wärmebedarfs einer Filiale ab. Zudem vermeiden wir Kälteverlust der Kühlmöbel, indem wir sie in vielen Filialen mit Türen oder Glasschiebedeckeln ausstatten.“

Edeka: „Wir nehmen teilweise wahr, dass Kundinnen und Kunden aktuell stärker zu Eigenmarken greifen.“

Einzig Edeka hat schon bemerkt, „dass Kundinnen und Kunden aktuell stärker zu Eigenmarken greifen.“ Details mag aber auch Edeka nicht nennen, nur soviel: „Wir legen höchsten Wert auf ein bestmögliches Preis-Leistungsverhältnis. Aufgrund der aktuellen Situation auf den Weltmärkten lassen sich steigende Verkaufspreise aber nicht immer vermeiden. Selbstverständlich geben wir, wann immer möglich, Einkaufsvorteile an unsere Kundinnen und Kunden weiter. In unseren Märkten können unsere Kundinnen und Kunden aus einem breiten Sortiment an bekannten Marken, beliebten Edeka-Eigenmarken und Artikeln auf Discountpreisniveau wählen. Damit sprechen wir jede Kundin und jeden Kunden an.“ 

Text: Markus Neugebauer und Matthias Lauterer




Vor dem Einkaufen noch schnell testen

Ein Lidl-Schnelltestzentrum gibt es bereits in Eppingen. Hunderte weitere sollen laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur (dpa) folgen.

Nach ersten Informationen sollen Kunden auf den Parkplätzen mit Schnelltests auf Corona getestet werden können. Derzeit gibt es noch nicht wirklich viele solcher Schnelltestzentren. Im Hohenlohekreis bietet die Stadtverwaltung Schnelltests in der Stadthalle nach vorheriger Anmeldung an. Nicht selten reicht hier aber das Angebot aufgrund der hohen Nachfrage nicht aus.

Da die Tests kostenlos angeboten werden sollen von den Lebensmittelketten, die zur Heilbronner / Neckarsulmer Schwarz-Gruppe gehören, dürfte das den Lebensmittelhandel noch weiter stärken und geradezu ein Frequenzbringer für noch mehr Kunden sein.

Zuvor hatte bereits Deutschlands größte Drogeriemarktkette dm erste Schnelltestzentren in Baden-Württemberg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Hessen in Betrieb genommen. Bis Ende April 2021 will der Drogeriemarktführer bundesweit 500 Testzentren einrichten.

Insgesamt sind sogar mindestens 1.000 geplant. Die Drogeriemarktkette wolle ihre Leistungsfähigkeit zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen, sagte der Vorsitzende der dm-Geschäftsführung Christoph Werner. Kontrollierte Schnelltests sorgen für mehr Sicherheit und ermöglichen Öffnungsschritte.

Die Schnelltests, die auch an Schulen flächendeckend ausgegeben werden sollen, sollen ein erstes Testergebnis ermöglichen, ob jemand Corona hat oder nicht. Falls jemand bei einem Schnelltest ein positives Ergebnis hat, muss der- oder diejenige anschließend einen PCR-Test machen. Das ist ein etwas genauerer Test, denn nicht selten gibt es falsch-positive Ergebnisse.




Wer bekommt das XXL-Grundstück mitten im Herzen Künzelsau?

Im Besprechungsraum von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann ziert ein Poster die Wand. Es zeigt den Plan zur Neugestaltung des großen Areals zwischen dem Rathaus und der Bergbahn. Das neue Landratsamt nimmt darin eine große Fläche ein. Von oben sieht es aus wie ein mehrfach zerteiltes Steak. Daneben sieht man das Kaufland, das so gar nicht an das Kaufland erinnern will, das es da facto bereits an dieser Stelle gibt. Mit seiner ovalen Form erinnert es vielmehr an ein kleines Fußballstadion. Besser, größer, neuer soll das Kaufland werden. Nur an der Umsetzung scheiden sich die Geister. Es geht um Millionen und um die Frage: Wie soll Künzelsau künftig ausschauen?

Der Investor wollte das Kaufland größer, moderner, neuer aufziehen.

Nur einen Steinschlag von diesem Kaufland entfernt hat Rainer Grill sein Büro. Er ist Pressesprecher von Ziehl-Abegg (ZA) und er hatte große Pläne mit dem Kaufland in Künzelsau. Genauso wie Dr. Herbert Küblböck aus Regensburg. Der Investor wollte das Kaufland größer, moderner, neuer aufziehen. Allerdings nicht an dem Standort an der Bergbahn, sondern in der Würzburger Straße neben dem Elektronikgeschäft HEM. Auf der über 13.000 Quadratmeter großen Fläche steht derzeit noch eine alte Produktionshalle von Ziehl-Abegg. Daran hängt schon seit Längerem das Schild: „Zu verkaufen“. Laut Bodenrichtwert ist das Grundstück mehrere Millionen Euro wert.

Vor einigen Jahren schon hat ZA in der Küblböck Unternehmensgruppe aus Regensburg einen Investor gefunden, der das Grundstück kaufen möchte. Ein großes, modernes Kaufland soll darauf entstehen. Architektonische Pläne gibt es. Gespräche mit der Stadt und dem Gestaltungsberater wurden geführt. Martin Gehring von Küblböck kritisiert: „Seit unserem einem ersten Gespräch 2015 ist uns über mehrere Jahre das Wohlwollen der Stadt in Persona des Bürgermeisters Neumann zugesichert“ worden. Es sei offen kommuniziert worden, „dass wir Einzelhandel auf dem Areal der Firma ZA in der Würzburger Straße/Kocherwiesen ansiedeln wollen. Erst – für uns völlig überraschend – im April 2018 wurde seitens Herrn Neumann verlautbart, dass unser Projekt nun von der Stadt abgelehnt würde. Wochen vorher waren unsere ausgereiften Architektenplanungen für den Umzug von Kaufland an die Würzburger Straße und die Nachnutzung der bisherigen Kaufland-Immobilie noch im Gestaltungsbeirat positiv beurteilt worden. Im Schreiben des Bürgermeisters Neumann zur Ablehnung steht nur ein einziger wortkarger Satz, der die Entscheidung begründet: das Kaufland gehöre in die Innenstadt.“
Fragt man Bürgermeister Stefan Neumann, betont dieser, dass er ebenso wie ZA ein Interesse daran habe, dass dieses Grundstück in der Würzburger Straße nicht ewig brach liege, sondern dass hierauf wieder etwas Neues entstehe.

Stefan Neumann möchte das Kaufland in der Innenstadt halten und nicht in die Würzburger Straße verlieren.
Foto: GSCHWÄTZ

„Unser Ziel ist es nach wie vor, die Innenstadt zu stärken und nicht zu schwächen. Wenn man das nicht macht, stirbt die Innenstadt.“

Er verweist aber auch darauf, dass das ZA-Grundstück in der Würzburger Straße ein eingeschränktes Gewerbegebiet sei. Elke Sturm, Pressesprecherin der Stadt Künzelsau präzisiert: „Sortimente von innenstadtrelevanter Bedeutung wie Nahrungs-und Genussmittel, Lebensmittel, Drogeriewaren, Kosmetika, Pharmazeutika, Oberbekleidung, Kurzwaren und Handarbeiten, Schuhe, Haushalt, Papier-und Schreibwaren, Bücher sind hier nicht zugelassen… Alles Sortimente die Kaufland anbietet.“

Aber was ist mit Lidl und Edeka, die sich ebenfalls in der Würzburger Straße angesiedelt haben? Elke Sturm erklärt: „Die von Ihnen angesprochenen Lebensmittelanbieter sind in einem Sondergebiet klassifiziert und jeweils mit der entsprechenden Verkaufsfläche und den Sortimenten begrenzt.“ Neumann betont darüber hinaus, wie wichtig das Kaufland für die Innenstadt Künzelsaus sei, immerhin grenze das rund 4.000 Quadratmeter große Grundstück direkt an ein größeres Wohngebiet und auch Taläcker mit seinen rund 3.000 Einwohnern sei nur eine Bergbahnfahrt entfernt: „Unser Ziel ist es nach wie vor, die Innenstadt zu stärken und nicht zu schwächen. Das haben wir von Anfang an so kommuniziert. Wenn man das nicht macht, stirbt die Innenstadt.“

Was darf überhaupt auf diesem Grundstück gebaut werden beziehungsweise, was könnte sich die Stadt vorstellen?

Rainer Grill von ZA betont, dass das jetzige Kaufland keine Bauruine geworden wäre, sondern es seien Pläne vorhanden gewesen, wonach ein kleiner Lebensmittelmarkt sowie ein oder zwei Fachgeschäfte darin hätten Platz finden sollen. Die Rede war von einem Schuhfilialisten sowie einem Sportartikelladen. Der Stadt Künzelsau war diese Planung zu unkonkret.

Der Investor ist mittlerweile vom Kaufvertrag zurückgetreten. Nun steht die große Frage im Raum: Was darf überhaupt auf diesem Grundstück gebaut werden beziehungsweise, was könnte sich die Stadt vorstellen? Die Stadt hat nun beschlossen, daraus ein so genanntes „urbanes Gebiet“ zu machen (Umwidmung). Dadurch bestünden mehr Möglichkeiten, das Gebiet zu bebauen. Dies sei auch ein positives Signal gegenüber dem Investor beziehungsweise anderer Investoren. „Produzierendes Gewerbe, Handwerksbetriebe, insofern sie nicht störend sind, ein Küchenstudio, Büros und auch Wohnungen sollen fortan möglich sein“, so Neumann. Martin Gehring von der Küblböck Unternehmensgruppe argumentiert: „Es gibt seitens der Stadt keine konkreten Nutzungsvorschläge. Etwas wolkig ist seitens des Bürgermeisters in einem mündlichen Gespräch eine nicht-handelsbezogene Gewerbenutzung ins Spiel gebracht worden – ohne konkrete, nachhaltige Interessenten benennen zu können. Für eine weitere Gewerbenutzung eignet sich das Grundstück wegen der hohen Abbruchkosten der bisherigen Gebäude – im Vergleich zum Kaufpreis für ein gewöhnliches Gewerbegrundstück in der Region – aber nicht. Ein solcher Verkauf wäre ein Draufzahlgeschäft für den bisherigen Eigentümer“, ist sich der Investor sicher. „Bezüglich der Altlasten- und Abbruchkosten hat unser Haus bereits 2017 fundierte Gutachten machen lassen, welche dies belegen. Wegen der umliegenden Handels- und Gewerbebebauung und der Lage an der viel befahrenen Bahnhofstraße mit den Schallproblematiken kommt auch eine wohnwirtschaftliche Nutzung nicht in Frage.“
Wenn sich die Stadt bezüglich dem Kaufland umentscheide, habe der Investor jedoch nach wie vor Interesse: „Ein Vertragsabschluss wäre auch kurzfristig möglich.“ Auch die Stadt könne sich vorstellen, die Fläche zu kaufen. Das habe man auch ZA schon signalisiert, so Neumann.

Rainer Grill von Ziehl-Abegg.
Foto: GSCHWÄTZ

 Was macht Ziehl-Abegg?

Die Firma Ziehl-Abegg (ZA) sitzt nicht nur in Künzelsau, sondern auch in Computern, Kühlgeräten und klimatisierten Gebäuden. Denn in diesen Geräten befinden sich kleine Ventilatoren. Der Ventilatoren-Hersteller ZA setzt bei der Entwicklung seiner Ventilatoren dabei sehr stark auf Bionek, betont Pressesprecher Rainer Grill gegenüber GSCHWÄTZ: „Wir setzen Dinge, die in der Natur gut funktionieren, im technischen Bereich um.“ So seien in den 1960er Jahren die gebogenen Schwingen in den Ventilatoren erfunden worden, damit sie ruhiger laufen. Man habe sich dabei an Vogelschwingen orientiert. Die Zacken in den Schwingen kamen 2006/2007 hinzu, diese habe man der Eule abgeschaut. Eine Bienenwabenstruktur sorge für Materialeinsparung. ZA fertigt vieles selbst in Deutschland, sagt Rainer Grill. Eine eigene Gießerei gehöre zu ZA. Vergangenes Jahr sei der Kunststoffspritzguss hinzugekommen. Es sei „nicht teurer, intern zu fertigen“. Im Gegenteil: Es sei „ zeitsparend“. Man sei dadurch „flexibler“. Und: „So können wir auch die Qualität optimal prüfen.“

2018 hat ZA laut Rainer Grill 50 Mitarbeiter zusätzlich eingestellt (200 weltweit). Der Umsatz des Unternehmens beläuft sich laut eigenen Angaben auf 540 Millionen Euro* (2017). ZA hat nach eigenen Aussagen 3.900* Mitarbeiter weltweit, davon 2.200* in Deutschland/Hohenlohe. Das Unternehmen exportiert laut eigenen Aussagen dreiviertel ihrer produzierten Teile ins Ausland.
Gründer der Firma ist Emil Ziehl. Er hat 1910 mit Eduard Abegg in Berlin begonnen, Elektromotoren zu bauen. Abegg verließ die Firma laut Rainer Grill bereits nach einem Jahr wieder. Ziehl stirbt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Da die Firma in Ostberlin stand, siedelten seine Söhne Günther und Heinz nach dem Krieg nach Künzelsau um, weil Kontakte zur dortigen Firma R. Stahl bestanden. 1963 gehen die Brüder getrennte Wege. Laut der Internetseite von ebm-papst, gründeten Heinz Ziehl und Gerhard Sturm Elektrobau Mulfingen (Ebm). Durch eine Fusion entsteht 2003 ebm-papst.

* Zahlen 2017

 

 




Die etwas Anderen – Obst und Gemüse mit optischen Mängeln

In einer dreimonatigen Testphase bei Kaufland werden Äpfel, Karotten und Kartoffeln mit optischen Mängeln in über 240 Filialen in Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland sowie im südlichen Hessen und Rheinland-Pfalz angeboten. Auch in den Filialen in Künzelsau und Öhringen gibt es die so genannten „etwas Anderen“ zu kaufen.

Seit Anfang Januar 2019 stehen die etwas Anderen gesondert platziert in den Filialen. „Normal liegen die Äpfel bei den Äpfeln, die Karotten bei den Karotten und die Kartoffeln bei den Kartoffeln. Aber zum Start der Aktion werden die etwas Anderen gesondert platziert und mit einem Pappaufsteller auf sie aufmerksam gemacht“, erklärt Andrea Kübler, Pressesprecherin von Kaufland, auf GSCHWÄTZ-Nachfrage.
Mit einer gesonderten Platzierung und zusätzlichen Kommunikationsmaßnahmen will Kaufland seine Kunden von den etwas Anderen überzeugen. Mittlerweile sind „die etwas Anderen“ beim anderen Obst und Gemüse gattungsbezogen platziert. Sie sollen anhand eines Plakates und ausgewiesenen Klasse zwei erkennbar sein.
Und sparen kann man auch noch. Kübler ergänzt, dass „die etwas Anderen“ – sowohl die Äpfel, Karotten und die Kartoffeln – 88 Cent pro Kilo kosten. Dies ist laut Kübler ein deutlich günstigerer Preis im Vergleich zur herkömmlichen Ware.

 

„Eine ungewöhnliche Form hat keine Auswirkungen auf den Geschmack“

 

Laut Kaufland soll beim Obst- und Gemüseeinkauf meist nach optischen Kriterien entschieden werden. Frisches Obst oder Gemüse, das ungewöhnlich aussieht, schafft es daher oft nicht in den Handel.
Was vielen Kunden nicht bewusst ist: Die inneren Werte der etwas Anderen seien gegenüber den bereits vorhandenen Produkten identisch – allerdings könne beispielsweise schon ein Stein im Feldboden dafür sorgen, dass eine Möhre eine andere Form als gewöhnlich bekomme, heißt es in der Pressemitteilung von Kaufland.
„Wir nehmen unseren Landwirten Obst und Gemüse mit optischen Mängeln ab und zeigen, dass ungewöhnliche Formen keine Auswirkung auf gesunde Lebensmittel und einen vollwertigen Geschmack haben“, so Markus Mutz, Einkauf Obst und Gemüse Kaufland.
Kübler ergänzt: „Die Landwirte verkaufen sonst die Ware mit optischen Mängeln an die Produktion. Das heißt: Aus nicht so schönen Äpfeln wird dann zum Beispiel Apfelmus hergestellt. Jedoch erhalten die Landwirte weniger Geld, wenn sie ihr Obst und Gemüse an die Produktion verkaufen.“
Nach erfolgreicher Testphase sollen die etwas Anderen deutschlandweit zur Verfügung stehen. Das Sortiment wird dann noch mit weiteren regionalen Obst- und Gemüsesorten ergänzt. Saisonbedingt sollen von diesem Gesamtsortiment immer wieder unterschiedliche Artikel in den Märkten angeboten werden.




Sicherheitsdienst bei Kaufland

Kaufland hat seit Ende vergangenen Jahres einen Sicherheitsdienst. Anna Münzing, Pressesprecherin von Kaufland, teilte auf GSCHWÄTZ-Nachfrage mit, dass ihnen die Sicherheit der Kunden und Mitarbeiter und ein ungestörter Einkauf am Herzen liege. Münz weiter: „Bereits seit einiger Zeit greifen wir im Kaufland Künzelsau nach Bedarf auf einen Doorman zurück, der auf der Verkaufsfläche und auf dem Parkdeck durch seine Anwesenheit Ordnung und Ruhe gewährleistet – so zum Beispiel bei großem Kundenandrang in der Vorweihnachtszeit oder während der dunklen Abendstunden im Winter. Der Bedarf wird in regelmäßigen Abständen neu ermittelt. Der Doorman ist diesmal seit der Vorweihnachtszeit sporadisch im Einsatz.“

Gerüchte die in Künzelsau gasieren, dass es in jüngster Vergangenheit diverse physische Attacken gegen Mitarbeiter gegeben haben soll, bestätigte Kaufland auf GSCHWÄTZ-Nachfrage nicht: „Der von Ihnen genannte oder ähnliche Vorfälle sind uns nicht bekannt, und eine Begleitung zum Fahrzeug ist nicht notwendig. Die Filialen entscheiden selbst nach Bedarf über den Einsatz von Doormen.“




12 Planer geben Künzelsau in 5 Monaten ein neues Erscheinungsbild

In nur fünf Monaten, bis zum Ende des Jahres 2018, soll es stehen: Das Konzept, wie Künzelsau sich verändern möchte auf der Achse – Rathaus – Landratsamt- Kaufland. 12 Städtplaner haben sich für die Neugestaltung dieses Areals beworben.

Am 4. Juli 2018 hat Bürgermeister Stefan Neumann mit Beteiligung von Beate Silbereis-Scharf als Vertreterin des Landratsamts, verschiedenen Stadtplanern und Architekten, den Rahmen für den Planungswettbewerb zum Stadteingang von Künzelsau abgesteckt. Ziel des Wettbewerbs ist es, eine optimale städtebauliche Lösung für die Neuordnung des Landratsamts zu erarbeiten und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelhandel, den Verkehr und das Parken aufzuzeigen.

Der Plan zeigt das Wettbewerbsgebiet „Stadteingang Stuttgarter Straße“ mit einer Fläche von rund sechs Hektar. Urheber: Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH, Dortmund/Stuttgart.

Neumann: „Riesenchance für die nächste Generation“

„Das ist eine Riesenchance für die nächsten Generationen den Stadteingang zu gestalten“, so Bürgermeister Stefan Neumann. Zwölf Planungsbüros hätten die Aufgabe angenommen, bis Ende Oktober 2018 Pläne und Modelle mit ihren Ideen und Vorstellungen für eine zukünftige optimale Nutzung des Stadteingangs einzureichen, so eine Pressemitteilung der Stadt Künzelsau. „Das Verfahren dauert nur knapp fünf Monate, dann haben wir eine städtebauliche Struktur, auf die wir aufbauen können, die aufzeigt, wie sich in Zukunft alles ordnen könnte.“ Stadtbaumeister Peter Blumhagen ergänzt: „Das sind alles renommierte Büros, die sich auf die Ausschreibung gemeldet haben. Es konnten sich Büros aus dem gesamten Bundesgebiet bewerben.“  Mitte Dezember werde ein Preisgericht die eingereichten Arbeiten sichten und bewerten. Die Wettbewerbsergebnisse und Ideen der Planer können auch, so die Stadt, für den geplanten Neubau des Landratsamts wertvolle Planungshilfe sein und dort mit einfließen. Deshalb beteilige sich auch der Hohenlohekreis am Planungswettbewerb und übernehme auch die Hälfte der Kosten.

Einzelhandel: „Optimale Versorgung der Stadt“

Besonders wichtig sei dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung eine o“ptimale Versorgung der Innenstadt“, deshalb werde auch die Fläche des heutigen Kauflandes betrachtet. Es wird dabei der Frage nachgegangen, wie Einzelhandel dort und im Wettbewerbsbereich, also der Kernstadt, langfristig attraktiv und damit gesichert werden kann.

„Das heutige Kauflandgelände ist sowohl unter dem Aspekt der Versorgung unserer Stadt und ihrer Besucher als auch unter städtebaulichen Aspekten von großer Bedeutung. Deshalb“, so Bürgermeister Stefan Neumann, „sollten wir als Grundlage für Veränderungen dort die Ergebnisse des Wettbewerbs verwenden und uns alle die Zeit für gute Planungen und Überlegungen geben.“ Die Stadtverwaltung sei mit den Beteiligten im Gespräch und strebe eine für alle gute und zukunftsfähige Lösung an.

„Bei all den Vorhaben ist uns als Stadt Künzelsau eine ganzheitliche städtebauliche Entwicklung wichtig“, so Bürgermeister Stefan Neumann mit Blick auf die Planungen zum Quartier An der Stadtmauer. Es sei ein Konzept in Auftrag gegeben worden, das Entwicklungsmöglichkeiten des Einzelhandels im Fokus habe. Erste Ergebnisse werden noch in diesem Monat erwartet und fließen auch in die Entwicklung künftiger Potenzialflächen in der Würzburger Straße ein, so die Stadt.

Auf der Freifläche neben dem Kaufland könnte das neue Landratsamt gebaut werden. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Foto: Der Plan zeigt das Wettbewerbsgebiet „Stadteingang Stuttgarter Straße“ mit einer Fläche von rund sechs Hektar. Urheber: Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH, Dortmund/Stuttgart.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

So soll das Quartier an der Stadtmauer künftig ausschauen. Grafik zur Verfügung gestellt von der Stadtverwaltung Künzelsau