Teure Glasbauten von Lidl // Chef Gehrig zieht Notbremse
Ein zerknittertes Lidl-Logo prangt auf der Titelseite des aktuellen Manager Magazins. Darunter steht der Titel: „Teure Fehlschläge. US-Einstieg vermurkst, Digitalstrategie gescheitert, Milliarden verpulvert. Der Discounter entzaubert sich selbst.“ Lidl-Chef Klaus Gehrig gibt im aktuellen Manager Magazin (02/2018) zu, dass „das eine oder andere schiefgegangen sei“ jenseits des Atlantiks. Der im Gegensatz zu Aldi sowieso schon spät angelaufene Lidl-Start in den USA (Aldi ist dort laut dem Manager Magazin bereits mit 1.751 Filialen vertreten) verlief mehr als unglücklich. Das USA-Team von Lidl habe beispielsweise, so das Manager Magazin, Standorte per google-Landkarte gewählt, anstatt vor Ort die Gegend richtig zu erkunden. Die Krux: Da in den USA manchmal Problemviertel direkt an Reichenviertel angrenzen, kann schon eine Straße weiter der Umsatz um zweistellige Beträge einbrechen.
Ein weiteres Unterfangen, das Unsummen verschlungen hat: Die teuren Glasbauten, die Lidl sich seit geraumer Zeit leistet. So ein Glasbau steht seit kurzem unter anderem auch in der Würzburger Straße in Künzelsau. Das Problem: Der Umsatz steige zwar durch derlei imposante Bauten, aber leider nicht um die Marge, um die er steigen müsste, betrachtet man die Kosten für solch einen Bau.
In dem sechs Seiten langen Artikel erfährt der Leser viele Details aus dem Nähkästchen des ansonsten eher zugeknöpften Lebensmittelkonzerns – insbesondere ungewöhnlich viele Pleiten, Pech und Pannen. Wer die Quellen des Manager Magazins waren, wird nicht deutlich, nur dass diese in das Herz von Lidl, nämlich in die Schaltzentrale in Neckarsulm, einen sehr guten Einblick haben. Klaus Gehrig gibt Schwierigkeiten und Fehler gegebenüber dem Manager Magazin unumwunden zu und will nun einiges wieder anders machen: Das Personalkarussell dreht sich in diesem Zuge weiter, einige Köpfe sind bereits gerollt.
Mehr Informationen unter: http://www.manager-magazin.de/thema/lidl/